Texte français
(siehe auch Postulat 05.3175 ¦ www.solami.com/GAFI.htm ¦ .../merz.htm)

 05.3456 - Postulat.
Kosten, Nutzen und Erfolg der FATF-Empfehlungen. Evaluation

Eingereicht von    Stähelin Philipp
Einreichungsdatum    17.06.2005
Eingereicht im    Ständerat
Stand der Beratung    erledigt

Eingereichter Text
    Der Bundesrat wird beauftragt, auf der Grundlage der bisherigen Aufwendungen der dem Geldwäschereigesetz (GwG) unterstellten Finanzintermediäre in einem Bericht darzulegen:
- welche Kosten für die Normadressaten und die Verwaltung aus der Umsetzung der Empfehlungen der FATF in der Schweiz entstehen;
- welcher Nutzen für die einwandfreie Reputation des Finanzplatzes Schweiz entsteht;
- welcher Nutzen für die Wirtschaft mit den neuen Massnahmen verbunden ist;
- welcher Erfolg mit den bisherigen Instrumenten bei der Geldwäschereibekämpfung erreicht werden konnte. Insbesondere ist eine Statistik mit der Anzahl laufender und abgeschlossener Untersuchungen sowie der Anzahl rechtskräftiger Schuldsprüche zu erstellen. Dabei ist ebenfalls eine Kategorisierung der Delikte nach Bereichen vorzunehmen. Schliesslich soll auch aufgezeigt werden, was mit den blockierten Geldern passierte und wie die Verfügung über diese geregelt wurde.
    Des Weiteren soll im Bericht dargestellt werden:
- der zu erwartende konkrete Aufwand für die Branchen, welche neu dem GwG unterstellt werden sollen;
- das konkrete Risiko, dass die Tätigkeit dieser Branchen zu Geldwäschereizwecken missbraucht wird.

Begründung
    Nachdem die Vernehmlassung über die Vorschläge zur Umsetzung der revidierten Empfehlungen der FATF sehr kritisch ausgefallen ist, hat Bundesrat Merz nun einen Marschhalt verordnet. Diese Situation sollte jetzt für intensive Lageanalysen genutzt werden, um später über fundierte Entscheidungshilfen verfügen zu können. Deswegen ist jetzt der richtige Moment, um eine Evaluation unserer bisherigen Massnahmen im Geldwäschereibereich an die Hand zu nehmen.
    Grundsätzlich müssen wir ein fundamentales Interesse an einem sauberen Finanzplatz haben. Hingegen gilt wie überall, dass die Reputation dann am besten ist, wenn sie einfach erkennbar ist und auf nachvollziehbaren und verständlichen Regeln beruht. Eine verkomplizierende Bürokratisierung führt deswegen bei aller guten Absicht zu einer "Verunklärung" und ist somit kontraproduktiv.
    Kommt dazu, dass mit jedem Stück Neuregulierung auch neue Kosten verbunden sind. Die Identifizierung von Vertragspartnern und wirtschaftlich Berechtigten, die Abklärung ungewöhnlicher Transaktionen, die Erstattung von Verdachtsmeldungen, die geordnete Archivierung der anfallenden Dokumentation, die Schulung des Personals, dann aber auch der Anschluss an eine Selbstregulierungsorganisation oder die Unterstellung unter die Aufsicht der Kontrollstelle, die GwG-Prüfungen der Revisionsgesellschaften. Das sind lauter Verpflichtungen, deren Erfüllung Geld kostet. Compliance, interne und externe Kontrolle sind nicht gratis zu haben. Auch unter dem "regime light", dem nun neu auch Handelstätigkeiten ausserhalb des Finanzsektors unterstellt werden sollen, fallen Pflichten an. Zwar müssen sich Unternehmen, die in einer der betroffenen Branchen tätig sind, nicht einer SRO anschliessen und auch nicht der Aufsicht der Kontrollstelle unterstellen. Ferner gelten für sie nur die Sorgfaltspflichten bezüglich der Identifizierung von Kunden, der Feststellung von wirtschaftlich Berechtigten, der Erstattung von Verdachtsmeldungen und der Archivierung der anfallenden Dokumentation. Das kostet aber auch Geld, und man kann sich fragen, wie eine Verdachtsmeldung erstattet werden soll, wenn keine Abklärungspflichten bei ungewöhnlichen Transaktionen bestehen, und ob das Personal nicht im Umgang mit dem GwG geschult werden muss.
    Im Bericht zur Vernehmlassungsvorlage wird lediglich darauf hingewiesen, dass sich notwendiger Aufwand und Kosten nicht abschätzen liessen. Das ist nicht befriedigend. Bestimmt liessen sich aus den bisher bei den dem GwG unterstellten Finanzintermediären Kostenfaktoren ableiten, die eine solche Schätzung zuliessen. Die Neuunterstellung gewisser Handelstätigkeiten wird ferner damit begründet, dass die revidierten FATF-Empfehlungen im Sinne eines risikobasierten Ansatzes ein Abwehrdispositiv gegen Geldwäscherei verlangen würden. Um die Notwendigkeit eines Einbezuges dieser Handelstätigkeiten in den Geltungsbereich des GwG beurteilen zu können, muss nun dargelegt werden, inwiefern diese Tätigkeiten besonders gefährdet sind und ob diesen spezifischen Gefährdungen mit den vorgesehenen Massnahmen tatsächlich begegnet werden kann. Es wäre wertvoll, wenn diese Gefährdung anhand von konkreten Fallbeispielen nachgewiesen werden könnte.
    Unser Finanzplatz braucht zur Aufrechterhaltung seiner exzellenten Reputation ein griffiges Geldwäschereigesetz. Um keine überdimensionierten Kosten auszulösen, sollten die Regelungen jedoch möglichst auf die Bereiche beschränkt werden, wo wirksam kriminelle Handlungen unterbunden und aufgedeckt werden können. Die hier geforderte Evaluation ist eine wichtige Voraussetzung, damit die Legislative diesen Anforderungen gerecht werden kann.

Stellungnahme des Bundesrates vom 31. August 2005
    Das Postulat steht in sachlichem und zeitlichem Zusammenhang mit dem Postulat Stähelin 05.3175 zur Umsetzung der FATF-Empfehlungen in anderen Ländern, welches vom Ständerat am 14. Juni 2005 überwiesen worden ist. Die Antworten auf die im vorliegenden Postulat erhobenen Fragen werden aufgrund verfügbarer Daten und Informationen sowie unter Berücksichtigung der entstehenden Kosten verfasst werden. Aufgrund des erwähnten innernen Zusammenhanges sowie aus Ressourcenüberlegungen werden beide Postulate voraussichtlich in einem Bericht beantwortet werden.

Erklärung des Bundesrates vom 31. August 2005
    Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.

Ständerat/Conseil des Etats 28.09.05

    Präsident (Frick Bruno, Präsident): Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.

Angenommen - Adopté

Amtliches Bulletin - die Wortprotokolle

Zuständig    Finanzdepartement (EFD)

Deskriptoren    Geldwäscherei; Wirtschaftsstrafrecht; Gesetzesevaluation; Zusammenarbeit in Rechtsfragen; Finanzplatz Schweiz; internationales Wirtschaftsrecht; Image; 24;


Deutscher Text
05.3456 - Postulat.
Recommandations du GAFI. Evaluation des coûts, de l'utilité et des résultats

Déposé par    Stähelin Philipp
Date de dépôt   17.06.2005
Déposé au    Conseil des Etats
Etat actuel    Non encore traité au conseil

Texte déposé
    Le Conseil fédéral est chargé de rédiger un rapport sur la base des dépenses faites jusqu'à présent par les intermédiaires financiers soumis à la loi sur le blanchiment d'argent (LBA), rapport qui fera état:
- des coûts qui ont résulté en Suisse pour les administrés et les administrations de la mise en oeuvre des directives du GAFI;
- de l'utilité qui en a résulté pour la réputation de la place financière suisse;
- de l'utilité qui a résulté pour l'économie des nouvelles mesures;
- des résultats que les instruments existants ont permis d'obtenir dans la lutte contre le LBA. Il fournira notamment des statistiques sur le nombre d'enquêtes closes, d'enquêtes encore ouvertes et de condamnations exécutoires prononcées. Ce faisant, il classera les délits par catégories et par domaine. Il montrera encore ce qu'il est advenu des avoirs bloqués et comment la manière d'en disposer a été réglée.
    Enfin, ce rapport indiquera:
- les frais que les branches nouvellement soumises à la LBA doivent s'attendre à assumer; et
- le risque que l'activité de ces dernières branches soit utilisée à des fins de blanchiment d'argent.

Développement
    Vu l'accueil très frais reçu par les propositions de mise en oeuvre des recommandations révisées du GAFI qui ont été envoyées en consultation, le conseiller fédéral Merz a décidé de stopper le train. Il serait bon de profiter du moment pour se livrer à des analyses sérieuses de la situation, de manière à disposer plus tard d'aides à la décision qui soient étayées. L'heure est donc venue de procéder à une évaluation des mesures appliquées jusqu'à présent dans la lutte contre le blanchiment d'argent.
    Il est dans notre intérêt d'avoir une place financière irréprochable. Ici comme ailleurs, la meilleure réputation est celle qui repose sur des règles claires et compréhensibles, que l'on peut démontrer facilement. Toute bureaucratisation, même opérée avec les meilleures intentions du monde, la rend opaque, donc la détourne du but.
    S'y ajoute le fait que tout nouveau règlement induit des coûts supplémentaires. Identifier les partenaires commerciaux et les ayants droit économiques, examiner les transactions inhabituelles, annoncer les cas douteux, archiver correctement la documentation afférente, former le personnel, mais aussi s'affilier à un organisme d'autorégulation ou se soumettre à la surveillance de l'organe de contrôle, faire inspecter les sociétés de révision par le GAFI, tout cela coûte cher. Le contrôle interne, le contrôle externe et l'observance ne sont pas gratuits. Même avec un régime "light", où ne seraient en plus soumis à la loi que les activités commerciales en dehors du secteur financier, il y aurait des obligations. Les entreprises d'une branche concernée ne seraient, certes, pas tenues de s'affilier à un organisme d'autorégulation et ne seraient pas non plus soumises à la surveillance de l'organe de contrôle. Elles n'auraient qu'à assumer leur devoir de diligence (identification des clients, constatation des ayants droit économiques, annonce des cas douteux et archivage de la documentation afférente). Il n'empêche que cela leur coûterait de l'argent et on peut se demander s'il vaudrait pour elles la peine d'annoncer un cas douteux sachant qu'elles n'auraient pas l'obligation d'éclaircir une transaction inhabituelle, se demander encore si elles ne devraient pas former leur personnel à l'application de la LBA.
    Le rapport explicatif accompagnant le projet de modification de la loi se contente de dire qu'il est impossible d'évaluer le travail et l'argent nécessaires. C'est insuffisant. Je suis sûr que les intermédiaires financiers soumis jusqu'à présent à la loi pourraient nous donner une idée du coût. En outre, le Conseil fédéral justifie sa volonté d'assujettir certaines activités commerciales à la loi en arguant que les dernières recommandations révisées du GAFI exigeraient qu'on mette en place un dispositif de barrage pour faire échec au blanchiment d'argent. Pour que nous puissions juger de la nécessité de faire entrer ces activités commerciales dans le champ d'application de la loi, il faut qu'on nous apporte la preuve qu'elles sont réellement menacées et que les mesures préconisées éloigneraient effectivement la menace. Nous aimerions du reste qu'on nous expose le risque couru à l'aide de quelques exemples précis.
    La place financière suisse doit être dotée d'une loi efficace contre le blanchiment d'argent si elle veut garder son excellente réputation. Pour éviter toute dépense surdimensionnée, il faut toutefois restreindre l'application de la loi aux secteurs où les activités criminelles peuvent être dévoilées et stoppées avec succès. L'évaluation que je réclame ici est une condition sine qua non pour que le législateur puisse tenir compte de ces faits.

Avis du Conseil fédéral du 31 août 2005
    Tant thématiquement que temporellement, le présent postulat est lié au postulat Stähelin (05.3175) concernant la mise en oeuvre des recommandations du GAFI dans d'autres pays que la Suisse, postulat que le Conseil des Etats a transmis le 14 juin 2005 au Conseil fédéral. Les réponses aux questions posées dans le postulat présent seront établies sur la base des données et des informations existantes ou disponibles en tenant compte des coûts impliqués. Afin de tenir compte des liens susmentionnés et pour des raisons de coûts, les deux postulats feront probablement l'objet d'un seul rapport.

Déclaration du Conseil fédéral du 31 août 2005
    Le Conseil fédéral propose d'accepter le postulat.

Ständerat/Conseil des Etats 28.09.05

    Präsident (Frick Bruno, Präsident): Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.

Angenommen - Adopté

Bulletin officiel - les procès-verbaux

Compétence    Département des finances (DFF)

Descripteurs    Geldwäscherei; Wirtschaftsstrafrecht; Gesetzesevaluation; Zusammenarbeit in Rechtsfragen; Finanzplatz Schweiz; internationales Wirtschaftsrecht; Image; 24;