Eingereicht von Stähelin
Philipp
Einreichungsdatum 17.06.2005
Eingereicht im Ständerat
Stand der Beratung erledigt
Eingereichter Text
Der Bundesrat wird beauftragt, auf der Grundlage
der bisherigen Aufwendungen der dem Geldwäschereigesetz (GwG) unterstellten
Finanzintermediäre in einem Bericht darzulegen:
- welche Kosten für die Normadressaten und die Verwaltung aus
der Umsetzung der Empfehlungen der FATF in der Schweiz entstehen;
- welcher Nutzen für die einwandfreie Reputation des Finanzplatzes
Schweiz entsteht;
- welcher Nutzen für die Wirtschaft mit den neuen Massnahmen verbunden
ist;
- welcher Erfolg mit den bisherigen Instrumenten bei der Geldwäschereibekämpfung
erreicht werden konnte. Insbesondere ist eine Statistik mit der Anzahl
laufender und abgeschlossener Untersuchungen sowie der Anzahl rechtskräftiger
Schuldsprüche zu erstellen. Dabei ist ebenfalls eine Kategorisierung
der Delikte nach Bereichen vorzunehmen. Schliesslich soll auch aufgezeigt
werden, was mit den blockierten Geldern passierte und wie die Verfügung
über diese geregelt wurde.
Des Weiteren soll im Bericht dargestellt werden:
- der zu erwartende konkrete Aufwand für die Branchen, welche
neu dem GwG unterstellt werden sollen;
- das konkrete Risiko, dass die Tätigkeit dieser Branchen zu Geldwäschereizwecken
missbraucht wird.
Begründung
Nachdem die Vernehmlassung über die Vorschläge
zur Umsetzung der revidierten Empfehlungen der FATF sehr kritisch ausgefallen
ist, hat Bundesrat Merz nun einen Marschhalt verordnet. Diese Situation
sollte jetzt für intensive Lageanalysen genutzt werden, um später
über fundierte Entscheidungshilfen verfügen zu können. Deswegen
ist jetzt der richtige Moment, um eine Evaluation unserer bisherigen Massnahmen
im Geldwäschereibereich an die Hand zu nehmen.
Grundsätzlich müssen wir ein fundamentales
Interesse an einem sauberen Finanzplatz haben. Hingegen gilt wie überall,
dass die Reputation dann am besten ist, wenn sie einfach erkennbar ist
und auf nachvollziehbaren und verständlichen Regeln beruht. Eine verkomplizierende
Bürokratisierung führt deswegen bei aller guten Absicht zu einer
"Verunklärung" und ist somit kontraproduktiv.
Kommt dazu, dass mit jedem Stück Neuregulierung
auch neue Kosten verbunden sind. Die Identifizierung von Vertragspartnern
und wirtschaftlich Berechtigten, die Abklärung ungewöhnlicher
Transaktionen, die Erstattung von Verdachtsmeldungen, die geordnete Archivierung
der anfallenden Dokumentation, die Schulung des Personals, dann aber auch
der Anschluss an eine Selbstregulierungsorganisation oder die Unterstellung
unter die Aufsicht der Kontrollstelle, die GwG-Prüfungen der Revisionsgesellschaften.
Das sind lauter Verpflichtungen, deren Erfüllung Geld kostet. Compliance,
interne und externe Kontrolle sind nicht gratis zu haben. Auch unter dem
"regime light", dem nun neu auch Handelstätigkeiten ausserhalb des
Finanzsektors unterstellt werden sollen, fallen Pflichten an. Zwar müssen
sich Unternehmen, die in einer der betroffenen Branchen tätig sind,
nicht einer SRO anschliessen und auch nicht der Aufsicht der Kontrollstelle
unterstellen. Ferner gelten für sie nur die Sorgfaltspflichten bezüglich
der Identifizierung von Kunden, der Feststellung von wirtschaftlich Berechtigten,
der Erstattung von Verdachtsmeldungen und der Archivierung der anfallenden
Dokumentation. Das kostet aber auch Geld, und man kann sich fragen, wie
eine Verdachtsmeldung erstattet werden soll, wenn keine Abklärungspflichten
bei ungewöhnlichen Transaktionen bestehen, und ob das Personal nicht
im Umgang mit dem GwG geschult werden muss.
Im Bericht zur Vernehmlassungsvorlage wird lediglich
darauf hingewiesen, dass sich notwendiger Aufwand und Kosten nicht abschätzen
liessen. Das ist nicht befriedigend. Bestimmt liessen sich aus den bisher
bei den dem GwG unterstellten Finanzintermediären Kostenfaktoren ableiten,
die eine solche Schätzung zuliessen. Die Neuunterstellung gewisser
Handelstätigkeiten wird ferner damit begründet, dass die revidierten
FATF-Empfehlungen im Sinne eines risikobasierten Ansatzes ein Abwehrdispositiv
gegen Geldwäscherei verlangen würden. Um die Notwendigkeit eines
Einbezuges dieser Handelstätigkeiten in den Geltungsbereich des GwG
beurteilen zu können, muss nun dargelegt werden, inwiefern diese Tätigkeiten
besonders gefährdet sind und ob diesen spezifischen Gefährdungen
mit den vorgesehenen Massnahmen tatsächlich begegnet werden kann.
Es wäre wertvoll, wenn diese Gefährdung anhand von konkreten
Fallbeispielen nachgewiesen werden könnte.
Unser Finanzplatz braucht zur Aufrechterhaltung
seiner exzellenten Reputation ein griffiges Geldwäschereigesetz. Um
keine überdimensionierten Kosten auszulösen, sollten die Regelungen
jedoch möglichst auf die Bereiche beschränkt werden, wo wirksam
kriminelle Handlungen unterbunden und aufgedeckt werden können. Die
hier geforderte Evaluation ist eine wichtige Voraussetzung, damit die Legislative
diesen Anforderungen gerecht werden kann.
Stellungnahme des Bundesrates vom 31. August 2005
Das Postulat steht in sachlichem und zeitlichem
Zusammenhang mit dem Postulat Stähelin 05.3175 zur Umsetzung der FATF-Empfehlungen
in anderen Ländern, welches vom Ständerat am 14. Juni 2005 überwiesen
worden ist. Die Antworten auf die im vorliegenden Postulat erhobenen Fragen
werden aufgrund verfügbarer Daten und Informationen sowie unter Berücksichtigung
der entstehenden Kosten verfasst werden. Aufgrund des erwähnten innernen
Zusammenhanges sowie aus Ressourcenüberlegungen werden beide Postulate
voraussichtlich in einem Bericht beantwortet werden.
Erklärung des Bundesrates vom 31. August 2005
Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
Ständerat/Conseil des Etats 28.09.05
Präsident (Frick Bruno, Präsident): Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
Angenommen - Adopté
Zuständig Finanzdepartement (EFD)
Deskriptoren Geldwäscherei; Wirtschaftsstrafrecht; Gesetzesevaluation; Zusammenarbeit in Rechtsfragen; Finanzplatz Schweiz; internationales Wirtschaftsrecht; Image; 24;
Déposé par Stähelin
Philipp
Date de dépôt 17.06.2005
Déposé au Conseil des Etats
Etat actuel Non encore traité au conseil
Texte déposé
Le Conseil fédéral est chargé
de rédiger un rapport sur la base des dépenses faites jusqu'à
présent par les intermédiaires financiers soumis à
la loi sur le blanchiment d'argent (LBA), rapport qui fera état:
- des coûts qui ont résulté en Suisse pour les
administrés et les administrations de la mise en oeuvre des directives
du GAFI;
- de l'utilité qui en a résulté pour la réputation
de la place financière suisse;
- de l'utilité qui a résulté pour l'économie
des nouvelles mesures;
- des résultats que les instruments existants ont permis d'obtenir
dans la lutte contre le LBA. Il fournira notamment des statistiques sur
le nombre d'enquêtes closes, d'enquêtes encore ouvertes et
de condamnations exécutoires prononcées. Ce faisant, il classera
les délits par catégories et par domaine. Il montrera encore
ce qu'il est advenu des avoirs bloqués et comment la manière
d'en disposer a été réglée.
Enfin, ce rapport indiquera:
- les frais que les branches nouvellement soumises à la LBA
doivent s'attendre à assumer; et
- le risque que l'activité de ces dernières branches
soit utilisée à des fins de blanchiment d'argent.
Développement
Vu l'accueil très frais reçu par les
propositions de mise en oeuvre des recommandations révisées
du GAFI qui ont été envoyées en consultation, le conseiller
fédéral Merz a décidé de stopper le train.
Il serait bon de profiter du moment pour se livrer à des analyses
sérieuses de la situation, de manière à disposer plus
tard d'aides à la décision qui soient étayées.
L'heure est donc venue de procéder à une évaluation
des mesures appliquées jusqu'à présent dans la lutte
contre le blanchiment d'argent.
Il est dans notre intérêt d'avoir une
place financière irréprochable. Ici comme ailleurs, la meilleure
réputation est celle qui repose sur des règles claires et
compréhensibles, que l'on peut démontrer facilement. Toute
bureaucratisation, même opérée avec les meilleures
intentions du monde, la rend opaque, donc la détourne du but.
S'y ajoute le fait que tout nouveau règlement
induit des coûts supplémentaires. Identifier les partenaires
commerciaux et les ayants droit économiques, examiner les transactions
inhabituelles, annoncer les cas douteux, archiver correctement la documentation
afférente, former le personnel, mais aussi s'affilier à un
organisme d'autorégulation ou se soumettre à la surveillance
de l'organe de contrôle, faire inspecter les sociétés
de révision par le GAFI, tout cela coûte cher. Le contrôle
interne, le contrôle externe et l'observance ne sont pas gratuits.
Même avec un régime "light", où ne seraient en plus
soumis à la loi que les activités commerciales en dehors
du secteur financier, il y aurait des obligations. Les entreprises d'une
branche concernée ne seraient, certes, pas tenues de s'affilier
à un organisme d'autorégulation et ne seraient pas non plus
soumises à la surveillance de l'organe de contrôle. Elles
n'auraient qu'à assumer leur devoir de diligence (identification
des clients, constatation des ayants droit économiques, annonce
des cas douteux et archivage de la documentation afférente). Il
n'empêche que cela leur coûterait de l'argent et on peut se
demander s'il vaudrait pour elles la peine d'annoncer un cas douteux sachant
qu'elles n'auraient pas l'obligation d'éclaircir une transaction
inhabituelle, se demander encore si elles ne devraient pas former leur
personnel à l'application de la LBA.
Le rapport explicatif accompagnant le projet de
modification de la loi se contente de dire qu'il est impossible d'évaluer
le travail et l'argent nécessaires. C'est insuffisant. Je suis sûr
que les intermédiaires financiers soumis jusqu'à présent
à la loi pourraient nous donner une idée du coût. En
outre, le Conseil fédéral justifie sa volonté d'assujettir
certaines activités commerciales à la loi en arguant que
les dernières recommandations révisées du GAFI exigeraient
qu'on mette en place un dispositif de barrage pour faire échec au
blanchiment d'argent. Pour que nous puissions juger de la nécessité
de faire entrer ces activités commerciales dans le champ d'application
de la loi, il faut qu'on nous apporte la preuve qu'elles sont réellement
menacées et que les mesures préconisées éloigneraient
effectivement la menace. Nous aimerions du reste qu'on nous expose le risque
couru à l'aide de quelques exemples précis.
La place financière suisse doit être
dotée d'une loi efficace contre le blanchiment d'argent si elle
veut garder son excellente réputation. Pour éviter toute
dépense surdimensionnée, il faut toutefois restreindre l'application
de la loi aux secteurs où les activités criminelles peuvent
être dévoilées et stoppées avec succès.
L'évaluation que je réclame ici est une condition sine qua
non pour que le législateur puisse tenir compte de ces faits.
Avis du Conseil fédéral du 31 août
2005
Tant thématiquement que temporellement, le
présent postulat est lié au postulat Stähelin (05.3175)
concernant la mise en oeuvre des recommandations du GAFI dans d'autres
pays que la Suisse, postulat que le Conseil des Etats a transmis le 14
juin 2005 au Conseil fédéral. Les réponses aux questions
posées dans le postulat présent seront établies sur
la base des données et des informations existantes ou disponibles
en tenant compte des coûts impliqués. Afin de tenir compte
des liens susmentionnés et pour des raisons de coûts, les
deux postulats feront probablement l'objet d'un seul rapport.
Déclaration du Conseil fédéral du
31 août 2005
Le Conseil fédéral propose d'accepter
le postulat.
Ständerat/Conseil des Etats 28.09.05
Präsident (Frick Bruno, Präsident): Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
Compétence Département des finances (DFF)
Descripteurs Geldwäscherei; Wirtschaftsstrafrecht; Gesetzesevaluation; Zusammenarbeit in Rechtsfragen; Finanzplatz Schweiz; internationales Wirtschaftsrecht; Image; 24;