2030, und wie es dazu kam: ein vorausschauender Rückblick
von Iconoclast - 29.12.09 (url: www.solami.com/2030.htm)

Die Nationalbank verschacherte weitere Teile unseres "Eingemachten", d.h. unseres Goldes. 21 Millionen Tell- und Rütlischwur-Goldmünzen wurden im Herbst 2008 eingeschmolzen - um "liquide" zu sein (lies: um den US-Begehren nachkommen zu können, z.B. bezüglich der Bereitstellung von über 50 Milliarden Dollar zur "Rettung" der helvetischen Titanic). War die Nationalbank überhaupt noch zahlungsfähig im herkömmlichen Sinne? D.h. ohne Abstützung auf morsche MMM-Krücken (MMM = monopoly monkey money, wovon China über eine Billion verfügte, und womit es weltweit massiv reale Werte, wie Agrarland, Minen, etc. aufkaufte solange der US Dollar als Zahlungsmittel noch akzeptiert wurde).

Die UBS hatte sich verpflichtet gegenüber der siegestrunkenen, weil erfolgreich erpresserischen amerikanischen Steuerbehörde IRS, Kontodaten von weiteren 4450 Bankkunden offenzulegen. Und im Ausmass von über 700 Millionen Dollar Bussgeld für angebliche Verletzungen amerikanischer Gesetze zu bezahlen. Obwohl die UBS im Jahre 2000 und zuvor der IRS massgebend an die Hand gegangen war beim Aufbau ihres verfassungswidrigen weltweiten Systems mit über 7000 Qualified Intermediary QI-Banken. Für diese Hintertreppen-Beihilfe zur Verwirklichung des grössten Geldwasch-Systems der Welt hatte die UBS gewisse Krümel in Form von IRS-Zusicherungen und Spezialvereinbarungen erlangt, welche von den nachfolgenden IRS-Verantwortlichen aber nicht mehr honoriert wurden.

UBS und Credit Suisse hatten sich im Jahr 2005 von den amerikanischen Behörden zur Befolgung der US-Sanktionenpolitik in die Knie zwingen lassen (z.B. gegenüber dem Iran, Kuba, Libyen und Syrien). Hinzu kamen entsprechende Besuche in Bern von zwar hochrangigen aber oft ebenfalls der US Flat Earth Society nahestehenden US-Emissären. Statt diese zu besseren Erkenntnissen zu führen oder nötigenfalls denselben mit Nachdruck die Stirne zu bieten, war dabei schon allzuoft amerikanischen Zumutungen und Eingriffen in Schweizer Hoheitsrechte Vorschub geleistet worden.

Die Credit Suisse hatte 2009 mit US-Behörden eine Vergleichszahlung von über 500 Millionen Franken vereinbart "wegen Beziehungen zu Staaten, die Ziel von US-Wirtschaftssanktionen sind". Sie habe, so das US-Justizministerium, "von Mitte der Neunzigerjahre bis 2006 illegale Transaktionen von mehr als 1,6 Milliarden Dollar abgewickelt", hauptsächlich mit Iran, Kuba und Libyen. All dies offenbar unbeachtet der Schweizer Neutralitätspolitik, von welcher nicht zuletzt die US-Regierung profitierte in Form der traditionellen Guten Dienste und Vertretung der US-Interessen in Teheran und Havanna. Wie schon im Fall Marc Rich, welcher rückgratkräftiger - und für die Schweiz entsprechend erfolgreicher - erledigt worden war, ging es dabei aber auch um die Aushöhlung des neutralitätspolitisch wichtigen wirtschhaftlichen courant normal. D.h. die Schweiz leistete keinerlei Schützenhilfe zur Durchführung oder Durchbrechung von Sanktionen gegen Drittstaaten; sie führte ihre Handelsbeziehungen aber auf Normalniveau weiter. Dessen ungeachtet gingen die Guthaben Irans bei der UBS und CS von 2005 bis 2009 von 1,34 Milliarden um 96% auf 61 Millionen Franken zurück, und im Falle Syriens wurden die Guthaben innert Jahresfrist von 4,89 Milliarden um 98% auf 118 Millionen Franken reduziert.

Die "Wirtschaftliche Kriegsführung der USA gegen die Schweiz" war nicht neu, wie schon mehrfach im Parlament in Erinnerung gerufen (z.B. Interpellation 03.3487, Motion 09.3452). Schon während des 2.Weltkriegs waren die Guthaben der Schweizer Nationalbank in den USA völkerrechtswidrig beschlagnahmt worden. Die mit Tiefgang und Weitblick ausgerüsteten, nicht oder weniger blauäugigen Schweizer Unterhändler und Politiker begegneten ihren amerikanischen Partnern und Freunden dann auch stets mit Kompetenz, Nachhaltigkeit und equitabler Härte. Dies sicherte ihnen zumindest Respekt und oft auch Erfolg - im Gegensatz zu den Respektlosigkeiten, Missachtungen und Tiefschlägen, welche ihren naiveren und unbedarfteren Kollegen regelmässig zuteil wurden. Aehnliches galt es zu beachten wenn es sich um die Aussenwirtschaftsbeziehungen insbesondere mit Nachbarstaaten und der Europäischen Union handelte. Sowie um Normen, welche von internationalen Dienstleistungsorganisationen vorgespurt wurden, d.h. von Institutionen wie G-20, FATF und OECD, welche sich zusehends als bürokratische Gesetzgeber gebärdeten, denen jedoch meist jede demokratische Legitimation fehlte.

Die Zukunft der Schweiz war so weniger denn je gesichert - der freie Lauf der Dinge führte nicht nur wirtschaftlich, sondern auch gesellschaftlich und politisch in die Wand, wenn nicht gar an den Abgrund. 2009, annum horribilis der Orientierungslosigkeit, der Flatterhaftigkeit und der nicht abreissenden Bussleistungen und Entschuldigungen urbi et orbi durfte sich nicht wiederholen. Voraussetzung dazu war, dass das Schweizer Volk sich vermehrt auf seine Grundwerte und darauf besann, woher es kam, wohin die Reise gehen sollte, was sich bewährt hatte, und was es zu bewahren und weiter zu entwickeln galt - nötigenfalls auch gegen den Strom. Und dass das Tun & Lassen seiner Exponenten und Wirtschaftsführer ihrem jeweiligen Verantwortungsniveau entsprach, statt die unvermeidbaren Lücken der meist auf Krämer zugeschnittenen Gesetzgebung zulasten des Allgemeinwohls auszuschlachten. Das geschah weitgehend.

Aus der Sicht des Jahres 2030 erwiesen sich folgende Ereignisse und Entwicklungen als wegweisend:

2009    Konrad Hummler von der ältesten Schweizer Privatbank Wegelin, und der NZZ-Kolumnist Beat Kappeler bliesen zum Rückzug aus dem US-Markt. Strukturierte Steaks und Finanzprodukte verloren Marktakzeptanz.

2010    Die helvetische Titanic wurde noch rechtzeitig abgebremst, zurückgestutzt, und neu als Genossenschaft vorrangig auf die Bedürfnisse der in- und ausländischen Privatkunden und KMU ausgerichtet.

2010    Die Credit Suisse zog sich ebenfalls aus dem US-Markt zurück; verstärkte dagegen ihr Netz in Russland.

2010    Wiederbelebung des russisch-schweizerischen Handels- und Niederlassungsvertrags von 1872.

2010    Roman Polanski - wie vormals Marc Rich - wurde nicht an die USA ausgeliefert. Motion Lex Helvetica wurde überwiesen. Die illegal erlangten Bankinformationen wurden rechtlich sterilisiert, der fremden Hehlerei von Staates wegen so ein Riegel geschoben. All dies erneuerte das Vertrauen in die Schweiz und ihrer Institute.

2010    Das Goldkartell brach auseinander, was eine tiefgreifende, die Weltwirtschaft erschütternde Währungskrise, Hungersnöte und Chaos auslöste, und zu grundlegenden gesellschaftlichen und politischen Umwälzungen führte; Pensionskassen bekamen Casinoverbot; strikte Trennung von Realwirtschaft & Casino; Boni in MMM ausbezahlt.

2010    Der Internationale Währungsfond IMF präsentierte sein Alternativmodell zum diskreditierten amerikanischen QI-System, womit es schliesslich gelang, zugunsten der realen Wirtschaft einen hilfreichen Teil der in die Parallelwirtschaft abgedrängten Gelder, nämlich jährlich mehr als 500 Milliarden Euro, zurückzugewinnen.

2010    190000 Unterschriften zur Bankgeheimnis-Initiative eingereicht; Gegenvorschlag beschlossen.

2010    Suspendierung aller DBA-Zusatzabkommen bis zur Volksabstimmung über die Unterstellung des Eigentums unter den verfassungsmässigen Schutz der Privatsphäre (Art.13 BV).

2011    Weltweit massiv überwiegend positive Reaktionen auf Schweizer Initiative re Privatsphärenschutz für Eigentum; ähnlich Minarett-Initiative welche als Auslöser des Dammbruchs zugunsten eines modernen Kreuzzugs zur Befreiung von Jerusalem schliesslich zu einer christlich-muslimischen Allianz führte.

2012    Nationale Referenden in F, GB, I, NL, PL über die Fortführung der Mitgliedschaft in der EU; britisches Referendum über den Beitritt zu den Vereinigten Staaten.

2015    Volk lehnte die Ratifikation des schon allzulange verdeckt praktizierten Status der Schweiz als 54. Staat der USA ab, befürwortete aber volle Einbindung in die ihrem Modell nachgebaute Europäische Konfoederation als real-demokratische EU-Nachfolgerin; Rückanbindung des Schweizer Frankens und des Rubels an Gold; Schweiz wird internationale Gold- & Handelsplattform insbesondere für Russland, China & Südafrika.

2015    Ersatz der Tiger und F/A-18 Kampfjets mit russischen Sukhoi SU-35 und israelischen Drohnen.

2015    Landwirte mutierten en masse zu Wasserwirten. Reaktivierung der grossen Freizone um Genf.

2020    Genf wurde Hauptstadt der Europäischen Konfoederation. Einweihung des Internet Weltarchivs in Genf.

2025    Einweihung der Eurometro-Startstrecke Lyon-Satolas-Annecy-Genf Cointrin-Nyon-Thonon-Evian-Lausanne

2030    UNO wurde von der Organisation für Regionen und einheimische Völker abgelöst.