29.September 1998
Herrn Werner Spross
Burstwiesenstrasse 1
8055 Zürich
re: SBG-Spezialprüfung
Sehr geehrter Herr Spross,
Vereinbarungsgemäss sende ich Ihnen in der Beilage einen Auszug aus der UBS-Dokumentation, welche auf dem Internet unter der Adresse http://www.gic.ch/git/a$ubs.htm zu finden ist, sowie einen Entwurf für ein Schreiben, mit welchem Sie, als einem bedeutenden SBG-Aktionär, gegebenenfalls unsere Bemühungen zur Bewirkung einer Sonderprüfung gemäss Art.697b OR unterstützen können. Dasselbe Ziel verfolgt auch ein Kollege, Herr Rechtsanwalt Salvo Cardillo, und mitlerweile haben auch schon bedeutende institutionelle SBG-Anleger die Prüfung ihrer Unterstützung unserer Aktionen vor dem Zürcher Bezirks-, resp. Handelsgericht zugesagt. Da es sich dabei vorwiegend um amerikanische Pensionskassen handelt, w„re es, aus naheliegenden Gründen, wünschenswert wenn die vom Gesetz festgelegten mindestens Fr.2 mio Aktiennennwerte unabhängig, d.h. zumindest vorwiegend von Schweizer Anlegern gestellt würden. Zu beachten ist zudem die vom Zürcher Friedensrichter gesetzte Frist bis zum 13.Oktober 1998.
Ziel der angestrebten Sonderprüfung ist eine unabhängige Untersuchung der wahren Umstände, welche zur Fusion der SBG mit dem Bankverein Anlass gaben (Auflistung aller eingegangenen Verpflichtungen und ausstehenden Forderungen Dritter, wie sie dem Vernehmen nach in der "formellen Offenlegungserklärung", welche in §8 des Fusionsvertrages vom 5.Dezember 1997 enthalten sein soll, u.E. jedoch rechtswidrig auch gegenüber den Aktionären geheimgehalten worden sind). Gestützt auf diese Untersuchung sollen die Aktionäre in die Lage gesetzt werden, alle sich daraus ergebenden Konsequenzen ziehen zu können. Ohne diese - wenn auch erst im Nachhinein - strikte Anwendung der vom Gesetzgeber festgelegten Fusions-Bestimmungen ist der angerichtete Schaden an der SBG wie auch am Finanzplatz Schweiz insgesamt u.E. kaum mehr in verkraftbaren Grenzen zu halten. Es kann sich daher leider gar nicht mehr um Schadenvermeidung, sondern nur noch um zukunftsgerichtete Schadenminimalisierung handeln.
In der Annahme, dass auch Sie dieses Ziel
teilen und zur Überzeugung gelangen werden, dasselbe am ehesten auf
dem vorgeschlagenen und von uns vorgespurten Weg zu erreichen, stehe ich
Ihnen für alle weiteren Fragen gerne zur Verfügung, und sehe
ich Ihrer baldigen Rückäusserung mit Interesse entgegen.
Mit freundlichen Grüssen
Beilagen:
UBS-Internet-Auszug
Vollmachtsentwurf
Weisung an das
Bezirksgericht
________________
1 ähnlich
wie die Denksportaufgabe, welche ich als mein Logo adoptiert habe (oben
rechts)
und wonach man die 9 Sterne
mittels 4 geraden Linien verbinden soll, ohne je den Stift vom Papier
zu heben. Sie kann
nur dann gelöst werden, wenn man sich getraut, aus den Grenzen auszubrechen,
welche - symptomatisch für
viele Alltagsprobleme - durch die 9 Sterne nur vorgegeben scheinen.
28.Februar 1999
Herrn Werner Spross
Burstwiesenstrasse 1
8055 Z?rich
re: UBS: klärungsbedürftige Fragen; Jahr-2000-Computerproblem
Sehr geehrter Herr Spross,
Ihren Bedenken entsprechend sah ich schliesslich davon ab, eine Sonderprüfung gemäss Art.697b OR über die Vorgänge zur UBS-Fusion herbeizuführen. Inzwischen sind allerdings die wichtigsten Gründe für meine Fusions-Opposition bestätigt und erste - aber noch nicht genügende - personelle und sachliche Konsequenzen gezogen worden.
Wer glaubte, nach der milliarden-schweren "Globallösung" sei für die UBS die Problemzone passé‚ wird mit dem NZZ-Hinweis vom 23.2.99 "IG-Farben-Nachfolger plant Stiftung für Nazi-Opfer - Beteiligung der UBS gefordert" Gelegenheit gehabt haben, sich zu erinnern ... und aufzuwachen. Aus übergeordneten Gründen, welche mit dem Jahr-2000-Computerproblem zusammenhängen, hatte ich dem interimistischen UBS-Präsidenten meine Hilfe angeboten. Bislang konnte ich aber nur eine abschlägige Reaktion der UBS-Rechtsabteilung entgegennehmen. Im Hinblick auf die nächste UBS-GV überlege ich mir deshalb wirksamere Schritte. Dazu gehört eine gegebenenfalls von Ihnen bewirkte Dreier-Sitzung mit Herrn Dr.Alex Krauer (die Korrespondenz dazu lege ich bei).
Zum zweiten Thema, dem Jahr-2000-Computerproblem, nehme ich an, dass Sie als Unternehmer zumindest in Ihrem eigenen Einflussbereich selbst aktiv an dessen Lösung arbeiten. Um Sie aber nicht mit unerwünschtem Papierkram zu belasten, lege ich Ihnen nur meine neuesten Erkenntnisse und Empfehlungen in Form eines Internet-Ausdrucks, sowie ein aufschlussreiches Schreiben an den Y2K-Sachbearbeiter der Firma SULZER bei, sende Ihnen aber gerne auf Anfrage hin die eingehendere Länder- und Experten-Dokumentation der 4.EU-Y2K-Werksatt-Sitzung vom vergangenen Monat.
In der Annahme,
Ihnen damit dienlich zu sein, stehe ich Ihnen für alle weiteren Fragen
gerne zur Verfügung, und sehe ich Ihrer baldigen Rückäusserung
mit Interesse entgegen. Mit freundlichen Grüssen
Beilagen:
K-Krauer, 27.10.98,
8.1.99; UBS-K, 1.12.98;
K-Sulzer, 28.2.99;
Y2K, 20.2.99