EJPD-Schreiben i.S.
Arrestierung von Vermögen fremder Staaten
Nachhaltiger Schutz fremder Staatsvermögen,Postulat
05.3209,
März 2005
mit EDA-vorgespurter,
vom Bundesrat auf der punktierten Linie unterzeichneter Antwort
Protection durable
des biens d'Etats étrangers, Question 05.5262,
décembre 2005, réponse:
alles im Griff, Ausnahmefall ohne Widerholungsgefahr, kein Handlungsbedarf,
ergo:
nichts dazugelernt, nichts dazuzulernen, not invented here = schadenträchtiges
ARIGIN-Verhalten
(ARroganz, IGnoranz, INkompetenz, siehe: .../remedur.htm#PS
¦ .../cvgold.htm
¦ .../rechtshilfe.htm)
Die Gegenrechtsprüfung
als Etappe zum Arrest fremder Staatsvermögen
18 nov 2005 Gaon demande à
Berne de réparer sa «bévue», Tribune
de Genève, Serge Guertchakoff
17.Nov. 2005 Wirbel um zunächst
zurückgehaltene Bilder, Neue Zürcher Zeitung,
C.Bi
17.Nov. 2005 Kein David,
NZZ,
C.Wehrli
17 Nov 2005 Illuminating twist
in the politics of art, International Herald Tribune, New York
Times, Steven Lee Myers
17 nov 2005 Crise
russo-suisse après la saisie de chefs-d'oeuvre, Le Figaro
17.Nov. 2005 Russisches Roulette
mit Kunst und Landesinteressen, Tages Anzeiger, Helmut Stalder
& Zita Affentranger
17.Nov. 2005 Noga verklagt den
russischen Staat, Tages Anzeiger, Zita Affentranger
17 nov 2005 Le Musée Pouchkine
pris en otage, Question de droit,
Nouvelliste,
Véronique Ribordy
17 nov 2005 La saisie ou l'affront
fait à la Russie, Le Temps, Laurent Nicolet
17 nov 2005 Le Conseil fédéral
invoque l'intérêt supérieur de l'Etat, Le Temps,
Sylvie Arsever
17 nov 2005 Une course-poursuite
qui dure depuis dix ans, Le Temps, Sylvie Arsever
17 nov 2005 Ce trésor
n'a pas de prix, Le Temps, Laurent Wolf
17 Nov 2005 Government orders
release of seized paintings, nzz.ch, Swissinfo
16 nov 2005 Saisie de tableaux
du musée Pouchkine en Suisse: Moscou crie au scandale, Le
Monde, AFP
Literatur: H. U. Walder, Einführung in das Internationale Zivilprozeßrecht der Schweiz, Zürich 1989. Jean-François Egli, L'immunité de juridiction et d'exécution des Etats étrangers et de leurs agents dans la jurisprudencc du Tribunal fédéral. Festschrift 100 Jahre SchKG, Zürich, 1989, 201.
Sehr geehrter Herr Präsident,Die komplexen Probleme, welche die Arrestierung von Vermögenswerten fremder Staaten aufwirft, stellen unsere Behörden ständig vor juristisch schwierige Aufgaben. Auch könnten solche Arreste die internationalen Verpflichtungen der Schweiz tangieren. Die zahlreichen und delikaten Arrestfälle, mit welchen unser Land in jüngster Zeit konfrontiert wurde, zeigen die Notwendigkeit, einer einheitlichen Anwendung der von der Rechtsprechung anerkannten Grundsätze des Völkerrechts und des Vollstreckungsrechts, welche bereits Gegenstand unseres Rundschreibens vom 26. November 1979 bildeten.
Sehr geehrte Damen und Herren Regierungsräte,
1. Staatsverträge
Artikel 271 Absatz 3 des BG vom 11. April 1889 über Schuldbetreibung
und Konkurs (SchKG, SR 281.1) enthält einen Vorbehalt zugunsten von
Staatsverträgen - bilateralen wie multilateralen -, welche die Schweiz
ratifiziert hat. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, daß
unser Land dem Europäissehen Übereinkommen vom 16. Mai 1972 über
Staatenimmunität (SR 0.273.1) am 6.Juli 1982 beigetreten ist.
Hat also die Schweiz mit einem fremden Staat einen
Staatsvertrag abgeschlossen, so sind für die Arrestierung seiner Vermögenswerte
in erster Linie die diesbezüglichen staatsvertraglichen Bestimmungen
anwendbar.
2. Allgemeine Grundsätze des Völkerrechts
und des Landesrechts
Da die Frage, wann die Arrestierung von Vermögen
fremder Staaten als zulässig zu betrachten ist, vom SchKG offen gelassen
wurde, hat das Bundesgericht - unter Vorbehalt von Staatsverträgen
- die Grundsätze aufgestellt, die für das Verhalten der inländischen
Gerichts- und Vollstreckungsbehörden als maßgebend zu gelten
haben.
2.1. Immunität fremder Staaten
Das Bundesgericht folgt dem Grundsatz der beschränkten
Immunität. Danach kommt dem fremden Staat Immunität nur
hinsichtlich seiner hoheitlichen Tätigkeit («iure imperii»)
zu, nicht aber dort, wo er als Träger von Privatrechten gleich einem
Privaten auftritt («iure gestionis»). Nur wenn also der fremde
Staat als Subjekt von Privatrechtsverhältnissen («iure gestionis»)
handelt, untersteht er der schweizerischen Gerichtsbarkeit und kann in
der Schweiz Vollstreckungshandlungen unterworfen werden (siehe insbesondere
GBE 111 Ia 62, 110 Ia 43, 108 III 107. 106 Ia 142 und die dort zitierten
Entscheide). Unser höchstes Gericht hat auch präzisiert, daß
für die Unterscheidung zwischen Handlungen «iure imperii»
und solchen «iure gestionis» nicht auf den Zweck, sondern auf
die Natur des Rechtsverhältnisses abzustellen sei (BGE 104 Ia 368
Erw.2c).
Soweit staatlich kontrollierte Organisationen, welchen
nach dem Recht ihres Sitzes eigene Rechtspersönlichkeit zukommt, Arrestschuldner
sind, hat das Bundesgericht in BGE 110 Ia 43 entschieden, daß sie
grundsätzlich keine staatliche Immunität beanspruchen können
und daß Ausnahmen nur denkbar sind, soweit solche Organisationen
mit staatlicher Hoheitsgewalt («iure imperii») gehandelt haben.
2.2. Beziehung der Forderung zum schweizerischen
Staatsgebiet (Binnenbeziehung)
Die Tatsache, daß ein Rechtsgeschäft
«iure gestionis» vorliegt, genügt indessen für sich
allein noch nicht für die Zulässigkeit
der Arrestierung von in der Schweiz befindlichen Vermögenswerten
eines fremden Staates. Hinzukommen muß vielmehr, daß das in
Frage stehende Rechtsverhältnis eine genügende Binnenbeziehung
zum schweizerischen Staatsgebiet aufweist. Nach der Rechtsprechung liegt
eine solche etwa dann vor, wenn die Forderung entweder vom Schuldner in
der Schweiz begründet oder hier durchzuführen ist oder wenn mindestens
Handlungen vorliegen, aus denen auf die Schweiz als Erfüllungsort
geschlossen werden kann, nicht aber allein wegen der Tatsache, daß
sich Vermögenswerte des Schuldners in der Schweiz befinden, ebensowenig
daraus, daß sich der Arrest auf ein Urteil eines Schiedsgerichtes
stützt, das seinen Sitz in der Schweiz hatte (BGE 106 Ia 148 E.3b,
4 und 5).
2.3. Zweckbestimmung der Arrestgegenstände
Die Zweckbestimmung, die der fremde Staat seinen
Vermögenswerten gibt, kann die Zwangsvollstreckung unter Umständen
ausschließen. Nach der Rechtsprechung erstreckt sich der Schutz der
Immunität auf Vermögenswerte, die der fremde Staat in der Schweiz
besitzt und die er für seinen diplomatischen Dienst oder für
eine andere ihm als Träger öffentlicher Gewalt obliegende Aufgabe
bestimmt hat (BGE 111 Ia 62, 108 III 107).
Zu erinnern ist in diesem Zusammenhang an Artikel
22 Ziffer 3 des Wiener Übereinkommens vom 18. April 1961 über
diplomatische Beziehungen (SR 0.191.01), wonach die Gegenstände einer
diplomatischen Vertretung, seien es Möbel, Bankkonti, Autos usw.,
der Zwangsvollstreckung entzogen sind, und welcher sinngemäß
auch auf die ständigen Vertretungen in Genf anwendbar ist. In einem
zur Veröffentlichung bestimmten Urteil vom 7. Mai 1986 hat das Bundesgericht
auch eine Zwangsvollstreckung als unzulässig erklärt, die ein
der sozialen und kulturellen Betreuung ausländischer Arbeitskräfte
dienendes Gebäude erfaßte.
Wir erinnern auch daran, daß die Arrestierung
eines Flugzeuges, das einem tremden Staat gehört und ausschließlich
für einen staatlichen Dienst verwendet wird, unzulässig ist,
wenn der betreffende Staat das Übereinkommen vom 29. Mai 1933 zur
Vereinheitlichung von Regeln über die Sicherungsbeschlagnahme von
Luftfahrzeugen (AS 1949 1652) ratifiziert hat; gleich verhält es sich,
wenn ein fremder Staat das Abkommen zwar nicht ratifiziert, der Schweiz
aber Gegenrecht zugesichert hat (Art. 81 und 86 des
BG vom 21. Dezember 1948 über die Luftfahrt, SR 748.0).
Sollen also Vermögenswerte eines fremden Staates
mit Arrest belegt werden, so sind, abgesehen von den allgemeinen Voraussetzungen,
die folgenden Punkte zu prüfen:
1. Leitet sich die Forderung aus einer Handlung
des fremden Staates ab, die dieser «iure imperii» oder «iure
gestionis» vorgenommen hat?
Können staatlich kontrollierte Organisationen,
denen nach dem Recht ihres Sitzes eigene Rechtspersönlichkeit zukommt,
staatliche Immunität beanspruchen?
2. Weist die streitige Forderung eine genügende
Binnenbeziehung zum schweizerischen Staatsgebiet auf?
3. Sind die Arrestgegenstände für eine
dem fremden Staat als Träger öffentlicher Gewalt obliegende Aufgabe
bestimmt?
3. Vollzug
Als Vollzugsorgane haben die Betreibungsämter
eine beschränkte Prüfungsbefugnis. Sie umfaßt die formelle
Gesetzmässigkeit des Arrestbefehls sowie die Frage, ob dieser alle
vom Gesetz verlangten Angaben enthalte und ob er im Rahmen der gesetzlichen
Vorschriften vollstreckbar sei. Keinesfalls aber können die Betreibungsämter
den Arrestbefehl auf seine materielle Begründetheit hin prüfen
(BGE 109 III 124 Erw.6,109 III 98 Erw. l, 107 III 36 Erw.4, 105 III 141
Erw.2b, 105 III 19 Erw.3).
Nur wenn also ein Arrestbefehl ganz offensichtlich
gesetzwidrig und aus diesem Grund nichtig ist, darf das Betreibungsamt
den Vollzug verweigern. Unter der gleichen Voraussetzung kann die Aufsichtsbehörde
den Vollzug aufheben.
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist
ein Arrestbefehl insbesondere als nichtig zu betrachten, wenn sich der
Arrestbefehl auf Gegenstände bezieht, die:
- ihrer Natur nach oder von Gesetzes wegen unpfändbar
sind (BGE 109 III 124 Erw. 6, 108 III 101 Erw. 5,107 III 36 Erw. 4, 106
III 104),
- sich außerhalb des Betreibungskreises befinden
(BGE 109 III 124 Erw.6, 107 III 36 Erw.4, 80 III 126),
- offensichtlich nicht existieren (BGE 109 III 124
Erw. 6, 105 III 141 Erw.2b, 80 III 87) oder
- nach Angaben des Gläubigers einem Dritten
gehören (BGE 109 III 124 Erw.6, 105 III 141 Erw.2b, 93 III 92, 82
III 69).
Dasselbe gilt:
- wenn der Arrestbefehl keine Angaben über
den Arrestgrund enthält (BGE 105 III 141 Erw.2b, 73 III 101),
- wenn Rechtsmißbrauch vorliegt (BGE 108 III
119, 107 III 36 Erw.4, 105 III 19 Erw. 3),
- bei Vorliegen eines unzulässigen Gattungsarrests
(BGE 106 III 100) oder
- wenn zwingende Vorschriften des Gesetzes oder
das Völkerrecht der Arrestierung der im Arrestbefehl
aufgeführten Vermögenswerte entgegenstehen.
4. Rechtsmittel
4.1.
Das Bundesgericht läßt die staatsrechtliche
Beschwerde eines fremden Staates wegen Verletzung seiner gerichtlichen
oder vollstreckungsrechtlichen Immunität gestützt auf Artikel
84 Absatz l Buchstabe c des BG vom 16. Dezember 1943 über die Organisation
der Bundesrechtspflege (OG, SR 173.110) zu; dies selbst dann, wenn kein
Staatsvertrag angerufen werden kann, da es die allgemein anerkannten Regeln
des Völkerrechts einem Staatsvertrag gleichstellt. Zulässig ist
eine solche staatsrechtliche Beschwerde aber auch gestützt auf Artikel
84 Absatz l Buchstabe d OG, da in der Anrufung der völkerrechtlichen
Immunität zugleich die Bestreitung der Zuständigkeit der schweizerischen
Behörden liegt (BGE 107 Ia 171, 106 Ia 144 Erw.2 und die dort zitierten
Entscheide).
Diese Beschwerde setzt die Erschöpfung des
kantonalen Instanzenzuges nicht voraus, sondern kann unmittelbar im Anschluss
an den Hoheitsakt, der Anlaß zur Beschwerde gibt - im konkreten Fall
gegen den Arrestbefehl -, erhoben werden (Art. 86 Abs. 2 und 3 OG ; BGE
1 1 1 la 57 Erw. 2e und 65 Erw. 7a).
Wie jeder Private kann auch der fremde Staat auf
dem Beschwerdeweg bei der Aufsichtsbehörde und anschließend
beim Bundesgericht den Arrestvollzug durch das Betreibungsamt anfechten
(Art. 17, 18 und 19 SchKG). Er kann dabei die sub Ziffer 3 angeführten
Mängel geltend machen und insbesondere vorbringen, daß die Gegenstände,
die mit Arrest belegt werden sollen, für den diplomatischen Dienst
oder für andere Aufgaben bestimmt sind, die dem Staat als Träger
hoheitlicher Gewalt zukommen (vgl. oben Ziff. 2.3.).
4.3.
Überdies steht dem fremden Staat die Möglichkeit
offen, eine Arrestaufhebungsklage einzureichen (Art. 279 SchKG).
Wir bitten Sie, die oberen kantonalen Gerichte,
die Arrestbehörden, Aufsichtsbehörden und Betreibungsämter
von unserem Schreiben in Kenntnis zu setzen.
Weiter Exemplare dieses Rundschreibens können
beim Bundesamt für Justiz (Teli. 031/61 41 05) bezogen werden.
Wir danken Ihnen für Ihre Bemühungen und
versichern Sie, sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Damen und
Herren Regierungsräte, unserer vorzüglichen Hochachtung
Eidgenössisches Justiz-
und Polizeidepartement
sig. Elisabeth Kopp
Anmerkung: Neuere BGE zur Vollstreckungsimmunität sind BGE 112 Ia 148, 113 Ia 172.
Die Gegenrechtsprüfung als Etappe
zum Arrest fremder Staatsvermögen
Iconoclast, Entwurf
3 – 28.Oktober 2004 – url: www.solami.com/staatseigentum.doc;
siehe auch: Postulat
05.3209 Nachhaltiger Schutz fremder Staatsvermögen
Die aussenpolitischen Beziehungen der Schweiz werden seit Generationen durch vorschnelle, völkerrechts-widrige und dem Willen des verfassungsmässigen Gesetzgebers entgegenstehende Verarrestierungen fremder Staatsvermögen belastet. Ein allzu weitverbreitetes blau- und/oder einäugiges Verständnis des Staatsgedankens von Montesquieu bewirkte statt der angestrebten Gewaltentrennung einen permanenten Übergriff der richterlichen Gewalt in die der Exekutiven vorbehaltenen aussenpolitischen Domäne. Und die daraus entstandene bedenkliche Gerichts- und Verwaltungspraxis ist - ohne entsprechend hinterfragt worden zu sein - in massgebenden Kreisen keineswegs als schadenträchtiger Rechtswildwuchs erkannt und bekämpft, sondern gar als freizuhaltende „Rechtsfortbildung“ begrüsst worden (SchKG-Botschaft Nr.91.034, BBl 1991 I, S.163).Vorauszuschicken ist, dass es hier nicht darum geht, dem für die Aussenbeziehungen ausschliesslich verantwortlichen Bundesrat die Waffen in die Hand zu geben, um zuwenig bekümmerten Richtern in den Arm zu fallen. Es verdient aber in Erinnerung gerufen zu werden, dass dies früher nicht nur als notwendig sondern auch als tunlich erkannt wurde. So sah sich der damalige Bundesrat veranlasst, der Belastung unserer Landesinteressen durch die Gerichte dezidiert entgegenzutreten. Dies gestützt auf den Bundesbeschluss vom 3. August 1914 betreffend Massnahmen zum Schutze des Landes und zur Aufrechterhaltung der Neutralität. Bundesrat Motta sagte dazu im Nationalrat: „Il a fallu intervenir, même vis-à-vis du Tribunal fédéral; il a fallu même casser un jugement du Tribunal fédéral. Si nous ne l’avions pas fait, nous aurions eu un conflit grave avec un grand Etat en guerre“ (Sten.Bull., Nationalrat, 1923, S.422).
Es gilt daher die entsprechenden SchKG-Bestimmungen (271ff) baldmöglichst nicht nur mit den legitimen Gläubigerinteressen und dem Völkerrecht, sondern auch mit den auf dem Spiel stehenden Interessen der Schweiz in Einklang zu bringen. Die vorfrageweise vom EDA zu prüfende Gegenrechtsfrage anerbietet sich dazu als Rechtsinstrument. Bis zu dessen Verankerung im ordentlichen Recht ist an ein entsprechendes bundesrätliches Schreiben an die Kantonsregierungen zu denken - in Anlehnung und Ergänzung zum EJPD-Schreiben in gleicher Angelegenheit vom 8.Juli 1986 (Walder, SchKG 1997 S.659).
Saisie de tableaux du musée Pouchkine en Suisse:
Moscou crie au scandale
AFP La Russie a crié au scandale mercredi après
la saisie par la justice suisse de tableaux impressionnistes prêtés
par le musée Pouchkine de Moscou, le président du Parlement,
Boris Gryzlov, fustigeant une "prise en otage".
"Les chefs d'oeuvre de l'art mondial ne peuvent
pas être pris en otage pour des contentieux juridiques", a critiqué
M. Gryzlov, cité par l'agence Itar-Tass. "C'est vraiment scandaleux",
a ajouté l'ancien ministre de l'Intérieur, appelant au respect
du "droit international".
Cette saisie --ordonnée sur requête
de la société genevoise Noga, en litige avec l'Etat russe
depuis le début des années 1990-- faisait mercredi l'ouverture
des journaux télévisés russes.
L'agence fédérale russe de la culture
et de la cinématographie a décidé de stopper toutes
les négociations en cours pour des prêts d'oeuvres d'art pour
des expositions en Suisse. L'agence russe qualifie cette saisie de "grossière
violation de la législation internationale sur la défense
des biens culturels". "Nous espérons que le problème sera
résolu dans la journée et que les tableaux seront renvoyés
en Russie" rapidement, a pour sa part dit confiant Valeri Lochtchnine,
vice-ministre des Affaires étrangères, cité par l'agence
Ria-Novosti.
Les tableaux saisis ont été exposés
du 17 juin au 13 novembre à la Fondation Gianadda, à Martigny,
dans le canton du Valais, dans le cadre d'une exposition intitulée
"chefs d'oeuvre de la peinture française dans la collection Pouchkine
à Moscou". L'exposition couvrait 3 siècles de peinture française
et comptait 55 oeuvres, allant de Nicolas Poussin (XVIIe siècle)
à Pablo Picasso (XXe). L'exposition présentait aussi des
oeuvres majeures de Manet, Monet, Renoir, Degas, Van Gogh, Gauguin, Cézanne,
et Derain, qui sont les plus connues du musée Pouchkine à
l'étranger.
Illuminating twist in the politics of art
By Steven Lee Myers, The New York Times
MOSCOW A Swiss businessman's dogged, 14-year
campaign to collect a debt from Russia ensnared - briefly - an unlikely
government asset: 54 French paintings from the State Pushkin Museum of
Fine Arts in Moscow that had been on display in Switzerland. The paintings
- including works by such masters as Poussin, Manet, Renoir and Cézanne
and insured for more than $1 billion - were seized by the Swiss police
late Tuesday night as the collection was being boxed up following a five-month
exhibition at the Pierre Gianadda Foundation in Martigny.
The authorities in the Canton Valais acted
on a court order sought by Nessim Gaon, who has been waging a relentless
legal assault to collect Russian assets abroad stemming from a contract
dispute with Moscow dating from the 1990s. He once filed suit to seize
President Vladimir Putin's personal jet. (The French government had to
intervene.) In 2000, he managed to impound a Russian sailing ship in the
French port of Brest - along with its crew - for 11 days, until another
court overturned the seizure. He nearly seized two Russian fighter jets
at an air show in Paris a year later.
Gaon's latest effort ended as the others have
- with a burst of publicity but in ultimate failure. By Wednesday evening,
Switzerland's Federal Council invoked a national security clause of the
country's Constitution to overrule the cantonal court. "In international
law, national cultural goods are regarded as public property, which may
not be confiscated," the council declared. Gaon, huddled with his lawyers
in Geneva, was not available to comment, an assistant said, but his company,
Noga, released a pointed statement. "Noga was compelled to resort to this
seizure of important works of art," it said, "as a result of the inequitable
battle it has had to fight for 14 years against a world power - the world's
second largest exporter of oil - that continues not to respect its obligations
and, through this behavior, to harm its image as a lawful state."
Moscow's reaction ranged from shock to outrage.
Officials denounced the seizure as blackmail. The cultural agency ordered
the country's museums to call off any future loans to Switzerland. "Such
a method of resolving commercial disputes is uncivilized," the Pushkin's
chief curator, Zinaida Bonamie, said in a telephone interview.
Gaon's grievance dates to 1991, when Noga
negotiated contracts to provide loans to what was then still the Soviet
Union, which agreed to pay in oil. The contracts continued with the new
Russian government, but the company soon accused it of failing to pay -
a not uncommon occurrence in the economic and political turmoil of the
1990s. By 1993 the company began filing lawsuits around the world, including
in the United States, to seize assets to recover a debt that began at $60
million but has now, according to the company, mushroomed to nearly $900
million, plus interest. In 1997 and again in 2001, international arbitration
courts in Sweden upheld the company's claims, though only in part. Russia
initially ignored them altogether, but officials have since promised to
negotiate a settlement, though one hardly seems forthcoming.
The Russian finance minister, Aleksei Kudrin,
told the official Russian Information Agency on Wednesday that Russia acknowledged
the Swedish ruling against it, but said it was now seeking a legal injunction
to prevent Noga from "impounding Russian property." Charles Saumarez Smith,
director of the National Gallery in London, said in a telephone interview
Wednesday that the gallery was made aware in 2003, when it was about to
open its Titian exhibition, that a picture loaned by a Russian institution
would incur the risk of a seizure by the Swiss authorities.
The gallery received a letter from Swiss lawyers
threatening seizure of a Titian "Saint Sebastian" on loan from the Hermitage
Museum in St. Petersburg. The National Gallery took legal advice and decided
not to exhibit the painting. "I was troubled at the time and it has troubled
me since," Saumarez Smith said. "It is more than mildly shocking that great
works of art should be treated by commercial companies as collateral against
debts incurred by a national government."
Henri Loyrette, director of the Louvre Museum,
who was away from Paris and had not heard of the incident in Switzerland,
said in a telephone interview: "When we lend works, we routinely obtain
guarantees that they cannot be the object of any seizure. That major works
should be seized under circumstances such as you describe is shocking.
It raises a serious problem for museums, which may become less willing
to make loans in the future, and it raises an equally serious problem for
the lending museum. When the exhibition 'Gauguin à Tahiti' was held
in Paris," in 2003, "France borrowed pictures from the Pushkin Museum.
There was no question of any problem at the time."
Souren Melikian and Tom Wright of the International Herald
Tribune contributed reporting to this article.
Wirbel um zunächst zurückgehaltene Bilder
Moskauer Gemäldesammlung darf Schweiz verlassen
Neue Episode im alten Streit zwischen dem Genfer Nessim Gaon und Russland: Auf Antrag eines Genfer Richters sollten mehr als fünfzig Gemälde aus dem Moskauer Puschkin-Museum, die zuvor in Martigny zu sehen waren, beschlagnahmt werden. Der Bundesrat hat allerdings beschlossen, dass sie die Schweiz verlassen dürfen.C. Bi. Martigny, 16. November
Mehr als fünfzig wertvolle Gemälde aus dem Moskauer Puschkin-Museum
konnte man in den letzten Monaten in der Gianadda-Stiftung in Martigny
bewundern. Die bemerkenswerte Ausstellung war dank den guten Beziehungen
von Leonard Gianadda zur Konservatorin des Moskauer Museums zustande gekommen.
Am Mittwoch sorgte aber die Leihgabe aus Russland vorübergehend für
Streit und Missmut.
In Sicherheit
Russische Medien meldeten, auf Antrag des Genfer
Geschäftsmanns Nessim Gaon habe die Schweizer Justiz diese Gemälde
beschlagnahmen lassen. Am Nachmittag gab der Bundesrat jedoch bekannt,
er habe beschlossen, dass die Kulturgüter die Schweiz verlassen dürfen.
Dieser Beschluss trete sofort in Kraft; gegen ihn könnten keine Rechtsmittel
eingelegt werden. Der Bundesrat stütze sich dabei auf Artikel 184
Absatz 3 der Bundesverfassung, wonach er die notwendigen Massnahmen zum
Schutz nationaler Interessen treffen könne. Staatliche Kulturgüter
gelten völkerrechtlich als öffentliches Eigentum, das grundsätzlich
nicht beschlagnahmt werden darf. Wie der Sprecher des Eidgenössischen
Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA), Jean-Philippe
Jeannerat, gegenüber dem welschen Radio erklärte, befanden sich
die Gemälde am Mittwochabend «in Sicherheit» in Genf und
Basel. Der Entscheid des Bundesrats sei keine Stellungnahme zu den Forderungen,
die Nessim Gaon gegenüber Russland erhebe. Es sei zu hoffen, dass
diese Episode keine negativen Spuren in den Beziehungen
zwischen der Schweiz und Russland hinterlasse.
Ein jahrelanger Streit
Das Walliser Scharmützel ist eine neue Episode
in einem alten Rechtsstreit zwischen Nessim Gaon und den russischen Behörden.
In den Jahren 1991 und 1992 hat die zur Noga-Gruppe gehörige Import-Export-Gesellschaft
offenbar Russland in grossen Mengen Nahrungsmittel und Konsumgüter
gegen Bezahlung in Erdöl geliefert. Diese Zahlungen sind aber von
Russland im April 1992 eingestellt worden, anscheinend mit der Begründung,
dass es bei diesem Geschäft nicht mit rechten Dingen zu und her gegangen
sei. Noga-Chef Gaon versuchte hierauf, russische Guthaben zu blockieren.
1993 gelang es ihm, in Luxemburg 379 Millionen Dollar einfrieren zu lassen.
1994 musste Gaon die Bilanz hinterlegen.
1996 wurde von der Genfer Justiz über die Noga-Gesellschaft
der Konkurs verhängt. Damals bezifferte Noga die Forderungen gegenüber
der Russischen Föderation auf 680 Millionen Franken. Die Stockholmer
Handelskammer wurde hierauf als Schiedsrichterin bestimmt und von den beiden
Parteien akzeptiert. Sie bezifferte die russische Schuld auf 23 Millionen
Dollar plus Zinsen und weitere Kosten. Doch Noga spricht von 100 Millionen
Dollar, was Russland nicht akzeptiert. Die russischen Behörden scheinen
jedoch das Prinzip, dass sie zahlen müssen, zu akzeptieren; die Frage
sei aber, wie viel.
2000 gelang es Noga, in Paris einmal mehr die Einfrierung
von russischen Guthaben zu erreichen, die aber erneut aufgehoben wurde.
Im gleichen Jahr entstand ein weiteres Scharmützel, als die französische
Justiz im Hafen von Brest das russische Segelschiff «Sedow»,
das zu einer Regatta am französischen Nationalfeiertag eingeladen
war, konfiszieren liess, allerdings nur vor-übergehend. Ein Jahr später
kam es bei der Aviatikausstellung in Le Bourget erneut zu einem Zwischenfall:
Zwei russische Flugzeuge wurden kurzfristig zurückgeflogen, urn einer
Sequestrierung durch die französischen Behörden zu entgehen.
Grosse Aufregung in Moskau
Kulturbehörde stoppt Ausleihungen
Die föderale Behörde für Kultur und
Kino teilte mit, sie halte die Sequestrierung der Gemälde des Puschkin-Museums
für einen groben Verstoss gegen völkerrechtliche Verpflichtungen
zum Schutz des Weltkulturerbes. Sie habe deshalb sämtliche russische
Museen angewiesen, alle Verhandlungen mit schweizerischen Partnern über
Ausstellungen in diesem Land auszusetzen. Sowohl die Leiterin des Puschkin-Museums
wie Vertreter der Kulturbehörden äusserten sich darüber
hinaus besorgt, dass die Gemälde durch den Arrest Schaden nehmen könnten.
Von verschiedenen Seiten wurde darauf hingewiesen, dass der Kanton Wallis
für die Ausstellung eine Sicherheitsgarantie abgegeben habe.
Die vergleichsweise auffallend zurückhaltenden
Reaktionen von mit dem Fall befassten russischen Regierungsstellen liessen
allerdings bereits am Nachmittag Hoffnung aufkommen, eine Lösung der
Krise könnte in Griffweite sein. Das russische Aussenministerium teilte
am Nachmittag nur mit, es werde alles Mögliche tun, um eine Deblockierung
der Situation zu erreichen. Und der russisches Finanzminister Alexei Kudrin
erklärte, er sei sich sicher, dass die Gemäldesammlung bald nach
Russland zurückkehren werde. Die Auseinandersetzungen mit der
Firma Noga seien kompliziert, doch hoffe er, dass man sich mit ihr bald
abschliessend werde einigen können.
Noga als komplexe Altlast
Die Forderungen der Firma Noga, die von dem 1957
vom Sudan nach Genf übergesiedelten, heute 83-jährigen Handels-Financier
Nessim Gaon kontrolliert wird, belasten seit mindestens zehn Jahren die
russisch-schweizerischen
Beziehungen und gelten in Moskau mit als Grund, wieso der russische
Präsident Putin bisher noch nie zu einem offiziellen Besuch in die
Schweiz gereist ist. Russland anerkennt zwar nach Aussagen des Finanzministeriums
grundsätzlich, dass es für die Schulden gegenüber der Firma
Noga hafte. Die damaligen Behörden hätten im Vertrag mit Gaons
Firmen grobe Fehler begangen.
Als Grund, wieso man sich bisher nicht auf eine
Rückzahlung der heute wohl auf rund 100 Millionen Dollar aufgelaufenen,
vom Stockholmer Internationalen Schiedsgericht anerkannten Schulden habe
einigen können, wird hinter vorgehaltener Hand immer wieder angedeutet,
Gaon habe Russland wiederholt «übers Ohr gehauen». Mit
der Art und Weise der Vertragserfüllung habe er sich selber völlig
übervorteilt und danach mündliche Vereinbarungen über eine
gütliche Einigung nicht eingehalten. Russland wolle sich dies nicht
bieten lassen. Mit dem Fall beschäftigte sich unterdessen auch der
Rechnungshof. Offiziell wird darauf verwiesen, dass Gegenforderungen bestünden
und dass die Auseinandersetzungen auf Tauschgeschäfte zurückgingen,
welche der Genfer Financier noch mit sowjetischen Behörden abgeschlossen
habe. Die Russische Föderation habe diese Altlasten zwar grundsätzlich
übernommen, doch im Jahr 2000 eine Einigung erzielt, bei der die Privatgläubiger
auf mehr als einen Drittel ihrer Forderungen verzichtet hätten. Es
könne nicht angehen, dass Noga die volle Schuld mit Zinsen und Zinseszinsen
zurückbezahlt erhalte, während andere Gläubiger auf einen
guten Teil hätten verzichten müssen.
Government orders release of seized paintings
The Swiss government has ordered that a collection
of Russian-owned masterpieces be allowed to leave the country after it
was seized by prosecutors in Geneva.
The move comes after it was announced
earlier on Wednesday that paintings on loan from Moscow's Pushkin Art Museum
had been impounded on behalf of a Swiss firm which claims Russia owes it
money. "Cantonal authorities have been requested to carry out the release
immediately," said government spokesman Oswald Sigg at a hastily-organised
press conference in Bern.
Paul Seger, head of the directorate for public
international law at the foreign ministry, said that the decision had been
made according to international law. "The decision has been taken... in
order to respect international obligations regarding the protection of
national cultural heritage goods against seizure by courts in foreign countries,"
Seger told swissinfo.
"This is an internationally recognised principle
which is now codified in a United Nations convention which should enter
into force soon," added the ambassador. Switzerland hopes that the prompt
release will avoid a legal dispute with Russia, added officials. Under
Switzerland's federal system, the government had to invoke a constitutional
clause giving it priority over cantons when national interests are at stake.
Exhibit
The impressionist artworks, including paintings
by Van Gogh, Monet and Renoir, were confiscated earlier this week following
the end of a five-month exhibition at the Pierre Gianadda Foundation in
Martigny, in western Switzerland.
Swiss trading firm Noga claims Russia owes
it more than $60 million in unpaid debts from oil-for-food deals signed
in the early 1990s. The company has been behind previous moves to seize
Russian-owned jets and a sailing ship in France.
The Russian embassy in Bern said that the
pictures taken were valued at $1 billion. The embassy on Wednesday welcomed
the Swiss government's decision. "We put great stress on good
cultural relations between our two countries," spokesman Igor Petrov
told swissinfo. "It's obviously embarrassing that such a great exhibition
should end in this way, so we're relieved at the
positive outcome."
Outcry
The seizure of the paintings had caused an outcry
in Russia. The president of the lower house of parliament, Boris Gryzlov,
said the works had been "taken hostage".
The Russian Culture Ministry had reportedly
decided to stop all negotiations over the lending of Russian artworks to
Switzerland. It called the seizure "a gross violation of international
legislation for the defence of cultural goods".
But there seemed to be some confusion over
the number of pictures taken. The director of the Pushkin museum, Irina
Antonova, said about 50 paintings were blocked in Switzerland, whereas
the Russian embassy in Bern said it was 25.
Members of the Swiss art world also condemned
the seizure. Christoph Vitali, director of the Beyeler Foundation in Basel,
told swissinfo earlier on Wednesday he was "absolutely flabbergasted" when
he heard the news. He was also worried that there would be repercussions
for Swiss-Russian cultural relations.
Order
Swiss officials said earlier on Wednesday that the
removal of the paintings was initiated following an order from the Geneva
authorities and that the Valais cantonal police were also involved.
It was reported that the paintings had been
loaded into six trucks after the exhibition ended on November 13. The trucks
were said to be in the custody of the Swiss authorities. The Pierre Gianadda
Foundation, which is not involved in the dispute, has so far not commented
on the seizure.
This is not the first time that Noga has been
involved in seizing Russian assets. In 2000, it had the Russian tall sailing
ship Sedov impounded for 11 days when it came to France to take part in
an international regatta. A year later it had the accounts of the Russian
embassy in Paris frozen. In both cases the courts ended up ruling in favour
of Russia, which claims that the debts were connected to the former Soviet
Union.
Die Walliser Justiz hat trotz Rückgabegarantie 55 russische Gemälde im Wert von über einer Milliarde beschlagnahmt. Moskau reagierte empört, worauf der Bundesrat einschritt.Die Sammlung aus 55 französischen Impressionisten des staatlichen russischen Puschkin-Museums war bis am letzten Sonntag im Gianadda-Museum in Martigny zu Gast. Beim Rücktransport am Dienstagabend schlugen die Behörden zu. Zwei Lastwagen wurden in Martigny, drei am Zoll in Basel und einer in Genf angehalten - und die Begleitpersonen eine Nacht in Gewahrsam genommen.Von Helmut Stalder, Zürich, und Zita Affentranger, Moskau
Zugriff trotz garantierter Rückgabe
Die Blockierung beherrschte am Mittwoch die russischen
Medien. Von Skandal war die Rede, von Wahnsinn, von einer einzigen Provokation
und von der Empörung, wie es die Schweiz zulassen könne, dass
wertvolle Bilder, die zum Weltkulturerbe zählten, zu «Geiseln»
in einem Rechtsstreit gemacht würden. Irina Antonowa, Direktorin des
Puschkin-Museums, zeigte sich aufgebracht und sprach der Schweiz die Fähigkeit
ab, die Kunstwerke sachgerecht zu behandeln. Die Lagerbedingungen in Genf
seien gut, jene in Basel aber unzureichend. Ein Entladen würde die
Bilder gefährden.
Antonowa reagierte so empört, weil sie sich genau gegen solche
Gefährdungen abgesichert hatte. Der Kanton Wallis hatte ihr die unbehelligte
Rückkehr der Sammlung garantiert. «Ich bin sehr glücklich,
Ihnen die gewünschte Garantie zu geben», schrieb ihr Staatskanzler
Henri Von Roten am 13. Mai 2004. «Wir garantieren, dass jegliche
Leihgabe an die Fondation Gianadda in Martigny sofort nach dem Ende der
Ausstellung an ihr Museum zurückgegeben wird und dass niemand anders
als das Puschkin-Museum irgendeines der Werke als Eigentum beanspruchen
kann.»
In Fachkreisen, die mit Kunsttransporten zu tun
haben, ist das Kopfschütteln gross. Am Samstag seien die Bilder bereits
einmal arretiert worden. Am Dienstagnachmittag hätten die Behörden
dann grünes Licht gegeben, sodass die Gemälde verladen worden
seien - und wenige Stunden später seien die Lastwagen abgefangen worden.
Statt die Milliardenschätze im sicheren Museum zu belassen, habe man
Transporteure und Begleitpersonen in die Falle laufen lassen, wird vermutet.
Das Verfahren sei am Freitag eingeleitet worden,
begründeten die Behörden das Vorgehen. Am Montag habe das Betreibungsamt
Martigny die Beschlagnahme für unzulässig erklärt. Noga
erreichte jedoch eine superprovisorische Verfügung, sodass der Zugriff
vollzogen werden musste, als die Lastwagen schon unterwegs waren.
Die Affäre führte zu diplomatischer Irritation.
Die russische Botschaft in Bern schaltete sich ein. Der Direktor des Kulturgüterschutzes
in Moskau sagte, die Sache gefährde die kulturellen
Beziehungen beider Länder. Die Museen wurden angewiesen, Kontakte
zu suspendieren. Die Ermitage in St. Petersburg drohte, keine Werke mehr
ins Ausland zu leihen. Sieben Werke der Dalai-Lama-Ausstellung in Zürich
würden gegebenenfalls abgezogen.
Auch Schweizer Kunstaussteller reagierten empört.
Christoph Vitali, Direktor der Fondation Beyeler, äusserte sich «entsetzt
und ratlos». Er befürchte, die geplante Matisse-Ausstellung
sei gefährdet.
Bundesrat wies Walliser zurecht
Lange war unklar, wie Bundesbern reagieren würde.
Dann zog der Bundesrat die Notbremse. Er beschloss einstimmig, dass die
beschlagnahmten Gemälde sofort freigegeben werden und wies die Walliser
Justiz entsprechend an. Der Bundesrat habe von seiner verfassungsmässigen
Kompetenz Gebrauch gemacht, zur Wahrung der Landesinteressen eine Verfügung
zu erlassen, sagte Bundesratssprecher Oswald Sigg. Er wolle einen Rechtsstreit
vermeiden. Paul Seger von der Direktion für Völkerrecht sagte,
die Uno-Konvention zum Schutz von Kulturgut sei zwar noch nicht in Kraft.
Doch Kulturgut sei davor geschützt, für private Zwecke beschlagnahmt
zu werden.
Damit ist die leidvolle Geschichte der Gemälde
um ein Kapitel reicher. Einige wichtige unter ihnen hatten die Bolschewiken
1918 dem russischen Sammler Sergei Shchukin abgenommen und zum Staatseigentum
erklärt. Seine Erben kämpften ein halbes Jahrhundert vergeblich
um die Rückgabe der Raubkunst, bis Ende 2004 Shchukins Enkel schliesslich
sechs Gemälde dem Puschkin-Museum vermachte.
Der Rechtsstreit zwischen der Schweizer Firma Noga und Russland tobt schon über zehn Jahre. Moskau ist sich dabei keiner Schuld bewusst.Moskau. - Die Beschlagnahmung der russischen Bilder ist nicht der erste Versuch der Schweizer Handelsfirma Noga, Geld von Russland einzutreiben. Seit über zehn Jahren tobt ein Streit, vor dem fast keine russische Einrichtung im Aus-land sicher ist. Im Jahr 2000 wurden in Frankreich vorübergehend die Konten der russischen Botschaft eingefroren, dann ein Schulschiff aus Murmansk mit über 170 Mann Besatzung festgesetzt. Seit 2002 wagt sich Russland nicht mehr an die Flugschau im britischen Farnborough, weil man die Konfiszierung der Jets befürchtet.
La saisie ou l'affront fait à la Russie
• Les tableaux du Musée Pouchkine
ont été saisis avant d'être restitués,
mais en avait-on le droit?
• Ce couac a failli prendre la tournure
d'un incident diplomatique
• La valeur de la collection est inestimable
Les milieux culturels russes brandissaient
déjà des menaces de rétorsion,
comme refuser dorénavant tout
prêt à des musées suisses
Au niveau gouvernemental, les réactions
ont été nettement plus nuancées,
comme si l'on ne doutait pas de l'issue
du feuilleton
Laurent Nicolet
Dure journée hier pour Manet, Monet, Cézanne
et les autres: après avoir failli être saisis en début
de semaine à Martigny, lors de leur départ de la Fondation
Gianadda, où ils étaient exposés depuis le mois de
juin, les 54 tableaux de la collection de peinture française du
Musée Pouchkine à Moscou ont été finalement
interceptés aux douanes de Bâle et de Genève. A la
demande de la société Noga de Nessim Gaon, en contentieux
depuis plus d'une décennie avec l'Etat russe. Mais, en fin d'après-midi,
le Conseil fédéral tranchait et libérait les chefs-d'œuvre,
déclarés insaisissables. Ce feuilleton a provoqué
en Russie des réactions vives mais contrastées.
C'est Igor Petrov, le chargé de presse de
l'ambassade de Russie à Berne, qui s'est principalement chargé
d'alimenter les médias de son pays en considérations diverses:
que, par exemple, «aussitôt les camions interceptés,
des collaborateurs de l'ambassade ont été dépêchés
sur place pour tenter de régler la situation». Les premiers
à réagir ont été les députés
de la Douma.
L'une des vice-présidentes, lioubov
Siska, a parlé de «véritable provocation», tandis
que le président et ancien ministre de l'Intérieur Boris
Grizlov jugeait la séquestration des tableaux «scandaleuse».
Mais la plus dépitée était
naturellement la directrice du Musée Pouchkine, Irina Antonova:
«Comment des œuvres d'art peuvent-elles devenir l'otage de combinaisons
politiques, économiques ou autres? C'est impossible.» La directrice
s'était inquiétée aussi des éventuels dégâts
que la saisie aurait pu causer aux tableaux, en raison «d'un changement
de température, les clés du camion ont été
confisquées aux conducteurs, ce qui a coupé la climatisation.
Elle a été rétablie ensuite, mais les camions ont
été parqués dans des garages surchauffés.»
Irina Antonova a également déploré que les autorités
suisses aient «illégalement confisqué les passeports
et les téléphones mobiles de nos collaborateurs scientifiques
et restaurateurs qui accompagnaient l'exposition».
Les milieux culturels russes brandissaient déjà
des menaces de rétorsion. Un responsable de l'Agence fédérale
pour la culture et le cinéma estimait ainsi que «dorénavant
les musées russes refuseront de prêter des tableaux à
la Suisse». Une menace que le célèbre Musée
de l'Ermitage à Saint-Pétersbourg semblait prêt à
mettre à exécution, envisageant de retirer les sept œuvres
prêtées pour une exposition zurichoise sur le dalaï-lama
et de rompre sa promesse de fournir des dessins de Matisse pour une exposition
devant s'ouvrir à Baden.
Pourtant, au niveau gouvernemental, les réactions
ont été nettement plus nuancées, comme si on n'avait
à aucun moment douté de l'issue heureuse du feuilleton.
Ainsi, bon prophète, le vice-ministre
des Affaires étrangères, Valeri Lochtchinine, estimait que
«les tableaux nous seront de toute façon rendus, aujourd'hui
même peut-être.» Même tranquillité chez
Anatoli Vilkov, du Service de surveillance du patrimoine culturel russe:
«Cette affaire n'aura pas de conséquences puisque nous n'avons
autorisé la sortie de ces tableaux de Russie qu'après avoir
reçu du canton du Valais la garantie qu'ils n'étaient pas
saisissables par des tiers.» Sans confirmer cette garantie, le chef
de l'information de l'Etat du Valais, Bernard Reist, expliquait que, «pour
le canton, l'affaire est close puisque le Département fédéral
des affaires étrangères vient de déclarer, par fax,
aux offices des poursuites de Genève et de Martigny que la collection
était insaisissable». Quant à l'avocat qui défend
les intérêts de la Russie dans le conflit avec Noga, Igor
Zenkine, il était encore plus catégorique: «Noga n'a
aucune chance dans cette affaire, les tableaux font partie de ces biens
qui sont protégés par une immunité absolue. Je ne
comprends pas pourquoi ils font cela. Ils ont sans doute été
mal conseillés.»
Les médias russes en tout cas ni semblaient
pas vouloir lier cette nouvelle anicroche avec les fâcheux précédents
qui ont brouillé régulièrement les relations
suisso-russes - les affaires Mikhaïlov, Borodine, Adamov, la catastrophe
d'Überlingen, etc. - et relataieni plutôt les diverses tentatives
de Noga de saisir des bien russes. Ou rappelaient les précédents
historiques de saisies avortées de tableaux: par exemple des Picasso
sortis d'URSS et exposés en 1954 au QG du Parti communiste français
à Paris et que la descendante de leur premier propriétaire
avai tenté sans succès de récupérer.
Le Conseil fédéral
invoque l'intérêt supérieur de l'Etat
Berne s'appuie sur l'immunité
des biens culturels
Ce trésor n'a pas de prix
Un symbole des liens entre la Russie
et l'Occident
Le Musée Pouchkine pris en otage
FONDATION PIERRE GIANADDA
Les tableaux du Musée Pouchkine ont été
saisis pendant 24 heures.
Le Conseil fédéral a levé le séquestre
décidé par l'Office des poursuites
et des faillites du district de Martigny.
VÉRONIQUE RIBORDY avec les agences
Du jamais vu dans le monde de la culture: les cinquante-quatre tableaux prêtés par le Musée Pouchkine à la Fondation Pierre Gianadda ont été séquestrés pendant vingt-quatre heures aux frontières suisses. Le Conseil fédéral en son entier a levé la saisie sur la collection russe hier en fin d'après-midi, après plus d'un jour de confusion autour de cette mesure incompréhensible émanant de l'Office des poursuites et des faillites du district de Martigny. Le Gouvernement suisse est intervenu pour sauvegarder les intérêts du pays, pour éviter un contentieux avec la Russie et rétablir l'état de droit.
Une fabuleuse collection
Cinquante-quatre tableaux, le noyau de la collection
française du prestigieux Musée Pouchkine de Moscou. Deux
cents ans de peinture française. On y repère les noms du
Lorrain, de Poussin, de Courbet, Corot et Millet, puis tous les impressionnistes,
Vuiîlard, Renoir, Monet ou Degas, et enfin Gauguin, Matisse, Van
Gogh, Picasso. La directrice du Musée Pouchkine, Irina Antonova,
avait fait le voyage de Martigny en juin, pour cette exposition, la 100e
de la Fondation Pierre Gianadda. En septembre, lors du rendez-vous économique
de la BCVs, Léonard Gianadda parlait d'une somme à sept chiffres
en dollars pour assurer cette exposition.
L'Office des poursuites et des faillites du district
de Martigny est à l'origine de cette saisie hors du commun. Le droit
international interdit en effet la saisie du patrimoine culturel d'un Etat
pour des buts privés.
La saga Noga
La collection Pouchkine a été victime
du litige financier qui oppose la société de négoce
genevoise Noga, du financier Nessim Gaon, à la Russie pour une affaire
impayée dans les années 90. Un contrat de troc de nourriture
contre du pétrole, portant sur 1,5 milliard de dollars, est à
l'origine du différend. La Russie aurait cessé ses livraisons
de pétrole, lésant la société genevoise. Depuis,
pour récupérer les sommes qu'elle estime lui être dues,
Noga tente de saisir des biens de l'Etat russe à l'étranger.
En octobre 2001, Noga avait déjà tenté de faire confisquer
la caution de cinq millions de dollars versée par l'Etat russe pour
la libération de l'ancien intendant du Kremlin Pavel Borodine, alors
poursuivi par la justice genevoise pour une affaire de blanchiment d'argent.
Auparavant, en juin 2001, la société
genevoise avait obtenu la saisie de deux avions russes au Salon aéronautique
du Bourget à Paris. En juillet 2000, le voilier russe Sedov avait
subi le même sort à Brest. Les deux opérations avaient
échoué devant les tribunaux, le bateau et les avions avaient
été rendus à la Russie. La saisie de la collection
du Pouchkine, effectuée mardi soir aux douanes de Bardonnex et de
Baie, est le der-nier épisode, encore très confus, de cette
saga.
Martigny au cœur du cyclone
Deux demandes de séquestre avaient été
adressées par Noga. Dès la première demande, le Département
fédéral des affaires étrangères avait pris
contact avec les autorités cantonales valaisannes pour les informer
des règles internationales empêchant cette saisie. Mais alors
que les tableaux partaient de Martigny mardi pour la France et l'Allemagne,
la justice valaisanne ordonnait des mesures superprovisionnelles avec effets
suspensifs, à la suite d'un recours de la société
Noga.
Les quatre camions rapatriant les œuvres étaient
retenus à Genève et à Baie avec leur convoyeurs et
trois responsables du Musée Pouchkine. Contrairement aux règles
établies par contrat dans ce type de transport, les collaborateurs
du musée ont dû quitter leur convoi. Leurs passeports et leurs
téléphones portables leur ont été retirés.
Les œuvres ont été déchargées au port franc
sans qu'ils puissent surveiller l'opération.
Gel culturel
En l'espace de quelques heures, toutes les
relations culturelles entre les deux pays ont été gelées,
ainsi que toutes les négociations en cours de prêts d'oeuvres
en Suisse. L'Ermitage de Saint-Pétersbourg a menacé de retirer
des œuvres présentées en ce moment à Zurich.
Ce scandale intervient alors même que la Suisse
avait prévu de grosses expositions l'an prochain pour l'année
suisse en Russie.
Question de droit
PAR VÉRONIQUE RIBORDY
Comment cette saisie a-t-elle
pu être envisagée? Quels arguments ont bien pu pousser la
justice valaisanne à prendre une telle décision? A moins
qu'elle n'ait été elle-même «prise en otage»
par les juristes de Nessim Gaon...
Pour le monde culturel,
cette décision, si lourde dans sa forme et si légère
dans son fond, est catastrophique. Si un juge ou un office des poursuites
peut prendre ce genre de décision, toute forme d'échange
culturel est mort. Pas besoin d'être grand clerc pour réaliser
que la décision s'opposait au droit international. Aucun musée,
aucune institution ne se lancerait dans l'aventure du prêt culturel,
un exercice qui rencontre des difficultés grandissantes avec l'explosion
des frais d'assurances. Les conservateurs de musées en Suisse et
en Russie parlaient hier de prise d'otage. Ces coups de force sont en général
réservés aux acteurs du non-droit, aux terroristes ou aux
gangsters. On ne s'attend pas à ce qu'ils soient utilisés
par les représentants d'un Etat de droit.
Gaon demande à Berne de réparer sa «bévue»
Le Genevois et ses avocats ont justifié hier la
saisie des tableaux russes.
SERGE GUERTCHAKOFF
«Nous avons été choqués par la décision
de mercredi soir du Conseil fédéral. La saisie des tableaux
appartenant à l'Etat russe avait été effectuée
dans l'application stricte des règles de droit. Ces tableaux avaient
été exposés à la Fondation Gianadda à
Martigny dans le cadre de l'exposition «La peinture française.»
L'Office des poursuites n'a pas agi à la légère. Il
avait demandé un avis de droit au professeur Donzel, lequel a fourni
un document de 39 pages», a indiqué hier soir, dans les
locaux de la Compagnie Noga, au 42, rue du Rhône, Me Alain Veuillet,
assis aux côtés de Nessim Gaon, de son fils David et de son
gendre Joël Herzog, ainsi que de Me Jean-Jacques Martin.
«Si cette saisie a pu être effectuée,
c'est qu'elle était de-venue définitive et donc que l'Office
a en main les pièces indispensables», a-t-il encore précisé.
Son collègue Me Jean-Jacques Martin s'est
dit «absolument scandalisé» par la décision
du Conseil fédéral de permettre aux tableaux de quitter le
pays. «Il me paraissait impossible que le gouvernement suisse
intervienne dans une affaire qui était de la seule compétence
des Offices des poursuites et faillites. Le Gouvernement s'est appuyé
sur l'article 184 alinéa 3 de la Constitution fédérale,
lequel lui permet d'intervenir lorsque la sauvegarde des intérêts
du pays l'exige.»
Et ce dernier de rappeler que la Confédération avait
notamment usé de ce droit pour bloquer les fonds du dictateur philippin
Marcos lorsque celui-ci avait été renversé.
Jugement définitif
Rappelons que la Compagnie Noga avait signifié
un commandement de payer de 800 millions de dollars (1,186 milliard de
francs) à la Fédération de Russie. Mais après
diverses procédures. Un jugement est intervenu à Genève
en faveur de Noga et le jugement est devenu définitif. Les Gaon
vont-ils déposer plainte pour obtenir réparation du Conseil
fédéral? «Il est trop tôt pour le dire. Mais
nous demandons d'ores et déjà au Conseil fédéral
de réparer cette immense bévue», a déclaré
Me Veuillet.
Pour sa part, Nessim Gaon s'est montré hier
très en forme, et n'ayant pas perdu son sens de l'humour: «J'aime
la Russie et je ne veux pas faire la guerre avec eux. Je veux seulement
qu'on me rende mon argent et je laisserai la Fédération en
paix. J'ai déjà perdu le Noga Hilton, je perds petit à
petit tous mes immeubles. Pourtant à l'époque personne ne
prêtait un penny à l'URSS. On m'a fait des promesses. J'étais
un héros. La Russie est assez riche pour me tendre la main à
son tour.»
Texte déposé
Le 11 mai 2005, le Conseil fédéral
a recommandé le rejet de mon postulat 05.3209 par lequel je faisais
remarquer que les biens d'Etats étrangers sis sur sol suisse étaient
insuffisamment protégés.
Depuis lors, la collection de peintres impressionnistes
français, prêtée par le Musée Pouchkine à
la Fondation Giannada, a été confisquée par les autorités
suisses.
Dans une intervention très contestable du
point de vue juridique, le Conseil fédéral a levé
la confiscation pour éviter un sérieux incident diplomatique
avec les autorités russes.
Cet incident me conforte dans l'idée que
nous devons agir pour mieux protéger les biens d'Etats étrangers
se trouvant en Suisse, je ne demandais du reste rien d'autre il y a quelques
mois.
La situation ayant évolué depuis lors,
le Conseil fédéral est-il désormais prêt à
reconnaître qu'il est urgent d'agir dans ce domaine, prêt encore
à prendre les mesures qui s'imposent?
Réponse du Conseil fédéral du 5.12.05
Le DFAE a fait valoir, à l'appui de sa demande
de lever la saisie, la Convention des Nations Unies du 2 décembre
2004 sur l'immunité juridictionnelle des Etats et de leurs biens.
Cette convention prévoit l'insaisissabilité des biens culturels
qui font partie du patrimoine culturel des Etats. Cette convention est
l'expression du droit coutumier et a été acceptée
par consensus par la communauté internationale. Ce principe selon
lequel le droit international l'emporte sur le droit interne est expressément
mentionné dans la loi fédérale sur la poursuite pour
dettes et la faillite qui prévoit la réserve des traités
internationaux.
Nonobstant le rappel du droit international, le
Conseil fédéral a dû avoir recours à l'article
184 alinéa 3 de la Constitution fédérale, pour permettre
aux biens culturels de quitter le territoire suisse.
Le cas auquel la Suisse vient d'être confrontée
est un cas exceptionnel qui ne devrait à l'avenir pas se reproduire.
Le DFAE en veut pour preuve que, désormais, la loi fédérale
sur le transfert des biens culturels prévoyant la garantie de restitution
est en vigueur. De plus, le Conseil fédéral va très
prochainement se prononcer sur la signature de la Convention des Nations
Unies de 2002 sur l'immunité juridictionnelle des Etats et de leurs
biens en vue de sa ratification.