Kein Vermögensarrest bei Verdacht von diplomatischer Immunität
ohne vorausgegangene EDA-Zustimmung! Überreizung durch degressive Steuermodelle
Anton Keller, 022-7400362 ¦ 079-6047707 ¦ swissbit@solami.com ¦ www.solami.com/arrestabwehr.htm

    Der Notgriff des Bundesrats zum Schutz der von Russland ausgeliehenen Gemälde (www.solami.com/arrest.htm) hat zwar die überfällige Einschränkung des SchKG-Arrestrechts augenfällig gemacht – und die Zweckmässigkeit der im Parlament vorgeschlagenen Sofortlösung bestätigt (Postulat 05.3209). Ohne genügenden Druck seitens der Banken- & Wirtschaftsverbände verdunstet aber auch diese Gelegenheit zur eigenständigen - und weitgreifenden - realen Verbesserung des Bankkunden-Schutzes, nämlich vor äusserst schadenträchtigen und oft missbräuchlich bewirkten Gerichts-Schnellschüssen. Wie überall sind aber auch hier die grenzüberschreitenden Konsequenzen zu bedenken, welche sich aus den Massnahmen ergeben, die der souveräne Staat ergreifen oder unterlassen mag, um seine eigenen & die Interessen seiner Schutzbefohlenen wirksam zu schützen & zu fördern.

    Der Druck ausländischer Behörden auf das Schweizer Bankkunden-Geheimnis erfolgt an verschiedenen Fronten (EU, UNO, OECD, FATF, etc.; siehe insb. .../oecdmandate.htm). Es besteht eine Korrelation zwischen dem Goldpreis und der politischen & wirtschaftlichen Grosswetterlage, die wir von der Schweiz aus kaum beeinflussen können. Sie bestimmt wesentlich das subjektive Sicherheitsempfinden und Anlageverhalten der ausländischen Investoren. Die derzeitigen Fremdgeld-Neuzuflüsse reflektieren die erneut stark wachsenden Ungewissheiten. Für die betreffenden Volkswirtschaften, und damit auch für die dafür verantwortlichen Politiker, ergeben sich daraus bedeutsame Substanzverluste, die es aus ihrer Sicht mit nationalen und multilateralen Abwehrmassnahmen zu minimalisieren gilt. Auf diesem Hintergrund mag die - an sich erfreuliche - Einführung degressiver Besteuerungs-Modelle in einigen Kantonen (AR, OW, etc., .../swissbanks.htm#Temps) nicht nur einige ausländische Grossverdiener anziehen - und dort vorübergehend auch die Steuereinkünfte anheben. Sondern sie dürfte vor allem den Steuerharmonisierungs-Anhängern den bereits verloren geglaubten Aufwind zurückgeben. Ohne entsprechende Vorbereitung und "begleitende Massnahmen" dürfte der "ruinöse Steuerwettbewerb gegen unten" die Schweiz zusätzlich unter Druck bringen. Die Gegner des Bankkunden-Geheimnisses hier & dort erhielten bereits unbedachte Gratismunition; unnötigerweise aus der Reserve gelockt, könnten letztere sich zu einer potenten Phalanx gegen die Schweiz zusammenrotten und vermeidbare Belastungen verursachen.

    Keine oder wesentlich weniger externe Angriffsflächen bieten demgegenüber die im obigen Sinne bewirkten, und in den Eidg. Räten derzeit hängigen Vorstösse
-    zur Stärkung unserer wirtschaftlichen Aussenbeziehungen (z.B. Regio Genevensis, Russland: Postulat Stähelin, Handelsverträge/Niederlassungsabkommen 04.3464 ¦ Question Dupraz, Zones Franches 05.5056 ¦ Postulat Freysinger, Strategische Rohölreserven im Ausland, 05.3172 ¦ .../commercetreaties.htm ¦ .../regiogenevensis.htm ¦ .../france.htm ¦ .../initiative.htm ¦ .../europa.htm ¦ .../freystem3.htm),
-    zur Ersetzung der FATF durch Selbstregulierungs-Gremien (z.B. Wolfsberg-Gruppe: .../staehelin.htm#OECD/FATF ¦ .../oecdmandate.htm),
-    zur Abschaffung der Lohnausweispflicht (Interpellation 05.3165),
-    zur Einberufung einer Querdenker-Nachfolge-Veranstaltung zur 1991er Europäischen Konföderations-Konferenz, durch Bundesrat oder Genfer Regierung (.../europae.htm), und
-    zur eingangs genannten Einschränkung des Arrestrechts (Postulat 05.3209 ¦ Question, Protection durable des biens d'Etats étrangers 05.5262 ¦ .../staehelin.htm).
Dem Vernehmen nach soll für die Januar-Sitzung der ständerätlichen Kommission für Auswärtige Angelegenheiten letzteres Thema traktandiert sein; die zeitige, nachdrückliche und koordinierte Unterstützung insbesondere dieses Vorstosses durch die Banken- & Wirtschaftsverbände anempfiehlt sich sodann dringend.