From: Subject: Die Verdammungs-Bulle des Pastes Date: Thu, 20 Jan 2011 16:55:59 +0100 MIME-Version: 1.0 Content-Type: text/html; charset="iso-8859-1" Content-Transfer-Encoding: quoted-printable Content-Location: http://www.solami.com/eckhart.htm X-MimeOLE: Produced By Microsoft MimeOLE V6.00.2900.5579 Die Verdammungs-Bulle des Pastes
English=20 extract
In agro dominico 1
Bulle Johanns=20 XXII. vom 27. M=E4rz 1329,
in welcher = 28=20 Artikel Meister Eckharts verdammt werden.
http://www.eckhart.de/bulle= .htm#Wruf
Text
Die 28 Artikel =
Der Widerruf = Eckharts 

Bild der = Handschrift =20
Die Artikel im = edierten=20 Text 

Edition
Tabelle
Dehein boge s=F4 guot ist, 
man m=FCge = in=20 spannen, biz er brist. 
Freidank, S.=20 138/139
Solch starken Bogen gibt es nicht,  =
da=DF=20 =DCberspannung ihn nicht bricht. 
Freidank108,1

[30.11.04]

=

Faksimile der = Pergamenturkunde, Rom, Arch. Vaticano, A.A. arm. I-XVIII, n.=20 3226 
Quelle: homo doctus - homo sanctus[Stadtmuseum, = S.=20 66]=20
[1.6.05]
Iohannes episcopus, servus servorum Dei ad perpetuam rei = memoriam.=20
  Johannes, Bischof, Knecht der Knechte Gottes, zum = ewigen=20 Ged=E4chtnis.=20

  In agro dominico, cuius dispositione superna licet immeriti = sumus=20 custodes et operarii, oportet nos sic vigilanter et prudenter = spiritualem=20 exercere culturam, ut, si quando in eo inimicus homo supra semen = veritatis=20 zizania seminet, priusquam se in incrementa noxie pullulationis = extollant,=20 prefocentur in ortu, ut enecato semine viciorum et spinis errorum = evulsis leta=20 seges veritatis catholice coalescat.
  Auf dem Acker = des=20 Herrn, dessen H=FCter und Arbeiter Wir nach himmlischer Verf=FCgung, = wenn auch=20 unverdienterma=DFen, sind, m=FCssen Wir die geistliche Pflege so wachsam = und=20 besonnen aus=FCben, da=DF, wenn irgendwann ein Feind auf ihm =FCber den = Samen der=20 Wahrheit Unkr=E4uter s=E4t, sie im Entstehen erstickt werden, bevor sie = zu=20 Sch=F6=DFlingen verderblichen Keimens aufwachsen, damit, nachdem der = Same der Laster=20 abget=F6tet und die Dornen der Irrt=FCmer herausgerissen sind, die Saat = der=20 katholischen Wahrheit fr=F6hlich aufgehe.

[=93In the field=20 of the Lord over which we, though unworthy, are guardians and laborers = by=20 heavenly dispensation, we ought to exercise spiritual care so watchfully = and=20 prudently that if an enemy should ever sow tares over the seeds of truth = (Mt.=20 13:28), they may be choked at the start before they grow up as weeds of = an evil=20 growth. Thus, with the destruction of the evil seed and the uprooting of = the=20 thorns of error, the good crop of Catholic truth may take firm root." http://www.ellop= os.net/theology/papal/index.htm]=20

Sane dolenter referimus, quod quidam hiis = temporibus de=20 partibus Theutonie, Ekardus nomine, doctorque, ut fertur, sacre pagine = ac=20 professor ordinis fratrum Predicatorum, plura voluit sapere quam = oportuit et non=20 ad sobrietatem neque secundum mensuram fidei, quia a veritate auditum = avertens=20 ad fabulas se convertit. Per ilium enim patrem mendacii, qui se = frequenter in=20 lucis angelum transfigurat, ut obscuram et tetram caliginem sensuum pro = lumine=20 veritatis effundat, homo iste seductus contra lucidissimam veritatem = fidei in=20 agro ecclesie spinas et tribulos germinans ac nocivos carduos et = venenosos=20 palliuros producere satagens, dogmatizavit multa fidem veram in cordibus = multorum obnubilantia, que docuit quammaxime coram vulgo simplici in = suis=20 predicationibus, que etiam redegit in scriptis. [Vgl. J. = Koch, S. 336].
  = F=FCrwahr, mit Schmerz tun Wir kund, da=DF in dieser Zeit einer aus = deutschen=20 Landen, Eckhart mit Namen, und, wie es hei=DFt, Doktor und = Professor der=20 Heiligen Schrift, aus dem Orden der = Predigerbr=FCder,=20 mehr wissen wollte als n=F6tig war, und nicht entsprechend der = Besonnenheit und=20 nach der Richtschnur des Glaubens, weil er sein Ohr von der Wahrheit = abkehrte=20 und sich Erdichtungen zuwandte. Verf=FChrt n=E4mlich durch jenen Vater = der L=FCge, der=20 sich oft in den Engel des Lichtes verwandelt, um das finstere und = h=E4=DFliche=20 Dunkel der Sinne statt des Lichtes der Wahrheit zu verbreiten, hat = dieser=20 irregeleitete Mensch, gegen die helleuchtende Wahrheit des Glaubens auf = dem=20 Acker der Kirche Dornen und Unkraut hervorbringend und emsig beflissen,=20 sch=E4dliche Disteln und giftige Dornstr=E4ucher zu erzeugen, zahlreiche = Lehrs=E4tze=20 vorgetragen, die den wahren Glauben in vieler Herzen vernebeln, die er=20 haupts=E4chlich vor dem einfachen Volke in seinen Predigten lehrte und = die er auch=20 in Schriften niedergelegt hat.=20

  Ex inquisitione siquidem contra eum super hiis auctoritate=20 venerabilis fratris nostri Henrici, Coloniensis archiepiscopi, prius = facta, et=20 tandem auctoritate nostra in Romana Curia renovata, comperimus, = evidenter con=20 stare per confessionem eiusdem Ekardi, quod ipse predicavit, = dogmatizavit et=20 scripsit viginti sex articulos, tenorem, qui sequitur, continentes:=20
  Aus der Untersuchung n=E4mlich, die hier=FCber auf = Grund der=20 Amtsbefugnis Unseres ehrw=FCrdigen Bruders, Erzbischof Heinrich von K=F6ln = bereits fr=FCher=20 gegen ihn durchgef=FChrt und schlie=DFlich auf Grund Unserer = Amtsbefugnis in der=20 r=F6mischen Kurie erneut vorgenommen wurde, haben Wir erfahren, da=DF = durch das=20 Bekenntnis jenes Eckhart zuverl=E4ssig feststeht, da=DF er = sechsundzwanzig=20 Artikel gepredigt, gelehrt und geschrieben hat, welche folgenden = Wortlaut=20 erhalten: =20

Primus articulus (1) 
(vgl. Votum Art.=20 1)

  Interrogatus quandoque, quare Deus mundum = non prius=20 produxerit, respondit tunc, sicut nunc, quod Deus non potuit primo = producere=20 mundum, quia res potest agere , antequam sit unde quamcito Deus fuit, = tamcito=20 mundum creavit.
  Einst befragt, warum Gott die Welt = nicht=20 fr=FCher erschaffen habe, gab er damals, wie auch jetzt noch, die = Antwort, da=DF=20 Gott nicht eher die Welt habe erschaffen k=F6nnen, weil nichts wirken = kann, bevor=20 es ist. Darum: sobald Gott war, sobald hat er auch die Welt erschaffen. =20

Secundus articulus (2) 
(vgl. Votum Art.=20 2)

  Item, concedi potest mundum fuisse ab = eterno.=20
  Desgleichen kann zugegeben werden, da=DF die Welt von = Ewigkeit=20 her gewesen ist. =20

Tertius articulus (3) 
(vgl. Votum Art.=20 3)

  Item, simul et semel, quando Deus fuit, = quando=20 filium sibi coeternum per omnia coequalem Deum genuit, etiam mundum = creavit.=20
  Desgleichen: Auf einmal und zugleich, als Gott war, da = er=20 seinen ihm gleich ewigen Sohn als ihm v=F6llig gleichen Gott erzeugte, = schuf er=20 auch die Welt. =20

Quartus articulus (4) 
(vgl. Votum Art.=20 7)

  Item, in omni opere, etiam malo - malo = inquam tam=20 pene quam culpe - manifestatur et relucet equaliter gloria Dei.=20
  Desgleichen: In jedem Werk, auch im b=F6sen, im =DCbel = der Strafe=20 ebensosehr wie im =DCbel der Schuld, offenbart sich und erstrahlt = gleicherma=DFen=20 Gottes Herrlichkeit. =20

Quintus articulus (5) 
(vgl. Votum Art.=20 8)

  Item, vituperans quempiam vituperio, ipso = peccato=20 vituperii laudat Deum, et quo plus vituperat et gravius peccat, amplius = Deum=20 laudat.
  Desgleichen: Wer jemanden mit einer = Schm=E4hung=20 l=E4stert, lobt Gott durch eben diese S=FCnde der Schm=E4hung; und je = mehr er schm=E4ht=20 und je schwerer er s=FCndigt, um so kr=E4ftiger lobt er Gott. =20

Sextus articulus (6) 
(vgl. Votum Art.=20 9)

  Item, Deum ipsum quis blasphemando Deum = laudat.=20
  Desgleichen: Wer Gott selbst l=E4stert, lobt Gott. =20

Septimus articulus (7) 
(vgl. Votum Art.=20 14)

  Item, quod petens hoc aut hoc malum petit = et male,=20 quia negationem boni et negationem Dei petit, et orat Deum sibi = negari.=20
  Desgleichen: Wer um dies oder jenes bittet, der bittet = um=20 =DCbles und in =FCbler Weise, weil er um die Verneinung des Guten und um = die=20 Verneinung Gottes bittet, und er betet darum, da=DF Gott sich ihm = versage. =20

Octavus articulus (8) 
(vgl. Votum Art.=20 15)

  Qui non intendunt res nec honores nec = utilitarem=20 nec devotionem internam nec sanctitatem nec premium nec regnum celorum, = sed=20 omnibus hiis renuntiaverunt, etiam quod suum est, in illis hominibus = honoratur=20 Deus.
  Die nach nichts Trachten, weder nach Ehren = noch nach=20 Nutzen noch nach innerer Hingabe noch nach Heiligkeit noch nach = Belohnung noch=20 nach dem Himmelreich, sondern auf dieses alles verzichtet haben, auch = auf das,=20 was das Ihrige ist, - in solchen Menschen wird Gott geehrt. =20

Nonus articulus (9) 
(vgl. Votum Art.=20 16)

  Ego nuper cogitavi, utrum ego vellem = aliquid=20 recipere a Deo vel desiderare. Ego volo de hoc valde bene deliberare, = quia ubi=20 ego essem accipiens a Deo, ibi essem ego sub eo vel infra eum, sicut = unus=20 famulus vel servus, et ipse sicut dominus in dando; et sic non debemus = esse in=20 eterna vita.
  Ich habe neulich dar=FCber = nachgedacht, ob ich=20 wohl von Gott etwas annehmen oder begehren wollte: Ich will mir das gar = sehr=20 =FCberlegen, weil ich da, wo ich von Gott empfangen w=FCrde, = unter ihm oder=20 unterhalb seiner w=E4re wie ein Diener oder Knecht, er selbst aber im = Geben wie=20 ein Herr w=E4re, - und so soll es mit uns nicht stehen im ewigen Leben. =20

Decimus articulus (10) 
(vgl. Votum Art.=20 20)

  Nos transformamur totaliter in Deum et = convertimur=20 in eum; simili modo, sicut im sacramento panis convertitur in corpus = Christi,=20 sic ego convertur in eum, quod ipse operator me suum esse unum, non = simile. Per=20 viventem Deum verum est, quod ibi nulla est distinctio. =
 =20 Wir werden v=F6llig in Gott umgeformt und in ihn verwandelt; auf = gleiche=20 Weise, wie im Sakrament das Brot verwandelt wird in den Leib Christi: so = werde=20 ich in ihn verwandelt, da=DF er selbst mich hervorbringt als sein Sein = als eines,=20 nicht (etwa nur) als gleiches; beim lebendigen Gott ist es wahr, = da=DF da=20 kein Unterschied besteht. =20

Undecimus articulus (11) 
(vgl. Votum Art. 21;=20 Acta n.=20 58)

  Quicquid Deus pater dedit filio suo = unigenito=20 im humana natura, hoc totom dedit michi. Hic nichil excipio, nec unionem = nec=20 sanctitatem, sed totum dedit michi sicut sibi.
  = Alles, was=20 Gott Vater seinem eingeborenen Sohne in der menschlichen Natur gegeben = hat, das=20 hat er alles auch mir gegeben: hiervon nehme ich nichts aus, weder die = Einigung=20 noch die Heiligkeit, sondern er hat mir alles ebenso gegeben wie ihm. =20

Duodecimus articulus (12) 
(vgl. Votum Art. 22;=20 Acta n.=20 58)

  Quicquid dicit sacra scriptura de = Christo, hoc=20 etiam totum verificatur de omni bono et divino homime.
  = Alles, was die Heilige Schrift =FCber Christus sagt, das = bewahrheitet sich=20 v=F6llig an jedem guten und g=F6ttlichen Menschen. =20

Tertiusdecimus articulus (13) 
(vgl. Votum Art. 23;=20 Acta n.=20 58)

  Quicquid proprium est divine nature, = hoc totum=20 proprium est homini iusto et divino. Propter hoc iste homo operatur, = quicquid=20 Deus operatur, et creavit una cum Deo celum et terram, et est generator = verbi=20 eterni, et Deus sine tali homine nesciret quicquam facere. =
 =20 Alles, was der g=F6ttlichen Natur eigen ist, das alles ist auch dem = gerechten=20 und g=F6ttlichen Menschen eigen; darum wirkt solch ein Mensch auch = alles, was Gott=20 wirkt, und er hat zusammen mit Gott Himmel und Erde geschaffen, und er = ist=20 Zeuger des ewigen Wortes, und Gott w=FC=DFte ohne einen solchen Menschen = nichts zu=20 tun. =20

Quartusdecimus articulus (14) 
(vgl. Votum Art.=20 27)

  Bonus homo debet sic conformare voluntatem = suam=20 voluntati divine, quod ipse velit quicquid Deus vult. Quia Deus vult = aliquo modo=20 me pecasse, nollem ego quod ego peccata non commisissem, et hec est vera = penitentia.
  Der gute Mensch soll seinen Willen so = dem=20 g=F6ttlichen Willen angleichen, da=DF er selber alles will, was Gott = will: Weil nun=20 Gott in gewisser Weise will, da=DF ich ges=FCndigt habe, so wollte ich = nicht, da=DF=20 ich keine S=FCnden begangen h=E4tte, und das ist wahre Bu=DFe. =20

Quintusdecimus articulus (15) 
(vgl. Votum Art.=20 28)

  Si homo commisisset mille peccata mortalia, = si=20 talis homo esset recte dispositus, non deberet velle se ea non = commisisse.=20
  Wenn ein Mensch tausend Tods=FCnden begangen h=E4tte, = und es w=E4re=20 ein solcher Mensch in rechter Verfassung, so d=FCrfte er nicht = w=FCnschen, er h=E4tte=20 sie nicht begangen. =20

Sextusdecimus articulus (16) 
(vgl. Votum Art.=20 10)

  Deus proprie non precipit actum = exteriorem.=20
  Gott befiehlt nicht ausdr=FCcklich das =E4u=DFere = Werk. =20

Decimusseptimus articulus (17) 
(vgl. Votum Art.=20 11)

  Actus exterior non est proprie bonus nec = divinus,=20 nec operatur ipsum Deus proprie nec parit.
  Das = =E4u=DFere Werk=20 ist nicht eigentlich gut und g=F6ttlich, und Gott wirkt und gebiert es = nicht=20 eigentlich. =20

Decimusoctavus articulus (18) 
(vgl. Votum Art.=20 12)

  Afferamus fructum actuum non exteriorum, = qui nos=20 bonos non faciunt, sed actuum interiorum, quos pater in nobis manens = facit et=20 operatur.
  La=DFt uns nicht die Frucht =E4u=DFerer = Werke bringen,=20 die uns nicht gut machen, sondern innerer Werke, die der Vater, in uns = bleibend,=20 tut und wirkt. =20

Decimusnonus articulus (19) 
(vgl. Votum Art.=20 13)

  Deus animas amat, non opus extra. =
 =20 Gott liebt die Seelen, nicht das =E4u=DFere Werk. =20

Vicesimus articulus (20) 
(vgl. Votum Art. 17;=20 Acta n.=20 58)

  Quod bonus homo est unigenitus filius = Dei.=20
  Der gute Mensch ist der eingeborene Sohn Gottes. =20

Vicesimusprimus articulus (21) 
(vgl. Votum Art. 18;=20 Acta n.=20 58)

  Homo nobilis est ille unigenitus filius = Dei,=20 quem pater eternaliter genuit.
  Der =BBedle = Mensch=AB ist jener=20 eingeborene Sohn Gottes, den der Vater von Ewigkeit her gezeugt hat. =20

Vicesimussecundus articulus (22) 
(vgl. Votum Art. 19;=20 Acta n.=20 58)

  Pater generat me suum filium et eundem = filium.=20 Quicquid Deus operatur, hoc est unum; propter hoc generat ipse me suum = filium=20 sine omni distinctione.
  Der Vater zeugt mich als = seinen=20 Sohn und als denselben Sohn. Was immer Gott wirkt, das ist Eines; darum = zeugt er=20 mich als seinen Sohn ohne allen Unterschied. =20

Vicesimustertius articulus (23) 
(vgl. Votum Art.=20 24)

  Deus est unus omnibus modis et secundum = omnem=20 rationem, ita ut in ipso non sit invenire aliquam multitudinem in = intellectu vel=20 extra intellectum; qui enim duo videt vel distinctionem videt, Deum non = videt.=20 Deus enim unus est extra numerum et supra numerum, nec ponit in unum cum = aliquo.=20 Sequitur: Nulla igitur distinctio in ipso Deo esse potest aut = intelligi.=20
  Gott ist auf alle Weisen und in jedem Betracht nur=20 Einer, so da=DF in ihm selber keinerlei Vielheit zu finden ist, = weder in=20 der Vernunft noch au=DFerhalb der Vernunft; wer n=E4mlich Zweiheit oder=20 Unterschiedenheit sieht, der sieht Gott nicht, denn Gott ist Einer = au=DFerhalb=20 aller Zahl und =FCber aller Zahl und f=E4llt mit nichts in Eins = zusammen. Daraus=20 folgt: In Gott selbst kann demnach keinerlei Unterschied sein oder = erkannt=20 werden. =20

Vicesimusquartus articulus (24) 
(vgl. Votum Art.=20 25)

  Omnis distinctio est a Deo aliena, neque in = natura=20 neque in personis. Probatur: quia natura ipsa est una et hoc unum, et = quelibet=20 persona est una et id ipsum unum quod natura.
  Jede = Unterschiedenheit ist Gott fremd, sowohl in der Natur wie in den = Personen.=20 Beweis: Seine Natur selbst ist Eine und eben dieses selbe Eine, und jede = Person=20 ist Eine und eben dieses selbe Eine, das die Natur ist. =20

Vicesimusquintus articulus (25) 
(vgl. Votum Art.=20 26)

  Cum dicitur: "Symon, diligis me plus = hiis?", sensus=20 est, id est, plus quam istos, et bene quidem, sed non perfecte. In primo = enim et=20 secundo et plus et minus et gradus est et ordo, in uno autem nec gradus = est nec=20 ordo. Qui igitur diligit Deum plus quam proximum, bene quidem, sed = nondum=20 perfecte.
  Wenn es hei=DFt: =BBSimon, liebst du = mich mehr als=20 diese?=AB, so ist der Sinn dieser: =BBwill sagen, mehr als dieses, und = zwar auf=20 gute, nicht aber auf vollkommene Weise.=AB Wo n=E4mlich ein =BBErstes=AB = und ein=20 =BBZweites=AB ist, da ist ein =BBMehr=AB oder =BBWeniger=AB, ist = Gradunterschied und=20 Rangordnung; im Einen aber gibt es weder Grad noch Rang. Wer demnach = Gott mehr=20 liebt als den N=E4chsten, liebt ihn zwar auf gute, nicht aber auf = vollkommene=20 Weise. =20

Vicesimussextus articulus (26) 
(vgl. Votum Art.=20 6)

  Omnes creature sunt unum purum nichil. Non = dico,=20 quod sint quid modicum vel aliquid, sed quod sint unum purum nichil. =
  Alle Kreaturen sind ein reines Nichts: ich sage nicht, = da=DF sie=20 etwas Geringes oder (=FCberhaupt) irgend etwas sind, sondern = da=DF sie ein=20 reines Nichts sind.=20

  Objectum preterea extitit dicto Ekardo, quod predicaverat = alios=20 duos articulos sub hiis verbis:
  Au=DFerdem wurde = besagtem=20 Eckhart vorgehalten, da=DF er noch zwei andere Artikel mit = folgenden Worten=20 gepredigt hatte: =20

Primus articulus (27) 
(vgl. Votum Art.=20 4)

  Aliquid est in anima, quod est increatum et=20 increabile; si tota anima esset talis, esset increata et increabilis; et = hoc est=20 intellectus.
  Es ist etwas in der Seele, das = unerschaffen=20 und unerschaffbar ist; wenn die ganze Seele solcherart w=E4re, so w=E4re = sie=20 unerschaffen und unerschaffbar, - und dies ist die Vernunft. =20

Secundus articulus (28) 
(vgl. Votum Art.=20 5)

  Quod Deus non est bonus neque melior neque = optimus;=20 ita male dico, quandocunque voco Deum bonum, ac si ego album vocarem = nigrum.=20
  Gott ist weder gut noch besser noch vollkommen; wenn = ich Gott=20 gut nenne, so sage ich etwas ebenso Verkehrtes, als wenn ich das Wei=DFe = schwarz=20 nennen w=FCrde.=20

  Verum nos omnes suprascriptos articulos per multos sacre = theologie=20 doctores examinari fecimus, et nos ipsi cum fratribus nostris illos = examinavimus=20 diligenter. Et demum, quia tam per relationem doctorum ipsorum quam per=20 examinationem nostram invenimus primos quindecim memoratos articulos et = duos=20 etiam alios ultimos tam ex suorum sono verborum quam ex suarum = connexione=20 sententiarum errorem seu labem heresis continere, alios vero undecim, = quorum=20 primus incipit: "Deus non precipit", et cetera, reperimus nimis male = sonare et=20 multum esse temerarios de heresique suspectos, licet cum multis = expositionibus=20 et suppletionibus sensum catholicum formare valeant vel habere:=20
  Wir haben nun alle oben angef=FChrten Artikel durch = viele=20 Doktoren der heiligen Theologie pr=FCfen lassen und haben sie auch = selbst mit=20 Unseren Br=FCdern sorgf=E4ltig gepr=FCft. Und schlie=DFlich haben Wir = sowohl auf Grund=20 des Berichtes jener selben Doktoren, wie auf Grund Unserer eigenen = Pr=FCfung=20 gefunden, da=DF die ersten f=FCnfzehn der erw=E4hnten Artikel und auch = die beiden=20 letzten sowohl ihrem Wortlaut nach wie nach dem Zusammenhang ihrer = Gedanken=20 Irrtum oder das Mal der H=E4resie = enthalten; die elf=20 anderen aber, deren erster beginnt mit: =BBGott befiehlt nicht usw.=AB, = haben Wir=20 als =FCberaus =FCbel klingend und sehr k=FChn und der H=E4resie = verd=E4chtig gefunden,=20 wenn auch zugestanden werden mag, da=DF sie mit vielen Erkl=E4rungen und = Erg=E4nzungen=20 einen katholischen Sinn ergeben und haben k=F6nnen.=20

  ne articuli huiusmodi seu contenta in eis corda simplicium, = apud=20 quos predicati fuerunt, ultra inficere valeant, neve apud illos vel = alios=20 quomodolibet invalescant. Nos de dictorum fratrum nostrorum consilio = prefatos=20 quindecim primos articulos et duos alios ultimo, [? hier steht statt des = Kommas=20 bei Denifle ein 's'] tanquam hereticos, dictos vero alios undecim = tanquam male=20 sonantes, temerarios et suspectos de heresi, ac nichilominus libros = quoslibet=20 seu opuscula eiusdem Ekardi, prefatos articulos seu eorum aliquem = continentes,=20 dampnamus et reprobamus expresse. [Absatz bei Laurent] Si qui vero = eosdem=20 articulos pertinaciter defendere vel approbare presumpserint, contra = illos, qui=20 predictos quindecim articulos et duos alios ultimos seu eorum aliquem = sic=20 defenderint aut approbaverint tanquam contra hereticos, adversus vero = eos, qui=20 alios dictos undecim articulos, prout sonant verba eorum, defenderint = aut=20 approbaverint, velut contra suspectos de heresi procedi volumes et = mandamus.=20
  Damit nun derartige Artikel oder ihr Inhalt die Herzen = der=20 Einf=E4ltigen, denen sie gepredigt worden sind, nicht weiter anstecken = und bei=20 ihnen oder anderen nicht irgendwie in Schwang kommen k=F6nnen, verdammen = und=20 verwerfen Wir ausdr=FCcklich auf den Rat Unserer genannten Br=FCder die = ersten=20 f=FCnfzehn angef=FChrten Artikel sowie die beiden letzten als = h=E4retisch, die anderen=20 elf angef=FChrten aber als =FCbelklingend, verwegen und der H=E4resie = verd=E4chtig, und=20 ebenso alle B=FCcher und Schriften dieses Eckhart, welche die = angef=FChrten=20 Artikel oder einen von ihnen enthalten. Wenn aber jemand es wagen = sollte, diese=20 Artikel hartn=E4ckig zu verteidigen oder ihnen beizupflichten, so wollen = und=20 verordnen Wir, da=DF gegen diejenigen, welche die ersten f=FCnfzehn und = die beiden=20 letzten Artikel oder einen von ihnen auf diese Weise verteidigen oder = ihnen=20 beipflichten sollten, als gegen H=E4retiker, gegen diejenigen aber, = welche die elf=20 anderen Artikel nach ihrem Wortlaut verteidigen oder ihnen beipflichten = sollten,=20 als gegen der H=E4resie Verd=E4chtige vorgegangen werde. =20

  Porro, tam illis, apud quos prefati articuli predicati seu=20 dogmatizati fuerunt, quam quibuslibet aliis ad quorum devenere notitiam, = volumus=20 notum esse, quod, prout constat per publicum instrumentum inde = confectum,=20 prefatus Ekardus in fine vite sue fidem catholicam profitens predictos = viginti=20 sex articulos, quos se predicasse confessus extitit, necnon quecunque = [quecumque=20 bei Denifle] alia per eum scripta et docta, sive in scolis sive in=20 predicationibus, que possent generare in mentibus fidelium sensum = hereticum vel=20 erroneum ac vere fidei inimicum, quantum ad illum sensum revocavit ac = etiam=20 reprobavit et haberi voluit pro simpliciter et totaliter revocatis, ac = si illos=20 et illa singillatim et singulariter revocasset, determinationi = apostolice sedis=20 et nostre tam se quam scripta sua et dicta omnia summittendo. =
 =20 Ferner aber wollen Wir denjenigen, bei denen die angef=FChrten = Artikel=20 gepredigt oder gelehrt worden sind, sowie auch allen anderen, zu deren = Kenntnis=20 sie gekommen sind, kundtun, da=DF, wie durch eine =F6ffentliche, = dar=FCber=20 ausgefertigte Urkunde feststeht, der genannte Eckhart am Ende = seines=20 Lebens, den katholischen Glauben bekennend, die angef=FChrten = sechsundzwanzig=20 Artikel, die gepredigt zu haben er bekannte, ferner auch alles andere = von ihm=20 Geschriebene und in den Schulen wie in Predigten Gelehrte, das in den = Gem=FCtern=20 der Gl=E4ubigen einen h=E4retischen oder irrt=FCmlichen und dem wahren = Glauben=20 feindlichen Sinn erzeugen k=F6nnte, soweit es diesen Sinn betrifft, = widerrufen wie=20 auch verworfen hat und es als so schlechthin und v=F6llig widerrufen = angesehen=20 wissen wollte, als wenn er jene (Artikel) und jenes = (andere)=20 einzeln und besonders widerrufen h=E4tte, indem er sich und alle seine = Schriften=20 und Ausspr=FCche der Entscheidung des apostolischen Stuhles und der = Unsern=20 unterworfen hat.=20

  Datum Avinione, VI. kal. aprilis, pontificatus nostri anno=20 tertiodecimo.
  Gegeben zu Avignon, am 27. = M=E4rz 1329, im dreizehnten = Jahre=20 Unseres Pontifikates. =20

  Der lateinische Text entspricht dem Abdruck bei Laurent. Seine = Edition=20 unterscheidet sich von der Denifles nur marginal. Grunds=E4tzlich = schreibt=20 er die Nennung Gottes 'Deus' gro=DF, setzt nach der Angabe des Artikels = einen=20 Doppelpunkt und unterscheidet sich ansonsten im Wesentlichen nur durch = eine=20 ge=E4nderte Zeichensetzung und die unterschiedliche Schreibweise des = Papstnamens:=20 Iohannes bei Laurent, Joannes bei Denifle.
  Die = Abs=E4tze=20 habe ich von Quint =FCbernommen.
  Die =DCbersetzung = entspricht dem=20 Abdruck in: JosephQuint, [Quint, S. = 449-455]. Seine=20 Angaben in () sind etwas einger=FCckt. [4.7.05]=20

Edition
  Heinrich Denifle, Meister = Eckeharts=20 lateinische Schriften und die Grundanschauungen seiner Lehre. Acten zum = Processe=20 Meister Eckeharts, in: Archiv f=FCr Literatur- und Kulturgeschichte des=20 Mittelalters 2, Weidmann Berlin 1886, S. 417-687, hier: S. 636-40 =
 =20 M.-H. Laurent, Autour du proc=E8s de Ma=EEtre Eckhart. Les = documents des=20 Archives Vaticanes (suite et fin), in: Divus Thomas 39 - N. 5-6, = Collegio=20 Alberoni Piacenza 1936, S. 435-444 =20

Tabelle=20



Bulle Votum Beanstandete=20 Artikel 1. Liste Responsio 2. Liste Responsio 3. Liste 4. Liste
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
1=20
2
3
7
8
9
14
15
16
20
21
22
23
27
28
In Gen. I
In Ioh.
In Gen. I
In Ioh.
In Ioh.
In Ioh.
In Ioh.
Pr. 6
Pr. 6
Pr. 6
Pr. 5a
Pr. 24
? (Predigt)
Trostbuch
? = Item = predicavit 
n.=20 43
-
n. 44=20
-
-
-
-
-
n. 64
n. 54
n. 61
- =
(n. 57. 58)
n. 12 =
n.=20 120
-
n.=20 120
-
-
-
-
-
n. 144
n. 132
n. 139 f.
- =
(n. 135. 136)
n. 95 =
-
-
-
-
-
-
-
n. 89
n. 100
n. 98
n. 55. 56
- =
(n. 29)
-=20
(n.=20 2)
-
-
-
-
-
-
n. 90
n. 101
n. 99
n. 58
- =
(n. 30)
-=20
-
In Ioh.
-
In Ioh.
In Ioh. =
In=20 Ioh.
In Ioh.
-
-
-
-
-
-
- =
-
-
-
-
-
-
-
- =
-=20
-
-
Pr. 24
13
-
15 
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
10
11
12
13
17
18
19
24
25
26
6
In Gen. II =
In=20 Gen. II =
In Ioh.
In Sap.
Item predicavit ? =
Pr. 14
Pr. 6
In Exod.
Von = dem edlen M.
In = Ioh.
Pr. 4
-
n. 48 =
-=20
-
(n. = 21)=20
n. 55 =
n. 53
n. 46
n. 23
- =
n. 73
-
n. = 124
-=20
-
(n. = 101)=20
n. 133 =
n. 131
n. 122
n. 103
- =
n. 150
-
-
-
-
-
n. 87
n. 98
- =
-
-=20
n. = 106
-
-
-
-
-
n. 88
n. 99
- =
-
-=20
n. 79.107
-
-
In Ioh.
-
-
-
-
-
-
In = Ioh.=20
In Gen. II
-
-
In Sap.
20
-
-
- =
-=20
-
27
28
4
5
Pr. 13 =
Pr. 9
n. 59. 60 =
n. 137. 138 =
n. 7. 17
n. 127
n. 8. 18
n. 128
-
-

  Zum=20 Verst=E4ndnis der Tabelle sei=20 folgendes gesagt. Sie soll das Verh=E4ltnis der Bulle zu den K=F6lner = Listen (1.-4.=20 Liste) und der durch die Voten der Theologen-Kommission und des = Kardinals=20 Fourier bezeugten Avignoner Liste (Votum) im groben = darstellen. Die=20 Tabelle kann die textlichen Unterschiede zwischen den K=F6lner und der = Avignoner=20 Liste nicht ber=FCcksichtigen; diese erschlie=DFen sich jedoch durch die = wiedergegebenen Originaltexte.
  Die erste Spalte verweist auf = die=20 Artikel der Bulle, die Zweite auf die des Votums und die Dritte verlinkt = zu den=20 Artikeln der Bulle im Original mit beigegebener =DCbersetzung und = (teilweise)=20 Kommentaren. Die Spalten 4 und 5 listen die Stellen aus der Responsio = (Proc.=20 col. I) mit den entsprechenden Verteidigungen Eckharts, 6 und 7 = die=20 Stellen aus der Responsio (Proc. col. II) ebenfalls mit den = Verteidigungen.=20
  Die beiden ersten Listen sind in der Responsio erhalten, die = beiden=20 andern erschlossen (s. Leben - 1326).
  Soweit = die=20 Quellen noch nicht identifiziert sind (zu den Artikeln 13, 15 und 20), ist ein = Fragezeichen=20 gesetzt. Die Angabe "Item predicavit" (Art. 15 und 20 der Bulle) ist dem=20 Theologen-Votum entnommen. Bei Art. 13 handelt es sich = wahrscheinlich=20 um einen Predigttext. Bei diesen Artikeln ist unter '4. Liste' nochmals = deren=20 Ziffer angegeben.
  Die Querstriche trennen die drei in der = Bulle=20 angegebenen unterschiedlichen Gruppen.
  Diese Tabelle und die=20 Einf=FChrung basiert auf JosefKoch, [Koch, = Studien, S.=20 346/47]. Ich habe die Tabelle um die Verweise auf Eckharts = Verteidigung zur 1. und 2. Liste erweitert und um - in Klammern () - = Vorschl=E4ge=20 von Quero-Sanch=E9z erg=E4nzt. [16.1.04 - ge=E4ndert = 4.7.05] =20

Beanstandete Artikel

  Da bisher nur die von Karrer = =FCbersetzten=20 Textstellen der ersten = und zweiten Liste vorliegen, = erscheinen=20 die entsprechenden Passagen aus den anderen Quellen hier im edierten = Original=20 und nach der =DCbersetzung der Stuttgarter Ausgabe. Soweit = sich der=20 lateinische Text der beiden Listen nicht im Wesentlichen mit einer der = anderen=20 Texte deckt, wird er auch dargeboten.
  Bei den Texten aus den=20 Lateinischen Werken entf=E4llt bei der =DCbersetzung die Quellenangabe, = da sie sich=20 immer auf der Seite der lateinischen Edition befindet.
  = Rot=20 hervorgehoben sind jeweils die S=E4tze der Bulle, sofern nicht der = gesamte=20 wiedergegebene Text der Bulle entspricht (oder nicht entspricht, wenn es = sich um=20 vorgeschlagene inhaltliche =DCbereinstimmungen handelt). [30.5.05] =20

Zum ersten = Artikel

Genesis I:
  = Rursus=20 tertio principium, in quo deus creavit caelum et terram, est = primum nunc=20 simplex aeternitatis, ipsum, inquam, idem nunc penitus, in quo deus est = ab=20 aeterno, in quo etiam est, fuit et erit aeternaliter personarum = [divinarum]=20 emanatio. Ait ergo Moyses deum caelum et terram crea[s]se in principio = absolute=20 primo, in quo deus ipse est, sine quolibet medio et [aut] = intervallo. Unde cum quaereretur a me aliquando, quare deus [prius] mundum = non=20 creasset {prius}, respondi quod non potuit, eo quod non esset. Nec [non] = fuerat=20 prius, antequam esset mundus. (LW I/1, n. 7, S. = 190,1-7; LW I/2, S. = 65,8-14)=20
  Text nach LW I/2. Die Angaben in [] kennzeichnen die erste = Edition, w=E4hrend Sturlese = aufgrund der Handschrift L eine = Zweite=20 herausgibt. Dabei fehlt 'divinarum', 'et' und 'nec' ersetzen 'aut' und = 'non',=20 und 'prius' erscheint an anderer Stelle. Au=DFerdem ist der Text nahezu=20 deckungsgleich mit n. = 43 des=20 Proc. Col. I. (vgl. LW = V, S.=20 312,25-28 und S. 313,1-3)
  Ferner ist drittens der = Anfang,=20 in dem Gott Himmel und Erde schuf, das erste einfache Jetzt der = Ewigkeit. Genau=20 dasselbe Jetzt, sage ich, in dem Gott von Ewigkeit der ist und in dem = auch das=20 Ausflie=DFen der g=F6ttlichen Personen ewig ist, war und sein wird. = Moses sagt also,=20 Gott habe Himmel und Erde im schlechthin ersten Anfang, in dem Gott = selbst ist,=20 ohne jedes Mittel oder zeitlichen Abstand geschaffen. Als ich=20 daher einstmals gefragt wurde, warum Gott die Welt nicht fr=FCher = geschaffen habe,=20 antwortete ich: er konnte es nicht, weil er nicht war. Er war nicht, = bevor die=20 Welt war.=20

Johannes - = Kommentar:=20
  1. Primo: quia ante mundum creatum non fuit aliquod ubi. = Unde=20 cuidam sciolo volenti probare aeternitatem mundi et quaerenti, quare = deus mundum=20 non prius creavit et postea creaverit, respondi quidem ad = hominem quod deus non potuit mundum prius creare, quia ante mundum et = tempus non=20 fuit prius. (LW = III, n.=20 214, S. 180,5-6)
  Erstens: vor der Erschaffung der = Welt gab=20 es kein Wo. Als mich ein Halbwisser, der die Ewigkeit der Welt beweisen = wollte,=20 fragte, weshalb Gott die Welt nicht fr=FCher, sondern erst sp=E4ter = erschaffen habe,=20 gab ich ihm die verdiente Antwort: Gott konnte die = Welt nicht=20 fr=FCher erschaffen, weil es vor der Welt und vor der Zeit kein Fr=FCher = gab.=20
  2. Rursus septimo: concedi potest quod mundus fuit = ab=20 aeterno, et iterum quod deus ipsum prius creare non=20 potuit. Creavit enim mundum in primo nunc aeternitatis, quo ipse = deus et=20 est et deus est. (LW = III, n.=20 216, S. 181,7-9)
  Siebtens: man kann zugeben, da=DF = die Welt=20 von Ewigkeit her war, und ferner, da=DF Gott sie = nicht fr=FCher=20 erschaffen konnte. Denn Gott erschuf die Welt im ersten Jetzt der = Ewigkeit, in dem Gott selbst ist und in dem er Gott ist.=20

Sermo XLV: =
 =20 Alii etiam volenti protervire responsum est quod deus nec ante nec = prius=20 poterat mundum facere, quia nec ante nec prius erat, quando mundus non = erat. Aut=20 quomodo prius faceret, qui in primo nunc aeternitatis mundum creavit? = Non enim=20 aliud est nunc aeternitatis nisi unicum, quod tunc erat, quando deus = mundum=20 creabat. (LW IV, n. = 458, S.=20 380,6-10)
  Ein anderer kecker Frager erhielt die = Antwort,=20 da=DF Gott die Welt gar nicht vorher oder fr=FCher schaffen konnte, weil = es kein=20 Vorher oder Fr=FCher gab, als die Welt noch nicht da war. Oder wie = h=E4tte der die=20 Welt fr=FCher schaffen k=F6nnen, der sie im ersten Jetzt der Ewigkeit = erschaffen=20 hat? Denn es gibt nur das einzige Jetzt der Ewigkeit, und das war da, = als Gott=20 die Welt schuf.=20

Anmerkung: 
  Liest man diese Ausz=FCge=20 nebeneinander, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass der = Sermo=20 zeitlich am nahesten an der geschilderten Begebenheit liegt, auf die=20 Eckhart auch im Johannes-Kommentar Bezug nimmt. Da es sich um = eine Frage=20 - Antwort - Situation handelt, liegt die Vermutung nahe, das der Sermo = in die=20 Zeit des ersten = Pariser=20 Magisteriums (oder noch davor) datierbar sein = k=F6nnte. 
[30.5.05] =20

Zum zweiten = Artikel

Johannes - Kommentar: =
Rursus septimo: concedi potest quod mundus fuit ab = aeterno, et=20 iterum quod deus ipsum prius creare non potuit. Creavit enim mundum in = primo=20 nunc aeternitatis, quo ipse deus et est et deus est. (LW III, n. 216, S. = 181,7-9)=20
Siebtens: man kann zugeben, da=DF die Welt von = Ewigkeit her=20 war, und ferner, da=DF Gott sie nicht fr=FCher erschaffen konnte. = Denn Gott=20 erschuf die Welt im ersten Jetzt der Ewigkeit, in dem Gott selbst ist = und in dem=20 er Gott ist. [30.5.05] =20

Zum dritten = Artikel

Genesis I:
 =20 Praeterea: quomodo poterat creasse prius, cum in eodem nunc mox = mundum=20 creaverit, in quo {fuerit deus}? Non enim imaginandum est falso, quasi = deus=20 steterit exspectans nunc aliquod temporis futurum in quo crearet=20 mundum. Simul enim et semel quo deus fuit, quo = filium sibi=20 coaeternum per omnia [co]aequalem deum genuit, etiam mundum = creavit, Iob:=20 'semel loquitur deus'. Loquitur autem filium generando, quia filius est = verbum;=20 loquitur etiam [et] creaturam creando, Psalmus: 'dixit et facta sunt, = mandavit=20 et creata sunt'. Hinc est quod in alio Psalmo dicitur: 'semel locutus = est deus,=20 duo haec audivi'. 'Duo', inquam [scilicet], caelum et terram, vel = potius=20 'duo haec', {scilicet personarum} emanationem et mundi creationem, quae = tamen=20 '{ipse semel} loquitur', 'semel locutus est'. (LW I/1, S. = 190,8-191,5; LW I/2, S. = 65,14-23)=20
  Text nach LW I/2 (s. Bemerkung zum ersten Artikel). Eckige = Klammern:=20 [co] fehlt in LW I/2 (wird aber in der Bulle verwendet), [et] ist durch = 'etiam'=20 und [scilicet] durch 'inquam' ersetzt. Geschweifte Klammern: die beiden = Worte=20 sind in LW I/1 jeweils vertauscht.
  Au=DFerdem: wie = konnte=20 Gott fr=FCher schaffen, da er die Welt sogleich in eben dem Jetzt schuf, = in dem er=20 war? Falsch ist n=E4mlich die Vorstellung, als st=FCnde Gott in = Erwartung=20 irgendeines k=FCnftigen zeitlichen Jetzt, um in ihm die Welt zu=20 schaffen. In demselben und einen (Jetzt) = n=E4mlich, in=20 dem Gott war und in dem er den ihm gleich ewigen, den durchaus = gottgleichen Sohn=20 zeugte, schuf er auch die Welt: 'einmal spricht Gott' (Hiob=20 33,14). Er spricht aber in der Zeugung des Sohnes, weil der Sohn das = Wort=20 ist. Er spricht auch in der Sch=F6pfung der Kreaturen: 'er sprach, und = sie wurden=20 gemacht, er gebot, und sie wurden geschaffen' (Ps. 32,9). Daher = hei=DFt es=20 in einem anderen Psalm (61,12): 'einmal hat Gott gesprochen, = diese zwei=20 h=F6rte ich'. 'Zwei', n=E4mlich Himmel und Erde, oder vielmehr 'diese = zwei', n=E4mlich=20 das Ausflie=DFen der Personen und die Sch=F6pfung der Welt, die er = jedoch 'einmal=20 spricht', 'einmal gesprochen hat'. [30.5.05] =20

Zum vierten = Artikel

Johannes - Kommentar: =
 =20 Adhuc autem in omni opere, etiam malo, malo, = inquam tam=20 poenae quam culpae, manifestatur et relucet et aequaliter lucet gloria=20 dei, secundum illud supra primo: 'lux in tenebris lucet': et Dan. = 3:=20 'benedicite lux et tenebrae domino; Rom. 4: 'vocat ea quae non sunt = tamquam ea=20 quae sunt. (LW III, = n. 494, S.=20 426,4-7)
  Ferner aber: in jedem = Werk,=20 auch dem b=F6sen, b=F6se nach Strafe und Schuld, sage ich, wird = offenbar, leuchtet=20 wieder und leuchtet in gleicher Weise die Herrlichkeit Gottes = gem=E4=DF dem=20 Wort: 'das Licht leuchtet in der Finsternis' (1,5); und: 'Licht und = Finsternis,=20 preiset den Herrn!' (Dan. 3,72); 'er ruft das, was nicht ist, ebenso wie = das,=20 was ist' (R=F6m. 4,17). [31.5.05] =20

Zum f=FCnften = Artikel

Johannes - Kommentar: =
 =20 Unde et vituperans quempiam vituperio ipso, = peccato=20 scilicet vituperii, laudat deum, et quo plus vituperat et gravius = peccat,=20 amplius deum laudat, quin immo deum ipsum quis blasphemando deum = laudat.=20 (LW III, n. 494, S.=20 426,7-9)
Daher lobt Gott auch der, welcher einen = tadelt,=20 durch den Tadel selbst, n=E4mlich durch die S=FCnde des Tadels, und je = mehr er=20 tadelt und je schwerer er s=FCndigt, um so mehr lobt er Gott, ja = sogar wenn=20 einer Gott selbst verflucht, lobt er damit Gott. [31.5.05] =20

Zum sechsten = Artikel

Johannes - Kommentar: =
 =20 Unde et vituperans quempiam vituperio ipso, peccato scilicet = vituperii,=20 laudat deum, et quo plus vituperat et gravius peccat, amplius deum = laudat, quin=20 immo deum ipsum quis blasphemando deum = laudat. (LW III, n. 494, S. = 426,9)=20
  Daher lobt Gott auch der, welcher einen tadelt, durch = den=20 Tadel selbst, n=E4mlich durch die S=FCnde des Tadels, und je mehr er = tadelt und je=20 schwerer er s=FCndigt, um so mehr lobt er Gott, ja sogar wenn=20 einer Gott selbst verflucht, lobt er damit Gott. [31.5.05] =20

Zum siebten = Artikel

Johannes - Kommentar: =
 =20 Patet ergo quod petens hoc aut hoc, malum petit = et male,=20 quia negationem boni et negationem alicuius esse et=20 negationem dei petit et (orat). Ergo non orat nec petit deum, sed = orat et=20 petit sibi negari deum, negari sibi esse, = verum et=20 bonum. (LW III, n. = 611, S.=20 534,2-4)
  Es erhellt also, da=DF, wer um=20 dies oder das bittet, um etwas Schlechtes und auf schlechte Weise = bittet, weil=20 er um die Verneinung des Guten und um die Verneinung eines=20 Seins und um die Verneinung Gottes bittet und = betet.=20 Also betet und bittet er nicht um Gott, sondern er betet und = bittet, da=DF ihm Gott verneint, da=DF ihm das Sein, das Wahre = und das=20 Gute versagt werde.
  Anmerkung: = hier zeigt=20 sich gut, wie man einen gegebenen Text verst=FCmmeln kann, damit er die = Aussage=20 ergibt, die man h=F6ren m=F6chte (es sei denn, den Inquisitoren stand = eine andere=20 Quelle zur Verf=FCgung, die nicht (mehr) bekannt ist).=20

K=F6lner Responsio = (Processus=20 coloniensis):
Der Artikel war nicht unter den in = K=F6ln=20 inkriminierten S=E4tzen (zumindest nicht in beiden uns =FCberlieferten = Listen). Dort=20 findet man aber einen Satz, der dasselbe Thema betrifft, der der Pr. 11 (Impletum = est tempus=20 Elisabeth) entnommen ist. (DW I, S. 187,1-7)[Quero-S=E1nchez, S. = 388]=20
  Cette proposition ne figure pas dans le proc=E8s de = Cologne; on peut=20 toutefois rapprocher le texte de la bulle de Jean XXII du 11e = article=20 de la 2e accusation[Laurent, S. 437, Anm. = 80]
  Undecimus articulus sic dicit: "Qui nihil = quaerit, non=20 potest conqueri, si ipse nihil inveniat. Ipse invenit hoc, quod ipse = quaesivit.=20 Qui aliquid quaerit et intendit praeter deum, ille quaerit et intendit = nihil et=20 propter hoc accipit quod petit nihil accipiendo. Sed qui nihil quaerit = nec=20 aliquid intendit quam deum purum vel pure, illi dat deus et discooperit = seu=20 aperit omne quod secretum deus habet in suo divino corde, quod hoc fit = ei ita=20 proprium, sicut est proprium dei, nec plus nec minus, si ipse eum solum = quaerat=20 sine medio. (LW V,=20 323,13-19)
  =DCbersetzung: s. Proc. Col. II n. 23.=20

Predigt 11: =
 =20 Sie meinet vil und wellent als vil. Ich sprach etwenne: der niht = suochet, daz=20 der niht vindet, wem mac er daz klagen? Er vant, daz er suochte. Swer = iht=20 suochet oder meinet, der suochet und meinet niht und der umb iht bitet, = dem wirt=20 niht. Aber der niht ensuochet noch niht enmeinet dan l=FBter got. dem = entdecket=20 got und gibet im allez, daz er verborgen h=E2t in s=EEnem g=F6tl=EEchen = herzen, daz ez=20 im als eigen wirt, als ez gotes eigen ist, weder minner noch m=EAr, ob = er in=20 aleine meinet =E2ne mitel. (DW=20 I, S. 187,1-7)
  Ich sprach irgendwann: Wer das = Nichts=20 sucht, da=DF der das Nichts findet, wem kann er das klagen? Er fand, was = er=20 suchte. Wer irgend etwas sucht oder erstrebt, der sucht und erstrebt das = Nichts,=20 und wer um irgend etwas bittet, dem wird das Nichts zuteil. Aber wer = nichts=20 sucht und nichts erstrebt als rein nur Gott, dem entdeckt und gibt Gott = alles,=20 was er verborgen hat in seinem g=F6ttlichen Herzen, auf da=DF es ihm = ebenso zu eigen=20 wird, wie es Gottes Eigen ist, nicht weniger und nicht mehr, dafern er = nur=20 unmittelbar nach Gott allein strebt. (DW I, S. 474)=20

Predigt 65: =
 =20 Swenne daz ich iht bite, s=F4 bite ich niht; swenne daz ich niht = bite, s=F4 bite=20 ich rehte. Swenne ich d=E2 vereinet bin, d=E2 alliu dinc gegenwertic = sint, diu d=E2=20 vergangen sint und diu iegen=F4te sind und diu k=FCnftic sint, diu sint = alliu gl=EEche=20 n=E2he und gl=EEche ein; diu sint alliu in gote und sint alliu in mir. = (DW 3, S. 102,1-4)=20
  Wenn ich (Gott) um etwas bitte, dann bitte ich = um=20 nichts; wenn ich (aber) um nichts bitte, dann bitte ich recht. Wenn ich=20 da(mit) vereint bin, wo alle Dinge gegenw=E4rtig sind, die = vergangen und=20 die jetzt und die zuk=FCnftig sind, da sind sie alle gleich nahe und = gleich eins;=20 sie sind alle in Gott und sind alle in mir. (DW 3, S. 523)[Laurent, S. = 437, Anm.=20 80] [1.6.05] =20

Zum achten = Artikel

Predigt 6:
  = Gotes=20 ist diu =EAre. Wer sint, die gut =EArent? Die ir selbes alzem=E2le sint = =FBzgegangen und=20 des irn alzem=E2le niht ensuochent an keinen dingen, swaz ez joch s=EE, = noch gr=F4z=20 noch klein, die niht ensehent under sich noch =FCber sich noch neben = sich noch an=20 sich, die niht enmeinent noch guot noch =EAre noch = gemach noch=20 lust noch nuz noch innicheit noch heilicheit noch l=F4n noch = himelr=EEche und dis=20 alles sint =FBzgegangen, alles des irn, dirre liute h=E2t got = =EAre, und die=20 =EArent got eigenl=EEche und gebent im, daz s=EEn ist. (DW 1, S. 100,1-6)=20
  Gottes ist die Ehre. Wer sind die, die Gott ehren? Die = aus=20 sich selbst g=E4nzlich ausgegangen sind und des Ihrigen ganz und gar = nichts suchen=20 in irgendwelchen Dingen, was immer es sei, weder Gro=DFes noch Kleines; = die auf=20 nichts unter sich noch =FCber sich noch neben sich noch an sich = sehen; die nicht nach Gut noch Ehre noch Gemach noch Lust noch Nutzen = noch=20 Innigkeit noch Heiligkeit noch Lohn noch Himmelreich trachten und sich = alles=20 dieses ent=E4u=DFert haben, alles Ihrigen, - von diesen Leuten hat Gott = Ehre,=20 und die ehren Gott im eigentlichen Sinne und geben ihm, was sein ist. = (DW 1,=20 S. 452). [1.6.05] =20

Zum neunten = Artikel

Predigt 6:
  = Ich=20 ged=E2hte niuwel=EEche, ob ich von gote iht nemen w=F4lte oder begern. = Ich wil mich=20 harte wol ber=E2ten, wan d=E2 ich von gote w=E6re nemende, d=E2 w=E6re = ich under gote als=20 ein kneht und er als ein herre an dem gebenne. Als=F4 ensuln wir niht = s=EEn in dem=20 =EAwigen lebenne. (DW = 1, S.=20 112,6-9)
  Ich dachte neulich dar=FCber nach, ob ich = von Gott=20 etwas nehmen oder begehren wollte. Ich will es mir sehr wohl = =FCberlegen, denn,=20 wenn ich von Gott (etwas) nehmen w=FCrde, so w=E4re ich unter Gott wie = ein Knecht=20 und er im Geben wie ein Herr. So aber soll es mit uns nicht sein im = ewigen=20 Leben. (DW 1, S. 455) [1.6.05] =20

Zum zehnten = Artikel

Predigt 6:
  = 'Wir werden alzem=E2le transformieret in got und = verwandelt'. Merke=20 ein gl=EEchnisse. Ze gl=EEcher w=EEse, als an dem = sacramente=20 verwandelt wirt br=F4t in unsers herren l=EEchamen, swie vil der = br=F4te w=E6re,=20 s=F4 wirt doch =E9in l=EEchame. Ze gl=EEcher w=EEse, w=E6ren alliu diu = br=F4t verwandelt in=20 m=EEnen vinger, s=F4 w=E6re doch niht m=EAr dan =E9in vinger. M=EAr: = w=FCrde m=EEn vinger=20 verwandelt in daz br=F4t, s=F4 w=E6re diz als vil als jenez w=E6re. Waz = in daz ander=20 verwandelt wirt, daz wirt ein mit im. Als=F4 wirde = ich gewandelt=20 in in, daz et w=FCrket mich s=EEn wesen ein ungl=EEch; b=EE dem lebenden = got, s=F4 ist daz=20 w=E2r, daz kein underscheit enist. (DW I, S. = 110,8-111,7)=20
  'Wir werden v=F6llig in Gott = transformiert und=20 verwandelt' (2 Kor. 3,18). Vernimm ein = Gleichnis! Ganz so, wie wenn im Sakramente Brot in unseres Herrn Leib = verwandelt=20 wird: wieviel der Brote es auch w=E4ren, so wird doch nur ein = Leib - ebenso=20 w=FCrde, wenn alle Brote in meinen Finger verwandelt w=E4ren, doch nicht = mehr als=20 ein Finger sein. W=FCrde wiederum mein Finger in das Brot verwandelt, so = w=E4re dies=20 soviel, wie jenes w=E4re. Was in ein anderes verwandelt wird, das wird = eins mit=20 ihm. Ganz so werde ich in ihn verwandelt, da=DF er = mich als sein=20 Sein wirkt, (und zwar) als eines, nicht als gleiches; beim lebendigen = Gotte ist=20 es wahr, da=DF es da keinerlei Unterschied gibt. (DW 1, S. 454 = f.)=20 [1.6.05] =20

Zum elften = Artikel

Predigt 5a: =
  Er=20 spricht ouch, daz der vatter an allem dem, daz er = sinem=20 sun Jesum Chrm ye gegab in menschlicher = natur,=20 so hat er mich ee angesehen und mich mer liebgehebt dann in und gab mir = es ee=20 dann im: als wie? Er gab im durch mich, wann es waz mir not. dorum, was = er im=20 gab, do meinet er mich mit und gab mirs als wol als = im; ich=20 nim n=FAt =FAsz weder eynung noch heilikeit der gottheit noch = n=FAtzend nit.=20 alles daz er im in menschlicher natur ye gegab, daz = enist mir=20 nit fr=F6mbder noch verrer dann im. (DW 1, S. 77,10-17)=20
  Er (=3D der Meister) sagt auch, da=DF der=20 Vater es in allem dem, was er seinem Sohn Jesus = Christus je in der menschlichen Natur verlieh, eher auf mich = abgesehen und=20 mich mehr geliebt hat als ihn und es mir eher verlieh als ihm. Wieso = denn? Er=20 gab es ihm um meinetwillen, denn mir tat es not. Darum, was immer er ihm = gab,=20 damit zielte er auf mich und gab mir's recht so wie = ihm; ich=20 nehme da nichts aus, weder Einigung noch Heiligkeit der Gottheit = noch=20 irgend etwas. Alles, was er ihm je in der menschlichen Natur = gab, das ist mir nicht fremder noch ferner als ihm. (DW 1, = S.=20 446)=20

Predigt 25: =
 =20 Allez daz denne got ie gegap s=EEnem eingebornen sune, daz h=E2t er = mir gegeben=20 als volkomenl=EEche als im und niht minner, und h=E2t mirs m=EA gegeben. = (DW 2, S. 14,2-4)=20
  Alles denn, was Gott je seinem eingeborenen Sohne gab, = das hat=20 er mir ebenso vollkommen gegeben wie ihm und nicht weniger, ja, er hat = es mir in=20 h=F6herem Ma=DFe gegeben. (DW 2, S. 641)[Laurent, S. = 439] [2.6.05] =20

Zum zw=F6lften=20 Artikel

Predigt = 24:=20
  Dar umbe sagete ich ze Paris, daz an = dem=20 gerehten menschen erv=FCllet ist, swaz diu heilige schrift und = die=20 proph=EAten (von Krist=F4) ie gesageten; wan, = ist dir reht,=20 allez, daz in der alten und in der niuwen =EA gesaget ist, daz wirt = allez an dir=20 volbr=E2ht. (DW 1, = S.=20 421,1-422,3)
  Wie man sieht, stimmt der Wortlaut der = Bulle=20 nicht genau mit dem des "Gutachtens" =FCberein: etiam und = omni fehlt=20 im "Gutachten". Der deutsche Wortlaut der Predigt-Stelle aber weicht = nicht nur=20 in der Wortfolge - die beiden S=E4tze sind umgestellt - sondern auch = bedeutsam im=20 Text von der Bulle und dem "Gutachten" ab: gerehten statt bono = et=20 divino ("Gutachten"), omni bono et divino (Bulle), und die = proph=EAten fehlt in der Bulle und im "Gutachten"; dementsprechend=20 geseiten statt dicit, erv=FCllet ist statt=20 verificatur; de Christo fehlt im deutschen Text. Der = Wortlaut der=20 Bulle (...) d=FCrfte urspr=FCnglicher sein als der, den die uns = erhaltenen hsl.=20 Texte der vorliegenden Predigt =FCberliefern. Die voraufgehenden = Ausf=FChrungen des=20 Predigers lassen erkennen, da=DF in Z. 1 von Krist=F4 notwendig = in den Text=20 geh=F6rt. Ich habe es demnach aus dem Bullen-Text =FCbernommen. Ich = k=F6nnte mir=20 denken, da=DF man nach der Verurteilung den Satz nicht mehr im = urspr=FCnglichen=20 Wortlaut abzuschreiben wagte und ihn durch Weglassung des von = Krist=F4 zu=20 verharmlosen suchte.(Quint, DW 1, S. 422, Anm. = 1)=20
  Darum sagte ich zu Paris, da=DF an = dem=20 gerechten Menschen erf=FCllt ist, was die Heilige Schrift und die = Propheten (von Christo) je gesagt haben; = denn, bist du=20 recht daran, so wird alles, was im Alten und im Neuen Testament gesagt = ist, an=20 dir vollbracht. (DW 1, S. 525) [2.6.05] =20

Zum dreizehnten=20 Artikel

  Die genaue Stelle ist nicht nachgewiesen worden. = Zwei=20 =E4hnliche Aussagen sind in beiden K=F6lner Listen angef=FChrt = worden:=20

K=F6lner Responsio = (Processus=20 coloniensis)
  Proc. Col. I n. 57: Item. = "Humilis homo=20 est ita potens super deum, sicut ipse sui ipsius; et quidquid est in = omnibus=20 angelis et omnibus sanctis, hoc est proprium humilis hominis. Quidquid = deus=20 operatur, hoc operatur ipse, et quidquid deus est, hoc ipse est, una = vita et=20 unum esse." (LW V, = S.=20 217,14-20)=20

Predigt 14: =
 =20 Der oitmodege mynsche inde got dat is eyn; der oitmoedege mynsche der = is=20 godes also geweldich as hey syns selues is,jnde allett, dat in allen = engelen is,=20 dat is deis oitmoedegen mynschen eygen; wat got wircket, dat wircket der = oitmoedege mynsche, inde dat got is, dat ist hey: eyn leuen inde eyn = wessen;=20 inde Dar ombe sprach onsse leue here: 'leirt van myr; dat ich byn = sanftmoedich=20 inde van eynem oitmodegen hertzen'. (DW 1, S. = 235,9-236,2)=20
  Der dem=FCtige Mensch und Gott, das ist Eins; der dem=FCtige = Mensch ist=20 Gottes so gewaltig, wie er seiner selbst gewaltig ist, und alles, was in = den=20 Engeln ist, das ist dieses dem=FCtigen Menschen Eigen.; was Gott wirkt, = das wirkt=20 der dem=FCtige Mensch, und was Gott ist, das ist er: ein Leben und ein = Sein; und=20 darum sprach unser lieber Herr: 'Lernet von mir, da=DF ich sanftm=FCtig = und eines=20 dem=FCtigen Herzens bin'. (Matth. 11,29) (DW 1, S. 486) =
 =20 Dieselbe Stelle findet man - in einer l=E4ngeren bzw. interessanteren = Fassung -=20 wiederum in der zweiten Liste:=20

K=F6lner Responsio=20 (Processus coloniensis)
  Proc. Col. II n. 29: Decimus = quartus=20 articulus sic dicit: "Omnia debent impleri in vero humili homine. = Humilis homo=20 et deus non sunt duo, sed sunt unum." Caveat deus ne obmittat se = infundere in=20 hominem recte humilem. "Humilis homo non indiget quod deum roget, ipse = potest=20 deo imperare. Humilis homo est ita potens super deum, sicut ipse est, = deus=20 scilicet, potens super se ipsum. Si iste homo esset in inferno, = oporteret deum=20 venire in infernum et oporteret infernum esse regnum caelorum. Oporteret = deum=20 facere de necessitate. Ipse cogitur ad hoc quod ipsum oportet hoc = facere, quia=20 istius esse est esse divinum et divinum esse est suum [est divinum] = esse." (LW V, S. 324,19-27) =
  Proc. Col. I n.=20 58: Item quod una virtus est in anima, quae habet unam = operationem cum=20 deo. Ipsa creat et facit omnia cum deo, et cum nullo habet aliquod = commune et=20 generat una cum patre eundem filium unigenitum. (LW V, S. = 217,21-218,3)=20
  Diesen Satz, dessen Vorlage noch nicht nachgewiesen worden = ist,=20 findet man auch in der zweiten Liste: Proc. Col. II n. 15 (LW V, = 321,16-17).=20

Vgl. Eckharts =E4hnliche Ausf=FChrungen:
  Proc. Col. = I n. 81-82: Primum = est quod li=20 'in quantum', reduplicatio scilicet, excludit omne aliud, omne alienum = etiam=20 secundum rationem a termino. Licet enim in deo sit idem esse et = intelligere,=20 dicimus tamen deum non esse malum, quamvis dicamus eum intelligere = malum. Et=20 quamvis in deo patre idem sit essentia et paternitas, non tamen generat = in=20 quantum essentia, sed in quantum pater, quamvis essentia sit radix = generationis.=20 Procedunt enim actus divinorum etiam absoluti a deo secundum = proprietatem=20 attributorum, ut dicit quaedam maxima theologiae. Unde Bernardus V 1. De = consideratione dicit quod deus amat ut caritas, novit ut veritas, sedet = ut=20 aequitas, dominatur ut maiestas, operatur ut virtus, revelat ut lux etc. = Secundum est quod bonum et bonitas sunt unum. Bonus enim in quantum = bonus solam=20 bonitatem significat, sicut album solam qualitatem albedinem scilicet,=20 significat. Haec tamen, bonus et bonitas, sunt in filio, spiritu sancto = et patre=20 unum univoce, in deo autem et nobis, qui boni sumus, sunt analogice = unum. (LW V,=20 S. 277,7-278,6)=20

Eckharts Verteidigung:
  Proc. Col. I n. 135: Ad quartum = cum=20 dicitur: "Humilis homo est ita potens super deum" etc. Error est ut = sonat. Sed=20 hoc verum est quod deus 'humilibus dat gratiam', ut aiunt Iacobus et = Petrus.=20 Quantum autem homo habet de gratia et est filius dei, tantum potest = super deum=20 et opera illius, quia non vult aliud nec aliter quam quod deus vult et = operatur.=20 (LW V, S. 298,4-5)
  Proc. Col. I n. 136: Ad quintum = cum=20 dicitur: "Una virtus est in anima, quae habet unam operationem cum deo." = Error=20 est sicut sonat, nisi exponatur sicut iam dictum est ad quartum et supra = ad=20 secundum. (LW V, S. 298,9-11)
  Eckhart bezieht sich = dabei auf=20 die gerade angegebene Einlassung zu Proc. Col. I n. 57 bzw. auf die zu = Proc. Col.=20 I n. 55 (Proc. Col. = I n. 133: LW V, S. = 297,1-9);=20
  vgl. noch Proc. Col. II n. 16 (Einlassung zu = Proc. Col.=20 II n. 15): = Falsum est ut=20 sonat. Non enim creatura creator est, sed creatio est propria soli deo. = Verum=20 est quod tanta fuit unio verbi in Christo homine quod communicat sibi = idiomata=20 sua sive proprietates in tantum quod homo ille, puer ille, creavit = caelos et=20 (deus) mortuus dicitur et est. (LW V, S. 321,18-21)
  = dazu=20 noch Proc. Col. II n. 30=20 (Einlassung zu Proc. Col. II n.=20 29): "Dicendum quod totum verum est, morale et devotum, = emphaticum tamen,=20 sicut supra dictum est de lacrima. Quod autem dicitur quod talis "homo = et deus=20 non sunt duo, sed unum", patet ex eo quod Ioh. 17 salvator pro nobis = orat=20 patrem. Homo enim humilis in quantum humilis non est duo cum humilitate. = Duo=20 enim divisionem dicit et est radix divisionis. Quomodo autem esset quis = unus=20 divisus ab (unitare, humilis divisus ab) humilitate, albus divisus ab = albedine=20 et sine albedine? Quapropter ubicumque in inferno esset humilis, = necessario=20 esset humilitas. Constat etiam quod eodem quo deus est deus, homo est = divinus=20 analogice. Nec enim quis est divinus sine deo, sicut nec albus sine = albedine.=20 (LW V, S. 325,1-9) [Quero-S=E1nchez, S. = 392-94, Anm.=20 xxxvi-xxxviii] [26.6.05] =20

Zum vierzehnten=20 Artikel

Buch der = g=F6ttlichen=20 Tr=F6stung:
Ein s=F4get=E2n mensche ist s=F4 = einwillic mit gote,=20 daz er allez daz wil, daz got wil und in der w=EEse, s=F4 ez got = wil. Und dar=20 umbe, wan got etl=EEche w=EEs wil, daz ich ouch = s=FCnde h=E2n get=E2n,=20 s=F4 enw=F6lte ich niht, daz ich sie niht enh=E6te get=E2n, wan = s=F4 gewirdet gotes=20 wille 'in der erden', daz ist in misset=E2t, 'als in dem himel', daz ist = in=20 wolt=E2t. S=F4 wil der mensche gotes durch got enbern und von gote durch = got=20 gesundert s=EEn, und daz ist aleine rehtiu riuwe = m=EEner=20 s=FCnden; s=F4 ist mir s=FCnde leit =E2ne leit, als got h=E2t = leit aller b=F4sheit=20 =E2ne leit. Leit und meistez leit h=E2n ich umbe s=FCnde, wan ich = ent=E6te niht s=FCnde=20 umbe allez, daz geschaffen oder geschepfelich ist, ob joch t=FBsent = werlte=20 =EAwicl=EEche m=F6hten wesen, doch =E2ne leit. (DW 5, S. 22,5-14) =
Ein solcher Mensch ist so einwillig mit Gott, da=DF er alles = das will, was=20 Gott will und in der Weise, wie es Gott will. Und = darum, da Gott in gewisser Weise will, da=DF ich auch S=FCnde getan = habe, so wollte=20 ich nicht, da=DF ich sie nicht getan h=E4tte, denn so geschieht = Gottes Wille=20 =BBauf Erden=AB, das ist in Missetat, =BBwie im Himmel=AB, das ist im = Rechthandeln. In=20 solcher Weise will der Mensch Gott um Gottes willen entbehren und von = Gott um=20 Gottes willen geschieden sein, und das ist allein = rechte Reue=20 meiner S=FCnden; so ist mir die S=FCnde leid ohne Leid, wie Gott = alles B=F6se=20 leid ist ohne Leid. Leid und das gr=F6=DFte Leid habe ich wegen der = S=FCnde - denn ich=20 t=E4te um alles, was geschaffen oder erschaffbar ist, auch wenn es in = Ewigkeit=20 tausend Welten geben k=F6nnte, keine S=FCnde -, jedoch ohne Leid. (DW = 5, S. 477=20 f.) [27.6.05] =20

Zum f=FCnfzehnten=20 Artikel

  Dieser Artikel konnte bisher nicht nachgewiesen = werden.=20 Eine =E4hnliche Aussage findet man in den=20

Erfurter Reden: =
 =20 J=E2, der rehte w=E6re gesetzet in den willen gotes, der ens=F6lte = niht wellen, diu=20 s=FCnde, d=E2 er =EEn gevallen was, daz des niht geschehen w=E6re; niht = als=F4, als ez=20 wider got was, sunder als verre als d=FB d=E2 mite bist gebunden ze = m=EArer minne und=20 bist d=E2 mite genidert und ged=EAm=FCetiget, als daz aleine, daz er = wider got h=E2t=20 get=E2n. (DW 5, S. = 233,4-8)=20
  Ja, wer recht in den Willen Gottes versetzt w=E4re, = der sollte=20 nicht wollen, da=DF die S=FCnde, in die er gefallen, nicht geschehen = w=E4re. Freilich=20 nicht im Hinblick darauf, da=DF sie gegen Gott gerichtet war, sondern, = sofern du=20 dadurch zu gr=F6=DFerer Liebe gebunden und du dadurch erniedrigt und = gedem=FCtigt=20 bist, also nur deshalb nicht, weil er gegen Gott gehandelt hat. (Quint, 71 f.; DW 5, S. = 517)=20 [29.6.05] =20

Zum sechzehnten=20 Artikel

Liber = parabolarum=20 Genesis:
  Primo, quod deus non = praecipit=20 proprie actum exteriorem, cum ille posset impediri. (LW I/1, n. 165, S.=20 634,11-12)
  Erstens, da=DF Gott = den =E4u=DFern=20 Akt nicht eigentlich gebietet, da dieser gehindert werden kann. = [29.6.05] =20

Zum siebzehnten=20 Artikel

Liber = parabolarum=20 Genesis:
  Secundo, quod actus = exterior non=20 est proprie bonus neque divinus, neque ipsum operatur deus proprie neque = parit. (LW = I/1, n.=20 165, S. 635,3-4)
  Zweitens (erhellt=20 daraus)da=DF der =E4u=DFere Akt nicht = eigentlich gut noch=20 g=F6ttlich ist und da=DF Gott ihn nicht eigentlich wirkt noch = zeugt. [29.6.05] =20

Zum achtzehnten=20 Artikel

Johannes = -=20 Kommentar:
  Secundo vult dicere quod fructum=20 afferamus actuum non exteriorum, qui nos bonos non faciunt, sed actuum=20 interiorum quos pater in nobis manens facit et operatur. (LW III, n. 646, S. = 561,9-10)=20
  Zweitens will er sagen, wir sollen = Frucht=20 nicht der =E4u=DFeren Werke bringen, die uns nicht gut machen, sondern = der inneren=20 Werke, die der Vater, der in uns bleibt, tut und wirkt[29.6.05] =20

Zum neunzehnten=20 Artikel

Sapientia = -=20 Kommentar:
  Tertio ait: amas animas, = non opus=20 extra. (LW = II, n. 226,=20 S. 561,1)
  Drittens hei=DFt es: "du liebst=20 die Seelen", nicht das =E4u=DFere Werk.=20

Tractatus 17:
  Wan got siht niht an, waz diu were sint, = denne=20 alleine, waz diu minne s=EE unde diu and=E2ht unde daz gem=FCete in den = werken.(Pfeiffer, Deutsche = Mystiker, Teil=20 II, S. 683,34-36)[Laurent, p. 440, not. = 92] [29.6.05] =20

Zum zwanzigsten=20 Artikel

  In dieser Form ist der Satz bei Eckhart nicht = bezeugt.=20 Einen =E4hnlichen Satz findet man aber im=20

Buch der g=F6ttlichen = Tr=F6stung:=20
  Noch spriche ich v=FCrbaz ze dem dritten m=E2le, daz ein = guot mensche,=20 als verre er guot ist, h=E2t gotes eigenschaft niht aleine dar ane, daz = er minnet=20 und w=FCrket allez, daz er minnet und w=FCrket, durch got, den er d=E2 = minnet und=20 durch den er w=FCrket, sunder er minnet und w=FCrket ouch durch sich = selben, der d=E2=20 minnet; wan, daz er minnet, daz ist got-vater-ungeborn, der d=E2 minnet, = ist=20 got-sun-geborn. N=FB ist der vater in dem sune und der sun in dem vater. = Vater und=20 sun sint ein. (DW 5, = S.=20 44,21-27)
  =DCberdies sage ich weiterhin zum = dritten, da=DF ein=20 guter Mensch, soweit er gut ist, Gottes Eigenheit hat nicht allein = darin, da=DF er=20 alles, was er liebt und wirkt, liebt und wirkt um Gottes willen, den er = da liebt=20 und um dessentwillen er wirkt, sondern er, der da liebt, liebt und wirkt = auch um=20 seiner selbst willen; denn, was er liebt, das ist der ungeborene = Gott-Vater, wer=20 da liebt, ist der geborene Gott-Sohn. Nun ist der Vater im Sohn und der = Sohn im=20 Vater. Vater und Sohn sind Eins. (DW 5, S. 488)[Quero-Sanch=E9z, S. = 389, Anm.=20 xxvi] [30.6.05] =20

Zum einundzwanzigsten=20 Artikel

Predigt = 14:=20
  nochtant in genoeget den edelen = oitmoedegen mynschen da myt neit, dat hey=20 der eynege geboren sun is, den der=20 vader ewenclichen geboren hait, hey in wylt och vader syn inde = treden in=20 de selue gelicheit der eweger vaderschafft inde geberen den, van dem ich = [ewen]=20 Ewenclichen geboren byn. (DW=20 1, S. 239,4-7)
  Gleichviel gen=FCgt es = dem edlen, dem=FCtigen Menschen = nicht damit,=20 da=DF er der eingeborene Sohn ist, den=20 der Vater ewig geboren hat: er will auch Vater sein und in = dieselbe=20 Gleichheit mit der ewigen Vaterschaft eintreten und den geb=E4ren, von = dem ich=20 ewig geboren bin. (DW 1, S. 487)
  Wie man sieht, = stimmt der=20 Text des zweiten Zensors (RS. II art. 34) genauer zum = deutschen=20 Text unserer Predigt als der des ersten. (RS. $ II 4 art. 2)[Quint, DW 1, S. = 239, Anm.=20 3] [30.6.05] =20

Zum zweiundzwanzigsten=20 Artikel

Predigt = 6:=20
Der vater gebirt s=EEnen sun =E2ne = underl=E2z, und ich=20 spriche m=EAr: er gebirt mich s=EEnen sun und den = selben=20 sun. Ich spriche m=EAr: er gebirt mich niht aleine s=EEnen sun, = m=EAr: er=20 gebirt mich sich und sich mich und mich s=EEn wesen und s=EEn nat=FBre. = In dem=20 innersten quelle d=E2 quille ich =FBz in dem heiligen geiste, d=E2 ist = =E9in leben und=20 =E9in wesen und =E9in werk. Allez, waz got w=FCrket, = daz ist ein;=20 dar umbe gebirt et mich s=EEnen sun =E2ne allen underscheit. = (DW 1, S. = 109,7-110,2)=20
Der Vater gebiert seinen Sohn ohne Unterla=DF, = und ich=20 sage mehr noch: Er gebiert mich als seinen Sohn und = als=20 denselben Sohn. Ich sage noch mehr: Er gebiert mich nicht allein = als=20 seinen Sohn; er gebiert mich als sich und sich als mich und mich als = sein Sein=20 und als seine Natur. Im innersten Quell, da quelle ich aus im Heiligen = Geiste;=20 da ist ein Leben und ein Sein und ein Werk. Alles, = was Gott=20 wirkt, das ist Eins; darum gebiert er mich als seinen Sohn ohne jeden=20 Unterschied. (DW 1, S. 454) [1.7.05] =20

Zum dreiundzwanzigsten=20 Artikel

Exodus- = Kommentar:=20
  n. 58: Et Rabbi Moyses, ut supra dictum est, dicit quod deus est unus "omnibus modis et secundum omnem = rationem", ita=20 ut in ipso non sit invenire aliquam "multitudinem in intellectu vel = extra=20 intellectum", 1. I c. 50. Qui enim duo vel=20 distinctionem videt, deum non videt. Deus enim unus est, extra numerum = et super=20 numerum est nec ponit in numerum cum aliquo. (LW II, S. 65,1-6)=20
  Und Maimonides sagt, = wie=20 erw=E4hnt, im 1. Buch Kapitel 50: Gott ist einer "in = jeder=20 Beziehung und auf jede Weise", so da=DF sich in ihm keinerlei "Vielheit = finden=20 l=E4=DFt, weder eine begriffliche noch eine wirkliche". Wer n=E4mlich = zwei sieht oder=20 einen Unterschied sieht, der sieht Gott nicht. Denn Gott ist einer, er = ist au=DFer=20 der Zahl und =FCber der Zahl und l=E4=DFt sich mit nichts = zusammenz=E4hlen.=20
  n. 60: Tertio, quia esse cum ente non ponit in numerum, = nec=20 universaliter forma cum formato. Esse autem et omnis forma a deo est, = utpote=20 primo esse et forma prima. Nulla igitur in ipso deo = distinctio=20 esse potest aut intelligi. (LW II, S. 66,4-6)
 =20 Drittens, das Sein l=E4=DFt sich mit dem Seienden und =FCberhaupt = die Form mit dem=20 Geformten nie zusammenz=E4hlen. Das Sein und alle Form ist aber von = Gott, dem=20 ersten Sein und der ersten Form. In Gott selbst kann = also kein=20 Unterschied sein oder gedacht werden. [1.7.05] =20

Zum vierundzwanzigsten=20 Artikel

Vom edlen=20 Menschen:
Allerleie mittel ist gote = vremde. 'Ich=20 bin', sprichet got, 'der =EArste und der jungeste'. Underscheit = enist noch in der nat=FBre gotes noch in den pers=F4nen n=E2ch = der nat=FBre=20 einicheit. Diu g=F6tl=EEche nat=FBre ist ein, und = iegl=EEchiu pers=F4ne=20 ist ouch ein und ist daz selbe ein, daz diu nat=FBre ist. (DW 5, S. = 114,21-115,3)=20
Jederart Vermittlung ist Gott fremd. =BBIch = bin=AB, spricht=20 Gott, =BBder Erste und der Letzte=AB (Geh. Offenb. 22, 13). = Unterschiedenheit=20 gibt es weder in der Natur Gottes noch in den = Personen=20 entsprechend der Einheit der Natur. Die g=F6ttliche = Natur ist=20 Eins, und jede Person ist auch Eins und ist dasselbe Eine, das die Natur = ist. (DW 5, S. 501) [2.7.05] =20

Zum f=FCnfundzwanzigsten=20 Artikel

Johannes = -=20 Kommentar:
  Tertio cum dicitur: diligis = me plus=20 his? sensus est: id est plus quam istos, et bene quidem, sed nondum = perfecte. In=20 primo enim et secundo [in] plus et minus, gradus est et ordo. In uno = autem nec=20 gradus est nec ordo. Qui ergo diligit deum = plus quam=20 proximum, bene quidem, sed nondum perfecte, quia nec deum in = proximo nec=20 proximum in deo diligit. Nam si sic diligeret, utique id ipsum et unum=20 diligeret. (LW III, = n. 728, S.=20 636,8-12)
Wenn es hei=DFt: liebst du mich mehr = als diese,=20 dann ist drittens der Sinn: liebst du mich mehr, als du diese da liebst, = und=20 zwar auf gute Weise, aber noch nicht vollkommen. Beim ersten und zweiten = n=E4mlich=20 gibt es ein Mehr und Weniger, gibt es Rang und Ordnung. Im Einen aber = gibt es=20 weder Rang noch Ordnung. Wer also Gott mehr liebt als den N=E4chsten, = handelt zwar=20 gut, aber noch nicht vollkommen, weil er weder Gott im N=E4chsten = noch den=20 N=E4chsten in Gott liebt. Denn wenn er so liebte, liebte er ja ein und = dasselbe.=20 [2.7.05] =20

Zum sechsundzwanzigsten=20 Artikel

Predigt = 4:=20
Alle cr=EAat=FBren sint ein l=FBter niht. Ich = spriche niht, daz=20 sie kleine s=EEn oder iht s=EEn: sie sint ein l=FBter niht. Swaz = niht wesens=20 enh=E2t, daz enist niht. Alle cr=EAat=FBren h=E2nt kein wesen, wan ir = wesen swebet an=20 der gegenwerticheit gotes. K=EArte sich got ab allen cr=EAat=FBren einen = ougenblik, s=F4=20 w=FCrden sie ze nihte. Ich sprach etwenne und ist ouch w=E2r: der alle = die werlt=20 n=E6me mit gote, der enh=E6te niht m=EA, dan ob er got aleine h=E6te. = Alle cr=EAat=FBren=20 h=E2nt niht m=EA =E2ne got, dan ein m=FCcke h=E6te =E2ne got, rehte = gl=EEch noch minner noch=20 m=EA. (DW 1, S. = 69,8-70,7)=20
Alle Kreaturen sind ein reines Nichts. Ich sage = nicht, da=DF sie=20 geringwertig oder =FCberhaupt etwas seien: sie sind ein reines = Nichts. Was=20 kein Sein hat, das ist nichts. Alle Kreaturen (nun) haben kein = Sein, denn=20 ihr Sein h=E4ngt an der Gegenwart Gottes. Kehrte sich Gott nur einen = Augenblick=20 von allen Kreaturen ab, so w=FCrden sie zunichte. Ich habe mitunter = gesagt, und es=20 ist auch wahr: Wer die ganze Welt zu Gott hinzun=E4hme, der h=E4tte = nicht mehr, als=20 wenn er Gott allein h=E4tte. Alle Kreaturen haben ohne Gott nicht mehr=20 (Sein) als eine M=FCcke ohne Gott bes=E4=DFe, genau gleich viel, = nicht weniger=20 und nicht mehr. (DW 1, S. 444) [2.7.05] =20

Zum siebenundzwanzigsten=20 Artikel

Predigt = 13:=20
Ein kraft ist in der s=EAle, von der ich = m=EAr gesprochen=20 h=E2n, - und w=E6re diu s=EAle alliu als=F4, s=F4 = w=E6re si ungeschaffen=20 und ungeschepflich. N=FB enist des niht. An dem andern teile s=F4 = h=E2t si ein=20 zuosehen und ein zuohangen ze der z=EEt, und d=E2 r=FCeret si = geschaffenheit und ist=20 geschaffen - vern=FCnfticheit: dirre kraft enist niht verre noch =FBzer. = Daz enent=20 des mers ist oder =FCber t=FBsent m=EEle, daz ist ir als eigenl=EEche = kunt und=20 gegenwertic als dise stat, d=E2 ich inne st=E2n. (DW 1, S. 220,4-11) =
Eine Kraft ist in der Seele, von der ich schon =F6fter = gesprochen=20 habe, - w=E4re die Seele ganz so, so w=E4re sie = ungeschaffen und=20 unerschaffbar. Nun ist dem nicht so. Mit dem =FCbrigen Teil = (ihres=20 Seins) hat sie ein Absehen auf und ein Anhangen an die Zeit, und=20 da(-mit) ber=FChrt sie die Geschaffenheit und ist geschaffen - = (es=20 ist) die Vernunft: dieser Kraft ist nichts fern noch drau=DFen. Was = jenseits=20 des Meeres ist oder =FCber tausend Meilen entfernt, das ist ihr ebenso = eigentlich=20 bekannt und gegenw=E4rtig wie diese St=E4tte, an der ich stehe. (DW = 1, S.=20 482)
  Zu diesem Vorwurf nimmt Eckhart auch in seiner Protestatio vom 13. = Februar 1327 Stellung. = [3.7.05] =20

Zum achtundzwanzigsten=20 Artikel

Predigt 9: =
Got enist guot noch bezzer noch allerbeste. Wer d=E2 = spr=E6che, daz got=20 guot w=E6re, der t=E6te im als unrehte, als ob er die = sunnen swarz hieze. (DW=20 1, S. 148,5-7)
Gott ist nicht gut noch besser = noch=20 allerbest. Wer da sagte, Gott sei gut, der t=E4te ihm ebenso unrecht, = wie wenn=20 er die Sonne schwarz nennen w=FCrde. = (DW 1, S.=20 463) [4.7.05] foot('6.4','2. September = 2005','1.0','16.3.00');