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QI, FATCA , FATF, G-20 & other bureaucratic horrors
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Wir haben diese Doppelbesteuerungsabkommen auch in der WAK behandelt.
Meines Erachtens hat sich nun betreffend das Abkommen mit den
Vereinigten Staaten von Amerika eine gewisse Änderung in der Ausgangslage ergeben:
Als wir in der WAK zugestimmt haben, war uns nämlich noch nicht bekannt, dass ein neues Gesetz,
der "Foreign Account Tax Compliance Act" [FATCA], in den USA offenbar unmittelbar vor dem Erlass steht.
Kurz zusammengefasst will dieser Act, wenn ich das richtig verstanden habe, beispielsweise Schweizer Banken
verpflichten, den amerikanischen Steuerbehörden ihre Kundenbeziehungen zu Amerikanern - auch solchen
mit Wohnsitz in der Schweiz - bekanntzugeben, aber selbstverständlich auch die entsprechenden Angaben zu liefern.
Wenn sie das nicht tun, sollen hohe Quellensteuern anfallen. Das entspricht etwas
der neuen "Mode" der Amerikaner, ihr Recht in die ganze Welt ausstrahlen zu lassen.
Hier stelle ich mir die Frage, inwieweit das nun mit dem Doppelbesteuerungsabkommen verträglich ist, und zwar
nicht nur mit dem Zusatz, sondern mit dem schweizerisch-amerikanischen Doppelbesteuerungsabkommen generell.
Im Prinzip haben wir hier einen Automatismus, es geht um einen automatischen Informationsaustausch -
selbstverständlich nicht im Sinn der Amtshilfe, weil es ja nicht amtlich, sondern
vom Finanzinstitut der amerikanischen Kunden hier in der Schweiz an die amerikanische Steuerbehörde erfolgt.
Mir scheint das sehr problematisch zu sein. Ich möchte den Bundesrat bitten, uns darzulegen, wie das Verhältnis
zwischen dem neuen amerikanischen Gesetz, das kommen soll, und unserem Doppelbesteuerungsabkommen aussieht.
Ich muss sagen, das unterläuft doch die ganze Geschichte!
Ich behalte mir die Zustimmung zum Abkommen mit den USA vorderhand noch vor.
Philipp Stähelin, anlässlich der Beratung des CH/USA-DBA-Änderungsprotokolls im Ständerat, 17.März 2010
.
Der Fluch der bösen Tat (langjährige Fahrlässigkeit)
Der automatische Steuerdatenaustausch war ein Kernpunkt der INTERFIPOL: OECD-Amtshilfekonvention in Steuersachen.
Der Bürokratenangriff wurde 1988 abgeschlagen - trotz Rückenschüssen seitens der SBVg und der offiziellen Schweiz.
Statt diesen Erfolg proaktiv zu sichern, brüstete man sich mit nobler Zurückhaltung.
Und statt die daraufhin von der internationalen Bruderschaft der Staatsbeamten gegründete FATF im Keime zu ersticken,
begünstigte man dieses jeder Rechtsbasis entbehrende bürokratische Krebsgeschwür mit offizieller Aufwertung, Befolgung
und gar mit Beschickung eines Schweizer Botschafters. [Den Anschluss an die G-20 verpasste man hingegen, und
glaubt es nun hinnehmen zu müssen, dass die G-20 gegenüber der Schweiz wirksam auf INTERFIPOL-Ratifikation drängt.
Wie man auch die Gelegenheit verpasste, mit zeitigem, tiegängigem und dezidiertem Auftreten gegenüber der IRS
deren verfassungswidriges QI-Geldwasch-System durch amerikanische Richter auf den Misthaufen der Geschichte zu werfen.
Was den IRS-inszenierte Beinah-Kollaps der UBS erst möglichte und der FATCA & weiteren Zumutungen Vorschub schafft.]
Als ob die Berliner Mauer in der andern Richtung umgefallen wäre, gewährte man jenen Kräften freien Raum,
welche der Souveränität, dem Steuer-Wettbewerb und der individuellen Freiheit & Eigenverantwortung entgegenwirken.
Wenn die Demokratie nicht weiter ausgehebelt werden soll, gilt es der Ukase-Gesetzgebung Einhalt zu gebieten
(www.solami.com/FATF.htm).
Anton Keller  (4. November 2010, 19.29 - NZZ zensuriert)


16 Apr 12  Food for thought for a journey to America, Anton Keller
15 Apr 12   For Americans Abroad, Taxes Just Got More Complicated, NYT, DAVID JOLLY
13 Apr 12   With a single voice into a more dignified future, NZZ, Anton Keller
13 Apr 12   IMF meeting: pro memoria, NZZ, Anton Keller
12 Apr 12   Kudos for U.S. Senator Rand Paul, Tages-Anzeiger, Anton Keller
6.Apr 12   Streit um das Bankgeheimnis: Das dicke Ende kommt erst noch, Berner Zeitung, Bernhard Kislig
4 avr 12   Les grandes banques sommées de traquer les évadés fiscaux américains, Le Monde, Anne Michel
27.Mär 12  Keine Sargnägel für Totengräber!, Iconoclast
24.Mär 12  FATCA-Laudatio: Danke, Mister President, Tages-Anzeiger Magazin, Daniel Binswanger
15.Mär 12  Motion 12.3255: Keine Fiskalexperimente ohne Reziprozität ¦ No fiscal experiments without reciprocity
6 Mar 12   Chasing foreign investment out of the U.S. is Job-Killing Madness, Washington Times, Richard W. Rahn
14.Feb 12   Finanzkontrolleur USA: FATCA, Die dunkle Seite der Macht, Journal 21, René Zeyer
8 Nov 11   Richard W. Rahn: Democrats’ FATCA would send capital fleeing overseas, Washington Post
7.Jul 11   Richard Rahn: "Die Schurken sind die Hochsteuerländer", NZZ Online, Zoe Baches
29. Jun 11   Druckversuche auf Staatssekretär Ambühl, NZZ Online, Zoé Baches
28 Jun 11   US hypocrisy: A Little House of Secrets on the Great Plains, YAHOO.finance, Kelly Carr et al.
23 Jun 11   Switzerland, U.S. Discuss Tax Pact, WSJ, By DEBORAH BALL
21.Jun 11   Was der Bankenvergleich bringen muss, NZZ Online, Zoé Baches
20 Jun 11   FATCA Law Is a Nightmare for Cross-Border Economic Activity, Intermex Power, Daniel J. Mitchell
18 Jun 11   BARRONS: The world knows America can pay its debts. It doesn't know if America will. Thomas G.Donlan
13 Jun 11   US demands tax tolerance of foreign financial groups, Financial Times, Gillian Tett
12 Jun 11   Tax compliance bill drives expat to despair of US, Financial Times, Vanessa Houlder
12.Jun 11   Abrechnung mit Amerikas Steuersystem, NZZ am Sonntag, Interview mit Daniel Mitchell
12.Jun 11   USA wollen einen Deal, NZZ am Sonntag, Sebastian Bräuer et al.
1.Jun 11   Rechtsansätze für einen nachhaltigeren UBS-Kundenschutz, ASDI/SIPA
9 avr 11    wikileaks: La prolifération, un business suisse sous l’œil de l’Amérique. Le Temps, Sylvain Besson
7.Jan 11   Das «Bürokratie-Monster» Fatca ist schlecht für alle, NZZ Online, Michael Ferber
7.Jan 11   Die europäische Finanzbranche läuft Sturm gegen Fatca, NZZ, Michael Ferber
16.Dez 10   Motion 10.4069Pro-aktiver Finanzplatz-Schutz
2.Dez 10    Motion 10.3915Die Schweiz und die US-FATCA-Gesetzgebung
9 Nov 10   Bond buyers aren't fools: the Fed can't simultaneously raise inflation and lower interest rates, WSJ, Alan Reynolds
3 Nov 10   Leverage ratio 69 to 1: Fed balance sheet could look very ugly, very fast, WSJ, editorial, comments
20 oct 10   Dollar currency & pension funds: history's biggest Ponzi schemes, BILAN, Myret Zaki
18 Oct 10   Banks Shared Clients’ Profits, but Not Losses, NYT, LOUISE STORY
10 Oct 10    Iconoclast: Did the IRS' money-laundering save the global economy?
12 Sep 10    Follow the Dirty Money, NYT, ROBERT MAZUR
11.Sep 10   FATCA: ein neues US-Gesetz mit grosser Tragweite, NZZ, Peter R. Altenburger et al. (English)
10 Sep 10   Towards a democratically controlled QI system, Cambridge Symposium, ASDI/SIPA, Anton Keller
10 Sep 10   Drug Money Props Up Banks During Recession, New American, Joe Wolverton
23 Aug 10   Too big not to fail, Wegelin comment #272, Konrad Hummler (DE, FR, IT)
30 Jun 10   In U.S. Bailout of A.I.G., Forgiveness for Big Banks, NYT, LOUISE STORY et al., AIG bailout docs
19 May 10   Clients Worried About Goldman’s Dueling Goals, NYT, Gretchen Morgenson et al., comments
19 May 10   Goldman’s Responses on Relations With Clients, NYT. Goldman insider documents
18 May 10   FATCA: New automatic info exchange tool may be more than what the IRS gambled for, Tax Justice Network
24 Apr 10   Rating Agency Data Aided Wall Street in Deals, NYT, Gretchen Morgenson et al.
18 Apr 10   Antonio Maria Costa: International crime groups have acquired military dimensions, UNTV
18.Mär 10  Weltweites Entsetzen über US-Steuergesetz - Finanzplatz Schweiz rechnet mit einschneidenden Folgen, NZZ
18.Mär 10  USA knöpfen sich globale Banken vor - Gravierende Folgen für Schweizer Finanzplatz befürchtet, NZZ
18.Mär 10  Deutsche Banken fürchten enormen Mehraufwand, NZZ
17.Mär 10  Die USA packen die Peitsche aus - Ausländische Finanzhäuser sollen US-Kontoinhaber der Steuerbehörde melden, NZZ
7 Feb 10   Testy Conflict With Goldman Helped Push A.I.G. to Edge, NYT, Gretchen Morgenson et al.
6 Jan 10   Israeli Banks Bar U.S. Customers From Holding Securitiesy, Globes,  Hadas Magen
26 Dec 09   Robert Morgenthau, whipping master of Credit Suisse, steps down, WSJ, James Freeman, comments
24 Dec 09   Banks Bundled Bad Debt, Bet Against It and Won, NYT, Gretchen Morgenson et al.
13 Dec 09   $352 bn drug money saved banks in global crisis, claims UN advisor, The Observer, Rajeev Syal
4 Dec 00   BARRONS:Pyrrhic Victory: IRS turns foreign banks into its tax agents, Thomas G. Donlan, editorial


Subject:            empfohlene Reaktivierung von Art.271 StGB
      Date:            Thu, 25 Mar 2010 11:35:50 +0100
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        To:            staehelin@fuererpartner.com
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Sehr geehrter Herr Stähelin,

Den besprochenen Brief von NR Stamm an die SBVg und die vom damaligen BR Villiger auf der punktierten Linie unterzeichnete Sonderverfügung zur Suspendierung von Art.271 StGB finden Sie ebenda. Die von mir erwähnte Gefahr eines unmittelbar bevorstehenden weiteren Finanz-Tsunamis ergibt sich auch aus dem eben von Moody angedrohten Aaa downgrade der USA, dessen Bugwelle bereits in folgenden Sätzen umschrieben wurde: "China has been a net seller of U.S. Treasury debt for the last three months. Foreign investors bought a net $19.1 billion worth of long-term equities, bonds, and notes in January, down from $63.3 billion in December, according to Treasury data released today." (http://www.portfolio.com/views/blogs/daily-brief/2010/03/15/us-treasury-facing-moodys-downgrade-does-not-have-same-meaning-to-investors-anymore/)

Ich würde es begrüssen, wenn tiefgängigere und weitsichtigere kühle Köpfe sich unverzüglich zu einschlägigen Konsultationen über das weitere Vorgehen zusammenfinden könnten; dies könnte sine ira et studio auch hier oben über den Wolken in den Walliser Alpen geschehen.

In gemeinsamer Sorge und mit freundlichen Grüssen

Anton Keller
027-2812477    079-6047707

Lieber Luzi,

Kurzantwort: noch nicht, d.h. eine autoritative Antwort ist mir seitens des GAO-Bericht-Redaktors versprochen worden.

Dein dannzumal an die SBVg eingereichter Protest-Brief zur QI-Problematik ist mehr denn je lesenswert - und verdient m.E. auch dringender denn je eine substantielle Antwort seitens der betroffenen Banken und ihres Berufsverbandes. Denn was nun abläuft und als weiteren Tsunami auf uns zukommt lässt sich allein schon aus den neuesten NZZ-Titel vom 18.März 2010 ableiten: "Weltweites Entsetzen über US-Steuergesetz - Finanzplatz Schweiz rechnet mit einschneidenden Folgen", "USA knöpfen sich globale Banken vor - Gravierende Folgen für Schweizer Finanzplatz befürchtet", "Deutsche Banken fürchten enormen Mehraufwand", und (17.3.) "Die USA packen die Peitsche aus - Ausländische Finanzhäuser sollen US-Kontoinhaber der Steuerbehörde melden". Womit m.E. dringend Handlungsbedarf angezeigt ist - nicht zuletzt auch auf Stufe Parlament (z.B. in Form einer unverzüglichen generellen Rücknahme der von Bundesrat Villiger damals den Banken auf dem Hintertreppenweg zugestandenen Suspendierung von Art.271 StGB)..

mfG
AK

Luzi Stamm wrote:

Lieber Anton
Ich bin im Moment überfordert, viel zu lesen. Haben wir eine Antwort, ob 28 % vom Kapital abgeliefert werden / wurden oder nicht? Was hat das mit dem damals von mir eingegebenen Brief zu tun? 
Beste Grüsse
Luzi
Von: swissbit@solami.com [mailto:swissbit@solami.com]


Gesendet: Samstag, 20. März 2010 16:25
An: Luzi Stamm
Betreff: QI & FATCA matters (Foreign Account Tax Compliance Act, hidden in Jobs Bill)

Lieber Luzi,


hier ein update zu Deinem weiterhin unbeantworteten QI-Brief an die SBVg vom 13.Dez.2000, sowie zur scheinbar weiterhin missachteten QI-Kernfrage: IRS's 28% backup withholding tax on interest or on capital only?
cordialement
AK

Hi Bruce, 

    Tks for the very useful, timely and thus the more helpful inputs and updates. I've alerted my local banker friends already in early November on the upcoming FATCA problematic. Moreover, I've repeatedly suggested to them conceivable practical counter measures for securing the affected legitimate interests of the US, Switzerland and other countries and their citizens and clients (www.solami.com/IRSblues.htm). Unfortunately, I've yet to see a simple acknowledgement. And I'm still waiting for some to follow up on past effective consultations and promises for serious face-to-face meetings.  Thus, for the time being, I cannot offer you a renewal of what remains indicated under the circumstances, i.e. a properly paid mandate to do effective footwork and research in and near Washington's legislative and executive power centers. 

    I've called both the FATCA contact person at Baucus' office, Mary Eddy (202-2244515), and Michael Brostek (202-5129110), the GAO contact person for its Report GAO-08-99 "Tax Compliance - Qualified Intermediary Program ..." of December 2007. I've also studied the Joint Committee on Taxation's QI-related Reports JCX-65-08 "SELECTED ISSUES RELATING TO TAX COMPLIANCE WITH RESPECT TO OFFSHORE ACCOUNTS AND ENTITIES" of July 23, 2008, and JCX-4-10 "TECHNICAL EXPLANATION OF THE REVENUE PROVISIONS CONTAINED IN SENATE AMENDMENT 3310, THE 'HIRING INCENTIVES TO RESTORE EMPLOYMENT ACT'” of February 23, 2010 

    On the basis of my own ten-year old involvement with QI matters - as reflected in my noted subsites www.solami.com/QI.htm and .../USvsUBS.htm - I was surprised to find in neither of the above congressional watchdog reports any adequate discussion or quantitative assessment of the arrogant, for extra-constitutional creation and world-wide enforcemnt of the IRS' 28% "backup withholding" tax. Revealingly, the above GAO report, on page 10, only mentions: "If there is insufficient documentation to adequately determine the treaty status of an account owner, the QI, a nonqualified intermediary, or a U.S. financial institution must use the presumption rules11 and apply backup withholding.Backup withholding is regulated separately, reported separately, and processed separately from routine NRA income and withholding." (emphasis added). Not surprisingly then, the report offers no figures on what the IRS globally has collected through its some 7000 QI banks under the heading "backup withholding.". Moreover, in table 3 on page 24, it details "Foreign Corporate U.S. Source Income, Withholding, and Benefits, Tax Year 2003", but specifies only three "Types of Income", i.e. Interest, Dividends and Miscellaneous, totallig $2.8 bn, with the latter thus defined: "Miscellaneous income includes royalties, pensions, compensation for personal services, REIT  distributions, notional principal contracts, and other income."

    This gave rise to my query to the author of the GAO report, Mr. M.Brostek, as to whether, in his view, said 28% backup withholding tax was thus included or, alternatively, related exclusively to capital, as the original IRS's definitions would seem to suggest (see original IRS QI Model Areement,Rev. Proc 2000-12, sec. 2.44 & 3.04, reproduced in "QI-related legislative & executive elements": .../QIdetails.htm#reportablepayment & .../QIdetails.htm#responsibility)  At present, related questions - including the amount globally collected by the IRS under the heading "backup withholding" - is understood to be under examination by authoritative sources, and I expect reliable answers to be forthcoming within the next 30 days. 

    Finally, I also had a chat with a long-time acquaintance of mine, the edpage editor of Barrons, Tom Donlan (202-8626606) who, on December 4, 2000, published the first QI-critical editorial by an American newspaper Pyrrhic Victory: IRS turns foreign banks into its tax agents. I understand this to have been motivated primarily out of concern for the US economy which risked significant ill-considered backlashes of the QI system from foreign investors, and which is now again at risk by the FATCA - as illustrated by the Swiss Wegelin bank's clarion call for a general withdrawal from the US market (Konrad Hummler, Farewell America, Wegelin newsletter # 265). Assuming this to be agreeable to you, I also gave Tom your coordinates (202-2932371) in case he needs a knowledgable non-governmental source on tax, QI and FATCA matters. 

With best wishes and regards, 

Anton Keller, Secretary, Swiss Investors Protection Association
+4122-7400362    +4179-6047707    swissbit@solami.com

Bruce Zagaris wrote: 

Hi Anton:
The following legislative development today may be of interest:

President Obama Signs New Tax Law Requiring Information Reporting with Respect to Foreign Financial Institutions and Foreign Bank Accounts

On March 19, 2010, President Obama signed into law the Hiring Incentives to Restore Employment (HIRE) Act. This new legislation has several provisions that were introduced as part of the Foreign Account Tax Compliance Act (FATCA). They increase information reporting and enforcement measures with regard to offshore accounts and foreign entities, especially foreign financial institutions.

Of particular interest to foreign financial institutions and entities are provisions related to foreign accounts and entities. For instance, the provisions require (a) increased withholding obligations on payments to foreign banks, trusts and corporations which do not supply certain information to the Internal Revenue Service, such as the names of United States citizens and residents who directly or indirectly own foreign financial accounts, (b) increased reporting obligations including an annual obligation to report any direct or indirect interests in certain foreign entities engaged in passive investments or offshore mutual funds, (c) increased penalties for failure to file certain informational returns, and (d) an increase in the statute of limitations for assessment by the Internal Revenue Service if there is a “substantial” omission of income from offshore assets.

 
best regards,

Bruce Zagaris
Berliner Corcoran & Rowe L.L.P.
1101 Seventeenth St., N.W.
Washington, D.C. 20036
(202)293-2371 (ph.)
(202)293-9035 (fax)
bzagaris@bcr-dc.com

Pursuant to Treasury Regulations, any U.S. federal tax advice contained in this communication, unless otherwise stated, is not intended and cannot be used for the purpose of avoiding tax-related penalties.

Confidentiality Notice: This e-mail transmission contains confidential and legally privileged information that is intended only for the individual or entity named in the e-mail address. If you are not the intended recipient, you are hereby notified that any disclosure, copying, distribution, or reliance upon the contents of this e-mail message is strictly prohibited. If you have received this e-mail transmission in error, please reply to the sender, so that proper delivery can be arranged, and please delete the message from your in-box



Neue Zürcher Zeitung    7. Januar 2011

Die europäische Finanzbranche läuft Sturm gegen Fatca
Lobbying-Anstrengungen von Banken, Versicherungen und Fonds in Washington
Michael Ferber

Mit dem bereits verabschiedeten Gesetzeswerk Fatca wollen die USA weltweit Finanzinstitute verpflichten, ihnen beim Aufspüren von Steuerhinterziehern zu helfen. Europäische Verbände lobbyieren in Washington gegen das Vorhaben.
Hort des «neuen Imperialismus»: der Internal Revenue Service (IRS) in Washington. (Bild: Imago)

Befragt man Schweizer Banker nach den derzeit wichtigsten Themen im Geschäft, bekommt man als Antwort fast immer eine kryptische Auskunft in zwei Silben: «Fatca.» Das Kürzel steht für «Foreign Account Tax Compliance Act», und es handelt sich dabei um ein 2013 in Kraft tretendes amerikanisches Gesetz mit extraterritorialer Wirkung. Fatca bereitet der Finanzbranche weltweit momentan grosse Sorgen. Die USA wollen damit weltweit Finanzinstitute verpflichten, ihnen beim Aufspüren von Steuerhinterziehern zu helfen. Für Finanzhäuser, die nicht kooperieren, wird eine Quellensteuer von 30% auf die Einnahmen mit US-Anlagen fällig. Banken, Versicherungen und Anlagefonds-Anbieter laufen Sturm gegen das bereits verabschiedete Gesetzeswerk.

«Riesige Bürokratie-Übung»
Erst im Dezember haben Vertreter der europäischen Dachverbände European Banking Federation (EBF) und European Fund and Asset Management Association (Efama) Gespräche mit Vertretern der US-Steuerbehörde IRS und dem amerikanischen Finanzministerium geführt. Die Interessenvertreter stufen Fatca als eine riesige Bürokratie-Übung ein, die hohe Kosten verursacht und mit der sich die USA letztlich auch selbst schaden. Bei ihren Lobbying-Bemühungen vertreten sie auch die Schweizer Finanzbranche.

Konkrete Ergebnisse der Gespräche mit den US-Behörden nennt Roger Kaiser von der EBF keine. Die Gespräche hätten aber insoweit gefruchtet, als vorsichtige Schritte in Richtung eines weniger schädlichen Fatca-Regimes gemacht würden. Die Banken beklagen vor allem die «extrem komplexen und mühsamen Prüfungsvorschriften», die durch das Gesetzeswerk entstehen. Nicht-amerikanische Finanzinstitute müssten gemäss dem Gesetzeswerk in Zukunft die Kundenkonten weltweit überprüfen und nicht mehr nur ihre amerikanischen. Insofern stellt Fatca eine erhebliche Verschärfung des 2001 eingeführten Quellensteuer-Systems Qualified Intermediary Agreement (QIA) dar. Dieses ermöglicht die Entlastung von Finanzinstituten bezüglich der US-Quellensteuer auf Zins- und Dividendenzahlungen. Hierfür ist es nötig, den Status eines «qualified intermediary» (QI) zu erlangen.

Gemäss der EBF stehen der durch Fatca entstehende Verwaltungsaufwand und die Kosten durch das Gesetz indessen in keinem Verhältnis zu seinem Ziel. Wenn nötig, werde er die Unterstützung der EU-Institutionen im Rahmen des transatlantischen Dialogs suchen, teilte der Verband mit. Fatca habe einen extraterritorialen Anwendungsbereich, und in vielen Ländern verletze das Gesetz das Privatrecht und den Datenschutz. In einem 26-seitigen Schreiben der EBF und des Institute of International Bankers (IIB) an das US-Finanzministerium und den IRS, das der NZZ vorliegt, heisst es unter anderem, das Forschen nichtamerikanischer Finanzinstitute nach US-Steuerpflichtigen könne zu einer Suche nach der Nadel im Heuhaufen werden, und zwar in einem «epischen Ausmass». Japanische Banken hätten beispielsweise 790 Mio. Kundenkonten, während US-Bürger mit Wohnsitz in Japan nur 0,04% der Bevölkerung ausmachten.

Konrad Hummler, geschäftsführender Teilhaber der Privatbank Wegelin und Präsident der Vereinigung Schweizerischer Privatbankiers (und designierter Verwaltungsratspräsident der AG für die Neue Zürcher Zeitung) geht etwa davon aus, dass rund 200 000 Finanzinstitute weltweit von dem Gesetz betroffen sein dürften. Es gebe sogar Prognosen mit einer Zahl von 700 000 Instituten. Verdeutlicht werde die Dimension von Fatca durch die Tatsache, dass derzeit nur rund 6000 Finanzintermediäre als QI eingestuft seien. Das Gesetz komme praktisch einem Paradigmenwechsel gleich und bereite sehr vielen Bankverantwortlichen «schlaflose Nächte».

Anlagefonds im Visier
Noch schwieriger als für die Banken dürfte die Lage für Anlagefondsgesellschaften werden, schätzt Martin Büeler, Partner bei PricewaterhouseCoopers (PWC). Da die europäischen Fondsanbieter im Gegensatz zu den US-Wettbewerbern ihre Endkunden nicht kennten, müssten sie diese erst erfassen, um Fatca überhaupt gerecht zu werden. Dies wäre aus Büelers Sicht ein Albtraum für die Branche. Peter De Proft, Generaldirektor der Efama, gibt indessen an, der Verband habe jüngst ein «fruchtbares und sehr technisches Treffen» mit den US-Behörden gehabt. Dabei hätten sich die Verbandsvertreter für eine bessere Rechtssicherheit eingesetzt und lange Übergangsfristen gefordert. Efama sei zudem in Kontakt mit Asset-Management-Verbänden ausserhalb Europas, um bezüglich Fatca eine gemeinsame Position der Fondsbranche weltweit zu erarbeiten.

Auch Versicherungen sind von Fatca betroffen. Aus Sicht von Büeler ist dies dann der Fall, wenn sie Produkte mit einer Investment-Komponente wie fondsgebundene Lebensversicherungen oder «Wrappers» im Angebot haben. Laut Hannah Grant vom europäischen Verband der Versicherer und Rückversicherer CEA sind dessen Vertreter bisher noch nicht in die USA gereist, um Gespräche aufzunehmen. Allerdings hätten einige Versicherungsunternehmen bereits die Initiative übernommen und direkt Gespräche mit Vertretern des IRS und des US-Finanzministeriums geführt.

«Ein Furcht-System»
Hummler kritisiert, das Gesetz schaffe international eine Ungewissheit, die dem amerikanischen System immanent sei. Die USA versuchten, mit Fatca und anderen Gesetzen ein «Furcht-System» zu errichten. Fatca sei letztlich auch eine Bestrafung des IRS, da dieser Steuerflüchtlingen aus Sicht der US-Regierung zu grossen Spielraum gelassen habe. Auch der IRS habe mit dem Gesetzesauftrag, den er nun umsetzen müsse, zu kämpfen, sagt Hummler. Die Behörde stehe zudem unter enormem Zeitdruck. Laut Büeler ist sich der IRS offenbar selbst noch nicht ganz im Klaren, wie er das Problem bewältigen soll.

Allerdings dürfte sich Fatca auch noch entwickeln, meint Hummler. In der Schweiz sei das US-Gesetz bereits ein grosses Thema. In anderen Ländern, gerade in Asien, sei dies aber noch nicht der Fall. Es stehe zu erwarten, dass die Lobbying-Anstrengungen anderer Länder in den USA folglich noch verstärkt würden. Ob diese von Erfolg gekrönt sind, wird sich wohl bis Ende des ersten Quartals dieses Jahres zeigen. Bis dahin wollen die US-Behörden Orientierungshilfen zu Fatca vorlegen. Angesichts des Arbeitsaufwands seien aber die Bedenken gross, ob dieser Zeitplan erfüllt werde, sagt De Proft.




NZZ Online    7. Januar 2011

Das «Bürokratie-Monster» Fatca ist schlecht für alle
Von Michael Ferber

Das Gesetz Fatca verpflichtet Finanzinstitute weltweit, für den US-Fiskus Steuern einzusammeln. Es könnte fatale Folgen haben – auch für die USA selbst.
Die USA besteuern ihre Bürger auf eine spezielle Art. Amerikaner müssen auch dann in ihrem Heimatland Steuern zahlen, wenn sie gar nicht dort leben. Da sich die sehr weitreichende Steuerpflicht nur schwer durchsetzen lässt, will die US-Regierung weltweit Banken, Versicherungen und Investmentgesellschaften in die Pflicht nehmen. Dies soll über das amerikanische Gesetz Foreign Account Tax Compliance Act (Fatca) geschehen, welches das 2001 eingeführte Qualified-Intermediary-System weiterentwickelt und bis 2013 in Kraft treten soll. Beide Regelwerke sehen vor, dass Finanzinstitute weltweit für den US-Fiskus Steuern einsammeln, was für die Finanzbranche verheerende Folgen haben könnte. Durch den «US-Gesetzesexport» entstehen ihr nicht nur hohe Kosten, sondern auch neue Haftungsrisiken. Mit der extraterritorialen Gesetzgebung steht der Weltmacht eine extrem unangenehme Waffe zur Verfügung. Bei ihrer Anwendung werden aber nicht nur die Finanzsektoren anderer Länder getroffen, sondern auch die USA selbst.

Vergleichsweise geringe Erträge
Dass Fatca ein «Bürokratie-Monster» werden dürfte, zeigt das Verhältnis der erwarteten Steuererträge zu den Einführungs- und Betriebskosten. Die US-Regierung rechnet als Ergebnis des Gesetzeswerks mit zusätzlichen Steuereinnahmen von 850 Mio. $ pro Jahr. Die Kosten für die Finanzbranche dürften indessen ein Vielfaches davon betragen. Schliesslich sollen weltweit mindestens 200 000 Finanzhäuser von Fatca betroffen sein. Gemäss dem Verband European Banking Federation (EBF) gehen einige grössere Banken davon aus, dass die Kosten zur Überprüfung eines einzelnen Kundenkontos bei rund 10 $ liegen dürften. Grossbanken verfügen aber nicht selten über 30 Mio. bis 50 Mio. Konten. Folglich könnten die Gesamtkosten gigantisch werden.

Zudem sorgt das US-Gesetzeswerk bereits jetzt für allerhand Rechtsunsicherheit, die sich negativ auf das Geschäft auswirkt. Dies zeigt sich zum Beispiel bei den Informationstechnologiesystemen der Institute. Diese müssten für Fatca verändert werden. Allerdings kann dies erst geschehen, wenn die Finanzhäuser ein genaues Verständnis davon entwickelt haben, was überhaupt erfasst und gemeldet werden muss. Der optimistischste Zeitrahmen, um ein solches IT-System für die Zwecke von Fatca zu bauen, betrage 24 Monate oder mehr, heisst es in einem Brief der EBF und des Institute of International Bankers an die amerikanischen Behörden. Der Aufgabe, bestehende Konten zu überprüfen, dürfte mehrere Jahre dauern, wenn sie denn überhaupt umsetzbar sei.

Selbst Vertreter der US-Behörden dürften mittlerweile am Sinn des Mammutsystems zweifeln. Jedenfalls hat die US-Steuerbehörde Internal Revenue Service (IRS) hart mit der Fatca-Umsetzung zu kämpfen. IRS-Mitarbeiter sollen derzeit ständig auf der Suche nach Kommentaren aus der Finanzbranche über die Folgen des Gesetzes sein, obwohl ihnen sonst alles andere als ein offenes Ohr nachgesagt wird. In der Tat stellt sich die Frage, wie die US-Behörden die durch das Regelwerk entstehende Flut an Informationen bewältigen sollen.

Vor vollendete Tatsachen gestellt
Mit Fatca haben die USA die Finanzmarktteilnehmer einmal mehr vor vollendete Tatsachen gestellt. Dabei schreckt die Weltmacht vor einer Informationsbeschaffung mit fragwürdigen Methoden nicht zurück. Die US-Regierung geht offensichtlich davon aus, dass sie weiterhin die wirtschaftliche Macht hat, solche Gesetze weltweit durchzusetzen. Schliesslich können es sich angesichts der Bedeutung der Vereinigten Staaten nur wenige Finanzinstitute leisten, sich vom US-Markt zu verabschieden.

Allerdings wird das Land so tendenziell unattraktiver für Investitionen. Sehr deutlich wird dies an einer unwilligen Stellungnahme des japanischen Bankenverbands. In dieser macht die Vereinigung darauf aufmerksam, wie «extrem lästig» Fatca sei angesichts dessen, dass der Anteil der US-Bürger an der in Japan lebenden Bevölkerung nur 0,04% betrage. Gleichzeitig lägen die Direktinvestitionen japanischer Banken in US-Wertschriften bei hohen 282 Mrd. $. Unverblümt meint der Bankenverband, Fatca könne letztlich zu einem Rückzug japanischer Finanzinstitute aus US-Wertschriften führen. – Zudem könnte das schlechte Beispiel der USA andere Länder dazu ermutigen, ebenfalls unilaterale Massnahmen zu ergreifen, um Mehreinnahmen für ihre öffentlichen Haushalte zu erzielen, was letztlich global einen Investitionsrückgang auslösen und Arbeitsplätze kosten würde. Dies sollten die US-Behörden bei den bis Ende März erwarteten Fatca-Präzisierungen berücksichtigen.




NZZ am Sonntag12. Juni 2011

USA wollen einen Deal
 Von Sebastian Bräuer und Felix E. Müller

Washington zeigt Interesse an einer Pauschallösung mit der Schweiz. Damit soll der Konflikt um die Steuerflucht beigelegt werden. Bern will den Streit um ein neues US-Gesetz, das dem Bankgeheimnis widerspricht, rasch lösen. Und hofft so auf eine bessere Lösung bei den Altlasten.
Die USA und die Schweiz kommen sich bei der Lösung des Konflikts um die Steuerflucht von US-Bürgern rasch näher. Nachdem Washington noch im Frühjahr Desinteresse an einer pauschalen Lösung aller vergangenen Steuersünden signalisiert hat, zeigt man sich nun plötzlich an einer solchen Lösung interessiert. Am Freitag sprach eine Meldung der Agentur Reuters, die auf Angaben aus US-Regierungskreisen basiert, gar von einem Deal bereits im Juli.

Das Tempo erstaunt. Dabei könnte eine Rolle spielen, dass Staatssekretär Michael Ambühl in seinen Gesprächen in Washington anbietet, die Schweiz werde das umstrittene US-Gesetz Fatca rasch umsetzen, das die Offenlegungsvorschriften für nichtamerikanische Banken deutlich verschärft.

Das Gesetz ist zwar ohnehin kaum mehr abwendbar – doch die Schweiz würde sich mit einem offenen Bekenntnis zu Fatca kooperativer zeigen als mehrere grosse Schwellenländer, die offen gegen das Vorgehen Washingtons protestieren. Auch Lobbyisten der Europäischen Union drängen auf eine Verwässerung zentraler Aspekte. Im Gegenzug erhofft sich Ambühl ein Einlenken der USA im Umgang mit juristischen Altlasten, insbesondere den hängigen Klagen gegen Schweizer Banker, denen Beihilfe zur Steuerhinterziehung vorgeworfen wird. Ziel ist ein Abkommen auf höchster Ebene, um nicht nur die bereits erfolgten Klagen aus der Welt zu räumen, sondern auch weitere Verhaftungen und Klagen gegen ganze Institute zu vermeiden.

Die Agentur Reuters hat am Freitag davon gesprochen, dass im Rahmen einer solchen Pauschallösung Zahlungen in Milliardenhöhe zu erwarten seien. Diese Zahl ist jedoch völlig aus der Luft gegriffen. Denn Ambühls Sprecher Mario Tuor dementierte gegenüber der «NZZ am Sonntag», dass die Gespräche bereits so weit fortgeschritten seien, dass ein Abschluss in den kommenden Wochen realistisch sei. Im Verlauf der UBS-Affäre hatte sich gezeigt, dass die Verhandlungsführer auf amerikanischer Seite gerne ihre Maximalforderungen über die Presse lancieren, um den Druck zu erhöhen. Dagegen bestätigte Tuor, eine schnelle Zustimmung zu Fatca in die Waagschale geworfen zu haben: «Wir sprechen seit längerem mit Vertretern der US-Behörden über eine möglichst klare und einfache Umsetzung von Fatca. Mit der Umsetzung könnte auch eine Bereinigung fiskalischer Probleme der Vergangenheit mit den USA einhergehen.» Die Idee, analog zu den Abkommen mit Deutschland und Grossbritannien auch mit den USA eine Abgeltungssteuer auszuhandeln, ist damit definitiv vom Tisch. Einflussreiche amerikanische Politiker lehnen den Vorschlag, den Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf erst im Mai öffentlich ins Spiel gebracht hatte, rundweg ab (siehe Seite 27 unten).

Damit zeichnet sich eine Lösung ab, die aus zwei Komponenten besteht: einer Lösung für die Vergangenheit – vermutlich eine Lieferung gewisser Namen gemäss geltender Schweizer Rechtsordnung sowie eine einmalige Geldzahlung. Und einer Lösung für die Zukunft, die auf der Basis von Fatca, also einem Informationsaustausch, basiert. Hier läge ein Unterschied zur Lösung vor, wie sie im Fall von Deutschland und Grossbritannien angestrebt wird und die auf einer jährlich zu zahlenden Abgeltungssteuer basiert.

Fatca verlangt eine Identifizierung sämtlicher Kunden von Banken, die direkt oder indirekt in US-Wertschriften investieren, bei der Steuerbehörde IRS. Selbst Anleger, die lediglich ein gewöhnliches Sparbuch besitzen, müssten also künftig zumindest laut gegenwärtiger Lesart nach Washington gemeldet werden, sobald die Bank beispielsweise in US-Aktien investiert. Bei ausbleibender Kooperation droht eine Quellensteuer von 30% auf sämtliche Einkommen aus US-Quelle. Diese zu zahlen, dürfte jedoch angesichts des horrenden Steuersatzes die Ausnahme bleiben: Banken stehen vor der Alternative, die Offenlegung zu akzeptieren oder gänzlich aus dem amerikanischen Geschäft auszusteigen.

Weil Letzteres zumindest für die Grossbanken kaum in Frage kommt, steht die Regierung in Bern vor der Aufgabe, den Rechtskonflikt zwischen Fatca und dem Schweizer Bankgeheimnis zu lösen. Der Ball liegt beim Eidgenössischen Justizdepartement, das eine Lösung skizzieren dürfte. Dabei sind in Bern verschiedene Szenarien im Gespräch. Denkbar scheint, dass der Bundesrat eine Verordnung erlässt, wonach Schweizer Banken künftig im Rahmen von Fatca Informationen weitergeben dürfen, ohne sich strafbar zu machen. Oder aber die Finanzmarktaufsicht Finma erlaubt es den Banken, Namen an die USA herauszugeben. Allerdings würde die Finma in diesem Fall eine rechtliche Grauzone betreten, die möglicherweise langwierige gerichtliche Auseinandersetzungen provozieren könnte.

Welche juristischen Klimmzüge die Verantwortlichen in Bern auf sich nehmen müssen, kümmert ihre Amtskollegen in Washington erfahrungsgemäss eher wenig. Letzteren geht es einzig und alleine darum, den Amerikanern die Steuerhinterziehung im Ausland so schwer wie möglich zu machen – ein Ziel, das Präsident Barack Obama mehrfach persönlich formuliert hat.

Die Umsetzung von Fatca hat weitreichende Auswirkungen auf den Schweizer Finanzplatz. Einige Privatbanken haben sich schon jetzt von Kunden mit US-Bezug getrennt. Die Bank Wegelin hatte den Rückzug aus dem US-Markt bereits 2009 bekanntgegeben – und noch nicht einmal konkret mit Fatca begründet, sondern allgemeiner mit Verweis auf die «unzumutbaren Rechtsrisiken» in den USA.

Weitere Institute werden mit hoher Wahrscheinlichkeit folgen. «Es dürfte in der Schweiz ab 2013 nur noch fünf bis zehn Banken geben, die US-Kunden betreuen», sagt Martin Steger, Chef einer neuen Vontobel-Einheit, die auf vermögende US-Kunden fokussiert. Als Hauptgrund für kleinere Häuser, aus diesem Geschäft auszusteigen, sieht Steger den hohen Verwaltungsaufwand: «Um die hohen Kosten, die mit der regulatorisch korrekten Umsetzung des US-Geschäftes verbunden sind, zu rechtfertigen, ist eine kritische Masse von mindestens 1 Mrd. $ Kundenvermögen notwendig.» Er ist nach eigenen Angaben derzeit mit mehreren Banken im Gespräch, deren amerikanische Kunden zu übernehmen.

Absage an Abgeltungssteuer
Die amerikanische Regierung hat den Schweizer Vorschlag einer Abgeltungssteuer in unmissverständlicher Deutlichkeit zurückgewiesen. «Aus amerikanischer Sicht ist der Austausch von Informationen der angemessenere Weg, um Steuerhinterziehung zu bekämpfen», sagte Manal Corwin, die Vertreterin des US-Finanzministeriums, diese Woche vor einem Senatsausschuss. Man dürfe die Kontrolle über die Besteuerung der eigenen Landsleute nicht in einem «Kuhhandel» an andere Jurisdiktionen abtreten.

Corwin kritisierte die entsprechenden Grundsatzeinigungen der Schweiz mit Deutschland und Grossbritannien. «Diese Regelungen gehen auf Kosten der Herausgabe von Informationen», sagte Corwin. «Statt eines Berichtssystems setzen die beteiligten Länder auf das Einsammeln von Steuergeldern.» Weder Deutschland noch Grossbritannien hätten die Möglichkeit, die Besteuerung zu prüfen. Die Regierungen der beiden Länder seien auf diese Weise abhängig davon, dass die Schweiz die richtige Menge an Steuern erhebe.

Auch der demokratische Senator Ben Cardin vertrat die Auffassung, die USA sollten weiterhin auf der Herausgabe von Informationen beharren. «Deutsche und Briten sagen sich, wir haben lieber Geld auf dem Konto als herauszufinden, wer überhaupt entsprechende Konten besitzt», sagte er.

Der Senatsausschuss für auswärtige Angelegenheiten sprach sich am Dienstag unter dem Vorsitz Cardins für das Doppelbesteuerungsabkommen aus, das Bern bereits ratifiziert hat. Das infolge der UBS-Affäre in die Wege geleitete Abkommen muss nun noch vom kompletten Senat gutgeheissen werden, was angesichts der reibungslosen Zustimmung in dem Ausschuss eine Formsache sein dürfte. Anschliessend dürfen amerikanische Ermittler auch dann Informationen von Schweizer Kreditinstituten einfordern, wenn es nicht – wie bisher – ausschliesslich um Fälle von tatsächlichem Steuerbetrug geht, sondern zusätzlich auch bei Verdacht auf Steuerhinterziehung. Bei der knapp 90-minütigen Sitzung im Raum 419 des Dirksen Senate Building auf dem Capitol Hill waren nur Cardin und sein republikanischer Amtskollege Mike Lee persönlich anwesend, andere Senatoren liessen sich durch Mitarbeiter vertreten. Die geringe Teilnahmequote belegt, dass der Steuerstreit in Washington derzeit nicht mehr das gleiche Aufregungspotenzial hat wie auf dem Höhepunkt der UBS-Affäre im Jahr 2009.

Die Vertreterin des Finanzministeriums, Manal Corwin, nutzte die Anhörung, um energisch für das Doppelbesteuerungsabkommen zu werben. «Die Änderungen werden die Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und den USA erheblich verbessern», sagte sie. Der Zugriff auf Informationen anderer Länder sei «entscheidend, um die Einhaltung amerikanischer Steuergesetze sichern zu können».

Auch Senator Ben Cardin betonte die Bedeutung des Abkommens. Ziel sei es, ein «besseres wirtschaftliches Klima» zwischen den beiden Ländern zu schaffen. Die neue Regelung solle vor allem dazu beitragen, die Einhaltung der Steuergesetze in beiden Ländern zu sichern und die Bekämpfung von Steuerhinterziehung zu vereinfachen, ergänzte Corwin: «Es geht darum, dass jeder die Steuern zahlt, die er dem Staat schuldet.» Eine kontroverse Debatte gab es nach den Plädoyers nicht. Thorsten Schröder, Washington




NZZ am Sonntag12. Juni 2011

Abrechnung mit Amerikas Steuersystem
Daniel Mitchell, Cato Institute, Washington

NZZ am Sonntag: Wie bewerten Sie die Differenzen zwischen der Schweiz und den USA in Bezug auf die Verfolgung von Steuervergehen?
Daniel Mitchell: Das grundsätzliche Problem liegt woanders. Die USA haben derzeit ein sehr schlechtes Steuerrecht. Wir haben hohe Steuersätze, wir besteuern viele Einkommen doppelt, und wir besteuern auf einer weltweiten Basis. Gerade weil wir ein derart imperialistisches Steuersystem haben, interessiert es die US-Steuerbehörde IRS natürlich besonders, was in anderen Ländern passiert. Dabei sollte in Bezug auf die Steuersysteme Souveränität herrschen. Wie die Schweiz wen besteuert, sollte allein Sache der Schweiz sein. Wir versuchen die Schweiz zu zwingen, den Schutz der Privatsphäre zu verwässern.

Wenn ich Sie richtig verstehe, kritisieren Sie also vor allem das Vorgehen der amerikanischen Seite?
Ich bin überzeugt, dass die USA in dieser Angelegenheit falsch liegen. Der ganze Streit besteht nur, weil die Amerikaner auf ein falsches Steuersystem setzen. Die USA behaupten, sie hätten das Recht zu entscheiden, wie das Einkommen der Schweizer Bankkunden besteuert werden soll. Das bringt uns in Konflikt mit dem schweizerischen Recht. Es führt dazu, dass wir UBS und Credit Suisse belästigen, es führt dazu, dass wir schlechte Gesetze wie Fatca verabschieden.

Der Schweiz ist also kein Vorwurf zu machen?
All diese Streitigkeiten zwischen der Schweiz und den USA sind darauf zurückzuführen, dass die USA den falschen Ansatz in Bezug auf eine Besteuerung haben.

Wie liesse sich das Problem dauerhaft lösen?
Wir brauchten ein viel einfacheres Steuersystem. Etwa eine Pauschalsteuer, wie es sie in vielen europäischen Ländern gibt.

Was wäre der Effekt davon?
Die Leute hätten dann einen viel grösseren Anreiz, sich an die geltenden Steuergesetze zu halten.

Und das würde reichen?
Wir brauchten ausserdem ein territoriales Steuersystem: Die USA dürften nur noch Steuern auf solche Einkommen erheben, die auch tatsächlich innerhalb der Landesgrenzen erwirtschaftet wurden. Dann hätten wir keinerlei Probleme mit der Schweiz oder Singapur, Hongkong oder den Cayman Islands. Die Schweiz sollte als Beispiel für ein hervorragendes Steuersystem gelten, anstatt bestraft zu werden.

Warum kann die Schweiz sich mit ihrem System dann nicht durchsetzen?
Die USA sind in diesem Fall der 400 Kilogramm schwere Gorilla im Ring. Fast alle Finanztransaktionen und Geschäfte laufen auf irgendeine Weise über uns. Deshalb können die USA enormen Druck auf andere Nationen ausüben. Das sieht man auch an Fatca.

Wie sollen Steuervergehen verfolgt werden?
Die IRS ist verpflichtet, sicherzustellen, dass die Steuergesetze eingehalten werden. Aber sowohl die IRS als auch das Finanzministerium müssen verstehen, dass sie nur ein begrenztes Recht haben, die eigenen Gesetze durchzusetzen, wenn sie sich auf dem Gebiet eines souveränen Staates befinden.

Ist das in der Realität nicht häufig der Fall?
Kein europäisches Land würde mit den USA zusammenarbeiten, wenn es um einen Fall von Todesstrafe ginge. Nationen arbeiten traditionell nur dann mit anderen Ländern zusammen, wenn deren Regeln übereinstimmen. Die Schweiz hat eine jahrhundertealte Tradition, die finanzielle Privatsphäre von Bankkunden zu respektieren und zu schützen.

Ist eine Abgeltungssteuer, wie die Schweiz sie beispielsweise mit Deutschland und Grossbritannien vereinbart hat, auch ein Modell für die Beziehungen mit den USA?
Ich kann mir kaum vorstellen, dass die USA einer solchen Steuer zustimmen würden. Die Vertreter im Finanzministerium zeichnen sich durch eine Mischung aus Arroganz und dem bedingungslosen Glauben an den Austausch von Informationen aus. Sie gehen davon aus, dass sie am Ende bekommen, was sie wollen.




Financial Times    June 12, 2011   22:02

Tax compliance bill drives expat to despair of US
By Vanessa Houlder in London

Cindy, an industrial chemist who left Pennsylvania for Germany more than 30 years ago, is facing a bill for $42,000 – equivalent to eight months of her take-home pay – in penalties from the US tax authority even though she does not owe a cent in tax.

The fine was imposed after she voluntarily came forward to tell the Internal Revenue Service that she had failed to file returns, even though the taxes she had paid in Germany meant she had no further tax to pay in the US.

Her “outrageous” treatment angered her so much that three months ago she gave up her citizenship. “I have lost interest in being an American,” she says.

Her predicament is likely to be shared by a growing number of US expatriates.

Cindy’s discovery that she was expected to file tax returns arose by chance when she surfed the IRS website in early 2009, after hearing an item on the radio about missed tax payments by Tim Geithner, the US Treasury secretary.

From January 2013 many other US citizens living abroad will have woken up to their responsibilities as a result of an offshore compliance crackdown mounted in response to evasion scandals in Switzerland and elsewhere. Under this initiative, known as the Foreign Account Tax Compliance Act, banks across the world will be required to hand over details of accounts containing at least $50,000 belonging to US clients or face a withholding tax.

The legislation is designed to prevent the evasion of more than $8bn of taxes over the next decade – some involved with the programme think it will yield much more – but is also likely to catch many US citizens who had no idea they were breaking the law.

It will also affect those who knowingly ignored the filing rules but could not afford professional advice to fill in the forms, which averages about $2,000 per form, according to American Citizens Abroad, a Geneva-based representative body.

The penalties facing those who are forced or decide to come forward are daunting.

The voluntary disclosure initiative that Cindy used charged penalties of a fifth of the money in the account.

In a new voluntary disclosure initiative, launched in February, which the IRS described as “the last, best chance for people to get back into the system”, the penalty was increased to a quarter of the account.

At the start of this month, the IRS quietly set out a set of new concessions on its website.

It reduced the penalty rate for failing to file to 5 per cent of assets for many US citizens living overseas, although that may not be available for Americans living in the UK and Hong Kong with offshore income.

Anxiety about Fatca extends even to those US citizens who have nothing to fear from the IRS.

Many are concerned that banks are going to shed their US clients to cut their compliance costs.

That was another factor in Cindy’s decision to sever her links with the US.

Marc Destito of American Citizens Abroad said he knew of dozens of US citizens who had had their accounts closed by banks.
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Financial Times    June 13 2011 20:02

US demands tax tolerance of foreign financial groups
By Gillian Tett, FT’s US managing editor. gillian.tett@ft.com

This summer, the senior management of one of Asia’s largest financial groups is quietly mulling a potentially explosive question: could it organise some of its subsidiaries so that they could stop handling all US Treasury bonds? Their motive has nothing to do with the outlook for the dollar. Nor does it reflect fears about the US debt ceiling (or the risk that the US will soon default if it fails to raise the legal limit on bond issuance).

Instead, what is worrying this particular Asian financial group is tax. In January 2013, the US will implement a new law called the Foreign Account Tax Compliance Act (Fatca), that forces all global financial companies to report details to the IRS, the US tax authority, of any clients linked to the US with more than $50,000 in an account. These rules, quietly passed by Congress last year, would partly put the responsibility on the bank or asset manager – not just the individual – to make this filing.

The IRS insists that these measures are simple for banks and asset managers to implement; they just need to perform an electronic “sweep” of their clients to track those with more than $50,000 in an account and obvious connections with the US, such as an address, Treasury officials argue. “The US interest is to have reporting on accounts to stem the tide of offshore tax evasion,” says Manal Corwin, a senior official at the US Treasury, which hopes the measures could net billions of dollars of badly needed new revenues.

While this logic might sound sensible, the new rules leave some financial officials fuming in places such as Australia, Canada, Germany, Hong Kong and Singapore. Little wonder. Never mind the fact that implementing these measures is likely to be costly; in jurisdictions such as Singapore or Hong Kong, the IRS rules appear to contravene local privacy laws. After all, as Terry Campbell, head of Canada’s banking association, points out, the rules are essentially akin to “conscripting financial institutions around the world to be arms of US tax authorities”.

What has left some financiers doubly angry is that Congress introduced the law with little overseas consultation – but the IRS is now threatening heavy penalties for non-compliance. More specifically, the IRS is threatening to impose a withholding tax of up to 30 per cent on sales of US assets by groups that it deems to be “non-compliant” – and the assets could include US shares or US Treasury bonds. Hence the fact that some non-US asset managers and banking groups are debating whether they could simply ignore Fatca by creating subsidiaries that never touch US assets at all. “This is complete madness for the US – America needs global investors to buy its bonds,” fumes one bank manager. “But not holding US assets might turn out to be the easiest thing for us to do.”

Whether anybody follows through on this threat remains doubtful. In practice, banks in places such as Canada, Australia and Germany say that it would probably be impossible for them to not handle US Treasuries or stocks. Some are consequently considering whether they should shun US citizens as clients instead. But others now hope that the US government itself will backtrack: although individual banks are reluctant to take a public lead (for fear of attracting more IRS scrutiny), groups such as Credit Suisse, Barclays and TD Bank of Canada have been actively lobbying to shape the bill via trade groups and their governments.

Faced with this, Tim Geithner, US Treasury secretary, is trying to strike a conciliatory tone. Last week in Atlanta he told senior global bankers that the Treasury was “absolutely aware of the concerns” about Fatca and was trying to translate the law into “workable” rules. “My sense from talking to our tax people [is] there are things we can do that will achieve the objectives of the law without too much risk of unintended consequences or too much collateral damage.”

Mr Geithner’s problem is that he has no direct power to revoke the law; that lies with Congress. The last thing any American politician wants to do right now is to help non-US banks; at least not in the current populist climate. That, in turn, leaves some non-American financiers fearful, not just about the specific details of Fatca, but also about the wider patterns it reveals about Washington policy-making. After all, they mutter, if Washington could produce Fatca – and then impose it in an imperial manner on businesses across the world – what other capricious surprises loom next? “Right now my board is probably as concerned about political risk in America as Indonesia, from a business perspective – perhaps more so,” says the head of one large global bank. It is a complaint that American politicians ignore at their peril.

EDITOR’S CHOICE  Banks battle over US tax law - Jun-12    Tax bill drives US expat to despair - Jun-12    US tax fears prompt overseas M&A rush - May-15    Transatlantic tussle over US tax mounts - Apr-06    US probe into tax evasion widens - Feb-27




NZZ Online    21. Juni 2011, 09:52

Was der Bankenvergleich bringen muss
Die Kriterien, die über die Zukunft des Schweizer Finanzplatzes entscheiden
Von Zoé Baches

Bern entscheidet mit darüber, wie die Zukunft des Schweizer Finanzplatzes aussieht. (Bild: Keystone / Peter Klaunzer)
Staatssekretär Michael Ambühl verhandelt in Washington mit den amerikanischen Behörden über einen globalen Vergleich rund um die Steuerthematik. Für die Zukunft des hiesigen Finanzplatzes wird massgebend sein, welche Zugeständnisse Ambühl den Amerikanern abringen kann.
Staatssekretär Michael Ambühl spricht mit den USA über die Ausgestaltung der neuen Finanzmarkt-Richtlinie Fatca. Parallel dazu führt er Gespräche über die Bereinigung von Steuerthemen. Angepeilt wird ein globaler Vergleich der Schweiz mit den USA, der die Situation rund um undeklarierte Konten amerikanischer Bürger auf Schweizer Banken ein für allemal klären soll.

Der Vergleich ist von entscheidender Bedeutung für die Schweizer Banken. Ein Anwalt verweist auf das enorme Drohpotenzial der Amerikaner. «Rund um die Steueramnestie der amerikanischen Steuerbehörde IRS im Fall UBS haben sich über 18'000 amerikanische Steuersünder bei den amerikanischen Behörden gemeldet. Daraus haben die USA eine enorme Datenbank extrahiert». Im Rahmen der Voluntary Disclosure nannten die Selbstanzeiger, bei denen sich auch viele Personen gemeldet haben sollen, die nicht oder nicht nur bei der UBS Kunde waren, die Namen verschiedener Schweizer Banken und Berater.

«Ein riesiger Goldschatz»
Die Meinung, dass es sich bei diesen gesammelten Informationen um eine wahre Fundgrube für den IRS handelt, teilen auch andere. Ein US-Anwalt, der im Fall UBS für das amerikanischen Justizdepartmentes arbeitete, sprach in der Fernsehsendung «10 vor 10» von einem «riesigen Goldschatz».

Mit den bisher eingereichten Klagen wie gegen den einstigen UBS-Banker Renzo Gadola oder den Credit-Suisse-Banker Christos Bagios und vier weitere CS-Mitarbeiter haben die USA nur Versuchsballone gestartet, ist ein Rechtsexperte aus der Schweiz überzeugt. Auch wenn die angeführten Klagepunkte nicht immer stichhaltig sind – «die Amerikaner können sich im Prinzip ewig Zeit lassen und wenn sich ein Vorwurf nicht belegen lässt, nehmen sie einfach einen weiteren Zettel mit den Informationen zu einer weiteren Schweizer Bank und einem weiteren Bankberater vom Stapel und starten die nächste Klage», so der Anwalt.

Staatssekretär Michael Ambühl (Bild: Reuters, Archivaufnahme von 2008)

Es könnte sich dabei um ein Fass ohne Boden handeln. Für die Zukunft des Schweizer Privatkundengeschäfts – sprich, eine Zukunft, in der die hiesigen Banken im grenzüberschreitenden Geschäft nicht mehr konstant mit einer in manchen Fällen geschäftszerstörenden Klage seitens USA rechnen müssen – wird entscheidend sein, wie gut Staatssekretär Michael Ambühl verhandelt. Und wie sich der globale Vergleich letztlich präsentiert.

Damit er wirklich global und allumfassend ist, muss er zum ersten die Vergangenheit abschliessend regeln.

Der Vertrag muss umfassend gelten

•    Für alle Schweizer Banken
Es genügt nicht, wenn man nur Banken in den Vergleich aufnimmt, die das grenzüberschreitende (Offshore-) Private Banking mit den USA betreiben oder betrieben haben. Ein Rechtsexperte betont, es könne vorkommen, dass die Banken selber gar nicht wüssten, dass sie amerikanische Kunden haben oder hatten. Mit in den Vergleich müssten auch die Auslandsbanken, also Schweizer Banken mit einem ausländischen Mehrheitsaktionär wie HSBC Private Bank (Suisse) oder Bank Sarasin.

•    Für alle Private Banker, die für die genannten Schweizer Banken arbeiten
Erneut, ein Vergleich muss allumfassend sein, er darf nicht nur für Kundenberater gelten, die explizit amerikanische Kunden beraten haben. Hat ein Kunde beispielsweise einen Schweizer Pass und einen Schweizer Wohnsitz, wurde in der Vergangenheit von Seiten Bank oft nicht abgeklärt, ob er zusätzlich noch eine Greencard (amerikanische Arbeitserlaubnis) oder einen zweiten, eben amerikanischen Pass hat.

•    Für alle externen Schweizer Berater und Anwälte
Diese Gruppe muss eingebunden werden, da in der Vergangenheit viele Banken wie beispielsweise die UBS die Erstellung bestimmter Strukturen wie beispielsweise diejenige von ausländischen Vermögensverwaltungsgesellschaften oder Trusts, hinter denen auch ein US-Bürger stand, an externe Berater und Anwälte vergaben.

•    Für die unabhängigen Vermögensverwalter
Gelten muss der Vertrag auch für die Gruppe der unabhängigen Vermögensverwalter. «Nimmt man diese Gruppe nicht mit in den Vergleich, dann ist es kein globaler Vergleich», ist ein Rechtsexperte überzeugt. Ein Grossteil der Probleme mit den USA im Steuerbereich würden sonst nicht gelöst, da genau diese Gruppe grosse Mengen an Geldern von amerikanischen Kunden zu Schweizer Banken brachte.

•    Für Versicherungsgesellschaften, die Policen für amerikanische Personen ausgestellt haben (Sogenannte Insurance Wrappers, z.B. bei der Swisspartners oder der Swiss Life)
Insurance Wrappers sind Vorsorgelösungen vorwiegend für vermögende Kunden, deren Gelder in einen «Versicherungs-Mantel» gehüllt sind oder, unfreundlicher formuliert, Steuerschlupflöcher via Lebensversicherungen. Diese Produkte empfahlen Schweizer Banken auch verstärkt ihren grossen amerikanischen Kunden, nachdem die Strukturen von Vermögensverwaltungsgesellschaften und Trusts, wo die nicht deklarierten Gelder bis lang parkiert waren, immer stärker in den Fokus der Steuerbehörden gerieten.

Der Vertrag muss für alle Arten von amerikanischen Kunden gelten
•    Individualkunden, sprich US-Personen mit Namenkonto
•    Individualkunden, sprich US-Personen mit Nummernkonto
•    Trusts mit US-Bezug
•    Stiftungen mit US-Bezug
•    (Offshore-)Gesellschaften mit US-Bezug
•    Versicherungspolicen mit US-Bezug

Der Vertrag muss sämtliche Dienstleistungen des Private Banking umfassen
•    die Vermögensberatung
•    das Halten und Handeln von Wertschriften
•    die Weiterweisung an Dritte
•    das Empfehlen und Erstellen von Strukturen, egal ob aktiv oder passiv

Die Rückwirkung muss ausgeschlossen sein
•    Wenn der Vergleich unterschrieben ist, kann jemand, der unter den Vergleich fällt, nicht mehr für Handlungen aus der Vergangenheit angeklagt werden.
Heutige in den USA bestehende Klagen müssen fallen gelassen werden, entsprechende Prozesse gestoppt
•    Die verschiedenen derzeit laufenden Klagen an US-Gerichten gegen Schweizer Banker, Schweizer Berater und Schweizer Anwälte müssen gestoppt und fallengelassen, inhaftierte oder festgehaltene Schweizer freigelassen werden.
Falls erneut Kundennamen geliefert werden müssten, dann nur unter dem geltenden DBA
•    Rund um diesen Vergleich wird spekuliert, dass erneut eine Bussenzahlung wie im Fall UBS geleistet und noch einmal  Kundeninformationen in die USA geliefert werden müssen. Falls es zum zweiten kommen sollte, dürfte das nur nach geltendem Recht geschehen, sprich es müssten konkrete Verdachtsmomente auf Steuerbetrug oder Abgabebetrug (Tax fraud and alike) vorliegen. Eine Hinterziehung – auch von grossen Summen – würde nicht ausreichen, so ein Rechtsprofessor. Allerdings, so wendet ein Anwalt ein: Es dürfte in der heutigen Welt ausgesprochen schwierig sein, gegenüber dem Ausland noch auf die unterdessen hinfällig gewordene Unterscheidung von Steuerhinterziehung und Steuerbetrug zu pochen.

Rechtsmittel und Rechtssicherheit
•Falls es erneut zu Amtshilfe kommt, müssen die betroffene Kunden Rechtsmittel ergreifen können. Es darf nicht zu einer Wiederholung der Farce wie im Fall UBS  – die Aktenherausgabe der Finma – kommen. Die Rechtssicherheit muss dieses Mal gewahrt werden.
Das Ausschliesslichkeitsprinzip muss gewahrt bleiben
•Im Vergleich muss das Ausschliesslichkeitsprinzip vorgesehen werden, damit die USA nicht auf andere als vertragliche Mittel zurückgreifen können, um ihre Ziel zu erreichen.

In einem zweiten Teil müsste der Vergleich auch die Spielregeln für die Zukunft klären. Das umfasst wirtschaftliche und politische Forderungen mit dem Ziel, dass das Schweizer Private Banking wettbewerbsfähig bleibt. Eine erneute hohe Bussenzahlung und vor allem ein erneuter Austausch von Daten, würde dem Finanzplatz Schweiz schwere Schäden zufügen. Falls es doch dazu kommt, dürften negative Auswirkungen auf die Arbeitsstellen und die Steuereinnahmen in der Schweiz zu erwarten sein.

Wie die «NZZ am Sonntag» ausführte, dürfte dieser zweite Teil des Vertrags auf der Basis von Fatca, also einem Informationsaustausch (siehe Box), basieren. Hier läge ein Unterschied zur Lösung vor, wie sie im Fall von Deutschland und Grossbritannien angestrebt wird und die auf einer jährlich zu zahlenden Abgeltungssteuer basiert. Noch ist einiges unklar, nicht zuletzt wie Schweizer Banken künftig im Rahmen von Fatca Informationen weitergeben dürfen, ohne sich strafbar zu machen.

Fatca
Fatca verlangt eine Identifizierung sämtlicher Kunden von Banken, die direkt oder indirekt in US-Wertschriften investieren, bei der Steuerbehörde IRS. Selbst Anleger, die lediglich ein gewöhnliches Sparbuch besitzen, müssten also künftig zumindest laut gegenwärtiger Lesart nach Washington gemeldet werden, sobald die Bank beispielsweise in US-Aktien investiert. Bei ausbleibender Kooperation droht eine Quellensteuer von 30% auf sämtliche Einkommen aus US-Quelle. Diese zu zahlen, dürfte jedoch angesichts des horrenden Steuersatzes die Ausnahme bleiben, so die «NZZ am Sonntag». Z.B.

Geregelt werden müssten die folgenden Punkte:

Level Playing Field garantieren
•Beispielsweise in Sachen Transparenz der Truststrukturen und Sitzgesellschaften muss Gleichbehandlung (Level playing field) garantiert werden. Sprich: Die USA versprechen auch der Schweiz, dass es umgekehrt nicht zu solchen Fällen kommen kann. Rechtsexperten schätzen diesen «grundsätzlich sehr wichtigen» Punkt gegenüber NZZ Online als «letztlich illusorisch» ein. Die USA würden sich selber nicht an die Regeln halten, vor allem angesichts der Tatsache, dass sie selber die «grössten Geldwäscher für Süd- und zentralamerikanische Gelder» seien.

Gleiche Regeln für beide Seiten
•In Bezug auf die Kundenaquirierung und Kundenbehandlung müssen die Regeln nicht nur für die Banken, Banker, Anwälte und Berater auf der Schweizer Seite gelten, sondern auch für die amerikanischen Kollegen. Benötigt beispielsweise ein amerikanischer Banker im grenzüberschreitenden Geschäft keine Lizenz bei der Akquisition in der Schweiz, dann muss das umgekehrt auch für den Schweizer Banker bei der Ausübung seiner Tätigkeit in den USA gelten. Auch diese «tatsächlich sehr wichtige» Forderung bezeichnen angefragte Fachleute als «eher nicht umsetzbar», da die USA weiterhin «eigene Regeln für ihre Leute» aufsetzen dürften.
Ambühl wird zeigen können, ob bei diesen Punkten tatsächlich zu viel Pessisimus in der Schweiz herrscht. Das Staatssekretariat für internationale Finanzfragen wollte, erwartungsgemäss, keine Stellung zur obigen Liste nehmen. Es entspricht der Schweizer Mentalität, während laufenden Verhandlungen keine Forderungen öffentlich zu präsentieren. Allerdings: In den USA funktioniert auch das komplett anders.




Wall Street Journal    June 23, 2011

Switzerland, U.S. Discuss Tax Pact
By DEBORAH BALL

ZURICH—Switzerland could reach a turning point soon in its two-year battle over tax-evasion allegations, as it closes in on sweeping agreements with the U.S., the U.K. and Germany that would draw a line under past allegations of assisting tax evasion and map a solution for the future.

At the same time, Swiss diplomats are pushing for a bilateral solution to a dispute with the U.S. over a much-criticized new tax law that Washington heralds as an important tool to ferret out tax evaders.

The proposed deals find Switzerland trying to move beyond two years of international pressure to stop sheltering other countries' tax dodgers.

Switzerland and the U.S. are in talks to settle allegations that certain Swiss bankers helped wealthy U.S. taxpayers dodge taxes, according to a person familiar with the situation. The countries also are discussing a proposed broader settlement that would cover any other Swiss banks that may have helped clients evade U.S. taxes in recent years.

According to the person familiar with the matter, the Swiss want to tie those talks to another issue: their attempts to win exemption from the new U.S. tax law known as the Foreign Account Tax Compliance Act, or Fatca.

Under Fatca, which will take effect in 2013, any foreign bank whose clients hold U.S. securities will effectively have to hand over information about U.S. taxpayers on its rolls to the Internal Revenue Service. Fatca has drawn sharp criticism from foreign governments and banks, claiming they will spend billions on new systems capable of sorting through huge client lists. The Swiss estimate that Fatca could cost its banks up to 150 million Swiss francs ($178 million) each.

The U.S. has rebuffed the idea of a Fatca exemption. "We're talking with foreign governments to figure out how we can implement Fatca in a cooperative way," said Manal Corwin, deputy assistance secretary for international tax affairs, who added the U.S. isn't considering exempting specific countries.

If the Swiss don't secure an exemption, its banks would either have to hand over information on U.S. taxpayers or stop dealing in U.S. securities. One small Swiss private bank already has pledged to divest its clients of U.S. securities rather than comply with Fatca, but tax lawyers say few other banks would be willing to stop buying U.S. securities for their clients.

As the U.S. talks proceed, Switzerland also is engaged in separate discussions with Germany and the U.K. aimed at resolving the problem of undeclared accounts held by Germans and Britons in Swiss bank accounts.

Under those possible deals, Britons and Germans with hidden accounts in Switzerland would be allowed to pay a withholding tax to their home countries each year; in exchange, the Swiss would agree not to turn their names over to London and Berlin.

Such an arrangement would be intended to let Switzerland preserve its cherished privacy laws—still a cornerstone of its attractiveness as an offshore financial center—while letting foreign governments collect the tax due them. It also could help stem the outflow of billions of Swiss francs that have been withdrawn as European tax dodgers come clean and bring their money home. A Swiss government spokesman said the agreements could be signed as soon as July. Representatives for the British and German finance ministries declined to comment.

The potential agreements come nearly three years after U.S. authorities opened a battle with the Swiss after finding that UBS AG had helped thousands of Americans dodge taxes. Other countries, particularly in Europe, subsequently put heavy pressure on Switzerland—the world's largest offshore center—to loosen its bank-secrecy laws and stop sheltering tax evasion. Last year, Switzerland was forced to hand over the names of thousands of alleged U.S. tax dodgers to the U.S., while UBS admitted wrongdoing.

"Eighteen months ago, the Swiss looked like irredeemably naughty boys," says Timothy Lyons, a lawyer specialized in international tax issues. Now "Switzerland is broadly beginning to look less isolated."

The bilateral agreements also would dry up the market for stolen bank data, a particularly painful problem for the Swiss after foreign authorities acquired stolen bank data and used them to hunt tax dodgers several times in the past three years. The U.S., Spain, Germany and Italy all are currently pursuing cases using data stolen from Swiss banks.

Switzerland is betting that governments prefer to strike all-in-one deals that could bring in billions in revenue, rather than chase tax dodgers one by one. Last Friday, the Swiss Parliament passed a law making it easier for foreign tax authorities to get help in chasing tax dodgers from Swiss authorities, who have been notoriously unhelpful in the past. However, such a route is still extremely slow. Indeed, the IRS is still working through an enormous backlog of cases linked to a 2009 U.S. tax amnesty, say tax lawyers. And Fatca is likely to generate an avalanche of fresh information that could overwhelm tax officials.

—John McKinnon contributed to this article. Write to Deborah Ball at deborah.ball@wsj.com




YAHOO.finance    June 28, 2011

A Little House of Secrets on the Great Plains
by Kelly Carr and Brian Grow

The secretive business havens of Cyprus and the Cayman Islands face a potent rival: Cheyenne, Wyoming.

At a single address in this sleepy city of 60,000 people, more than 2,000 companies are registered. The building, 2710 Thomes Avenue, isn't a shimmering skyscraper filled with A-list corporations. It's a 1,700-square-foot brick house with a manicured lawn, a few blocks from the State Capitol.

Neighbors say they see little activity there besides regular mail deliveries and a woman who steps outside for smoke breaks. Inside, however, the walls of the main room are covered floor to ceiling with numbered mailboxes labeled as corporate "suites." A bulky copy machine sits in the kitchen. In the living room, a woman in a headset answers calls and sorts bushels of mail.

A Reuters investigation has found the house at 2710 Thomes Avenue serves as a little Cayman Island on the Great Plains. It is the headquarters for Wyoming Corporate Services, a business-incorporation specialist that establishes firms which can be used as "shell" companies, paper entities able to hide assets.

Wyoming Corporate Services will help clients create a company, and more: set up a bank account for it; add a lawyer as a corporate director to invoke attorney-client privilege; even appoint stand-in directors and officers as high as CEO. Among its offerings is a variety of shell known as a "shelf" company, which comes with years of regulatory filings behind it, lending a greater feeling of solidity.

"A corporation is a legal person created by state statute that can be used as a fall guy, a servant, a good friend or a decoy," the company's website boasts. "A person you control... yet cannot be held accountable for its actions. Imagine the possibilities!"

Among the entities registered at 2710 Thomes, Reuters found, is a shelf company sheltering real-estate assets controlled by a jailed former prime minister of Ukraine, according to allegations made by a political rival in a federal court in California.

The owner of another shelf company at the address was indicted in April for allegedly helping online-poker operators evade a U.S. ban on Internet gambling. The owner of two other firms there was banned from government contracting in January for selling counterfeit truck parts to the Pentagon.

CASTING THE FIRST STONE
All the activity at 2710 Thomes is part of a little-noticed industry in the U.S.: the mass production of paper businesses. Scores of mass incorporators like Wyoming Corporate Services have set up shop. The hotbeds of the industry are three states with a light regulatory touch-Delaware, Wyoming and Nevada.

The pervasiveness of corporate secrecy on America's shores stands in stark contrast to Washington's message to the rest of the world. Since the September 11 attacks in 2001, the U.S. has been calling forcefully for greater transparency in global transactions, to lift the veil on shadowy money flows. During a debate in 2008, presidential candidate Barack Obama singled out Ugland House in the Cayman Islands, reportedly home to some 12,000 offshore corporations, as "either the biggest building or the biggest tax scam on record."

Yet on U.S. soil, similar activity is perfectly legal. The incorporation industry, overseen by officials in the 50 states, has few rules. Convicted felons can operate firms which create companies, and buy them with no background checks.

No states license mass incorporators, and only a few require them to formally register with state authorities. None collect the names and addresses of "beneficial owners," the individuals with a controlling interest in corporations, according to a 2009 report by the National Association of Secretaries of State, a group for state officials overseeing incorporation. Wyoming and Nevada allow the real owners of corporations to hide behind "nominee" officers and directors with no direct role in the business, often executives of the mass incorporator.

The building at 2710 Thomes Avenue, is pictured in Cheyenne, Wyoming, in this undated photograph. Kelly Carr/Reuters

"In the U.S., (business incorporation) is completely unregulated," says Jason Sharman, a professor at Griffith University in Nathan, Australia, who is preparing a study for the World Bank on corporate formation worldwide. "Somalia has slightly higher standards than Wyoming and Nevada."

An estimated 2 million corporations and limited liability companies are created each year in the U.S., according to Senate investigators. The Treasury Department has singled out LLCs as particularly vulnerable to being used as shell companies, as they can be owned by anyone and managed anonymously. Delaware, Nevada and Wyoming had 688,000 LLCs on file in 2009, up from 624,000 in 2007.

Treasury and state banking regulators say banks have flagged billions of dollars in suspicious transactions involving U.S. shell companies in recent years. On June 10, a federal judge in Oregon ordered a company registered there to pay $60 million for defrauding a Ukrainian government agency through sham transactions involving shell companies. The civil lawsuit described a network of U.S.-registered shells connected to fraud in Eastern Europe and Afghanistan.

A growing niche in the shell business is shelf corporations. Like paper-only shells, which enable the secrecy-minded to hide real ownership of assets, shelf companies are set up by firms like Wyoming Corporate Services, then left "on the shelf" to season for years. They're then sold later to owners looking for a quick way to secure bank loans, bid on contracts, and project financial stability. To speed up business activity, shelf corporations can often be purchased with established bank accounts, credit histories and tax returns filed with the Internal Revenue Service.

"They just slot in your names, and you walk away with the company. Presto!" says Daniel E. Karson, executive managing director at investigative firm Kroll Inc. "The purpose is to conceal ownership."

On its website, Wyoming Corporate Services currently lists more than 700 shelf companies for sale in 37 states. The older they are, the more expensive, like Scotch whisky. Brookside Management Inc., formed in December 2004, sells for $5,995, while Knotty Management LLC, formed in May, costs just $645. In Delaware, incorporator Harvard Business Services markets First Family LLC, created in May 1997, for $10,000.

"If they're signing a large contract, they may not want it to look like they've just formed a company," said Brett Melson, director of U.S. sales at Harvard Business Services. But he added: "Unsavory characters can do a lot of bad things with the companies."

Shell and shelf companies do serve legitimate purposes. They provide a quick and cheap way for entrepreneurs to jump into business and create jobs. Businesses can use them to protect trade secrets. Politicians or other public figures may use a shell company to hold their home so that people with ill intent have a harder time locating them.

The state of Wyoming says it cracked down on incorporation services in 2009 after discovering that nearly 5,700 companies were registered to post-office boxes. New laws require companies to have a physical presence in the state through an owner or a registered agent, and make it a felony to submit false filings.

"What we want to have is good, quality legitimate businesses," said Patricia O'Brien, Wyoming's Deputy Secretary of State. "We don't regulate what the business itself does, but we are not recruiting businesses here that are questionable or illegal."

Wyoming Corporate Services is run by Gerald Pitts, its 54-year-old founder and president. On paper, he is a prolific businessman. Incorporation data provided by Westlaw, a unit of Thomson Reuters, show that Pitts is listed as a director, president or principal for at least 41 companies registered at 2710 Thomes Avenue.

Another 248 firms name Edge Financial Inc., another incorporation service, as their "manager." Gerald Pitts is the president of Edge Financial, according to records on file with the Wyoming secretary of state's office.

Companies registered at 2710 Thomes Avenue have been named in a dozen civil lawsuits alleging unpaid taxes, securities fraud and trademark infringement since 2007, a review of Westlaw data shows. State and federal tax authorities have filed liens against companies registered at the address seeking to collect more than $300,000 in unpaid taxes, according to Westlaw.

Pitts says Wyoming Corporate Services fully complies with the law and doesn't have any knowledge of how clients use the companies he registers. "However, we recognize that business entities (whether aged, shell or traditional) may be used for both good and ill," Pitts wrote in an email to Reuters. "WCS will always cooperate with law enforcement agencies who request information or assistance. WCS does not provide any product or service with the intent that it be used to violate the law."

THE UKRAINE CONNECTION
Gerald Pitts and his own incorporation firms have never been sued or sanctioned, according to federal and state court records. Wyoming officials said Wyoming Corporate Services operates legally. "If they do it by cubby holes and they are really representing each person, they meet the law," said O'Brien, the deputy secretary of state.

But clients of his have run into trouble.

Among those registered at the little house in Cheyenne are two small companies formed through Wyoming Corporate Services that sold knock-off truck parts to the U.S. Department of Defense, according to a Reuters review of two federal contracting databases and findings from an investigation by the Pentagon's Defense Logistics Agency. The owner of those firms, Atilla Kan, awaits sentencing on a 2007 conviction for wire fraud in a related matter.

Also linked to 2710 Thomes is former Ukrainian Prime Minister Pavlo Lazarenko, who was once ranked the eighth-most corrupt official in the world by watchdog group Transparency International. He is now serving an eight-year jail term in California for a 2004 conviction on money-laundering and extortion charges. According to court records, that scheme used shell companies and offshore bank accounts to hide stolen Ukrainian government funds.

Court records submitted in Lazarenko's criminal case and documents from a separate civil lawsuit, as well as interviews with lawyers familiar with the matter, indicate Lazarenko controls a shelf company incorporated in Cheyenne that owns an estimated $72 million in real estate in Ukraine through other companies.

The U.S. government continues to seek more than $250 million from bank accounts in Antigua, Barbuda, Guernsey and other countries that it says were controlled by Lazarenko and his associates, according to a forfeiture action filed by the Department of Justice.

The paper trail linking Lazarenko to the real estate in Ukraine is labyrinthine. At the heart of it is a shelf company called Capital Investments Group, registered at 2710 Thomes Avenue.

U.S. lawyers for a Ukrainian businessman named Gennady Korban submitted documents claiming that Lazarenko is the true owner of Capital Investments Group and other U.S. companies.

Lazarenko and Korban are rivals in Ukraine, and for years have traded allegations of corruption and assassination. An organization chart accompanying Korban's submission alleges Capital Investments Group owns 99.99 percent of a Ukrainian firm called OOO Capital Investments Group. That company, the chart claims, is the owner of another company, OOO Ukrainsky Tyutyun, where Pavlo Lazarenko is a director. Each of the firms and several others are used as corporate fronts to control properties in Dnepropetrovsk, Ukraine, the filing alleges.

Seven properties are named in the 2009 filing by Korban, including 55 Pushkin Street and 58 Komsomolskaya Street. The dossier on Capital Investments Group claims that other directors of the alleged front companies include Lazarenko's wife, son and mother-in-law.

Federal prosecutors successfully urged the court in late 2009 to disregard Korban's submissions, arguing that it would take too much time to vet his account and thus delay his resentencing after a lengthy appeal.

A few months later, in February 2010, Capital Investments Group sued Korban and others in federal court in Delaware. That lawsuit claims two properties in the Ukraine controlled by Capital Investments Group - 55 Pushkin Street and 58 Komsomolskaya Street - were stolen from it using forged documents.

The lawsuit says Capital Investments was formed in September 2005. It is registered at 2710 Thomes Avenue, and Gerald Pitts, the court documents say, is "President, Secretary, Chairman and director."

But Capital Investments Group doesn't disclose the name of its owners. Daniel Horowitz and Martin Garbus, attorneys for the company, have represented Pavlo Lazarenko in other U.S. and Ukrainian litigation. They declined to provide the owners' names, citing client confidentiality, and wouldn't comment on Lazarenko's links to CIG.

The U.S. Attorney's office in San Francisco declined to comment. Asked about his association with Lazarenko and Capital Investments Group, Gerald Pitts declined to provide information on specific clients. Pitts said he is aware of the Delaware lawsuit and "is cooperating fully with authorities in the matter."

POKER EMPIRE
Another man linked to 2710 Thomes is Ira N. Rubin. Prosecutors allege he created a Rube Goldberg-style network of shell and shelf corporations to further his scams.

In December 2006, the Federal Trade Commission sued Rubin for fraud in federal court in Tampa. Documents in the civil lawsuit allege Rubin used at least 18 different front companies to obscure his role as a credit-card processor for telemarketing scams.

These operations, the FTC alleged, offered subprime credit cards that charged an upfront fee debited from customers' bank accounts, but the cards were never delivered. The complaint also alleged Rubin processed payments for online gambling rings and pharmacy websites selling controlled substances.

One company in that network was Elite Funding Group Inc. It was registered at 2710 Thomes Avenue in August 2004 and offered for sale by Wyoming Corporate Services for $1,095. Gerald Pitts was listed in public documents as the original director, wrote an investigator hired by the FTC in a January 2007 report filed in federal court in Tampa. Pitts had resigned six months earlier as director and was replaced by Rubin, according to court records.

Rubin's maze-like network served as the back office for alleged consumer scams operating from Canada, the Philippines, Cyprus and the U.S., with names like Freedom Pharmacy and Fun Time Bingo. His companies took consumer bank account information obtained by the clients, charged the accounts via an electronic transactions network that enables direct debits, kept a portion of the proceeds, and forwarded the rest to the alleged fraudsters, according to documents in the FTC's civil lawsuit.

To minimize scrutiny, Rubin used at least 18 different firms to handle his operations. A firm called Global Marketing Group processed payments for telemarketers offering bogus credit cards, the FTC alleged. Elite Funding, the Wyoming shelf corporation, was a subsidiary of Global Marketing. Rubin used Elite to open bank accounts with Wells Fargo Bank which held more than $300,000 in proceeds from the payment processing, according to court records.

Just hours after Rubin was visited by a court-appointed receiver in the case in December 2006, $249,000 vanished from the Wells Fargo account. Rubin refused to say if he transferred the money, citing his 5th Amendment right against self-incrimination. At least $125,000 then made its way to a bank account in Chennai, India, and has never been recovered, according to documents in the civil lawsuit.

Why use a shelf company? "To hide who they are and what they are doing. In the case of Ira Rubin, he had a payment processing empire that worked on behalf of many different industries, all of which were engaged in illegal conduct," said James Davis, an attorney with the Federal Trade Commission. "It was to his benefit to make it as difficult as possible for law enforcement to connect these companies back to him."

In 2008, Rubin fled to Costa Rica to avoid arrest for contempt in the civil case. Authorities allege he went on to run another payment-processing operation from abroad: This March 10, he and 10 others were indicted in New York for allegedly running a massive scheme to hide payments made by U.S. customers to the three largest online-poker websites, in violation of a ban passed by Congress in 2006. He was extradited from Guatemala the same month. On June 8, a New York judge denied bail for Rubin.

Stuart Meissner, an attorney for Rubin, said his client was not available for comment. Pitts declined to comment.

AMERICAN LOOPHOLES
The loopholes in U.S. disclosure of bank-account and shell-company ownership have drawn fire.

The U.S. was declared "non-compliant" in four out of 40 categories monitored by the Financial Action Task Force, an international group fighting money laundering and terrorism finance, in a 2006 evaluation report, its most recent. Two of those ratings relate to scant information collected on the owners of corporations. The task force named Wyoming, Nevada and Delaware as secrecy havens. Only three states - Alaska, Arizona and Montana - require regular disclosure of corporate shareholders in some form, according to the 2009 report by the National Association of Secretaries of State.

Some lawmakers want tighter rules. Senator Carl Levin (D-Mich.), chairman of the Senate Homeland Security Committee's Permanent Subcommittee for Investigations, has introduced the Incorporation Transparency and Law Enforcement Assistance Act each year since 2008. The bill would require states to obtain and update information about the real owners of companies, and impose civil and criminal sanctions for filing false information.

"Criminals use U.S. shell companies to commit financial fraud, drug trafficking, even terrorist financing, in part because our states don't require anyone to name the owners of the companies they form," Levin said in an email to Reuters.

The bill has been beaten back by a coalition of state officials and business groups, citing concerns about the cost of implementing the new law and federal government infringement on state incorporation rights.

A leading opponent is the National Association of Secretaries of State. Kay Stimson, a spokeswoman, said in an email that the Levin bill "would have placed new burdens upon states and legitimate, law-abiding businesses-many of which are struggling to stay afloat during these difficult financial times-while continuing to provide lawbreakers with the means to evade the law."

An aide for Levin said the bill is expected to be re-introduced soon. The new bill will add provisions requiring incorporation agents who sell shelf companies to provide beneficial owner data, said a Senate aide familiar with it.

CAT AND MOUSE
Shell companies remain a headache for law-enforcement authorities. Officials say court-ordered subpoenas served on incorporators of shell and shelf corporations generally do deliver the names of the real owners hiding behind nominees. But if the owners are not U.S. citizens or companies, the investigation often hits a dead-end, they say.

There are additional hurdles. Wyoming Corporate Services charges $2,500 per year to supply an attorney who can provide an extra shield. Cheyenne attorney Graham Norris Jr. tells prospective clients sent to him by WCS that he will create a company on their behalf. That way, he says, he can invoke attorney-client privilege-adding a layer of privacy anytime there is an inquiry about their identities.

"When you do need to contact Wyoming Corporate Services, you may do so through me," advises a June 13 "Dear Client" letter supplied by Norris to Reuters. "If you contact them directly, there is a greater risk they may disclose that information in response to a subpoena; remember there is no privilege with Wyoming Corporate Services, only with your attorney."

For a fee, clients can request that Norris file a motion to quash any subpoena, the letter says. It warns that in cases where fraud or criminal conduct is alleged, a court might order Norris to name the owners. Still, after any inquiry about identity, the letter says, Norris must inform the client-and "I must also decline to answer the inquiry."

Investigators say they are sometimes loath to use subpoenas for the very reason highlighted in Norris' letter-fear of tipping off targets. "In the initial stages of investigation, when we encounter a domestic shell corporation, we know we can't subpoena the company that sold the corporation to the end users, because we don't want the target to find out they are being investigated," says FTC attorney James Davis.

Other U.S. agencies raise similar complaints about shells. The 2006 U.S. Money Laundering Threat Assessment, prepared by 16 federal agencies, devotes a chapter to the ways U.S. shell companies can be attractive vehicles to hide ill-gotten funds. It includes a chart to show why money launderers might like to create shells in Wyoming, Nevada or Delaware, which offer the highest levels of corporate anonymity.

The information in the chart is credited to the Web site of a firm called Corporations Today-an incorporation service run by Gerald Pitts in Cheyenne, Wyoming.

(Reporting by Kelly Carr in Cheyenne and Brian Grow in Atlanta; additional reporting by Dan Levine in San Francisco, Jen Rogers and Jaime Hellman in Cheyenne; research by Mary Kivimaki of Westlaw; editing by Claudia Parsons and Michael Williams)




NZZ Online    29. Juni 2011, 11:28

Druckversuche auf Staatssekretär Ambühl
US-Justizdepartment feuert neue Salve gegen die Schweiz
Von Zoé Baches

Staatssekretär Michael Ambühl führt die schwierigen Verhandlungen mit den USA rund um den Bankenvergleich. Über eine Reporterin von Reuters übt das amerikanische Justizdepartment erneut Druck auf die Verhandlungen von Staatssekretär Michael Ambühl zum globalen Bankendeal aus. Natürlich seien die Gespräche schwierig, meint eine mit der Situation vertraute Person.
Z.B. Lynnley Browning, die Reporterin mit dem direkten Draht zum amerikanischen Justizdepartment (DOJ), schreibt seit kurzem für die Nachrichtenagentur «Reuters». Die Primeur-Geschichten aus dem DOJ, die bisher in der «New York Times» erschienen sind, werden nun von der Nachrichtenagentur publiziert. Wie «Reuters» (erneut) meldet, sollen die Gespräche um einen globalen Bankenvergleich zwischen den USA und der Schweiz kurz vor dem Abschluss stehen. Allerdings, so der Artikel, soll es eine heftige Kontroverse um einen Verhandlungspunkt geben, die den Abschluss des Vergleichs bedrohe.

So verlange Staatssekretär Michael Ambühl, dass Bankmitarbeiter von Schweizer Häusern künftig von den amerikanischen Strafverfolgungsbehörden nicht mehr für Handlungen in der Vergangenheit belangt werden können. Die USA wehre sich dagegen mit Händen und Füssen und verlange, dass – falls genügend Beweise vorlägen – gegen einen Schweizer Bankmitarbeiter auch weiterhin Klage eingereicht werden könne.

Der Artikel führt zudem aus, dass die Eckpunkte des Vergleichs jetzt gesetzt seien. Die Schweizer Banken müssten eine Busse in der Höhe von «vielen Milliarden» zahlen (siehe Box), sämtliche Offshore-Geschäfte mit amerikanischen Kunden aufgeben und weitere Kundendaten an die USA liefern.

Bussenzahlung?
    Lynnley Browning war auch die Reporterin, die erstmals die Forderung des amerikanischen Justizdepartments nach einer Bussenzahlung der Schweizer Banken im Zusammenhang mit dem Bankenvergleich in die Runde warf. Jetzt wird diese Latte noch einmal deutlich höher angesetzt, so spricht die «Reuters»-Meldung plötzlich von einem «Multi-Billion-Dollar-Deal», also einem Deal in Höhe von mehreren Milliarden.
    Richtig ist, dass der Vergleich wohl eine Bussenzahlung von den Schweizer Banken beinhalten dürfte. Wie hoch eine solche sein könnte, ist zum heutigen Zeitpunkt noch Spekulation. Allerdings wollte die Finanzmarktaufsicht Finma vor einigen Monaten von jeder Schweizer Bank wissen, wie viele Vermögen amerikanischer Kunden sie betreut. Wird diese Zahl zusammengezählt, könnte man das auf die Bussenzahlung der UBS – rund 20 Milliarden Vermögen ergab eine Bussenzahlung von 780 Millionen – hochrechnen. Z.B.
Natürlich sind die Gespräche schwierig
Eine Person, die mit der Situation vertraut ist, erklärt gegenüber NZZ Online, dass diese Einschätzung so nicht ganz korrekt sei. Natürlich würden sich die Gespräche mit den Amerikanern nicht einfach gestalten, das sei aber auch nicht zu erwarten gewesen. Diskutiert werde derzeit auch über die folgenden zwei Punkte.

Schweiz will die Strafbefreiung
Michael Ambühl will einen Schlussstrich unter die Vergangenheit setzen. Darunter fällt auch eine Strafbefreiung der Bankmitarbeiter für vergangene Taten. Die Amerikaner sollen nun darauf beharren, auch in Zukunft Klage gegen Schweizer Bankmitarbeiter einreichen zu können, falls nachträglich neue strafrelevante Aspekte auftauchen. Wie genau das ausschauen wird, sei aber noch offen, und die Details müssten jetzt geklärt werden, sagt die mit der Situation vertraute Person.

Ebenfalls noch offen sei, was genau in den globalen Vergleich aufgenommen werde, ob die Beihilfe zur Steuerhinterziehung oder aber noch weitergehende Aktivitäten.

Diese Diskussion ist natürlich eine sehr schwierige, und die Forderung der Amerikaner könnte in mancher Hinsicht für die Schweizer Banken problematisch sein. Um nur ein Beispiel herauszupicken: Schon im Fall UBS zogen die verschiedenen Schweizer Rechtsexperten sehr unterschiedliche Trennlinien zwischen dem, was leichte und was schwere Steuerhinterziehung – sprich Steuerbetrug – ist. Bekanntermassen setzen die USA diese Grenze noch einmal anders. Entscheidend wird hier der genaue Wortlaut im Vergleich sein.

Erneute Lieferung von Kundendaten?
Intensiv diskutiert werde zudem über die Forderung der Amerikaner, dass die Schweizer Banken weitere Namen von amerikanischen Kunden an die USA liefern sollten. Eine solche wäre ein schwerer Verstoss gegen das Schweizer Bankgeheimnis und würde, so meinen verschiedene Kommentatoren, vom Schweizer Parlament wohl nicht mehr einfach so durchgewunken wie im Fall UBS. Auch hier steht Michael Ambühl vor einer schwierigen Ausgangslage – einfach angesichts der Tatsache, dass die Schweiz bereits einmal Namen in die USA geliefert hat.

Noch offen, wer genau darunter fällt
Will man wirklich die Vergangenheit bereinigen, muss der Bankenvergleich nicht nur die Bankkader und Mitarbeiter umfassen, sondern auch die externen Anwälte und Berater, die unabhängigen Vermögensverwalter und die Versicherungsgesellschaften, die Policen für amerikanische Personen ausgestellt haben (sogenannte insurance wrappers).

Ambühl möchte hier einen breiten Schlussstrich ziehen, wie die mit der Situation vertraute Person ausführt, noch sei man aber in der Diskussion mit den USA, wer letztlich alles unter den Vergleich fallen werde.

Unterschiedliche Interessen seitens der USA
Warum hat Browning ihren Artikel zum jetzigen Zeitpunkt publiziert? Das Justizdepartment dürfte unzufrieden mit dem Verlauf der Verhandlungen sein, spekuliert ein Rechtsexperte. Mit so einem Artikel, der suggeriert, dass die Verhandlungen gefährdet seien, solle Druck auf Staatssekretär Ambühl ausgeübt werden. Denn am Verhandlungstisch auf amerikanischer Seite sitzen eben nicht nur die Vertreter des Department of Justice, sondern auch die Steuerbehörde IRS. Diese möchten vor allem eines: dass die Schweizer Banken eine möglichst hohe Busse bezahlen.

Das Justizdepartment dagegen habe völlig andere Interessen. Es möchte möglichst viele weitere Klagen gegen Schweizer Finanzhäuser, Banker, Berater und Anwälte einreichen können. Zum heutigen Zeitpunkt wünsche das DOJ keinen umfassenden Bankenvergleich mit der Schweiz, weil dann sämtliche Untersuchungen fallen gelassen werden müssten.




NZZ Online    7. Juli 2011, 09:02

«Die Schurken sind die Hochsteuerländer»
Lobbygruppe in Amerika macht Stimmung für Steueroasen

Florida ist gerade bei den lateinamerikanischen Kunden sehr beliebt – im Bild die Skyline von Miami. (Bild: Imago)

«Seid laut und wehrt Euch!», fordert ein einflussreicher amerikanischer Think Thank an die Adresse der Niedrigsteuerländer weltweit. Rechtsräume mit tieferen Steuern seien generell besser als Hochsteuernationen. Die Regierung Obamas betreibe heute «Finanzimperalismus».
Z.B. «Banking on national economic suicide», titelte die «Washington Times» in einem Fremdartikel vor einigen Wochen, «Wetten auf den volkswirtschaftlichen Selbstmord». Der Autor fragt: «Würden Sie es klug finden, eine Regulierung zu schaffen, die es im Ausland lebenden Amerikanern praktisch unmöglich macht, dort wo sie leben ein Bankkonto zu eröffnen?» Und weiter: «Hat es Sinn, amerikanischen Finanzhäusern Regulierungen und Kosten aufzuerlegen, die ausländische Investitionen aus den USA treiben mit dem einzigen Zweck, den Steuerbehörden anderer Länder bei der Einziehung von Steuern der eigenen Bürger zu helfen?».

Der Autor des Artikels, Richard W. Rahn, ist Mitglied des einflussreichen Center for Freedom and Prosperity (CF & P), das mit dem liberalen Think Tank Cato in Washington verbunden ist. CF & P hat sich dem Kampf gegen einen umstrittenen Gesetzesvorschlag des amerikanischen Finanzdepartements und der Steuerbehörde IRS verschrieben. Das Gesetz sieht vor, dass künftig alle amerikanischen Banken und Finanzinstitute die Daten ihrer ausländischen Bankkunden gegenüber dem IRS offen legen müssen. Diese Informationen können dann den jeweiligen Regierungen der entsprechenden Länder zur Verfügung gestellt werden.

Das umstrittene Gesetz
Z.B. Der Gesetzesvorschlag des amerikanischen Treasury und der Steuerbehörde IRS sieht vor, dass künftig alle amerikanischen Banken und Finanzinstitute neu auch die Daten ihrer ausländischen Bankkunden gegenüber dem IRS offen legen müssten. Diese Informationen, so der Gesetzesvorschlag weiter, können dann den jeweiligen Regierungen der entsprechenden Länder zur Verfügung gestellt werden.

Nicht-Amerikaner, die ihr Geld vor dem heimischen Fiskus bei einer amerikanischen Bank angelegt haben, müssten somit künftig fürchten, dass ihre Daten den eigenen Steuerbehörden gemeldet würden. Kommt das Gesetz, dürfte das das Ende der Steueroasen in den USA bedeuten.

Zuerst hatte sich auf Seiten Floridas – viele lateinamerikanische Kunden bringen ihr Geld in den Sonnenstaat – Widerstand gegen den Vorschlag formiert. Inzwischen wenden sich immer mehr Kongressmitglieder dagegen, wie CF & P auf ihrer Webseite mitteilt. 71 Parlamentarier hätten sich bisher zum Thema beim Center gemeldet, nur drei davon sprechen sich für den Gesetzesvorschlag aus.

«Fatca ist Finanzimperialismus»
Heftig geht der Artikel zudem mit der geplanten Finanzmarktrichtlinie Fatca ins Gericht. Bei dieser handle es sich um nichts anderes als «Finanzimperialismus durch die amerikanische Regierung». Bereits hätten ausländische Banken und Finanzhäuser angekündigt, nicht länger amerikanische Kunden zu akzeptieren und nicht mehr in den USA zu investieren. «Viele amerikanische Bürger, die auswärts leben, selbst amerikanische Diplomaten und militärisches Personal, können plötzlich keine Bankkonten mehr eröffnen in dem Land, in dem sie leben», ärgert sich Autor Rahn.

Fatca
Fatca verlangt eine Identifizierung sämtlicher Kunden von Banken, die direkt oder indirekt in US-Wertschriften investieren, bei der Steuerbehörde IRS. Selbst Anleger, die lediglich ein gewöhnliches Sparbuch besitzen, müssten also künftig zumindest laut gegenwärtiger Lesart nach Washington gemeldet werden, sobald die Bank beispielsweise in US-Aktien investiert. Bei ausbleibender Kooperation droht eine Quellensteuer von 30 Prozent auf sämtliche Einkommen aus US-Quelle.
«Noch nie von Wikileaks gehört»
Angesichts des enormen Defizits der USA ist es laut Rahn in der Geschichte Amerikas noch nie so wichtig gewesen wie heute, dass ausländische Investitionen ins Land fliessen. Doch hätten sich das Finanzministerium und die Steuerbehörde auf ein Programm festgelegt, das nur als «volkswirtschaftlicher Selbstmord» bezeichnet werden könne.

Die «naive Antwort» des Finanzministeriums auf diese Kritik sei einzig, dass die sich daraus für die USA ergebenden Verluste nicht allzu gross sein dürften. Bisher sei allerdings noch keine vernünftige Kosten-Ertragsanalyse zu dem Thema gemacht worden. Zudem habe das Finanzministerium betont, es werde sichergestellt, dass die gesammelten Informationen nicht in die Hände korrupter  Regierungen und sonstigen «bad actors» gelangen würden. «Offensichtlich hat das Finanzministerium noch nie etwas von Wikileaks gehört», wettert der Autor und erklärt, dass es einige Mitarbeiter am IRS und im Finanzdepartment gebe, die über grosse Macht verfügten. Das heisse aber nicht, das sie auch über das notwendige Wissen und Können verfügten.

Stillhalten zahlt sich nicht aus
In einer Analyse «Die OECD-Kampagne gegen Steuerwettbewerb, Finanzsouveränität und finanzielle Privatsphäre durchleuchtet: Strategien für Niedrigsteuerländer» fordert ein Mitglied des Think Tanks Cato mehr Einsatz seitens der betroffenen Nationen. Es habe sich gezeigt, dass die bei vielen Betroffenen so beliebte Taktik des «Stillhaltens und darauf Hoffens, dass sich der Sturm verzieht», in diesem Fall nicht ausbezahle. «Die Besänftigungspolitik ist keine Strategie mehr», so Cato in der Studie.

«Hochsteuerländer schaden der Wirtschaft»
Nur wenn sich die Niedrigsteuer-Länder endlich wehrten und aggressiv die «Überlegenheit ihrer Steuerpolitik sowohl auf fiskalischer als auch moralischer Ebene» verteidigten, nur dann könnten sie den Gang der Dinge beeinflussen. Ein Teil der Strategie der OECD schloss ein, dass versucht wurde, die Niedrigsteuerländer als Bedrohung der globalen Wirtschaft zu verunglimpfen. So erhielt der Begriff «Steueroase», an und für sich ein positiver Begriff, einen schlechten Ruf. Es sei jetzt an der Zeit, endlich in die Offensive zu gehen.

Kontakt aufnehmen
«Die wahren Schurkenstaaten sind die Hochsteuernationen. Länder wie Griechenland, Spanien, Italien und Frankreich destabilisieren heute die Weltwirtschaft. Die Welt wäre ein viel besserer Ort, wenn die OECD-Nationen die Fiskalpolitik der Steueroasen kopieren würden, und nicht umgekehrt.»

CF & P fordert betroffene Niedrigsteuer-Länder auf, Kontakt mit der Gruppe aufzunehmen und bietet an, diesen ihre Expertise auf dem Gebiet zur Verfügung stellen.

11 Leserkommentare:

Georg Merkl (8. Juli 2011, 10:25)
Florida, Delaware und die Schweiz sind keine Steueroasen
@Alfred Aichinger: Florida und Delware sind keine Steueroasen. Dort gibt es für Unternehmen und Privatpersonen recht normale Steuersätze. Dazu kommen noch die happigen US-Bundessteuern. Wer von Delaware aus Geschäfte betreibt und in anderen Gliedstaaten der USA Niederlassungen (Betriebsstätten) hat, muss auch dort Steuern bezahlen und versteuert nicht alles in Delaware. Anlagevehikel nach Delaware-Recht sind meist steuerlich transparent (z.B. Kommanditgesellschaften), sodass die Anleger die Steuern in ihrem jeweiligen (Wohn-)Sitzstaat zahlen. Ausser für Pauschalbesteuerte, Holdinggesellschaften mit Auslandsbeteiligungen und reiche Erben ist auch die Schweiz keine Steueroase. Es geht bei Florida um die Möglichkeit des steuerlichen Informationsaustauschs über ausländische Bankkunden und nicht um die Steuern in Florida.

Herbert Kneubühl (7. Juli 2011, 17:07)
Schurken im Büssergewand
Den Kommentar Aichinger verstehe ich nicht. Im Artikel geht es darum, dass Amerika aber auch viele Länder in Europa für die Mittelschicht zur Steuerhölle geworden sind. Und warum sind sie zur Steuerhölle geworden? Ganz einfach, diese Staaten leben alle über ihre Verhältnisse. Entweder sind sie korrupt, erfreuen sich einer hohen Staatsquote oder führen gerne Krieg gegen das Phantom des Bösen. Die Reichen schleifen jedes System und wenn es um den eigenen Standortvorteil geht, schaut der Fiskus nicht so genau hin (Delaware, Florida etc). Leider gewinnt die Technokratie auch in der CH laufend an Boden und belastet den Mittelstand und die KMU um den immer fetteren Moloch füttern zu können. Unsere Regierung wird den Ausverkauf der CH schon richten.

Alexander Muller (7. Juli 2011, 16:42)
liberal höchstens noch in anführungszeichen
Diese Art Machwerke steht heutzutage leider vielerorts dafür, was aus dem liberalen Gedankengut geworden ist. Auch für die FDP bedeutet liberal nur noch "rendite maximieren" und Eigeninteresse. Liberale Denker wie Rawls oder auch Autoren wie Orwell würden sich im Grabe umdrehen.
Kompletter Unsinn ist natürlich das Gefasel von den Hochsteuerländern als eigentliche Bösewichte. Niedrigsteuerländer funktionieren nur in einem offenen System in dem Sie Reichtum aus dem Ausland anziehen und so ihre tiefen Steuern (bei doch hohen staatlichen Investitionen in Bildung & Co) finanzieren. Die Welt ist in Sachen Steuern nun aber ein geschlossenes System (vom Wachstum abgesehen). Daher kann das punkten mit Tiefststeuern nur im Kontext einer egoistischen Perspektive funtkionieren. Ethisch ist das bestimmt nicht.

Alfred Aichinger (7. Juli 2011, 15:15)
Frei nach Moser, gut gebrüllt....
In den USA liebt man die Vielfalt, so scheint es zumindest. Was passiert mit Delaware, wo alle Landesbanken ( natürlich nicht nur ) von D ihre " conduits " eröffnet haben, um ihre Bilanzen zu entlasten und somit den Deutschen Bürger erleichtert haben. Der Weg in die Rechtschaffenheit gilt offensichtlich nur für die Anderen.

Meier Hans (7. Juli 2011, 13:00)
Wer lebt lieber in der Wüste?
Der Mann hat Recht, die Steuer-Wüsten sind das Problem, nicht die Oasen. Der Steuern einziehende Staat setzt die erhaltenen Gelder immer viel ineffizienter ein, als die privaten Akteure. Dies führt zu immenser Vernichtung von Wohlstand.

Hans Georg Lips (7. Juli 2011, 12:23)
Nun, die Schweiz kann ja nicht gemeint sein.
Sie ist für Konzerne, Pauschalbesteuerte und ausl. Steuerflüchtlinge eine Steueroase, nicht aber für den gutverdienden Mittelstand. Wenn man da nur an die unsägliche, fast ewige Geschichte der Abschaffung des Eigenmietwerts denkt. Oder an die leeren Sprüche von Finanzministern von der Steuererklärung auf dem Bierdeckel. Zudem kann sich die SChweiz "rühmen" den höchsten Zuwachs der Staatsquote in Europa
zu haben.Mit faulen Tricks werden neue Abgaben diktiert und Staatsleistungen entfallen, ohne Preiskompensation. Nein, die Schweiz kann nicht gemeint sein. Hier wird man abgezockt .Ein Rentner lebt weit billiger in Deutschland oder Frankreich. Da gibt es keine des Mehrwerts bei selbstbewohntem Hauseigentum.Nein, die Schweiz kann nicht gemeint sein.

Nadine Binsberger (7. Juli 2011, 12:22)
Stimmt.
Es wäre besser gewesen, die Staaten hätten für die Rettung ihrer Banken kein (Steuer-)Geld gehabt. Dann hätten wir bereits heute ein funktionierendes alternatives Wirtschaftsmodell realisiert (realisieren müssen), das nicht mehr plutokratisch ist. Schade, hat man nicht früher auf diese Leute gehört...

Gunther Kropp (7. Juli 2011, 12:07)
Schurken und Retter
Höchst Interessant. Die Schweiz und Liechtenstein müssen aufstehen und Wiederstand leisten, damit die US-Steueroase Florida gerettet wird. Die beiden Alpen-Grossmächte müssen also die Muskeln spielen lassen, damit Washington umkippt und einige Südamerikaner auch in Zukunft besser schlafen können.
Gunther Kropp, Basel

Werner Moser (7. Juli 2011, 11:58)
Gut gebrüllt!
In allem steckt ein Körnchen Wahrheit. Betreffend die Hochsteuerländer (und Organisationen wie OECD etc.) sogar mehr als ein Körnchen. Trotz Übertreibungen ist es „erfrischend“, auch diese Seite der Medaille „aufgedeckt“ zu bekommen. Mit Blick auf Monstergesetze wie Facta (Finanzimperialismus?) wäre den USA eine kritischere Öffentlichkeit zu wünschen. Es ist in der Tat so, dass es im Ausland lebenden Amerikanern (fast) unmöglich geworden ist, dort wo sie leben ein Bankkonto zu unterhalten noch zu eröffnen: Der Umgang mit ihnen gleicht allmählich dem der Umgang mit "Aussätzigen". What a shame!

critical reader (7. Juli 2011, 11:54)
Der Schein trügt
Hochsteuerländer, wie z.B. in Skandinavien zu finden, bieten eine der weltweit schlechtesten Lebensqualität, weil staatliche Zwangsabgaben jegliche persönliche Eigentumsfreiheit unterbinden - die Gemeinschaft verwaltet alles und "sorgt" für jeden Einzelnen, wie im Kommunismus auch - wunderbar!

Alex Zatelli (7. Juli 2011, 09:18)
Nun sind halt ....
... die Länder mit der höchsten Lebenqualität fast durchgehend "Hochsteuerländer": Skandinavien etc.
In Wahrheit wollen diese Leute die Früchte der Steuern von andern geniessen. So einfach ist deren Begriff von "Freiheit": sie meinen Freiheit auf Kosten von andern gut zu leben.




Washington Post    November 8, 2011

Joining the Chorus for Tax Cooperation
Democrats’ FATCA would send capital fleeing overseas
by Richard W. Rahn

How much pressure would it take before you would sell out your intellectual integrity? Those who are given responsibilities for developing and promoting sound public policy are subject to never-ending pressure by those in the political class to serve them rather than the public.

An extraordinarily well-researched and provocative paper has just been released, tracing how the Organization for Economic Cooperation and Development (OECD), a major international organization, descended from promoting trade- and job-creation policies among the nations of the world to one that is supporting job-destroying tax cartels for the benefit of the high-tax countries. The paper, Cartelizing Taxes: Understanding the OECD’s Campaign Against ‘Harmful Tax Competition’, was clearly and interestingly written by law and economics scholar Andrew Morriss of the University of Alabama and Swedish economic researcher Lotta Moberg of George Mason University. The authors conducted many interviews and used primary and secondary sources to support their disturbing conclusions. (The paper may be found at: http://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=1950627.)

The paper documents how the OECD drifted from its original goals into an organization that is undercutting the rationale for its existence. Mr. Morriss states, “The puzzle we set out to explore is why the OECD, an organization devoted to promoting economic growth for much of its existence, would start promoting tax policies that reduce economic growth.” The paper shows that “central to the OECD critique of tax competition was the claim that attracting investment was an illegitimate criterion for evaluating tax policy, even though creating an attractive investment climate was treated as a legitimate goal in other policy areas by the OECD.” The authors note, “The most objectionable feature of the OECD’s expansion of its mission was its effort to impose its standards on jurisdictions that had no voice in the creation of the standards through the blacklist.” Again, Mr. Morriss comments: “There is something particularly galling about people sitting in Paris, getting hefty tax-free salaries [also true of those working for the International Monetary Fund, World Bank and other international organizations] paid by the rest of us, spending their time telling the rest of the world to pay higher taxes.” Finally, perhaps most frightening of all, as Ms. Moberg notes, “The ongoing project against tax competition can be seen in a larger perspective of international organizations moving into areas of international regulation, if not by legal means then by peer pressure and norm setting.”

What we are seeing is the growth of international, non-elected bureaucracies that hack away at our liberties and economic freedoms, destroying jobs and opportunity, all in the name of redistributionist and “tax-fairness” schemes. In the case of the OECD, the United States is funding approximately a quarter of its budget. Citizens ought to be asking members of Congress why their precious taxpayer dollars are being wasted on an organization that is now promoting and mandating destructive economic policies.

But international organizations aren’t the only ones that are destroying jobs and economic opportunity in the name of tax fairness. The U.S. Treasury and Internal Revenue Service are considering regulations that could cost Americans millions of jobs. One of the regulations being developed stems from the Foreign Account Tax Compliance Act (FATCA), which was passed by Congress in 2010. FATCA would impose a 30 percent tax on the investment in the United States of any foreign financial institution, including a bank, if it had any unreported U.S. citizen or green card holder contributing to the pool of money invested. Furthermore, the foreign financial institution’s officers could be subject to civil and criminal charges for making such an investment. In an era of common dual citizenships, it is impossible for a foreign financial institution to know for certain whether any of its clients is a U.S. taxpayer (i.e., citizen, green card holder, etc.). Thus, foreign financial institutions in Switzerland, Taiwan and elsewhere are pulling their investments out of the United States right at the time when the U.S. needs all of the job-creating foreign investment it can get.

Sen. Carl Levin, Michigan Democrat, and the other economic-know-nothings who proposed these measures claim - without any basis in fact - that the United States is losing $100 billion annually because of foreign account tax avoidance or evasion. Private foreign investment in the U.S. is about $14 trillion. So $100 billion is less than 1 percent of the private foreign investment, yet the mental midgets in Congress and the administration are willing to risk trillions of dollars in job-creating foreign investment in exchange for a phony $100 billion. Well over 10 million American jobs are at risk because of this foolishness.

It gets worse. The Treasury and IRS have yet to do a cost-benefit study of FATCA, but final regulations are being developed. In the private sector, executives who so failed at their fiduciary responsibilities would be fired, perhaps fined or even sent to jail. But members of Congress and the executive branch are most unlikely to pay any penalty for risking perhaps 20 to 40 jobs for each job they might, theoretically, save. By the way, many of the senators and congressmen who brought you FATCA are the same ones who want to continue to fund the OECD. Mr. President, if you really care about jobs in the way you say you do, why are you not calling for the repeal of FATCA and reining in Mr. Levin, his colleagues and your own Treasury secretary, who are in the process of endangering far more existing jobs than any of your questionable jobs proposals could possibly create?

Richard W. Rahn is a senior fellow at the Cato Institute and chairman of the Institute for Global Economic Growth.




Journal 21    14. Februar 2012, 08:30

Finanzkontrolleur USA
FATCA: Die dunkle Seite der Macht
Die Amerikaner haben einen Finanz-Virus aktiviert
René Zeyer

Wer sich über die Art der Verfolgung von US-Steuersündern bei Schweizer Banken wundert, hat noch nicht vom «Foreign Account Tax Compliance Act» (FATCA) gehört. Die ultimative Waffe, um US-Gesetze auf der ganzen Welt durchzusetzen.
FATCA erblickte als Wurmfortsatz des «Hiring Incentives to Restore Employment Act» am 18. März 2010 das Licht der Welt. Wer das damals überhaupt zur Kenntnis nahm, mag gedacht haben, dass es doch schön sei, dass die Amerikaner etwas gegen die Arbeitslosigkeit unternehmen wollen. In Wirklichkeit wurde hier eine Kontrollkrake geboren, ein Schnüffelmonster mit scharfen Klauen, dem sich alle Banken weltweit unterwerfen müssen. Alleine die Umsetzung der mit dem Kotau verbundenen Gesten kostet Milliarden. Kostet selbst die kleinste Schweizer Regionalbank Hunderttausende, grössere Banken Millionen Franken. Eine Erfindung von Orwell? Keineswegs, düstere Realität.

Was ist FATCA?
Die amerikanische Steuerbehörde IRS verfolgt weltweit alle, die US-Bürger, Doppelbürger, Besitzer einer Green Card (Niederlassungsbewilligung) sind oder jemals in den USA gearbeitet haben. Als neuste und schärfste Waffe in dieser Jagd dient FATCA. Die Strategie dahinter ist simpel. Die USA sind nach wie vor der wichtigste Finanzmarkt der Welt, der Dollar immer noch Leitwährung. FATCA beinhaltet, dass auf jedem Gewinn bei Kauf oder Verkauf von US-Wertschriften, auf Dividenden oder Zinsen eine Quellensteuer von 30 Prozent einbehalten und an den IRS abgeliefert werden muss. Falls der ausführende Finanzdienstleister, unabhängig davon, ob er das für sich selbst oder für einen Kunden tut, sich nicht «freiwillig» entschlossen hat, seine Geschäftstätigkeit FATCA zu unterstellen. Das gilt auch für die Transaktionen zwischen zwei Banken ausserhalb der USA, wenn eine der beiden nicht FATCA unterstellt ist. Das gilt auch für Beziehungen mit Kunden, die US-Steuerpflichtige sind, weltweit. Auch die müssen sich damit einverstanden erklären, dass die Bank ihre Daten an den IRS weitergibt.

Prinzip Virus
Das Teuflische an FATCA ist, dass es selbstverständlich ausserhalb der USA allen Finanzdienstleistern und Kunden freigestellt ist, sich diesem Gesetz zu unterwerfen. Nur: Welche Bank möchte schon gern einen Kunden, der nicht mit der Auslieferung seiner Daten einverstanden ist? Welche Bank möchte schon ihre Konkurrenzfähigkeit durch die Ablieferung von 30 Prozent Quellensteuer kaputt machen? Welcher Finanzdienstleister möchte schon mit einem anderen geschäften, der nicht bei FATCA mitmacht? Die fallen schnell aus dem sogenannten Interbanking-Geschäft, wo sich Banken gegenseitig kurzfristig Geld leihen. Und haben als Aussätzige, die nicht vom Virus infiziert sind, bald einmal Liquiditätsprobleme. Zudem müssen FATCA-Banken bei Geschäften mit solchen Ungehorsamen Steuerbüttel für die USA spielen, die 30 Prozent einbehalten und dem IRS abliefern. Alles Gründe, sich bei der Alternative "Schluck es, zahl es – oder geh zum Teufel" für die erste Variante zu entscheiden. Völlig freiwillig, ohne Zwang, einfach so als nette Geste Richtung Weltmacht USA.

It’s the law
Damit in den USA bei Bedarf auch Haftbefehle ausgestellt werden können, muss jeder Chefjurist eines Finanzdienstleisters mit seiner Unterschrift bestätigen, dass seine Bank alle Bestimmungen von FATCA erfüllt. Dabei handelt es sich, die Amis sind Formalisten, um mehrere hundert Seiten umfassende Gebrauchsanweisungen und Ausführungsbestimmungen, die periodisch ergänzt und erweitert werden. Erst im Sommer 2012 soll eine erste Endfassung des Gesetzes vorliegen, im Sommer 2013 geht’s dann richtig los. Da ja kein Jurist gerne eine Unterschrift leistet, bevor er weiss, wofür er sich damit behaften lässt, arbeiten weltweit viele Bankmitarbeiter fieberhaft daran, das Gesetz zu verstehen und seine Auswirkungen in den Geschäftsalltag zu integrieren. Dadurch entstehen alleine in der Schweiz Kosten in Multimillionenhöhe, wie die Wirtschaftssendung «Eco» letzte Woche berichtete. Aber «it’s the law», und wenn der Weltpolizist USA das sagt, duckt man sich lieber, bevor er die Navy Seals oder eine andere Killertruppe auf den Weg schickt.

Die wahren Gründe
Offiziell geht es den USA darum, an die angeblich 6 Millionen Steuerpflichtigen im Ausland heranzukommen, die keine Steuererklärung abgeben. Die zu erjagen, kostet den internationalen Finanzsektor mit der Umsetzung von FATCA zwar Milliarden. Aber so viel muss doch die Durchsetzung von Recht und Ordnung wert sein. Doch in Wirklichkeit geht es den USA natürlich um etwas ganz anderes: Ihre finanziellen Partikularinteressen weltweit durchzusetzen, unter völliger Missachtung allfälliger lokaler Gesetze. Denn die USA sind zwar noch militärische Weltmacht, aber finanziell und ökonomisch schwer auf dem absteigenden Ast. Also machen sie das, was untergehende Imperien gegen ihr Ende hin immer machen: Mit dem Knüppel winken und Tribute einfordern. Und das Ganze für Dummköpfe in wohlgesalbte Worte von Steuergerechtigkeit, Rechtsstaatlichkeit und den guten alten Satz einzukleiden: Wieso wollt ihr da nicht mitmachen, habt ihr etwa was zu verbergen? Auch hier lässt der Schweizer Staat seinen Finanzplatz schmählich im Stich. Oder hat man vom Bundesrat jemals ein Wort über FATCA gehört?

Blick in die Zukunft
Stellen wir uns vor, die Kreissparkasse Niederhugelshofen hat für mehrere hunderttausend Franken die Verordnungen von FATCA implantiert, wie man so schön sagt. Der verantwortliche Compliance Officer, lic. jur. Philipp Mörgeli, hat das mit seiner Unterschrift der IRS bestätigt. Und stellen wir uns vor, wie eines Morgens Mörgeli in seinen zitternden Händen ein Papier hält, auf dem eine Anklage gegen ihn persönlich und auch gleich gegen die Kreissparkasse steht, wegen Verstössen gegen FATCA, insbesondere Absatz 7.3.4 und folgende, sowie gegen die Ausführungszusatzbestimmungen 12/C/97, Seiten 415 bis 521, gerade vom Fedex-Boten überreicht. Das persönliche Erscheinen in zehn Tagen vor dem Obergericht in New York wird angeordnet. Während Mörgeli der Angstschweiss über die Stirne rinnt, malt er sich bereits die Zustände in einem normalen US-Knast aus. Und wünscht sich inständig, dass er aus diesem Alptraum erwachen möge. Aber so sehr er sich auch in den Arm kneift, es ist keiner.




Washington Times     March 6, 2012

Job-Killing Madness
Chasing foreign investment out of the U.S. is counterproductive
By Richard W. Rahn

Most people intuitively understand that job creation requires capital investment, but many in the Obama administration and in Congress seem to have missed this basic fact of economic life. As the late Jack Kemp used to say, “How many truck drivers would you have if nobody had money to buy trucks?” There are numerous studies that try to measure the cost of the average job, but a figure of $225,000 on average is in the ballpark.

There has been much discussion in the press about all of the new job-killing environmental regulations coming out of the administration, such as the restrictions on coal plants and oil and gas drilling. The press has been less focused on the job killing that stems from all of the new financial regulations, which may end up eliminating tens of millions of jobs. An exaggeration you may say, but think about the following: The Dodd-Frank bank regulation bill was more than 2,000 pages long, with tens of thousands of impending regulations in the pipeline.

Assume for moment you are the head of a small community bank. You have two-dozen employees. The government then sends you many thousands of pages of new regulations. Who in your bank is going to be able to read and understand all of this and then set up the procedures for complying with all the new regulations? The government says hire lawyers and accountants to give the necessary information and set up the compliance systems. But lawyers and accountants are very expensive, and your bank may not be able to afford them and still make a profit. So the bank is left with the choice of going out of business or selling out to a larger bank. This, in turn, leads to more concentration and less competition in the banking industry and adds to the problem of “too big to fail.” As the costs of regulation grow, banks are forced to charge higher and higher fees in order to stay in business, and they make fewer loans, which means fewer trucks and truck drivers, and less of everything else, including jobs.

But it only gets worse. In a mindlessly stupid attempt to try to get a few billion more dollars in tax revenue, the government has put a large share of foreign investment that comes into the U.S. and millions of the resulting jobs at risk. The new rules (including the Foreign Accounts Tax Compliance Act) are so vague, complex and costly to administer that foreign financial institutions are ceasing to allow Americans to open accounts and are refusing to invest in the United States. Americans living abroad are particularly hard hit and have come together under a volunteer organization, American Citizens Abroad, which correctly notes: “Foreign investment in the U.S. amounts to $21 trillion, and $11 trillion of this is invested in U.S. securities. A KPMG survey indicates only 36 percent of financial institutions will comply with [the tax compliance act], leaving 64 percent still considering divesting out of U.S. securities. If even a fraction of those foreign investors divest, the loss to the U.S. would be in the trillions of dollars. This, at a time when the U.S. economy desperately needs more foreign investment, not less.”

As a rough rule of thumb, each $1 trillion of investment might well account for 5 million new jobs. Most countries, including the United States in the past, do everything they can to attract foreign investment. But now the folks at the Justice Department and the Internal Revenue Service are doing everything they can to drive foreign investment out of the U.S. For instance, the Justice Department is attacking banks in Switzerland where some of their American clients are accused of not declaring all of their income. Rather than focusing on the taxpayers who may not have paid the tax due, Justice decided to go after the foreign banks and their executives with both civil and criminal charges - even though these banks were totally compliant with their own country’s laws and have no U.S operations. As a result, foreign financial institutions are increasingly fearful of having anything to do with the United States, including investing.

Extending U.S. law to foreign countries and institutions is dangerous because it puts all U.S. citizens and businesses at risk. Foreign governments can now argue that their laws should apply in the United States. If someone publishes an article or cartoon in the U.S. that a Muslim government finds offensive, should that government be able to arrest that person in this country or when that person travels outside the U.S.? If a foreign visitor from a country with strict gun laws legally purchases a gun in the United States but does not take it back to his home country, should his country be able to arrest him and the U.S. retailer who sold the gun? The point is that sovereign countries quite rightly have different laws, including tax and banking laws. If the U.S. continues to try to extend our laws beyond our borders, we are asking for trouble. It is already causing great resentment toward the United States and will result in millions of lost jobs.

The Foreign Accounts Tax Compliance Act and related regulations are passed, promulgated and implemented by destructive, small-minded people who cannot think beyond Stage One and have little appreciation for economic liberty, opportunity and growth. Their actions are causing all of the rest of us to suffer.

Richard W. Rahn is a senior fellow at the Cato Institute and chairman of the Institute for Global Economic Growth.


Kommentar
Tages-Anzeiger Magazin    24.März 2012

Danke, Mister President
Daniel Binswanger

Im Bankgeheimnis-Streit mit Deutschland steht der Finanzplatz vor einem Etappensieg. Auch die linken deutschen Landesregierungen scheinen jetzt ein nachverhandeltes Doppelbesteuerungsabkommen mit der Schweiz ratifizieren zu wollen. Der nördliche Nachbar will die Abgeltungssteuer nun doch noch akzeptieren. Auch wenn die Modalitäten noch einmal verschärft werden sollten, rettet die helvetische Vermögensverwaltung mit der Wahrung der Kundenanonymität einen kaum zu überschätzenden Wettbewerbsvorteil.

Ende gut, alles gut? Wohl kaum. Es droht ein ähnliches Szenario wie beim Zinsbesteuerungsabkommen, das die Belastung von in der Schweiz erzielten Kapitalerträgen europäischer Bürger regelt. Es weist so grosse Schlupflöcher auf, dass die daraus erzielten Einnahmen lächerlich tief sind und die über den Tisch gezogene EU seit Inkrafttreten des Abkommens auf Neuverhandlungen drängt. Auch die Abgeltungssteuer wird sich — sollten keine Korrekturen vorgenommen werden — kinderleicht umgehen lassen, etwa indem das Schweizer Konto von einer Liechtensteiner «Ermessensstiftung» oder von einem englischen «discretionary trust» gehalten wird. Der deutsche Finanzminister dürfte in die Röhre kucken — und in zwei Jahren wieder in Bern vorstellig werden.

Die guten Nachrichten erreichen den Finanzplatz nicht aus Berlin, sondern aus Amerika. Zwar wird in Bern Zeter und Mordio geschrien, weil die USA die Zulässigkeit von Gruppenanfragen erzwungen haben, aber die Wehleidigkeit ist kaum begründet. Mit dem neuen Fatca-Bankengesetz werden die Amerikaner ohnehin einen weltweiten Informationsaustausch durchsetzen, nicht nur mit der Schweiz, sondern mit allen Ländern. Die Bankenvertreter betonen stets, sie bräuchten «gleich lange Spiesse» wie die anderen Finanzzentren. Die USA leisten nun einen wichtigen Beitrag dazu, überall dieselben Geschäftsbedingungen herzustellen.

Fatca könnte eine Wende einleiten. Bis anhin war es tatsächlich so, dass der Schweizer Finanzplatz stärker unter Beschuss kam als andere Schwarzgeld-Fluchtburgen. Eine Studie der «Paris School of Economics» hat gezeigt, dass das internationale Off-Shore-Kapital seit 2009 nicht an Volumen verloren hat, dass der Schweizer Marktanteil aber zurückgegangen ist. Die Abschaffung des Bankgeheimnisses hat bisher kaum dazu geführt, dass die weltweite Steuerehrlichkeit zugenommen hätte. Zum grossen Teil wurden die schwarzen Gelder lediglich umgelagert. Insbesondere die USA und Grossbritannien mit seinen assoziierten Inseln sind bedeutende Schwarzgeld-Hubs. Trotzdem gerieten diese Finanzzentren bisher unter viel weniger starken Druck als die kleine und politisch isolierte Schweiz.

Fatca hingegen ist ein Schritt in Richtung von weltweit verbindlichen Transparenzstandards. Die Amerikaner wollen nicht nur sämtliche nicht-amerikanischen Steueroasen der Auskunftspflicht unterwerfen, sondern sie haben erstmalig in Verhandlungen mit einer Gruppe von sechs EU-Ländern auch das Reziprozitätsprinzip anerkannt. Diese Länder werden nicht nur Auskunft geben über Steuerpflichten von US-Bürgern. Sie erhalten im Gegenzug von den USA auch Informationen über die US-Depots ihrer eigenen Steuerzahler. Ein Informationsaustausch, der auf Gegenseitigkeit beruht, ist die einzige Möglichkeit, um echten internationalen Wettbewerb herzustellen.

Das hat auch die amerikanische Vermögensverwaltungslobby begriffen — und heult entsprechend auf. Den Republikanern nahestehende US-Bankenvertreter ermuntern die Schweiz neuerdings sehr forsch dazu, gegen die harte Steuerpolitik der Obama-Regierung eine PR-Offensive zu starten. Offensichtlich erhoffen sich die gebeutelten Konservativen von der Schweizer Regierung ein bisschen kostenfreie Wahlkampfhilfe. Dass es aus helvetischer Sicht nichts Dümmeres gäbe, als einseitig auf die Abwahl Obamas zu setzen, steht dabei auf einem anderen Blatt.

Werden wir je in einer Welt leben, in der zwischen den Finanzplätzen dieser Erde ein fairer Wettbewerb herrscht? Auch die angelsächsischen Banken werden tausendundeinen Verfahrenstrick anwenden, um genau dies zu verhindern. Die US-Regierung macht nun aber einen Schritt in die richtige Richtung. Das ist gut so. Ganz besonders für die Schweiz.


dem Tages-Anzeiger als Kommentar eingereichtes Manuskript
27.März 2012

Keine Sargnägel für Totengräber!
von Iconoclast    -    27.März 2012    -    swissbit@solami.com

Die Methode ist weder neu noch überlebt - aber sie ist nicht ohne Risiko. Man macht den Pfau und sucht den jeweiligen Diskussionsgegner statt mit überzeugenderen Argumenten nötigenfalls mit dem grossen Bruder einzuschüchtern, wenn nicht kleinzukriegen.

Als Jean Ziegler gegen das Bankgeheimnis polterte und die hiesigen Bankiers verunglimpfte belächelten ihn die einen als Phantasten, und andere sorgten für seine gesellschaftliche Isolation. Besonders sein Echo aus dem Ausland machte ihn dann für die Mehrheit zum "Nestbeschmutzer". Dass seine Zeit kam, ist zwar weniger sein Verdienst und viel mehr Folge mangelnden Tiefgangs, Herkunfts-, Erb- und Zukunfts-Bewusstseins, sowie mangelnder Voraussicht allzuvieler Mitglieder der an sich noblen und verdienstvollen Gilde der Treuhänder und Verbündeten der souveränen Bürger gegen staatliche Willkür. Und als der "Bankenrechts-Papst" der SBG die Frage der Rechtmässigkeit der damaligen SBG-Unterschriftskarte entrüstet von sich wies, blieb auch keine andere Wahl, als via einen parlamentarischen Vorstoss dem Herrn auf dem hohen Ross durch den damaligen Bundespräsidenten deren tatsächliche OR-Widrigkeit klarzumachen. Was dem Überbringer der unangenehmen Botschaft statt eines Honorars für die so erzwungene Anpassung der über eine Million UBS-Unterschriftenkarten u.a. eine andauernde Kontoverweigerung einbrachte.

Wenn nun Daniel Binswanger zur Verwirklichung seiner Vorstellungen des souveränen - in seinem Fall, sprich gläsernen - Bürgers glaubt den Zauberlehrling spielen zu sollen, spricht das an sich nicht gegen seine Zivilcourage, wohl aber für Bedenkliches ("Danke, Mister President", Tages-Anzeiger Magazin, 24.3.12). Auch will ich ihm nicht im Wege stehen, wenn er damit Ambitionen auf eine green card vorantreiben mag. Dennoch, die baldige Lektüre des wegweisenden Aufschreis unserer ersten Mutter Helvetia - "Frei bleibt nur, wer seine Freiheit gebraucht" (NZZ, 5.3.12: www.solami.com/iconoc.htm#Kopp) - dürfte auch ihn noch zeitig, hoffentlich, eines besseren belehren.

Zu der von Professor Binswanger begrüssten FATCA (Foreign Account Tax Compliance Act) gibt es einiges zu sagen - und zu beachten. In einer für amerikanische Verhältnisse typischen Nacht- & Nebel-Operation wurde diese Fortentwicklung des Qualified Intermediary (QI) Systems der US-Steuerbehörde (IRS; .../QI.htm) in das von Präsident Obama am 19.März 2010 in Kraft gesetzte Gesetz "Hiring Incentives to Restore Employment" (HIRE) hineingeschmuggelt (.../fatca.htm#Zagaris). Die Vorgeschichte dazu in Kürze.

1.    Wie später das FATCA-Projekt der IRS stiess das bis Herbst 2009 vorangetriebene Projekt eines verschärften globalen QI-Systems weltweit auf unabsehbar wachsenden Wiederstand seitens der rund 7000 QI-Banken und den jeweiligen Regierungen. Dies nicht nur aus Gründen der ihnen zugemuteten unverhältnismässiger Kosten und Verwaltungsauflagen. Nicht nur, weil ihnen die Mutuation vom Verbündeten des Bürgers gegen staatliche Willkür zum fremdem Recht unterstellten Verräter ihrer Kunden, zum IRS-Agenten und Eintreibern der US-Steuern aufgebürdet worden ist. Und nicht nur wegen der damit einhergehenden Verletzungen fundamentaler Souveränitäts- und Fiskal-Prinzipien und weiterer Bedenken. Das beunruhigte die erfolgsgewohnten, rücksichtslosen und ausser jede demokratische Kontrolle geratenen flat earth fellows der IRS keineswegs. Hingegen änderte sich das schlagartig, als im Rahmen des UBS-Gerichtsfalls in Miami die schweizerische amicus curiae-Eingabe vom 4.August 2009 (.../USvsUBS.htm) die Verfassungsmässigkeit des QI-Systems - und damit die Grundlage der IRS-Vorwürfe gegen die UBS und weitere Schweizer Banken - ernsthaft in Frage gezogen worden ist. Die geplanten QI-Änderungen wurden daraufhin sang- und klanglos begraben.

2.    Das von der IRS seit jeher, jedoch spätestens im Jahre 2000 erkannte Risiko einer gerichtlichen Annulierung des verfassungs- und gesetzeswidrigen, und darüber hinaus ohnehin vom Kongress nie geprüften QI-Systems wurde damals mit Hilfe von Sanktionsdrohungen gegenüber den zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung angetretenen Genfer Privatbankiers verdrängt. UBS und Baker & McKenzie erwiesen sich dazu als wirksame IRS-Sprachrohre und -Triebriemen. Erst der UBS-Gerichtsfall in Miami bot erneut Gelegenheit mit einer aussichtsreichen Abwehrstrategie und Gegenoffensive wirksam entgegenzutreten. Statt das Hemd und die Würde zu verlieren und die eigene Zukunft zu verbauen, indem man den unablässigen IRS-Begehrlichkeiten und -Zumutungen mit unabsehbar weiteren Ablasszahlungen, Bücklingen und gemeinschädigenden Rechtskonzessionen gar noch Vorschub leistet.

3.    Um die anmassenden globalen Desirata und Machtausdehnungspläne der IRS nicht weiterhin durch allzu eigenständige US-Richter zu gefährden, griff man zum Dünneis-Trick einer - auf Seite der US-Gesetzgebung erstmaligen - feigenblatt-breiten sieben-zeiligen Erwähnung des QI-Systems, sowie zur verschlauften Einbettung des FATCA-Textes in einem wesentlich unbestrittenen, jedoch ganz andern Zwecken dienenden Gesetz, nämlich dem erwähnten HIRE Act. Was aber noch lange kein Anlass dafür sein darf, um die Flinte ins Korn zu werfen, und unseren andauernden Peinigern nicht endlich und mit Nachdruck klar zu machen, wo der Bartli den Most zu holen hat.

Bei dieser Sach- und Rechtslage scheinen Lobhudeleien auf souveränitäts-, ordre public- und interessen-widrige Fiskalaberrationen amoklaufender fremder Sternegucker nicht eben geeignet zu sein, dem anhaltenden Ausverkauf unserer Rechte und Freiheiten wirksam entgegenzutreten. Solche ARIGIN-Positionen - steht für ARroganz, IGnoranz, und INkompetenz - haben uns direkt in dieses Schlamassel geführt, und sie sind keinesfalls geeignet, uns daraus hinauszuführen. Und es ist auch kein Trost, dass sie nicht nur seitens andauernd blauäugiger Möchte-gern-bleiben-Bankiers, Verbandsvertretern und ihren "Verbündeten" in der Verwaltung gepflegt werden. Sondern auch von weniger tiefgängigen, hellhörigen.und weitsichtigen Landesmüttern und -vätern und - Gott sei's geklagt - auch von einer Mehrzahl unserer Volks- und Standesvertretern mitgetragen werden. Wozu haben wir eigentlich den - angeblich "aus Versehen" - ins Strafrecht aufgenommenen Artikel 267 (fahrlässiger diplomatischer Landesverrat)?




LE MONDE    4 avril 2012 à 15h32

Les grandes banques sommées de traquer
les évadés fiscaux américains
Par Anne Michel

Barack Obama a signé le 18 mars 2010 une nouvelle législation fiscale américaine, applicable à compter du 1er janvier 2013 par toutes les banques étrangères. F-A-T-C-A. Cinq lettres qui sèment le trouble dans le secteur bancaire mondial et créent des désordres diplomatiques entre les Etats-Unis et le reste du monde.

Elles sont l'acronyme d'une nouvelle législation fiscale américaine - le Foreign Account Tax Compliance act - signée le 18 mars 2010 par le président Barack Obama, et applicable à compter du 1er janvier 2013 par toutes les banques étrangères.

Ce texte extraterritorial - il s'impose hors du territoire américain à des groupes non américains -, organise une véritable révolution fiscale. Il contraint les banques, partout dans le monde, à traquer les fraudeurs au fisc américain dans la totalité de leurs filiales et à les sanctionner pour le compte de l'administration fiscale des Etats-Unis.

"C'est totalement inédit !, relève le patron d'une grande banque française. Des institutions non américaines vont se trouver directement associées à la lutte contre l'évasion fiscale aux Etats-Unis !" "Nous n'avons pas le choix, poursuit ce dirigeant. Si nous n'appliquons pas la loi, nous risquons des mesures de rétorsion sur nos activités aux Etats-Unis."

Concrètement, les institutions auront obligation d'identifier ceux de leurs clients qui possèdent la nationalité américaine, ou qui auraient un lien, actuel ou passé, avec les Etats-Unis. Elles devront exercer une surveillance active des comptes, dès lors que ceux-ci affichent plus de 50 000 dollars (37 900 euros), et "approfondie" au-delà du million.

Le moindre "indice" d'américanité devra être étudié. Après avoir recherché la "citoyenneté américaine", les banques devront aussi regarder si : les clients ne sont pas nés aux Etats-Unis ; s'ils n'y ont jamais mentionné une adresse de résidence, de correspondance ou de poste restante, ou même un numéro de téléphone ; s'ils n'ont jamais transmis d'instruction de virement vers un compte aux Etats-Unis ou s'ils n'ont jamais donné mandat ou pouvoir à une personne ayant un lien avec les Etats-Unis.

Les clients fichés par erreur devront "apporter la preuve qu'ils ne sont pas américains", dit Fatca. Quant aux citoyens américains, ils devront justifier de toutes leurs transactions. Les informations nominatives seront alors transmises à l'autorité fiscale américaine, l'Internal revenue service (IRS).

Faute de documents probants permettant de le faire, il reviendra aux banques d'opérer une "retenue punitive de 30 % sur les transactions" non justifiées.

COÛT DE LA RÉFORME
"C'est l'une des plus importantes réformes des prochaines années", soulignent les experts juridiques du cabinet de conseil et d'audit Deloitte à Paris. Les contrôles pourront être mis en oeuvre progressivement, d'ici à 2017.

En France, le coût de la réforme, qui suppose d'adapter les systèmes informatiques, est estimé à 200 millions d'euros au bas mot pour chacun des grands réseaux bancaires (BNP Paribas, Société générale, Crédit agricole, BPCE, etc.). Ce chiffre est confirmé, en privé, par plusieurs banques.

La réforme américaine s'inscrit dans un contexte mondial de renforcement de la lutte contre l'évasion fiscale, de la part d'Etats endettés, en quête de rentrées fiscales.

Les Etats-Unis ont toujours taxé leurs résidents à l'étranger comme des résidents américains. L'impôt payé dans le pays de résidence est déduit de l'impôt américain. L'impôt total équivaut à celui qui aurait dû être payé aux Etats-Unis. Mais les citoyens américains ne se déclarent pas spontanément. D'où la loi Fatca.

Mal à l'aise à l'idée de traiter directement avec le fisc américain - ce qui pourrait contrevenir à certaines lois, comme la loi sur la protection des données personnelles en France -, les banques ont saisi leurs gouvernements.

La France, l'Allemagne, le Royaume-Uni, l'Italie et l'Espagne ont engagé une négociation avec les Etats-Unis, afin que les données et les instructions transitent entre administrations fiscales. Une façon pour les banques de se placer sous le parapluie des Etats.

Sarkozy et Hollande veulent taxer les exilés fiscaux
La France aura-t-elle sa loi Fatca ? Nicolas Sarkozy et François Hollande ont annoncé des projets de taxation des exilés fiscaux : le premier promet "un impôt lié à la nationalité", le second veut taxer la fortune des exilés en Suisse, Belgique et au Luxembourg. Il s'agit dans les deux cas d'une révolution fiscale : à ce jour, l'impôt est dû dans le pays de résidence. Dans l'attente, un décret sera bientôt publié, qui créera "l'exit tax", voulue par le gouvernement pour taxer les plus-values réalisées en France, mais exercées à l'étranger par les exilés fiscaux.



Berner Zeitung    6.April 2012

Streit um das Bankgeheimnis: Das dicke Ende kommt erst noch
Von Bernhard Kislig

Kaum ist eine Hürde beim Steuerstreit mit den USA überwunden, gehen bereits die Wogen mit Berlin hoch. Der Grund ist stets das Bankgeheimnis. Wer meint, mit neuen Abkommen seien die Streitereien beendet, täuscht sich.


Druck der EU
Mit Skepsis verfolgt die EU die Bemühungen der Schweiz,mit einzelnenMitgliedsstaaten bilaterale Abkommen für eine Abgeltungssteuer abzuschliessen. Die Regierung in Brüssel würde Abkommen für den gesamten EURaumbevorzugen. Bild: Keystone

Artikel zum Thema
Kantone wollen jetzt das Bankgeheimnis im Inland aufweichen
«Es darf beim Bankgeheimnis kein Denkverbot geben»
Die USA ziehen Staatsanwälte im Steuerstreit zurück

Seit Jahren beschäftigt der Steuerstreit die Schweizer Behörden. Gestern haben die Schweiz und Deutschland das Ergänzungsprotokoll zum umstrittenen Steuerabkommen unterzeichnet. Jetzt wird das modifizierte Abkommen in den jeweiligen Parlamenten beider Länder zur Ratifizierung vorgelegt.

Kantone wollen gleich lange Spiesse
Sie muss dafür sorgen, dass innerhalb der Schweiz keine Unstimmigkeiten entstehen: Eveline Widmer-Schlumpf. Die neuen Doppelbesteuerungsabkommen erlauben es ausländischen Behörden, auch bei Steuerhinterziehung auf Kundendaten von Schweizer Banken zuzugreifen. Kantonale Behörden dürfen das nur bei Steuerbetrug. Sie verlangen nun, gleich lange Spiesse zu erhalten wie der Fiskus anderer Länder. (Bild: 28. März 2012) Bild: Keystone

Endlich einen Schlussstrich unter den lästigen Steuerstreit ziehen: Aufgrund dieser Hoffnung wird es manchem Parlamentarier in der Sommersession leichter fallen, trotz weiteren Zugeständnissen dem Abgeltungssteuerabkommen mit Deutschland zuzustimmen. Genauso machte das Parlament in der Frühlingssession trotz spürbarem Widerwillen schon wieder Konzessionen an die USA.

Der amerikanische Druck wird zunehmen
Neu soll der amerikanische Fiskus auch bei Steuerhinterziehung Bankkundendaten von ganzen Personengruppen erhalten. Dabei wird ein Bankkunde bereits erfasst, wenn er sich zum Beispiel die Kontoinformationen nicht nach Hause liefern lässt. Ursprünglich mussten Steuerpflichtige einzeln identifiziert werden, damit Bern in eine Amtshilfe einwilligte. Die Festung des Schweizer Bankgeheimnisses hat also schon beträchtliche Risse.

Die nächste US-Angriffswelle heisst Fatca
Momentan im Fokus der Facta: die Bankkonten von US-Bürgern bei der Credit Suisse. Fatca steht für «Foreign Account Tax Compliance Act». Die Folge ist im Grund ein automatischer Informationsaustausch für US-Steuerpflichtige. Die drohenden finanziellen Einbussen sind derart schmerzhaft, dass es sich für Kunden nicht lohnt, die Einsichtnahme zu verweigern. Bild: Keystone

Das neue Abkommen mit den USA hilft vielleicht, elf Schweizer Banken aus der Schusslinie der unerbittlichen US-Steuerbehörden zu nehmen. Den amerikanischen Druck auf das Schweizer Bankgeheimnis kann die Politik damit aber nicht stoppen. Der Druck wird im Gegenteil sogar noch zunehmen. Der Grund ist der vom US-Kongress längst abgesegnete Foreign Account Tax Compliance Act (Fatca).

Freiwilliger Zwang
Finanzinstitute und ihre Kunden können zwar selber entscheiden, ob sie bei Fatca mitmachen wollen. Finanzinstitute und wohl auch fast alle Kunden werden sich jedoch hüten, abseits zu stehen. Denn das würden sie mit einer Quellensteuer von 30 Prozent bei allen US-Wertschriften teuer bezahlen. Und das nicht nur auf jährlichen Erträgen, sondern auch auf der gesamten Verkaufssumme, wenn jemand zum Beispiel US-Aktien abstossen will – das würde den Wert von Anlagen also beträchtlich mindern.

Da in sehr vielen Finanzkonstrukten amerikanische Wertpapiere stecken, ist es für US-Steuerpflichtige äusserst schwierig, mit ihrer Vermögensverwaltung im Ausland die Fatca-Regelungen zu umgehen.

Der Worst Case
Die Folge von Fatca ist im Grunde ein automatischer Informationsaustausch für Bankkundendaten von US-Steuerpflichtigen – der schlimmstmögliche Fall für das Schweizer Bankgeheimnis. Schon ab Mitte 2013 werden Finanzdienstleister gegenüber der amerikanischen Steuerbehörde IRS US-Steuerpflichtige identifizieren müssen. Bis 2015 müssen sie in weiteren Zwischenschritten auch Erträge auf Geldanlagen und Verkaufserlöse melden. Die Abkommen finden nicht zwischen Staaten statt, sondern zwischen dem IRS und weltweit rund 200 000 Finanzdienstleistern.

Das jüngst vom Parlament genehmigte Zugeständnis mit Gruppenanfragen (siehe Bildstrecke) wird also bald schon wieder durch weitergehende Zugeständnisse unterlaufen. Zudem läuft die Schweiz Gefahr, den Anschluss zu verpassen. «Die Schweiz steht derzeit bei Fatca zwischen Stuhl und Bank», sagt Hans-Joachim Jäger, Fatca-Experte und Partner beim Beratungsdienstleister Ernst & Young. Deutschland, England, Frankreich, Spanien und Italien haben sich in einer gemeinsamen Deklaration zusammengeschlossen. Sie bieten den USA an, Fatca per Gesetz einzuführen. Im Gegenzug verlangen sie eine weniger rigorose Umsetzung.

Die EU geht schon viel weiter
Automatischer Informationsaustausch
Fast alle EU-Länder haben den automatischen Informationsaustausch eingeführt. Für das Schweizer Bankgeheimnis wäre dies der schlimmstmögliche Fall. Trotzdem fordern bereits auch Schweizer Banker diesen Schritt. Im Bild: Eveline Widmer-Schlumpf mit EU-Präsident Jose Manuel Barroso am 20. März 2012. Bild: Keystone

Was Fatca für US-Bürger bringt, ist mit dem automatischen Informationsaustausch in fast allen EU-Ländern bereits Realität. So ist es naheliegend, dass die EU früher oder später auch die Schweiz in diesen Austausch einbinden will. Damit könnten die Steuerbehörden auf alle relevanten Bankkundendaten zugreifen. Offiziell ist die EU-Kommission in dieser Sache aber noch nicht vorstellig geworden. Und bis es so weit kommt, wird noch viel Zeit verstreichen.

Erst vor wenigen Tagen verhinderten Luxemburg und Österreich bei einem Treffen der EU-Finanzminister, dass ein solches Mandat überhaupt auf die Traktandenliste kommt. Doch inzwischen werden sogar in der Schweiz Stimmen lauter, die den Informationsaustausch wollen. Dahinter steht die Idee, lieber mit einem grossen Schritt reinen Tisch zu machen, als Scheibchenweise immer wieder um neue Zugeständnisse ringen zu müssen. Raiffeisenbank-Chef Pierin Vincenz machte sich mit der Forderung nach einem automatischen Informationsaustausch erst kürzlich in Bankkreisen unbeliebt.

Schutzwall unter Beschuss
Als neuen Schutzwall für das Bankgeheimnis führt der Bundesrat die Abgeltungssteuer ins Feld, die derzeit in Deutschland für viel Getöse sorgt. Mit ihr gelten Schweizer Finanzinstitute ausländische Vermögen und Kapitalerträge ab. Das bedeutet: Die Kontoinhaber zahlen Steuern, bleiben aber gegenüber ihrem Fiskus anonym. Mit England und Deutschland sind entsprechende Abkommen schon weit gediehen. Doch die EU könnte dem Bundesrat mit der Richtlinie Mifid II (Markets in Financial Instruments Directive), die derzeit überarbeitet wird, einen Strich durch diese Rechnung machen. Bei Mifid II geht es um den Marktzutritt von Finanzdienstleistern. Die Vorlage sieht Anpassungen beim Konsumentenschutz vor: Für EU-Kunden, die von Schweizer Banken betreut werden, soll künftig der EU-Standard gelten.

Die Abkommen für eine Abgeltungssteuer gehen davon aus, dass die Schweizer Finanzinstitute einen erleichterten Marktzutritt erhalten. Das unterläuft Mifid II: Gemäss dieser Marktzutrittsregelung dürfen nur Banken mit einer Zweigniederlassung in EU-Staaten Kunden aktiv betreuen. Das würde den Marktzutritt für viele kleinere Schweizer Geldinstitute erheblich erschweren. Somit zeichnet sich ein Konflikt zwischen der Abgeltungssteuer und Mifid II ab. Dies ist allerdings noch nicht in Stein gemeisselt: Im kommenden Halbjahr dürfte die Richtlinie fertiggestellt werden. Etwa Anfang 2015 soll sie in Kraft treten. «Jetzt ist für die Schweizer Politik der letztmögliche Zeitpunkt gekommen, um ihre berechtigten Interessen im Kontext Marktzutritt anzubringen», sagt Experte Christian Röthlin von Ernst & Young. Das sei aus Schweizer Sicht von zentraler Bedeutung, denn mit der jetzigen Vorlage marschiere die EU in Richtung Marktabschottung, ergänzt Röthlin.

OECD macht nächsten Schritt
OECD verschärft den Standard
Angel Gurria, Vorsitzender der OECD verteidigt deren Kurs. Es ist ein offenes Geheimnis, dass die OECD noch dieses Jahr den Auskunftsstandard wie folgt verschärft: Bei Steuerhinterziehung sollen Bankdaten stets auch mit Gruppenanfragen ermittelt werden können. Die Schweiz wird dieses Recht neben den USA auch vielen anderen Ländern einräumen müssen. (Bild: 27. März 2012)
Bild: Keystone

2009 setzte die Wirtschaftsorganisation OECD die Schweiz vorübergehend auf eine schwarze Liste mit Steueroasen. Um diesen Reputationsmakel zu beseitigen, willigte die Schweiz ein, nicht mehr nur bei Steuerbetrug, sondern neu auch bei Steuerhinterziehung Bankkundendaten auszuhändigen. In den kommenden Monaten wird die OECD einen Schritt weitergehen: Nun sollen bei Steuerhinterziehung auch Gruppenanfragen nach bestimmten Kriterien möglich sein.

Bisher musste ein anderes Land Steuersünder individuell identifizieren, um an die Bankkundendaten zu gelangen. Die Schweiz muss also die Zugeständnisse, die sie gegenüber den USA gemacht hat, auch bei allen anderen Ländern vollziehen. Das ist ein Schritt hin zu den verpönten «Fischzügen», die fast unbeschränkten Zugriff erlauben und welche die Schweiz unbedingt verhindern will.





April 15, 2012

For Americans Abroad, Taxes Just Got More Complicated
By DAVID JOLLY

PARIS — As income tax filing deadline rolls around, spare a thought for the millions of Americans overseas who have been singled out by Congress for special treatment, with a new form that will add to the hassle of tax time for many and, critics say, set up the unwary for penalties.

“It’s a monstrosity,” Steven R. Horton, whose tax practice in Paris advises American expatriates, said of the new demand from the U.S. Internal Revenue Service: Form 8938, the Statement of Specified Foreign Financial Assets. “It compels every taxpayer to try to find a way that they’re guilty of some kind of omission.”

The new requirement comes courtesy of the Foreign Account Tax Compliance Act, or Fatca, an effort to crack down on offshore tax evasion by U.S. citizens. The impetus for Fatca was the revelation that the Swiss bank UBS had been helping thousands of Americans — many of them U.S. residents — to cheat the Internal Revenue Service, an offense for which it paid a $780 million penalty and handed over details on thousands of clients to end prosecution.

The new form requires taxpayers to provide detailed information on their overseas financial accounts, including income derived from them. The penalties for failing to file start at $10,000. Significantly, tax experts warn, filers are subject to major penalties for underreporting — and even where innocent errors are made, they say, it will be up to the taxpayer to convince the I.R.S. examiner of their innocence. The statute of limitations does not expire until after a corrected form is filed.

Proponents say Fatca will bring the U.S. Treasury huge sums each year once the I.R.S. is able to compare individual tax data with reports from foreign financial institutions.

“Offshore tax evasion costs the U.S. jobs and billions of dollars each year, and it puts an unfair burden on the average American taxpayer to make up the difference,” Senator Max Baucus, the Montana Democrat who is chairman of the Senate Finance Committee and a sponsor of the legislation, wrote in an e-mail. “In an era when budgets are tight, it’s critical for the I.R.S. to have the resources it needs to root out tax cheats.”

In the United States, financial institutions furnish taxpayers’ account information directly to the I.R.S. Under Fatca, filers overseas have in effect been commanded by Congress to do that themselves, turning over every bit of financial information to the government, something that has never been required before.

“We’ve exported the cost of compliance to the private sector,” said Stanley C. Ruchelman, a tax lawyer in New York who once worked at the I.R.S. helping to negotiate international tax agreements.

Asked how long it would take the average filer to complete the Fatca form, Mr. Ruchelman laughed. “Forever,” he said.

Mr. Horton, who has already helped a few clients fill out Form 8938, said that for most individual filers, “even if we’re talking about a modest set of accounts, it’s going to take a full Saturday to do it.”

And that’s just the new form.

Alone among the citizens of the developed world, Americans have the same tax-filing and tax-payment responsibilities whether or not they reside in the United States. American expatriates still have to file the annual Form 1040, and all the documentation that goes with it — even though most already pay taxes in their countries of residence. (The burden of taxation is softened by a $92,900 exclusion that allows many expatriates to avoid any U.S. liability.)

And many American expatriates are all too familiar with Form TDF 90-22.1, the Foreign Bank and Financial Accounts form, known as FBAR, which must be filed by anyone who had an aggregate of $10,000 or more in overseas bank accounts at any time during the year. In fact, the new Form 8938 asks for much of the same information as FBAR.

The new tax form is part of a two-pronged attack on hidden offshore accounts. Fatca also demands that virtually every financial institution outside of the United States identify and report all American account holders to the I.R.S. or face a withholding penalty on all income from U.S. sources. They reacted with alarm to that, arguing that the measure imposed steep compliance costs and unrealistic deadlines.

But banks know something about making their views known, and the I.R.S. extended deadlines and eased compliance terms in the face of a lobbying blitz.

Expatriates don’t have the same clout in Washington, and beginning this year a single American residing overseas with financial assets of more than $200,000 on Dec. 31, or $300,000 at any point during 2011, must file Form 8938; for a married couple filing jointly, the thresholds are $400,000 and $600,000. (For U.S. residents with accounts overseas, the thresholds are much lower.) Homes are generally outside the remit of the law, pensions and deferred compensation are not.

Not even the I.R.S. is certain how many of the estimated four million to six million Americans living abroad will be affected, but the dollar doesn’t go as far as it once did. Tax experts say far more than just the storied “one percent” will be affected. Failure to file Form 8938 exposes a taxpayer to hefty fines — $10,000 if they do not file within 90 days of I.R.S. notification. That is in addition to FBAR penalties ranging from $500 to 50 percent of the value of the accounts in question.

Some have wondered why U.S. expatriates should have to file both the FBAR and the Fatca, as they gather essentially the same information, though — confusingly — with different language. Why not just one form?

The information gathered by FBAR, it happens, is used by the U.S. Treasury in its efforts under the Banking Secrecy Act to identify crimes like money laundering and terrorist financing. But that information is not shared with the I.R.S. When Congress decided the I.R.S. should have the tools to find foreign accounts and impose penalties in the audit process, it simply ordained that Americans fill out another form: Form 8938.

International tax experts worry that even accidental discrepancies on the new form will expose filers to big penalties. And if examiners do end up comparing information on the FBAR and Fatca forms, which have different filing deadlines and are sent to different offices, they say, it could open the door to more trouble. “It’s going to be a mass of confusion, at least for the first year,” said Edward Tanenbaum, an international tax lawyer at Alston & Bird in New York.

The message has begun to be heard in Washington, and some hold out hope that the filings will eventually be unified. The U.S. Government Accountability Office, in a study for Congress, acknowledged the concerns, saying: “Reporting the same information on two different forms creates additional costs to the government to process the same or similar information twice and enforce reporting compliance with both requirements.”

In any event, Congress’s new focus on Americans abroad suggests it soon will not be possible to just ignore the I.R.S. and hope no one notices.

For those who have been deliberately hiding assets overseas and want to return to compliance, tax experts generally advise consulting a lawyer about entering the I.R.S.’s Offshore Voluntary Disclosure Initiative. The penalties can be steep, but the process usually ends the threat of prosecution. Those who have failed to file FBAR’s or other forms out of ignorance might be able to argue that they had a reasonable cause.

But going to the I.R.S. hat in hand, even for the innocent, is a gamble: The agency’s conduct of the voluntary disclosure program has been widely criticized, including by Nina E. Olson, the National Taxpayer Advocate, who last year accused the agency, in a report to Congress, of misleading some supplicants with “bait-and-switch” tactics, first reassuring wayward taxpayers and then hitting them with big penalties.

The Internal Revenue Service did not respond to requests for comment on this article.

Mr. Ruchelman said there was a larger question to ponder — that of fairness — considering that the United States is alone among industrialized countries in taxing on the basis of nationality, rather than residence.

“Does it make sense to tax nonresidents and subject them to some of the most complex compliance forms in the 1040 package?” he asked. “Congress seems to believe that the answer is yes.”

Brian Knowlton contributed reporting from Washington.




travel notice    April 16, 2012

Food for thought for a journey to America

Dear Councillor,

Even if you wont make the trip to Washington in May, the issues to be discussed there are likely to stay with you for a while. In particular, timely availability of the Federal Council's report on the below-reproduced postulate 2 which resulted from the Federal Assembly's Control Commiitees' investigation into the UBS case (p.3422; 10.3390/10.3629) could have provided for a workable common defense and forward strategy. It could have shed light on the IRS' mutually damaging QI and FATCA dark spots. And it will at any rate give further cause for serious reflections.

      "Postulate 2: The Federal Council is requested to comprehensively clarify in a detailed report the questions raised in the Control Committees' report with regard to the application of penal code article 271, and with regard to the compatibility of the Qualified Intermediary Agreement with the Swiss banking secrecy."
Without prejudice to the Federal Council's statements and recommendations - and for the purpose of successful contacts with U.S. Congress members - I have assembled some essential and possible determeening elements, observations and indications on the basis of my expertise. Our feedback would be greatly appreciated.

Yours sincerely,    Anton Keller   027-2812477


Neue Zürcher Zeitung    13 April 2012    re:  On salami tactics and prime beef
Anton Keller (13th April 2012, 19:40)    With a single voice into a more dignified future
    On May 6, a squad of Swiss parliamentarians will fly to their colleagues in Washington. If certain Bankers had their way, it would be more of the same as pleases our recklessly marauding and arm-twisting tormentors at the IRS and the Justice Department, i.e. more sellouts and betrayals on our sovereignty, public order and other key national interests. Never mind shooting into the back of our real friends, like the valiant Senator Rand Paul. Yet, there is still time to change course and to develop a mutually helpful position and to speak with one recognisable and clear voice. In order to assist our friends on the Hill and elsewhere in the prompt and lasting resolution of the misunderstandings which have bedeviled our bilateral relations recently. Without further extortion payments, involontary concessions and undignified submissions. And in the spirit and respecting the text of the many treaties our two Sister Republics have put at the service of our citizens, interests and common good  (www.solami.com/DBA96.htm | …/frohofer.htm).

Neue Zürcher Zeitung    13 April 2012    re:  "We have not let ourselves be blackmailed"
Anton Keller (13th April 2012, 02:09)    IMF meeting: pro memoria
    The Swiss/American Double Taxation Agreement of 1996 (DBA 96) was signed by the US Treasury Secretary. It defines him "or his representative" as the "competent authority" also for negotiations (www.solami.com/DBA96.htm). If neither the current office holder, nor his colleague at the Justice Department will find it opportune to keep their free-weeling subordinates from neglecting deep draught bonds of friendship and valid treaties (.../USCH.htm) in favor of negotiating outside of their mandate and seeking to roughshod and enforce ill-approved rules abroad on the back of long-term US interests, it seems to befit their cabinet colleague whose brief is the conduct of foreign relations, to examine the consequences of such mutually harmful actions and inactions on the continued availability and usefulness of Switzerland's current and possibly enhanced good offices in the Middle East in particular (.../inventory.htm). In the event, the DBA 96 contains an arbitration clause for resolving particular problems. And for problems outside of the DBA-frame, too the State Department is understood to be constitutionally in charge.
    Administrative assistance under the DBA 96 is strictly limited to its implementation, and to "the prevention of fraud and the like", ie to the realm preceding an offense, to the exclusion of the establishment and eventual prosecution of any offense. The latter are covered by the Mutual Legal Assistance Treaty
of 1973 (.../USCHlegal.pdf), which continues to explicitly excludes tax offenses. The valiant US Senator Rand Paul commendably blocks passage of the DBA 96 Additional Protocol of 2009 which unduly, unnecessarily and harmfully abrogates the strict separation of administrative and legal assistance without an eventually necessary adjustment of the Swiss/US Treaty of 1973. This protocol is ill-considered and ill-negotiated as it would also undermine essential interests on both sides and would cause legal certainty, with the IRS eventually being as its sole "beneficiary". As such its ratification in the present form is understood to be in the national interest of either party.
    Most charges brought against Swiss QI banks and bank employees are seen to be without foundation in as much as they covered by the IRS' Qualified Intermediary Agreement (…/frohofer.htm ¦ .../MCR.htm).

Tages-Anzeiger  12 April 2012
re: The new treaty will not solve all problems according to experts
Anton Keller (April 12, 2012 21:44)    Kudos for U.S. Senator Rand Paul (censored)
    The spokesman of the Federal Finance Department stays on track. For him, the US ratification of the IRS-imposed DBA 96 Additional Protocol would be in line with US interests, and it could even have prevented the data-transfer stop unconveniently ordered by the Federal Administrative Court. No word then on Swiss interests - as if that were none of his concerns and not his job. We ought to support - instead of disavowing - US Senator Rand Paul, the most effective protectors of our national interests
(www.solami.com/DBA96.htm).
 
 

Schweizerische Interessen, NZZ-Inserat, Trumpf Buur, 26.3.88
 
 

Food for thought for the journey to America of May 6, 2012
Please send questions, bug reports and comments to: Anton Keller, +4127-2812477 - swissbit@solami.com

"Free remains only he who uses his freedom", NZZ, Elisabeth Kopp, 5/3/12 (wwwsolami.com/iconoc.htm#Kopp)
"Play 'American hardball'", Der Bund, Faith Wittlesey, 02/01/12 (.../bankingfuture.htm#hardball)
Switzerland defend its interests in the United States more aggressively, NZZ, Richard Rahn, 3/18/12 (.../bankingfuture.htm#offensiver)
Allegations of foreign states and prosecutors, Thinking Things Over, Walter E. Haefliger, 03/08/12 (.../bankingfuture.htm#Nennwert)
Unfounded accusations against Bank Wegelin, Schweizerzeit, Hans Spitz, 4.3.12 (... / Bankingfuture.htm # unfounded)
FATCA eulogy: Thank you, Mr. President, TA Magazine, Daniel Binswanger, 03.24.12 (.. / # fatca.htm Binswanger.)
No coffin nails for gravediggers! Iconoclast, 03.27.12 (... / # Fatca.htm betrayal)
Road Map for a worthy global solution, 4.3.12 (... / Frohofer.htm)
Tax dispute with the United States: The Search for Plan B, Tages-Anzeiger, Arthur Rutishauser, 10 Apr 12 (.../bankingblues.htm#B)
The U.S. prosecutors pull back the tax dispute, Tages-Anzeiger, Walter Niederberger et al. 28.Mär 12 (.../bankingblues.htm#95)
U.S. Tax-Evasion Probe Said to Slow as Prosecutors transfer, Bloomberg, David Voreacos, 27 Mar 12 (.../bankingblues.htm#transfer)
Motion 12.3255 "No fiscal experiments without reciprocity" (.../parlament.htm#experiments),

The questions addressed to the IRS Commissioner Shulman on Jan 1, 2012 (www.solami.com/irsquery.htm) concern the QI agreement QIA between UBS and the IRS of 2001 which has been criticised on legal grounds. They also relate to the penal code excemption (article 271) which has made such misconduct possible in the first place and which a Swiss lawmaker castigated already in November 2000. According to the UBS report of the Federal Assembly's Control Commissions, the QIA and the 271 issue - as detailed in its original version - have been at the heart of the still unsettled US/Swiss banking and tax conflict. The QIA's well known and much decried hyper-complexity is probably not accidental. Indeed, even among tax experts it has largely excaped proper appreciation and debate that most criminal charges levied at Swiss QI banks and employees are unfounded. And it would thus not be surprising to see them soon recognised as such and either withdrawn from or thrown out by US courts - in as much as the actions and inactions thus invoked against them have not only been authorised but even called for by specific QIA provisions (.../kingpin.htm#obligations). Apparently, the IRS has kept these crucial details even from the US attorney who has led the - publicity-wise initially successful - charge against Switzerland's oldest bank, thus driving him onto thin ice ("A sad development in urgent need of reconsideration", Time Magazine, 2/13/12: .../iconoc.htm#sad). And similar deep-draught inside knowledge is indispensable for getting out of this mutually harmful mess by way of a dignified global solution which will not add insult to injury. The questions thus raised with the IRS on behalf of concerned lawmakers here and there deserve special attention. In the interest of both sides, prompt and comprehensive answers may thus be pressed for from both sides of the Atlantic on the occasion of Swiss lawmakers' May visit to their colleagues on the Hill in Washington.

The data-transfer stop ordered by the Federal Administrative Court (BVG) of April 5, 2012 (A737/2012) provides relief only temporarily and for some 30 Credit Suisse clients. Last time, with its decision A7789/2009 of January 21, 2010, it also held such data releases to be incompatible with DBA 96. In that case it prevented the IRS to obtain "clean" account information on some 4450 UBS clients which it probably had already on stock, but could not use in court as they came from "unauthorised sources". Thereupon, and in order to accomodate the IRS' persistent data transfer request, the original Administrative Agreement of August 19, 2009 (.../UBSUKASEe.pdf) - negotiated on the strength of DBA 96 (article 25) but imposing conditions outside the frame of DBA 96 - was amended on March 31, 2010 and brought to a level of a separate treaty (.../UBSUKASE2e.pdf). On the US side, the IRS has so far failed to answer questions on whether authority was granted for such negotiations outside the strict limits of DBA 96 (.../irsquery.htm). This is not seen to be a marginal matter for those concerned with non-constitutional bureaucratic lawmaking. For said "separate" UBS treaty contains language at variance with our understanding of the law, for its article 7a stipulates:

"For purposes of processing the Treaty Request, this Agreement and its Annex shall prevail over the existing Tax Treaty, its Protocol and the Mutual Agreement in case of conflicting provisions."
In Swiss law at least, no administrative agreement can take precedent over a law or treaty formally adopted by Parliament - contrary affirmations notwithstanding. And it is our understanding of US law, that any clause or condition outside the DBA 96 could not deploy either any legal effect within the US jurisdiction. Unless, of course, the US constitutional lawmaker, i.e. the US Senate, formally overrode any such deficiency and explicitly consented to such DBA 96 changes and the US President signed off on these changes as well. Yet, to the best of our knowledge, no such amended treaty is known to have ever been or is even planned to be submitted to the Senate for ratification. Reflecting international public law 101, Switzerland's President declared on February 29, 2012 in Parliament. "We can apply a treaty only when it is in force, on both sides that is." Accordingly, the data on some 4450 UBS bank clients have been delivered under duress and illegally and as such cannot be used as evidence in US courts.

To be sure, the Federal Administrative Tribunal, in its decision A3013/2010 of July 15, 2010 authorised said data transfer - without prejudice to the data's legal status in the United States. For it did so on the mere basis of the Swiss Parliament's grudging ratification of said DBA 96-amending "treaty" on June 17, 2010, under the persistent pressure applied by US authorities, and without reservation of eventual US ratification.

This echoed similar judicial accomodations of external official bullying and disrespect for Swiss laws and customs. The first concerned the IRS' treaty-neglecting and arrogant administrative assistance request for bank client data without specifying the client's name, as the DBA 96 explicitly called for then - and still does now. Thus, in its decision  A7342/200 of March 5, 2009, it changed legal practice and, in an uncalled-for attempt at unconstitutional judicial lawmaking, went so far as to admit group requests. Even though a key characteristic of international relations and treaties - reciprocity - is all but in the cards for this ill-considered, ill-founded and anti-privacy novelty. The second instance - again without affecting the outcome of the Court's deliberations - is its persistently false assumptions on the nature and implications of the IRS' world-wide network of some 7000 qualified intermediary or QI banks it organised with its QI-system. The Court's understanding of the term "backup withholding tax" appears ill-advised and ill-founded. And it is particularly not a lawful tax - in as much as it never was approved by the US Congress. No less importantly, the unaccounted-for revenues thus raked in by the IRS' world-wide QI system are seen to be not only illegal protection money in return for anonymity (sic!), but they are understood to be subject to no democratic control whatsoever (.../kingpin.htm#penalty). The carefully camouflaged volume of these funds are understood to pale the hundreds of million dollars of tax losses the IRS routinely invokes as justification for its world-wide campaign for hassling American taxpayers abroad. With the latter thus seen as a cleverly devised mere smoke-screen for bigger fry. One estimate repeatedly debated at the authoritative International Cambridge Symposium on Economic Crime - and never challenged even by participating IRS representatives - places the annual revenue stream.from the QI system's "backup withholding tax" in the range of several hundred billion dollars (.../vision.htm#500). Thus the additional importane of getting the IRS to promptly and comprehensively answer the questions submitted to its Commissioner on January 2, 2012 (.../irsquery.htm)