1. Gehe davon aus, dass ausgedehnte
Unterbrechungen von Grundversorgungs-Diensten, sowie von Im- und Exporten,
nicht
nur andere betreffen werden, und dass auf verschiedenen Gebieten
bedeutende
Gelegenheiten sich bieten für all jene, welche sich
der Panik
entziehen, in die Zukunft blicken, und gut vorbereitet
sein werden.
2. Gehe einen Schritt zurück,
reaktiviere, übe und unterrichte einfache und von Hand
zu bewältigende Vorgänge, und sorge dafür, dass Dein Haushalt,
Dein Geschäft und Deine Gemeinde den Jahrtausendwechsel so
vornehmen werden, dass auch bei längerem Ausfall der nationalen
Elektrizitäts-, Verbindungs-, Nahrungsmittel- und andern Versorgungsnetze
alle Grundbedürfnisse lokal abgedeckt werden können.
3. Bereite Dich auf den Tauschhandel vor
im Hinblick auf die Möglichkeit, dass während unbestimmter
Zeit manche Güter des täglichen Bedarfs nur noch mit universell
anerkannten Realwerten beschaffbar sein werden (z.B. Nahrung, Rohstoffe,
Werkzeuge, Dienstleistungen, Goldmünzen), hüte Dich aber davor,
alle
Eier in einen Korb zu legen.
von ICONOCLAST,
CORUM, 1211 Genf 2 (swissbit@gkb.com)
-
20. Februar 1999
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schick
diesen Text einem Skeptiker
Y2K-Immunisierung mittels
koordinierter Massnahmen zur
Sicherung des europäischen
Elektronetzes beim Jahrtausendwechel
Abstract
Angesichts der Dimensionen, Unwägbarkeiten und Einmaligkeit des von Menschenhand geschaffenen und weltweit wirksamen Jahr 2000 Computerproblems (Y2K), zu welchem der Bundesrat in seiner Antwort vom 8.Juni 1998 auf die Interpellation Müller 98.3073 dringenden allgemeinen Handlungsbedarf bestätigte, sind alle Betroffenen aufgefordert, alles zweckmässige vorzukehren, was die weitestgehende und frühestmögliche Erkennung, Minderung und Überwindung der wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und strategischen Folgen dieses Problems begünstigt, und alles zu unterlassen, was dem entgegenstehen könnte. Dahingehend sind geeignete Massnahmen für den Ernstfall nicht nur vorzubereiten, sondern es ist vom Eintritt des Ernstfalls an der Jahrtausendwende auszugehen.
Ein magischer Schutzschirm, welcher das Schweizer Territorium von den Folgen ungenügender Y2K-Massnahmen bewahrt, ist nach übereinstimmender Expertenprognose weder zeitlich noch technisch möglich. Das kann und darf aber für niemanden Ursache sein, nicht alles zu erwägen und das Zweckmässige vorzukehren, was in seinem Einflussbereich zur Verminderung oder Einschränkung der Y2K-Konsequenzen möglich ist. Hierzu gehören Massnahmen, welche die Fachverbände ihren Mitgliedern auf der technischen Stufe empfehlen, und solche welche die vom Bundesrat eingesetzten Jahr- 2000-Organe anordnen mögen.
Dazu - und für alle Staats- und Gesellschaftstufen gültig - anerbietet
sich das systematische Vorbereiten der kontrollierten vorübergehenden
Stromnetzabschaltung und Ausweichung auf lokal verfügbaren und besonders
vom europäischen Netz unabhängigen elektrischen Strom am Nachmittag
des 31.Dezember 1999. Dies als Mittel zur weitestgehenden allgemeinen
Bewusstseinswerdung und zur "Immunisierung" der gesamten Schweizer Bevölkerung
und aller Teile der Wirtschaft als Voraussetzung eines möglichst geordneten
und panikfreien Eintritts ins neue Jahrtausend. Dahingehend haben
Schweizer Parlamentarier - u.a. Ständerat
Carlo Schmid - politische Vorstösse unternommen. Und sind
nun die entsprechenden Organisationen und Dienste aufgefordert, dem Schweizer
Bundsrat, sowie den kantonalen und kommunalen Behörden bei der Umsetzung
dieses Programms behilflich zu sein.
1. Nach Ansicht von Experten werden viele unserer Computersysteme den Jahrtausendwechsel einfach nicht schaffen. D.h. sie sind zumindest derzeit noch nicht fähig, den Übergang ins Jahr 2000 richtig zu erkennen und zu verarbeiten. Und selbst bei jenen die es sind - oder zeitig dazu befähigt werden mögen - kann der gleichzeitige, oder per Domino-Effekt bewirkte, massive Ausfall von Computern nicht verhindert werden, wenn diese mit Systemen zusammenhängen die noch nicht Jahr 2000-verträglich sind. Dies betrifft auch und besonders Anlagen, welche für unsere Grundversorgung unverzichtbar geworden sind. Tatsächlich ist unsere Industrie- und Wohlstandsgesellschaft in hohem Grad von funktionierenden und meist stark vernetzten Datenverarbeitungsanlagen abhängig. Kein elektronischer Kniff und kein magischer Trick steht in Aussicht - oder kann vernünftigerweise erwartet werden - um unsere hochverletzlich gewordene Gesellschaft von den Folgen massiver Computerabstürze zu bewahren. Potentiell noch beunruhigender ist die bisher kaum beachtete Tatsache, dass die dem COCOM-Technologie-Embargo ausgesetzten Staaten von Anfang an zumindest ihre Sicherheitsapparate, strategischen Mittel und zentralen Systeme mit Computern eigener Bauart mit acht statt nur sechs Datumfeldern ausgerüstet hatten (wobei jedes Jahr mit vier Datumfeldern definiert ist, statt mit nur zwei, wie dies bei westlichen Computersystemen die Norm ist, was sich nun als verheerender Fehler abzeichnet). Soweit diese Ostprodukte danach nicht mit westlichen Systemen "aufgebessert" - und so mit dem Y2K-Virus infiziert - worden sind, können die sich darauf stützenden Gesellschaften auch damit rechnen, das nächste Jahrtausend mit vergleichsweise geringen Aufwendungen, Unsicherheiten und Schäden zu beginnen.
2. Auf diesem Hintergrund ist bereits viel Grundlagenarbeit geleistet worden zur Bestreitung des zwar unvermeidbaren aber nur anscheinend nicht gewinnbaren Rennens gegen das Y2K-Datum. Zu den anerkannten Führern auf diesem Gebiet gehören, unter den internationalen Organisationen:UNO, OECD, EuropäischeUnion, Internationale Fernmelde-Union, Internationalen Seeschifffahrts-Organisation, Internationale Zivilluftfahrts-Organisation, Internationale Atomenergie-Agentur, Internationale Union der Produzenten und Verteiler elektrischer Energie, EURELECTRIC, Union zur Korrdination der Produktion und Übertragung von Elektrizität, Bank für internationalen Zahlungsausgleich, etc. Unter den nationalen Agenturen, in den USA: das Weiße Haus, der Nordamerikanische Zuverlässigkeits-Rat für Elektrizität, das Federal Reserve Board, die U.S. Küstenwache, in Kanada: das Year 2000 Project Office, und in Europa: das British Standards Institute, das Institut für Wirtschaftsinformatik, etc. Und unter den privaten Organisationen: die Global 2000 Co-ordinating Group, das American Petroleum Institute, etc. Vorausschauende Gesetzgeber und Diplomaten mehrerer Länder hatten schon früh Alarm geschlagen, in den USA: vornehmlich das Senate Banking Committee, die Senatoren Robert Bennett, Michael B.Enzi und Chuck Hagel, sowie Representant Steve Horn, etc. In der Schweiz u.a. Nationalrat Eric Müller und Ständerat Carlo Schmid, etc. Und an der UNO: Generalsekretär Kofi Annan, Under-Secretary-General Joseph E.Connor, sowie die Botschafter Anwarul Karim Chowdhury, Anthony Hill, Ahmad Kamal, usw.
3. Eine zeitlang sah es allerdings danach aus, als ob der Ball auf der Titanic durch nichts gestört werden könnte. Mehrere prophetische Spezialisten predigten in der Wüste und wurden allzulange weder von den öffentlichen und privaten Machthabern, noch von den Medien ernst genommen. In alphabetischer Reihenfolge sind hier vornehmlich zu nennen: Cap Gemini, das Zentrum für strategische und internationale Studien (CSIS), Frank J.Cilluffo, die Gartner-Gruppe, Peter de Jager, Gerhard Knolmayer, Gary North, Alan Simpson, Taskforce 2000, Edward Yardeni, etc. Am Y2K-Seminar des CSIS vom vergangenen Juni wurde eine aufschlussreiche "Report Card" über die verwaltungsinternen Y2K-Fortschritte der amerikanischen Regierungsabteilungen vorgelegt. Das Büro des Vorsitzenden des "Unterausschusses für Regierungs-Verwaltung, Information und Technologie" des amerikanischen Repräsentanten-Hauses kommt darin zusammenfassend zum vorläufigen Verdikt: "Overall Grade is F" (das steht für: Fehlschlag). Seither soll sich die Situation etwas gebessert haben; der im September veröffentlichte Bericht attestiert wenigstens ein "Overall Grade is D" (das steht für: knapp durchgehend). Allerdings, das State Department und andere Schlüsselministerien (Transport, Energie, uam) werden von amerikanischen Gesetzgebern weiterhin als fehlschlags-trächtig eingestuft. Und sogar das Verteidigungs-Ministerum soll sich inzwischen gesamthaft nur von einem F zu einem D verbessert haben, wobei dem Vernehmen nach keine Aussicht besteht, wesentlich mehr als 70% der als kritisch eingestuften 2965 Systeme dieses Ministeriums bis zum Jahresende verlässlich reparieren zu können (sic!).
4. In der Schweiz signalisierte der Bundesrat in seiner Antwort vom 8.Juni 1998 auf eine Interpellation (98.3073) dringenden Handlungsbedarf auf jeder Gesellschaftsstufe besonders in bezug auf die in einer Vielzahl von Geräten eingebauten sogenannten eingebetteten Chips (Mikro-Computer zur Steuerung von Lifts, Klimageräten, Sicherheitsanlagen, etc.).Tatsächlich ist jedermann aufgefordert, in seinem jeweiligen Bereich alles zu tun, um die frühestmögliche und umfassendste Erkennung, Eingrenzung und Überwindung der ökonomischen, sozialen und strategischen Konsequenzen des Jahr-2000-Problems zu bewirken, und alles zu unterlassen, was dem entgegenstehen könnte. Dahingehend sollten nicht nur alle geeigneten Vorbereitungs-Massnahmen zur Überwindung allfälliger Y2K-Notsituationen getroffen, sondern es sollte vom Eintritt des schlimmsten Falles ausgegangen werden. Und die in der Verantwortung Stehenden können ihrer Aufgabe nur dann gerecht werden, wenn sie den Empfehlungen der Y2K-Spezialisten und Fachverbänden zeitig, wegbereitend und mit dem notwendigen Nachdruck nachkommen werden. Auf dass in ihrem jeweiligen Einflussbereich das noch Mögliche verwirklicht wird zur weitestgehenden Eindämmung der sich abzeichnenden Panik und Y2K-Schäden.
Gelegenheit zur Nutzung des Zivilschutz-Systems
5. Das schweizerische Zivilschutz-System scheint geeignet, um die anstehenden Y2K-Aufgaben lösen zu helfen. Dieses System wurde über Jahrzehnte hinweg aufgebaut, ausgerüstet und eingeübt mit dem Ziel, im Bedarfsfall der gesamten Schweizer Bevölkerung Schutz zu bieten vor nuklearen und andern Arten der Bedrohung. Dabei sollte auch der Grundbedarf der Bewohner an ihrem jeweiligen Wohnort für mehrere Wochen gedeckt werden, und zwar mit lokal verfügbaren Mitteln und unabhängig von den nationalen Versorgungsnetzen (Elektrizität, Nahrungsmittel, etc.). Eine minimale Grundversorgung mit elektrischer Energie ist für das Funktionieren einer modernen Gesellschaft als massgebend anerkannt. Ebenfalls zu berücksichtigen ist aber auch die Gefahr eines längerfristigen Zusammenbruchs des europäischen Stromnetzes aus Anlass des Jahrtausendwechsels. Zur verlässlicheren Überbrückung dieses kritischen Zeitpunkts wurde in der Motion Schmid vom 26.Juni 1998 eine Idee aufgenommen, welche durch die Erfahrung Schwedens mit dem Seitenwechsel in dessen Strassenverkehr inspiriert worden ist (wie heute noch in England fuhr man auch dort vor den 60er-Jahren auf der linken Strassenseite, bis am Tag X der ganze Verkehr zum Seitenwechsel während 30 Minuten total gestoppt wurde). Dabei sollte durch systematisches Herunterfahrens des Stromverbrauchs auf das lokal verfügbare Angebot (allenfalls auf Nostandsniveau) am 31.Dezember 1999 eine - selbstverständlich voll koordinierte - tatsächliche oder virtuelle Abkoppelung des Schweizer Stromnetzes vom europäischen Stromverbund möglich werden, und als Schutz dienen gegen den zu befürchtenden längerfristigen Ausfall des europäischen Netzes.
6. Während der Dauer einiger Tage würde die Schweiz - oder welches andere Land auch immer dieses Vorgehen beschließen mag - damit am nächsten Sylvester "einen Schritt zurück" vollziehen. Gesellschaft und Wirtschaft würden ohne Unterbruch auf Y2K-Notstandsniveau gehalten, wobei gestützt auf die entsprechend vorbereiteten Notstrom- und lokalen Elektrizitätsquellen die Grundversorgung und alle wesentlichen Dienstleistungen so zuverlässig wie überhaupt möglich funktionieren dürften. Sobald im neuen Jahr die Stromversorgungslage im Ausland dies erlauben, und im Ausmass als auch das eigene Stromnetz sich als tatsächlich Jahr-2000-kompatibel herausstellen wird, könnten die eigenen Anlagen dann wieder hochgefahren und der normale grenzüberschreitende Stromaustausch wieder aufgenommen werden. Nachdem bisher scheinbar nirgends eine bessere Idee zur Sicherung der Stromversorgung bekanntgeworden ist, haben die internationalen Elektrizitätsversorgungs-Organisationen Unipede und EURELECTRIC dem Vernehmen nach damit begonnen, für die Y2K-Übergangsphase entsprechende Strom-Ex- und Import-Sperren als sogenannte Null-Last-Kontinuitätspläne auszuarbeiten.
Wenige Y2K-Optionen für eingebettete Chips
7. Die meisten Computersysteme welche nicht Jahr-2000-tauglich sind bestehen in der Form von eingebetteten Chips, welche irgendwo in irgendwelchen oft schwer oder nicht-zugänglichen "Maschinenräumen" als Schalter für die Transformation, Verteilung oder Kanalisierung von Elektrizität dienen. Die vorliegenden Erkenntnisse zeigen, daß die vorhandenen Mittel nicht ausreichen um das mit den eingebetteten Chips geschaffene Problem in mehr als nur einer sehr begrenzten Anzahl von super-kritischen Missionen wirksam zu beheben. Es trifft zwar zu, dass nur zwischen 1 und 7% der Chips datum-empfindlich und folglich Y2K-anfällig sind. Da deren Y2K-Eigenschaften aber allzuoft unbekannt sind, hilft dies nur sehr begrenzt. Auch handelt es sich um Milliarden von Chips welche bereits in Gebrauch stehen und kritische Systeme beeinflussen können. Zudem, das Problem stellt sich oft als unüberwindbar dar zufolge Mangel an Zugang (Einsatz im Tauchbereich, in Satelliten, auf Schiffen, etc.), Mangel an korrekten Unterlagen, und Mangel an ausreichenden Ausrüstungen und ausgebildetem Personal. Symptomatisch für die uns umgebenden Absurditäten ist sodann, dass die meisten Chips-Probleme zwar in OECD-Staaten auftreten, dort aber bisher nur einige Wenige sich für das weltweit einzige bekanntgewordene zeit-ökonomische und erfolgreich eingesetzte Test- und Analysegerät für eingebettete Chips interessierte. So soll WSP, der englische Hersteller der DELTA-T Probe - http://www.embedded-science.com - bis Ende des letzten Jahres weniger als 500 Einheiten verkauft haben(notabene meistens in Länder die den COCOM-Sanktionen unterworfen gewesen sind). Es ist sodann alles andere als versichernd, zur Kenntnis nehmen zu müssen, dass die allermeisten Y2K-Tauglichkeits-Atteste für eingebettete Chips Papiergarantien darstellen, welche sich nicht auf physische Überprüfungen der betroffenen Systeme stützen.
8. Diese bedenklichen Umstände rufen nach besonderen Massnahmen und Strategien. In allen Fällen von kritischen Systemen, welche eingebettete Chips enthalten die nicht individuell getested und als Y2K-tauglich erkannt wurden, sind Lösungen gefragt, welche zumindest die Möglichkeit einschliessen, das Y2K-Problem zu umgehen. Für gewisse kritische Systeme, welche innert der verbliebenen Zeit nicht verlässlich repariert werden können, ist vorgeschlagen worden, die eingebaute Uhr zurückzudrehen (Y2K Silver Bullet Immunity). So berichtete z.B. die U.S. Federal Aviation Administration: "ein Datum-Rückrolltest wurde erfolgreich abgeschlossen und dient nun als Hinweis auf diese Ausweichmöglichkeit für den Fall daß Reparaturbemühungen verzögert werden oder daß das Hauptrechnersystem unerwartete Y2K-Probleme zeitigt." Allerdings ist dieser Trick nur begrenzt anwendbar. Dort wo es sich um eine Vielzahl von Systemen und Sub-Systemen handelt, deren Datum in jedem einzelnen Fall abgeändert werden müsste, müssen die Reparaturspezialisten sich etwas anderes einfallen lassen.
9. Eine konkrete, wenn auch ihrerseits nur begrenzt anwendbare Y2K-Umgehungs-Möglichkeit kam im vergangenen September anlässlich der Dritten Y2K-Werkstatt der Europäischen Kommission in Brüssel ins Gespräch. In Reaktion auf die Selbstschutz-Idee, am Sylvester das Schweizer Stromnetz vorübergehend aus dem europäischen Netz auszuklinken, wies Ron Balls (Leiter des Y2K-Programs von Britisch Telecom und von ITU's Y2K Task Force) darauf hin, daß einige datum-empfindliche Chips beim virtuellen Übergangstest den "Jahrtausendwechsel" nicht schafften wenn sie in Betrieb gehalten wurden, hingegen "normal" weiterarbeiteten, wenn sie kurz vor "Jahreswechsel" abgeschaltet und danach wieder zugeschaltet wurden. Zu jener Zeit hatte Ron die Details zu den betreffenden Chips nicht zur Hand, und er hatte auch keine Vorstellung über das quantitative Ausmass dieses Phänomens "trickbarer" Chips. Inzwischen hat auch der Vorsitzende von Rolls' ITU-Arbeitsgruppe Y2K Contingency Measures neben der wachsenden Y2K-Umfragen-Papierflut noch keine Gelegenheit gefunden, diesen Fragen nachzugehen, so dass der Ball gegebenenfalls von anderen interessierten Gruppen zu übernehmen ist. Dies dürfte vor allem dann der Fall sein, wenn eine freiwillige vorübergehende Totalabschaltung der wesentlichen Systeme als generelle Y2K-Kontinuitäts-Massnahme ernsthaft erwogen werden mag. Sei dies gestützt auf die erwähnten oder allenfalls weitere nützliche technische Besonderheiten. Oder aber im Licht zusätzlicher Erwägungen, z.B. bezüglich der Sicherheit, und dabei besonders jener von Nuklearanlagen.
Sicherheit von Nuklearanlagen unter Y2K-Bedingungen
10. Erinnerungen kommen wach zu: Three Miles Island und, natürlich, Tschernobyl sowie weitere Atomkraftwerke in Osteuropa. Aus einer Reihe von technisch soliden Gründen bestehen weiterhin insbesondere zu einigen der letzteren Anlagen ernsthafte Sicherheitsbedenken. Aus zuvor (§1) erwähnten Gründen und alarmistische Artikel nichtwiderstehend, muss dennoch festgehalten werden, daß diese östlichen Nuklearanlagen grundsätzlich weniger Y2K-anfällig sind als alle westlichen Modelle. Das schliesst nicht aus, dass erstere über "sicherheitsbedingte Aufrüstungen" westlicher Provenienz mittlerweile auch vom Y2K-Virus infiziert worden sind und dementsprechend nocht nicht Y2K-tauglich sein mögen. Dies ist allerdings nicht der einzige - und auch nicht der bedeutendste - Grund für sicherheitspolitische Bedenken.
11. Entsprechend dem INES (internationale Nuklear-Ereignis-Skala) Bericht der internationalen Atomenergieagentur (IAEA) vom 8.Mai 1998, wurde am Vortag ein 11 kV elektrisches Speisekabel durch einen Trax bei der Brennstoff-Wiederaufbereitungsanlage der UKAEA in Dounreay, Schottland, beschädigt. Die externe Stromzufuhr wurde dadurch unterbrochen und, "weil alternative Stromzufuhrmassnahmen nicht, wie beabsichtigt, verfügbar wurden", "verloren die Ventilatoren Energie. Betriebe wurden evakuiert. Die Energiezufuhr zu den Ventilatoren wurde15 Stunden später wiederhergestellt." Diese Vorkommnisse wurden als INES II eingestuft ("bedeutender Ausfall von Sicherheitsvorkehrungen mit genügender Tiefen-Verteidigung um mit zusätzlichen Faktoren fertig zu werden"). Dazu ist zu bemerken, daß in diesem Fall die nuklearen Sicherheits-Masnahmen nicht ohne externe Hilfe zum Tragen gebracht werden konnten - was unter Y2K-Bedingungen nicht gewährleistet gewesen wäre. Ähnlich wie im anderen INES II-Fall, der 234 Tage später, am 27.Dezember 1998, beim Kernkraftwerk Hunterston B in Schottland, eintrat. Wiederholte längere Ausfälle der externen Stromversorgung führten dort zur vorübergehenden Abhängigkeit von den kraftwerks-eigenen Notstromquellen zwecks sicherer Abschaltung und Kühlung des Reaktors. Von den drei dem Reaktor 4 zugeordneten Notstrom-Generatoren funktionierte jedoch nur einer ordnungsgemäss. Hinzu kam, wie der INES-Bericht der IAEA vom 27.Dezember 1998 festhält, daß zufolge eines vorausgegangenen Ausfalls der externen Stromversorgung die automatische Reaktor-Abschaltungs-Sequenz-Ausrüstung (RSSE), "noch nicht wieder vorfügbar" war. "Verschiedene Schwierigkeiten traten auf und infolgedessen konnten einige post-Abschaltungs-Kühlungs-Funktionen nicht wieder hergestellt werden" bis "die externen Stromanschlüsse wiederhergestellt und die Reaktor-Kühl-Funktionen normalisiert waren."
12. Jedesmal wenn in einer Nuklearanlage auf die eigene Notstrom-Versorgung zurückgegriffen werden muss und diese nicht sofort, ausreichend und unabhängig von externer Hilfe vorfügbar wird, können kritische Situationen auftreten. Ob nun die gefürchtete blendende Stationsverdunkelung (station blackout) auftritt oder nicht, die Situation kann dann schnell super-kritisch werden und zu unkontrollierbaren Zuständen führen, wenn auch die externe Stromzufuhr für längere Zeit ausbleibt. Das ist der Grund, weshalb Y2K besonders bezüglich Nuklearanlagen-Sicherheit eigene Maßstäbe setzt und auch besondere Maßmahmen nahelegt. Zur Illustration der Frage, mit welcher Wahrscheinlichkeit am 1.Januar 2000 mit einem längeren Netzausfall zu rechnen ist, sei auf den Y2K-Testfall verwiesen, welcher im vergangenen Sommer in einem nicht reparierten mittelgrossen nicht-nuklearen Kraftwerk in Deutschland durchgeführt wurde. Als die interne Uhr zum 1.Januar 2000 vorgerückt worden war, haben die Sicherheitsanlagen den Kraftwerksbetrieb sofort abgestellt. Nichts ungewöhnliches, ausgenommen: der Betrieb konnte während zweier Wochen nicht wieder hergestellt werden(nota bene: bei völlig normal funktionierendem Telefon, Strassen-, Eisenbahn- und Luft-Verkehr, Elektrizitätsnetz, etc. und ... keinerlei Chaos)! Zusammenfassend empfielt es sich sodann zu beachten, was der IAEA-Repräsentant Morgan D.Libby anlässlich der UNO-Sitzung der nationalen Y2K-Koordinatoren vom 11.Dezember 1998 zum Ausdruck brachte: "Wer sich zur Elektrizitätsproduktion auf Nuklearanlagen abstützt kann deren sicheren Betrieb nicht ohne ein umfassendes Jahr-2000-Programm gewährleisten."
Y2K-Empfehlungen
13. Nicht zuletzt im Lichte der oben angeführten konkreten Erfahrungen sind gewisse Funktionen und Anlagen als super-kritische Missionen einzustufen. Im Zivilbereich geören hierzu alle Nuklearanlagen, die Atomuhr von Neuchâtel (welche für einige Länder als standard-setzender Impulsgeber für die digitale Kommunikation, sowie für andere zeit-empfindliche Systeme dient), Elektrizität, Gas, Wasser, Kommunikation, Flugverkehrs-Überwachung, Schienen- und Straßenverkehr, Einheiten der Handelsmarine, Spitalschiffe, etc. In jedem Falle einer super-kritischen Mission sollte erwogen werden, entweder freiwillig auf Y2K-durchgehenden Betrieb zu verzichten oder aber denselben von einer speziellen Y2K-Lizenz abhängig zu machen. Gestützt auf ein entsprechendes Regierungsdekret oder auf Notgesetzgebungs-Verordnung, sollten die kompetenten nationalen Aufsichtsbehörden solche Lizenzen nur bis spätestens 31 Juli 1999 bewilligen. Als conditio sine qua non sollte jede solche Lizenz von einer Y2K-Tauglichkeits-Demonstration unabhängig sein, wobei jeder die Anlage beeinflussende eingebettete Chip einer unabhängig durchzuführenden und zu verifizierenden physischen Überprüfung zu unterziehen wäre. Ein einmal abgelehnter Lizenzantrag wäre endgültig vom Tisch, wobei der Betreiber die Anlage unter normalen Bedingungen bis spätestens zum sicheren vorübergehenden Y2K-Unterbruch am 31.Dezember 1999, 1200, und frühestens wieder ab 1.Januar 2000, 1200, weiterbetreiben kann. Im Falle einer Nuklearanlage würde dieser Y2K-Unterbruch eine durchgehende Energieproduktion auf höchstens jenem Niveau bedeuten, auf welchem die Anlage über längere Zeit ohne externe Stromversorgung sicher gefahren werden könnte.
14. Ganz allgemein, und besonders in Zeiten wachsender Nervosität, ist es dringend geboten kopf- und orientierungslosen Aktivismus nicht mit klarsichtigem, prinzipien-treuem und hilfreichem Tun und Lassen zu verwechseln. Es hilft auch, wenn gesetzgeberische und Verwaltungs-Maßnahmen in irgendeinem Gebiet verzögert oder abgebrochen werden, wenn damit zu rechnen ist, daß diese nicht Y2K-neutral sind. Im Zweifelsfall betrifft diese Vermutung alle Fusionen, Privatisierungen und wirtschaftlichen Entflechtungs-Vorgänge, welche die jeweiligen Informatik-Abteilungen belasten und so unersetzliche Kräfte den prioritären Y2K-Programmen vorenthalten oder entziehen (in der Schweiz trifft dies beispielsweise aber auch zu im Falle der umstrittenen und in ihren Y2K-Konsequenzen zuwenig bedachten Einführung neuer Telephonnummern im April 2001). Diese generellen Prinzipien und Erwägungen sind u.a. schon im Juni 1998 anlässlich des Y2K-Seminars des CSIS in Washington vorgetragen worden. Und sie werden seither u.a. von der Global 2000 Co-ordinating Group, von Edward Yardeni sowie von anderen Y2K-Spezialisten von inner- und ausserhalb der US- und der EU-Verwaltung vertreten. Ebenfalls wachsend positives Echo verzeichnet die oben präzisierte Idee, nicht bis zum allfälligen Ausfall des internationalen Stromverbundes zuzuwarten. Sondern pro-aktiv, entschieden und systematisch die Stromnachfrage graduell auf das jeweils von den lokalen Stromquellen netzunahängig unterstützbare Niveau hinunterzuführen. Was eine entsprechende immunisierende Mobilisierung, Integration und Vorbereitung der lokalen Bevölkerung und der Wirtschaft voraussetzen und mit sich bringen würde. Und zwar als Haupt-Ziel der lokalen und nationalen Y2K-Bemühungen.
Aussicht
15. In der Schweiz wurden die oben skizzierten Grundideen und Kontinuitäts-Massnahmen Gegenstand eines parlamentarischen Vorstosses, welcher im vergangenen September an der Dritten Y2K-Werkstatt der Europäischen Kommission vorgestellt worden ist. Im Zentrum steht die Grundversorgung insbesondere bezüglich Elektrizität im Rahmen eines national Programms, welches die gesamte aktive Bevölkerung sowie die Wirtschaft einbezieht. Einige Experten sehen darin den denkbar besten Träger zur Abwendung oder aber weitestmöglichen Eindämmung der sonst kaum vermeidbaren und evt. unkontrollierbaren Panik und andern Y2K-Schadenfolgen. Zumindest die Hierarchie des Schweizer Zivilschutzes hat diese Vorschläge sofort begrüsst und, verdienstvollerweise auf eigene Initiative, schon im vergangenen Oktober in das Ausbildungs- und Massnahmenprogramm für 1999 aufgenommen. Der Schweizer Bundesrat und andere mit Y2K-Fragen beschäftigte Dienststellen und Wirtschaftsexponenten geben sich demgegenüber vorderhand noch etwas zurückhaltender.
16. Derzeit äussern sich einige Vertreter der Schweizer Elektrizitäts-Wirtschaft weiterhin skeptisch in bezug auf die Notwendigkeit und Zweckmässigkeit der von Ständerat Schmid vorgeschlagenen Y2K-Massnahmen. Wer mit einem Dienstleistungs-Selbstverständnis gross geworden ist mag verständlicherweise Mühe haben, seinen Kunden - wenn auch notstandsbedingt und nur vorübergehend - einen Lieferverzicht zuzumuten. Dementsprechend ungnädig sind auch die bisherigen Kommentare aus diesen Kreisen ausgefallen. Die Kritiker sprachen bisher von teuren, unnötigen und schaden-trächtigen Eingriffen und gaben auch schon ihrer Befürchtung Ausdruck, damit die Panik nicht nur einzudämmen, sondern ihr sogar Vorschub zu leisten. Sie unterliessen es bisher allerdings, ihren Standpunkt mit handfesteren und nachvollziehbareren Argumenten zu untermauern. Im Gegenteil. Ihr nationaler Dachverband, der Verband Schweizerischer Elektrizitätswerke VSE hat in seiner vielbeachteten Umfrage unter seinen rund 400 Mitgliedern - verdienstvollerweise - am 14.Januar 1999 einen Y2K-Ist-Zustand offengelegt, der dringendsten Handlungsbedarf belegt. So fanden 55% der antwortenden Schweizer EWs Systeme in ihrem Betrieb, welche nicht Y2K-tauglich sind.
17. Nachdem im
Ausland die vorgeschlagenen Kontinuitäts-Massnahmen zusehends
auf wachsendes Interesse stossen und im eigenen Garten der tatsächliche
Y2K-Status auch im Bereich der Grundversorgung offenbar allzulange
zu optimistisch eingeschätzt worden ist, dürften auch in der
Schweiz die zwar einschneidenden aber unverzichtbaren Führungentscheidungen
nicht mehr lange auf sich warten lassen. Dies würde mit
den besten Schweizer Traditionen wieder völlig übereinstimmen.
Die Besinnung auf die besonderen Eigenarten und die hartnäckige
Vertretung eigener Interessen und Positionen auf dem internationalen
Parkett haben zwar oft schon zu Missverständnissen geführt
und den Schweizer Vertretern eisigen Gegenwind beschert. Im
Falle des weltweiten Y2K-Problems dürfte es sich aber weisen, dass
eine einfallsreiche, prinzipientreue und entschiedene Nutzung der eigenen
Gegebenheiten von den ausländischen Partnern nicht nur willkommengeheissen
würde, sondern auch zur Ausräumung weiterer Gegensätze beitragen
dürfte. So ist es zumindest nicht ausgeschlossen,
dass - in Absprache mit ihren jeweiligen Regierungen - auch ausländische
Finanzinstitute zur Endämmung der Panik unter ihren Kunden vom guten
Ruf und den besonderen Dienstleistungen des Finanzplatzes Schweiz profitieren
möchten und könnten. Hierzu gehören spezifische
Gute Dienste, in Form von Dateneinlagerung
und externer Datenverwaltung in super-sicheren Alpen-Kavernen, wie sie
etwa von der SIAG angeboten werden (http://www.siag.net). Dies
allenfalls in Verbindung mit entsprechend ausgestalteten Funktionen,
welche insbesondere die UBS im Rahmen der Global
2000 Co-ordinating Group bereits wahrnimmt. Übrigens wie
andere durch die Umstände bevorzugte Länder könnte die
Schweiz auf diesem Weg aus dem Jahr-2000-Problem besonderen Nutzen ziehen
und nachhaltend positiv ihren Ruf ausbauen, eine Insel von Schutz,
von Sicherheit und von relativer Y2K-Immunität zu sein. Bedingung
dafür ist allerdings, dass ihre Führungsgremien ihre einschlägigen
vorteilhaften Gegebenheiten nicht nur zeitig erkennen, sondern auch
tatkräftig
und kompetent nutzen. Im entgegengesetzten Fall ist es
aber auch denkbar, dass die Schweiz das neue Jahrtausend in Dunkelheit
beginnt, während Nachbar- und in weiterer Entfernung liegende
Staaten im Lichterglanz schimmern. Vielleicht nicht zuletzt weil
letztere sich Ideen zunutze gemacht haben, welche hierzulande missachtet
worden sind.
Jahr 2000 - Computerproblem,
Ernstfallmassnahmen
1. Der Bundesrat wird eingeladen, jegliche Erlassprojekte auf allen Stufen der Bundesverwaltung sowie alle Vorhaben, welche der Bewilligung durch die Eidgenossenschaft bedürfen, bis zu einem geeigneten Zeitpunkt im Jahr 2000 oder danach zurückzustellen, soweit nicht nachgewiesen ist, dass diese Projekte und Vorhaben unter dem Gesichtspunkt der Jahr 2000 - Computerproblematk unbedenklich sind.
2. Der Bundesrat wird eingeladen, den für den 01.01.2000 nicht auszuschliessenden Zusammenbruch der Grundversorgung des Landes, insbesondere im Bereich von Elektrizität, Gas, Wasser, Telephon, Transport etc. zum Anlass zu nehmen, unter Einsatz der Zivilschutzorganisationen und aller übrigen hiezu geeigneten Organisationen und Einrichtungen alles Notwendige vorzukehren, um ab dem 31.12.1999 die Grundversorgung der schweizerischen Bevölkerung für eine mehrtägige Dauer zu gewährleisten.
3.
Der Bundesrat wird eingeladen, soweit notwendig auch die rechtlichen Voraussetzungen
zu schaffen, damit die Entwicklung und der Einsatz von Dienstleistungen
für die Überwindung der Jahr 2000 - Computerprobleme durch schweizerische
Anbieter insbesondere auch für ausländische Unternehmungen und
Organisationen erleichtert und gefördert werden, wie namentlich Entgegennahme
und sichere Verwahrung von Daten bzw. von Datenträgern und Gewährleistung
der Zollfeiheit, des Telekommunikations-, Anwalts- und Bankgeheimnisses
etc.
26.Juni 1998
Ständerat: Herbstsession 1998
Conseil des Etats: Session d'automne
1998
98.3359
Motion Schmid Carlo
Jahr-2000-Computerproblem.Ernstfallmassnahmen
Motion Schmid Carlo
Année 2000. Problèmes
informatiques. Mesures en
cas de besoin
Vierte Sitzung - Quatrième séanceDonnerstag,
24. September 1998 - Jeudi 24 septembre 1998
08.00 h
Schmid Carlo (C, AI): Ich habe hier in einem Bereich motioniert, in dem ich bei Gott kein Fachmann bin, aber der mich beunruhigt. Als Stimmbürger, als Bürger dieses Landes, habe ich gemeint, das Recht zu haben, mich in einer Frage zu äussern, die nach meinem Dafürhalten ernsthafte Probleme bietet.
Der Umstand, dass heute noch viele Informatiksysteme Datumsfunktionen enthalten, welche die Jahreszahlen mit nur zweistelliger Bezeichnung verarbeiten, führt ja bekanntlich dazu, dass bei solchen Informatiksystemen die Zahl 2000 eben nur mit den beiden letzten Ziffern verarbeitet wird und damit die Eindeutigkeit der Information verlorengeht. "00" kann als irgendein Jahr interpretiert werden, das einen runden Hunderter darstellt, und was die Programme mit solchen nicht eindeutigen Informationen machen, kann nicht vorausgesagt werden. Die Annahme ist gerechtfertigt, dass Fehlfunktionen nicht ausgeschlossen werden können. Die Erkenntnis, dass bei Datenverarbeitungssystemen, d. h. bei Computern, Handlungsbedarf besteht, ist in allen grösseren Unternehmungen und in allen grösseren Verwaltungen vorhanden.
Es mag sein, dass in den Kreisen der kleineren Unternehmungen und Verwaltungen diese Sensibilität noch nicht in hinreichendem Masse vorhanden ist. Das Jahr-2000-Problem ist indessen nicht nur ein Problem der Computer, es ist auch ein Problem all jener Systeme, die mit Chips arbeiten. In dieser neudeutschen Sprechweise spricht man von sogenannten "embedded systems". Diese unterliegen je nach Chips-Generation der gleichen Gefahr wie die Computer. Es kann z. B. die Uhr eines Videogerätes oder eines Heizungsbrenners betroffen sein, so dass das Videogerät am 1. Januar 2000 nicht zur richtigen Zeit ein- oder ausschaltet oder dass die Wohnung kalt wird, weil der Brenner nicht mehr reagiert. Das sind wenig spektakuläre Auswirkungen möglicher Fehlfunktionen.
Entscheidend ist jedoch, dass solche "embedded systems" in vielen Einrichtungen, welche der Grundversorgung des Landes dienen, zum Einsatz kommen, so im Bereich der Versorgung des Landes mit Elektrizität, Gas und Wasser, im Bereich der elektronischen Kommunikation, aber auch im Verkehrs- und Transportbereich und - nicht zu vergessen - im Gesundheitswesen. Auch hier gilt, dass die Sensibilisierung weitgehend vorhanden ist. Kraftwerke können mit Sicherheit feststellen, ob ihre Produktionsanlagen am 1. Januar 2000 aussteigen oder weiterhin Strom liefern. Die SBB können das in bezug auf die Stromwerke ihrer Provenienz sagen und damit prognostizieren, ob die SBB weiterhin fahren und ob die Sicherheitssysteme einwandfrei arbeiten. Ich nehme an, auch die grossen Spitäler können mit hinreichender Sicherheit feststellen, ob ihre Betriebssysteme am 1. Januar 2000 die Massnahmen zur Lebensrettung und Lebenserhaltung noch unterstützen oder nicht.
Es kann aber nicht übersehen werden, dass die Sensibilisierung für dieses Problem zwar weit fortgeschritten, aber noch keineswegs Allgemeingut ist. Es ist nicht sicher, dass alle, die in potentiell erheblichem Umfang von solchen Problemen betroffen werden könnten, das Problem auch tatsächlich auf ihren eigenen Betrieb, auf ihre eigene Unternehmung beziehen.
Hier hat der Bundesrat mit der Einsetzung eines Delegierten für das Jahr-2000-Problem und mit der Besetzung dieser Stelle durch Herrn Ulrich Grete eine gute Entscheidung getroffen, die nur begrüsst werden kann. Es ist gerade die Aufgabe des Delegierten, die Öffentlichkeit für dieses Problem zu sensibilisieren, den Erfahrungsaustausch zu fördern und die Situationsanalysen vorzunehmen. Auch wenn es nicht an mir liegen mag, hier Qualifikationen zu erteilen, finde ich, dass die Arbeiten, die hier geleistet werden, Anerkennung und auch Förderung verdienen, dass sie nicht behindert werden dürfen und dass diese Arbeiten in ihrer Bedeutung nicht bagatellisiert oder - wie in bestimmten Wirtschaftskreisen geschehen - sogar lächerlich gemacht werden sollten.
Der Erfolg der Arbeiten des Delegierten wird aber in doppelter Hinsicht objektiv gefährdet. Erstens einmal dadurch, dass die Zeit drängt. Wer seine Systeme noch nicht umgestellt hat oder noch gar nicht analysiert hat, wird zunehmend grössere Schwierigkeiten haben, dies überhaupt noch tun zu können. Die Zahl der dazu befähigten Informationstechnologie-Spezialisten ist begrenzt und steht in einem krassen Missverhältnis zu den Arbeiten, die noch zu erledigen wären.
Wir müssen trotz des Einsatzes des Delegierten für das Jahr-2000-Problem davon ausgehen, dass eine ansehnliche Anzahl von Computersystemen und anderen "embedded systems" mit dem Jahrtausendwechsel in ihrem Funktionieren beeinträchtigt sein dürften. Dabei sind die Auswirkungen natürlich nicht alle katastrophal. Wenn ein Videorecorder eines bestimmten Typs ausfällt, mag dies ärgerlich sein, ein Landesunglück ist es aber auch dann nicht, wenn 10 000 solcher Geräte ausfallen.
Auch wenn die Lohnbuchhaltung eines kleinen Unternehmens abstürzt, führt das zwar zu erheblichen Unzukömmlichkeiten für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieser Unternehmung. Ein Landesunglück ist das allerdings auch nicht.
Wenn aber ein weiträumiger Stromausfall grosse Teile des Landes lahmlegt, mit all den Auswirkungen auf die angeschlossenen Systeme, dann sieht das anders aus. Da stellt sich die Frage - das ist der zweite Punkt, der die Arbeiten des Delegierten bedroht -: Kann man das ausschliessen?
Hier ist dem Problem der Vernetzung unserer Systeme einmal deutlich Aufmerksamkeit zu schenken. Es mag der einzelne Betreiber einer vernetzten Anlage selbst alles Notwendige vorgekehrt haben, um das Funktionieren seiner eigenen Anlage sicherzustellen. Wenn er aber durch Fehler Dritter - ich spreche auch von Fehlern im Ausland - in seinem Netz keine Daten mehr erhält oder falsche Daten erhält oder wenn er keine Energie mehr zugeführt erhält, dann nützt die eigene Vorsicht überhaupt nichts. Murphy's Law steht auch hier im Hintergrund: "What can happen happens."
Gerade in vernetzten Systemen ist die Gefahr gross, dass das schwächste Glied alle Anstrengungen des starken Gliedes zunichte macht. Daher plädiere ich dafür, dass wir den Absturz von Systemen nicht einfach als Schicksalsschlag annehmen, auf den es zu warten gilt. Ich meine vielmehr, dass wir uns aktiv auf diesen Ernstfall vorbereiten und ihn in gewisser Weise vorwegnehmen sollten. Das ist der Sinn meines Vorstosses.
In Ziffer 1 habe ich einen Gedanken aufgenommen, den ich gestern bei der EVK bereits umreissen durfte. In Krisenzeiten sollten die Rahmenbedingungen möglichst konstant bleiben. Die Chancen der Prävention und der Behebung von Krisen wachsen, wenn nicht dauernd zusätzliche Veränderungs- und damit Störelemente mutwillig in das System hineingebracht werden.
Daher mein Appell, in der eigenen normativen Tätigkeit des Bundesrates und des Parlamentes mit Blick auf dieses Problem im Jahre 2000 nicht neue sensible Veränderungen einzuführen.
In Ziffer 2 meine ich, dass nicht nur auf die Ausmerzung der möglichen Fehlerquellen hingearbeitet werden sollte, sondern dass man sich auf den Fall vorbereiten sollte, dass die Fehlerquellen eben nicht ausgeschaltet werden können. Dabei sind wir in der Schweiz mit der Vorbereitung des Ernstfalles wohl auf exemplarische Art und Weise vorbereitet. Wir verfügen über den Stab des Delegierten für wirtschaftliche Vorsorge, über die Wehrdienste der Armee und des Zivilschutzes. Es ist einer der möglichen Ernstfälle der sogenannten Gesamtverteidigung, welcher hier auf uns zukommt. Wir sollten heute beginnen, diese Mechanismen ohne Panikmache, ohne Aufregung und Hast arbeiten zu lassen. Die einzelnen Massnahmen kann und will ich nicht vorwegnehmen. Es ist Sache der zuständigen Instanzen, diese zu definieren.
In Ziffer 3 meine ich letzten Endes, dass wir unsere Infrastruktur, welche sich für solche Fälle eignet, aktiv im Sinn der guten Dienste anbieten sollten. Die sichere Verwahrung von Datenträgern, welche das Überleben einer Firma unter Umständen wirklich garantieren können, sollte in den Kavernen, die wir zu Tausenden besitzen, gewährleistet sein.
Ich bin kein Spezialist, aber das Problem treibt mich um, denn ich fürchte, dass eine Nervosität, die heute schon spürbar ist, um sich zu greifen beginnt und dass sie mit dem herannahenden Stichtag täglich wächst. Wir sollten daher Dispositionen treffen, die den Ernstfall nicht nur verhindern, sondern mindestens teilweise meistern helfen können.
Aus der Antwort des Bundesrates entnehme
ich, dass er für diese Fragen sensibilisiert ist. Ich bin der Auffassung,
dass es keinen Sinn macht, hier auf der Motion zu beharren, nachdem gestern
von Herrn Gemperli gesagt worden ist, ein Postulat führe auch zu Ergebnissen.
Ich danke dem Bundesrat, wenn er sich dieser drei Punkte annimmt und der
Bedeutung dieser Frage die notwendige Aufmerksamkeit schenkt. In diesem
Sinne kann ich mich mit der Umwandlung in ein Postulat einverstanden erklären.
Villiger Kaspar, Bundesrat: Da Herr Schmid mit der Umwandlung in ein Postulat einverstanden ist, müsste ich eigentlich nicht mehr sprechen. Aber ich möchte trotzdem etwas sagen, weil ich über diesen Vorstoss sehr froh war.
Sie wissen es: Als wir den Delegierten einsetzten, gab das auch harsche Kritik. Als Besitzer eines Hundes namens Murphy habe ich übrigens für Murphy's Law sehr viel Verständnis; aber das nur nebenbei. Weil dieses Problem meines Erachtens unterschätzt wird und weil es zu Panikreaktionen kommen könnte, wenn es plötzlich virulent wird - wenn Gerüchte auftauchen usw. -, ist es wichtig, dass man auf den Ernst der Situation hinweist, ohne die Leute zu verunsichern und zu beunruhigen. Deshalb möchte ich doch ein paar Ausführungen machen.
Ich bin mit der Analyse von Herrn Schmid weitgehend einverstanden. Es geht um ein komplexes Problem, das ist banal. Es ist eben nicht einfach mit der Anpassung gewisser mangelhafter Programmteile getan, z. B. mit der Ergänzung eines Datums um die ersten zwei Ziffern der Jahreszahl. Das genügt nicht, um Sicherheit zu garantieren, denn das Problem mit dem Jahr 2000 ist vielfältiger. Die Datumerfassung erfolgt teilweise nur sechs- statt achtstellig. Das Jahr 2000 ist ein Schaltjahr. Probleme können schon vorher vorkommen - Stichwort 9.9.99 -, und es kann auch verschiedene Ebenen eines Computersystems lahmlegen, die Hardware, die Betriebssoftware oder die eigentlichen Programme, also die Anwendungen; es kann überall vorkommen.
Der Umstand, dass die Computersysteme miteinander vernetzt sind, wird unterschätzt; eine Insellösung kann noch so gut sein; sie kann dennoch nicht helfen. Denn eine spezifische Änderung kann eine neue Inkompatibilität mit anderen Systemen zur Folge haben. Das alles muss getestet werden, aber nicht nur für sich allein, sondern im Verbund. Es nützt nichts, wenn Sie es perfekt gemacht haben, wenn jemand anderer, mit dem Sie zusammenarbeiten, es nicht perfekt gemacht hat. Das braucht Zeit, Geld und Personal.
Ein grosser Verband hat bei uns reklamiert und gesagt, das würden sie alles allein schaffen, sie bräuchten keinen Delegierten. Dann fragte einer meiner Mitarbeiter diese Leute, ob sie auch an die "embedded systems" gedacht hätten, worauf diese fragten, was das sei. Es gibt also Leute, die glauben, sie hätten dieses Problem im Griff, und die sich irren.
Diese "embedded systems" - eingebettete Chips - gibt es an vielen Orten. Zum Teil ist das belanglos; das beginnt bei Haushaltgeräten, geht über elektronische Steuerungen bis hin zur Logistik insgesamt. Unsere Informationsgesellschaft hat sich natürlich selber in eine grosse Abhängigkeit von diesen Dingen, diesen "Käfern", manövriert; jetzt müssen wir dafür sorgen, dass uns diese "Käfer" keinen Streich spielen. Das Problem bei den "embedded systems" liegt darin, dass sie zum Teil schwer zugänglich sind, dass sie zum Teil ohne den Lieferanten nicht bearbeitet werden können. Aber nicht selten gibt es diese Lieferanten gar nicht mehr.
Deshalb hat man vielleicht an kleinen Orten auch beachtliche Probleme. Zwar ist nur ein kleiner Teil der "embedded chips" datumstechnisch relevant, aber kleine Ursachen können eben grosse Wirkungen haben. Sie kennen das Bild vom Schmetterling in Peking, der mit seinem Flügelschlag einen Sturm im Bermuda-Dreieck entfacht.
Das kann bei solch vernetzten Systemen der Fall sein. Kettenreaktionen können sich dort auswirken, wo man das Problem eigentlich isoliert im Griff hat. Deshalb ist es wichtig, wenn bei der Erarbeitung von Problemlösungen nicht die Verantwortlichkeiten hin- und hergeschoben werden - wie das vor allem in grossen Verwaltungen häufig der Fall ist -, sondern dass man sich gemeinsam über die Problemlösungen unterhält. Man kann damit die wechselseitige Abhängigkeit der zivilen Gesellschaft sehr gut illustrieren.
Der Bundesrat möchte das Problem nicht verharmlosen - im Gegenteil - und hat deshalb in verschiedenen Schritten eine Doppelstrategie definiert. Am Anfang, noch vor ein oder zwei Jahren, habe ich das Problem - das sage ich ehrlich - auch etwas zu leicht genommen. Der Bundesrat hat verwaltungsintern den Jahr-2000-Ausschuss definiert, der die Fortschritte der dezentralen Problemlösung handhabt. Er will das Problem dezentral, in der Linie lösen, sonst wird es nicht gelöst. Der Jahr-2000-Ausschuss wird die Fortschritte des dezentralen Ansatzes in den Departementen und in der Bundeskanzlei betreffend klassischer Informatik, "embedded systems" und dort, wo wir Aufsichtsfunktionen haben, überwachen. Die Verantwortlichkeit bleibt aber bei den Ämtern.
Wir wissen jetzt etwas besser als noch vor einem halben Jahr, wie es ungefähr steht: In allen Verwaltungseinheiten ist das Problembewusstsein hoch; weitgehend abgeschlossen sind Inventarisierung, Lagebeurteilung und Testplanung. Bei der Umsetzung der Testpläne hingegen ist die Situation noch unterschiedlich. Der Zeitbedarf dafür ist da und dort unterschätzt worden, und gewisse Ressourcenfragen sind noch nicht vollends geklärt.
Der Jahr-2000-Ausschuss wird aber alles daransetzen, mit einem institutionalisierten Controlling die Fortschritte zu verfolgen, für die Vertiefung zu sorgen und eine möglichst vorzeitige Problembehebung zu erreichen. Die laufende Information der Öffentlichkeit ist durch Pressemitteilungen und auch über Internet sichergestellt.
Herr Schmid hat Herrn Grete erwähnt, der zum Jahr-2000-Delegierten ernannt worden ist und schon berufliche Erfahrung für die Lösung dieses Problems mitbringt. Sie werden übrigens dafür noch einen Nachtragskredit sprechen müssen. Ich hoffe, dass dann das Problembewusstsein auch im Parlament vorhanden ist.
Herr Grete kann nicht das Problem für die Wirtschaft lösen. Das wäre ordnungspolitisch auch völlig falsch. Aber er muss als Katalysator wirken, er muss sensibilisieren. Herr Grete rapportiert mir periodisch über die Fortschritte, die Lage und macht Vorschläge zur Situation in der Schweiz - auch in den Bereichen, die Herr Schmid angedeutet hat. Bei zahlreichen Problemfeldern arbeitet er gemeinsam mit den Bundesstellen. So wurde in Zusammenarbeit mit den Stellen der Landesversorgung - auch von Herrn Schmid erwähnt - eine Broschüre zur Sensibilisierung der Wirtschaft erarbeitet, die ein gutes Echo gefunden hat.
Ich muss hier aber sagen, dass in einer ersten Beurteilung des Delegierten das allgemeine Problembewusstsein ausserhalb der Verwaltung noch als eher ungenügend beurteilt wird.
Oft wird das Problem auf die Ebene der Computerspezialisten abgeschoben. Aber es ist etwas ähnlich wie bei der Kasse: Es ist letztlich auch ein Managementproblem, es fordert eine vernetzte Sichtweise der Gesamtunternehmung. Vor allem bei den KMU und den KMG, den kleineren und mittleren Gemeinden, ist die Problemerfassung noch unterschiedlich. Der Delegierte sieht auch noch immer einen besonderen Handlungsbedarf im Spitalbereich und bei den Kantonen. Er hat aber die entsprechenden Kontakte geknüpft und bemüht sich um Statusberichte.
Es ist auch für die Öffentlichkeit wichtig, wenn ein unabhängiger Delegierter - ein neutraler Beobachter - sagen kann, es sei in Ordnung. Nehmen Sie irgendein Gerücht, gemäss dem irgendwo etwas schieflaufen soll. Dann ist es gut, wenn jemand sagt: Nein, ich habe den Eindruck, das ist gut, weil es gut ist; denn Gerüchte können von den Betroffenen selber immer schlecht widerlegt werden. Grundsätzlich empfiehlt er den Unternehmen, die Kunden offensiv zu informieren. Zusätzlichen Handlungsbedarf ortete der Delegierte auch im Bereich der Elektrizitätsgesellschaften, weniger weil er zweifelt, dass die das machen, sondern wegen den internationalen Abhängigkeiten. Der Delegierte kommuniziert laufend in den Medien, bei öffentlichen Auftritten und via Internet. Wir sind also im Bundesrat der Meinung, wir besässen die nötigen Instrumente, um jederzeit zumindest einmal über den aktuellen Stand der Problemlösung in der Schweiz und über den Handlungsbedarf orientiert zu sein.
Nun komme ich ganz kurz noch auf die drei Punkte der Motion zu sprechen:
1. Wir meinen, dass eine generelle Zurückstellung sämtlicher Erlassprojekte nicht erforderlich ist, obschon Herr Schmid grundsätzlich recht hat. Wenn man immer wieder verändert, erschwert das die Problemlösung, die rollende Überlappung der Problemlösungen im gleichen Bereich. Diese Strategie, die ich erwähnt habe, erlaubt ein effektives Vorgehen, und anderseits hat eine allenfalls mangelhafte Jahr-2000-Fähigkeit natürlich nicht bei allen Vorhaben die gleich fatalen Auswirkungen. Bei den elektronischen Geräten wäre es vielleicht sogar heilsam, wenn mal ein Fernseher zuhause für ein paar Tage ausfiele. Vielleicht würde dann aus dem Halbkreis der Familie wieder ein Familienkreis, nicht wahr. - Das nebenbei.
Es sind also bei den zuständigen verantwortlichen Stellen im Rahmen von Risikoanalysen die notwendigen Beurteilungen für die Bedeutung des Jahr-2000-Risikos und anderer Risiken durchzuführen.
2. Die Strategie war bisher, die Jahr-2000-Fähigkeit einmal zu erreichen, und ich bin überzeugt, dass das Notwendige zunehmend in allen Bereichen unternommen wird, damit alle rechtzeitig bereit sind. Im Bewusstsein um die Wichtigkeit vor allem der Grundversorgung hat der Bundesrat den Delegierten beauftragt, ihn regelmässig über den Stand vor allem der Problemlösungen im Infrastrukturbereich zu orientieren. Dort liegt wahrscheinlich von den Folgen her der grösste Risikofaktor - nicht von den Risiken an sich, aber von den Folgen allfälliger Pannen her. Parallel dazu werden mit den entscheidenden Stellen auch Vorabklärungen über allfällige Notfallmassnahmen durchgeführt. In Diskussion ist z. B. eine Kommunikationsstrategie der Behörden für den Fall, dass es zu Pannen käme. Kommunikation kann sehr wichtig sein, falls es zu Störungen bei der Grundversorgung - Telekommunikation, Wasser, Elektrizitätszulieferung usw. - kommen würde.
Es ist ja dann noch Winter, und im Winter ist alles noch viel schwieriger, da kann man nicht einfach immer die Fenster öffnen, da es zu kalt ist. Ergibt sich aufgrund solcher Lageanalysen ein Handlungsbedarf, ist der Bundesrat selbstverständlich bereit, sofort auch vorsorglich die nötigen Massnahmen zu treffen.
3. Die dritte Frage haben wir vielleicht etwas anders verstanden. Ich nehme die Anregung, so, wie sie geklungen hat, gerne auf. Wir sind der Meinung, dass dies international gemeint ist - ich habe den Text jetzt nicht gerade zur Hand -, dass dieser Zusammenarbeit keine rechtlichen Hindernisse entgegenstehen. Weil wir es vielleicht nicht in jedem Bereich ganz konkret so machen wollen, wie Herr Schmid das vorschlägt, haben wir die Umwandlung in ein Postulat angeregt. Ich bin froh, dass Herr Schmid damit einverstanden ist. Aber in der Beurteilung der Problematik sind wir uns absolut einig.
Entschuldigung, dass ich etwas lange geredet habe, aber ich glaube, es ist wichtig, dass in einem Parlament über solche Dinge auch nach aussen informiert wird, denn dieses Problem - das Problem muss sich vielleicht nicht verändern - könnte in kurzer Zeit viel mehr öffentliches Interesse erlangen, als es im Moment scheint.
Präsident: Herr Schmid ist mit der Umwandlung der Motion in ein Postulat einverstanden.
Überwiesen als Postulat - Transmis comme postulat
Un document sur internet (www.gic.ch/git/y2k.htm) mentionne une motion du conseiller aux Etats Carlo Schmid-Sutter. Il interpelle le Conseil fédéral et lui propose de prendre des mesures d'urgence (lire ci-dessus). Est-ce inutilement alarmiste?
Les spécialistes de l'informatique ont plusieurs fois tiré la sonnette d’alarme. Le passage à l’an 2000 ne se fera pas sans quelques anicroches. On a souri, Or, ce pourrait être très grave. Dans les banques, les assurances ou à la poste, si l’ordinateur prend en compte l’année 1900 à la place de 2000, la différence peut être très ennuyeuse pour vous. On sait que beaucoup de machines ne prendront rien du tout en compte e seront tout simplement „plantées".
Réseaux finis
Une des grandes inquiétudes que l’on peut nourrir pour ce passage est celle des réseaux, électricité, gaz et eau. Peut-être que les Suisses seront prêts, mais les autres? La plupart des réseaux sont interconnectés. Il suffit d’un effondrement majeur quelque part pour que cela ait des répercussions importantes chez nous.
Les ordinateurs posent problème mais ils ne sont pas les seuls. Des quantités d’appareils, de capteurs ou d’instruments contienne des puces. Parfois oubliées. Lesquelles sont adaptées à un changement de date?
La Suisse comme secours
La motion Schmid va plus loin et propose une solution originale. Que la Suisse fasse oeuvre de pionnier et devienne le „centre de sécurité", notamment bancaire, du monde. Il n’est pas exclu qu’une panique s’installe et qu’il y ait un besoin de sécurité. Le système de défense civile suisse a une expérience rodée qui pourrait, pour une fois, être réellement utile. Les autorités sont chargées d’étudier la proposition extrême originale suivante: plutôt que d’attendre une éventuelle catastrophe, la Suisse la précéderait. En déconnectant par exemple son réseau électrique, remplacé par les mesures de secours minimales de la protection civile. Une fois le cap passé, la remise en route sous surveillance sera plus facile que si c’est la panne générale. Notre pays pourrait donc se positionner en offrant ses bons offices avant la date fatidique, avec les garanties traditionnelles de confidentialité, essentiels pour les banques et les privés étrangers. Un accès d’urgence aux capitaux et aux services serait garanti et rendrait le passage à l’an 2000 moins catastrophique que prévu. Utopie? Les autorités répondront ...