Anton
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EU-Haftbefehl ¦
Mandat
d'arrêt européen ¦ EU
Arrest Warrant
Vertrag
über eine Verfassung für Europa (Amtsblatt
C 310, 16.12.04)
25.Mai 09
Bankdatendieb & Staats-Hehler: Opfer staatlichen
Uebereifers, Vaterland, Wolfgang Frey
13.Mai 09
Riskante Auslandreisen für Banquiers &
andere Treuhänder, ASDI Parlamentarier-Memo
Mai 09
US abuse of passenger data: US plucks flight AF-438 from
sky, Le Monde diplomatique, Maurice Lemoine
22 avr 09 El día
en que a Air France se le prohibió sobrevolar Estados Unidos,
rebelion.org,
Hernando
Calvo Ospina
28 June 06
NatWest Three's last-ditch appeal against extradition
to US fails, Guardian, H.Kundnani
18.Juli 09
Urteilsleitsätze des Bundesverfassungsgerichts
9 juil 05
Terrorisme - Un vol Paris-Chicago dérouté,
TF1
17 mai 05
Etats-Unis - Un nouveau vol transatlantique dérouté,
AFP
Der
EU-Haftbefehl, zum Beispiel, Ulrich
Schlüer, Schweizerzeit,
(in Vorbereitung)
EU arrest warrant null
and void in Germany, Stefan Nicola,
UPI, WPH, 19.7.05
"Le mandat d'arrêt
européen est inopérant en Allemagne",
Thomas Ferenczi, Le Monde, 19.7.05
"Europäischer
Haftbefehl verstößt gegen Grundgesetz", Matthias
Gebauer, Der Spiegel, 18.7.05
"Le mandat
d'arrêt européen jugé anticonstitutionnel", Emmanuel
Lagain, Deutsche Welle, 18.7.05
When
Thierry Breton's Dream Turned Sour - on Geneva's
Free Zones, EU arrest warrent, EU
Constitution, 9.3.05
"Der
EU-Haftbefehl", Ulrich Schlüer,
Schweizerzeit,
14.Jan 2005
"PATRIOT ACT und Guantanamo
lassen grüssen - Randbemerkungen", Auszug
und Kommentar aus:
"Zum Bilateralen
Vertragsnetz der Schweiz & der EU-Staaten"
In Ergänzung zu den 592 Abkommen, welche die dannzumaligen EU-Mitglieder seit 1815 mit Drittstaaten wie den USA, der Schweiz und Russland abgeschlossen und aufrechterhalten haben, sollen die 10 Neumitglieder der EU, laut Vorschlag der Kommission, nur gerade 17 analoge Abkommen mit Drittländern einbringen und gemäss Art.307 des EU-Grundvertrages aufrechterhalten können (es beträfe dies: Afghanistan, Albanien, Belarus, Cambodia, Iraq, Lybien, Mazedonien, Mongolia, Nordkorea und Syrien). Darunter findet sich weder ein Abkommen mit der Schweiz, noch ein solches mit einem andern traditionell bedeutenden Handelspartner (z.B. USA), mit dem diese EU-Neumitglieder schon vor ihrem EU-Beitritt z.T. ungekündigte vertragliche Beziehungen unterhielten, und bei gegenseitiger Zustimmung zumindest per Rechtsnachfolge wieder aufleben lassen könnten. Im Falle der oben schon als Beispiel angeführten Tschechoslowakei sah sich dessen Rechtsnachfolger Tschechien nicht veranlasst oder in der Lage, seine Abkommen mit Kanada (15.3.1928: SDN 82 147), Norwegen (2.10.1923: SDN 20 355), Schweiz (16.2.1927: SDN 64 7) und den USA (7.3.1938: SDN 200 87) für die Zukunft zu erhalten und wirksam zu schützen.
Es verdient sodann geprüft zu werden, wo die Entwicklung innerhalb der Europäischen Union tatsächlich hingeht: ob für alle Mitglieder im Einklang mit dem EU-Grundvertrag und mit Artikel 30 der Wiener Vertragsrechts-Konvention, oder ob je nach mangelndem politischem Gewicht und Verhandlungsgeschick gemäss den einebnenden Vorgaben gewisser Kreise und ihrer Zudiener zu "Brüssel". Der am 13.Juni 2002 vom Rat der Europäischen Union verabschiedete und bereits europa-weit praktizierte Europäische Haftbefehl lässt kaum gutes ahnen. Denn er stellt einen Rückschritt in der Entwicklung des Strafrechts, ja sogar einen Abbruch zivilisatorischer Errungenschaften dar, widerspricht er doch in wesentlichen Punkten bestehenden Verfassungsgarantien (z.B. Auslieferungsschutz der eigenen Bürger gemäss nationaler Verfassungsbestimmungen, z.B. Oesterreich, Art.16 al.2 des im Jahre 2000 umstrittenerweise und vorauseilend angepassten deutschen Grundgesetzes, und Art.33 al.1 der portugiesischen Verfassung; kein Rekursrecht, keine Prüfung der Einhaltung der Menschenrechte durch verfassungsmässigen Richter, nur Recht auf Vernehmung durch Justizbehörden; der Verhaftete hat zwar "Anspruch darauf, einen Rechtsbeistand und einen Dolmetscher hinzuzuziehen", ersterer ist aber quasi darauf beschränkt, dem Klienten sein Recht zu erläutern, dass er seiner "Übergabe an die ausstellende Justizbehörde zustimmen kann", und dass er u.U. auch "vorübergehend" an die nachsuchende Justizbehörde überstellt werden kann).
Soweit erkennbar wurde der EU-Haftbefehl von keinem verfassungsmässigen Gesetzgeber je geprüft und gebilligt. Darüber hinaus gleicht er insoweit dem amerikanischen Patriot Act, als er bedeutende Souveränitätsprinzipien missachtet oder verletzt (z.B. Auslieferung nur bei doppelter, gegebenenfalls dreifacher Strafbarkeit, d.h. nur bei Tatbeständen die auch vom Strafrecht jenes Staates geahndet werden, wo die Tat begangen worden sein soll. Dies könnte z.B. in Fällen angeblicher Steuerhinterziehung für auslandsreisende Schweizer Bankiers, Treuhänder und Anwälte verhängnisvoll werden. Denn die "Wäsche von Erträgen aus Straftaten" ist in der Liste von 32 besonders schwerwiegenden Straftatbeständen ausdrücklich aufgeführt, ohne dass die damit abgedeckten Straftaten beschränkt wären. Auch muss die angebliche Straftat nicht in jenem Land erfolgt sein, wo der EU-Haftbefehl ausgestellt worden ist. Ordentliche Schweizer Bankpraktiken, wie Verwaltung ausländischer Gelder die fremder Kontrolle, Besteuerung oder Konfiskation entzogen worden sein mögen, könnten sodann wirksam ins Fadenkreuz unbefriedigter ausländischer Strafverfolger kommen, insbesondere nach dem notorisch gewordenen Modell, welches ein dienstbeflissener ehemaliger Schweizer Bundesanwalt seinem amerikanischen Kollegen schon 1981 an die Hand gegeben hat. Der genannte Rahmenbeschluss des EU-Rates sieht nämlich eine obligatorische Übergabe vor für jede per EU-Haftbefehl oder sonst im Schengener Informationssystem (SIS) ausgeschriebene Person, und dies auch "ohne Überprüfung des Vorliegens der beiderseitigen Strafbarkeit", und besonders im Falle von "Steuer-, Zoll- und Währungsangelegenheiten").
Ähnlich unbefriedigend ist der vorliegende Vertrag über eine Verfassung für Europa (Amtsblatt C 310 vom 16.12.04). Nicht zuletzt dort wo das Verhältnis zum alten Recht geregelt werden soll, wird mit einem Wulst von unübersichtlichen Artikeln, Protokollen und Querverweisen eher der Verwirrung als der Klarsicht Vorschub geleistet. Zudem wird auf diesem an den Turmbau zu Babel erinnernden Pfad zumindest tendentiell dem neuen Recht der Vorrang eingeräumt. Dies scheint im Widerspruch zu den erfolgreichen Grundprinzipien zu stehen, welche von den EU-Gründern festgeschrieben worden sind - und welche vielleicht nur noch auf dem Weg über die von den Präsidenten Havel und Mitterrand schon 1990 vorgeschlagene Confoederatio Europae eine Zukunft haben werden.
In der EU-Verfassung wird überhaupt zuviel Juristensprache angewandt, verklausuliertes Recht vorgetragen und auf oft schwer zugängliche und in sich mehrfach gegensätzliche Protokolle verwiesen (insbesondere Teil IV, Allgemeine und Schlussbestimmungen, Artikel IV-437, Aufhebung der früheren Verträge). Die Frage der realen Bedeutung der von den EU-Mitgliedstaaten zuvor mit Drittstaaten abgeschlossenen Verträge ist aber nicht nur für die europa-interne Entwicklung aufschlussreich. Sowohl die EU-Entstehungsgeschichte als auch die reale machtpolitische Grosswetterlage verhindern, beispielsweise, eine Verdrängung oder gar Ausserkraftsetzung der auf massgebenden Gebieten anhaltend intensiven speziellen Beziehungen der USA mit Grossbritannien durch EU-Entscheide und -Bestimmungen. Ganz im Gegensatz zu dem was sich osteuropäische EU-Kandidaten offenbar gefallen lassen mussten, dürfte das bedeutende und z.T. aus dem vorletzten Jahrhundert stammende britische Vertragsnetz kaum aus den Angeln gehoben werden können - auch nicht auf dem Weg über eine europäische Verfassung. Jedenfall nicht hinter dem Rücken der traditionell souveränitäts-bewussten britischen Machthaber, und dazu noch durch "Brüsseler" Beamte, Verwaltungsstellen und Institutionen, welche zumindest bis anhin keiner verfassungsmässigen wirksamen Kontrolle unterstanden haben.
Auf diesem bisher wenig beachteten Hintergrund stellt sich die Frage der aktuellen und zuküftigen Bedeutung des Schweizer Vertragsnetzes. Die in den Bilateralen I und II schweizerischerseits eingebrachten und schliesslich festgeschriebenen Vorbehalte sind auf dem obigen Hintergrund jedenfalls nicht aussergewöhnlich. Denn sie entsprechen in wesentlichen Punkten ständiger Praxis oder geben schlicht langjährige bewährte Vereinbarungen der Schweiz mit den EU-Mitgliedstaaten und ihren andern traditionellen Handels- und Migrationspartnern wieder. Soweit sie nicht durch echte und substantielle Gegenleistungen aufgewogen sein mögen, beeindrucken auf diesem Hintergrund gewisse schweizerische Zugeständnisse und Verhandlungsergebnisse in der Tat je länger je weniger. Dazu gehört die offenkundig systemwidrige generelle Verdrängung bewährter Vertragsrechte zugunsten neuerer und meist mehr verwaltungs- als bürgerfreundlicher Vereinbarungen (Art. 22 des Freizügigkeitsabkommens Schweiz-EU vom 21.Juni 1999).
Ins gleiche Kapitel gehört der Ausverkauf der Schweizer Zonenrechte in Hochsavoyen an Frankreich. Wie französische Richter kürzlich bewiesen geht es auch anders, nämlich im Sinne der in Vergessenheit geratenen Verträge von 1815/16 zugunsten der Zonenanwohner und der Genfer Wirtschaft und gegen das gemeinschädigende Tun und Lassen vertrags-unbekümmerter französischer Zollbeamter. Ganz im Stil der Schweizer Stimmbürger, welche 1923 den bundesrätlichen Kniefall vor französischen Übergriffen und Zumutungen als Ausfluss einer kurzsichtigen Anpassungspolitik verworfen und zum Anlass genommen haben, den Tatbestand des selbst fahrlässigen diplomatischen Landesverrats als Artikel 267 ins Strafgesetzbuch aufzunehmen (allerdings ohne jemals angewandt worden zu sein und dementsprechend bar jeder Präventivwirkung, wie u.a. in den Fällen sowohl eines ehemaligen, als auch eines weiterhin fremden Instanzen zudienenden Bundesanwalts erkennbar).
Ins gleiche Kapitel
gehört aber auch die mit den Bilateralen II ausgehandelte erweiterte
Amtshilfe
in Steuersachen. Ähnlich wie im Falle der oft allzu bereitwilligen
und selbst-schädigenden
Umsetzung amerikanischer Rechtsvorstellungen i.S. Insiderbekämpfung,
Geldwäscherei, Anti-Terrormassnahmen, Qualified
Intermediary-Übereinkommen und ähnlich fadenscheinig abgestützten
Einschränkungen individueller Freiheiten und nationaler Souveränitätsrechte
glauben gewisse hiesige Wirtschaftskreise weiterhin auf dem Weg solcher
Selbstbeschneidungen ihre Zukunft sichern zu können. Dies trotz
gegenteiliger Erfahrungen mit nationalen und internationalen Partnern (z.B.
OECD).
Trotz offenkundiger
Gefährdung des Bankgeheimnisses.
Und unter Verwendung von falschen Etiketten (z.B. Betrugsdossier
statt Amtshilfe in Steuersachen), was mehr zur Verwirrung als zur Klärung
des Abstimmungsgegenstandes beiträgt.
An der gemeinsamen Begehung dieses allseitig nutzbringenden Pfades dürften zumindest die massgebenden EU-Mitglieder umso mehr interessiert sein, als die damit zur Verfügung gestellten Steuerinstrumente sich auch innerhalb der EU zur Eindämmung der politisch und wirtschaftlich unerwünschten Migrationsexzesse eignen mögen. Und als, gegebenenfalls, auch der Europäische Gerichtshof mit hoher Wahrscheinlichkeit den Einsatz dieser so einfachen wie wirksamen Rechtsmittel schützen dürfte. Die anstehende Frage der allfälligen Erweiterung der Freizügigkeitsbestimmungen auf weitere traditionelle Handels- und Migrationspartner der Schweiz ist in diesem Lichte neu zu formulieren - und auch im Rahmen der laufenden Behandlung der Ausländer-Gesetzesnovelle AuG 02.024 zeitig und sachgenügend zu beantworten. Dazu anerbietet sich auch das von 16 Ständeräten mitgetragene, vom Bundesrat begrüsste und vom Ständerat bereits oppositionslos überwiesene Postulat Stähelin 04.3464. Denn zumindest mittlerweile ist nicht mehr fraglich, ob eine umfassendere Kenntnis, eine bessere Übersicht und eine selbstbewusstere Handhabung der von der Schweiz eingegangenen und noch in Kraft stehenden völkerrechtlichen Bindungen die Verhandlungsposition der Schweizer Unterhändler wesentlich stärken würde. Übrigens nicht nur gegenüber "Brüssel", sondern vor allem auch gegenüber den für die Schweizer Zukunft wichtigen Hauptstätten souveräner Völkerrechtssubjekte in- und ausserhalb der EU (z.B. Washington, Moskau, Kiew, Arbil).
Artikel 1
Definition des Europäischen Haftbefehls und Verpflichtung zu seiner Vollstreckung
(1) Bei dem Europäischen Haftbefehl handelt es sich um eine justizielle Entscheidung, die in einem Mitgliedstaat ergangen ist und die Festnahme und Übergabe einer gesuchten Person durch einen anderen Mitgliedstaat zur Strafverfolgung oder zur Vollstreckung einer Freiheitsstrafe oder einer freiheitsentziehenden Maßregel der Sicherung bezweckt.
(2) Die Mitgliedstaaten vollstrecken jeden Europäischen Haftbefehl nach dem Grundsatz der gegenseitigen Anerkennung und gemäß den Bestimmungen dieses Rahmenbeschlusses.
(3) Dieser Rahmenbeschluss berührt nicht die Pflicht, die Grundrechte und die allgemeinen Rechtsgrundsätze, wie sie in Artikel 6 des Vertrags über die Europäische Union niedergelegt sind, zu achten.
Artikel 2
Anwendungsbereich des Europäischen Haftbefehls
(1) Ein Europäischer Haftbefehl kann bei Handlungen erlassen werden, die nach den Rechtsvorschriften des Ausstellungsmitgliedstaats mit einer Freiheitsstrafe oder einer freiheitsentziehenden Maßregel der Sicherung im Höchstmaß von mindestens zwölf Monaten bedroht sind, oder im Falle einer Verurteilung zu einer Strafe oder der Anordnung einer Maßregel der Sicherung, deren Maß mindestens vier Monate beträgt.
(2) Bei den nachstehenden Straftaten erfolgt, wenn sie im Ausstellungsmitgliedstaat nach der Ausgestaltung in dessen Recht mit einer Freiheitsstrafe oder einer freiheitsentziehenden Maßregel der Sicherung im Höchstmaß von mindestens drei Jahren bedroht sind, eine Übergabe aufgrund eines Europäischen Haftbefehls nach Maßgabe dieses Rahmenbeschlusses und ohne Überprüfung des Vorliegens der beiderseitigen Strafbarkeit:
- Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung,
- Terrorismus,
- Menschenhandel,
- sexuelle Ausbeutung von Kindern und Kinderpornografie,
- illegaler Handel mit Drogen und psychotropen Stoffen,
- illegaler Handel mit Waffen, Munition und Sprengstoffen,
- Korruption,
- Betrugsdelikte, einschließlich Betrug zum Nachteil der finanziellen Interessen der Europäischen Gemeinschaften im Sinne des Übereinkommens vom 26. Juli 1995 über den Schutz der finanziellen Interessen der Europäischen Gemeinschaften,
- Wäsche von Erträgen aus Straftaten,
- Geldfälschung, einschließlich der Euro-Fälschung,
- Cyberkriminalität,
- Umweltkriminalität, einschließlich des illegalen Handels mit bedrohten Tierarten oder mit bedrohten Pflanzen- und Baumarten,
- Beihilfe zur illegalen Einreise und zum illegalen Aufenthalt,
- vorsätzliche Tötung, schwere Körperverletzung,
- illegaler Handel mit Organen und menschlichem Gewebe,
- Entführung, Freiheitsberaubung und Geiselnahme,
- Rassismus und Fremdenfeindlichkeit,
- Diebstahl in organisierter Form oder mit Waffen,
- illegaler Handel mit Kulturgütern, einschließlich Antiquitäten und Kunstgegenstände,
- Betrug,
- Erpressung und Schutzgelderpressung,
- Nachahmung und Produktpiraterie,
- Fälschung von amtlichen Dokumenten und Handel damit,
- Fälschung von Zahlungsmitteln,
- illegaler Handel mit Hormonen und anderen Wachstumsförderern,
- illegaler Handel mit nuklearen und radioaktiven Substanzen,
- Handel mit gestohlenen Kraftfahrzeugen,
- Vergewaltigung,
- Brandstiftung,
- Verbrechen, die in die Zuständigkeit des Internationalen Strafgerichtshofs fallen,
- Flugzeug- und Schiffsentführung,
- Sabotage.
(3) Der Rat kann einstimmig und nach Anhörung des Europäischen Parlaments nach Maßgabe von Artikel 39 Absatz 1 des Vertrags über die Europäische Union (EUV) jederzeit beschließen, weitere Arten von Straftaten in die in Absatz 2 enthaltene Liste aufzunehmen. Der Rat prüft im Licht des Berichts, den die Kommission ihm nach Artikel 34 Absatz 3 unterbreitet, ob es sich empfiehlt, diese Liste auszuweiten oder zu ändern.
(4) Bei anderen Straftaten als denen des Absatzes 2 kann die Übergabe davon abhängig gemacht werden, dass die Handlungen, derentwegen der Europäische Haftbefehl ausgestellt wurde, eine Straftat nach dem Recht des Vollstreckungsmitgliedstaats darstellen, unabhängig von den Tatbestandsmerkmalen oder der Bezeichnung der Straftat.
Artikel 3
Gründe, aus denen die Vollstreckung des Europäischen Haftbefehls abzulehnen ist
Die Justizbehörde des Vollstreckungsstaats (nachstehend "vollstreckende Justizbehörde" genannt) lehnt die Vollstreckung des Europäischen Haftbefehls ab,
1. wenn die Straftat, aufgrund deren der Europäische Haftbefehl ergangen ist, im Vollstreckungsstaat unter eine Amnestie fällt und dieser Staat nach seinem eigenen Strafrecht für die Verfolgung der Straftat zuständig war;
2. wenn sich aus den der vollstreckenden Justizbehörde vorliegenden Informationen ergibt, dass die gesuchte Person wegen derselben Handlung von einem Mitgliedstaat rechtskräftig verurteilt worden ist, vorausgesetzt, dass im Fall einer Verurteilung die Sanktion bereits vollstreckt worden ist, gerade vollstreckt wird oder nach dem Recht des Urteilsmitgliedstaats nicht mehr vollstreckt werden kann;
3. wenn die Person, gegen die der Europäische Haftbefehl ergangen ist, nach dem Recht des Vollstreckungsmitgliedstaats aufgrund ihres Alters für die Handlung, die diesem Haftbefehl zugrunde liegt, nicht strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden kann.
Artikel 4
Gründe, aus denen die Vollstreckung des Europäischen Haftbefehls abgelehnt werden kann
Die vollstreckende Justizbehörde kann die Vollstreckung des Europäischen Haftbefehls verweigern,
1. wenn in einem der in Artikel 2 Absatz 4 genannten Fälle die Handlung, aufgrund deren der Europäische Haftbefehl ergangen ist, nach dem Recht des Vollstreckungsmitgliedstaats keine Straftat darstellt; in Steuer-, Zoll- und Währungsangelegenheiten kann die Vollstreckung des Europäischen Haftbefehls jedoch nicht aus dem Grund abgelehnt werden, dass das Recht des Vollstreckungsmitgliedstaats keine gleichartigen Steuern vorschreibt oder keine gleichartigen Steuer-, Zoll- und Währungsbestimmungen enthält wie das Recht des Ausstellungsmitgliedstaats;
2. wenn die Person, gegen die der Europäische Haftbefehl ergangen ist, im Vollstreckungsmitgliedstaat wegen derselben Handlung, aufgrund deren der Europäische Haftbefehl ausgestellt worden ist, strafrechtlich verfolgt wird;
3. wenn die Justizbehörden des Vollstreckungsmitgliedstaats beschlossen haben, wegen der Straftat, aufgrund deren der Europäische Haftbefehl ausgestellt worden ist, kein Verfahren einzuleiten bzw. das Verfahren einzustellen, oder wenn gegen die gesuchte Person in einem Mitgliedstaat aufgrund derselben Handlung eine rechtskräftige Entscheidung ergangen ist, die einer weiteren Strafverfolgung entgegensteht;
4. wenn die Strafverfolgung oder die Strafvollstreckung nach den Rechtsvorschriften des Vollstreckungsmitgliedstaats verjährt ist und hinsichtlich der Handlungen nach seinem eigenen Strafrecht Gerichtsbarkeit bestand;
5. wenn sich aus den der vollstreckenden Justizbehörde vorliegenden Informationen ergibt, dass die gesuchte Person wegen derselben Handlung von einem Drittstaat rechtskräftig verurteilt worden ist, vorausgesetzt, dass im Fall einer Verurteilung die Sanktion bereits vollstreckt worden ist, gerade vollstreckt wird oder nach dem Recht des Urteilsstaats nicht mehr vollstreckt werden kann;
6. wenn der Europäische Haftbefehl zur Vollstreckung einer Freiheitsstrafe oder einer freiheitsentziehenden Maßregel der Sicherung ausgestellt worden ist, sich die gesuchte Person im Vollstreckungsmitgliedstaat aufhält, dessen Staatsangehöriger ist oder dort ihren Wohnsitz hat und dieser Staat sich verpflichtet, die Strafe oder die Maßregel der Sicherung nach seinem innerstaatlichen Recht zu vollstrecken;
7. wenn der Europäische Haftbefehl sich auf Straftaten erstreckt, die
a) nach den Rechtsvorschriften des Vollstreckungsmitgliedstaats ganz oder zum Teil in dessen Hoheitsgebiet oder an einem diesem gleichgestellten Ort begangen worden sind;
oder
b) außerhalb des Hoheitsgebiets des Ausstellungsmitgliedstaats begangen wurden, und die Rechtsvorschriften des Vollstreckungsmitgliedstaats die Verfolgung von außerhalb seines Hoheitsgebiets begangenen Straftaten gleicher Art nicht zulassen.
...
Artikel 9
Übermittlung eines Europäischen Haftbefehls
(1) Ist der Aufenthaltsort der gesuchten Person bekannt, so kann die ausstellende Justizbehörde den Europäischen Haftbefehl direkt der vollstreckenden Justizbehörde übermitteln.
(2) Die ausstellende Justizbehörde kann in allen Fällen beschließen, die gesuchte Person im Schengener Informationssystem (SIS) ausschreiben zu lassen.
(3) Eine derartige Ausschreibung erfolgt gemäß Artikel 95 des Übereinkommens vom 19. Juni 1990 zur Durchführung des Übereinkommens von Schengen vom 14. Juni 1985 betreffend den schrittweisen Abbau der Kontrollen an den gemeinsamen Grenzen. Eine Ausschreibung im SIS steht einem Europäischen Haftbefehl, dem die in Artikel 8 Absatz 1 angegebenen Informationen beigefügt sind, gleich.
Während eines Übergangszeitraums, der so lange währt, bis das SIS in der Lage ist, alle in Artikel 8 genannten Informationen zu übermitteln, steht die Ausschreibung dem Europäischen Haftbefehl gleich, bis das Original bei der vollstreckenden Justizbehörde in der gebührenden Form eingegangen ist.
...
Artikel 11
Rechte der gesuchten Person
(1) Wird eine gesuchte Person festgenommen, so unterrichtet die zuständige Justizbehörde des Vollstreckungsmitgliedstaats entsprechend dessen innerstaatlichem Recht die betreffende Person von dem Europäischen Haftbefehl, von dessen Inhalt sowie davon, dass sie ihrer Übergabe an die ausstellende Justizbehörde zustimmen kann.
(2) Eine gesuchte Person, die zum Zwecke der Vollstreckung eines Europäischen Haftbefehls festgenommen wird, hat nach Maßgabe des innerstaatlichen Rechts des Vollstreckungsmitgliedstaats Anspruch darauf, einen Rechtsbeistand und einen Dolmetscher hinzuzuziehen.
...
Artikel 14
Vernehmung der gesuchten Person
Stimmt die festgenommene Person ihrer Übergabe nach Maßgabe des Artikels 13 nicht zu, hat sie das Recht, von der vollstreckenden Justizbehörde nach den innerstaatlichen Rechtsvorschriften des Vollstreckungsmitgliedstaats vernommen zu werden.
...
Artikel 17
Fristen und Modalitäten der Vollstreckung eines Europäischen Haftbefehls
(1) Ein Europäischer Haftbefehl wird als Eilsache erledigt und vollstreckt.
(2) In den Fällen, in denen die gesuchte Person ihrer Übergabe zustimmt, sollte die endgültige Entscheidung über die Vollstreckung des Europäischen Haftbefehls innerhalb von zehn Tagen nach Erteilung der Zustimmung erfolgen.
(3) In den anderen Fällen sollte die endgültige Entscheidung über die Vollstreckung des Europäischen Haftbefehls innerhalb von 60 Tagen nach der Festnahme der gesuchten Person erfolgen.
...
Artikel 18
Lage in Erwartung der Entscheidung
(1) Wurde der Europäische Haftbefehl zum Zwecke der Strafverfolgung erlassen, so muss die vollstreckende Justizbehörde
a) entweder akzeptieren, dass die gesuchte Person nach Artikel 19 vernommen wird;
b) oder akzeptieren, dass die gesuchte Person vorübergehend überstellt wird.
(2) Die Bedingungen und die Dauer der vorübergehenden Überstellung werden in gegenseitigem Einvernehmen zwischen der ausstellenden und der vollstreckenden Justizbehörde festgelegt.
(3) Im Falle der vorübergehenden Überstellung muss die betreffende Person Gelegenheit haben, in den Vollstreckungsmitgliedstaat zurückzukehren, um dort den sie betreffenden Gerichtsverhandlungen, die im Rahmen des Übergabeverfahrens stattfinden, beizuwohnen.
...
Artikel 33
Bestimmung betreffend Österreich und Gibraltar
(1) Solange Österreich Artikel 12 Absatz 1 seines Auslieferungs- und Rechtshilfegesetzes nicht geändert hat, spätestens jedoch bis zum 31. Dezember 2008, darf Österreich seinen vollstreckenden Justizbehörden gestatten, die Vollstreckung eines Europäischen Haftbefehls abzulehnen, wenn es sich bei der gesuchten Person um einen österreichischen Staatsbürger handelt und wenn die Handlung, derentwegen der Europäische Haftbefehl erlassen worden ist, nach österreichischem Recht nicht strafbar ist.
(2) Dieser Rahmenbeschluss findet auch auf Gibraltar Anwendung.
Un avion de la compagnie italienne Alitalia reliant Milan à Boston a été détourné mardi par les autorités américaines.Un vol Alitalia reliant Milan à Boston a été dérouté mardi par les autorités américaines car le nom d'un passager figurait sur une liste de personnes interdites de vol vers les Etats-Unis, a annoncé l'administration chargée de la sécurité du transport aérien.
Le motif: le nom d'un passager figurait sur une liste de personnes interdites de vol vers les Etats-Unis.
Un vol Air France avait été dérouté la semaine dernière pour la même raison.
"Nous avons eu un problème de sécurité sur le vol Alitalia 618, Milan-Boston. Par mesure de précaution, la TSA a décidé de ne pas l'autoriser à atterrir à Boston", a déclaré une porte-parole de la TSA à Washington, Amy Von Walter. Environ vers 10h40, les autorités amércaines "ont demandé à l'avion de se dérouter vers Bangor (Maine, nord-est)", où il doit atterrir entre 12h30 et 13h00 heures locales, a-t-elle précisé.
Homonymie
Le passager concerné a été escorté hors de l'avion par des forces de l'ordre et ses bagages ont été retirés de l'avion. Il est toujours interrogé par le FBI (police fédérale) et devait être interrogé par des responsables des services d'immigration", selon une porte-parole de la sécurité aérienne. Elle a ajouté qu'il s'agissait d'un homme sans donner de précisions sur son identité. "Ce n'est pas encore clair, mais son nom se trouvait sur la liste d'interdiction de vol" vers les Etats-Unis. "Qu'il s'agisse réellement de l'individu (visé) ou non reste à déterminer", a dit Mme Davis. Elle a précisé que l'avion était reparti de Bangor vers Boston, sans ce passager, vers 14h00 locales (18H00 GMT) pour un vol de quarante minutes.
Les forces de sécurité américaines sont manifestement en alerte ces derniers jours. La semaine dernière, la Maison Blanche et le Congrès avaient été évacués quelques heures à cause de la présence d'un Cessna dans la zone aérienne interdite. Jeudi dernier, un vol Air France reliant Paris à Boston avait aussi été dérouté par les autorités américaines car elles pensaient, finalement à tort, que le nom d'un passager correspondait à celui figurant sur une liste de personnes interdites de vol vers les Etats-Unis.
Ce type d'incidents, dû probablement à une homonymie, une confusion, un pseudonyme, une erreur de traduction ou de transcription, s'est produit régulièrement sur des vols à destination des Etats-Unis depuis le renforcement des mesures de sécurité après les attentats du 11 septembre 2001.
Un vol Air France Paris-Chicago a du faire demi-tour vendredi [7 juillet]
soir à la demande des autorités américaines à
cause d'un passager "suspect".
Vérification faite, l'avion est finalement reparti pour Chicago...
avec 9 heures de retard.
Un Airbus d’Air France, effectuant la liaison Paris-Chicago a du faire demi-tour, vendredi soir, après deux heures de vol, les autorités américaines ayant averti les Français, "après le départ", qu'ils refuseraient que l'avion se pose aux Etats-Unis en raison de la présence à bord d’un passager, dont le nom était semblable à celui d'un homme figurant sur leur liste noire.
"Rien à se reprocher"
A l'atterrissage de l'avion, cette personne et quatre autres qui l'accompagnaient ont été conduites dans les locaux de la Police aux frontières pour "vérification". Selon une source policière, cet homme serait le frère d'un Jordanien inscrit sur une liste américaine de personnes jugées suspectes dans le cadre de la lutte contre le terrorisme. Mais après vérification, le passager, tout comme son épouse et ses deux enfants, "n'a rien à se reprocher" et est détenteur d'un passeport américain "parfaitement authentique et en règle", a précisé la source policière. "Ils vont pouvoir repartir", a-t-on encore dit en milieu de soirée. La fouille de l'avion "n'a donné aucun résultat", a-t-on ajouté.
L’avion est finalement reparti vers minuit et demi pour Chicago, avec "la plupart de ses passagers", une partie ayant décidé d'embarquer sur un autre vol samedi. L'appareil, qui devait décoller initialement vers 13H30, avait dû faire demi-tour une première fois "pour des raisons techniques", avant de décoller vers 15H00, a-t-on appris de même source.
Cinq avions Air France détourné depuis 2001
Cet incident est survenu au lendemain des attentats meurtriers de Londres qui ont provoqué une hausse des niveaux de vigilance antiterroriste dans de nombreux pays. Les vols entre la France d'une part, et la Grande-Bretagne et les Etats-Unis d'autre part, font l'objet d'une surveillance renforcée. Depuis septembre 2001, cinq vols d'Air France ont été déroutés de leur destination. Ainsi, le 12 mai, un vol Air France reliant Paris à Boston avait été dérouté par les autorités américaines car le nom d'un passager figurait sur une liste de personnes interdites de vol vers les Etats-Unis, mais cet homme n'était pas un terroriste, selon la police. En septembre 2004, le chanteur britannique Cat Stevens, à bord d'un vol à destination de Washington, avait déjà été dérouté vers Bangor. Le nom du chanteur, qui se fait appeler Yusuf Islam depuis sa conversion à la religion musulmane en 1977, figurait également sur la liste noire américaine.
Leitsätze zum Urteil des Zweiten Senats vom 18. Juli 2005
1. Art. 16 GG gewährleistet als Grundrecht mit
seinem Ausbürgerungs- und Auslieferungsverbot die besondere Verbindung
der Bürger zu der von ihnen getragenen freiheitlichen Rechtsordnung.
Der Beziehung des Bürgers zu einem freiheitlichen demokratischen Gemeinwesen
entspricht es, dass der Bürger von dieser Vereinigung grundsätzlich
nicht ausgeschlossen werden kann.
2. Die in der "Dritten Säule" der Europäischen
Union praktizierte Zusammenarbeit einer begrenzten gegenseitigen Anerkennung
ist ein auch unter Subsidiaritätsgesichtspunkten (Art. 23 Abs. 1 GG)
schonender Weg, um die nationale Identität und Staatlichkeit in einem
einheitlichen europäischen Rechtsraum zu wahren.
3. Der Gesetzgeber war beim Erlass des Umsetzungsgesetzes
zum Rahmenbeschluss über den Europäischen Haftbefehl verpflichtet,
das Ziel des Rahmenbeschlusses so umzusetzen, dass die Einschränkung
des Grundrechts auf Auslieferungsfreiheit verhältnismäßig
ist. Insbesondere hat der Gesetzgeber über die Beachtung der Wesensgehaltsgarantie
hinaus dafür Sorge zu tragen, dass der Eingriff in den Schutzbereich
des Art. 16 Abs. 2 GG schonend erfolgt. Dabei muss er beachten, dass mit
dem Auslieferungsverbot gerade auch die Grundsätze der Rechtssicherheit
und des Vertrauensschutzes für den von einer Auslieferung betroffenen
Deutschen gewahrt werden sollen.
4. Das Vertrauen des Verfolgten in die eigene Rechtsordnung
ist von Art. 16 Abs. 2 GG in Verbindung mit dem Rechtsstaatsprinzip dann
in besonderer Weise geschützt, wenn die dem Auslieferungsersuchen
zu Grunde liegende Handlung einen maßgeblichen Inlandsbezug hat.
BUNDESVERFASSUNGSGERICHT
- 2 BvR 2236/04 - Verkündet am 18. Juli 2005
Wolf, Amtsinspektorin als Urkundsbeamtin der Geschäftsstelle
Der
Spiegel 18.Juli 2005
URL: www.spiegel.de/panorama/0,1518,365623,00.html
Verfassungsgericht
Europäischer Haftbefehl verstößt gegen
Grundgesetz
Matthias Gebauer
Das Bundesverfassungsgericht hat den Europäischen Haftbefehl in Deutschland gestoppt. Die Karlsruher Richter gaben einer Verfassungsbeschwerde statt. Deutsche dürfen nach dem Urteil vorerst nicht ins EU-Ausland ausgeliefert werden.Karlsruhe - Das deutsche Gesetz, das den EU-Haftbefehl in Deutschland umsetzt, greife unverhältnismäßig in das Grundrecht auf Auslieferungsfreiheit ein, entschied der Zweite Senat des Verfassungsgerichts in Karlsruhe. Deutschland habe die EU-Vorgabe zu eng und damit grundgesetzwidrig umgesetzt. Solange in Deutschland kein neues deutsches Gesetz zum EU-Haftbefehl verabschiedet werde, dürfe daher kein Deutscher ausgeliefert werden.
Musterfall Darkazanli
Hintergrund für den Streit in Karlsruhe war
die geplante Auslieferung des Hamburger Geschäftsmanns Mamoun Darkazanli.
Der Deutsch-Syrer steht seit dem 11. September 2001 unter dem dringenden
Verdacht, der Hamburger Zelle um den Terrorpiloten Mohammed Atta geholfen
zu haben. Fest steht, dass er enge Kontakte zu den späteren Selbstmordattentätern
hatte und auch andere internationale Schlüsselfiguren der Terrorszene
kannte.
Der Fall Darkazanli gilt als Musterbeispiel,
wie schwierig die rechtsstaatliche Verfolgung von Terrorverdächtigen
in Deutschland immer noch ist. In Interviews hatte er stets gesagt, er
fühle sich in Deutschland sehr wohl und werde das Land nicht verlassen.
Für seine Sympathie für Deutschland hatte er gute Gründe:
Im Gegensatz zu jedem anderen Land reichten hierzulande die Kontakte zu
der Terrorzelle nie für ein Verfahren. Zwar steht Darkazanli vermutlich
unter Dauerbeobachtung der Behörden, doch wirklich anhaben konnten
sie ihm nie etwas.
Stärker waren Hinweise aus Spanien, wo
Darkazanli Kontakte und die Unterstützung einer Qaida-Zelle vorgeworfen
werden. Dennoch konnte Generalbundesanwalt Kay Nehm kein Verfahren gegen
ihn einleiten, denn bis vor einigen Jahren war die Unterstützung einer
ausländischen terroristischen Vereinigung nicht strafbar. Trotz einer
Gesetzesänderung des Paragrafen 129 jedoch kann niemand rückwirkend
belangt werden. Folglich blieb Darkazanli ein freier Mann.
Seit der Einführung des EU-Haftbefehls
planten die deutschen und spanischen Behörden in stiller Absprache
ein anderes Verfahren. Ein spanischer Richter erließ im Herbst 2004
Haftbefehl gegen den Deutsch-Syrer, und Deutschland setzte sich für
die Auslieferung ein. Buchstäblich auf dem Rollfeld des Hamburger
Flughafens wurde die Aktion noch gestoppt. In einer Eilentscheidung verhinderte
das Verfassungsgericht, dass Darkazanli nach Spanien ausgeflogen wird.
Anti-Terror-Kampf: Gebremster Elan?
Trotz der vielen Zweifel, die es schon vor dem heutigen
Urteil gab, hatte sich Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) stets
hinter das Projekt gestellt. Aus ihrer Sicht dient es der Vereinfachung
und Beschleunigung von Auslieferungsverfahren, verfassungsrechtlich sei
es unbedenklich. Demnach habe kein deutscher Staatsbürger Willkür
im EU-Ausland zu befürchten. Andere Parlamentarier hatten bei der
Einführung des Gesetzes durchaus Zweifel geäußert.
Die Entscheidung aus Karlsruhe bedeutet für
die Integration in der Innen- und Justizpolitik innerhalb der EU einen
empfindlichen Rückschlag. Besonders in diesem Bereich haben die Länder
noch immer sehr viele eigene Kompetenzen, folglich ist von einer Einheit
noch lange keine Rede. Nach Angaben aus Brüssel wurden seit der Einführung
des Haftbefehls 104 Verdächtige innerhalb der EU ausgeliefert. Nach
dem deutschen Nein dürften nun auch in anderen Ländern die Zweifel
wachsen.
Besonders im Kampf gegen den Terrorismus wurde dem
Haftbefehl bisher eine große Bedeutung zugemessen. Da die Verdächtigen
sich oft in ganz Europa bewegen und auch Kontakte in viele andere EU-Länder
haben, kommen in den komplizierten Verfahren vor europäischen Gerichten
später oft Beschuldigte aus vielen verschiedenen Ländern zusammen.
Experten befürchteten schon vor der Entscheidung aus Karlsruhe, ein
negatives Votum könnte den Elan im Kampf gegen den Terror bremsen.
Gleichwohl sind die Zweifel besonders in Terrorfällen
offensichtlich. Während in Deutschland auch bei schweren Verdachtsmomenten
streng rechtsstaatlich vorgegangen und im Zweifel - wie in den beiden Hamburger
Verfahren - für den Angeklagten entschieden wird, hat man diesen Eindruck
in Spanien oder Frankreich oft nicht. Nach dem Beispiel der USA sind dort
schon viele Urteile gefällt worden, an denen deutsche Juristen erhebliche
Zweifel haben. In gewisser Hinsicht ist der Fall Darkazanli gerade deshalb
besonders passend für eine Grundsatzentscheidung über den Haftbefehl.
LE
MONDE 19.07.05
URL: http://www.lemonde.fr/web/article/0,1-0@2-669420,36-673651,0.html
Le mandat d'arrêt européen est inopérant
en Allemagne
Thomas Ferenczi, BRUXELLES
Par une coïncidence qui peut sembler fâcheuse,
c'est au moment même où les dirigeants européens réaffirment
leur volonté de lutter ensemble contre le terrorisme, après
les attentats meurtriers de Londres, que l'un des principaux instruments
de cette lutte, le mandat d'arrêt européen, est frappé
de nullité en Allemagne, l'un des pays-clés de l'action antiterroriste.
La Cour constitutionnelle de Karlsruhe a en effet
annulé, lundi 18 juillet, la loi transposant dans le droit allemand
la décision-cadre européenne qui avait créé,
en 2002, le nouveau mandat d'arrêt. Entré en vigueur le 1er
janvier 2004 et transposé, avec plus ou moins de célérité,
dans les vingt-cinq Etats de l'Union, ce texte substitue aux procédures
traditionnelles d'extradition, souvent longues et complexes, un mécanisme
simplifié qui relève de la seule responsabilité des
autorités judiciaires. Son adoption a été permise
par les attentats du 11 septembre 2001.
La décision de la Cour rend inapplicable
le mandat d'arrêt européen en Allemagne. Elle constitue, selon
la ministre allemande de la justice, Brigitte Zypries, "un nouveau revers
pour le gouvernement dans sa lutte contre le terrorisme international"
. Tant qu'une nouvelle loi n'aura pas été adoptée,
seules les anciennes procédures d'extradition seront applicables
entre l'Allemagne et les autres pays européens.
La Cour avait été saisie par un homme
d'affaires de Hambourg, Mamoun Darkazanli, à la double nationalité
allemande et syrienne, considéré comme un relais financier
des réseaux Ben Laden et mis en accusation par le juge Baltasar
Garzon, qui avait demandé son extradition vers l'Espagne. M. Darkazanli
était détenu depuis octobre 2004. La Cour a ordonné
sa remise en liberté. Elle a considéré que la loi
transposant le mandat d'arrêt européen n'offre pas aux ressortissants
allemands une protection suffisante, d'une part parce qu'elle n'a pas prévu
de recours devant un tribunal allemand, d'autre part parce qu'elle n'a
pas utilisé toutes les marges de manoeuvre que lui permettait la
décision-cadre européenne.
EXTRADITION REFUSÉE
C'est parce que M. Darkanzali possède la
nationalité allemande que la Cour s'est opposée à
son extradition. Une centaine de décisions d'extradition ont été
prises par la justice allemande depuis l'entrée en vigueur de la
loi, mais elles concernaient toutes des ressortissants d'autres pays. La
question se pose différemment pour les ressortissants allemands.
La Constitution interdit en effet l'extradition par l'Allemagne de ses
nationaux.
Toutefois, pour la rendre compatible avec le mandat
d'arrêt européen, un amendement a été introduit
qui rend une telle extradition possible devant un tribunal international
ou vers un Etat membre de l'Union si elle est autorisée par une
loi, à condition que celle-ci respecte les droits fondamentaux des
citoyens. La Cour a jugé qu'elle ne les respectait pas suffisamment
et qu'elle était donc contraire à la Constitution.
La Commission européenne a regretté
cette décision qui, souligne-t-elle, prive l'Allemagne de toute
base juridique nationale lui permettant d'appliquer le mandat d'arrêt
européen. Elle a demandé aux autorités de Berlin de
faire en sorte que "les lacunes de la législation allemande soient
réparées le plus vite possible" et que la décision-cadre
de 2002 soit appliquée au niveau national "en totale conformité
avec les droits fondamentaux". Elle a également souligné
que la validité du mandat d'européen n'était pas contestée
par la Cour.
"L'efficacité du mandat européen n'est
pas remise en cause" , a indiqué Friso Roscam Abbing, porte-parole
du commissaire à la justice, la liberté et la sécurité,
Franco Frattini. Porte-parole de la Commission pour les questions juridiques,
Martin Selmayr a estimé que si, à court terme, ce jugement
porte un coup à la politique antiterroriste de l'Union, à
plus long terme il peut la renforcer en rendant plus claire la protection
offerte aux suspects.
Deutsche Welle
18.07.2005
URL: http://www2.dw-world.de/french/thema/1.147307.1.html
Le mandat d'arrêt européen jugé
anticonstitutionnel
Emmanuel Lagain
La justice allemande a remis en liberté
aujourd´hui une figure présumée du groupe terroriste
islamiste Al Quaida en liberté. Le Germano-syrien Mamoun Darkazanli
avait déposé un recours au tribunal de Karlsruhe contre son
extradition vers l´Espagne. La cour constitutionnelle s´est
opposée à la transposition du mandat d´arrêt
européen dans le droit national.
Le mandat d´arrêt européen
est anticonstitutionnel et caduque. C´est ce qu´a décidé
aujourd´hui la cour constitutionnelle de Karlsruhe. Désormais
les Allemands sous le coup d´un tel mandat d´arrêt ne
peuvent plus être extradés. Selon les gardiens de la constitution,
ce mandat d´arrêt va à l´encontre des droits fondamentaux
garantis aux Allemands par la Loi fondamentale. Winfried Hassemer est vice-président
de la cour de Karlsruhe:
"A cause de certaines expériences
historiques des allemands, la loi fondamentale, qui garantie la nationalité
et l´appartenance à un seul et unique ordre juridique, est
de première importance. Cela s´explique par l´histoire
récente de l´Allemagne où après la prise de
pouvoir par les nationaux socialistes en 1933, les allemands de confession
ou d´origine juive ont peu à peu perdu leurs droits d´appartenance
au peuple allemand en étant placés sous un nouveau statut."
La décision
du tribunal constitutionnel apparaît donc comme un pied de nez au
parlement allemand qui n´avait pas pris en compte la loi fondamentale
avant d´adopter ce mandat d´arrêt européen. Hans-Christian
Ströbele, député vert, se félicite de ce retournement
de situation:
"Le renvoi de cette décision
qui avait été votée à l´unanimité
est une gifle pour le Bundestag, le Bundesrat, mais aussi le gouvernement
fédéral, parce que nous nous étions mis d´accord
non sans réticences pour adopter ce mandat d´arrêt.
Cela montre aussi que l´on ne peut pas, au non de l´Union européenne
négliger la législation en vigueur en Allemagne."
C'est suite aux attentas du 11 septembre
2001 que Bruxelles avait décidé d'instaurer ce mandat d'arrêt
européen afin de mieux coordonner la lutte contre le terrorisme.
Martin Selmayr, porte parole de la commission européenne aux affaires
juridiques ne cache pas sa déception:
"La commission regrette naturellement
qu'il n´y ait pas encore de mandat européen en Allemagne.
Nous appelons les instances allemandes a remanier le droit allemand aussi
vite que possible pour que ce mandat corresponde à la décision
de la cour constitutionnelle de Karlsruhe."
Le mandat d'arrêt européen
a été mis en place en août 2004.
www.euractiv.com 19 July 2005
European
arrest warrant ruled unconstitutional in Germany
The highest German court has annulled a law of July 2004 which
implemented the EU arrest warrant in Germany.
In the case, Mamoun Darkazanli, a Syrian-born German,
suspected of being an Al Qaeda operative, had been held in custody for
extradition to Spain under the warrant procedure (see EurActiv 19 April
2005). On appeal, on 18 July 2005, the Constitutional Court held that the
law applying the warrant did not respect fundamental rights and procedural
guarantees and so was contrary to the German Constitution.
The result is that the EU arrest warrant no longer
applies in Germany and the suspect has been released. It will take a new
law from the German Parliament to reinstate the arrest warrant.
Reacting to the decision, the Commission stressed
that it was the German implementing law that was found to be at fault and
not the EU framework decision. The EU arrest warrant was set up by framework
decision in 2002 and intended to simplify the procedure by which suspects
can be extradited from one EU country to another. It has been hailed as
one of the successes of EU anti-terrorism policy.
A challenge to the Polish version of the arrest
warrant has also been mounted as being contrary to the Polish Constitution.
A court ruling has been postponed until November 2006.
World
Peace Herald July 19, 2005
URL: www.wpherald.com/storyview.php?StoryID=20050719-012443-3682r
EU terror arrest warrant null and void in Germany
By Stefan Nicola, UPI Germany Correspondent
KEHL AM RHEIN, Germany -- Germany's highest court
has ruled that handing over a terror suspect to Spain on a European Union
arrest warrant violates German law, prompting the release of Syrian-born
Mamoun Darkazanli from his cell in Hamburg.
Darkazanli, 46, successfully fought his extradition
to Spain where he was accused of financial connections with Osama bin Laden's
al-Qaida network. Darkazanli had complained to the Federal Constitutional
Court, Germany's highest legal institution.
While German Justice Minister Brigitte Zypries of
the Social Democrats called Monday's verdict a "loss in the fight against
terrorism," several law experts and politicians were pleased with the decision
-- it protects civil rights, they said Tuesday.
It's a sign Germany "won't jump through every ring
the European Union hands it," Werner Leitner, a Munich-based lawyer, told
the German daily Sueddeutsche Zeitung.
The domestic media called the verdict a "slap
in the face" of lawmakers.
"(The court in) Karlsruhe explains (to) lawmakers
that special German ingredients are to be mixed into an EU agreement, sometimes
because of constitutional reasons," the Sueddeutsche Zeitung wrote.
Zypries had pushed the law through the Bundestag,
Germany's federal parliament, which passed it without much discussion,
despite initial worries by constitutional advocates. The Bundesrat, Germany's
upper house, later waved the bill into law. Observers said after the verdict
that all three German political institutions had failed to provide adequate
checks and balances.
The decision by the five judges in Karlsruhe rendered
the law ineffective until an improved bill is drafted, which does not,
as the initial version does, antagonize the Grundgesetz, the German constitution,
which forbids the extradition of Germans to foreign countries. The decision
makes an extradition of a German national in connection with an EU arrest
warrant impossible until a new law is implemented.
Spanish authorities had called for Darkazanli's
extradition as early as 2003, but as the he has had a German passport since
1990, authorities did not hand him over. Darkazanli has not been charged
in Germany, where the support of foreign terrorist organizations has only
been illegal since 2002. His alleged activities were between 1993 and 2001,
the German daily Frankfurter Allgemeine Zeitung said Tuesday.
Darkazanli appears in a 1999 wedding video with
two of the three suicide hijackers who took part in the Sept. 11, 2001,
attacks, the BBC said. They had previously lived in Hamburg.
When the German version of a EU arrest warrant was
implemented as law in September 2004, Spain was quick to send out one.
The now struck-down law allowed Germans wanted in other EU member states
to be extradited. Hamburg's local and state authorities agreed to have
the terror suspect delivered to Spanish authorities, but Germany's highest
court stopped the procedure to await the analysis of the domestic law,
the German daily Sueddeutsche Zeitung said Tuesday.
The judges found what several law experts warned
of when the law passed in the Bundestag -- that German lawmakers had not
sufficiently transposed the EU directive to be compatible with Germany's
constitution. The EU arrest warrant was initiated soon after the
Sept. 11, 2001, attacks and was intended to speed up cases against terrorists
and international criminals.
But extraditing Germans to a foreign country when
the main part of the crime was committed in Germany is unconstitutional,
the judges said. There also needs to be a legal way to challenge the extradition
under an EU arrest warrant, the judges said.
If the suspect's crimes are committed mainly in
a foreign country, the EU arrest warrant can be applied, the court found.
And it shied away from a larger confrontation with
the EU as it did not challenge the umbrella decision put forward by the
transnational body. It slapped Germany's lawmakers, however, for adopting
it verbatim.
Zypries, a main proponent of the initial law, was
surprised over the verdict. She told German public broadcaster ARD that
she had expected the court to urge the Bundestag to improve aspects of
the law.
"But we couldn't expect that the court rules the
entire law to be null and void," Zypries said.
"We need the EU warrant." she said. "I will try
to introduce a new bill that takes into account the verdict from Karlsruhe
as soon as possible...so in the next few weeks."
Zypries wants to act before this year's early federal
elections, which are expected to be held Sept. 18, if the judges in Karlsruhe
-- and that seems peculiar in light of their recent decisions -- deem early
elections constitutional.
An EAW may be issued by a national court if the person whose return is sought is accused of an offence for which the penalty is at least over a year in prison or if he or she has been sentenced to a prison term of at least four months. Its purpose is to replace lengthy extradition procedures with a new and efficient way of bringing back suspected criminals who have absconded abroad and for people convicted of a serious crime who have fled the country, in order to forcibly transfer them from one Member State to another for conducting a criminal prosecution or executing a custodial sentence or detention order. The EAW enables such people to be returned within a reasonable time for their trial to be completed or for them to be put in prison to serve their sentence.
The EAW is based on the principle of mutual recognition of judicial decisions. This means that a decision by the judicial authority of a member state to require the arrest and return of a person should be recognized and executed as quickly and as easily as possible in the other Member States.
Faster procedures: The State in which the person is arrested has to return him/her to the State where the EAW was issued within a maximum period of 90 days of the arrest. If the person gives its consent to the surrender, the decision shall be taken within 10 days
Simpler procedures: The dual criminality principle - which means that both the country requesting extradition and the country that should arrest and return the alleged criminal, recognize and accept that what he or she is alleged to have done, is a crime - is abolished for 32 serious categories of offences. These include participation in a criminal organisation, terrorism, trafficking in human beings, sexual exploitation of children and child pornography, illicit trafficking in arms, ammunition and explosives, corruption, fraud including fraud pertaining to the financial interest of the European Union, money laundering and counterfeiting of money including the euro. European arrest warrants issued in respect of crimes or alleged crimes on this list have to be executed by the arresting state irrespective of whether or not the definition of the offence is the same, providing that the offence is serious enough and punished by at least 3 years' imprisonment in the Member State that has issued the warrant. For offences which are not in the list or beyond the 3 years' threshold, the dual criminality principle still applies.
No political involvement: In extradition procedures, the final decision on whether to surrender the person or not, is a political decision. The EAW procedure abolished the political stage of extradition. This means that the execution of these warrants is simply a judicial process under the supervision of the national judicial authority which is, inter alia, responsible for ensuring the respect of fundamental rights.
Surrender of nationals: EU countries can no longer refuse to surrender their own nationals. The EAW is based on the principle that EU citizens shall be responsible for their acts before national courts across the EU. This means that it will not be possible in principle for a Member State to refuse to surrender one of its citizens who has committed a crime in another EU state on the ground that he or she is a national. On the other hand, it will be possible for a Member State, while surrendering this person, to ask for their return on its territory to serve its sentence in order to facilitate future reintegration.
Guarantees: The EAW ensures a good balance between efficiency and strict guarantees that the arrested person's fundamental rights are respected. In implementing the framework decision on the EAW, Member States and national courts have to respect the provisions of the European Convention on Human Rights and to ensure that it is respected. Anyone arrested under an EAW may have a lawyer, and if necessary an interpreter, as provided by the law of the country where he or she has been arrested. If judgement was given in his absence against anyone later arrested under an EAW, he has to be retried in the country requiring his return (see infra).
Grounds for refusal: The surrender of the person can be refused on several grounds (see Arts. 3 and 4 of the Framework Decision) among which:
Life sentence: Where someone arrested under an EAW may be sentenced to life imprisonment, the state executing the EAW may insist, as a condition of executing the arrest warrant, that if sentenced to life, the accused person will have a right to have its personal situation periodically reconsidered.
Death penalty: There is no mention of the death penalty as the death penalty has been abolished in the European Union.
Relations with third countries: The European Arrest Warrant only applies within the territory of the EU (15 Member States, and 25 as from 1 May 2004). Relations with third countries are still governed by extradition rules. If a person has been surrendered to another EU country according to the EAW and is afterward demanded by a third country, the Member State which authorized the surrender in the first place shall be consulted.
the Convention of 27 September 1996 relating to extradition between the Member States of the European Union (1996 EU Extradition Convention) and
Extradition is also ruled by some provisions of the Convention of 19 June 1990 implementing the Schengen Agreement (Schengen Implementation Convention).
The 1995 and 1996 EU Extradition Conventions have not entered into force as not all Member States have ratified them yet. A Member State has, however, the possibility to make a declaration that it will apply the conventions in relation to other Member States that have made the same kind of declaration. Both EU Extradition Conventions are therefore applicable between almost all Member States.
The 1995 EU Extradition Convention requires agreement (consent) from the person to be extradited. If consent has been given the simplified procedure applies. The Schengen Implementation Convention also contains rules on consented extradition. The Framework Decision on the EAW has incorporated these rules into a single legal framework on the surrender procedures.
The 1996 EU Extradition Convention contains several innovations, such as the abolition of two important impediments to extradition; political offences and own nationals. The 1996 Convention provides thus that no offence may be regarded by the requested Member State as a political offence, as an offence connected with a political offence or an offence inspired by political motives and that extradition may not be refused on the ground that the person claimed is a national of the requested Member State. However, there is a possibility for the Member States to make a reservation in relation to the articles on political offences and own nationals, which has been widely used. This possibility has disappeared in the Framework Decision on the EAW. As mentioned above EU countries will no longer refuse to surrender their own nationals.
European judicial cooperation in criminal matters is also dealt with by international organisations like the Council of Europe and the United Nations, as well as being included in work related to the enlargement of the EU and to the transatlantic dialogue with the United States and Canada.
The effectiveness of the EAW can be gauged provisionally from the 2 603 warrants issued, the 653 persons arrested and the 104 persons surrendered up to September 2004. The surrender of nationals, a major innovation in the Framework Decision, is now a fact, though most Member States have chosen to apply the condition that in the case of their nationals the sentence should be executed on their territory.
Since the Framework Decision came into operation, the average time taken to execute a warrant is provisionally estimated to have fallen from more than nine months to 43 days. This does not include these frequent cases where the person consents to surrender, for which the average time taken is 13 days.
The improvements due to the arrest warrant also benefit the persons concerned, who in practice now consent to their surrender in more than half the cases reported. The Framework Decision is more precise than previous provisions, as regards for instance the ne bis in idem principle, the right to the assistance of a lawyer or the right to the deduction from the term of the sentence of the period of detention served. Furthermore, as a result of the speed with which it is executed, the arrest warrant contributes to better observance of the "reasonable time limit" principle.
This overall success should not make one lose sight of the effort that is still required by some Member States to comply fully with the Framework Decision. The report highlights the difficulties that remain in that respect. A few Member States considered that, with regard to their nationals, they should reintroduce a systematic check on double criminality or convert their sentences. Noticeable in some Member States is the introduction of supplementary grounds for refusal, which are contrary to the Framework Decision, such as political reasons, reasons of national security or those involving examination of the merits of a case. Moreover, there are cases in certain Member States where the decision-making powers conferred on executive bodies are not in line with the Framework Decision. Lastly, by ruling out the warrant's application to acts that occurred before a given date, a few Member States did not comply either with the Framework Decision. The extradition requests which they continue to present therefore risk being rejected by the other Member States.
The Commission considers this first evaluation as provisional and accordingly reserves the right to present proposals for amending the Framework Decision in the light of further experience.
NatWest Three's last-ditch appeal against extradition to US fails
Hans Kundnani
Three former NatWest bankers, wanted in the United
States in connection with the Enron scandal, face extradition after their
last ditch appeal to the European Court of Human Rights failed. The court
decided yesterday not to grant an interim stay of extradition. It will
examine the merits of the case but will not stop the removal of the so-called
NatWest Three to the US.
With the failure of their last possible legal challenge,
David Bermingham, Gary Mulgrew and Giles Darby can be extradited to the
US immediately and are expected to be tried in Houston, Texas. They are
accused of conspiring with senior Enron executives in a $20m (£11.5m)
profit-skimming fraud.
In February, the High Court rejected their lawyers'
argument that the offences were not extraditable. Last week, the law lords
also rejected an appeal. If convicted, the three could face a sentence
of 28 years and legal costs of $1.5m each.
Their appeal to the European Court of Human Rights centred on a challenge
to Britain's "fast-track" extradition procedure to the US. Under the procedure
- introduced in 2003 to deal with terrorist suspects - the US is not required
to produce evidence in an application for extradition from the UK.
It has been criticised by both business, and by
civil liberties campaigners as one-sided.
"Remarkably, the UK has made a treaty which allows
the US to obtain the return of suspects from Britain without producing
any evidence of guilt but requires such evidence to be produced to a US
court before an American suspect can be extradited to Britain," said Michael
Birnbaum QC, a barrister specialising in extradition cases.
Business leaders, including CBI chairman Sir Digby
Jones, will march through London tomorrow in protest against the extradition
procedure. Mr Jones said the three men "represent no threat to society,
yet they will still be banged up in a US prison with rapists and drug addicts,
deprived of their liberty for up to two years even while a case is compiled".
Liberty director Shami Chakrabarti said: "I cannot
think of a better case of 'first they came for the white collar worker,
then they came for me'."
El
día en que a Air France se le prohibió sobrevolar Estados
Unidos
El periodista colombofrancés relata cómo su presencia
provocó la orden estadounidense de desviar un avión
Hernando Calvo Ospina, Rebelión
El vuelo de Air France, numero 438, proveniente de Paris, debía
aterrizar en ciudad de México hacia las 18h de este sábado
18 de abril. Faltarían unas cinco horas para llegar a su destino,
cuando la voz del capitán anuncia que las autoridades estadounidenses
desautorizaban el paso de la nave sobre ese país.
El motivo: entre los pasajeros que colmábamos el avión
viajaba una persona que no era bienvenida por motivos de seguridad nacional.
Pocos minutos después, la misma voz señala a los sorprendidos viajeros que nos debíamos dirigir a Fort de France, Martinica, porque el giro que tendría que tomar el avión para llegar a su destino era muy largo y el carburante no alcanzaría.
La escala en ese territorio francés del Caribe, sería sólo para reabastecer de combustible a la nave.
El cansancio era uno de los temas entre nosotros. Pero el central era, en voz baja, quién podría ser el pasajero «terrorista», pues si los «gringos» dicen eso «es porque debe de ser terrorista».
Revisando a los que estábamos en esa última sección del avión, dos pasajeros confirmaron que ahí no podría estar porque «ninguno tiene cara de musulmán».
De nuevo en el aire, y preparándonos para otras cuatro horas de viaje, llegó hasta mí quien se identificó como el copiloto. Como tratando de ser discreto me preguntó si yo era el «señor Calvo Ospina».
Le dije que sí.
«El capitán quiere dormir, por eso vine yo».
Y me invitó a que lo acompañara hasta la parte trasera del avión.
Y es ahí cuando me dice que soy el «responsable» del desvió de la nave. Quedé atónito.
Mi primera reacción fue preguntarle: «¿usted cree que soy terrorista?»
Me dijo que no, que por eso me estaba avisando. Y también me aseguro que lo extraño es que era la primera vez que esto le pasaba a un avión de AF.
Ya poco antes de llegar a Martinica, una de las azafatas me había asegurado que en once años de trabajo nunca le había ocurrido algo parecido.
El copiloto, por último, en esa breve conversación me pidió de no decirle a nadie, incluido al resto de tripulación. Le aseguré que no tenía la mínima intención de hacerlo.
Volví a mi asiento. Y quizás por nervios o realidad, empecé a notar que la tripulación pasaba más deseguido, reparándome con curiosidad.
Al aterrizar, y sin aun haber llegado al edificio del aeropuerto, una voz femenina pedía que el «señor Calvo Ospina» se presentara a un miembro de la tripulación apenas el avión se detuviera.
Así lo hice. El joven tomó el teléfono interno y llamó a alguien. Al colgar me dijo que no, que ya no me necesitaban, que podía bajar. Me dijo que sabia de mi problema y que me deseaba suerte.
En un instante, en dos pedazos de papel que arranqué de un periódico, escribí el teléfono de mi casa y los entregué a dos personas con quienes había charlado en el avión, diciéndoles que yo era el del «problema». Me aseguraron que llamarían (no lo hicieron o no entendieron mis números)
Pocos metros después de salir del avión, justo a la entrada del edificio, nos esperaban varios agentes de civil pidiendo documentos. Yo ya empezaba a sentir que la garganta se me secaba debido a los nervios. Presenté mi pasaporte, y me dejaron pasar.
Mientras hacía fila para pasar migración me di cuenta que varios hombres buscaban a alguien. Ellos estaban situados atrás de un ventanal, de vidrios transparentes, que estaba a pocos pasos de los agentes de migración, aunque a buena altura para divisar.
La fila fue lentísima. Iba, sin alternativa, para donde yo presentía que me esperaba lo peor. Pero ¿qué podía hacer ante ello? El escándalo de un hombre señalado como presunto «terrorista» por Estados Unidos no tendría mucha oportunidad de levantar la mínima solidaridad. Debía seguir: Nada debía, y sigo sin deber, ante mi conciencia.
Entonces noté que los tres o cuatro hombres que estaban atrás de ese ventanal me habían identificado. Observaban la pantalla de un computador y me miraban. Yo me hacia el indiferente.
Quien me pareció el jefe (y lo era), bajó para decir a los agentes de migración algo sobre mí. Por más que él disimulaba era imposible que no me diera cuenta, en especial cuando sabía que yo era el «culpable». Y los de migración, uno a uno, levantaban los ojos para encontrarse con los míos, pues ya no quería esconder que sabia que era yo a quien esperaban.
Llegó mi turno. Saludé amablemente al hombre, y de la misma manera me respondió. Miró al computador, escribió algo y me dijo que esperara un momento que necesitaba una «precisión» de mi pasaporte. Me pidió que lo siguiera. Así hice. Y me hizo entrar a una sala que estaba a un lado de aquella del vidrio. Un agente en uniforme estaba sentado escribiendo algo a su entrada. Apenas deposité mis dos maletines de mano, le dije que quería ir al baño. Me indicó donde estaba. Pasé por dos grandes salones semi-oscuros, notando que en cada uno habían dos personas durmiendo en el piso en colchonetas. El baño estaba sin luz. Oriné sin importar si lo hacia por fuera de la taza: no veía nada.
Volví y me senté en una de las sillas. Busqué un libro mostrando tranquilidad, pero la garganta seguía seca. Pocos minutos después llegó el mismo hombre que más había visto buscándome desde el ventanal. Me pidió que lo siguiera en tono muy amable. Y entramos a la sala del ventanal.
El se hizo atrás del escritorio, y me pido sentarme en una de las dos sillas. Me senté y ahí me di cuenta que otro hombre estaba atrás de mi, a mi izquierda y de pie. Una joven revisaba una computadora y documentos, alejada de lo nuestro.
Lo primero que me dijo el hombre es que no debía de estar preocupado, que solo querían tener algunas precisiones. Porque «cinco puntos de información», bases de datos, habían lanzado algunas informaciones sobre mí, y me lo mostró. Que necesitaban «simplemente» hacer un «resumen». En ese paquete que me mostró podían haber unas doscientas hojas, amontonadas en unos cinco grupos grapados.
Me calmé, se me olvidó la sequedad de la garganta. Y les dije: «pregunten lo que quieran, no tengo nada que esconder».
Me repitió que eran cosas simples, y breves, que después podría irme. Conociendo a la policía, tuve mis dudas.
Le pregunté que si en esa cantidad de hojas decía que yo era culpable de algo. El hombre que estaba de pie habló para responder que en verdad yo estaba ahí por pedido de las autoridades estadounidenses. Que yo debía de saber que después del 11 de septiembre (2002), los estadounidenses les habían aumentado el trabajo de «colaboración».
En ese momento les pregunté: «¿entonces soy yo el culpable del desvío del avión?»
Me dijeron que no, que ellos tenían entendido que ese desvío había sido una simple escala técnica.
Les dije que ellos sabían que no era así. Que el capitán del avión nos había dicho a todos los pasajeros que era por un pasajero.
Se sonrieron, se miraron y volvieron a las preguntas
Preguntaron mi nombre, fecha de nacimiento, lugar de residencia, etc. Nada de trascendental, o que no estuviera en mis documentos.
El oficial sentado me repetía que en pocos minutos podría irme sin problema
Las preguntas más «destacadas» fueron las que hizo el hombre que estaba de pie:
- «¿Es católico?», le respondí que no, pero que tampoco era musulmán, sabiendo lo «determinantemente peligrosa» en que se ha convertido esta creencia religiosa para ciertas policías.
- «¿Sabe usar armas?» Le respondí que la única vez que tuve una en mis manos estaba muy joven, y había sido una escopeta de caza que me tumbó al dispararla. Que ni siquiera había ido al servicio militar. Les precisé que mi «única arma era escribir, en especial para denunciar al gobierno estadounidense al que yo consideraba terrorista».
Se miraron, y el hombre que estaba sentado dijo algo que yo ya sabía: «esa arma a veces es peor que los fusiles y las bombas».
Me preguntaron el por qué iba a Nicaragua (al día siguiente) y expliqué que debía realizar un reportaje para Le Monde Diplomatique.
Me preguntaron por mi dirección personal, así como los teléfonos de casa y celular, los que dí sin la mínima duda.
Me preguntaron si tenía hijos. Respondí que una jovencita y un niño. Y el hombre que estaba de pie, que se había sentado a mi lado, me dijo con mucha calma, como todas sus frases: «qué bien que haya logrado la parejita. Eso es muy lindo» Y me pareció hasta honesto.
Eso fue básicamente el interrogatorio, que casi fue una charla. Las anotaciones del hombre sentado no llenaron una hoja. Las del otro oficial no llenaron una pagina de su libreta. Me pareció que este último trabajaba para una sección de inteligencia más especializada.
En ningún momento existió, de parte de esos dos oficiales, la mínima palabra agresiva o amenazante. Fueron muy amables y correctos.
Finalmente me devolvieron los documentos de identidad que habían fotocopiado. Y nos despedimos estrechando las manos.
Eran casi las dos de la madrugada del domingo 19 de abril del 2009.
A las 10h30 no tuve problema para abordar el avión a Managua.
Pero hoy sigo pensando que ello fue un sueño con algo de pesadilla. Sigo sin creer que fui el «culpable» del desvío de un avión 747 de Air France por el «temor» de las autoridades estadounidenses.
¿Cuánto costó eso? Sólo AF puede saberlo, pues además debía pagar hotel y comida de por lo menos la mitad de pasajeros que tenían correspondencia.
Fui testigo del cansancio de los pasajeros, en especial de los niños, y algunos de ellos empezaron a vomitar. Además del temor de los mayores al saber que entre ellos había un «terrorista».
También fui testigo de la tranquilidad del personal de la cabina ante mí (después supe que todos lo sabían). No me pareció que me hicieran culpable de un delito.
¿Hasta dónde va a llegar la paranoia de las autoridades estadounidenses? ¿Y por qué Air France y las autoridades francesas siguen guardando silencio hasta hoy?
Hernando Calvo Ospina es periodista y escritor colombiano, radicado en Francia
Passager indésirable
L’homme
qui menaçait les Etats-Unis
par Maurice Lemoine
Samedi 18 avril 2009. Dans cinq heures, le vol Air France 438, en provenance de Paris, atterrira à Mexico. Soudain, la voix du commandant de bord annonce que les autorités américaines interdisent à l’appareil le survol de leur territoire – où il n’est nullement prévu qu’il atterrisse. Parmi les voyageurs, figure une personne qui pose problème «pour des motifs de sécurité nationale». Le Boeing 747 est dérouté. Son nouveau trajet étant beaucoup plus long, l’avion se pose à Fort-de-France pour refaire le plein de carburant.
Après l’escale en Martinique, le copilote aborde discrètement un passager. «Etes-vous M. Hernando Calvo Ospina?» Recevant une réponse affirmative, il l’entraîne à l’arrière de l’appareil et lui annonce qu’il est le «responsable» du «détournement». Colombien exilé en France, journaliste, écrivain, collaborateur du Monde diplomatique, Calvo Ospina se rend au Nicaragua pour ce mensuel. Il a publié de nombreux ouvrages (1) et articles dénonçant la politique du président Alvaro Uribe, le paramilitarisme, le rôle des Etats-Unis en Amérique latine. Comme tout journaliste travaillant sérieusement sur la Colombie, il a eu l’occasion d’interviewer des membres de l’état-major des Forces armées révolutionnaires de Colombie (FARC). «Ma première réaction, témoigne-t-il, fut d’interroger le co-pilote: “Vous croyez que je suis un terroriste?” Il me dit : “Non, et c’est pour cela que je vous préviens.” Il me demanda de ne rien dire à personne, y compris au reste de l’équipage (2).»
Lors de l’arrivée à l’aéroport de Mexico, avec six heures de retard, Calvo Ospina est intercepté, à la demande des autorités américaines, par des fonctionnaires de police mexicains. Ayant en leur possession une douzaine de feuilles sorties d’une base de données, ceux-ci l’interrogent courtoisement, lui expliquant que, depuis le 11-Septembre, les Etats-Unis ont, dans ce domaine, multiplié leurs demandes de «collaboration».
Le journaliste doit, entre autres choses, préciser s’il est… catholique. «Je répondis que non, mais que je n’étais pas non plus musulman, connaissant la “dimension dangereuse” qu’a pris cette croyance religieuse aux yeux de certaines polices.» S’il sait utiliser des armes? «Je n’ai même pas fait le service militaire. Mon unique arme c’est l’écriture» Relâché le dimanche, à deux heures du matin, il pourra repartir sans problème pour Managua.
Ce détournement paranoïaque, en plein ciel, d’un avion de ligne, au prétexte de la présence d’un passager ne présentant aucun danger – avec un coût faramineux pour Air France (carburant, heures supplémentaires de l’équipage et logement à Mexico des nombreux passagers ayant raté leur correspondance) – attire à nouveau l’attention sur l’accord Bruxelles-Washington qui fait obligation aux compagnies aériennes de permettre au Département à la sécurité intérieure américain un accès électronique à leurs données passagers (Passenger Name Records; PNR). Beaucoup s’imaginent que cette surveillance ne concerne que les vols à destination des Etats-Unis. Il n’en est rien. Les « services » américains s’intéressent aussi, sans qu’ils le sachent, aux voyageurs de tout avion survolant – quand bien même il ne s’y pose pas – eaux territoriales et territoire américains. Big Brother is, plus que jamais, watching you!
(1)
Colombie. Derrière le rideau de fumée. Histoire du terrorisme
d’Etat, Le Temps des cerises, Pantin, 2008.
(2)
Lire le compte-rendu de Calvo Ospina: «El
día en que a Air France se le prohibió sobrevolar Estados
Unidos».
Sehr geehrtes Ratsmitglied,
Angeblich wegen Terrorismusverdacht wurde am 7.Juli 2005 ein Air France Flugzeug auf dem Weg nach Chicago von den US-Behörden gezwungen, über dem Atlantik kehrt zu machen und in Paris einen fichierten Passagier und seine Familie zu filzen. Vor wenigen Tagen ist flight AF 438 auf dem Direktflug von Paris nach Mexico City von den US-Behörden zur Zwischenlandung in Martinique gezwungen worden: ein in Frankreich ansässiger Passagier war auf einer schwarzen US-Liste und sollte in Mexico auf US-Begehren hin "einvernommen" werden (siehe: US abuse of passenger data: US plucks flight AF-438 from sky, Le Monde diplomatique, Mai 09, Maurice Lemoine). Nach der skandalösen Auslieferung der drei englischen NatWest-Banquiers an die USA, müssen Herr Weil (ex-UBS) und andere Zunftgenossen, für die sich die amerikanische Justiz, die IRS oder andere US-Behörden interessieren, mit der damit bereits in die Wirklichkeit umgesetzten Möglichkeit rechnen, auf irgend einem Flug ausserhalb der Schweiz von mehr oder weniger kooperations-willigen Drittbehörden behändigt und an die USA ausgeliefert zu werden.
Auf diese konkreten Gefahren für auslandreisende Schweizer Banquiers habe ich Sie vor rund drei Jahren ausdrücklich aufmerksam gemacht. Dies in meiner Analyse des europäischen Haftbefehls und weiterer einschlägiger Entwicklungen, welche ich nachfolgend auszugsweise wiederhole und - wie das vorausgegangene Rundschreiben i.S. Abwehrmassnahmen (www.solami.com/oecdcirc.htm) - Ihrer besonderen Aufmerksamkeit anempfehle:
Es verdient sodann geprüft zu werden, wo die Entwicklung innerhalb
der Europäischen Union tatsächlich hingeht: ob für alle
Mitglieder im Einklang mit dem EU-Grundvertrag und mit Artikel
30 der Wiener Vertragsrechts-Konvention, oder ob je nach mangelndem
politischem Gewicht und Verhandlungsgeschick gemäss den einebnenden
Vorgaben gewisser Kreise und ihrer Zudiener zu "Brüssel".
Der am 13.Juni 2002 vom Rat der Europäischen Union verabschiedete
und bereits europa-weit praktizierte Europäische
Haftbefehl lässt kaum gutes ahnen. Denn er stellt
einen Rückschritt in der Entwicklung des Strafrechts, ja sogar
einen Abbruch zivilisatorischer Errungenschaften dar, widerspricht
er doch in wesentlichen Punkten bestehenden Verfassungsgarantien
(z.B. Auslieferungsschutz der eigenen Bürger gemäss nationaler
Verfassungsbestimmungen, z.B. Oesterreich,
Art.16 al.2 des im Jahre 2000 umstrittenerweise und vorauseilend angepassten
deutschen
Grundgesetzes, und Art.33 al.1 der portugiesischen Verfassung; kein
Rekursrecht, keine Prüfung der Einhaltung der Menschenrechte
durch verfassungsmässigen Richter, nur Recht auf Vernehmung
durch Justizbehörden; der Verhaftete hat zwar "Anspruch
darauf, einen Rechtsbeistand und einen Dolmetscher hinzuzuziehen",
ersterer ist aber quasi darauf beschränkt, dem Klienten sein Recht
zu erläutern, dass er seiner "Übergabe
an die ausstellende Justizbehörde zustimmen kann", und dass er
u.U. auch "vorübergehend"
an die nachsuchende Justizbehörde überstellt werden kann).
Soweit erkennbar wurde der EU-Haftbefehl von keinem verfassungsmässigen
Gesetzgeber je geprüft und gebilligt. Darüber hinaus
gleicht er insoweit dem amerikanischen Patriot Act, als er bedeutende
Souveränitätsprinzipien
missachtet oder verletzt (z.B. Auslieferung nur bei doppelter, gegebenenfalls
dreifacher Strafbarkeit, d.h. nur bei Tatbeständen die auch vom
Strafrecht jenes Staates geahndet werden, wo die Tat begangen worden sein
soll. Dies könnte z.B. in Fällen
angeblicher
Steuerhinterziehung für auslandsreisende Schweizer
Bankiers, Treuhänder und Anwälte verhängnisvoll
werden. Denn die "Wäsche
von Erträgen aus Straftaten" ist in der Liste von 32 besonders
schwerwiegenden Straftatbeständen ausdrücklich aufgeführt,
ohne dass die damit abgedeckten Straftaten beschränkt wären.
Auch muss die angebliche Straftat nicht in jenem Land erfolgt sein, wo
der EU-Haftbefehl ausgestellt worden ist. Ordentliche Schweizer Bankpraktiken,
wie Verwaltung ausländischer Gelder die fremder Kontrolle, Besteuerung
oder Konfiskation entzogen worden sein mögen, könnten sodann
wirksam ins Fadenkreuz unbefriedigter ausländischer Strafverfolger
kommen, insbesondere nach dem notorisch
gewordenen Modell, welches ein dienstbeflissener ehemaliger
Schweizer
Bundesanwalt seinem amerikanischen Kollegen schon 1981 an die Hand
gegeben hat. Der genannte Rahmenbeschluss
des EU-Rates sieht nämlich eine obligatorische Übergabe
vor für jede per EU-Haftbefehl oder sonst im Schengener
Informationssystem (SIS) ausgeschriebene Person, und dies auch
"ohne Überprüfung
des Vorliegens der beiderseitigen Strafbarkeit", und besonders
im Falle von "Steuer-,
Zoll- und Währungsangelegenheiten").
Mit freundlichen Grüssen
Anton Keller, Sekretär, Schweizer Investorenschutz-Vereinigung 022-7400362 swissbit@solami.com
Neue Identität aufgeflogen?
Von Wolfgang Frey
Die neue Identität des Liechtensteiner Datendiebs Heinrich Kieber ist offenbar aufgeflogen: Wie das deutsche Boulevardblatt «Bild» berichtet, fiel die Überweisung seines Millionenhonorars vom BND wegen Geldwäscheverdachts auf.Heinrich Kieber hat Deutschlands Finanzminister Peer Steinbrück zum «Geschäft seines Lebens» verholfen, dem Steuerhinterzieher und Ex-Chef der Deutschen Post AG, Klaus Zumwinkel zu einer Bewährungsstrafe, und dem Fürstentum Liechtenstein zur grössten Steueraffäre seit Treuhändergedenken. Fünf Millionen Euro soll Kieber vom deutschen Bundesnachrichtendienst (BND) für eine DVD mit Kundendaten der LGT Treuhand bekommen haben, Steinbrück erwartet sich aus der Auswertung 300 Millionen Euro an hinterzogenen Steuern, allein von Zumwinkel hat er bereits einen Millionenbetrag kassiert, und der BND verschaffte Kieber angeblich eine neue Identität.
Transaktion aufgeflogen
Abzüglich der «Spitzelsteuer» von zehn Prozent, wurden
Kieber angeblich 4,5 Millionen Euro überwiesen – ein Betrag, der allein
wegen seiner Höhe auch bei deutschen Banken aus Gründen der Sorgfaltspflicht
auf mögliche Geldwäscheaktivitäten überprüft werden
muss. Und dabei, so schreibt die «Bild»-Zeitung, «bei
einer ganz normalen Geldwäschekontrolle der Commerzbank» sei
die Millionen-Transaktion einer BND-Tarnfirma an Kieber aufgefallen. Offenbar
fand diese Transaktion zugunsten Kiebers neuer Identität statt. «Bild»
schreibt jedenfalls: «Jetzt kennen Polizei und Staatsanwaltschaft
den neuen Namen und die Adresse von Kiebers Versteck.»
Da Kieber von der Liechtensteiner Polizei wegen des Verdachts des Verbrechens
der Auskundschaftung von Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen zugunsten
des Auslands und des Vergehens des Datendiebstahls per internationalem
Haftbefehl gesucht wird, müsse er nun «mit seiner Verhaftung
rechnen».
Schliesslich, so die Argumentation, sei die neue Identität Kiebers
nun auch den Bankmitarbeitern, Staatsanwaltschaft und Polizei bekannt.
Entsprechend sei es ein Leichtes, dem entsprechenden Land, wo er Zuflucht
gesucht hat, einen Tipp zu geben.
«Neue Panne beim BND»
Die Zeitung spricht denn auch offen von einer «neuen Panne beim
BND», der ohnehin immer wieder wegen missglückter Operationen
in den deutschen Schlagzeilen ist. Der deutsche Auslandsgeheimdienst habe
es nicht einmal geschafft, Kiebers neue Identität umfassend
zu schützen, heisst es.
In Deutschland stösst Liechtenstein mit seinem Rechtshilfebegehr
in Sachen Kieber bislang auf Granit. Im März lehnte es Deutschland
offiziell ab, Liechtenstein Rechtshilfe zu leisten. Die Bochumer Schwerpunkt-Staatsanwaltschaft
begründete die Ablehnung laut «Bild» mit Hinweis
auf das «deutsche Steuergeheimnis».
Verschiedene Staatsanwaltschaften in Deutschland wollten den Bericht
der Zeitung ebensowenig bestätigen wie die Commerzbank.