Labor matters








26.Sep 11    Krise vernichtet in Industrieländern über 13 Millionen Jobs, NZZ Online (Reuters)




NZZ Online (Reuters)    26. September 2011, 16:28

Krise vernichtet in Industrieländern über 13 Millionen Jobs
Gemäss einer OECD-Studie steigt der Anteil der arbeitslosen Jungen

Die Finanzkrise hat seit 2007 weltweit über 13 Millionen Jobs vernichtet. Junge Arbeitnehmer sind vom Abbau besonders betroffen, wie eine Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) aufzeigt. In den 34 Mitgliedstaaten gibt es 44 Millionen Arbeitslose.
In den Industrieländern sind nach Angaben der OECD seit Ausbruch der Finanzkrise 2007 mehr als 13 Millionen Arbeitsplätze vernichtet worden. «OECD-weit waren damit im Juni dieses Jahres mehr als 44 Millionen Menschen arbeitslos, viele von ihnen bereits seit mehr als zwölf Monaten», teilte die 34 Mitgliedstaaten zählende Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Montag mit. Nur in Deutschland und Chile gebe es heute eine niedrigere Arbeitslosenquote als vor Krisenbeginn. «Hatte sich die Situation im Jahr 2010 in vielen Regionen etwas entspannt, so macht das jüngst wieder gedrosselte Wirtschaftswachstum die kurzzeitigen Gewinne zunichte», hiess es.

Immer mehr berfristete Verträge
Auch faire und hochwertige Jobs seien insbesondere für junge Arbeitnehmer seltener geworden. «Mehr und mehr Menschen erhalten nur noch befristete Verträge, die - anders als früher üblich - in eine Sackgasse führen statt als Sprungbrett für eine dauerhafte Beschäftigung zu dienen», beklagte die OECD. Problematisch sei zudem die hohe Langzeitarbeitslosigkeit. Sie habe sich seit 2007 in einigen Ländern verdoppelt, in den USA sogar verdreifacht. «Deutschland ist zwar auch hier eines der wenigen Länder mit einem positiven Trend», erklärte die OECD. «Dafür liegt der Anteil der Menschen, die ein Jahr oder länger keine Arbeit gefunden haben, mit 47 Prozent aller Arbeitslosen sehr hoch.»

Im OECD-Schnitt habe die Gruppe der junge Leute zwischen 15 und 24 Jahren dagegen mit am stärksten unter dem Einbruch auf dem Arbeitsmarkt gelitten. Ihre Beschäftigungszahl sei um zehn Prozent geschrumpft. «Ähnlich schwerwiegend waren die Auswirkungen für Geringqualifizierte», hiess es. Ende 2010 seien mehr als 22 Millionen junge Leute innerhalb der OECD weder in Ausbildung, noch in einem Job gewesen. Die Organisation fordert deshalb eine bessere frühkindliche Bildung, «und das speziell für Kinder aus sozial benachteiligten Familien».

Die Beschäftigung der Männer sei im OECD-Durchschnitt mit 2,7 Prozent besonders kräftig zurückgegangen, die der Frauen dagegen nur um 0,6 Prozent.