Eingereichter Text
Der Bundesrat wird aufgefordert
Rechts- und Amtshilfe nur Staaten mit vergleichbarer Rechtsstruktur zu
gewähren, welche den Grundsatz der "Neutralität
und Unabhängigkeit der Schweiz von allen fremden Einflüssen"
respektieren, striktes Gegenrecht halten und Schweizer Souveränitätsrechte
auf allen Staatsstufen voll respektieren. Hiesige Informationen dürfen
nicht mit hierzulande unrechtmässigen Mitteln beschafft,
und quasi als Hehlerei von Staates wegen, dort verwendet werden,
auch nicht zu Besteuerungszwecken; das Spezialitätenprinzip, die Bedingung
der beiderseitigen Strafbarkeit, etc. sind unvereinbar mit Beugehaft,
Beugebussen, Nötigung, Passentzug, Ausreisesperre, Kronzeugenanreizen,
unautorisierter elektronischer Überwachung, etc.
Zur wirksamen und nachhaltigen
Verhinderung, Abwehr und Neutralisierung ausländischer Rechtsübergriffe
in schweizerische Hoheitsgebiete, insbesondere zum Schutz der schweizerischen
Souveränität, Sicherheit oder ähnlicher wesentlicher Interessen,
sind alle notwendigen Massnahmen zu ergreifen, insbesondere auch für
deren getreue Beachtung auf allen landesinternen Stufen. Dazu gehört
die Überprüfung bestehender Staatsverträge (z.B. Anti-Terrorismus-Vereinbarung:
SR 0.362.336.1), sowie die Wiedereinsetzung der "Beratenden Kommission"
(Botschaft
12071), welche von Amtes wegen oder auf Gesuch hin sämtliche einschlägigen
Rechtsvorgänge im In- und Ausland auf ihre Vereinbarkeit mit dem schweizerischen
Recht zu überprüfen hat. Als Ausführungsorgan zu den Artikeln
3
Ziffer 1a und 25
des
Rechtshilfeabkommens
Schweiz-USA vom 25. Mai 1973 (SR
0.351.933.6) soll diese Kommission von Amtes wegen auch dafür
Gewähr leisten, dass jedes amerikanische Rechts- oder Amtshilfebegehren
strikte im Einklang mit der schweizerischen Souveränität, Sicherheit
und anderen wesentlichen Interessen abgewickelt, oder allenfalls auch nicht
auf Schleichwegen oder hinter irgendeinem Vorwand erfüllt wird.
Begründung
Die Übergriffe fremder, vor allem amerikanischer Beamter und Richter
in schweizerische Hoheitsrechte und Interessengebiete haben nicht nur Tradition;
sie wurden und werden weiterhin durch eigenes
Tun und Lassen begünstigt (www.solami.com/walderbsi.htm | .../impulse.htm
| .../QI.htm). Dies ist kein
Erfolgsrezept, auch nicht für die Zukunft unseres Staates und unserer
Wirtschaft, und bedarf wohlbedachter und nachhaltiger Korrekturmassnahmen.
Denn es betrifft nicht nur die Bankenwelt
(.../finma.htm | .../lexhelvetica.htm),
sondern auch die Genfer
Konventionen, unsere Guten Dienste, den Schweizer Luftraum, und damit
auch unsere Neutralitätsrechte und -pflichten (.../ciaprisons.htm).
Beispiele: anlässlich des amerikanischen Nationalfeiertags vom 4.Juli
2006 wies das Bundesgericht eine Beschwerde ab gegen die Offenlegung
von Banktransaktionen zugunsten angeblicher terroristischer Vorkehren
(1A.99.2006). Die "hinreichend
verständlich formulierten" Vermutungen und Behauptungen der amerikanischen
Gesuchsteller - so das Bundesgericht - genügten um, im Sinne des Rechtshilfevertrags
von 1973 und zur Vermeidung einer "unzulässigen
Beweisausforschung", "die Existenz einer vernünftigen Annahme
zu überprüfen". Es sei im übrigen auch nicht nötig,
den vorgebrachten Verdacht mit Beweisen zu stützen, "oder auch
nur glaubhaft zu machen" (die authentische deutsche Vertragsversion
setzt allerdings einen "begründeten Verdacht" voraus, in Anlehnung
an die entsprechende Formulierung im CH-USA Vertrag von 1850: "genügend
begründet und durch die nöthigen Aktenstücke unterstüzt").
Entsprechende Nachfragen bei der im Bundesamt für Justiz zuständigen
Zentralstelle
USA haben ergeben, dass das Vertrauensprinzip auf zwischenstaatlicher
Ebene einer ernsthaften Hinterfragung der jeweils bloss formgerecht geltend
zu machenden Straftatsvermutungen entgegenstehen soll, und dass
die seit Jahren dergestalt geübte Rechtshilfepraxis gegenüber
den USA auch auf Bundesgerichtsentscheide abgestützt sei.
Ernst zu nehmende, mahnende Stimmen gab und gibt es einige. Z.B. der PUK-Bericht
"Vorkommnisse im EJPD" vom 22. November 1989 (BBl 1990 I
747, S.753,89.006),
wo die "geradezu willfährige Haltung der
Bundesanwaltschaft gegenüber der DEA" (US
Drogenbehörde) gerügt wird. Carlo
Schmid mahnte im Ständerat am
1 Juni 2004:"... die USA sind im Moment
kein Rechtsstaat nach unserem Standard."
(AB 2004 S 174: www.solami.com/wicki.htm#Schmid).
Instruktiv sind auch die meist beschwichtigenden Antworten auf parlamentarische
Vorstösse, z.B. zur Motion Früh 84.400
"Wahrung
der Schweizer Souveränität" (.../motionfrueh.htm);
Interpellation Oehen 85.344 "Entraide
judiciaire internationale en matière pénale" (.../rechtsbeihilfe.htm#Texte);
Fragestunde
"Rechtshilfeabkommen.
Missbrauch" (.../rechtsbeihilfe.htm#Missbrauch);
Eingabe
an Bundesrätin Kopp "Vorzeitige
Rechtshilfe" (.../rechtsbeihilfe.htm#KOPP); Interpellation Spielmann
03.3487
"Wirtschaftliche
Kriegsführung der USA gegen die Schweiz?" (.../warfare.htm);
Frage Günter 03.5190 "USA
erpressen Daten von Swiss" (.../guenter.htm).
Auch
die Rechtsliteratur liefert aufschlussreiches Anschauungsmaterial darüber
was i.S. Vertretung wesentlicher Schweizer Interessen aus dem Ruder läuft
und Handlungsbedarf anzeigt: Peter Popp, "Gewährt
die Schweiz einem anderen Staat Rechtshilfe, wenn kein Verdacht einer Straftat
vorliegt?" Anwalts-Revue
10/2001, 6f (.../rechtsbeihilfe.htm#Popp); Dominique Poncet et
Vincent Solari, "Coopération judiciaire
en matière pénale en l'absence de prévention suffisante",
Revue
de l'avocat, 10/2001, p.7ss (.../rechtsbeihilfe.htm#Poncet);
Martin Schubarth
"Zur
Problematik der schweizerischen Praxis betreffend die Gewährung von
Rechtshilfe an die USA", Kurzgutachten 28.10.06 (.../schubarth.htm);
"Sovereignty
Principles & Extradition Aberrations", SIPA (.../extradition.htm);
Beat Brenner, "Schweizer
Antworten auf amerikanische Ideen", NZZ,
7./8.
Juli 87 (.../walderbsi.htm#Hohn); Richard Anderegg, "Luttons
contre les forces hostiles au secret bancaire!," AGEFI, 4
Jan 00 (.../swissbanks.htm#forces); EFD-Bewilligung
gemäss Art.271 StGB, 7 Nov 00 (.../QI.htm#271); QI
Regulations: das trojanische Pferd für fremde Richter, ASDI/SIPA,
24 Nov 00 (.../QI.htm#Richter); NR
LUZI STAMM schreibt an die Schweizerische Bankiervereinigung, 13.Dez
00 (.../swissbanks.htm#STAMM); Richard Anderegg,
"Les Suisses se sont mis
à plat ventre devant les exigences américaines, AGEFI,
7 mar 01 (.../QI.htm#ventre); Denis Masmejan,
"Le
Tribunal fédéral soupçonné d'être trop
favorable au fisc", Le Temps, 26 avril 2005 (.../swissbanks.htm#trop);
.../haftbefehl.htm;
.../extradition.htm;
Claude Baumann, "Überdruck
aus Amerika", Weltwoche 5.6.08 (swissbanks.htm#erpressbar);
Iconoclast "How
not
to react to US pressures on Bank Secrecy, Iran, etc." (.../diamantball.htm#servile).
Nationalrat - Frühjahrssession
2011 - Vierte Sitzung - 02.03.11-15h00
Conseil national - Session de printemps
2011 - Quatrième séance - 02.03.11-15h00
09.3452
Motion Freysinger Oskar. Lex Helvetica
Freysinger Oskar (V, VS):
Cette motion a été déposée lors de cette fameuse
affaire de l'accord UBS/Etats-Unis où le Parlement a été
mis devant le fait accompli, le gouvernement ayant pris une décision
contraire à la législation suisse. Nous avons dû par
la suite modifier la loi pour qu'elle corresponde à la décision
de notre gouvernement, qui avait évidemment livré des données
sensibles aux Etats-Unis. C'est ce qui a déclenché le dépôt
de cette motion, par laquelle je demande au Conseil fédéral
de n'accorder l'entraide judiciaire et l'entraide administrative en matière
fiscale qu'aux Etats ayant une structure juridique comparable à
la Suisse, qui respectent le principe de la neutralité de la Suisse
et de son indépendance de toute influence étrangère,
qui observent une stricte réciprocité et qui respectent pleinement
la souveraineté de la Suisse à tous les niveaux de l'Etat.
Les informations dont dispose notre pays ne doivent pas être obtenues
par des moyens illicites au regard de notre législation ni être
utilisés par l'Etat d'une manière qui ressemble fort au recel,
y compris à des fins d'imposition.
Afin d'empêcher, de prévenir
et de neutraliser efficacement et durablement les violations du droit étrangères
commises sur le territoire suisse, il faut prendre toutes les mesures qui
s'imposent et veiller notamment à ce que l'ensemble de ces intérêts
soient défendus loyalement à tous les niveaux d'organisation
du pays. Je demande donc de réintroduire la "commission consultative",
selon le message no 12 071 du Conseil fédéral à l'Assemblée
fédérale (FF 1974 II 632), qui examinera d'office ou sur
demande toutes les mesures juridiques pertinentes prises en Suisse ou à
l'étranger pour vérifier qu'elles sont compatibles avec le
droit suisse. Cette commission contrôlera d'office que toute demande
d'entraide judiciaire ou administrative est traitée dans le strict
respect de la souveraineté, de la sécurité et des
autres intérêts importants de la Suisse ou, au besoin, que
cette demande n'est pas acceptée par une voie détournée
ou sous un prétexte quelconque.
Ainsi nous aurions, nous parlementaires,
un plus grand contrôle sur notre exécutif qui, en tout cas
dans l'affaire avec les Etats-Unis qui nous a divisés, a pris des
libertés par rapport à notre législation qui sont
intolérables.
Sommaruga Simonetta, Bundesrätin:
Der Motionär verlangt, dass die Amts- und Rechtshilfeverfahren der
Schweiz auf Staaten beschränkt werden, die rechtsstaatliche Grundsätze
kennen, welche mit jenen in der Schweiz vergleichbar sind. Aus Sicht des
Bundesrates drängten sich die verlangten Massnahmen nicht auf, weil
das geltende Recht bereits mehrere Klauseln hat, die in Rechts- und Amtshilfeverfahren
zu einer Verweigerung der Zusammenarbeit führen können. Die Schweiz
hat bereits heute die Möglichkeit, die Rechtshilfe abzulehnen, wenn
der Vollzug des ausländischen Ersuchens wesentliche schweizerische
Interessen verletzen könnte oder wenn Anhaltspunkte vorliegen, dass
das ausländische Verfahren elementare rechtsstaatliche Grundsätze
oder Menschenrechte verletzt. Zudem besteht die Möglichkeit, die Zusammenarbeit
an Auflagen zu knüpfen. Wenn diese nicht erfüllt werden, kann
auch dies zur Ablehnung des Ersuchens führen.
Ein weiterer Grundsatz ist die Gegenseitigkeit.
Er kommt auch im Amtshilfeverfahren zum Tragen und soll einseitigen Massnahmen
vorbeugen. Ferner kann die Amtshilfe bei Verletzung des Grundsatzes von
Treu und Glauben auch verweigert werden.
Der Bundesrat ist überzeugt, dass
die Schweiz über das nötige Instrumentarium verfügt, um
im Einzelfall von der Zusammenarbeit in Rechts- und Amtshilfeverfahren
abzusehen. Mit dem geltenden Rechtsmittelverfahren ist ausserdem auch ein
Kontrollmechanismus gewährleistet. Für zusätzliche Massnahmen
sieht der Bundesrat keinen Handlungsbedarf.
Er beantragt deshalb die Ablehnung der
Motion.
Freysinger Oskar (V, VS):
Frau Bundesrätin, Sie waren damals nicht in der Regierung, als das
passiert ist, aber wie erklären Sie sich, dass trotz all dieser Mechanismen
dieser unselige Deal gemacht wurde, ohne den Respekt schliesslich unseres
eigenen Gesetzes, und dass das Parlament das dann nachträglich gutheissen
musste? Wie erklären Sie sich das, wenn die Instrumente genügen?
Sommaruga Simonetta, Bundesrätin:
Ich gehe davon aus, dass der Bundesrat freiwillig gehandelt und entschieden
hat, dass dieser Weg in einer schwierigen Situation der für unser
Land beste war.
Abstimmung - Vote
(namentlich
- nominatif; Beilage - Annexe 09.3452/5084)
Für Annahme der Motion ... 51 Stimmen
Dagegen ... 118 Stimmen
BG-RVUS: SR-331.93, Botschaft 12071 vom 28 August 1974
email du 30 mai 2008 à quelques amis:
Je vous
remercie bien pour la version electronique de votre article "Le
Tribunal fédéral soupçonné d'être trop
favorable au fisc", Le Temps, 26 avril 2005. Tout comme l'article
classique de Beat Brenner "Schweizer
Antworten auf amerikanische Ideen" (Neue Zürcher Zeitung du
7./8.
Juli 87), votre contribution reste d'actualité, est très
appréciée et - face aux pressions redevenues inadmissibles
de la part de quelques fonctionnaires américains dans le cas de
l'UBS - encourage des attentes pour un follow-up approprié. Cela
surtout en vue de la réactivation proposée
de la Commission
consultative liée au crucial
art.3 du traité
sur l’entraide judiciaire en matière pénale CH-US du
25.5.1973 (RS 0.351.933.6),
et préconisée explicitement dans la version originale des
articles 6 et 20 du LTEJUS
(loi fédérale sur ce traité) du 3.10.75 (SR 351.93).
Car il me semble que notamment cette commission se prêterait opportunément
pour parer efficacement contre de tels abus et mépris de nos institutions
et de notre souveraineté.
Votre
article est maintenant mentionné à l'adresse: www.solami.com/rechtsbeihilfe.htm#Masmejan;
il est intégré à: .../swissbanks.htm#trop.
Autres sites qui pourraient
vous intéresser dans ce contexte:
.../FINMAG.htm
(sur les aritcles 9 et 42), .../dietzi.htm,
.../schubarth.htm,
.../wicki.htm,
.../rechtshilfe.htm,
et .../diamantball.htm.
Avec mes meilleurs sentiments, je reste volontier à votre disposition
pour tout complément d'information éventuel.
Anton
Keller, secrétaire, Association suisse de défense des
investisseurs
022-7400362
079-6047707 swissbit@solami.com