von Pierre Mirabaud, Mirabaud
& Cie, Banquiers Privés, Genf
Finanz und Wirtschaft, 4.Mai 2002
Die Dimensionen sind eindrücklich: Auf dem Finanzplatz Schweiz arbeiten rund 230000 Menschen, er generiert fast 15% des Bruttoinlandprodukts, was jeden siebten Franken bedeutet, und er ist der weitaus wichtigste Wirtschaftssektor. Er trägt mit 25 Mrd. Fr. über 20% zu den Fiskaleinnahmen von Bund, Kantonen und Gemeinden bei und beschert der Wirtschaft und den Privaten im internationalen Vergleich halb so hohe mittelfristige Zinsen, was eine konkurrenzlos kostengünstige Versorgung mit Kapital bedeutet. Dies sind einige wenige Blitzlichter, die aufzeigen, was auf dem Spiele steht, wenn mit unserem Finanzplatz Experimente gemacht werden und der ausländische Druck und nicht die Interessen unseres Landes sein Schicksal zu bestimmen beginnt.
Existenzielle Fragen
Der Finanzplatz ist ein empfindliches System. Es besteht aus der sprichwörtlichen politischen Berechenbarkeit der Schweiz, auf der das Vertrauen der in- und ausländischen Kunden basiert, auf einer eigenen soliden Währung, auf dem sensiblen Respekt für die Privatsphäre durch staatliche Instanzen und durch die Finanzinstitute sowie auf einer hohen fachlichen Kompetenz der auf dem Finanzplatz tätigen Akteure. Trotz dieser im Grunde genommen evidenten Zusammenhänge hat der Finanzplatz immer schon unter einem ständigen Erklärungsproblem gelitten. Er muss mit dem Nachteil leben, intangible Produkte zu schaffen, keine Maschinen, keine chemischen Substanzen, keine Textilien oder Kartoffeln, sondern hochkomplexe Finanzdienstleistungen. Es ist besonders den Banken nur teilweise gelungen, diese Zusammenhänge ins Volk zu tragen.
Der Finanzplatz ist schwer kommunizierbar, aber in seiner Bedeutung für Land und Wirtschaft omnipräsent. Es gibt nur einige wenige Finanzplätze, denen eine weltweite Bedeutung attestiert wird: New York, London, Singapur, vielleicht Hongkong, vielleicht Frankfurt, und die Schweiz. So werden bei uns rund 30% des weltweiten Vermögensverwaltungsgeschäfts abgewickelt. Angesichts der enormen Beweglichkeit des Kapitals herrscht zwischen den Finanzplätzen zunehmend ein harter Wettbewerb, was den Kampf um die Zukunft unseres Finanzplatzes zu einem unerhört volkswirtschaftlichen Thema werden und die damit verbundenen legitimen Partikularinteressen in den Hintergrund rücken lässt.
Der Finanzplatz sieht sich einem hohen Druck ausgesetzt. Dieser gründet im Wettbewerb unter den Finanzplätzen und hat seinen Ursprung vor allem in der Jagd nach Steuersubstrat. Diese Pressionen werden regelmässig mit dem Kampf gegen Geldwäscherei, das organisierte Verbrechen und den Terrorismus begründet und getarnt. Sie sind von einer Intensität, die weit über die Interessen der Banken und des Finanzplatzes hinausführt, und tangieren existenzielle Fragen unseres Staatsverständnisses, des Verhältnisses zwischen Bürger und Staat, unseres Rechtsstaates und unseres Steuersystems. Sie haben eine Tragweite, die heute kaum auszuloten ist. Damit verbunden sind jedenfalls die Zukunft und Würde des Zusammenlebens der Schweiz mit der EU.
Ziel: Erosion des Finanzplatzes
Die Schweiz hat in den letzten Jahren weltweit wohl die strengsten Regeln gegen die Geldwäscherei, die organisierte Kriminalität und die so genannten Potentatengelder in Kraft gesetzt. Dies wird international auch anerkannt. Das Bankgeheimnis schützt keine Straftaten, weder Verbrechen noch Steuerbetrug. Nur ein sauberer Finanzplatz kann langfristig überleben. Kein Bankier kann ein Interesse daran haben, Steuerhinterziehung zu begünstigen, aber ebenso wenig darf ihm vom Staat oder von supranationalen Organisationen die Verantwortung aufgebürdet werden, die Steuerdisziplin der Kunden zu garantieren oder sogar zum verlängerten Arm des ausländischen Fiskus zu werden, zumal von Ländern mit hoher bis teilweise konfiskatorischer Steuerbelastung.
Im Gegensatz zu vielen anderen Staaten ist im Kleinstaat Schweiz das Verhältnis zwischen Bürger und Staat partnerschaftlich. Der Bürger stimmt über die von ihm zu entrichtenden Steuern ab, nimmt eine Selbstdeklaration vor, der Staat berücksichtigt seine Privatsphäre und geht strafrechtlich nur im Fall des Steuerbetrugs gegen ihn vor. Blosse Steuerhinterziehung, oft auch als «Irrtum» bezeichnet, verhindert er mit der Verrechnungssteuer und belegt sie mit empfindlichen Bussen. Es herrscht zwischen Gemeinden und Kantonen Steuerwettbewerb, was eine massvolle Steuerbelastung garantiert und sich auch auf die Bundesebene auswirkt.
Mit diesem System kann sich die Schweiz unter allen OECD-Staaten der weitaus kleinsten Quote Schwarzarbeit am Bruttoinlandprodukt rühmen, einer verhältnismässig zurückhaltenden Steuerbelastung und unterstützt durch die hohe Verrechnungssteuer einer guten Steuerdisziplin. Diese Situation trifft auf das Bestreben der uns umgebenden Hochsteuerländer, ihre Steuerhoheit und die damit verbundenen Regeln auf die Schweiz auszudehnen. Es geht nicht mehr um die Bekämpfung des organisierten Verbrechens, um Geldwäscherei, um Kampf gegen Terror. Hier werden der Schweiz international Bestnoten zugeschrieben.
Ziel ist die Erosion der Kraft des Finanzplatzes Schweiz einerseits und die Ausdehnung des eigenen Steuersubstrats andererseits. Dies wird ausgerechnet von den Ländern forciert, deren Steuerparadiese die Kanalinseln oder Monaco unantastbar zu sein scheinen. Gleichzeitig sind diese Staaten weder willens noch in der Lage, die Gründe der Steuerflucht aus ihren Ländern kritisch zu hinterfragen und zu beseitigen.
Eines der Vehikel und Anlass des Drucks sind die «Bilateralen VerhandlungenII» zwischen der EU und der Schweiz, die eindeutig weit mehr im Interesse der EU als der Schweiz liegen, obschon sie von der Schweiz teilweise so geführt werden, als hänge die Zukunft unseres Landes von ihnen ab. Die Schweizer Wirtschaft hat mit Ausnahme der Regelung der verarbeiteten Landwirtschaftsprodukte kaum ein Interesse daran: Schon gar nicht rechtfertigte die Einführung der Einheitslizenz im Dienstleistungsbereich die Aufgabe der finanziellen Privatsphäre in der Schweiz. Und der Beitritt zu Schengen/Dublin ist vor allem auf kantonaler Ebene durch die damit verbundene Abgabe von hoheitlichen Funktionen hart umstritten. Es ist ja gerade unser Föderalismus, der die polizeiliche Zusammenarbeit erschwert.
Gegen die Einführung eines supranationalen Polizeisystems Schengen/Dublin sprechen auch der Umstand, dass die internationale Kooperation im Polizeiwesen trotzdem recht gut zu funktionieren scheint nicht zuletzt angesichts der in der Regel parallel verlaufenden Interessen sowie die Tatsache, dass die Schweiz heute von täglich rund 500000 Grenzübertritten nur 3% nämlich vor allem auf den Flughäfen kontrolliert und damit sehr gut leben kann. Demgegenüber zeigt Schengen/Dublin in der EU eine teilweise lamentable Wirkung. Die mutwillig inszenierte Nachlässigkeit der Franzosen in der Behandlung von Asylsuchenden und deren faktische Weiterspedierung durch den Kanaltunnel nach England zeigen, was Schengen/Dublin wert ist. Realität und Wunschdenken klaffen weit auseinander, eine Mentalität, die gerade der Schweiz mit ihrem spröden Pflichtbewusstsein fremd ist.
Ende der Privatsphäre
Aus der Sicht und Interessenlage der EU bildet das Steuerbetrugsdossier den Kern der Verhandlungspunkte. Die EU verlangt von der Schweiz, auf den Grundsatz der doppelten Strafbarkeit zu verzichten und Rechts- und Amtshilfe auch dann zu leisten, wenn ein Tatbestand nur nach EU-Recht, nicht aber nach schweizerischer Gesetzgebung strafrechtlich relevant ist. Die schweizerischen Instanzen hätten sich folglich am ausländischen Recht zu orientieren, und das schweizerische Straf- oder Verwaltungsrecht würde ausgeschaltet.
Erschwerend ist die Absicht der EU, ein Steuerdelikt nach EU-Recht bereits eine einfache Steuerhinterziehung folglich als Vorbereitung zur Geldwäscherei zu qualifizieren, wodurch weitergehenden Verfolgungsmöglichkeiten der Weg geebnet würde. Da die EU-Amtshilfe keine aufschiebende Wirkung ermöglicht und die Untersuchungsmassnahmen sofort realisiert werden können, ist damit ein empfindlicher Abbau des Schutzes der Privatsphäre verbunden. Es besteht auch der Wunsch, Konten zu überwachen und Meldeverfahren einzuführen.
Zentraler Verhandlungsgegenstand ist besonders die grundsätzlich bereits beschlossene Einführung eines automatischen Informationsaustauschs zwischen den EU-Staaten über Zinserträge von Guthaben von EU-Bürgern in anderen Mitgliedstaaten als dem Wohnsitzstaat. Dieses System in der EU in Vorbereitung soll durch einen bilateralen Vertrag auch auf die Schweiz ausgedehnt werden. Die EU mobilisiert dazu ausser hohem Druck auch deutlich ihr Prestige.
Die Realisierung der Verhandlungsposition der EU bedeutete das Ende der finanziellen Privatsphäre und des Bankgeheimnisses in unserem Land. Die Schweiz hat bis anhin mit mässigem Erfolg die Einführung einer verrechnungssteuerähnlichen Zahlstellensteuer angeboten, was eine unüblich weitgehende Offerte und eine Geste des guten Willens darstellt. Es wäre wohl das erste Mal, dass ein Land für andere Staaten nicht nur eine Steuer einführt, sondern für sie die Steuergelder auch eintreibt.
Gleichzeitig beabsichtigt die EU, den Tatbestand des Zollbetrugs, vor allem ausgehend vom Zigarettenschmuggel, im Bereich der direkten Steuern wie Betrug zu behandeln und so auch die Steuerhinterziehung zu erfassen. Die Schweiz hat vorgeschlagen, eine abschliessende Liste von Zollvergehen zu erstellen, was die Rechtssicherheit garantierte, von der EU aber abgelehnt wird.
In der Schweiz kursierten in den letzten Wochen Gerüchte, die Rechts- und Amtshilfe auch im Fall des hier zu Lande nicht strafrechtlich relevanten Tatbestands der Steuerhinterziehung zu gewähren, sofern sich diese Hinterziehung auf die indirekten Steuern bezieht (Mehrwertsteuer, Tabaksteuer, Zölle etc.). Eine solche Regelung widerspricht dem fundamentalen Grundsatz der Einheitlichkeit des Steuerrechts und wäre mit kaum lösbaren praktischen Problemen verbunden. Zudem bedarf es keiner hellseherischen Fähigkeiten, um vorauszusehen, dass genau dieser Grundsatz in naher Zukunft beigezogen würde, um auch die direkten Steuern zu erfassen das Ende der finanziellen Privatsphäre.
Es ist instruktiv festzustellen, dass die neue EU-Richtlinie über Geldwäscherei bereits eine Steuerhinterziehung von 50000 Euro als Vorbereitung zur Geldwäscherei qualifizieren kann. Auf diese Weise wird ganz gezielt versucht, alle potenziell mit der Steuerflucht verbundenen Tatbestände zu kriminalisieren. Das Schengen/Dublin-Abkommen soll nach den Vorstellungen der EU so interpretiert werden, dass im Bedarfsfall auch Einsicht in die Bankdaten der betroffenen Personen genommen werden kann. Diese Massnahmen können dabei nicht mit aufschiebenden Rechtsmitteln gemildert werden, sondern es sollen Einsicht und Beschlagnahmungen sofort erfolgen können. Dieses Rechtsverständnis ist in seiner Radikalität und Absolutheit der Schweiz unbekannt. Mehr noch, es liegt darin ein Mentalitätswandel, dem in der Schweiz mit ihrer urdemokratischen Tradition und ihrem liberalen Staatsgedanken das Prädikat «dramatisch» durchaus zukommt.
Hinter diesen Absichten steht das Ansinnen der EU, die Schweiz zu zwingen, das gegenwärtige und zukünftige EU-Recht zu übernehmen. Offenbar hat man in Brüssel genug von Einzellösungen mit der Schweiz und schweizerischen Rechtsspezifitäten und will den eigenbrötlerischen und widerborstigen kleinen Verhandlungspartner ein für allemal einbinden. Damit verbunden sind eine dauerhafte Satellisierung unseres Landes und unweigerlich eine stetige Erosion unserer Traditionen und unseres Rechtssystems.
Die Satellisierung soll am Finanzplatz ausexerziert werden und wird schwere Schäden verursachen. Es wäre aber naiv, nicht vorauszusehen, dass sich dies auch in anderen Bereichen, wo die Schweiz noch über Wettbewerbsvorteile verfügt, wiederholen wird, beispielsweise in unserem liberalen Arbeitsmarkt, im Bereich der Sozialpartnerbeziehungen, in der Verkehrspolitik, in unserem noch einigermassen finanzierbaren Sozialsystem.
Die Satellisierung der Schweiz und ihre sektorielle langfristige Unterstellung unter die EU-Gesetzgebung, die Aushöhlung der Privatsphäre der Bürger, die drastische Änderung des Verhältnisses zwischen Bürger und Staat, die Hinwendung zum Polizei- und Fiskalstaat bedeuten Vorgänge, die ein fundamentales Überdenken unserer Integrationspolitik unerlässlich machen. Wenn der deutsche Wirtschaftsminister Müller in der Schweiz im Frühjahr 2002 erklärt hat, die Schweiz solle am besten so viele bilaterale Abkommen mit der EU abschliessen, dass sie den Beitritt schliesslich nicht mehr spüre, kann dies die Absicht der Satellisierung kaum mehr deutlicher ausdrücken.
Die bilateralen Abkommen hätten an sich, zumal nach der Abstimmung über den EWR (1992), den Charakter einer Alternative zum Beitritt zur Europäischen Union haben sollen. Die EU und vielleicht auch Teile des Bundesrats? hat ihren Sinn geändert und sie faktisch zu sektoriellen Beitrittsverhandlungen erklärt. Die EU ist im Zinsbesteuerungs- und Zolldossier in der Bittstellerposition, die Schweiz ist dies nur in den Bereichen Schengen/Dublin und anderen sekundären Themen. Daraus gilt es Schlüsse zu ziehen.
Der Bundesrat trägt die alleinige Verantwortung in der Konzipierung der schweizerischen Position. Mit grosser Besorgnis nimmt man die divergierenden und öffentlich zum Ausdruck gebrachten Haltungen unter Bundesräten zur Kenntnis, bedeuten diese doch eine erhebliche Schwächung der Verhandlungsposition der Schweiz. Mit grosser Besorgnis stellt man fest, dass der Bundesrat auch aus dem überdeutlichen Resultat der Abstimmung über die Volksinitiative «Ja zu Europa» keine Konsequenzen gezogen hat.
In dieses Kapitel gehört das fast zwanghafte Agieren einiger (Boulevard-)Medien, die Interessen der Schweiz und ihre Position zu unterminieren ein Verhalten übrigens, das man so in anderen Ländern kaum findet. Wenn der Bundesrat nun «innert nützlicher Frist» seine Lagebeurteilung vornehmen will, sei es auch einem Bürger erlaubt, dies zu tun. Die Güterabwägung zwischen den wenig bedeutenden Vorteilen, die eine Teilnahme an Schengen/Dublin bringen kann, und einigen weiteren kaum relevanten Erleichterungen einerseits und den in ihrer grundsätzlichen Bedeutung beängstigenden Auswirkungen auf unseren Staat und auf den Finanzplatz andererseits sollte nicht allzu schwer anzustellen sein.
Die Schweiz ist nicht zum Weiterverhandeln verdammt, sondern zu einer selbstbewussten Abwägung ihrer eigenen Interessen. Hier ist ein Abbruch der Verhandlungen durchaus ein Thema. Gänzlich verfehlt ist eine Politik, die schweizerische Wettbewerbsvorteile und positive Eigenheiten unseres Landes fast schamhaft preisgibt, anstatt stolz darum zu kämpfen.
* * *
LE TEMPS - Vendredi 26 avril 2002
Le devoir particulier que Charles
Pictet emmène à Madrid
Le vice-président d'economiesuisse est parti retrouver Pascal Couchepin dans la capitale espagnole avec, dans sa serviette, le projet d'initiative de l'UDC sur le secret bancaire.
Jean-Claude Péclet
Le banquier Charles Pictet, qui rejoignait jeudi Pascal Couchepin à Madrid, emmenait dans sa serviette un devoir particulier: un extrait de la Constitution fédérale dûment annoté de sa main plus précisément l'article 13 relatif à la protection de la sphère privée.
Officiellement, economiesuisse n'a pas pris position sur le projet, annoncé il y a quelques jours par l'UDC, de lancer une initiative inscrivant le secret bancaire dans le texte fondamental de la Suisse. Son vice-président Charles Pictet n'en salue pas moins sa «ligne claire, sans langue de bois. C'est un signal politique fort». Cela dit, il ne pense pas que l'initiative de l'UDC puisse être soutenue «sous cette forme». Un article ad hoc consacré au secret bancaire serait difficile à faire passer hors des frontières, où on attend des arguments éthiques et moraux particulièrement solides face au droit de regard accru que se sont arrogé les Etats-Unis surtout après les attentats du 11 septembre.
En revanche, l'article 13 de la Constitution offre matière à réflexion. Que dit-il? Que «toute personne a droit au respect de sa vie privée et familiale, de son domicile, de sa correspondance et des relations qu'elle établit par la poste et les télécommunications». Et aussi que «toute personne a le droit d'être protégée contre l'emploi abusif des données qui la concernent». Charles Pictet se demande si cette liste partielle ne pourrait pas être complétée dans d'autres domaines où la protection de la sphère privée a pris de l'importance au fil des ans. La médecine par exemple, ou les relations bancaires. «Si on veut aller dans le sens de l'UDC, il faut considérer le problème dans son ensemble», ajoute-t-il.
Quant à savoir si le moment est venu de faire le gros dos face
à l'Union européenne et de quitter, pourquoi pas, la table
des négociations, le vice-président d'economiesuisse ne se
prononce pas mais insiste sur le fait que «le Conseil fédéral
doit se montrer uni» et qu'«il faut parfois savoir sortir d'une
négociation si le partenaire se montre par trop rigide».
Alliée au Luxembourg, la Suisse se dirige vers
l'épreuve de force sur le secret bancaire
Sylvain Besson, Berne
Il y avait quelque chose de réconfortant pour la Suisse dans la visite officielle, jeudi, du couple grand-ducal luxembourgeois. Au-delà des traditionnelles protestations d'amitié, les deux pays ont profité de l'occasion pour réaffirmer leur «intérêt commun» dans les questions touchant leurs places financières. Une déclaration qui ne pouvait mieux tomber, à quelques jours de l'ouverture prévue des délicates négociations entre la Suisse et l'Union européenne (UE) sur la «fiscalité de l'épargne», autrement dit le secret bancaire.
Quel est cet «intérêt commun» entre les deux pays? Pour Kaspar Villiger, le ministre des Finances helvétique, il tient au fait que «les critiques qui leur sont adressées le sont souvent moins pour des raisons d'ordre moral que par jalousie». Les deux pays semblent aussi former une alliance implicite pour faire échouer l'un des grands projets européens du moment, l'échange d'informations bancaires entre pays pour combattre l'évasion fiscale. Le Luxembourg, membre de l'UE, accepte à contrecur le principe de cet échange, mais à condition que la Suisse s'engage à le pratiquer aussi. «Pas question d'entrer en matière», a répondu jeudi Joseph Deiss. Difficile, dans ces conditions, de se dire «optimiste» sur l'issue des futures négociations, comme le fait la ministre luxembourgeoise des Affaires étrangères, Lydie Polfer.
La communauté d'intérêt entre les deux pays ne se limite pas aux pourparlers entre la Suisse et l'UE. Au sein de l'Organisation de coopération et de développement économique (OCDE), ils s'opposent avec une poignée de paradis fiscaux à un autre projet «d'échange d'informations» qui obligerait les Etats à communiquer les données bancaires sur les clients qui fraudent le fisc. La semaine dernière, l'OCDE a pour la première fois évoqué explicitement la possibilité que des sanctions soient imposées à ses membres et aux paradis fiscaux qui s'obstineraient à refuser «l'échange d'informations», désormais élevé au rang de standard universel par l'organisation. La Suisse et le Luxembourg, qui sont membres de l'OCDE, se sont retirés des négociations sur le sujet en 1998 déjà.
A ces développements désagréables s'ajoute «l'effet 11 septembre». Depuis les attentats, les Etats-Unis se font les champions de la transparence financière et réclament dans diverses enceintes un «échange d'informations» accru. Pour les Américains, un accès rapide et facile aux informations bancaires, y compris à l'étranger, constitue l'arme absolue contre le financement du terrorisme.
Derrière toutes ces initiatives, c'est le noyau dur du secret bancaire qui est visé, c'est-à-dire le refus par la Suisse d'offrir aux administrations d'autres pays un accès simplifié aux comptes ouverts dans ses banques par des contribuables étrangers, hors des canaux traditionnels et lents de l'entraide judiciaire.
Dans ce contexte, la marge de manuvre du Conseil fédéral est extrêmement réduite, comme le montre son besoin de réexaminer le dossier de la fraude douanière (TVA, cigarettes), où des concessions sont nécessaires pour sortir de «l'impasse» constatée la semaine dernière. Sur le front intérieur, les milieux financiers estiment qu'il est préférable de suspendre les discussions avec Bruxelles plutôt que de céder un pouce de terrain sur le secret bancaire. La majorité du parlement semble les approuver. Et Kaspar Villiger ne paraît pas prêt à assouplir sa position, décrite il y a peu comme «complètement dure» dans son entourage.
«Rassurez-vous, explique cependant un haut fonctionnaire, on est actuellement dans une phase de confrontation; mais ensuite, les discussions avec l'UE vont commencer et on entrera dans la phase du compromis.» Le problème, c'est que l'on voit mal quel compromis pourrait satisfaire les milieux économiques, dont les représentants ont élevé ces derniers mois le secret bancaire au rang de véritable institution nationale.
Ainsi, tous les éléments d'une confrontation majeure entre
la Suisse et ses principaux partenaires économiques au sujet du
secret bancaire se mettent en place. Ce conflit a été prédit
de longue date par divers secteurs de l'administration fédérale.
Seule la forme qu'il prendra, et son issue, paraissent encore incertaines.
Cette situation rappelle étrangement celle des années 1945-46,
lorsque les Alliés réclamaient l'accès aux comptes
des banques suisses pour retrouver les avoirs volés par les nazis.
A l'époque, la Suisse s'en était tirée en versant
une compensation financière, sans rien concéder sur le terrain
de la confidentialité des comptes bancaires. Mais les relations
internationales d'alors étaient bien différentes: la guerre
froide avait vite fait oublier les querelles d'argent. Tout a changé
depuis. La Suisse n'est plus un allié précieux dans la lutte
contre le communisme et les questions liées à la transparence
financière ont acquis un degré de priorité inédit
en Europe et aux Etats-Unis. En outre, les grands pays ont développé
ces dernières années une technique qui s'est avérée
efficace pour faire plier les paradis fiscaux: la diffusion de «listes
noires» et l'imposition de mesures unilatérales, comme l'obligation
faite aux banques de signaler toutes les transactions avec certaines juridictions.
Il reste à la Suisse quelques mois pour échapper à
ce traitement humiliant.
Promotion de la place financière suisse
Daniel-Stanislas Miéville, Madrid
Il a également été question du secret bancaire jeudi à Madrid, où les banquiers suisses présentaient le «road show» à l'enseigne de «Swiss Plus-Financial Excellence».
La première étape de ce programme de promotion de la place financière suisse avait eu lieu en 1999 à Londres, lors de la crise de fonds en déshérence. Après des étapes plus calmes à Paris, Londres, Francfort et Milan, les banquiers ont renoué à Madrid avec les feux de l'actualité. La défense du secret bancaire fait partie intégrante de leur argumentaire.
Le message du président de l'Association suisse des banquiers, Georg
Krayer, a vu son impact renforcé jeudi par la présence de
Pascal Couchepin. Dans un castillan vivement apprécié par
les professionnels espagnols de la finance, le ministre de l'Economie lui
a donné une dimension politique. Si le secret bancaire n'est pas
négociable, la Suisse demeure en pointe dans la lutte contre la
criminalité et le blanchiment, tout en étant largement disposée
à une collaboration pragmatique avec l'Union européenne.
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