from: Anton
Keller, Secretary, Good Offices
Group of European Lawmakers
cp 2580 - 1211 Geneva 2 - Switzerland -
3 December 2001
t+f: +4122-7400362 - e: swissbit@solami.com
On the Palestinian issue, the interim idea never really caught on with the powers that be. Even though, since 1992, it has drawn sustained critical mass support among the members of the Mosul Vilayet Council (MVC; www.solami.com/mvc). It is based on the principle which was successfully applied by Andropov and his successors of the former Soviet Union: deprive your enemy of his enemy and your enemy will disappear! It would provide for the Palestinians and their Authority to adopt and execute a policy calling for and practising, as a rule, non-opposition to any and all of Israel's plans for the occupied territories, while focussing instead all their energies on developing what the MVC repeatedly offered to the Palestinian leadership, i.e. a "loaned homeland", a Hong Kong-type 99 year lease of the oil-bearing Diala district to the North of Baghdad, where the PLO could actually create an economically viable and internationally recognizable state. Without giving up any land title in, or other claim to any part of Palestine, those Palestinians wishing to temporarily leave Gaza, the West Bank and the refugee camps could settle in the Diyala, assisting in the UN-mandated administration of the Mosul Vilayet (www.solami.com/a33h.htm, .../HELMS.htm), helping to recover Iraq's lost generations (.../PLATO.htm), promoting a balanced diet for the Iraqi population (.../CERES.htm) and assisting in the rebuilding of Iraq's society (.../oilforfood.htm, .../babylon2.htm, .../arbil.htm).
Maybe this not only sounds but is outlandish; yet, what
alternative is there for temporarily, yet truely and healingly settling
over-lapping religious (.../slm.htm) and land
claims which, ever since the Ottoman Empire break-up, have festered in
the Middle East?
PS for Iraq, Iran and other Middle East-related
studies, see:
Official
documents and comments on Iraq's limited sovereignty
(www.solami.com/mvcindex ¦ .../3103.htm
¦ .../ray.htm)
Neue Zürcher Zeitung 10.Mai 2007
Palästinensische Vertriebene aus dem Irak ohne
Zuflucht
Hunderte sitzen entlang der syrisch-irakischen Grenze
fest
Während sie unter der Herrschaft Saddam Husseins einige Privilegien genossen, werden die Palästinenser im Irak seit der amerikanischen Invasion verfolgt. Mehr als die Hälfte von ihnen ist deshalb aus dem Zweistromland geflohen. Einige hundert sitzen an der Grenze zu Syrien und Jordanien fest. Aufnehmen will sie niemand.kw. Damaskus, im April
Die Revanche der Schiiten
Wie Raed Musa sind in den letzten Jahren Tausende
von Palästinensern aus dem Irak geflohen. Für einige von ihnen
ist es auch nicht das erste Mal, dass sie in die Flucht getrieben wurden.
Palästinenser fanden im Irak erstmals nach ihrer Vertreibung beim
arabisch-israelischen Krieg von 1948 Aufnahme. Weitere folgten nach dem
Sechstagekrieg im Jahr l967. Im Jahr 1992 wurden die Palästinenser
aus Kuwait vertrieben, weil der palästinensische Führer Arafat
die irakische Invasion unterstützt hatte. Viele fanden im Irak Aufnahme.
Saddam Hussein verstand sich als ihr Beschützer; sie erhielten Wohnungen
zu einem symbolischen Mietzins und weitere Privilegien. Seither gelten
die Palästinenser als Günstlinge des Diktators, so dass sie nach
dessen Sturz zunehmenden Schikanen durch die Behörden und Verfolgungen
durch schiitische Milizen ausgesetzt waren. Zwischen April 2004 und Januar
2007 wurden laut dem Uno-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR)
mindestens 186 Palästinenser im Irak getötet. Von den 35 000
Palästinensern, die vor der amerikanischen Invasion im Irak lebten,
sind heute noch 15 000 im Land.
Als Raed Musa mit seiner Familie und Dutzenden von
Leidensgenossen im März 2006 die Grenze Jordaniens erreichte, war
diese geschlossen. Jordanien hatte bereits über tausend palästinensische
Flüchtlinge aufgenommen, die zum Teil seit Beginn der Invasion im
Zeltlager Ruwayshid in der jordanischen Wüste ausharrten. «Es
gab kein Land mehr, das uns aufgenommen hätte. Uns blieb nichts anderes
übrig, als zu warten», erinnert sich Raed. Nach zwei Monaten
akzeptierte die syrische Regierung die Gruppe der 287 gestrandeten Palästinenser
und brachte sie nach al-Hol, an der irakischen Grenze im äussersten
Nordosten Syriens gelegen.
Zwangsverordnetes Nichtstun
Von al-Hol sieht man weit über eine karge Ebene
bis zu Hügeln, die bereits auf irakischem Territorium sind. Stacheldraht
umzäunt die niedrigen Betonhäuschen, die Anfang der neunziger
Jahre für irakische Flüchtlinge gebaut worden waren und nun den
Palästinensern als Behausung dienen. Das Eingangstor wird von syrischen
Polizisten bewacht. «Die Flüchtlinge dürfen nicht arbeiten.
Wir versorgen sie mit allem, was sie brauchen», sagt Raymond Yusuf,
der als Beauftragter des UNHCR und der Regierung das Lager verwaltet. Die
90 palästinensischen Schulkinder dürfen im nächsten Dorf
in die Schule, wer aber zu einem Verwandten- oder Spitalbesuch nach Damaskus
will, braucht eine Spezialbewilligung.
«Wie ein Gefängnis», zischt Scheich
Abu Ahmed, der Vorsteher des Lagers, und deutet mit vielsagendem Blick
auf die Männer des Geheimdienstes, die den Besuchern keinen Schritt
von der Seite weichen. Der Scheich, in einen Trainingsanzug gekleidet,
erzählt, dass er früher viel Sport gemacht habe, zudem habe er
ein grosses Haus besessen und zwei Autos. Von alldem sei nichts geblieben,
und nun werde er faul und träge vom zwangsverordneten Nichtstun. Im
Lager führt er einen kleinen Krämerladen mit Chips und Plüschbären,
und im Zwei-Zimmer-Häuschen hat er einen Fernseher aufgestellt, mit
dem er gegen die Langeweile ankämpft.
In einem kleinen Nähatelier besticken Frauen
Tücher und Taschen. Arbeiten wolle sie, sagt Wafa Sammer, die früher
in einer Ingenieurfirma in Bagdad gearbeitet hat. Sie wurde in Jordanien
geboren, ist in Kuwait aufgewachsen und floh von dort nach Bagdad. Sie
beklagt sich nicht, dass sie nicht gut versorgt würden, aber darüber,
dass sie einmal mehr im Exil ist. «Endlich eine Heimat haben»,
wünscht sich auch der Veterinärmediziner Mohammed Adi, «egal
wo.» Sein Vater sei in Gaza zur Welt gekommen, er in Kuwait. Ein
Leben lang sei er Flüchtling gewesen. «In Bagdad wurden sechs
meiner Nachbarn getötet. Zweimal wurde ich auf dem Weg in die Tierklinik
beschossen», erzählt Adi und sagt, dass die Flüchtlinge
von al-Hol das UNHCR gebeten hätten, sie in irgendein Land zu bringen.
Hauptsache, sie würden nicht wieder vertrieben. «Das Problem
ist nicht nur, dass es hier 300 Flüchtlinge hat», sagt Raymond
Yusuf. «Das Problem ist, dass sie Palästinenser sind. Das ist
eine rein politische Angelegenheit.»
Von Flüchtlingen überrannt
In Syrien lebten schon vor dem Kriegsausbruch im
Irak 400 000 Palästinenser, Flüchtlinge von 1948 oder 1967 und
deren Nachkommen. In den letzten Jahren hat das Land über l Million
irakische Flüchtlinge aufgenommen. Die Flüchtlinge, die an der
irakischen Grenze zu Syrien oder Jordanien gestrandet sind, will heute
niemand. Israel will sie nicht aufnehmen und ihnen auch nicht die Einreise
in die besetzten palästinensischen Gebiete erlauben. Die USA, die
mit ihrer Intervention den Flüchtlingsstrom aus dem Irak ausgelöst
haben, wollen auch keine Palästinenser aufnehmen. Einzig die Palästinenser,
die Geld hatten, konnten sich in Bagdad einen irakischen Pass für
700 Dollar kaufe.n, mit dem sie als Iraker in arabische Länder wie
Syrien ausreisen konnten. Wie der Mitarbeiter eines Hilfswerks in Damaskus
erklärt, wollen die Hamas und die Palästinensische Befreiungsorganisation
zudem verhindern, dass die Flüchtlinge nach Übersee ausreisen
und dort ein neues Leben beginnen. Dahinter stehe die Politik, so viele
Palästinenser wie möglich im Flüchtlingsstatus zu belassen,
um die Forderung nach ihrer Rückkehr nach Palästina zu stützen.
Al-Hol im Norden ist nicht die einzige Endstation
für Palästinenser, die aus dem Irak geflohen sind. Im Mai 2006
erreichte eine Gruppe von 350 Palästinensern, vor allem Frauen und
Kinder, die syrische Grenze bei at-Tanf an der Hauptstrasse zwischen Bagdad
und Damaskus. Seit über einem Jahr leben sie in Zelten im sieben Kilometer
breiten Niemandsland zwischen dem syrischen und dem irakischen Grenzposten.
Die Zelte stehen in der Steinwüste neben der Strasse, auf der die
Lastwagen vorbeidonnern und auch schon ein Kind überfahren wurde.
Bei Regenfällen im Winter werden die Zelte überschwemmt, im Sommer
wird die Hitze unerträglich. Auch dieses Lager wird vom UNHCR und
von anderen Hilfsorganisationen versorgt. In einer Nacht Ende April brach
ein Feuer im Lager aus und zerstörte die Zelte mitsamt dem gesamten
Hab und Gut von sieben Familien. Es ist bereits das zweite Mal, dass ein
Feuer im Lager ausbricht. Der UNHCR-Vertreter in Syrien warnt vor weiteren
Tragödien, wenn die Flüchtlinge nicht bald an einen sicheren
Ort gebracht werden.
In der Wüste gestrandet
Im vergangenen Sommer hat sich etwas weiter östlich,
auf irakischem Territorium nahe des Dorfes al-Walid, ein drittes Lager
gebildet. Dort wohnen Palästinenser, die nicht einmal mehr im Niemandsland
zwischen den beiden Grenzposten geduldet werden. Das UNHCR und das Internationale
Komitee vom Roten Kreuz haben für sie Zelte aufgebaut, doch für
die Hilfsorganisationen ist es schwierig, diese Flüchtlinge zu versorgen.
Sie sind Angriffen schutzlos ausgeliefert, und wer krank wird, kann nur
notdürftig versorgt werden. Im März harrten über 500 Palästinenser
in al-Walid aus. Mitte April waren es bereits mehr als 750. Über 400
weitere palästinensische Flüchtlinge sind in provisorischen Lagern
entlang der Grenze verstreut. Seit dem 12. April versuchen die Flüchtlinge
in al-Walid mit einem Sitzstreik die internationale Aufmerksamkeit auf
sich zu lenken.