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L'HEBDO,
21 juillet 2010
Stiefelputzer der USA: ursprünglich
geplantes Cover. Illustration: Wieslaw Smetek (Weltwoche, 5.5.10)
Polanski lief Gefahr, ein
Opfer der andauernd "willfährigen"
(PUK-Zitat)
CH-Rechtshilfepraxis gegenüber den USA zu werden.
10 aoû 10
Il fallait
libérer Polanski, Courrier International, François
Modoux
17.Jul 10 Wie
sich Polanskis Fall auf die Rechtshilfe auswirkt, St.Galler Tagblatt,
Gerhard Fiolka
13.Jul 10 Polanskis
Freilassung stösst auf Kritik, St.Galler Tagblatt, SDA
28.Jun 10 Erstklassbeerdigung
der Rechtsstaatlichkeit - z.B. im Polanski-Fall, NZZ, Hans
Giger
25 juin 10 Les
lenteurs inexpliquées de l’affaire, Le Temps, Denis Masmejan
25 juin 10 Le
cinéaste aurait pu être arrêté dès 2006,
Le Temps, Denis Masmejan
18.Jun 10
Interpellation, 10.3610
– Freysinger Oskar, Fahrlässiger
diplomatischer Landesverrat
18.Jun 10
Interpellation, 10.3598
– Vischer Daniel, Rechtsgrundlagen
Auslieferung Polanski
18.Jun 10
Interpellation 10.3595
– Baumann J. Alexander, Ungereimtheiten
im Polanski-Verfahren
7.Jun 10 Fragestunde,
10.5247
– Baumann J. Alexander, Roman
Polanski
7.Jun 10 Fragestunde,
10.5214
– Freysinger Oskar, Polanski-Affäre
19 mai 10 Polanski:
offensive française, L'HEBDO, Christophe Passer
18 mai 10 Elisabeth
Kopp: La
Suisse doit-elle donner Polanski aux Américains?, TSR
Infrarouge, vidéo
16 May 10 'I
will never forgive Polanski', Mail on Sunday, Katie Nicholl et
al.
14 May 10 Roman
Polanski in hot water again: Is he a two-time offender?, Los Angeles
Times
11 May 10 Polanski
loses bid for transcript, Los Angeles Times, Jack Leonard
14.Mai 10 B.
Schmid-Federer: «Wir sollten Polanski
zurück nach Frankreich schicken», TA, Hubert Mooser
14.Mai 10 Beschämendes
Scherbengericht über Polanski, NZZ, Luc Bondy
11. Mai 10 Aussagen
von früherem Staatsanwalt bleiben versiegelt, NZZ Online,
SDA, Reuters, Beiträge
9 mai 10 "Il
y a danger pour Polanski", Le Matin, AFP
8.Mai 10 Bundesrätin
Widmer-Schlumpf: «Ich werde den
Auslieferungsentscheid prüfen», NZZ, rz./-yr.
8.Mai 10 Widmer-Schlumpf
übernimmt die Verantwortung, NZZ, rz./-yr.
8 mag 10 Polanski:
solo relazioni pubbliche, Corriere del Ticino, ats, Reuters
8.mai 10 Polanski
et le « Nègre » de M. Lang, La Méduse
7 mai 10 L’image
de la Suisse, Le Temps, D.S. Miéville
7 mai 10 Milan
Kundera apporte son soutien à Polanski, Tribune de Genève,
AFP
6 mai 10 La
prison de Roman Polanski, LE MONDE, Milan Kundera
6.Mai 10 Kouchners
Lanze für Polanski, NZZ, SDA
6.Mai 10 Auch
in engem Spielraum verbleibt Luft, NZZ, Markus Felber
6.Mai 10 Ein
Sachbearbeiter entscheidet, NZZ, yr
5.Mai 10 Polanski
erhält Unterstützung von Elisabeth Kopp, Tages-Anzeiger,
DB, BAZ, Markus Brotschi
5 mag 10 Elisabeth
Kopp: No all’estradizione di Roman Polanski, Ticino libero
5 mai 10 Elisabeth
Kopp défend Polanski, Le Temps, D.S. Miéville
4 mai 10 La
Suisse doit refuser l’extradition, 24heures, S. G.
4.Mai 10 Elisabeth
Kopp: Ermessensspielraum im Fall Polanski,
NZZ, Leserbeiträge
3 mag 10 Polanski:
"Non posso più tacere", Corriere del Ticino, Moreno Bernasconi
3.Mai 10 Roman
Polanski meldet sich erstmals zu Wort, NZZ, 22
Leserbeiträge
3.Mai 10 Weitreichende
Justizaffäre, lzb
2 May 10 I
can remain silent no longer!, La Règle du jeu, 5
comments
2 Mai 10 «Ich
kann nicht länger schweigen», La Règle du jeu,
2
comentaires
2 mag 10 Non
posso mantenere il silenzio più a lungo!, La Règle
du jeu, 3 commentaires
2 mai 10 Je
ne peux plus me taire!, La Règle du Jeu, 10
commentaires
30 Apr 10 Affare
Polanski - Sul diritto all'errore nello Stato di diritto, Iconoclast
29 Apr 10 In
der Auslieferungs-Sache Polanski - Zum Recht auf Irrtum im Rechtsstaat,
Iconoclast
23.Apr 10 Zur
Frage der Zulässigkeit der Auslieferung von Roman Polanski,
ASDI/SIPA, Anton Keller
30.Sep 09 Chancen
für Roman Polanski stehen schlecht, Tages-Anzeiger, Stefan
Hohler
29.Sep 09
Die
Schweiz liefert gerne aus, St.Galler Tagblatt, Jürg Ackermann
Die
Schweiz liefert gerne aus
Jürg Ackermann, Bern
Justizministerin Eveline Widmer-Schlumpf hat im Fall Polanski formaljuristisch
alles richtig gemacht. Die Verhaftung des Regisseurs sei aber unverhältnismässig,
sagen Kritiker.
Die amerikanischen Behörden haben in letzter Zeit wiederholt versucht,
Roman Polanski dingfest zu machen. Dass sie in Deutschland oder Österreich,
wo sich der Regisseur ebenfalls aufhielt, auf Granit bissen, erstaunt nicht
weiter. Die beiden Länder liefern den USA niemanden aus, wenn eine
Straftat, wie im Fall Polanski, mehr als 30 Jahre zurückliegt. Nicht
so die Schweiz.
Schweizers Kritik
Unser Land gilt nicht nur generell als kooperativ bei Rechtshilfegesuchen,
es erweist sich besonders gegenüber den USA immer wieder als «hilfsbereit».
So sieht der Auslieferungsvertrag mit den Vereinigten Staaten vor, dass
eine Straftat nicht in beiden Ländern verjährt sein muss, um
einen Auslieferungsgrund darzustellen. Das ist eine aussergewöhnliche
Bestimmung. «Die Schweiz hat hier einmal mehr ein Sonderabkommen
mit den USA gemacht und dem Land Privilegien gewährt, die sie anderen
Ländern nicht zugesteht», kritisiert der St. Galler Professor
Rainer J. Schweizer.
Warum die Schweiz gegenüber den USA deutlich mehr Konzessionen machte als gegenüber anderen Ländern, könnte mit dem Erstellungsdatum des Auslieferungsvertrags zu tun haben: Als der Bundesrat das neue Abkommen mit den USA 1997 ratifizierte, stand die Schweiz wegen der Nazigoldfrage massiv unter Druck.
Fragwürdiges Verfahren
Kritik ruft aber nicht nur das nun ans Licht gekommene «Sonderabkommen»
mit den USA hervor, sondern auch der Zeitpunkt der Verhaftung des Regisseurs.
Man müsse sich fragen, ob die Schweiz mit der Festnahme Polanskis
nicht über das Ziel hinausgeschossen habe, so Völkerrechtsexperte
Schweizer. «Polanski kam immer wieder für Ferien in die Schweiz
und wurde trotz internationalem Haftbefehl nie behelligt. Das musste bei
ihm den Eindruck erwecken, dass er in der Schweiz sicher sei. » Er
frage sich, worin die Notwendigkeit bestehe, gerade jetzt einen 76jährigen
Mann festzunehmen, und ihn nach Kalifornien auszuliefern, nachdem dieser
schon mehr als 30 Jahre wegen dieses Delikts von den USA verfolgt wurde,
aber sich immerhin bisher in ganz Europa frei bewegt habe, sagt Schweizer.
Schliesslich sei auch das Verfahren in den USA, das gegen Polanski laufe,
fragwürdig.
Kaum Sanktionen zu befürchten
Es sei zu einfach, die Schuld für die Verhaftung den USA in die
Schuhe zu schieben, sagt ein anderer Rechtsexperte, der nicht genannt sein
will, da er im Fall Polanski für ein Gutachten angefragt wurde. Solche
Auslieferungsbestimmungen würden inoffiziell stets auch Spielraum
für Interpretationen offen lassen. Opferinteressen gebe es ja keine
mehr, da die Frau dem Täter längst verziehen habe. Da sei die
schweizerische Art durchgebrochen, Pflichten zu erfüllen, wie es andere
Länder nicht tun würden, sagt der Experte.
Auch Strafrechtler Gerhard Fiolka bestätigte gegenüber «Newsnetz», dass die Schweiz kaum mit Sanktionen hätte rechnen müssen, hätte sie nicht mit den USA kooperiert. Fiolka rechnet damit, dass Polanski wegen der restriktiven Praxis möglicherweise monatelang in Auslieferungshaft bleibe. Die Chancen, gegen den Auslieferungshaftbefehl vorzugehen, seien klein. Auch eine Haftentlassung gegen Kaution sei eher unwahrscheinlich.
Chancen
für Roman Polanski stehen schlecht
Von Stefan Hohler
Die Anwälte von Roman Polanski haben gestern Beschwerde gegen den
Auslieferungshaftbefehl beim Bundesstrafgericht in Bellinzona eingereicht.
Für Juristen ist klar: Polanskis Chancen stehen schlecht, der
juristische Handlungsspielraum ist sehr eng. Gemäss Wolfgang Wohlers,
Professor für Strafrecht an der Uni Zürich, geht es beim Auslieferungsverfahren
nicht darum, den Tatvorwurf zu prüfen, sondern allein, ob die Voraussetzungen
für eine Auslieferung gegeben sind oder nicht. Dazu gehört die
beidseitige Strafbarkeit. Das heisst, die Tat muss sowohl in der Schweiz
als auch in den USA strafbar sein. Dies ist beim Vorwurf sexueller Handlungen
mit einem 13-jährigen Kind eindeutig der Fall. Dass die Straftat nach
Schweizer Recht verjährt wäre, ist irrelevant und steht dem Auslieferungsvertrag
mit den USA nicht entgegen.
Wenn die Verteidigung an das Bundesstrafgericht gelangt, um die Auslieferung zu verhindern, muss sie also entweder auf formale Aspekte, wie zum Beispiel ein nicht genügendes Auslieferungsersuchen, oder auf Auslieferungshindernisse hinweisen. Ein solches Hindernis liegt beispielsweise vor, wenn dem Inhaftierten die Todesstrafe oder eine menschenunwürdige Strafe droht. Oder wenn zu befürchten ist, dass der Prozess nicht fair durchgeführt wird.
«Frankreich provozieren»
Alle drei genannten Punkte sind im Fall Polanski aber wohl nicht gegeben:
Konkrete Anhaltspunkte dafür, dass die amerikanische Strafjustiz nicht
in der Lage sein wird, ein faires Verfahren zu gewährleisten, sind
bisher nicht bekannt geworden. Polanski erwartet weder die Todesstrafe
noch eine der Menschenwürde widersprechende Strafe wie zum Beispiel
Auspeitschen oder sonstige Körperstrafen. Dass die Maximalstrafe bis
50 Jahre sein kann, ist gemäss Wohlers kein Hinderungsgrund für
eine Auslieferung. So liefere die Schweiz auch Leute nach Deutschland aus,
einem Land, das noch die lebenslängliche Freiheitsstrafe kennt. «Der
Spielraum ist sehr eng», sagt Wohlers.
Die Verteidigung könnte zwar auf den Grundsatz von Treu und Glauben verweisen und sagen, dass Polanski seit Jahren unbehelligt in die Schweiz ein- und ausreisen konnte. «Aber hieraus ergibt sich kein Auslieferungshindernis; jedenfalls ist mir kein solcher Fall bekannt.» Auch der von Nationalrat und Rechtsanwalt Daniel Vischer (Grüne) erwähnte Hinweis, Polanski sei in eine Falle gelockt worden, womit offenbar eine Parallele zu den Fällen völkerrechtswidriger Entführungen gezogen werden soll, führt nicht weiter. Wohlers: «Eine völkerrechtswidrige Entführung ist nach dem, was bisher bekannt ist, nicht ersichtlich.»
Winzige Chance besteht
Ein auf Auslieferungsfälle spezialisierter Jurist sieht eine winzige
Chance, wenn Polanskis Anwälte Frankreich oder Polen ebenfalls zu
einem Auslieferungsersuchen provozieren könnten. Diese beiden Staaten
könnten dann allenfalls Vorrang haben, handelt es sich doch beim Starregisseur
um einen polnisch-französischen Doppelbürger. Zudem wohnt Polanski
in Frankreich. Wie Wohlers sieht er wenig juristische Ansatzpunkte, um
eine Auslieferung zu verhindern. Das Argument der langen Zeitdauer – der
Fall liegt über 30 Jahre zurück – sei nicht schlüssig. «Polanski
hat das Verfahren durch seine Flucht selber in die Länge gezogen,
die USA haben nicht gegen das Beschleunigungsgebot verstossen», sagt
der Jurist.
Laut seinem französischen Anwalt wäre Polanski einverstanden, wenn er in seinem Chalet in Gstaad im Berner Oberland für die Dauer des Auslieferungsprozesses unter Hausarrest gestellt würde. Die Chance für eine Haftentlassung sehen Juristen aber als klein, weil der 76-Jährige nicht in der Schweiz niedergelassen ist und eine hohe Fluchtgefahr besteht.
Calmy-Rey kritisiert Verhaftung
Inzwischen hat sich auch Aussenministerin Micheline Calmy-Rey (SP)
zur Verhaftung geäussert. Gestern sagte sie vor den Medien, die Einladung
an ein Filmfestival zur Verhaftung zu nutzen, sei als unsympathisch empfunden
worden. Es habe hier einen «Mangel an Finesse» gegeben. Ihr
Departement sei nicht vorgängig über die Verhaftung von Roman
Polanskis informiert gewesen, sagt Calmy-Rey weiter.
Je
ne peux plus me taire!
par Roman Polanski
Roman Polanski brise le silence par ce texte confié à Bernard-Henri Lévy, directeur de La Règle du jeu.Depuis 7 mois, le 26 septembre 2009, date de mon arrestation à l’aéroport de Zurich où je me rendais pour recevoir des mains du représentant du Ministère de la Culture Suisse un hommage pour l’ensemble de mon travail, je n’ai pas souhaité m’exprimer et j’ai demandé à mes avocats de limiter leurs commentaires à l’indispensable. Je voulais que les Autorités Judiciaires de Suisse et des États-Unis ainsi que mes avocats puissent faire leur travail sans polémique de ma part.
J’ai décidé de rompre le silence pour m’adresser directement à vous sans intermédiaires et avec mes propres mots. Comme chacun d’entre nous j’ai eu, dans ma vie, ma part de drames et de joies et je ne vais pas essayer de vous demander de vous apitoyer sur mon sort, je demande seulement d’être traité comme tout le monde.
C’est vrai: il y a 33 ans j’ai plaidé coupable, j’ai exécuté une peine à la prison de droits communs de Chino, pas dans une prison de VIP, qui devait couvrir la totalité de ma condamnation. A ma sortie de prison le juge a changé d’avis et a prétendu que le temps passé à Chino n’était pas l’exécution intégrale de ma condamnation et c’est ce revirement qui a justifié mon départ des États-Unis.
Cette affaire a été sortie de sa torpeur de trente ans par une cinéaste qui a voulu faire un documentaire et qui a recueilli les témoignages des personnes concernées à l’époque sans que je ne participe ni de près ni de loin à ce travail. Ce documentaire a mis en lumière le fait que j’avais quitté les États-Unis parce que je n’avais pas été traité équitablement; et il a, aussi, déclenché la vindicte des autorités judiciaires de Los Angeles qui se sont senties attaquées et ont décidé de demander mon extradition à la Suisse où je me rends régulièrement depuis plus de trente ans, sans jamais avoir été inquiété.
Aujourd’hui je ne peux plus me taire ! Je ne peux plus me taire parce que les Autorités judiciaires Américaines viennent de décider, au mépris de tous les arguments et dépositions de tierces personnes, de ne pas accepter de me juger hors ma présence, alors que la même Cour d’appel avait recommandé le contraire. Je ne peux plus me taire car la victime a été déboutée par la Cour de Californie dans sa énième demande d’arrêter, une fois pour toutes, les poursuites à mon égard et pour cesser d’être harcelée chaque fois que l’on reparle de cette affaire.
Je ne peux plus me taire car mon affaire vient de connaître un énorme rebondissement: le 26 Février dernier Roger Gunson le procureur chargé de l’affaire en 1977, aujourd’hui à la retraite, a déclaré sous serment devant le juge Mary Lou Villar, en présence de David Walgren, le procureur actuel qui avait tout loisir de le contredire et de l’interroger, que le 19 Septembre 1977 le juge Rittenband avait déclaré à toutes les parties que ma peine de prison au pénitencier de Chino correspondrait à la totalité de la peine que j’aurais à exécuter.
Je ne peux plus me taire car la demande d’extradition aux Autorités Suisses est basée sur un mensonge : dans cette même déposition le procureur Roger Gunson a ajouté qu’il était mensonger de prétendre, comme le fait l’actuel procureur dans sa demande d’extradition, que le temps passé à Chino a été un temps consacré à des examens psychologiques. Dans cette demande il est dit que je me suis enfui pour ne pas subir une condamnation de la justice Américaine ; or dans la procédure «plaider coupable» j’avais reconnu les faits et j’étais retourné aux États-Unis pour exécuter ma peine: il ne restait plus que de faire entériner cet accord par le Tribunal avant que le juge décide de renier l’accord pris pour se faire une notoriété médiatique à mes dépens.
Je ne peux plus me taire car, depuis plus de 30 ans, ce sont mes avocats qui ne cessent de répéter que j’ai été trahi par le juge, que le juge s’est parjuré, et que j’ai exécuté ma peine ; aujourd’hui c’est le procureur de l’affaire, à la réputation irréprochable, qui sous la foi du serment, a confirmé tous mes dires et cela a une toute autre portée et projette sur cette affaire une tout autre lumière.
Je ne peux plus me taire car aujourd’hui les mêmes causes produisent les mêmes effets et le nouveau procureur qui s’occupe de cette affaire et qui a demandé mon extradition est lui aussi en campagne électorale et a besoin de notoriété médiatique..!
Je ne peux plus me taire parce que les États-Unis continuent de réclamer mon extradition plus pour me livrer en pâture aux médias du monde entier que pour prononcer un jugement sur lequel un accord a été pris il y a 33 ans.
Je ne peux plus me taire parce que je suis assigné à résidence à Gstaad au prix du versement d’une très grosse caution que je n’ai pu recueillir qu’en hypothéquant l’appartement que j’habitais depuis plus de 30 ans, que je suis loin de ma famille et que je ne peux plus travailler.
Voilà ce que j’avais à vous dire en restant dans l’espoir que la Suisse reconnaîtra qu’il n’y a pas lieu à extradition et que je pourrai retrouver la paix et ma famille en toute liberté dans mon pays. Roman Polanski.
1.1.Die
Verhaftung des genialsten derzeitigen Filmemachers erweist sich zusehends
auch als rechtlichen Sündenfall. Nicht nur versauert der bald 77 jährige
Vater von Rosmary’s Baby, The Pianist und The Ghostwriter in seinem goldigen
Auslieferungs-Käfig in Gstaad. Sondern die für einen Rechtsstaat
bedenklichen Vorkommnisse vor und seit seiner Verhaftung am 26.September
2009 im Flughafen Zürich dürften auch den Steuerzahler noch teuer
zu stehen kommen. Und mit jedem weiteren Tag der Freiheitsentziehung für
Roman Polanski wird der Imageschaden für die Schweiz unverhältnismässiger
und unverantwortbarer. Denn seit 33 Jahren lautet der einzige formelle
Anklagepunkt gegen ihn « unlawful sexual intercourse », d.h.
ausserehelicher Geschlechtsverkehr – nota bene mit einem Opfer, welches
ihm schon längst verziehen hat und sich seither aktiv gegen die –
übrigens noch gar nicht erfolgte – gerichtliche Verurteilung Polanskis
wendet. Aber auch weil, wie anderswo gezeigt (www.solami.com/polanskicausa.htm
¦ www.solami.com/extraditionstop.htm#akut),
demnach ein nach Schweizer Recht festzustellender auslieferungsfähiger
Straftatbestand gar nie bestand.
Commentaire
par Iconoclast
— lundi 3 mai 2010 @ 21:30
2.Toute
notre sympathie, et comment donner espoir à Polanski, quand le Front
National se met à représenter l’idéologie nationale
populiste qui cautionna le parti communiste français des années
70 — ce n’est malheureusement pas que de la communication ? Sinon à
lui dire : néanmoins oui : nous sommes quand même quelques
uns qui restons, qui sommes toujours — encore — là, à veiller..
Pourvu que cette veille persistante finisse par porter ses fruits au-delà
des contradictions qui purent diviser quand elles devraient rester paradoxales
(il faut savoir comme j’en éprouve avec Bernard-Henri Lévy…
que je remercie pourtant de ne pas avoir peur d’assumer les siennes)..
En ce temps post-euclidien où Ubu calcule la règle pour tous
gardons confiance dans l’aléatoire qui finira bien par tromper l’arbitraire
— puisqu’il n’est plus d’arbitraire consensuel de la pensée. — Mais
d’abord sans cesser de rappeler le meilleur des règles du passé.
Cher Roman Polanski, dont jamais je n’oublierai par exemple Le Locataire,
tenez bon et gardez confiance sans cesser de vous battre… Si tout est dit
sur le fond, par contre on ne pourrait imaginer que symboliquement tout
soit dit sur la forme. Vous ne pouvez pas perdre sur la forme de ce qui
s’engage. Ce serait un désastre général, le règne
exclusif des machines et l’impuissance définitive de l’intelligence
colelctive s’il en restait en France.
Courage
! Résistez encore et encore comme toujours vous l’avez fait ! Même
parmi ceux qui ne vous ressemblent pas il en est pour vous donner tout
leur espoir et être de tout coeur avec vous, car à travers
vous c’est le cas de chacun qui se joue !
Commentaire
par Lili Boom — lundi 3 mai 2010 @ 13:20
3.Merci
de vous exprimer ;avoir votre version des faits est important pour nous
les « petites gens »
Je
vous souhaite de tout coeur de trouver la solution ,et de retrouver le
calme et la sérénité .
Merci
pour vos beaux films ,si dans cette affaire vous pouviez trouver l’inspiration
pour un chef d’oeuvre !
Vous
avez le soutien de gens comme moi ,on vous aime ;n’en doutez JAMAIS .
Commentaire
par florence dubost — lundi 3 mai 2010 @ 13:17
4.Vous
avez raison de prendre la porale Mr Polanski. Depuis le début de
cette histoire on entend tout et n’importe quoi et malheureusement les
mots de vos défenseurs ont été souvent contre-productifs
L’acharnement que vous subissez est intolérable et ses raisosns
peu louable pour un pays comme les Etats-Unis ». J’espère
que vous trouverez bientôt et définitiveemnt la paix. Avec
tout mon soutien. Une inconue
Commentaire
par Aurélie — lundi 3 mai 2010 @ 12:22
5.Je
suis horrifiée par la machine à broyer les êtres humains
que peut devenir la justice ; que ce soit la victime ou le coupable tous
deux sont démolis par la lenteur et l’injustice des jugements, ou
leur mauvaise foi.
Faites,
s’il vous plait Monsieur Polanski un nouveau film sur ce sujet que vous
vivez avec douleur : ce sera un chef d’oeuvre comme d’habitude
une
inconnue aamicale
Commentaire
par françoise — lundi 3 mai 2010 @ 11:56
6.Vous
dire, au delà de mon admiration pour votre oeuvre et tout le bonheur
que vous nous avez donné durant toutes ces années, mon soutien
depuis la France et ma volonté de prendre part à toutes les
actions qui seront menées pour qu’une pression internationale s’exerce
et que justice vous soit rendue. Courage à vous !
Commentaire
par escoffier — lundi 3 mai 2010 @ 11:45
7.suissesse,
j’ai eu honte de ce que l’on a fait à M. Polanski, non pas pour
excuser son geste, il y a 32 ans, mais honte de son arrestation abjecte.
je lui ai écrit pour le lui dire et le soutenir, et il m’a répondu
gentiment, je crois vous l’avoir déjà dit…. je continue à
le soutenir dans certains forums qui le salissent. j’ai du temps, je suis
une jeune retraitée…. et que sorte rapidement M. Polanski de son
chalet!, et surtout qu’on ne le livre pas aux Américains. je suis
de tout coeur avec vous. je fais de mon mieux, à mon niveau.
jacqueline
Commentaire
par jacqueline bellon — lundi 3 mai 2010 @ 11:20
8.Courage
à vous Monsieur Polanski, à vous ainsi qu’à toute
votre famille.Je suis « comme vous » à attendre que
cet acharnement ridicule cesse pour que vous puissiez de nouveau faire
ce que vous avez toujours fait, à savoir de grands films.
Je
vous souhaite encore une fois beaucoup de courage.
Respectueusement,
Un
très grand admirateur
Commentaire
par Pierre BERTIN — lundi 3 mai 2010 @ 10:58
9.Le
fait est que coucher avec une gamine de 13 ans, meme si elle en paraissait
18 n’est pas tres malin mais qualifié un rapport consentie, meme
avec une mineure, de « viol » c vraiment n’importe quoi. L’affaire
a été jugée, les parties ce sont mis d’acccod et la
peine executée. La victime elle meme ne ve pas de « réouverture
». Cela demontre bien que le procureur américain ne s’attaque
a Mr Polanski que pour beneficier d’une couverture médiatique dans
sa course electorale, il ne chercherait pas a faire tomber la tête
de Mr Dupont. Personnellement je ne comprend meme pas pourquoi la suisse
a donné suite a la premiere demande d’extradition en arretant Mr
Polanski en septembre dernier. Je ne parle meme pas du battage médiatique
le faisant passé pour un pedophile pervers de sa réputation
fortement écornée et des retombées pour sa famille
et lui même. Bref, c’est du grand n’importe quoi et Mr Polanski et
sa famille on tout ma symphatie.
Commentaire
par Bérengère TD — lundi 3 mai 2010 @ 10:31
10.la
justice humaine fait beaucoup trop d erreurs. je ne peux vous dire ma sympatie
et esperer avec vos que la suisse,mon pays se montrera digne de notre attente.
mais,j’avoue qhu j’ai des doutes par rapport à cels. courage à
vous et à votre jolie famille! un etre humain qui pense qu’il ne
reste plus beaucoup d’humanite dans notre societe…
Commentaire
par josiane m — dimanche 2 mai 2010 @ 22:04
11.Que
cache-t-il tout cet acharnement contre un homme, coupable, d’accord, puisqu’il
a admis lui même, mais tout de même, si la victime a pardonné
et que les autorités elles, continuent à s’acharner contre
lui, n’y aurait-il pas quelque chose de sous-entendu ou un dessin d’inavouable??
slim
Commentaire
par Slim — lundi 3 mai 2010 @ 11:58
12.Je
suis tellement révoltée par cette affaire judiciaire et j’espère
que le BON SENS de nos autorités suisses l’emportera et que Roman
Polanski retrouvera au plus vite sa famille et son pays. Je pense qu’il
est temps que le cinéaste s’exprime dans le plus grand nombre de
médias afin qu’à travers ses mots, il puisse sensibiliser
le maximum de personnes et atteigne la réflexion de nos sept sages
dirigeants.
Commentaire
par Sistek Véronique — lundi 3 mai 2010 @ 08:58
«Ich
kann nicht länger schweigen»
Roman Polanski meldet sich erstmals zu Wort
Zum ersten Mal seit seiner Verhaftung am 26. September 2009 in Zürich meldet sich Regisseur Roman Polanski zu Wort. In einem Gastbeitrag für die «Neue Zürcher Zeitung» und weitere internationale Blätter setzt sich der Oscar-Preisträger gegen seine drohende Auslieferung in die USA zur Wehr.
Seit Ende September des letzten Jahres befinde ich mich nach Zahlung einer Kaution in Gstaad unter Hausarrest, um von der Schweiz an die USA ausgeliefert zu werden. Ich kann nicht länger schweigen, weil das Auslieferungsgesuch auf einer Lüge basiert.
Seit sieben Monaten, seit dem 26. September 2009, dem Tag meiner Festnahme auf dem Flughafen Zürich, wohin ich mich begeben hatte, um aus den Händen eines Vertreters des Schweizer Kulturministeriums einen Preis für mein Lebenswerk entgegenzunehmen, habe ich mich einer eigenen Stellungnahme enthalten und meine Anwälte gebeten, ihre Äusserungen auf das Notwendigste zu beschränken. Ich wollte, dass die Justizbehörden der Schweiz und der Vereinigten Staaten und meine Anwälte ihre Arbeit ohne jede Polemik meinerseits tun konnten.
Nun habe ich beschlossen, mein Schweigen zu brechen und mich ohne Vermittler direkt und mit meinen eigenen Worten an Sie zu wenden.
Wie jeder von uns habe ich in meinem Leben Dramen und Freuden erlebt, und ich werde Sie nicht um Mitleid mit meinem Schicksal bitten. Ich möchte nur wie alle anderen behandelt werden.
Es stimmt, vor 33 Jahren habe ich mich schuldig bekannt und im Staatsgefängnis von Chino, das kein VIP-Gefängnis ist, eine Strafe verbüsst, die eigentlich die Gesamtstrafe darstellen sollte. Als man mich aus dem Gefängnis entliess, änderte der Richter seine Meinung und erklärte, die in Chino verbüsste Haft sei nicht die Gesamtstrafe. Wegen dieses Rückziehers verliess ich damals die Vereinigten Staaten.
Aus ihrem Schlaf geweckt wurde die ganze Sache durch eine Cineastin, die einen Dokumentarfilm drehen wollte und dazu Aussagen von damals Beteiligten sammelte, ohne dass ich selbst aus der Nähe oder aus der Ferne daran mitgewirkt hätte. Diese Dokumentation brachte ans Licht, dass ich die Vereinigten Staaten verlassen hatte, weil ich nicht gerecht behandelt worden war. Und sie löste die Reaktion der Justizbehörden in Los Angeles aus, die sich angegriffen fühlten und sich zu einem Auslieferungsgesuch an die Schweiz entschlossen, wo ich mich seit mehr als dreissig Jahren immer wieder aufgehalten hatte, ohne jemals die geringste Befürchtung zu hegen.
Heute kann ich nicht länger schweigen.
Ich kann nicht länger schweigen, weil die amerikanischen Justizbehörden
unter Missachtung aller Argumente und Zeugenaussagen Dritter beschlossen
haben, nicht in Abwesenheit gegen mich zu verhandeln, obwohl das Berufungsgericht
genau dies empfohlen hatte.
Ich kann nicht länger schweigen, weil das kalifornische Gericht zum x-ten Mal die Bitte des Opfers abgewiesen hat, die Strafverfolgung gegen meine Person ein für alle Mal einzustellen und selbst nicht immer wieder bedrängt zu werden, wenn der Fall erneut aufgerollt wird.
Ich kann nicht länger schweigen, weil eine wesentliche Tatsache ihre Bestätigung gefunden hat: Am 26. Februar dieses Jahres erklärte Roger Gunson, der 1977 die Anklage vertrat und sich heute im Ruhestand befindet, in Anwesenheit des heute zuständigen Staatsanwalts David Walgren, der ausreichend Zeit hatte, diesem Zeugen zu widersprechen und ihn zu befragen, vor der Richterin Mary Lou Villar unter Eid, Richter Rittenband habe am 19. September 1977 gegenüber allen Parteien erklärt, dass meine Haftzeit im Gefängnis von Chino die Gesamtstrafe sei, die ich zu verbüssen hatte.
Ich kann nicht länger schweigen, weil das Auslieferungsgesuch an die Schweiz auf einer Lüge basiert. In seiner Aussage vom 26. Februar erklärte Staatsanwalt Roger Gunson, es sei eine Unwahrheit, wenn behauptet werde, wie der gegenwärtig zuständige Staatsanwalt dies in seinem Auslieferungsgesuch tut, die in Chino verbüsste Haft sei nicht die im damaligen Urteil verhängte Gesamtstrafe gewesen.
Im Auslieferungsgesuch heisst es, ich sei geflohen, um mich einer Verurteilung durch die amerikanische Justiz zu entziehen, während ich mich in Wirklichkeit nach dem amerikanischen Strafprozessrecht «schuldig bekannt» hatte und in die Vereinigten Staaten zurückgekehrt war, um die Strafe zu verbüssen. Damals galt es nur noch, diese Übereinkunft vom Gericht bestätigen zu lassen, bevor der Richter sie zurückzog, um sich auf meine Kosten die Aufmerksamkeit der Medien zu sichern.
Ich kann nicht länger schweigen, weil meine Anwälte mir seit 30 Jahren sagen, der Richter habe mich hintergangen, er sei meineidig geworden, und ich hätte meine Strafe verbüsst. Der damalige Staatsanwalt, der einen untadeligen Ruf geniesst, habe alle meine Angaben unter Eid bestätigt, und das sei von ganz anderer Tragweite.
Ich kann nicht länger schweigen, weil heute dieselben Ursachen dieselben Wirkungen zeitigen und der neue Staatsanwalt, der sich um meinen Fall kümmert und die Auslieferung beantragt hat, sich gleichfalls im Wahlkampf befindet und die Aufmerksamkeit der Medien benötigt.
Ich kann nicht länger schweigen, weil die Vereinigten Staaten weiterhin meine Auslieferung verlangen, und das mehr, um mich den Medien der ganzen Welt zum Frass vorzuwerfen, als um ein Urteil zu vollstrecken, über das schon vor 33 Jahren eine Übereinkunft erzielt worden ist.
Ich kann nicht länger schweigen, weil man mich in Gstaad in der Schweiz unter Hausarrest gestellt hat, gegen Zahlung einer Kaution, die ich nur aufbringen konnte, indem ich eine Hypothek auf die Wohnung aufnahm, die ich dort seit mehr als 30 Jahren bewohne, und weil ich fern von meiner Familie bin und nicht arbeiten kann.
Das ist es, was ich Ihnen sagen wollte. Ich hoffe, die Schweiz wird einsehen, dass es keinen Grund für eine Auslieferung gibt, so dass ich in Frieden und als freier Mann in mein Land und zu meiner Familie zurückkehren kann.
Aus dem Französischen übersetzt von Michael
Bischoff.
Weitreichende Justizaffäre lzb. · Die Aufregung war gross, als Roman Polanski im September 2009 aufgrund eines amerikanischen Haftbefehls in Zürich verhaftet wurde. Kulturschaffende wie Woody Allen, Pedro Almodóvar oder Martin Scorsese setzten sich für den Oscarpreisträger ein, der eingereist war, um anlässlich des Zürcher Filmfestivals einen Preis für sein Lebenswerk als Regisseur entgegenzunehmen. Justizministerin Widmer-Schlumpf sah sich genötigt, das Vorgehen der Behörden zu rechtfertigen. Neben dem Aufschrei der Empörung gab es durchaus auch Sympathiebezeugungen für die Intervention, und Persönlichkeiten wie der Regisseur Luc Besson, der polnische Ministerpräsident Tusk oder der grüne Europapolitiker Cohn-Bendit äusserten Verständnis für das Vorgehen.Der Regisseur selbst hat sich bis zum heutigen Tag nie zu Wort gemeldet. Nun bricht er sein Schweigen: Seine Darstellung des Sachverhalts erscheint in der NZZ und gleichzeitig in mehreren Zeitungen in Europa und in den USA. Vor wenigen Tagen hat ein Gericht in Kalifornien entschieden, dass er nicht in Abwesenheit verurteilt werden kann. Damit ist nach Ansicht von Beobachtern der Weg frei für seine Auslieferung.
Der aus Polen stammende Filmemacher ist in den USA angeklagt, 1977 ein 13-jähriges Mädchen sexuell missbraucht zu haben. Polanski hatte damals ein Schuldbekenntnis abgelegt und sass 42 Tage in Haft, entzog sich aber 1978 der Fortsetzung des Verfahrens, indem er ins Ausland floh. Nach seiner Verhaftung in Zürich wurde er Anfang Dezember 2009 gegen Bezahlung einer Kaution und unter Einhaltung weiterer Auflagen aus der Auslieferungshaft entlassen und mit einer Fussfessel versehen in seinem Chalet in Gstaad unter Hausarrest gestellt. Polanski hatte bis dahin und seit Jahren unbehelligt seine Ferien im Berner Oberland verbracht.
Sein damaliges Opfer will nicht mehr gegen den 76-jährigen Regisseur vorgehen. Ein von der Frau eingebrachter Antrag auf Einstellung des Verfahrens wurde vom kalifornischen Berufungsgericht kürzlich ebenfalls abgelehnt.
1.
Die Verhaftung des genialsten derzeitigen Filmemachers erweist sich zusehends
auch als rechtlichen Sündenfall. Nicht nur versauert der bald 77 jährige
Vater von Rosmary’s Baby, The Pianist und The Ghostwriter in seinem goldigen
Auslieferungs-Käfig in Gstaad. Sondern die für einen Rechtsstaat
bedenklichen Vorkommnisse vor und seit seiner Verhaftung am 26.September
2009 im Flughafen Zürich dürften auch den Steuerzahler noch teuer
zu stehen kommen. Und mit jedem weiteren Tag der Freiheitsentziehung für
Roman Polanski wird der Imageschaden für die Schweiz unverhältnismässiger
und unverantwortbarer. Denn seit 33 Jahren lautet der einzige formelle
Anklagepunkt gegen ihn « unlawful sexual intercourse », d.h.
ausserehelicher Geschlechtsverkehr – nota bene mit einem Opfer, welches
ihm schon längst verziehen hat und sich seither aktiv gegen die –
übrigens noch gar nicht erfolgte – gerichtliche Verurteilung Polanskis
wendet. Aber auch weil, wie anderswo gezeigt (www.solami.com/polanskicausa.htm
¦ www.solami.com/extraditionstop.htm#akut),
demnach ein nach Schweizer Recht festzustellender auslieferungsfähiger
Straftatbestand gar nie bestand.
Commentaire
par Iconoclast
— lundi 3 mai 2010 @ 21:23
2. Mensch, seit Anfang ich verstehe
nicht warum die medien so gern die öffentliche Meinung gegen Polanski
werfen möchte! Er hat ein Fehler gemacht, klar stimmt! Aber wer hat
NIE ein Fehler gemacht? Er hat schon dafür bezahlt! Wahrscheinlich
möchte man einfach ein medialer Theater machen, sein name und fll
nutzen um bekannt zu werden, das ist die einzige Antwort. Man soll nicht
Mitleid fühlen, man soll sich über diese Zustand empören,
nicht nur über polanski aber auch über so viele andere Mensch
die eine Fehler macht, dafür bezahlt, aber für Gericht es ist
noch nicht genug. In Brasilien z.B. es gibt viele Fälle, man bleibt
in gefängnis viel mehr Zeit als man, nach Strafezeit, bleiben sollte…
Also, ich finde sehr ggut das Polanski zum Publikum gekommen ist und seine
Seite gezeigt hat. Ich hoffe wirklich, dass das helfen wird. Viel Glück
Polanski!!
Commentaire par Milla — lundi 3
mai 2010 @ 07:13
marc berthoud (3. Mai 2010, 22:01)
@Urs Bachthaler
"...dass eine Schuld nur solange
wiegt, als dass sich das Opfer für eine Sühne dieser Schuld ausspricht"
SO EINFACH geht das nicht!
Mit Geld kann man sich vielleicht
vom zivilrechtlichen Aspekt einer Straftat freikaufen (Wiedergutmachung)
- der STRAFRECHTLICHE Aspekt aber bleibt und der wird von Amtes wegen verfolgt
und DAZU GEHOERT der Missbrauch von Kindern und das ist gut so.
(in diesem Fall kommt erschwerend
dazu, dass das Kind vor dem Missbrauch unter Drogen gesetzt wurde!).
Dass die Kinderschaender der katholischen
Kirche nicht mit Gefaengnis bestraft werden, ist unverstaendlich.
Kinderschaender gehoeren m.E. viel
strenger bestraft - denn es ist ein psychischer Mordanschlag.
"Laufen lassen" ?!? - ganz bestimmt
nicht!
Urs Bachthaler (3. Mai 2010, 20:16)
Im Zweifelsfall zählt: das
Opfer!
33 Jahre sind eine lange Zeit.
Was dazumals verhandelt und beschlossen wurde, kann heute mit viel Glück
noch in vergilbten Akten eingesehen werden.
Nun scheint mir aber, dass eine
Schuld nur solange wiegt, als dass sich das Opfer für eine Sühne
dieser Schuld ausspricht. Wenn sich dieses aber entschieden gegen ein Wiederaufnehmen
dieser Angelegenheit stellt, muss man sich doch fragen, was diese ganze
Farce soll??? Denn ich bezweifle, dass das Opfer von Herrn Polanski bedroht
wird, um zu dieser Aussage zu kommen.
Ach Gott: lasst ihn endlich laufen.
Die ganze Geschichte ist zum heulen, und dass die Schweizer Justiz wieder
ganz beflissen der amerikanischen Justiz hinterherhechelt, gehört
in diesen Zeiten offensichtlich zum guten Ton.
Karlheinz Kunz (3. Mai 2010, 19:52)
Unverjährbarkeit sexueller
Straftaten an Kindern
Dass sich Reiche die besseren Anwälte
und hohe Kautionen leisten können, ist ja nichts neues. Vor dem Gesetz
sind jedoch trotzdem alle gleich! 2008 wurde die Unverjährbarkeitsinitiative
vom Souverän angenommen. Die Kommentatoren, welche hier eine Freilassung
von Polanski fordern, sollen sich mal zurück erinnern, für was
sie 2008 gestimmt haben. Der Mann gehört hinter Gitter und zwar lange!
Und was erhält er für die 33 Jahre Flucht?
Benjamin Runzler (3. Mai 2010, 18:24)
Recht und Gerechtigkeit
Ich freue mich auf die vielen Kommentare,
die nächstens die Auslieferungspraktik für nicht-prominente "Kriminelle"
kritisieren. Oder messen die NZZ-Leser mit verschiedenen Ellen? Reiche
42 Tage in den Knast für den Missbrauch einer 13-Jährigen, Arme
2 Jahre in Auslieferungshaft, danach Ausschaffung nach Nairobi, wo ihnen
wirklich ein schlimmes Los droht? Auf, ihr Heuchler, legt ein gutes Wort
für diese Leute ein.
Albert Wittwer (3. Mai 2010, 18:01)
Mißbrauch ist ein grosses
Wort
Die Strafe, die Polanski erleidet,
ist unverhältnismäßig groß. Er wird für ein
Delikt, das er gestanden, bereut und nach Kräften wieder gut gemacht
hat, seit Jahrzehnten durch den Kakau gezogen. Dieser "Mißbrauch"
ist gesühnt und könnte jetzt auch verziehen werden. Anders, als
die Mißbräuche der Päderasten, die sich nicht erinnern
und in Solidarität mit Würdenträgern, die um das gemeinsame
Image besorgt sind, lügen und verdrängen. Die amerikanische Justiz
hat ihr Urteil schon gefällt, was sie jetzt an Engagement und Energie
aufwendet, wäre in anderen Ländern vielleicht Amtsmißbrauch.Werner
Meier (3. Mai 2010, 17:16)
@Diego Schweizer
Wenn es nur so einfach wäre.
Im Auslieferungsverfahren ist auch der "ordre public" zu berücksichtigen.
Und, dass dieser bei einer Auslieferung von Polanski verletzt würde,
dürfte unter Staatsrechtlern unbestritten sein.
marc berthoud (3. Mai 2010, 17:04)
42 Tage fuer den Missbrauch einer
13 jaehrigen ?!?
Waere es meine Tochter gewesen,
ich haette den Kerl umgebracht.
Ja wo kaemen wir denn hin, wenn
man sich mit Geld von Suehne freikaufen kann?
Die Armen in den Knast und die
Reichen nach Frankreich?
Es gibt Dinge die kommen einem
normalen Menschen noch nicht einmal in den Sinn und dazu gehoert der Missbrauch
von Kindern!!
Und ja, ich werfe den ersten Stein
: Der Mann gehoert in den Knast und das fuer laengere Zeit
Sergio Pastore (3. Mai 2010, 16:50)
Die Schweiz als Handlanger eines
Unrechtsstaates
Der internationale Haftbefehl gegen
Polanski wurde vor drei Jahrzehnten gestellt, nicht gestern. Polanski wurde
in der freien Welt - in seiner Heimat, Frankreich, und in der Schweiz,
wo er sogar ein Haus kaufen konnte - kaum behelligt. Aber auf einmal besinnt
sich die Schweiz und lässt den Mann verhaften und will ihn ausliefern
- und an wen auch? An einen Schurkenstaat, der Millionen Menschen getötet
hat (Vietnam, Golfkrieg I und II, Afghanistan). Hat je einer der sieben
Duckmäuser im Bundesrat die USA kritisiert? Wie? Das steht einem neutralen
Staat nicht zu? Schweden verurteilte das millionenfache Morden der Amerikaner
in Vietnam - zum Unmut der Supermacht. Und da sprechen die Schweizer Moraltanten
von Recht, Gerechtigkeit, Feigheit von Polanski usw. Feiges Pack, feiger
Bundesrat.
Fredy Boos (3. Mai 2010, 15:33)
Schmierenkomödie
Was absolut ätzend ist, sind
siese heuchlerischen Kommentare von sexuel verklemmden Moralpredigern.
Dass "Opfer und der Täter" sind für ein Ende dieser leidigen
Geschichte. Die Maschine Justizsystem USA ist in sich selber ein Skandal
und von Gerechtigkeit Meilenweit entfernt.
Diego Schweizer (3. Mai 2010, 15:32)
Mischt euch nicht in fremde Händel
Hier mal die Fakten ohne Polemik:
Polanski hat in den USA ein Verbrechen begangen. Dem definitiven Abschluss
des Strafverfahrens hat er sich durch Flucht entzogen. Die USA erlassen
einen international gültigen Haftbefehl, um das Verbrechen von Polanski
in dessen Anwesenheit definitiv zu beurteilen. Internationale Haftbefehle
gibt es unter Rechtsstaaten, damit niemand sich einem Verfahren entziehen
kann. Als Rechtsstaat verhaften wir ihn und liefern ihn aus. In den USA
wird das Strafverfahren fortgeführt und beendet.
In diesem ganzen Verfahren ist
die Schweiz nur die Polizei, die den Haftbefehl ausführt. Es ist nicht
an uns, die Tat und deren Strafe zu beurteilen, sondern an den USA. Also
möglichst rasch ausliefern und die Sache vergessen.
Edda Sörensen (3. Mai 2010,
14:42)
Nur 42 Tage Haft????
42 Tage Haft sollen genug für
dieses abscheuliche Verbrechen sein? Wohlweislich erwähnt Herr Polanski
die kurze Dauer seiner Haft in seinem Kommentar nicht und wenn er meint,
das sei genug der Strafe gewesen, dann zeigt das bloss wie abgehoben der
Herr ist...
Hans Georg Lips (3. Mai 2010, 13:26)
Es geht hier um amerikanisches
Recht.
Und dieses amerikanische Recht
kann und wird durchgesetzt. Eben weil es amerikanisches Recht ist.(Die
haben schliesslich das abolute Gewaltmonopol).Die Schweiz und ihre Einwohner
hat das auf mannigfache Art lernen müssen. Und, wie gesagt, Recht
und Gerechtigkeit sind zwei verschiedene Paar Stiefel.
Russel Nurjew (3. Mai 2010, 12:49)
@Merk
Leider wird hier nichts geprüft
und - wie immer - der USA in den Hintern gekrochen. Auch das Vorgehen das
Schweizer Justiz wird nicht wirklich hinterfragt. Allein die Art und Weise
wie die Festnahme Polanskis in Zürich erfolgte - richtig schweizerisch
abgeschlagen und bauernschlau, hinterhältig falsch - rechtfertigt
eine sofortige Freilassung.
Adrian Stampfli (3. Mai 2010, 11:44)
42 Tage Gesamtstrafe? War wohl
ein "Kavaliersdelikt".
Nur weil ein Richter einen zweifelhaften
Deal platzen liess, hat Polanski noch lange nicht das Recht sich einfach
der Verfolgung zu entziehen. Die Angelegenheit ist Sache der US-Justiz,
also soll man ihn endlich ausliefern, sonst nimmt das nie ein Ende. Alles
weitere ist dann nicht mehr Sache der Schweiz. Feiglinge die sich durch
Flucht entziehen sollte man nicht auch noch schützen, selbst wenn
sie prominent und beliebt sind.
Albert Wittwer (3. Mai 2010, 11:37)
Publicity für den Staatsanwalt
Liebe Leserinnen und Leser,
es geht doch nur um die Publicity
für den Staatsanwalt, der - in den USA - gewählt wird und billig
Stimmung machen will. Auf Kosten eine Mannes, der Fehler gemacht und eingestanden
und dafür bezahlt hat.
Ähnlich geht es dem Arzt von
Michael Jackson, der diesen schwer kranken und drogenabhängien und
psychisch beschädigten Menschen so aufmöbeln sollte, dass Jackson
ein Konzert bestehen kann. Das gelang bekanntlich nicht. Auch dieser Staatsanwalt
kommt mit jeder Verfügung, die er macht, gratis in die Medien.
Vor dieser Justiz sollte Polanski
von der Schweiz beschützt werden
Sergio Pastore (3. Mai 2010, 09:44)
Schande über die Schweiz und
Frau Schlumpf
Herr Polanski ist ein Auschwitz-Opfer
und dessen Frau Sharon Tate wurde schwanger auf grausame Art getötet.
Soviel wir wissen, hat er sich nur einmal verfehlt - und das vor mehr als
drei Jahrzehnten. Unterdessen hat er viele Menschen mit seinen Filmen beglückt
und hat jetzt eine Familie mit zwei halbwüchsigen Kindern. Warum will
also Frau Schlumpf ihn unbedingt an die USA ausliefern? Er wurde auf gemeine
Art verhaftet - ein Bundesamt hatte eine Lobesrede verfasst, ein anderes
Bundesamt - das der Frau Schlumpf - bereitete die Aktion vor.
Was für ein Schmierentheater!
Und was man da von ekelhaften Moraltanten lesen muss - Leute, die sogar
Christen sind - wie die Schlumpf - und sich auf Jesus berufen. Der bekanntlich
ein verbissener und rachesüchtiger Mensch war: Er empfahl nämlich,
man solle nur 70x7 Mal verzeihen. Die Christin Schlumpf ist da ganz anderer
Meinung als der Herr Jesus: Strafe muss sein, auch nach 33 Jahren.
Mazer Rackham (3. Mai 2010, 09:40)
Schweizer Behörden fragen
nicht
Die Schweiz gewährt Rechshilfe,
ohne zu hinterfragen, wass wirklich passiert ist. Was der ersuchende Staat
sagt, hier die USA, ist für die Schweizer Behörden heilig. Nur
in ganz extremen Missbrauchsfällen traut sich ein Schweizer Gericht,
Rechtshilfe zu verweigern. In einem östlichen Land ein Rechtshilfeverfahren
loszutreten, und so die Bankkonten einer privaten Gegenpartei oder eines
politischen Konkurrenten auszuforschen, ist mittlerweile üblich. Schlaue
Vermittler aus südlichen Ländern benutzen die Drohung mit Rechtshilfeverfahren,
um Kommissionen, welche im Kampf gegen die Korruption ganz wesentlich reduziert
wurden, wieder auf ein früheres Niveau zu heben. Dienstfertigkeit
ohne zu denken bringt dem Diener nichts. Das sollte die Schweiz nun endlich
merken.
Markus Busch (3. Mai 2010, 09:24)
Überprüfen und ggf sofort
freilassen
Kann Herrn Merk nur zustimmen.
Wenn das, was Herr Polanski hier beschreibt der Wahrheit entspricht, gehört
er sofort freigelassen.
David Douek (3. Mai 2010, 09:08)
42 Tage?
Unabhängig davon, ob das Verfahren
richtig gelaufen ist oder nicht... sind 42 Tage genügend als Strafe
für den Sexuellen Missbrauch einer Minderjährigen? Es muss ja
wohl ein Witz sein...
roberto matte (3. Mai 2010, 08:55)
Allein wie sich das in die Länge
zieht, hat ihren Beigeschmack..
Unsere Aufgabe auf diesem Planeten
ist nicht über andere zu urteilen u. zu verurteilen.
Alte Weisheit:
wenn jeder kehrt vor seiner Tür,
bleibt es sauber für u. für.
Werner Meier (3. Mai 2010, 08:32)
Das böse Gefühl
Liest man alle der Oeffentlichkeit
zugänglichen Akten so kommt man tatsächlich zum Schluss, dass
die Verfahren in Kalifornien nicht sauber abgewickelt wurden. Dies hat
viel mit der Stellung von US- Staatsanwälten und Richtern in der Oeffentlichkeit
zu tun. Und auch bei den Schweizer Urteilen zur Inhaftierung von Polanski
beschleicht einem das böse Gefühl, dass der Politik (den guten
Beziehungen der Schweiz zu den USA) mehr Gewicht zugemessen wurde als der
Gerechtigkeit. Dass sich das letztendlich auszahlt, bezweifle ich.
Ernst Merk (3. Mai 2010, 08:06)
US-Behördenwillkür?
Wenn Herr Polanski, wie hier beschrieben,
seine Strafe verbüßt hat, wäre es Willkür der US Behörden.
Die Darstellung wäre zu prüfen und wenn als richtig erkannt,
müsste Polanski Schutz gewährt, und sein Hausarrest aufgehoben
werden.
Die Fakten müssten doch zu
überprüfen sein um den Schweizer Behörden Grundlage für
eine gerechte Entscheidung zu liefern.
Polanski:
"Non posso più tacere"
Moreno Bernasconi
GSTAAD - Il regista Roman Polanski ha deciso di rompere il silenzio
dopo il suo arresto a Zurigo lo scorso anno in applicazione di un mandato
internazionale e del trattato di estradizione fra gli USA e la Svizzera.
Lo fa con una lettera aperta che ha inviato, tramite l’intellettuale francese
Bernard-Henri Lévy, al Corriere del Ticino, lettera che riproduciamo
in extenso sul quotidiano domani in edicola.
"Non vi chiedo di impietosirvi sulla mia sorte - afferma Polanski -
Chiedo soltanto di essere trattato equamente, come qualsiasi cittadino".
Il regista afferma che "la domanda di estradizione indirizzata alle autorità
svizzere è basata su una menzogna. I miei avvocati non hanno mai
smesso di mettere in evidenza che ero stato tradito dal giudice, il quale
aveva giurato il falso, e che avevo scontato la mia condanna. Il procuratore
distrettuale aggiunto che si era occupato dell’affaire negli anni Settanta,
un uomo dalla reputazione irreprensibile, conferma infatti sotto giuramento
le mie dichiarazioni, il che apporta una luce del tutto nuova sulla vicenda.
- scrive Polanski nella sua lunga requisitoria -. Purtroppo, "il nuovo
procuratore distrettuale che chiede oggi la mia estradizione è in
campagna elettorale e ha anch’egli bisogno di pubblicità, come il
giudice che tanti anni fa voleva per me una nuova e più pesante
condanna". "Per questa ragione - conclude il regista - non posso mantenere
il silenzio più a lungo!"
(Aggiornamento notizia: 3 mag 2010 11:39)
Non
posso mantenere il silenzio più a lungo!
Roman Polanski
Nei sette mesi che sono trascorsi
dal 26 settembre 2009, data del mio arresto all’aeroporto di Zurigo, dove
il rappresentante del ministro della Cultura doveva consegnarmi un premio
alla carriera, mi sono astenuto da qualsiasi commento pubblico ed ho chiesto
ai miei avvocati di limitare le loro dichiarazioni allo stretto necessario.
Volevo che le autorità giudiziarie di Svizzera e Stati Uniti, come
anche i miei avvocati, svolgessero il loro lavoro senza interventi polemici
da parte mia.
Ho deciso di rompere il silenzio
per rivolgermi direttamente a voi, senza intermediari e con parole mie.
Come tutti voi, ho vissuto momenti
drammatici e momenti felici e non vi chiederò ora di impietosirvi
sulla mia sorte. Chiedo soltanto di essere trattato equamente, come qualsiasi
cittadino.
E’ vero: 33 anni fa mi sono dichiarato
colpevole, ho scontato, nella prigione dei criminali di reati comuni di
Chino, e non in una prigione di Vip, una pena che doveva ricoprire la totalità
della mia condanna. Quando sono uscito dal carcere, il giudice ha cambiato
idea e ha preteso che a Chino non avessi scontato l’intera condanna; è
tale cambiamento radicale di posizione che ha motivato la mia partenza
dagli Stati Uniti.
Dopo più di 30 anni, la mia
vicenda è tornata a galla a causa di un documentarista il quale
ha raccolto testimonianze di persone che, all’epoca, erano coinvolte in
questa storia. Non ho partecipato in nessun modo a tale progetto, né
direttamente né indirettamente. Il documentario che ne è
derivato ha messo in evidenza il fatto che avevo lasciato gli Stati Uniti
perché trattato ingiustamente, il che ha irritato le autorità
di Los Angeles. Sentendosi attaccate, queste hanno deciso di esigere la
mia estradizione dalla Svizzera, paese in cui mi reco regolarmente da trent’anni
senza alcun problema.
Non posso mantenere il silenzio
più a lungo!
Non posso mantenere il silenzio
più a lungo perché le autorità americane hanno appena
deciso, a dispetto di tutte le deposizioni e le argomentazioni di terze
parti, di rifiutare la mia condanna in contumacia, mentre la Corte d’appello
aveva raccomandato il contrario.
Non posso mantenere il silenzio
più a lungo perché la Corte della California ha respinto
le numerose richieste della vittima di abbandonare definitivamente i procedimenti
contro di me, al fine di risparmiarle i tormenti che attraversa ogni qualvolta
questa vicenda viene evocata.
Non posso mantenere il silenzio
più a lungo perché recentemente si è verificato un
nuovo sviluppo di enorme importanza. Il 26 febbraio di quest’anno, Roger
Gunson, il procuratore distrettuale aggiunto incaricato dell’affaire nel
1977, ora in pensione, ha dichiarato sotto giuramento, davanti al giudice
Mary Lou Villar e in presenza di David Walgren, l’attuale procuratore che
in tutta libertà poteva contraddirlo e interrogarlo, che il 16 settembre
1977 il giudice Rittenband aveva dichiarato davanti a tutte le parti in
causa che il mio periodo di incarcerazione a Chino corrispondeva alla totalità
della condanna che dovevo scontare.
Non posso mantenere il silenzio
più a lungo perché la domanda di estradizione indirizzata
alle autorità svizzere è basata su una menzogna. Nella stessa
dichiarazione, Roger Gunson, il procuratore distrettuale aggiunto ora in
pensione, ha inoltre detto che era falso affermare, come fa l’ufficio del
procuratore distrettuale nella sua domanda di estradizione, che il tempo
da me trascorso a Chino fosse destinato a una perizia psichiatrica. La
suddetta richiesta sostiene che ero scappato per sfuggire alla condanna
delle autorità giudiziarie, quando invece nel patteggiamento durante
il processo avevo riconosciuto i fatti, e ero tornato negli Stati Uniti
per scontarvi la mia pena. Mentre alla Corte non restava che confermare
questo accordo, il giudice decise di respingerlo per farsi pubblicità
a mie spese.
Non posso mantenere il silenzio
più a lungo perché per oltre 30 anni i miei avvocati non
hanno mai smesso di mettere in evidenza che ero stato tradito dal giudice,
il quale aveva giurato il falso, e che avevo scontato la mia condanna.
Oggi, il procuratore distrettuale aggiunto che si era occupato dell’affaire
negli anni Settanta, un uomo dalla reputazione irreprensibile, conferma
sotto giuramento le mie dichiarazioni, il che apporta una luce del tutto
nuova sulla vicenda.
Non posso mantenere il silenzio
più a lungo perché le stesse cause producono oggi gli stessi
effetti. Il nuovo procuratore distrettuale che ha chiesto la mia estradizione
è in campagna elettorale e ha anch’egli bisogno di pubblicità!
Non posso più tacere perché
gli Stati Uniti continuano a reclamare la mia estradizione più per
consegnarmi in pasto ai mass media del mondo intero che per pronunciare
un giudizio su cui un accordo è stato trovato 33 anni fa…
Non posso mantenere il silenzio
più a lungo perché sono assegnato agli arresti domiciliari
a Gstaad dopo aver versato un’elevatissima somma di denaro come cauzione,
e questo mi ha obbligato a ipotecare l’appartamento in cui vivo da oltre
30 anni. Attualmente, mi trovo nell’impossibilità di lavorare e
sono costretto a vivere lontano dalla mia famiglia.
Ecco i fatti che desideravo farvi
conoscere, nella speranza che la Svizzera riconoscerà che questa
domanda di estradizione non si basa su alcuna giustificazione legale, e
che potrò così ritrovare la pace, riunirmi alla mia famiglia,
e vivere libero nel paese dove sono nato.
(trad. Daniela Maggioni)
1.
L’arrresto d’uno dei più geniali tra i registi viventi si rivela
sempre più come un errore madornale. Non solo rende amara la vita
al settantaseienne « padre » di Rosmary’s Baby, The Pianist
e The Ghostwriter nella sua casa di Gstaad, trasformata in gabbia d’oro
per l’estradizione. Ma i fatti preoccupanti, prima e dopo il suo arresto
all’aeroporto di Zurigo, il 26 settembre 2009, potrebbero per finire costar
cari ai contribuenti svizzeri. Poi, ogni giorno di più di sua privazione
della libertà porta alle reputazione della Svizzera un danno d’immagine
ancor più sproporzionato e irresponsabile. Poiché, da 33
anni, l’unico punto formale d’accusa nei suoi confronti suona « unlawful
sexual intercourse » cioè rapporti sessuali illegittimi –
nota bene con una vittima che da lungo tempo gli ha perdonato e da allora
si muove attivamente contro la condanna penale di Polanski, peraltro mai
avvenuta. Ma anche poiché, come mostro nel seguito (www.solami.com/polanskicausa.htm
¦ www.solami.com/extraditionstop.htm#akut),
non è mai esistita una fattispecie suscettibile di estradi-zione,
da verificare in base al diritto svizzero.
Commentaire
par Iconoclast
— lundi 3 mai 2010 @ 21:16
2..Merci
à Roman Polanski d’avoir écrit ce beau et véridique
texte. Merci à Bernard-Henry Lévy de l’avoir publié
sur son site Internet. J’espère que cette aventure se conclura par
la défaite des chacals et la victoire du droit.
Gabriel
Matzneff
Commentaire
par gabriel matzneff — lundi 3 mai 2010 @ 10:29
3.Intellectual
and artistic forces need to unite and form an independent body to appeal
to the various international courts on behalf of Mister Polanski, as they
did with the case of Jean Genet. I don’t know the answer to the question
« What should be done then? » I do however believe that sending
him to the U.S. would be a bad idea.
Commentaire
par P.Gomez — dimanche 2 mai 2010 @ 21:34
I
can remain silent no longer!
by Roman Polanski
Throughout my seven months since September 26, 2009, the date of my
arrest at Zurich Airport, where I had landed with a view to receiving a
lifetime award for my work from the representative of the Swiss Minister
of Culture, I have refrained from making any public statements and have
requested my lawyers to confine their comments to a bare minimum. I wanted
the legal authorities of Switzerland and the United States, as well as
my lawyers, to do their work without any polemics on my part.
I have decided to break my silence in order to address myself directly
to you without any intermediaries and in my own words.
I have had my share of dramas and joys, as we all have, and I am not
going to try to ask you to pity my lot in life. I ask only to be treated
fairly like anyone else.
It is true: 33 years ago I pleaded guilty, and I served time at the
prison for common law crimes at Chino, not in a VIP prison. That period
was to have covered the totality of my sentence. By the time I left prison,
the judge had changed his mind and claimed that the time served at Chino
did not fulfil the entire sentence, and it is this reversal that justified
my leaving the United States.
This affair was roused from its slumbers of over three decades by a
documentary film-maker who gathered evidence from persons involved at the
time. I took no part in that project, either directly or indirectly. The
resulting documentary not only highlighted the fact that I left the United
States because I had been treated unjustly; it also drew the ire of the
Los Angeles authorities, who felt that they had been attacked and decided
to request my extradition from Switzerland, a country I have been visiting
regularly for over 30 years without let or hindrance.
I can now remain silent no longer!
I can remain silent no longer because the American authorities have
just decided, in defiance of all the arguments and depositions submitted
by third parties, not to agree to sentence me in absentia even though the
same Court of Appeal recommended the contrary.
I can remain silent no longer because the California court has dismissed
the victim’s numerous requests that proceedings against me be dropped,
once and for all, to spare her from further harassment every time this
affair is raised once more.
I can remain silent no longer because there has just been a new development
of immense significance. On February 26 last, Roger Gunson, the deputy
district attorney in charge of the case in 1977, now retired, testified
under oath before Judge Mary Lou Villar in the presence of David Walgren,
the present deputy district attorney in charge of the case, who was at
liberty to contradict and question him, that on September 16, 1977, Judge
Rittenband stated to all the parties concerned that my term of imprisonment
in Chino constituted the totality of the sentence I would have to serve.
I can remain silent no longer because the request for my extradition
addressed to the Swiss authorities is founded on a lie. In the same statement,
retired deputy district attorney Roger Gunson added that it was false to
claim, as the present district attorney’s office does in their request
for my extradition, that the time I spent in Chino was for the purpose
of a diagnostic study.
The said request asserts that I fled in order to escape sentencing
by the U.S. judicial authorities, but under the plea-bargaining process
I had acknowledged the facts and returned to the United States in order
to serve my sentence. All that remained was for the court to confirm this
agreement, but the judge decided to repudiate it in order to gain himself
some publicity at my expense.
I can remain silent no longer because for over 30 years my lawyers
have never ceased to insist that I was betrayed by the judge, that the
judge perjured himself, and that I served my sentence. Today it is the
deputy district attorney who handled the case in the 1970s, a man of irreproachable
reputation, who has confirmed all my statements under oath, and this has
shed a whole new light on the matter.
I can remain silent no longer because the same causes are now producing
the same effects. The new District Attorney, who is handling this case
and has requested my extradition, is himself campaigning for election and
needs media publicity!
I can no longer remain silent because the United States continues to
demand my extradition more to serve me on a platter to the media of the
world than to pronounce a judgment concerning which an agreement was reached
33 years ago.
I can remain silent no longer because I have been placed under house
arrest in Gstaad and bailed in very large sum of money which I have managed
to raise only by mortgaging the apartment that has been my home for over
30 years, and because I am far from my family and unable to work.
Such are the facts I wished to put before you in the hope that Switzerland
will recognize that there are no grounds for extradition, and that I shall
be able to find peace, be reunited with my family, and live in freedom
in my native land.
Roman Polanski
(Tr. Janet Lizop)
1.
Die Verhaftung des genialsten derzeitigen Filmemachers erweist sich zusehends
auch als rechtlichen Sündenfall. Nicht nur versauert der bald 77 jährige
Vater von Rosmary’s Baby, The Pianist und The Ghostwriter in seinem goldigen
Auslieferungs-Käfig in Gstaad. Sondern die für einen Rechtsstaat
bedenklichen Vorkommnisse vor und seit seiner Verhaftung am 26.September
2009 im Flughafen Zürich dürften auch den Steuerzahler noch teuer
zu stehen kommen. Und mit jedem weiteren Tag der Freiheitsentziehung für
Roman Polanski wird der Imageschaden für die Schweiz unverhältnismässiger
und unverantwortbarer. Denn seit 33 Jahren lautet der einzige formelle
Anklagepunkt gegen ihn « unlawful sexual intercourse », d.h.
ausserehelicher Geschlechtsverkehr – nota bene mit einem Opfer, welches
ihm schon längst verziehen hat und sich seither aktiv gegen die –
übrigens noch gar nicht erfolgte – gerichtliche Verurteilung Polanskis
wendet. Aber auch weil, wie anderswo gezeigt (www.solami.com/polanskicausa.htm
¦ www.solami.com/extraditionstop.htm#akut),
demnach ein nach Schweizer Recht festzustellender auslieferungsfähiger
Straftatbestand gar nie bestand.
Commentaire
par Iconoclast
— lundi 3 mai 2010 @ 21:33
2.The
US have indeed a double agenda, you cannot give a sentence and later change
it later. This is just a witch hunt, and better if the « prey »
has a progressive mind, and is European. The US legal system is not corrupt?
What a joke! What do you think a bunch of rednecks jury would decide after
all the media attention, at libertarian Euro criminal trying to escape
their holy country? And Switzerland is playing a disgusting role is all
of this. If mr. Polanski already did jail time, if justice has made errors
and contraditory decisions, if the victim asked to let the case rest, if
more than 30 years have passed, let it rest.
Free
Polanski!
Commentaire
par Wiborg — lundi 3 mai 2010 @ 12:47
3.great
post as usual!
Commentaire
par MarkSpizer — lundi 3 mai 2010 @ 10:33
4.Outrageous
that the Swiss Authorities deny Roman Polanski justice ….. yet during &
after WW2, the Swiss were complicit in allowing the Nazis to destroy so
many people & countries & continued to help in allowing the Nazis
their freedom.
Commentaire
par Jeremy — lundi 3 mai 2010 @ 08:04
5.Please
remember, despite the cruelty of the LA court, there are millions of us
on this planet who value you as a world class, major artist. We wait patiently
for a new film by Roman Polanski and hope that there will be many, many
more following the brilliant GHOST WRITER. Though it will not mean much
to you now, but the truth is a hundred years from now all this scandal
will fade into the background and your films will get top billing when
your name is spoken. Roman Polanski, I wish you and your family all the
luck in the world. Nick Faust
Commentaire
par Nick Faust — lundi 3 mai 2010 @ 05:11
Bei einer Auslieferung handelt es sich um einen Hoheitsakt, der nach verbreiteter Einschätzung im Belieben der Landesregierung steht. Die Schweiz hat beim Auslieferungsentscheid in der Causa Polanski politischen Handlungsspielraum, den sie nutzen sollte.Die Verhaftung von Roman Polanski war rechtens. Im geltenden Auslieferungsvertrag zwischen der Schweiz und den USA wird die Verjährung nach dem Recht des ersuchenden Staates beurteilt. Das ist im Vergleich mit dem bis 1997 geltenden Recht neu. Die Änderung ist schwer nachvollziehbar und scheint systemwidrig, denn es ist Praxis der Schweiz, nur Täter auszuliefern, wenn sie sich nach schweizerischem Recht strafbar gemacht haben oder wenn ihre Taten nach schweizerischem Recht nicht verjährt sind. Das ist nach schweizerischem Recht der Fall, denn zum Zeitpunkt der Polanski vorgeworfenen Tat galt die Unverjährbarkeit für derartige Delikte noch nicht. Nachvollziehbar oder nicht: Der Vertrag wurde so unterzeichnet und ist rechtsgültig.Von Elisabeth Kopp
Korrektheit contra Publizität
Die Tat wäre auch nach dem Recht in den meisten amerikanischen
Gliedstaaten verjährt. Dagegen gilt in den USA eine ausgesprochene
Verurteilung als unverjährbar. Polanski wurde schuldig gesprochen,
hat sich aber vor der Urteilsverkündung der anstehenden Strafe durch
Flucht nach Frankreich entzogen. Ob sich das kalifornische Gericht «unerlaubter
Absprachen und Fehlverhaltens» während des Gerichtsverfahrens
schuldig gemacht hat, wie dies die Anwälte von Polanski vor dem Superior
County Court in Los Angeles geltend machen, ist für die Schweizer
Behörden unerheblich. Diese Vorwürfe müssen in den USA geklärt
werden.
Immerhin sei die Bemerkung erlaubt, dass es nicht das erste Mal in der amerikanischen Justizgeschichte wäre, dass ein Richter sich weniger um rechtliche Korrektheit kümmert als um die Publizität um seine Person. Das führte zum Beispiel in der Angelegenheit des Rohstoffhändlers Marc Rich so weit, dass sich die Amerikaner nicht einmal bemüssigt fühlten, ein Auslieferungsbegehren zu stellen, sondern in krasser Verletzung der schweizerischen Souveränität die Herausgabe der von ihnen gewünschten Akten durch Beugebussen zu erzwingen versuchten. Sie schreckten nicht einmal davor zurück, Häscher in die Schweiz zu entsenden, um Marc Rich zu verhaften und ihn in die USA zu entführen.
Rechtlich nicht ins Gewicht fallen darf der Umstand, dass es sich bei Polanski um einen international berühmten Regisseur handelt. Vor dem Gesetz ist jeder Bürger gleich. Hat die Schweiz also bei dem Auslieferungsentscheid gar keinen Spielraum? Doch, sie hat ihn.
Kein Rechtsanspruch auf Auslieferung
Bei der Behandlung des Auslieferungsvertrags zwischen der Schweiz und
den USA im Ständerat im Jahre 1991 hat der damalige Bundesrat Koller
nach meiner und nicht nur meiner Auffassung zu Recht ausgeführt, dass
es sich bei einer Auslieferung um einen Hoheitsakt handle, der im Belieben
der Landesregierung stehe. Es gebe keinen Rechtsanspruch auf Auslieferung.
Ein Hoheitsakt umfasst immer eine Interessenabwägung. Dabei werden neben rechtlichen auch politische Überlegungen angestellt. Im Vordergrund stehen meistens aussenpolitische Interessen, doch ist die Berücksichtigung des einheimischen Ordre public nicht weniger wichtig.
Schlecht anstehen würde es der Schweiz, wenn sie Polanski mit Blick auf die gegenwärtigen Auseinandersetzungen rund um den Staatsvertrag an die USA ausliefern würde. Ein solches Vorgehen würde ihr zu Recht als Liebedienerei angelastet. Der Respekt der USA gegenüber der Schweiz würde dadurch zusätzlich geschmälert.
Zum schweizerischen Ordre public gehören unter anderem offensichtliche Unvereinbarkeit mit wesentlichen Grundsätzen des um Rechtshilfe ersuchten Staates, also der Schweiz, oder die Untragbarkeit einer Auslieferung in einem konkreten Fall. Beides scheint mir gegeben. Seit der Polanski vorgeworfenen Tat sind rund 33 Jahre verstrichen. Nach derart langer Zeit ist ein faires Verfahren nicht möglich. Wer weiss, wie sehr Zeugenaussagen unmittelbar nach einer Tat auseinandergehen können, kann sich leicht vorstellen, wie viel schwieriger das nach so langem Zeitablauf ist. Die Verjährung dient nach unserer Auffassung dem Rechtsfrieden.
Wohlverstanden: Bei der von Polanski begangenen Tat, zu der er sich auch schuldig bekannte, geht es um alles andere als um ein Kavaliersdelikt. Wo aber kann das Interesse an einer Neuaufrollung des Falles liegen, wenn selbst das Opfer das nicht will? Soll das Opfer noch einmal durchleben müssen, was damals geschah, obwohl es dem Täter vergeben hat und zivilrechtlich entschädigt wurde? Ist die Auslieferung tragbar unter Berücksichtigung der langen Zeit seit Begehung der Tat, des Alters und des Gesundheitszustands des Täters? Ist das unserer Rechtsordnung innewohnende Prinzip der Verhältnismässigkeit gewahrt?
Glaubwürdigkeit auf dem Prüfstand
Könnte man nicht auch argumentieren, dass der Täter mit der
bereits über ein halbes Jahr dauernden Auslieferungshaft, auch wenn
er sie in seinem eigenen Haus absolvieren konnte, und dem Medienrummel,
in dem auch seine damalige Tat wieder aufgewärmt wurde, genug bestraft
sei? Und nicht zuletzt: Wie könnte die Schweiz glaubhaft dartun, dass
die Auslieferung unumgänglich sei, wo doch Polanski jahrelang unbehelligt
in unserem Land ein und aus ging, ja ein eigenes Chalet in Gstaad besitzt?
Geriete sie nicht selber in ein schiefes Licht?
Das EJPD bzw. der Bundesrat, der wohl in diesem politisch brisanten Fall mitreden wird, hat einen Ermessensspielraum. Dem Bundesgericht, das bei einer Zustimmung zum Auslieferungsbegehren wohl als letzte Instanz entscheiden müsste, sind rechtlich enge Grenzen gesetzt.
Elisabeth Kopp gehörte
von 1984 bis 1989 dem Bundesrat an. Sie stand dem Eidgenössischen
Justiz- und Polizeidepartement vor.
Michael
Ehrlichauf (4. Mai 2010, 08:53)
Es
geht um Verhältnismäßigkeit und Fairness
Gewissenhaft
und sorgfältig durchdachter Beitrag zu diesem schwierigen Thema, das
naturgemäß beim Leser "Furore" macht.
Auch
ich sehe bei der Gewichtung der Argumente das berechtigte Interesse des
Opfers für sich und seine Familie als wesentlich an.
Es
würde mich freuen wenn die "unabhängige" Schweiz sich für
eine Freilassung von Roman Polanski, bzw. eine Ablehnung des Auslieferungsbegeherens
an die USA am Ende doch noch einsetzen würde.
Freundliche
Grüße, M.E.
Vinzenz
Bieri (4. Mai 2010, 09:20)
Von
Anfang an rechtmässig handeln
Gstaad
hat Polanski eine Liegenschaft kaufen lassen, die Schweiz hat ihm jahrelang
die Ein- und Ausreise gestattet und der Regisseur hätte in Zürich
sogar geehrt werden sollen. Wenn dies alles ein Fehler der Politik gewesen
sein sollte, so kann ein Rechtsstaat ihre früheren Entscheide nicht
einfach unter den Teppich kehren und den Schwarzen Peter meuchlings weiterreichen,
denn das Vorleben Polanskis war den Behörden von Anfang an bekannt
und dieses hat niemanden bekümmert.
Sergio
Pastore (4. Mai 2010, 09:26)
Die
Schweiz und Polanski
Ein
Kompliment an Frau Kopp. Es freut mich richtig, dass es noch Schweizer
gibt, die sachlich, kompetent und menschlich denken. Polanksi ist eine
älterer Herr und hat zwei kleine Kinder. Er ist nicht gemeingefährlich
und hat auch als genialer Flimemacher Verdienste erworben. Die Verjährbarkeit
auch schwerer Delikte ist eine grosse Errugenschaft der Zilvilisation und
auch zutiefst christlich. Oder sollen wir zum Talionsgesetz zurück,
oder gar die Sharia einführen?
Es
ist empörend, wie viele verklemmte Bünzlis sich über Polanskis
Verhaftung und wahrscheinliche Auslieferung freuen und sich daren richtig
ergeilen: Endlich kann man einen Prominenten und Wohlhabenden an den Galgen
bringen.
Die
fast gewerbmässig betriebene Pädophilie katholischer Priester
wirft kaum so hohe Wellen, obwohl diese heute noch aktiv sind und unter
uns leben und "wirken", also brandgefährlich sind.
Anton
Keller (4. Mai 2010, 09:55)
War
seine Verhaftung wirklich rechtens?
Die
Verhaftung des genialsten derzeitigen Filmemachers erweist sich zusehends
auch als rechtlichen Sündenfall. Nicht nur versauert der bald 77 jährige
Vater von Rosmary’s Baby, The Pianist & The Ghostwriter im goldigen
Käfig in Gstaad. Sondern die bedenklichen Vorkommnisse vor & seit
seiner Verhaftung dürften auch den Steuerzahler noch belasten. Und
mit jedem weiteren Tag seiner Freiheitsentziehung wird der Imageschaden
für die Schweiz unverhältnismässiger & unverantwortbarer.
Denn seit 1977 lautet der einzige formelle Anklagepunkt «unlawful
sexual intercourse», d.h. ausserehelicher Geschlechtsverkehr – nota
bene mit einem Opfer, welches ihm schon längst verziehen hat &
sich seither aktiv gegen die gerichtliche Verurteilung Polanskis wendet.
Aber auch weil, wie anderswo gezeigt (www.solami.com/polanskicausa.htm
¦ .../extraditionstop.htm#akut),
demnach ein nach Schweizer Recht festzustellender auslieferungsfähiger
Straftatbestand gar nie bestand.
Michael
Schumacher (4. Mai 2010, 10:48)
Verhältnismässigkeit
und Fairness
Frau
Kopp verdient viel Lob für ihren objektiven, vernünftigen Beitrag.
Gut zu wissen, dass es noch Menschen gibt, die nicht auf populistische
Hysterien aufspringen und die Sache pragmatisch und unvoreingenommen betrachten.
Wir sind nur glaubhaft, wenn wir die Verhältnismässigkeit und
die Fairness bewahren. Wider einer "Aug um Aug, Zahn um Zahn" Mentalität,
welche in die graue Urzeit gehört.
Fredy
Boos (4. Mai 2010, 11:21)
Weisheit
bewährt sich
Danke
Frau Kopp, Vernunft gepaart mit Sachverstand und nicht übereiligen
Entscheiden wäre in der Sache Polanski der richtige Weg gewesen. Mir
graut es vor den heutigen kleinkarierten Entscheidungsträgern.
Jetzer
Harley W. (4. Mai 2010, 11:40)
Menschenrechte
und Würde
Die
Schweiz brüstet sich immer als Vorbild in humanitären Belangen.
Selbst Mörder werden nicht ausgeliefert bei fraglicher Gerichtsbarkeit
oder Todesstrafe. Menschenrechte: Die Würde des menschen ist unantastbar!
Wo ist da die Würde welche Polanski sicher verdient? WS sollte sich
schämen!
Vielen
Dank Frau Kopp !!!
Auch
bei Ihnen wurde die Würde ja nicht gerade gross geschrieben. Aber
Neid, Missgunst und Schadenfreude sind die Triebfedern von gewissen Medien.
martin
joos (4. Mai 2010, 12:05)
Handlungsspielraum
unbedingt nutzen!
Die
Verhaftung von Roman Polanski mag rechtens gewesen sein. Die Art und Weise,
wie dies geschah, entsprach aber eher einem Schurkenstaat als der Schweiz,
wie sie sich gerne im Ausland präsentiert. (Man denke an die "grünen
Wiesen" die für "uns" momentan in China Werbung machen...!) Wenn man
alles bedenkt, das die "Causa Polanski" so brisant macht, dann muss ganz
einfach schon der geringste politische Handlungsspielraum genutzt werden,
um eisiges Rechtsempfinden in ein Klima zu bringen in dem es zusammenschmilzt
zu einem vernünftigen Recht auf Menschenwürde (nämlich auch
jenes des damaligen „Opfers“) und entsprechend (nicht nach sturem Recht)
handeln zu können!
Gregor
Faust (4. Mai 2010, 13:50)
Danke
Treffender
hätte man es nicht auf den Punkt bringen könne. Danke, Frau Kopp.
Gregor
Faust
andré
schnyder (4. Mai 2010, 15:28)
Ein
Steilpass an die Regierung
Das
ist ja wirklich ein Steilpass, den die NZZ da, gewiss nicht zufällig
sondern genau überlegt, der Regierung - bzw. der zuständigen
Bundesrätin serviert: zuerst am Montag der Hilferuf von Polanski,
heute der klug abwägende Artikel von Frau Kopp.
Allerdings:
"Denk ich an diese Regierung in der Nacht / So bin ich um den Schlaf gebracht."
Mal
sehen, was daraus wird.
Georg
Merkl (4. Mai 2010, 17:40)
Pacta
sunt servanta
Frau
Kopp scheint keine umfassende juristische Analyse des Auslieferungsvertrags
zu machen und spricht diffus von einem angeblichen "Ermessensspielraum".
Wenn die Verjährung des ersuchenden Staats gilt und es im Vertrag
keine Vorbehalte für schweizer Recht gibt, ist er auszuliefern. Allerdings
sind auch Verträge zwischen Staaten einzuhalten. Sie vorher zu unterschreiben
und dann nachher zu lamentieren ist kein Vorbild. Es ist fraglich ob es
sich die Schweiz vor dem Hintergrund des noch nicht ratifizierten und eingehaltenem
UBS-Staatsvertrag realpolitisch erlauben kann, einen weiteren Staatsvertrag
nicht einzuhalten. Marc Rich wurde in den USA wegen Steuerhinterziehung
rechtskräftig verurteilt und ist in die Schweiz geflohen bzw. wurde
nicht ausgeliefert. Die Anforderung der Buchhaltung bzw. Bankunterlagen
von Marc Richt's schweizer Firma sollte die nötigen Beweise liefern.
Eine reine Auslieferung von Marc Rich ohne Beweise hätte für
eine Verurteilung wenig gebracht.
Anton
Keller (5. Mai 2010, 10:44)
@
Merkl: Polanskis Auslieferung ist nicht zwingend
Der
bis 1997 gültige Auslieferungsvertrag von 1900 erfasste den Straftatbestand
des unlawful sexual intercourse" nicht, und enthielt eine beidseitige Verjährungsklausel.
Nach dem "plea bargaining" von 1977 stand demnach hierzulande nie eine
auslieferungsfähige Straftat zur Debatte. Denn auch Art.2 des jetzigen
Auslieferungsvertrags bezeichnet das nationale Recht als massgebend dafür
was auslieferungsfähig ist und was nicht. Die Materialien belegen,
dass der Verjährungsartikel 5 dieses Vertrags lückenhaft ist
und nicht massgebend sein kann. Es ist sodann nicht erkennbar, wie die
schon unter dem alten Regime bestehende Auslieferungshürde, und die
gegebenenfalls spätestens 1992 erfolgte absolute Verjährung,
durch den jetzigen Vertrag rechtens aufgehoben werden könnten. Das
Bundesstrafgericht sah sich nicht gemüssigt, die offenbar mangelhafte
Parteiargumentation von sich aus zu ergänzen und die diesbezügliche
Rechtslage festzustellen.
Georg Merkl (5. Mai 2010, 14:20)
Auslieferungsvertrag vom 14.
November 1990
Der Auslieferungsvertrag ist seit
dem 10. September 1997 in Kraft. Laut Art. 25 Abs. 3 gelten ausser bei
bereits bei Inkrafttreten hängigen Auslieferungsverfahren die alten
Auslieferungsverträge als aufgehoben. Laut Art. 22 wird der Vertrag
auch auf strafbare Handlungen laut Art. 2 angewendet, die vor Inkrattreten
begangen wurden. Laut Art. 2 reicht es, dass die Straftat auch in der Schweiz
eine Straftat ist (Sexuelle Handlung mit Minderjährigen oder Nötigung).
Laut Art. 5 ist allein die Verjährung des ersuchenden Staates massgeblich.
Ein Vorbehalt für innerstaatliches Recht existiert nicht. Art. 23
scheint im Verhältnis zu einer Auslieferung nach Landesrecht oder
einem anderen Abkommen dem Recht das die Auslieferung erleichtern würde
den Vorrang zu geben. Materialien die nicht von beiden Vertragsparteien
unterzeichnet wurden sind unerheblich und werden von den USA gewiss nicht
akzeptiert werden. Wo sehen Sie da Ermessensspielraum?
Roland Horni (5. Mai 2010, 17:15)
keine andern Probleme?
Solange man Kriegsverbrecher frei
herumlaufen lässt oder Wirtschaftsgauner, die tausende von Bürgern
um ihr Erspartes brachten und somit weit mehr verbrochen haben, frage ich
mich, warum man um das Vergehen eines Polanskis, das schon mehr als 30
Jahre zurück liegt, so ein Aufhebens macht. Ich werde den Verdacht
nicht los, dass sich die Schweiz damit bei den Amis einschleimen wollen,
damit sie ev. in Sachen UBS etwas milder gestimmt werden. Und wenn dies
der Fall sein sollte, sieht es für Hr Polanski schlecht aus.
Anton Keller (5. Mai 2010, 18:42)
Eigentor?
Der Ermessensspielraum ergibt sich
aus der Souveränität der Vertragspartner, welche ihre Beziehungen
nach den Regeln des Völkerrechts pflegen mögen. Jede Auslieferung
von Personen – und nota bene Daten – ist ein Hoheitsakt, der auch gemäss
BR Koller "im Belieben der Landesregierung bleibt" & wozu kein Rechtsanspruch
besteht. Gegebenenfalls muss die konkrete - nicht die abstrakte - Straftat
auslieferungsfähig sein, definiert nach dem in Art.2 als massgebend
festgelegten nationalen Recht. Die Schweiz hat die Wiener Vertragsrechts-Konvention
ratifiziert; die USA halten sich dagegen bei Bedarf an die Vorrangigkeit
des nationalen Rechts (1987 Supreme Court iS Aerospatiale: Beweiserpressung
& Diebstahl sind ok, wann immer "Convention procedures would be unduly
time-consuming and expensive, and less likely to produce needed evidence
than direct use of the Federal Rules."). Einseitig praktiziert mutieren
Anstand & Vertragstreue zu selbstschädigenden Torheiten.
Georg
Merkl (6. Mai 2010, 15:48)
Vertragsbruch
I
@Anton
Keller: Ich denke es steht ausser Streit, dass das Gefügigmachen einer
13jährigen mit Drogen und darauffolgende sexuelle Handlungen auch
in der Schweiz zum Tatzeitpunkt strafbar war und Art. 2 somit erfüllt
sein muss. Art. 2 setzt explizit keine formelle Verurteilung voraus. Die
Entscheidung über eine Auslieferung ist ein Hoheitsakt. Selbstverständlich
kann man sich auch entscheiden einen Staatsvertrag wie jeden anderen Vertrag
nicht einzuhalten selbst wenn die Bedingungen für eine Auslierfung
laut Vertrag erfüllt sind. Dass es keinen Rechtsanspruch auf Auslieferung
gibt bedeutet lediglich, dass die USA bei Nichteinhaltung des Staatsvertrags
durch die Schweiz kein Schweizer oder internationales Gericht anrufen können
um die Einhaltung durchzusetzen.
Georg
Merkl (6. Mai 2010, 16:01)
Vertragsbruch
II
@Anton
Keller: Frau Kopp nennt als Grund für eine Nichteinhaltung den Schweizer
Ordre Public worunter sie anscheinend die in Auslierferungsverträgen
mit anderen Staaten und früher gepflegte Voraussetzung der doppelten
Nichtverjährung nach dem Recht des um die Auslieferung ersuchenden
Staats und jenem der Schweiz meint. In Art. 5 hat die Schweiz aber explizit
mit den USA vereinbart, dass sich die Verjährung nach dem Recht des
ersuchenden Staats richtet und keine Vorbehalte für das Schweizer
Recht in den Vertrag eingebaut. Die Schwierigkeit der Beweisführung
für eine strafrechtliche Veurteilung nach vielen Jahren ist eine klassische
Begründung für gesetzliche Verjährungsfristen. In diesem
Fall ist die Beweisführung aber schon abgeschlossen und bereits ein
Urteil gefällt worden. Es wäre an Herrn Polanski gewesen den
normalen Rechtsschutz in Anspruch zu nehmen und Berufung in mehreren Gerichtsinstanzen
einzulegen. Es ist seine eigene Schuld, dass nun 33 Jahre vertrichen sind.
Georg
Merkl (6. Mai 2010, 16:12)
Vertragsbruch
III
@Anton
Keller: In den Strafrechtsordnungen mehrerer Länder wird zwischen
Antragsdelikten bei denen eine Strafverfolgung nur auf Antrag des Geschädigten
erfolgt und zwischen Offizialdelikten bei denen auf jeden Fall eine Strafverfolgung
erfolgt unterschieden. Meist sind schwerere Straftaten Offizialdelikte.
Das Interesse des Opfers an einer Strafverfolgung spielt bei einem Offizialdelikt
keine Rolle. Die Begründung dafür ist das Interesse des Staats
(ordre public) an einer Strafverfolgung um mögliche künftige
Straftaten abzuschrecken. Abgesehen davon könnte ein Verzicht durch
die Opfer sonst von reichen Tätern auch erkauft werden. Die Straftat
wurde in den USA begangen womit die US-Justiz zuständig ist. Ob Polanski
haftfähig ist, richtet sich nach US-Recht und ist eine medizinische
Frage.
Anton
Keller (6. Mai 2010, 18:51)
Auslieferungsrecht
101
Aus
Respekt gegenüber dem souveränen Partnerstaat musste ein Auslieferungsbegehren
vor Inkrafttreten des jetzigen Auslieferungsvertrags 1997 "genügend
begründet und durch die nöthigen Aktenstücke unterstüzt"
sein (www.solami.com/unrechtsbeihile.htm).
Mit dem neuen Vertrag entfiel das Beweisdossier und die abschliessende
Liste auslieferungsfähiger Straftaten – ohne jedoch den Hoheitsrechten
des ersuchten Staates Abbruch zu tun. Deshalb weigert sich das BJ zurecht,
auf gewisse Polanski-Forderungen einzutreten. Es ist hingegen berufen,
die nationalen Interessen nicht denjenigen der USA hintan zu stellen und,
gemäss Art.267 StGB, auch nicht fahrlässig „Unterhandlungen mit
einer auswärtigen Regierung zum Nachteile der Eidgenossenschaft“ zu
führen. Und wenn die US-Freunde unsere souveräne Vertragsinterpretation
nicht teilen und deshalb von sich aus auf eine Auslieferung verzichten
sollten, stünde in Art.24 das Instrument des Meinungsaustausches zur
Verfügung.
Anton
Keller (6. Mai 2010, 18:52)
Auslieferungsrecht
102
Jede
Vertragsklausel hat ihre Genesis. Diese ist zu berücksichtigen wenn
Textkonflikte und Systemwidrigkeiten einer einvernehmlichen Lösung
bedürfen. Beim oberflächlich klaren Verjährungsartikel 5
ist dies der Fall. Er weicht vom symmetrischen Pendant des abgelösten
Vertrags ab, und dürfte im umgekehrten Fall amerikanischerseits -
weil versehentlich zustandegekommen - als irrelevant ausgeschlagen werden.
Dies umso mehr, als Art.2 das nationale Recht unmissverständlich als
massgebend bezeichnet zur Bestimmung darüber, was eine auslieferungsfähige
Straftat ist und was nicht. Die BR-Botschaft 90.076 verweist auf die grundsätzliche
Übereinstimmung des Vertrags mit dem nationalen IRSG und der europäischen
Auslieferungskonvention; Abweichungen davon sind Gegenstand der Botschaft.
Der Verjährungsartikel 5 wird weder erwähnt noch kommentiert.
Er ist dem Verjährungsunterbrechungs-Artikel 13 des IRSG nachgebildet,
ohne Berücksichtigung von dessen Art.5 - eine echte Lücke.
Anton
Keller (6. Mai 2010, 18:52)
Auslieferungsrecht
103
Nach
dem jetzigen Vertrag obliegt es zwar nicht den Schweizer Behörden,
über Schuld, Unschuld, Verfahrensmängel, etc. zu befinden. Das
entlastet sie aber nicht von ihrer verfassungsmässigen Verpflichtung,
die nationalen Rechte & Interessen kompetent, zeitig & nach Kräften
geltend zu machen & befolgen. Wie gezeigt erleichtert dies der Vertrag
verschiedentlich (www.solami.com/extraditionstop.htm#akut).
Z.B. indem nicht die abstrakte, sondern die vom ersuchenden Staat konkret
geltend gemachte Straftat auf ihre Auslieferungsfähigkeit zu überprüfen
ist, und zwar nach dem massgebenden nationalen Recht gemäss Art.2.
Seit dem „plea bargaining“ 1977 wäre unter dem alten & dem jetzigen
Regime eine Auslieferung mit dem nationalen Recht unvereinbar gewesen.
Dies träfe auch zu, wenn seit dem Haftbefehl von 1978 im Sinne von
Art.25 Abs.3 eine Hängigkeit geltend gemacht würde. Denn dann
müsste das Gesuch nach dem bis 1997 geltenden Auslieferungsregime
beurteilt werden.
Georg
Merkl (7. Mai 2010, 08:52)
Vertragsbruch
IV
@Anton
Keller: Sind wir uns einig, dass Sex mit einer Minderjährigen durch
einen wesentlich älteren Erwachsenen in der Schweiz heute und bereits
seit langem strafbar ist und Art. 2 somit erfüllt ist? Sind wir uns
einig, dass das aktuelle Auslieferungsgesuch erst vor kurzer Zeit gestellt
wurde und deshalb der Auslieferungsvertrag von 1997 anwendbar ist und,
dass dieser laut Art. 22 auch auf strafbare Handlungen laut Art. 2 angewendet,
die vor Inkrattreten begangen wurden? Bei der Auslegung geht der Wortlaut
einer Gesetzesbestimmung oder eines Staatsvertrags sonstigen nicht von
beiden Vertragsparteien unterzeichneten nationalen Materialien über
dessen Entstehungsgeschichte oder Interpretation vor. Besonders bei Staatsverträgen
wird das Argument man hätte sich etwas anderes gedacht als man im
Wortlaut geschrieben hat nicht gelten, dazu hätte man die Möglichkeit
gehabt nationale Vorbehalte in der Vertrag zu schreiben.
Georg
Merkl (7. Mai 2010, 09:01)
Vertragsbruch
V
@Anton
Keller: Daneben kann auch noch die Systematik der anderen Artikel des Staatsvertrags
und als Auslegungshilfe dienen. Wenn in einem Artikel auf die doppelte
Strafbarkeit (Art. 2) abgestellt wird, im Artikel 5 über die Verjährung
aber EXPLIZIT nur auf das Recht des ersuchenden Staates abgestellt wird.
Damit haben die Vertragsparteien gezeigt, dass Sie sehr wohl unterscheiden
können wann zusätzliches nationales Recht erfüllt sein muss.
In Art. 3, 4, 6 werden diverse nationale Vorbehalte explizit verankert
bzw. in Art. 8 die Staatsbürgerschaft als Vorbehalt explizit ausgeschlossen.
Auch das spricht dafür, dass die Vertragsparteien da sehr wohl differenzieren
wollten. Der Wortlaut und die Systematik haben Vorrang vor der Botschaft
die vor der Unterzeichnung nur einer Vertragspartei diente und in der vergessen
wurde explizit erklären, dass Art. 5 eine Änderung gegenüber
der bisher üblichen Praxis darstellt.
Werner
Moser (7. Mai 2010, 10:35)
Ermessensspielraum?
Gesetze
& Abkommen (USA/CH) sind betreffend diesen Fall pro Saldo schlüssig.
Deshalb heisst es wohl auch im Artikel, dass dem Bundesgericht (BG) (als
letzte CH-Instanz) „gesetzlich enge Grenzen“ gesetzt sind. Damit andeutend
(?), dass die BG-Zustimmung zum US-Auslieferungsbegehren kaum verweigert
werden kann. Darum dürfte die Autorin auch auf das „in unserer (i.e.
CH) Rechtsordnung innewohnenden Prinzip der Verhältnismässigkeit“
hingewiesen haben. Verbunden mit einem „Wink mit dem Zaunpfahl“ (>BR?),
diesen „politischen Handlungsspielraum“ auszunützen. Der „Ermessensspielraum“
bezieht sich also auf den „politischen Handlungsspielraum“. Und diesen
ausnützen würde heissen, bestehende CH-Verpflichtungen gegenüber
den USA nicht erfüllen zu wollen. Nota bene: Aus politischen (humanitären?)
Gründen, was (mit Blick auf die Rechtsstaatlichkeit CH/USA & dieser
komplexen Causa) kaum zu begründen wäre. Jedenfalls nicht via
NZZ-Blogs!
Anton
Keller (7. Mai 2010, 11:26)
Unbehelfliche
Nibelungentreue
Die
Erkenntnis des Irrtums ist der erste Schritt zur Wahrheit. Auch ich habe
kein Monopol für Wahrheit. Aber ich erwarte von unseren Staatsdienern,
dass sie wissen woher sie kommen – damit sie die Richtung in eine Erfolgszukunft
beibehalten & diese nicht verbauen. Dass sie das ihnen anvertraute
Erbgut & Eingemachte kennen – um es bewahren, mehren & weitergeben
zu können. Und dass sie sich dazu mehr vom zugrundeliegenden Geist
als den oberflächlichen Ab- & Zerrbildern leiten lassen – zB nach
dem Vorbild des Vertragsunterhändlers (www.solami.com/edouardbrunner.htm).
Er würde keinen Moment zögern, die Konsequenzen aus den vorliegenden
Erkenntnissen zu ziehen. Denn das der Zivilisation innewohnende, sie prägende
& vorantreibende Recht auf Begehung eines Irrtums ist untrennbar verbunden
mit seinem siamesischen Zwilling, dh der Verpflichtung zur Eingestehung
des Irrtums als Voraussetzung seiner Nicht-Wiederholung, schnellstmöglichen
Behebung & Wiedergutmachung.
AFFAIRE POLANSKI
La
Suisse doit refuser l’extradition
S. G. - L’ex-conseillère fédérale
Elisabeth Kopp incite le gouvernement à ne pas céder devant
les Etats-Unis.
L’extradition de Roman Polanski n’est pas une obligation absolue pour
la Suisse, en dépit du traité avec les Etats-Unis. Dans une
tribune libre publiée hier dans laNeue Zürcher Zeitung, l’ex-con-
seillère fédérale Elisabeth Kopp exhorte le Conseil
fédéral à refuser de livrer le cinéaste si
l’Office fédéral de la justice (sa décision est imminente)
ou le Tribunal fédéral (en cas de recours de Polanski) venaient
à donner leur feu vert.
Pour l’ancienne ministre de la Justice, l’extradition demeure en effet un acte souverain qui nécessite une soigneuse pesée d’intérêts politiques. Or, si elle accède à la demande des Etats-Unis, la Suisse passera pour servile et perdra tout crédit.
Polanski
erhält Unterstützung von Elisabeth Kopp
Die frühere Justizministerin hofft, dass der
Bundesrat die Auslieferung an die USA stoppt.
Eine Überstellung würde gegen schweizerische
Rechtsgrundsätze verstossen, argumentiert sie.
Von Markus Brotschi
Hilfe
von Elisabeth Kopp: Roman Polanski auf dem Balkon seines Gstaader Chalets.
Seit über sieben Monaten sitzt Roman Polanski in der Schweiz fest, die letzten fünf Monate verbrachte er in Hausarrest in seinem Chalet in Gstaad. Nachdem im April ein kalifornisches Gericht ein Verfahren in Abwesenheit abgelehnt hat, entscheidet das Bundesamt für Justiz (BJ) in den nächsten Wochen über die Auslieferung an die USA. Eine solche hält die frühere Justizministerin Elisabeth Kopp für unverhältnismässig, da Polanski den Missbrauch einer 13-Jährigen vor 33 Jahren begangen habe, wie sie gestern in der NZZ ausführte. «Nach derart langer Zeit ist ein faires Verfahren nicht mehr möglich», sagte Kopp gestern auf Anfrage. Zudem sei die Tat nach Schweizer Recht verjährt. Auch wenn es sich um kein Kavaliersdelikt handle, gebe es kein Interesse an einem erneuten Prozess, zumal auch das Opfer keine Neubeurteilung wolle.
Bundesrat hat Spielraum
Kopps Argumentation deckt sich mit jener von Hans Giger, emeritierter Rechtsprofessor an der Universität Zürich. Eine Auslieferung verstosse gegen den «Ordre public». Schon die Umstände von Polanskis Verhaftung in Zürich sprächen gegen die Auslieferung, sagt Giger.
Da Polanski während Jahren unbehelligt in die Schweiz einreisen konnte, während er bereits von den USA ausgeschrieben war, habe die Verhaftung gegen Treu und Glauben verstossen. Dass in der Schweiz heute Sexualstraftaten an Kindern unverjährbar seien, spiele im Fall Polanski keine Rolle. Die Tat sei 1977 begangen worden und wäre in der Schweiz verjährt. Nach so langer Zeit könne sich ein Angeklagter kaum mehr verteidigen, sagt Giger.
Ermessensspielraum vorhanden
Nach Ansicht Kopps hat der Bundesrat bei Auslieferungen einen Ermessensspielraum. Bei der parlamentarischen Beratung des geltenden Auslieferungsvertrags mit den USA verwies Justizminister Arnold Koller 1991 darauf, dass kein Land einen Rechtsanspruch auf Auslieferung habe. Es handle sich um einen Hoheitsakt, der dem Bundesrat einen Ermessensspielraum gebe.
Für Kopp deuten die Zeichen allerdings auf Auslieferung. Deshalb äussere sie sich nun öffentlich zum Fall. Sie machte während ihrer Bundesratszeit selbst Erfahrungen mit dem Rechtsverständnis der USA. Diese hätten sogar Häscher in die Schweiz entsandt, um den Rohstoffhändler Marc Rich in die USA zu entführen. Sie sei damals hart geblieben und habe so den USA bedeutet, dass für die Schweiz die eigene Rechtsordnung vorgehe. Wenn die Schweiz nun mit Blick auf den Konflikt um UBS-Bankdaten Polanski an die USA ausliefere, würde das der Schweiz zu Recht als «Liebedienerei» angelastet.
Polanski hat schlechte Karten
Zwar liegt der Entscheid formal beim Bundesamt für Justiz (BJ). Die frühere FDP-Bundesrätin nimmt aber an, dass angesichts der Bedeutung des Falls der Auslieferungsentscheid im Bundesrat diskutiert werden könnte. Sie vermutet dennoch, dass der Bundesrat das BJ entscheiden lässt. «Es wäre für ihn die einfachste Lösung. Er kann dann auf die rechtliche Kompetenzordnung verweisen und darauf, dass das Bundesstrafgericht oder allenfalls in letzter Instanz das Bundesgericht zu entscheiden hätte.»
Trotz prominenter Fürsprache hat Polanski also schlechte Karten. Das BJ verwies gestern auf die vertragliche Auslieferungsverpflichtung gegenüber den USA, falls die rechtlichen Voraussetzungen erfüllt seien. Dies werde nun geprüft. Eine Verweigerung der Auslieferung durch den Bundesrat mit Verweis auf den «Ordre public» sei nicht möglich, da der Vertrag mit den USA diesen Vorbehalt nicht zulasse.
Elisabeth
Kopp défend Polanski
Par D.S. Miéville
On peut être en pointe dans la lutte contre la pédophilie, comme le conseiller national valaisan, et prendre la défense du cinéaste. Au nom de l’indépendance nationaleQuelques fantômes de la politique fédérale, comme le lobbyiste Anton Keller, secrétaire de l’Association pour la défense des investisseurs suisses – une officine au croisement d’intérêts politiques et financiers –, et que l’on voyait beaucoup il y a vingt ans dans les coulisses du Palais fédéral, ou l’ancienne conseillère fédérale Elisabeth Kopp se mobilisent depuis plusieurs mois en faveur de Roman Polanski. Moins par amour du cinéma, apparemment, que par attachement à un système de valeurs, l’indépendance nationale en particulier, telles qu’elles étaient cultivées par la génération qui était au pouvoir à l’époque, et telles qu’elles sont encore vécues aujourd’hui par les conservateurs nationalistes.
Cela explique pourquoi l’on retrouve dans cette équipe le conseiller national UDC Oskar Freysinger, trublion, barde valaisan et accessoirement traducteur des poèmes de Hans W. Kopp, le sulfureux époux, aujourd’hui décédé, de l’ancienne conseillère fédérale.
C’est au nom de l’indépendance nationale, du refus de ployer le genou devant les exigences des Américains que ces personnes s’insurgent contre l’extradition de Roman Polanski. Oskar Freysinger n’est pas loin d’y voir la preuve d’un complot machiné par ceux qui abdiquent systématiquement la neutralité et la souveraineté du pays, ce qui explique peut-être pourquoi un parlementaire très branché par le combat contre la pédophilie prend la défense du cinéaste.
Le Valaisan a déposé à ce sujet une motion aux développements quelque peu fumeux, qui est curieusement passée totalement inaperçue. Son principal intérêt réside dans la réponse du Conseil fédéral, qui y précise clairement les circonstances de l’arrestation du cinéaste. C’est au moment où l’Office fédéral de la justice a été averti de la venue au Festival du film de Zurich d’un Roman Polanski qui passait par ailleurs une partie de son temps dans son chalet de Gstaad, que les services d’Eveline Widmer-Schlumpf ont cru bon de faire du zèle et pris l’initiative de demander aux Etats-Unis de confirmer la validité d’une demande d’extradition datant de 2005.
Anton Keller a constitué un épais dossier sur l’affaire Polanski, qu’il a expédié à tous les parlementaires fédéraux, aux conseillers fédéraux et anciens conseillers fédéraux. L’intervention la plus marquante de ce milieu est à ce jour celle d’Elisabeth Kopp dans la NZZ de mardi. L’ancienne cheffe du Département fédéral de justice et police y assure que le Conseil fédéral dispose d’une marge de manœuvre dans l’appréciation des suites à donner à la demande d’extradition américaine.
Les juristes démentent cette appréciation. Il y a certes des exceptions au principe qui veut que l’extradition soit réalisée si les conditions formelles sont remplies, mais elles ne s’appliquent pas au cas Polanski. Le cinéaste ne risque ni la peine de mort, ni la détention à perpétuité, il n’est poursuivi ni pour un délit fiscal, ni pour un délit politique. La Suisse ne peut pas non plus actionner les réserves invoquées pour des raisons de sécurité, ou de trouble de l’ordre public national. Berne ne saurait objectivement prétendre que l’extradition de Roman Polanski porte atteinte à ses intérêts essentiels ou met en danger son ordre intérieur.
Les autorités suisses sont très embarrassées au moment où s’approche l’instant de la décision et ont apparemment vécu autant que l’intéressé lui-même dans l’espoir que l’affaire se réglerait de l’autre côté de l’Atlantique, et que la justice américaine renoncerait à se saisir du cinéaste. Mais c’est avant, au moment où l’on a stupidement préparé son arrestation à Zurich, qu’il fallait faire preuve d’un peu plus de jugeote, notent aujourd’hui aussi bien les politiques que les juristes.
L’ex consigliera federale Elisabeth Kopp incita il governo a non cedere di fronte alle pressioni degli Stati Uniti e a rifiutare l’estradizione del regista Roman Polanski, che da mesi (su richiesta del governo di Washington) si trova agli arresti domiciliari nel suo chalet di Gstaad.
L’estradizione di Polanski non è un obbligo per la Svizzera,
nonostante esista un accordo con gli Stati Uniti al riguardo ; questo il
sunto dell’opinione dell’ex consgliera federale Elisabeth Kopp pubblicata
ieri nella Neue Zürcher Zeitung,
La Kopp esorta il governo federale a rifiutare di consegnare il regista
francese di origine polacca nelle mani degli inquirenti statunitensi, qualora
l’Ufficio federale di giustizia (la cui decisione è attesa a breve)
oppure il Tribunale federale (nel caso in cui Polanski dovesse far ricorso)
dovessero dare il via libera all’estradizione.
Secondo Elisabeth Kopp, che in Consiglio federale negli anni ‘80 era al capo del Dipartimento della Giustizia, l’estradizione rimane un atto sovrano che necessita un’accurato esame di ogni interesse a livello politico. A suo dire, se dovesse cedere alla richiesta degli Stati Uniti, la Svizzera perderebbe ogni credibilità e a livello internazionale passerebbe per una « nazione servile ».
Auch
in engem Spielraum verbleibt Luft
Der weitere Gang des Verfahrens in der Causa Polanski
fel. Lausanne - Über die von den amerikanischen Behörden verlangte Auslieferung des polnisch-französischen Filmregisseurs Roman Polanski befindet zunächst das Bundesamt für Justiz. Das Begehren stützt sich auf einen aus dem Jahre 1978 stammenden Haftbefehl des Superior Court of the State of California. Wird die Auslieferung bewilligt, kann Polanski den behördlichen Entscheid beim Bundesstrafgericht in Bellinzona anfechten.
Dieser erstinstanzliche Gerichtsentscheid kann je nach Ergebnis von beiden Seiten ans Bundesgericht in Lausanne weitergezogen werden. Das höchste Gericht tritt allerdings auf die Sache nur ein, wenn «es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt» (Art. 84 Bundesgerichtsgesetz). Ein solcher dürfte in der Causa Polanski kaum allein wegen des prominenten Namens bejaht werden. Dagegen könnte die recht lange Zeit, die seit dem Delikt verstrichen ist, oder der Umstand, dass das Opfer dem Täter verziehen hat, das Bundesgericht veranlassen, einen besonders bedeutsamen Fall zu bejahen und ausnahmsweise auf eine Beschwerde Polanskis einzutreten.
Geprüft wird von den Gerichten einzig, ob die gesetzlichen sowie allfällige vertraglich vereinbarte Voraussetzungen für eine Auslieferung erfüllt sind, während die Beurteilung der Polanski vorgeworfenen Straftat Sache der amerikanischen Justiz bleibt. Sie wird auch zu klären haben, ob seinerzeit im Rahmen der Verurteilung Polanskis unerlaubte Absprachen getroffen oder erlaubte Absprachen gebrochen wurden, wie dies Roman Polanski der US-Justiz vorwirft (NZZ 3. 5. 10).
Als Voraussetzung für eine Auslieferung zu prüfen hat die Schweizer Justiz dagegen die Frage der Verjährung, die indes laut dem zwischen der Schweiz und den USA bestehenden Auslieferungsvertrag nach dem Recht des um Auslieferung ersuchenden Staates, also nach amerikanischem Recht, beantwortet werden muss (Art. 5).
Anzumerken bleibt, dass die Schweizer Justiz in Sachen Polanski nur
wenig Spielraum hat und die Auslieferung bewilligen muss, sofern die rechtlichen
Voraussetzungen dafür klar erfüllt sind. Indes zeigen überraschende
Gerichtsentscheide immer wieder, dass es auf juristische Fragen selten
nur eine einzige richtige Antwort gibt, sondern meistens mehrere, die nicht
falsch sind. Letztlich ist auch ein Urteil ein Mehrheitsentscheid, der
allerdings im Gegensatz zur basisdemokratischen politischen Entscheidung
plausibel begründet werden muss.
-yr. - Das Auslieferungsersuchen für Roman Polanski ist Ende Oktober 2009 eingegangen, rund einen Monat nach dessen Festnahme am Flughafen Kloten. Aufgrund des internationalen Haftbefehls von Interpol gingen die Schweizer Behörden ursprünglich von einer Höchststrafe von 50 Jahren aus. Im Auslieferungsbegehren, das 60 Seiten umfasst, begrenzen die USA das mögliche Strafmass aber bei 2 Jahren. Vorgeworfen wird Polanski ein Verstoss gegen § 261.5 des kalifornischen Strafgesetzbuches: «Geschlechtsverkehr mit einer unter 18-jährigen Frau, die nicht seine Ehefrau ist.» Für die Beantwortung des Auslieferungsersuchens ist im Bundesamt für Justiz ein einzelner Sachbearbeiter zuständig. Es kann aber davon ausgegangen werden, dass er keinen einsamen Entscheid fällt, sondern dass Amtsdirektor Michael Leupold und auch Justizministerin Eveline Widmer-Schlumpf mitreden werden.
Kouchners
Lanze für Polanski
Französischer Aussenminister fordert Verzicht
auf Auslieferung
Der französische Aussenminister Bernard Kouchner fordert die Schweiz auf, die Auslieferung von Filmemacher Polanski an die USA zu verhindern. Die französische Diplomatie hat mit Interventionen in den USA bis anhin keinen Erfolg gehabt. ...
(sda)
In der Affäre Polanski fordert Frankreich die Schweiz zum Handeln
auf: Es sei an der Schweiz, die Auslieferung von Filmemacher Roman Polanski
an die USA zu verhindern, sagte der französische Aussenminister Bernard
Kouchner am Donnerstag gegenüber Radio «RTL».
Trotz Intervention kein Erfolg
Die französische Diplomatie habe trotz wiederholten Interventionen
keinen Erfolg gehabt. «Wir haben seit langem versucht, unseren amerikanischen
Kollegen klar zu machen, dass Roman Polanski für uns nicht irgendwer
ist und dass wir bestürzt sind», hielt Kouchner fest.
In einer kürzlich veröffentlichten Erklärung hatte sich der in seinem Chalet in Gstaad (Bern) unter Hausarrest stehende Polanski erstmals seit seiner Verhaftung zu Wort gemeldet: Das amerikanische Auslieferungsgesuch beruhe auf einer Lüge, schrieb Polanski in einer Erklärung an verschiedene Medien.
Strafe bereits verbüsst
Seine Inhaftierung im Jahr 1977 für 42 Tage im kalifornischen
Gefängnis von Chino habe der Strafe entsprochen, zu welcher er hätte
verurteilt werden sollen und die er folglich bereits verbüsst habe.
Er hoffe, dass die Schweiz einsehe, dass es keinen Grund für seine
Auslieferung gebe, hielt Polanski fest.
Dem in Polen geborenen Filmemacher wird vorgeworfen, 1977 eine 13- Jährige in der Villa von Hollywoodstar Jack Nicholson mit Drogen gefügig gemacht und dann mit ihr Sex gehabt zu haben. Polanski bekannte sich damals schuldig. Am Tag vor der offiziellen Strafverkündung floh er aber nach Frankreich.
Seit September unter Arrest
Am 26. September 2009 wurde er aufgrund eines amerikanischen Haftbefehls
bei der Einreise in die Schweiz verhaftet. Gegen Bezahlung einer Kaution
und unter Einhaltung weiterer Auflagen wurde er Anfang Dezember mit einer
Fussfessel versehen. Seither ist er in seinem Chalet in Gstaad (Bern) unter
Hausarrest.
e n'ai jamais rencontré Roman Polanski, je ne le connais que par son oeuvre que j'aimais depuis ses premiers films et parce ce que j'ai pu savoir de sa vie qui me paraissait toujours exemplairement européenne vu son expérience précoce de l'antisémitisme, ses émigrations, sa classique et belle affinité polono-française.
Pourtant, sans le connaître personnellement, je ne pense, dans les huit derniers mois, à personne d'autre plus qu'à lui. Je l'imagine enfermé et surveillé dans un chalet en Suisse où il essaye de travailler et je sais bien qu'il ne peut pas. L'homme accusé est toujours en prison. L'accusation occupe entièrement sa tête, l'empêche de penser à quoi que se soit d'autre, le prive de vie.
Je ne dirai pas un seul mot sur l'aspect juridique de tout cela. Je veux dire par contre que c'est l'art européen, sa littérature, son théâtre qui nous ont appris à déchirer le rideau des règles juridiques, religieuses, idéologiques, et à voir l'existence humaine dans toute sa réalité concrète.
Fidèle à cette culture, je refuse d'être aveugle face à l'absurdité de la situation de Polanski, persécuté pour un acte qui a eu lieu il y a trente-trois ans, qui est depuis longtemps pardonné par tous les acteurs du drame et dont le procès prolongé à l'infini n'apportera rien de bien à personne, à personne, à personne.
Si l'Europe est encore Europe, si elle est encore héritière de sa propre culture, elle ne pourra pas supporter en silence l'absurdité de cette cruelle pantomime qui se joue dans un chalet suisse.
Milan Kundera est écrivain.
Milan
Kundera apporte son soutien à Polanski,
dénonçant
"l'absurdité" de sa situation
PARIS, 6 mai 2010 | L'écrivain Milan Kundera apporte son soutien à Roman Polanski, dans une tribune publiée par le Monde daté de vendredi, "refusant d'être aveugle face à l'absurdité de la situation" du cinéaste assigné à résidence à Gstaad (Suisse) depuis le 4 décembre 2009.AFP L'écrivain Milan Kundera apporte son soutien à Roman Polanski, dans une tribune publiée par le Monde daté de vendredi, "refusant d'être aveugle face à l'absurdité de la situation" du cinéaste assigné à résidence à Gstaad (Suisse) depuis le 4 décembre 2009.
Refusant de se prononcer sur l'aspect juridique de l'affaire Polanski, l'écrivain affirme que "c'est l'art européen, sa littérature, son théâtre qui nous ont appris à déchirer le rideau des règles juridiques, religieuses idéologiques, et à voir l'existence humaine dans toute sa réalité concrète".
"Fidèle à cette culture, ajoute Milan Kundera, je refuse d'être aveugle face à l'absurdité de la situation de Polanski, persécuté pour un acte qui a eu lieu il y a trente-trois ans, qui est depuis longtemps pardonné par tous les acteurs du drame et dont le procès prolongé à l'infini n'apportera rien de bien à personne, à personne, à personne".
"Si l'Europe est encore Europe, si elle est encore héritière de sa propre culture, elle ne pourra pas supporter en silence l'absurdité de cette cruelle pantomime qui se joue dans un chalet suisse", écrit l'auteur de "L'insoutenable légèreté de l'être", en précisant qu'il n'a "jamais rencontré Roman Polanski".
Poursuivi aux Etats-Unis en 1977 pour des relations sexuelles avec une mineure, le cinéaste affirme avoir conclu à l'époque, après 42 jours en prison, un accord avec la justice et avoir été contraint à l'exil en France après une volte-face du juge.
Arrêté sur mandat international américain le 26 septembre à son arrivée à Zurich pour un festival de cinéma, il a été libéré le 4 décembre sous caution et assigné à résidence
L’image
de la Suisse
Par D.S. Miéville
Eveline Widmer-Schlumpf va bientôt être rattrapée
par l’affaire Polanski et le Conseil fédéral avec elle, dont
le crédit promet d’être une fois de plus érodé.
Par D.S. Miéville
Eveline Widmer-Schlumpf va bientôt être rattrapée
par l’affaire Polanski et le Conseil fédéral avec elle, dont
le crédit promet d’être une fois de plus érodé.
Il eût été infiniment préférable pour
tout le monde, et pas uniquement pour l’intéressé, que la
justice américaine admette elle-même que le moment de mettre
un terme à cette triste affaire était venu. Il n’en a malheureusement
pas été ainsi et il faudra bien payer, en réputation,
en crédibilité, le solde de la facture. La réprobation
et le ridicule qui ont rejailli sur le Département de justice et
police au moment de l’arrestation du cinéaste ne représentaient
sans doute qu’un acompte.
Il y a fort à parier que la justice hollywoodienne, tout à sa joie de tenir enfin le gibier chassé pendant trente ans, n’aura le triomphe ni modeste, ni discret. Et il promet d’y avoir, dans l’image de la livraison, menottes aux poignets, d’un vieil homme pitoyable à des procureurs plus avides de publicité qu’affamés de justice, un redoutable potentiel d’émotion et de médiatisation pathétique. D’absurdité et de dérision également. Au moment où la Suisse fait, vainement, des pieds et des mains, en sollicitant le concours de toutes les bonnes volontés internationales, pour sortir un de ses citoyens retenu en otage dans les geôles libyennes, elle livre elle-même un artiste devenu une sorte de citoyen du monde à un système judiciaire très loin d’être irréprochable. Cette mise en miroir de Max Göldi et de Roman Polanski promet d’être, en termes d’image, désastreuse pour la Suisse.
On doit faire encore un autre rapprochement entre l’affaire Polanski et l’affaire Kadhafi. L’une comme l’autre ne doivent rien à la fatalité, à l’improbable grain de sable qui détraque les mécaniques les mieux huilées, à un enchaînement fatal de circonstances. Elles n’ont pas été non plus commandées par l’obéissance à des principes supérieurs. Dans l’un et l’autre cas, c’est le zèle imbécile d’un fonctionnaire qui est en cause. Un zèle qui non seulement n’a servi à rien, mais qui, pire encore, n’a eu que des retombées négatives.
C’est en vain que l’on cherche le moindre côté positif dans l’arrestation de Roman Polanski. La façon dont le cinéaste a été capturé, dans un piège grossier à l’occasion de sa participation à un festival, alors qu’il passait de toute façon une partie de son temps à Gstaad, n’a en tout cas pas conforté la réputation de la Suisse comme Etat de droit. L’arrestation n’a en rien amélioré les relations entre la Suisse et les Etats-Unis. Elle n’a eu aucun effet démonstratif et exemplaire dans la lutte contre la pédophilie. Elle n’a pas servi la justice avec un grand J.
L’arrestation d’Hannibal Kadhafi a eu très brièvement des retombées positives mais inexploitables. Elle a rendu pour un temps la Suisse plutôt populaire dans la rue arabe, qui s’est plu à voir humilier un représentant d’une caste autocratique qu’elle déteste. Elle a entretenu un instant l’illusion que le système juridique helvétique se préoccupait des faibles et n’accordait aucun passe-droit aux puissants, avant que ne s’impose à nouveau le principe de réalité. Tout cela s’est vite dissipé, donc, pour aboutir au résultat que l’on sait: un président de la Confédération qui perd la face, une impuissance étalée, un crédit amoindri sur la scène internationale, une dette de reconnaissance contractée auprès des nombreux Etats européens qui se sont vainement entremis.
Dans l’affaire Kadhafi, le Conseil fédéral est à la merci des caprices d’un tyran atrabilaire et imprévisible. Dans l’affaire Polanski, il est confronté à une mécanique implacable. A supposer qu’il décide de refuser la demande d’extradition, sa situation n’en serait pas vraiment meilleure pour autant. La cause de Roman Polanski n’est en effet populaire, en l’état, que dans une frange de l’opinion. Mais les foules étant par nature versatiles, on peut parier que les mêmes qui plaindront le cinéaste livré à la justice américaine reprocheraient au Conseil fédéral d’avoir cédé à une coterie d’intellectuels parisiens et d’appliquer une justice à deux vitesses, s’il décidait de sortir du cadre juridique de l’affaire et de faire un acte de pure souveraineté.
On peut tirer un autre enseignement, encore, de cette affaire. Le système politique suisse fonctionne sans fusibles. Du haut en bas de l’échelle, une erreur qui n’atteint pas la dimension pénale n’est jamais sanctionnée. L’excès de zèle, l’application bornée du règlement, le manque de jugeote, la sottise pure et simple demeurent sans conséquences pour leurs auteurs, de même que pour leurs supérieurs hiérarchiques.
Ce genre de comportement recèle un important potentiel de nuisance, autant pour la collectivité que pour ceux qui en sont directement victimes. La dimension pédagogique des affaires Kadhafi et Polanski paraît malheureusement assez limitée. Ce n’est pas la violoniste Patricia Kopatchinskaja, établie dans le canton de Berne, qui dira le contraire. Elle s’est fait confisquer tout récemment par la douane à l’aéroport de Zurich le Guarneri que lui avait confié la Banque nationale autrichienne. Pourquoi, en effet, une virtuose passerait-elle la frontière avec deux instruments si ce n’est pour vendre l’un des deux? On découvre tous les jours des arguments auxquels on n’avait pas pensé en faveur de l’initiative populaire pour l’enseignement de la musique.
L’arrestation de Roman Polanski est-elle conforme aux accords d’extradition entre la Suisse et les Etats-Unis ? Des juristes en doutent. Ils relèvent que la mesure frappant le cinéaste aux Etats-Unis n’est pas couverte par ces accords.
Pour comprendre ce qui arrive à Roman Polanski, on peut aussi aller voir son dernier film. « The Ghost writer » (« Le Nègre ») est l’histoire d’un écrivain mandaté par un ancien premier ministre britannique, M. Lang, dont le physique de jeune premier fait penser inévitablement à Tony Blair.
M. Lang confie à l’écrivain la rédaction de ses Mémoires. Il pense ainsi redorer son blason écorné par l’usure du pouvoir. Mais le « Nègre » découvre une tache dans le passé de l’homme d’Etat. En fait, M. Lang est manipulé par la CIA depuis le début des années 70. Pour ne pas dire qu’il en est la créature. Un autre personnage important du film est l’épouse du premier ministre, une femme très ambitieuse.
Faut-il y voir une coïncidence ? Toujours est-il que l’arrestation en Suisse de Polanski, à la demande des Etats-Unis, est intervenue alors que le film n’était pas encore terminé. Heureusement pour le cinéaste – et pour les milliers de spectateurs qui ne sont pas dupes – , on est à l’ère de skype et son équipe a pu terminer le tournage d’un thriller pour le moins éloquent.
Polanski:
solo relazioni pubbliche
Critiche dagli USA alla strategia della difesa
LOS ANGELES / BERNA - I procuratori statunitensi
incaricati del caso Roman Polanski si oppongono alla richiesta della difesa
che chiede di pubblicare alcuni documenti che potrebbero ritardare l'estradizione
del regista, agli arresti domiciliari in Svizzera. Per i magistrati si
tratta di una «campagna di relazioni pubbliche» ben orchestrata.
«La difesa, che evidentemente è a corto
di soluzioni per evitare l'estradizione, lancia affermazioni infondate
e temerarie apparentemente orchestrate nell'ambito di una campagna di relazioni
pubbliche invece che fondate su basi legali e fatti», scrive il procuratore
aggiunto di Los Angeles David Walgren.
Gli avvocati del regista hanno chiesto la scorsa
settimana di rendere pubblici alcuni documenti che sono stati coperti dal
segreto. A loro avviso questi scritti sono essenziali affinché le
autorità svizzere possano decidere in merito all'estradizione. Pochi
giorni dopo, lo stesso Polanski in una lettera aperta ha affermato che
la richiesta di estradizione americana è fondata su menzogne e informazioni
incomplete.
Roman Polanski, 76 anni, si trova agli arresti domiciliari
a Gstaad (BE). La giustizia americana vuole giudicarlo per gli abusi sessuali
commessi su una ragazzina di 13 anni nel 1977.
Widmer-Schlumpf
übernimmt die Verantwortung
Justizministerin äussert sich zum Fall Polanski
Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf übernimmt die Verantwortung für den Auslieferungsentscheid im Fall Polanski. Wie sie in einem Interview mit der NZZ sagt, werde sie laufend über das Verfahren orientiert.rz./-yr. Justizministerin Eveline Widmer-Schlumpf übernimmt die politische Verantwortung für den Auslieferungsentscheid im Fall Polanski – egal, ob dieser negativ oder positiv ausfällt. Wie sie gegenüber der NZZ (Ausgabe vom Samstag) ausführt, werde sie vom Bundesamt für Justiz laufend über das Verfahren informiert.
Zwar gebe es auch im Fall Polanski einen verantwortlichen Sachbearbeiter. Dieser bereite aber nicht einsam den Auslieferungsentscheid vor, sondern spreche sich mit seinen Vorgesetzten ab. Sie selber werde den Antrag überprüfen, sagt sie.
In ihrer ersten Stellungnahme seit dem Eintreffen des Auslieferungsersuchens aus den USA äussert sich die Justizministerin auch zum von alt Bundesrätin Elisabeth Kopp formulierten Einwand, mit einer Auslieferung Polanskis werde der schweizerische «Ordre public» verletzt. Das sei nicht möglich, da der bilaterale Auslieferungsvertrag keinen solchen Vorbehalt aufweise.
Die USA verlangen die Auslieferung des Filmregisseurs wegen eines Sexualdelikts mit einer 13-Jährigen aus dem Jahr 1977. Seine Anfang Woche vorgebrachte Forderung, es seien Befragungsprotokolle des früheren Staatsanwalts an die Schweizer Behörden auszuhändigen, ist inzwischen von der kalifornischen Untersuchungsbehörde zurückgewiesen worden.
Das Gesuch sei bloss Teil einer PR-Kampagne, beruhe aber nicht auf juristischen Grundlagen, zitierten Agenturen am Freitag einen Staatsanwalt in Los Angeles.
Das Interview mit Justizministerin Widmer-Schlumpf erscheint in der Samstagsausgabe der NZZ.
«Ich
werde den Auslieferungsentscheid prüfen»
Justizministerin Eveline Widmer-Schlumpf nimmt zur
Causa Polanski Stellung
Bundesrätin Widmer-Schlumpf widerspricht in der Causa Polanski ihrer Amtsvorgängerin Elisabeth Kopp: Der nationale Ordre public sei im vorliegenden Fall unerheblich. Die Fragen wurden schriftlich beantwortet.rz./-yr. Im internationalen Haftbefehl gegen Roman Polanski war die drohende Höchststrafe mit 50 Jahren angegeben. Beim Auslieferungsersuchen reduzierte sich diese Höchststrafe auf 2 Jahre. Hätte die Schweiz gleich gehandelt im Wissen um diese deutlich tiefere Strafandrohung?
Zuständig für das Auslieferungsersuchen ist ein Sachbearbeiter
im Bundesamt für Justiz. Entscheidet dieser selbständig?
Wie in jedem anderen Fall gibt es auch im Fall Polanski einen verantwortlichen
Sachbearbeiter. Dieser bereitet aber nicht einsam den Auslieferungsentscheid
vor, sondern spricht sich mit seinen Vorgesetzten ab. Ich selber werde
seit letztem Herbst vom Bundesamt für Justiz laufend über den
Fall informiert und werde einen entsprechenden Antrag des Bundesamtes für
Justiz prüfen.
Seit der Einreichung des Auslieferungsersuchens ist über ein
halbes Jahr vergangen. Was ist seither geschehen?
Zur langen Dauer des Auslieferungsverfahrens hat insbesondere der Umstand
beigetragen, dass das Bundesamt für Justiz den Entscheid des Court
of Appeal in Kalifornien abgewartet hat. Dieses Gericht hatte über
den Antrag zu entscheiden, ein Abwesenheitsverfahren gegen Polanski durchzuführen.
Dieses Vorgehen ermöglicht es, das Auslieferungsverfahren auf das
US-Verfahren abzustimmen. Es berücksichtigt, dass je nach Entscheid
des Gerichts ein Rückzug des Auslieferungsersuchens nicht ausgeschlossen
ist. Dieser Entscheid vom 22. April 2010 ist mittlerweile rechtskräftig
geworden, da Polanski auf einen Weiterzug an die nächste Instanz verzichtet
hat.
Bis wann ist seitens des EJPD mit einem Entscheid zu rechnen?
Das hängt davon ab, bis wann uns alle Unterlagen zur Verfügung
stehen, die wir brauchen, um das Auslieferungsersuchen definitiv und abschliessend
beurteilen zu können.
Kann es sich die Schweiz in der gegenwärtigen Lage überhaupt
leisten, einen Antrag der US-Justiz auszuschlagen?
Das Bundesamt für Justiz muss prüfen, ob alle Voraussetzungen
gemäss bilateralem Auslieferungsvertrag, Rechtshilfegesetz und Rechtsprechung
des Bundesstrafgerichts für eine Auslieferung erfüllt sind. Sollte
dies nicht der Fall sein, ist eine Auslieferung nicht möglich.
Inwiefern kann das EJPD bei der Entscheidfindung den einheimischen
Ordre public mitberücksichtigen?
Gemäss bilateralem Auslieferungsvertrag sind die Schweiz und die
USA verpflichtet, einander Personen auszuliefern, welche die zuständigen
Behörden des ersuchenden Staates wegen einer auslieferungsfähigen
Straftat verfolgen oder für schuldig befunden haben. Sind die Voraussetzungen
– namentlich die beidseitige Strafbarkeit – erfüllt, besteht somit
eine vertragliche Auslieferungsverpflichtung. Ob diese Voraussetzungen
erfüllt sind, hat das Bundesamt für Justiz und auf Beschwerde
hin das Bundesstrafgericht oder letztlich das Bundesgericht zu entscheiden.
Eine Anrufung des EJPD oder des Bundesrates wegen einer Verletzung des
nationalen Ordre public ist gemäss Rechtsprechung und Lehre nicht
möglich, da der bilaterale Auslieferungsvertrag keinen solchen Vorbehalt
aufweist.
"Il y a danger pour Polanski", a souligné le compositeur Michaël Levinas, membre de l'Institut de France comme le cinéaste franco-polonais, après l'avoir rencontré samedi à Gstaad (Suisse), où il est assigné en résidence depuis plus de cinq mois.
Les compositeurs François-Bernard Mâche et Michaël Levinas, membres de l'Académie des beaux-arts à l'instar de Roman Polanski, lui ont rendu une visite de "près de quatre heures", alors que le réalisateur est menacé d'extradition vers les Etats-Unis pour une affaire de moeurs remontant à 1977.
"Nous avons rendu une visite à l'homme seul, qui s'imposerait à tout homme dans une telle situation", a déclaré à l'AFP M. Levinas.
"Nous avons évoqué son histoire, qui a été celle du Juif enfermé dans le ghetto de Cracovie. Il est certain qu'à 76 ans, après avoir vécu les drames du XXe siècle dans la situation la plus exposée, cette épreuve de plus, qui montre l'absurdité du droit quand il est aveugle, il n'est pas sûr de la supporter", a affirmé le compositeur.
"Il y a danger pour Polanski, nous avons eu une réelle inquiétude", a-t-il précisé après sa rencontre avec "un homme fort, courageux mais éprouvé".
Michaël Levinas et François-Bernard Mâche ont rendu cette visite à Roman Polanski en leur "nom propre, après en avoir informé l'Académie et dans l'esprit d'une motion de soutien votée par l'Académie au moment de son arrestation". Ils étaient accompagnés d'Olivier Corpet, directeur de l'Institut Mémoires de l'édition contemporaine (Imec).
Poursuivi aux Etats-Unis en 1977 pour des relations sexuelles avec une mineure, Roman Polanski affirme avoir conclu à l'époque, après 42 jours en prison, un accord avec la justice et avoir été contraint à l'exil en France après une volte-face du juge.
Arrêté sur mandat international américain le 26 septembre à son arrivée à Zurich pour un festival de cinéma, il a été libéré le 4 décembre sous caution et assigné à résidence.
Dans une interview publiée samedi par le journal alémanique Neue Zürcher Zeitung, la ministre suisse de la Justice, Eveline Widmer-Schlumpf, a assuré qu'elle examinerait elle-même la réponse de l'Office fédéral de justice à la demande d'extradition américaine.
Elle n'a pas précisé quand la décision serait prise: "Cela dépend de quand nous disposerons des documents dont nous avons besoin pour juger la demande d'extradition", a-t-elle expliqué.
Roman
Polanski erneut vor Gericht abgeblitzt
Aussagen von früherem Staatsanwalt bleiben versiegelt
Roman Polanski ist im Kampf gegen seine Auslieferung an die USA vor einem US-Gericht abgeblitzt. Die versiegelten Aussagen eines Staatsanwalts aus den 70-er Jahren werden nicht veröffentlicht.
(sda/Reuters) Weitere Niederlage für Roman Polanski im Kampf gegen seine Auslieferung an die USA: Die umstrittenen Aussagen eines früheren Staatsanwalts werden nicht publik gemacht. Ein Richter in Los Angeles hat einen entsprechenden Antrag abgelehnt. Bei den versiegelten Akten handelt es sich um Ermittlungs- Protokolle aus den 1970-er Jahren.
Schweiz ist nicht in Besitz der Akten
Nach Ansicht der Anwälte von Polanski hätte deren Veröffentlichung
bewiesen, dass das Auslieferungsbegehren der amerikanischen Justiz auf
falschen und unvollständigen Informationen beruht. Die Schweizer Behörden,
die über eine Auslieferung des Star-Regisseurs entscheiden müssen,
seien nicht im Besitz der für eine Beurteilung notwendigen Akten.
Dies sah Richter Peter Espinoza anders: «Die Schweizer Behörden haben die Informationen, die sie brauchen», um über eine Auslieferung zu entscheiden, sagte Espinoza nach einer Anhörung am Montag.
Seit Dezember im Chalet
Polanski wurde am 26. September 2009 auf Grund eines Haftbefehls aus
den USA bei der Einreise in die Schweiz in Zürich festgenommen und
in Auslieferungshaft genommen. Seit Anfang Dezember sitzt er in seinem
Ferienhaus im Berner Oberland mit einer elektronischen Fussfessel in Hausarrest.
Fall von 1977
Gemäss dem offiziellen Auslieferungsersuchen der USA drohen Polanski
bei einer Verurteilung bis zu zwei Jahre Gefängnis. Er soll 1977 eine
13-Jährige mit Drogen gefügig gemacht und sie danach sexuell
missbraucht haben. Er bekannte sich damals als schuldig, floh aber vor
der offiziellen Strafverkündung ins Ausland.
Henri
Wyler (11. Mai 2010, 13:26)
Häme
nichts als Häme
John
Demjanjuk, Karl-Heinz Schreiber und Roman Polanski und in gewisser Weise
auch Manuel Noriega sind allesamt Opfer einer alten oder neuen Welle von
politischer Korrektheit, die meist von Links, im Falle Polanskis aber von
Rechts instrumentalisiert werden, um den Rächer zu spielen oder sich
nachträglich zu empören und mit viel Häme auf die Opfer,
die ja alle "besiegte Leichen" sind (verspätet) loszuschlagen, meist
mit grosser positiver Anteilnahme des Volkes und der Elite. Einigkeit macht
stark (ironisch gemeint!). Die Aufhebung der Verjährung bei Sexualdelikten
und letztlich die intoleranten Rauchverbote in Bars, sind ähnliche
Stossrichtungen in Richtung liberaler Existenz. - Widmer-Schlumpf spielt
natürlich mit der Karte Polanski, oder nicht?
Ruth
Angliker (11. Mai 2010, 13:19)
...
Swiss authorities had not requested the transcripts
(...)
The judge said California law requires such testimony to remain sealed
and noted that Swiss authorities had not requested the transcripts. (...)
(Zitat aus http://www.latimes.com/news/local/crime/la-me-polanski-20100511,0,200075.story)
Ich
hoffe, die zuständige Person in diesem Fall ist sich bewusst, dass
der Richter so argumentiert: "(...) Swiss authorities had not requested
the transcripts." Ich frage mich, ob das juristisch eh irrelevant? Ich
bin keine Juristin, aber gewisse Dinge werfen einfach Fragen auf.
Walter
Meier (11. Mai 2010, 12:05)
Was
soll das Theater?
Der
feine Herr hat sich an einem minderjaehrigen Maedchen vergangen. Ein filmproduzierender
Moralapostel hat sich also in der Realitaet alles andere als moralisch
verhalten. Natuerlich gibt es auch eine Verjaehrung und wir muessen verzeihen
koennen, aber das ist ja alles im Gesetz geregelt. Ob das Opfer diese Anklage
will spielt keine Rolle. Ein Staatsanwalt ist verpflichtet das Recht durchzusetzen.
Ich denke mittlerweile es waere auch fuer Polanski am besten sich dem US
Richter zu stellen und seine Strafe zu verbuessen, statt in seinem Chalet
wie ein Angsthase auszuharren.
Mazer
Rackham (11. Mai 2010, 11:45)
Kein
juristisches Denken ist es
...
ohne in den Staatsvertrag und die Gerichtspraxis zu schauen, Entschuldigungen
nachzubeten, um kuschen zu dürfen. Zumindest den grossen Juristen
Jhering, welcher den Begriff vom "Kampf ums Recht" prägte (http://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_von_Jhering)
sollte man kennen, bevor man andere Hobbyjuristen schimpft.
Werner
Moser (11. Mai 2010, 11:23)
Ordre
public?
Ordre
public will (salopp auf den Punkt gebracht) heissen: Die Politik soll in
den Rechtslauf der Judikative eingreifen. Ihn unterbrechen & den US-Antrag
zur Auslieferung abschliessend ablehnen. Für ein solches Vorgehen
scheint dieser Fall wenig geeignet zu sein, auch wenn eine über 30-jährige
Verschleppung & zweifelhaftes de jure-Vorgehen in den USA äusserst
stossend sind. Mehr aber nicht. Sich dem Gericht persönlich (vor Ort!)
zu stellen, ist immer zumutbar. Und das Risiko einer unkorrekten richterlichen
Behandlung (mit Blick auf die unbestritten souveräne Rechtsstaatlichkeit
der USA!) wäre kaum stichhaltig als Grund zur Einsprache gegen eine
Auslieferung. Eine drohende Todesstrafe wäre z.B. einer. Davon ist
aber nicht die Rede. Die Gesetze (USA/CH) und das Auslieferungsabkommen
sind in sich selber so schlüssig, dass es für den „Ordre public“
kaum Optionen gibt. Alles andere als eine Auslieferung wäre daher
sehr überraschend.
Werner
Meier (11. Mai 2010, 11:17)
Thomas
von Meiss, Mark Schoen
@Thomas
von Meiss:
Ueber
die Massgeblichkeit von Akten, die wie hier, über Auslieferung oder
Abweisung des Begehrens entscheiden, haben aber nicht die USA, sondern
die Schweiz, als das über das Auslieferungsbegehren entscheidende
Organ zu bestimmen. Und, bezüglich Hobbi-Juristen, unterlassen Sie
besser Benotungen von Personen die Sie nicht kennen.
@Mark
Schoen:
Wir
haben aber nicht über die Sache selbst, sondern über das Auslieferungsbegehren
zu entscheiden. Dies mal abgesehen davon, dass vor noch nicht so langer
Zeit (mehrere) Urteile ergangen sind, die nicht gerade für die Korrektheit
des EJPD sprachen.
Thomas
von Meiss (11. Mai 2010, 10:49)
Wieder
einmal...
...sind
die Hobby-Juristen am Werk. Die Kriterien für eine Auslieferung sind
staatsvertraglich geregelt. Und es geht nur um eine Prüfung dieser
benannten Kriterien, nicht um eine vollständige materielle Würdigung
des Falles. Kurz: Was die Schweiz wissen muss, erfährt sie. Alles
andere ist Gegenstand im Hauptprozess in den USA. Der US Richter mag also
durchaus Recht haben wenn er sagt, dass die fraglichen Dokumente im Rahmen
des Auslieferungsbegehrens unerheblich sind.
Werner
Meier (11. Mai 2010, 10:39)
Hans-Rudof
Lehmann
Sind
Sie sich so sicher, dass in den USA ein gerechtes Justizsystem herrscht?
Widmer-Schlumpf behauptet dies zwar, doch dürften weder Quantanamo-Häftlinge,
noch andere nach wie vor in Geheimgefängnissen gefolterte Insassen,
noch die vielen, offenkundig durch Fehlurteile der US-Justiz für immer
in Gefängnissen einsitzenden, geschweige dann in den Todeskammern
geendeten Häftlinge kaum Ihre, noch die Meinung von Widmer-Schlumpf
teilen. Wenn dann aber noch eine Justiz entlastende Akten als nicht verwertbar
erklärt, so kann es mit diesem Rechtssystem wohl nicht sehr weit her
sein. Dass sich solches auch nicht mit unterschiedlichen Rechtssystemen
erklären lässt, dürfte auch Ihnen einleuchten.
Mark
Schoen (11. Mai 2010, 10:21)
Order
Public bei Kinderschändung
Den
Order Public bei einer Kinderschändung anzurufen, ist doch ziemlich
vermessen ...
Das
US-Verfahren wird von der CH als fair beurteilt, also Ausliefern, Punkt
- Schluss!
A Schmidt
(11. Mai 2010, 10:13)
Könnte
nicht die Schweiz.......diese Dokumente anfordern?
@
H. Lehmann: Sie stellen fest, die USA seien ein Rechtsstaat (mit Ausrufezeichen).
Genau dieser Vorgang lässt doch daran zweifeln. Wenn derselbe Staatsanwalt,
welcher 1977 gegen Polanski die Anklage vertrat, nun unter Eid aussagt,
es sei damals nicht alles mit rechten Dingen zugegangen, und diese Aussage
wird unter Verschluss gehalten, ist das rechtsstaatlich?
Es
geht hier schon lange nicht mehr darum, eine Straftat von 1977 zu sühnen.
Hier soll ein Exempel statuiert werden, Macht von Personen und Behörden
soll demonstriert werden. Das ist alles sehr bedenklich und man kann sich
nur unwohl fühlen. Was war denn mit Guantanamo? Kann man den USA bedenkenlos
vertrauen, muss man nicht selber prüfen, darf man sein eigenes Rechtssystem
einfach aufgeben? Ist der Staatsvertrag nicht womöglich sogar unzulässig
in manchen Punkten? Das wäre doch auch mal einer Überprüfung
wert.
Iwana
Karamasow (11. Mai 2010, 08:57)
absolute
Transparenz
Die
Schweiz sollte aufpassen, dass sie – vor lauter Angst, sie könnte
Roman Polanski bevorzugt behandeln– ihn am Ende nicht benachteiligt. Wenn
der Vertragspartner gewisse Informationen nicht offenlegen will oder gar
Halbwahrheiten weitergibt, ist das verdächtig. Ob bei Polanski oder
sonst jemandem. Wenn die US Behörden Polanski vorwerfen, er wolle
sie an der Nase rumführen, dann sollen und müssen sie doch mit
absoluter Transparenz beweisen, dass sie mit sauberen Karten spielen.
Mazer
Rackham (11. Mai 2010, 08:19)
Schön,
wie amerikanische Richter ...
bestimmen,
was die Schweiz zu wissen braucht und was nicht. Eines der ganz wenigen
Argumente in Rechtshilfesachen ist es, dass der ersuchende Staat nicht
die Wahrheit sagt, was man aber mit Dokumenten beweisen muss. Wenn dieser
Staat diese Dokumente aber gar nicht herausrückt, können die
Schweizer Rechtshilfebeamten ungestört kuschen. Das wissen die Amerikaner
genau.
Iwana
Karamasow (11. Mai 2010, 08:18)
verdächtig
Wie
riecht das nach Ungerechtigkeit. Durchsetzung des Willen mit welchen Mitteln
auch immer?! Wer Dokumente nicht vorlegen will, macht sich doch verdächtig?
Das ganze nimmt langsam Kafkaeske Züge an... Die Schweiz muss doch
wissen, was in diesen Dokumenten steht, v.a. wenn diese den Auslieferungshäftling
wesentlich entlasten können. Langsam bekommt man schon ein ungutes
Gefühl gegenüber dieser US Justiz und deren Motivationsgründen.
Werner
Meier (11. Mai 2010, 07:39)
Entgegen
den Aussagen von Widmer-Schlumpf
ist
der ordre public in jedem Fall zu beachten. Ein diesbezügliches Fehlen
in einem Staatsvertrag ist entgegen der Meinung von Widmer-Schlumpf unbeachtlich.
Darüber dürften sich Staatsrechtler ungeteilt einig sein. Dass
massgebliche frühere Akten zu gunsten von Polanski als versiegelt
nicht zur Beurteilung der Schweiz ausgehändigt werden, ist verfahrensrechtlich
inakzeptabel. Diese begründen unter Umständen ein Hindernis,
das einer Auslieferung entgegen stehen. Der Fall Polanski degradiert sich
immer mehr zu einem weiteren politischen Kniefall der Schweiz gegenüber
den USA. Dass Widmer-Schlumpf den Fall Polanski zur Chefsache erklärt
hat relativiert sich in der Tatsache, dass sie ja keine Konsequenzen bei
einem (unwürdigen) Fehlurteil trägt.
Hans-Rudolf
Lehmann (11. Mai 2010, 07:08)
Ob
Polanski oder nicht .....
sich
vor der Justiz verantworten zu müssen, ist unangenehm und wir alle
wollen dem aus dem Weg gehen. Egal, welches das Vergehen war! Jedoch, weshalb
sollte eine Person, der sein Leben lang Andere unterhalten hat, dem aus
dem Weg gehen können? Ob und inwiefern Herr Polanski verurteilbar,
prozessierfähig oder anderes ist, ist nicht die Tatsache für
die Schweizer Justiz. Unsere Justiz hat nur festzustellen, ob er in einem
Land mit fairem Justizsystem prozessiert wird. Und dies ist in den USA
der Fall! Alles andere ist Angelegenheit seiner Anwälte. Das in der
Zwischenzeit aber das amerikanische System einen Zahn auf ihn hat, dass
ist auch verständlich, denn er versucht die USA für dumm zu verkaufen
und sich jeglicher Verantwortung zu entziehen.
Polanski
loses bid for transcript
Testimony was taken from the original prosecutor in
the sexual assault case
and is sealed for possible use when the fugitive director
is sentenced.
By Jack Leonard
A Los Angeles County judge Monday denied Roman Polanski's request to unseal transcripts of recent testimony by the original prosecutor in his 33-year-old sex crime case, rejecting arguments that they were necessary for the filmmaker's extradition proceedings.
Polanski's legal team contends that the transcripts prove that the L.A. County district attorney's office provided Swiss authorities with false and incomplete information in a request to extradite him.
But Superior Court Judge Peter Espinoza ruled that he ordered Roger Gunson, a retired deputy district attorney, to testify earlier this year only in case he might be unable to attend a hearing if Polanski returns to Los Angeles. The judge said California law requires such testimony to remain sealed and noted that Swiss authorities had not requested the transcripts.
Polanski's lawyers argue that the transcripts would show that the judge overseeing Polanski's case in 1977 intended the filmmaker's 90-day diagnostic testing term in prison to be his full punishment behind bars. Polanski was released after 42 days. His attorneys say he fled the country after learning that the judge was going to send him back to prison for 48 more days.
Polanski's attorneys argue that the issue is important, in part, because the United States' extradition treaty with Switzerland allows the extradition of a defendant only if the remaining time still to be served is more than six months. They note that an affidavit by L.A. County Deputy Dist. Atty. David Walgren that was given to Swiss authorities does not say Polanski's diagnostic testing was meant to serve as his full prison term.
"This affidavit does not provide the facts, and Mr. Gunson's testimony proves that," attorney Chad S. Hummel said in court Monday.
But Walgren described the allegation as "baseless and reckless." He said the U.S. Justice Department had reviewed Polanski's allegations and determined that the affidavit was accurate.
The district attorney's office, he said, is awaiting Polanski's return to Los Angeles for sentencing on his conviction for having sex with a 13-year-old girl. Prosecutors say the filmmaker faces up two years in state prison.
Beschämendes
Scherbengericht über Polanski
Von Luc Bondy
Die Schweiz ist moralisch verpflichtet, sich eigenständig mit dem Fall Polanski auseinanderzusetzen und nicht aus Servilität gegenüber den USA zu agieren. Der Regisseur ist das Opfer seiner Berühmtheit: Seit über acht Monaten wird er vorverurteilt.An Polanskis erster Stellungnahme in der Presse zu seiner Verteidigung wie seiner inständigen Bitte an die Schweizer Behörden, ihn nicht in die USA auszuliefern, konnte man die bisherige Behandlung seines Falls sehr gut verfolgen. Doch las ich zwischen den Zeilen, wie der Häftling sich offenbar vorgenommen hatte, mit der Präzision eines Justizbeamten über sich selber zu sprechen. Zugleich vermied er so gut wie möglich, sein Leid überhaupt nur zu erwähnen, als wollte sich der Mensch Polanski hinter der monströsen Situation, in die er geraten war, gleichsam verbergen und vor allem um den Schutz der Diskretion ersuchen. Von ihm persönlich kann man weder ein Wort gegen die Schweiz noch ein Wort gegen seine Ankläger in den Vereinigten Staaten vernehmen. Er spricht über die gute Behandlung in Winterthur, die Freundlichkeit der Bewohner seines Dorfes. Ich weiss, dass Roman Polanski am meisten am Rummel, der um ihn stattfindet, leidet. Seit über 8 Monaten wird geschrieben, geurteilt und vorverurteilt – ohne dass berücksichtigt würde, was bereits vor 32 Jahren in dieser Sache gesagt und entschieden worden ist.
Moralische Entrüstung
Es scheint doch, als spräche man nicht mehr über einen Menschen
mit Leib und Seele, sondern über einen Fall, der nun mit jenen Delikten
kirchlichen Hintergrunds in einen Topf geworfen wird und inzwischen zu
einem Prototyp der moralischen Entrüstung geworden ist: sexueller
Missbrauch an Minderjährigen. Dieser Begriff ist zu einem aktuellen
Schreckbild avanciert, und in der Entrüstung scheint man sich geborgen
zu fühlen und fest entschlossen, ein solches Vergehen nuancenloser
zu behandeln als einen Mord, bei dem man doch Umstände und Motive
sorgfältig prüft, bevor man zu einem Urteil findet. Zweifellos
sind Sexualdelikte verwerflich, doch im Fall von Polanskis lang zurückliegender
Tat liegt der Sachverhalt, das wissen wir, etwas anders – was jedoch nicht
der Anlass dieser Zeilen ist. Ich möchte als Schweizer Staatsbürger
der hochgeachteten Frau Justizministerin diese einfachen Worte sagen: Der
polnische Filmregisseur Roman Polanski hat gebüsst, seine zwei Kinder
büssen für ihn und erleben eine Art öffentlicher Rufschändung.
Emmanuelle Seigner ist eine angeschlagene Ehefrau, die unablässig
für ihren Mann kämpft. Das Opfer, Samantha Geimer, hat selbst
erklärt, es fühle sich nicht mehr gepeinigt durch den zurückliegenden
Vorfall, sondern – das ganze Leben lang – durch Medienrummel und Justizbehörden.
Sie hat Roman Polanski längst vergeben und bei Gericht um die Einstellung
des Verfahrens gegen ihn ersucht. Polanskis Verhaftung am 26. September
2009 in Zürich hat das Trauma, das sie damals erleben musste, für
Frau Geimer (heute eine Mutter von drei Kindern) wiederum quälend
wachgerufen. Das neue, in der Schweiz verabschiedete Gesetz bezüglich
Nichtverjährung von Kindsmissbrauch ist gedacht, um die Opfer in ihrer
folgenden Lebenszeit zu schützen: Warum dürfen aber die Medien
und die Schweizer Justiz das Trauma des Opfers dennoch verlängern?
Wer ist Roman Polanski? Für die meisten Menschen heute ist er ein Verurteilter, ein kleiner Mann mit einer grossen Nase. Er ist der «Berühmte», dessen schwangere Frau Sharon Tate seinerzeit brutal ermordet wurde, was ihn Popularität als Grauen verspüren liess. Man darf auch erwähnen, ohne ihn aus diesen Gründen in Schutz nehmen zu wollen, dass er als Kind miterleben musste, wie seine Mutter in den Gaszellen der deutschen KZ verschwand, und dass er in einem polnischen Dorf fast zu Tode geprügelt wurde von einem später verhafteten Totschläger, der sein Fahrrad stehlen wollte. Er ist Jude. Und er hat einige der brillantesten, manchmal zugleich auch verstörendsten Filme gemacht. – Das Hauptanliegen meines Schreibens ist: Es wird gefordert, Polanski solle behandelt werden wie jeder andere. Er wird nicht behandelt wie jeder andere. Es wird auf Roman Polanski gezeigt, sein Name steht immer in der Nähe des Skandals. Man wühlt schonungslos in seiner von Justiz und Presse offengelegten Vergangenheit, als ginge es um einen Schwerverbrecher. Er ist das Opfer seiner Berühmtheit, und diese Berühmtheit existiert in den Köpfen der Menschen mittlerweile nicht mehr wegen seiner Filme, sondern wegen der vielen Schicksalsschläge, von denen die Medien über Jahrzehnte hin vampirhaft profitiert haben.
Unabhängigkeit statt Unterordnung
Meine Vorstellung von Demokratie ist Unabhängigkeit und nicht
Unterordnung. Ich möchte als Schweizer stolz auf ein aufgeklärtes
Land sein, nicht auf eines, das einen Mann, der bei uns seit 30 Jahren
unbehelligt ein- und ausgereist ist, plötzlich auf Geheiss einer anderen
Nation verhaftet. Und es beschämt mich, zusehen zu müssen, wie
nun anlässlich der von den USA geforderten Auslieferung Polanskis
ein Scherbengericht veranstaltet wird. Die Schweiz ist moralisch verpflichtet,
sich eigenständig mit dem Problem auseinanderzusetzen und nicht aus
Servilität gegenüber einem anderen Land zu agieren, mit dem ein
Zwist über ungeklärte Bankangelegenheiten herrscht. Ich bitte
alle, die über Roman Polanskis künftiges Schicksal entscheiden
können, nochmals über den 76-jährigen Familienvater nachzudenken,
der von uns, der Schweiz, einen würdigen Umgang mit seiner Person
verlangen darf. Der für seine Tat – jedermann weiss es – öffentlich
noch und noch gebüsst hat. Möchte hier meine Justizministerin
tatsächlich die Verantwortung übernehmen, die schon sehr geschlagene
Existenz von Roman Polanski gänzlich zu zerstören? Hat sie einen
Moment darüber nachgedacht, dass, falls es zu dieser Auslieferung
kommen würde, Roman Polanski seinen Halt im Leben verlieren könnte?
Luc Bondy ist Regisseur und lebt in Paris und Wien.
«Wir
sollten Polanski zurück nach Frankreich schicken»
Interview: Hubert Mooser
CVP-Nationalrätin
Barbara Schmid-Federer von der Rechtskommission warnt vor einer Auslieferung
Polanskis an die USA. Die Gefahr sei gross, dass die US-Justiz nur einen
Schauprozess inszenieren wolle.
Die Schweiz steht vor einer heiklen Entscheidung: Soll sie Filmregisseur Roman Polanski an die USA ausliefern?
Frau Schmid-Federer, Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf muss
sich schon bald entscheiden, ob die Schweiz Roman Polanski an die USA ausliefern
soll?
Ich teile die Meinung von Alt-Bundesrätin Elisabeth Kopp, dass
eine Auslieferung in die USA unter vielen Aspekten fragwürdig wäre.
Mit einer Auslieferung würden wir auch einen hohen aussenpolitischen
Preis bezahlen
Wieso würden wir einen hohen Preis bezahlen?
Liefern wir ihn in die USA aus, obwohl rechtlich vieles unklar ist,
wird dies in der Öffentlichkeit in Verbindung mit den Verhandlungen
«USA-Staatsvertrag» gebracht. Dies würde nicht nur als
Zeichen der Schwäche ausgelegt, sondern würde auch berechtigte
Zweifel an unserer eigenständigen Haltung nähren.
Die Schweiz hat aber Polanski verhaftet und hält ihn seit 5
Monaten in seinem Chalet fest?
Die USA, beziehungsweise Kalifornien, waren offenbar 33 Jahre lang
nicht fähig, den Fall Polanski korrekt abzuhandeln. Indem wir Polanski
unter merkwürdigen Umständen verhaften liessen, hat die Schweiz
nicht nur politisch unklug gehandelt, sondern sitzt jetzt mit im Boot,
was mir keineswegs gefällt.
Die Schweiz vollzieht doch bloss ein Rechtshilfegesuch der Amerikaner.
So einfach ist es nicht. Bei jedem Auslieferungsgesuch hat die Behörde
ein gewisses Ermessen, es gilt die verschiedenen Interessen gegeneinander
abzuwägen. Insbesondere die Amerikaner machen davon oft Gebrauch,
wenn es ihnen opportun erscheint. Es gibt auch bei Auslieferungsverfahren
keine sturen Automatismen, wie dies gewisse Kreise in den Medien suggerieren
wollen. Dazu kommt: Wie könnte die Schweiz glaubhaft dartun, dass
die Auslieferung unumgänglich sei, wo doch Polanski jahrelang unbehelligt
in unserem Land ein und aus ging, ja ein eigenes Chalet in Gstaad besitzt?
Geriete sie nicht selber in ein schiefes Licht? Man könnte dies auch
als Verstoss gegen das Prinzip von Treu und Glauben sehen.
Roman Polanski soll eine Minderjährige zu sexuellen Handlungen
gezwungen haben.
Wenn das wirklich stimmt, ist das schlimm. Nach geltendem Schweizer
Recht wäre die Polanski vorgeworfene Tat heute längst verjährt
und ein fairer Prozess nach so vielen Jahren nicht denkbar. Das Hochhalten
des Verjährungsprinzips ist aber für jede rechtsstaatliche Ordnung
fundamental, das heisst: sie hat Vorrang.
Und darum soll man ihn laufen lassen?
Wir reden von Auslieferung an die USA, nicht von laufen lassen. Wenn
letztlich kein fairer Prozess möglich ist oder von den US-Behörden
garantiert werden kann, dann scheint mir das Interesse an einer weiteren
Strafverfolgung des Opfers entscheidend. Und dieses will keinen weiteren
Prozess.
Wieso glauben Sie, dass kein fairer Prozess in Los Angeles möglich
ist?
Die Gefahr besteht zumindest, vor allem wegen des weltweiten Rummels
um den bekannten und sagenumwobenen Filmregisseur. Die USA könnten
versuchen, dem 76 jährigen Polanski einen eigentlich Schauprozess
zu liefern, weil er ein Prominenter ist. Hier gilt eben eher ein Promimalus
statt Promibonus
Und wie soll die Schweiz mit Polanski verfahren?
Wir sollten Polanski zurück nach Frankreich schicken.
Roman Polanski in hot water again: Is he a two-time offender?
Charlotte
Lewis at the Friday press conference where she alleged she was sexually
abused by Roman Polanski. Credit: David Livingston / Getty Imag
It looks like even more bad news for embattled filmmaker Roman Polanski. While he's waiting for a Swiss court to rule on whether he'll be extradited to the U.S. for sentencing in the wildly notorious case involving his rape of a 13-year-old girl, a British actress named Charlotte Lewis held a news conference today in Los Angeles, saying that Polanski "sexually abused me in the worst possible way when I was just 16 years old, four years after he fled the United States to avoid sentencing for his crime."
Lewis, who is now 42, has appeared in small roles in largely little-seen movies over the years, her best-known films being movies like 1986's "The Golden Child" and 1992's "Storyville." One of her first roles was in Polanski's 1986 film, "Pirates," which was released four years after the incident in which Polanski, according to the actress, "met me and forced himself upon me in his apartment in Paris."
Lewis is saying that she came forward because she had heard that Polanski was fighting extradition to the U.S. She has already hired Los Angeles attorney Gloria Allred to represent her, which means that Polanski will have his hands full, since Allred has always been especially expert at winning media coverage for her clients. Best known for representing Nicole Simpson Brown's family during the O.J. murder trial, Allred also filed the first lawsuit in California challenging the state's denial of marriage licenses to gay couples. She also has represented Rachel Uchitel and the X-rated film actress Joslyn James, who've both been alleged to have had affairs with golfer Tiger Woods.
I'm sure the Polanski camp will be asking why the actress waited so long to come forward with such a serious charge. If Lewis had raised the issue earlier, it would be unlikely that anyone would be publicly seeking absolution for the filmmaker, like the various European directors attending the Cannes Film Festival (including Bertrand Tavernier and Jean-Luc Godard) who signed a petition seeking to free Polanski from "the Kafkaesque isolation that has been his lot for the past seven months."
As an admirer of his work, I've tried to see things from Polanski's point of view in the past, but if these charges turn out to be true, it would be harder than ever to defend him. Once burned is twice shy.
'I
will never forgive Polanski. I'm telling the truth and Roman knows it':
Actress Charlotte Lewis claims she was abused by director
when she was 16
By Katie Nicholl and Laura Collins
Charlotte, as she is today, escaped Hollywood and now leads a 'normal life'
bringing up her son in London
It has been a long time since Charlotte
Lewis held a crowd enthralled in Hollywood. But if she ever dreamed of
a return to Los Angeles, where as a young actress she was hailed as a ‘golden
child’ – talented, exquisitely beautiful and with a film career unfurling
before her – it would never have been like this.
On Friday, Charlotte, now 42, called a
Press conference in Los Angeles to claim that director Roman Polanski,
the man who gave her her first break, had abused her, ‘in the worst possible
way’ when she was just 16 years old.
Polanski is currently under house arrest
in Gstaad in Switzerland under threat of extradition to America to face
charges of an alleged rape of a 13-year-old in 1977.
His alleged victim, Samantha Geimer, has
said she has no desire to see him stand trial as she simply wants to get
on with the life she subsequently built.
But 27 years after their first meeting,
Charlotte feels very differently. She wants him to ‘get what he deserves’,
she says and has given a statement to prosecutors in Los Angeles.
Now, in an exclusive interview with The
Mail on Sunday, Charlotte explains why she has chosen to speak up now –
against not just Polanski, but against Hollywood itself.
She says: ‘I know I should have gone to
the relevant authorities at the time but I was scared and ashamed. I somehow
thought it was my fault.
‘I’ve been so angry with some of the people
in Hollywood who have spoken out in support of Polanski. Hollywood is giving
the wrong message to paedophiles.
'He sexually abused me and manipulated
me in the worst way. He has scarred me and the experience has definitely
put a strain on my life.
‘I was recently engaged to a lovely man,
but I would often clam up physically and I don’t think I’m very good in
relationships. I will never forgive Polanski for what he has done to me.’
Charlotte had only just turned 16 when
she first encountered Polanski. She had left school at 15 and by her own
admission thought she was ‘pretty grown-up and street smart’ at the time.
Looking back, she recognises that, though she may have been precocious
and ambitious, she was anything but.
She had no acting experience but knew
that she wanted her future to lie in film.
She modelled a bit while she searched
for her big chance and, in 1983, she got it when a mutual acquaintance,
23-year-old model Eliza Karen, asked her to come with her to Paris to audition
for a role in Polanski’s film Pirates.
Polanski had fled to the French capital
five years earlier to escape the American courts over the Geimer case.
Charlotte recalls: ‘We had come over to
Paris on the boat with not much money so that I could meet Roman. I was
with Eliza, a friend of his. She was also a model and a couple of years
older than me.
Vulnerable:
Charlotte and Polanski launch the Pirates film at the 1986 Cannes film
festival
‘She had put me up for a part in Roman’s new film. Apparently he wanted someone exotic-looking and because of my Hispanic look he wanted to see me. I didn’t know at the time, but I later found out that they had already found a French actress to play the role so I don’t know why he still wanted to see me.
‘We had checked into a hotel which was pretty central and very reasonable but when we told Roman where we were staying he said the hotel was not good enough and invited us to stay in his spare penthouse on the Avenue Montaigne, which seemed like a great offer.’
That night the girls went straight to Roman’s house for pre-dinner drinks. The first thing Polanski did on seeing Charlotte was to frame her face with his hands, as if shooting her through a camera. She felt uncomfortable, she now admits, but given the purpose of their meeting this in itself could hardly be described as odd.
She says: ‘The very first thing he asked me was, “How old are you?” I told him I was 16, but only just. This was in September and I had turned 16 that August.’
After dinner Polanski checked the girls out of the hotel room that he had dismissed as substandard and took them back to his apartment. While her friend retired to a neighbouring flat, Charlotte stayed chatting with the director on the sofa in his living room.
Fugitive:
Roman Polanski, now 76, is facing extradition to America
‘We were drinking Moet and Chandon, I’ll
never forget that, and I still can’t drink that champagne to this day.
He told me he wanted me to stay the night with him and then he made a pass
at me. He tried to kiss me and touch my breasts. I pulled away and told
him that I had a boyfriend, which wasn’t true. It was an excuse, but he
didn’t care.
‘He just said very coldly, “If you’re
not a big enough girl to have sex with me, you’re not big enough to do
the screen test. I must sleep with every actress that I work with, that’s
how I get to know them, how I mould them.”
‘I was shocked and got very upset and
started to cry. I said I didn’t want to sleep with him, he was 50 and I
found him disgusting.’
But as she recalls this today, Charlotte
admits that she felt conflicted. ‘I saw this opportunity slipping away,’
she says softly.
‘My mother who had been working as a legal
secretary had just been made redundant and although I was doing a lot of
modelling I didn’t have a lot of money. I saw this film as my chance to
make it. All these things were going through my head and I was getting
more and more upset. I told him I didn’t want to sleep with him and I left.
‘I went to the other flat to see my friend
and tell her what had happened.’
Charlotte says that, in her naivety and
confusion, she became concerned that she was letting a professional opportunity
of a lifetime pass her by, so returned to the director’s apartment.
‘Roman opened the door and led me to the
bedroom,’ she recalls.
She has described exactly what she alleges
happened next to the Los Angeles’ prosecutors, who are expected to investigate.
Charlotte says that the following morning,
Polanski invited her and Eliza to join him for breakfast in his living
room, and she accepted. She says now: ‘All I remember was wanting a bath.
I needed to clean myself and I went to get fresh clothes.
‘After breakfast he wanted to show us
the Mona Lisa so he took us to the Louvre and some other museums in the
centre. We had lunch, then I went back with him to his apartment to collect
my things as I was flying back to London that afternoon. I don’t know where
Eliza was, I can’t remember.’
She claims that a further incident took
place before she left for home.
Some might find it difficult to square
her allegations of an ordeal that she claims was terrifying with her decision
to return to Paris two weeks later for the Pirates screen test. But she
did return and she got the part that would launch her career.
‘I never told my mother what had happened,’
she said. ‘I was just too ashamed. I needed to do this movie, the money
was good – I was being paid £1,200 a month. My mother and I were
living in housing association accommodation and this was a life-changing
amount of money.’
Speaking
out: Actress Charlotte Lewis, right, with her lawyer Gloria Allred at the
Los Angeles press conference
Charlotte’s Irish mother raised her alone
and the actress never knew the Iraqi-Chilean father to whom she owes her
looks. Speaking in a promotional interview for the film in 1986, Polanski
himself said of Charlotte: ‘She had what I needed for the film. Dark hair,
dark eyes – and the look of innocence.’
Back then Charlotte spoke of the experience
of filming as a ‘nightmare’.
‘Polanski tried to dominate me right from
the start,’ she said. ‘He swore at me and shouted at me. There was such
pressure on me that I became a nervous wreck.’
Today Charlotte recalls: ‘The mental abuse
started as soon as I started filming. I always felt that as soon as I started
the movie he wanted to fire me.
‘I developed a serious eating disorder.
He would play mind games with me and tell me I was too fat and then too
thin. I developed bulimia and lost so much weight I passed out five times
during filming.
I had turned 17 and Roman had been told
by the producer Tarak Ben Ammar and MGM to stay away from me. I was very
alone. They wouldn’t allow me to have an agent. Roman continued to emotionally
bully me and would joke to other people onset that I was frigid.
Scared:
Charlotte says she is angry at the reaction of some people in Hollywood
who support Polanski
‘I remember he made a bet once with a very
famous American male actor that there was no way he could get me into bed
because I was so cold and frigid. The producer flew my mother out to Tunisia
[where Pirates was filmed] and I remember her hating Polanski. She said
he had dead eyes.’
But though little has changed in how she
remembers the miserable process of filming itself, her version of what
happened between her and Polanski on a physical level has altered with
the years.
In 1986 Charlotte claimed: ‘I found him
very attractive, I’d love to have had a romantic relationship with him
– and a physical one. You can’t help falling in love with him. But he didn’t
want me that way.’
Though it is worth noting that at the
time she was speaking she was still working for Polanski and, it could
be argued, in thrall of him.
Today she says: ‘There was nothing about
him I could have found physically attractive. He was short and stout and
very strong.’
In another interview in 1999 Charlotte
went on to claim that she did have a relationship with Polanski. But that
it started after she had been cast in the film and when she was 17.
‘I wanted him probably more than he wanted
me,’ she said then, claiming that they were lovers for six months in an
affair that ended only when they began filming Pirates in Tunisia. She
claimed afterwards that she’d been misquoted.
Ultimately this case must come down to
one person’s word against another’s. Charlotte did not keep in touch with
Eliza, the one person who could corroborate her account and, despite The
Mail on Sunday’s strenuous attempts, we have been unable to trace her.
What is clear is that what Charlotte had
hoped would be the start of a great Hollywood dream, instead set her on
a path that led ultimately to addiction and despair.
Following her appearance in Pirates, Charlotte
was hailed the new Nastassja Kinski – a former protege of Polanski who
is said to have started an affair with him at the age of 15.Charlotte split
her time between the UK – where she had a long-running role in Grange Hill
– and Hollywood, where she starred opposite Eddie Murphy in The Golden
Child in 1986.
Rising
star: Charlotte starred alongside Eddie Murphy in The Golden Child in 1986
She eventually moved to America and was
swiftly linked with a string of eligible A-listers and hell-raisers, including
Charlie Sheen and Mickey Rourke.
Professionally her star was on the rise
but personally she was in serious trouble. ‘Living in Los Angeles is like
being at one long party,’ she later admitted. ‘It’s difficult to get away
from it. I got to the stage where I was wondering, “What is the point of
living here?” All I have is temptation.’
But she never lived up to her early film
promise and in 1997, 14 years after she met Polanski, Charlotte returned
to Britain and checked into the Priory to be treated for cocaine addiction.
She had tried to give it up twice already, she said, but only ever in a
‘half-hearted’ way.
She tried to resurrect her career but
whatever attraction Hollywood had held seemed to have gone.
Eight years ago she quit acting for good
and today she says her only ambition is to be a good mother to her
five-year-old son, Miles, with whom she lives in a flat in Hampstead, North
London.
‘We have a normal life,’ Charlotte says,
a flicker of pride in her voice. ‘We wake up, watch cartoons, shower and
I take him to school.
'I am happy but it’s true to say I have
never been able to have a normal relationship with a man. I have spoken
to my vicar and my GP about this and I am now having counselling.’
Charlotte has many reasons for speaking
out now but money is not one of them and she has not been paid for this
interview.
Instead, she insists, her abiding desire
is simply to tell the truth that she has concealed for so long.
Last summer she made two trips to Paris
and tried to contact Polanski. She says: ‘I wanted to see him. I wanted
him to apologise. But he was away making a movie.
‘I’d heard that Polanski’s daughter had
turned 16 and if I could ask him one question it would be, “How would you
feel if this was your daughter?”
‘I will never forgive Polanski,’ Charlotte
says as tears threaten to fall. ‘I’ll never know if my life would have
been different had this not happened. There needs to be some justice. I’m
telling the truth and Roman knows I’m telling the truth.’
Mr Polanski declined to comment last night.
Polanski:
offensive française
Par Christophe Passer
EXTRADITION. Coup de fil de Sarkozy à Doris Leuthard, interventions de BHL ou Jack Lang: la Suisse est sous pression.«Je voulais être sa maîtresse. Je le désirais probablement plus que lui ne le voulait.» Ainsi s’exprimait l’actrice anglaise Charlotte Lewis en 1999 dans News of the World. Le magazine trash anglais ne passe pas pour le comble du journalisme haut de gamme. Mais l’exhumation par le quotidien Libération de cette interview est la meilleure nouvelle arrivée à Polanski depuis longtemps.
Deux jours plus tôt, Charlotte Lewis, 42 ans, l’accusait d’avoir abusé d’elle il y a vingt-six ans. La version qu’elle avait donnée onze ans plus tôt était différente: six mois de liaison commencée alors qu’elle avait 17 ans (et pas 16), avant d’être présentée au priapique le plus célèbre de Hollywood, Warren Beatty, qu’elle se vantait d’avoir mis dans son lit. Enfin, elle racontait une carrière d’amante tarifée dès ses 14 ans: «Je ne sais plus avec combien d’hommes j’ai couché à l’époque pour de l’argent. J’étais naïve. On me disait d’être gentille avec Untel…» En 1986, deux ans après ce dont elle accuse aujourd’hui le Franco-Polonais, Charlotte Lewis entourait Roman de ses bras à Cannes – les images de ces instants tournent en boucle sur YouTube. Au festival, le cinéaste présentait Pirates, où elle avait un rôle.
Dossier affaibli. Tout cela ne suffira pas à disculper Polanski du reste, c’est-à-dire les relations sexuelles avec une mineure de 13 ans en 1977. Mais le témoignage sujet à caution de Charlotte Lewis, au lieu de le lester, affaiblit du coup le dossier d’accusation.
Pour la Suisse, cela ne change cependant pas grand-chose, et l’affaire demeure épineuse à trancher. On sait depuis les questions au gouvernement posées par Oskar Freysinger que ce sont bien les autorités suisses qui ont sottement demandé aux Américains si leur demande d’extradition était toujours valable, avant d’arrêter le cinéaste à Zurich. «C’est parce qu’on ne pouvait pas m’accuser d’être du côté des pédophiles que je l’ai fait», dit le député UDC. Lui qui avait milité en faveur de l’imprescriptibilité des actes de pédophilie se place sur le terrain de la victime: «Elle a dit je ne sais pas combien de fois qu’elle voulait qu’on les laisse, Polanski comme elle, en paix avec cette affaire vieille de trente-trois ans.»
C’est le Département fédéral de justice et police qui décidera. Et même, entend-on, Eveline Widmer-Schlumpf, elle-même. Le porte-parole du Département, Folco Galli, ne veut pas dire un mot de plus. La Suisse a demandé des documents aux Américains. Lesquels? Pourquoi? No comment. L’Office fédéral de la culture fait dans la prudence et le respect hiérarchique: tout juste si on ne vous demande pas qui c’est, ce Polanski. Enfin, les intellectuels d’ici pensent désormais préférable la discrétion, à l’exemple du cinéaste vaudois Lionel Baier: «Je l’ai ramenée au début. Maintenant, je préfère me taire afin de ne pas nuire aux éventuelles discussions souterraines avec la France.»
Duettistes. Car les Français discutent, font pression désordonnée sur la Confédération. Marc Comina, directeur de Farner Consulting: «En Suisse, il faut convaincre au moins quatre conseillers fédéraux pour réussir: les démarches françaises sont en décalage par rapport à la logique de notre système.» Nicolas Sarkozy a appelé Doris Leuthard pour s’enquérir du dossier. L’écrivain-philosophe Bernard-Henri Lévy et l’ancien ministre Jack Lang se sont lancés dans le numéro du méchant et du gentil. Lévy fait dans l’imprécation ou, sur RTL, compare la facture du bracelet électronique – que le cinéaste a paraît-il reçu à Gstaad – à celle pour les munitions que les Chinois expédient aux familles des exécutés. Lang joue sur la compréhension: «La Suisse que j’aime ne peut pas extrader Polanski», a-t-il déclaré au Matin Dimanche.
L’offensive française, de même que les déclarations récentes faites en Pologne par Emmanuelle Seigner, épouse du réalisateur, cherche une «porte de sortie européenne» pour Polanski. Ayant compris que la Suisse ne pourra que céder face aux Etats-Unis, Paris tente de trouver une issue qui permette au Conseil fédéral de ne pas perdre la face: livrer l’accusé Polanski aux autorités de son pays, la France, serait une piste. Reste à dénicher l’argutie juridique pour la faire passer.
Les
lenteurs inexpliquées de l’affaire
Par Denis Masmejan
Eveline Widmer-Schlumpf a cherché en vain le secours du Conseil fédéral sur le délicat dossier Polanski. Elle devra vraisemblablement assumer seule la responsabilité de la décisionQuand donc les autorités suisses vont-elles statuer sur l’extradition de Roman Polanski? A la fin de mai, Eveline Widmer-Schlumpf annonçait dans le SonntagsBlick que le cinéaste serait fixé sur son sort «dans les prochaines semaines». Depuis, toujours rien. Une lenteur qui étonne plus d’un familier de ce type de procédures. Neuf mois après son arrestation à Zurich, le 26 septembre 2009, à la demande des Américains, Roman Polanski attend toujours dans son chalet de Gstaad, où il a été placé en résidence surveillée dès le mois de décembre, avec port d’un bracelet électronique.
Eveline Widmer-Schlumpf cherche-t-elle une porte de sortie? Ce n’est pas impossible. Seule certitude: dans cette affaire, elle apparaît comme une femme seule. Elle s’est déjà déclarée prête à assumer elle-même, politiquement, la décision d’extrader ou non Roman Polanski, qui revient formellement à ses services, l’Office fédéral de la justice (OFJ). Mais ce qu’elle s’est bien gardée de révéler, c’est qu’elle a cherché, mais en vain, l’appui du Conseil fédéral.
Plusieurs sources le confirment: la ministre de la Justice a tenté de faire monter le dossier à l’échelon ultime, celui du gouvernement, mais sans y parvenir, en tout cas pas jusqu’ici. Il n’y a pas de base légale ni de raisons politiques suffisantes pour que le Conseil fédéral s’en mêle à ce stade, lui ont répondu en substance ses collègues il y a quelques semaines. En clair, c’est à elle de se débrouiller toute seule, à charge pour elle de bien mesurer les enjeux et les retombées politiques de sa décision, quelle qu’elle soit.
L’épisode apporte en tout cas une preuve supplémentaire du rôle désormais très actif que joue la conseillère fédérale dans ce dossier. Tout indique qu’elle ne néglige aucune option. Même au risque, parfois, de paraître en décalage avec ses propres services. Quand Roman Polanski, début mai, diffuse une lettre ouverte où il révèle l’existence d’une déclaration sous serment d’un ex-procureur, attestant qu’il a déjà purgé sa peine, l’Office fédéral de la justice reste de marbre. Le document en question, fait savoir le porte-parole de l’OFJ, Folco Galli, n’est pas pertinent pour l’examen de la demande d’extradition, et ne sera pas demandé formellement aux Américains. Fin mai pourtant, toujours dans la même interview donnée au SonntagsBlick, Eveline Widmer-Schlumpf déclare: «Nous procédons encore à des éclaircissements suite aux déclarations de M. Polanski et de son avocat faisant étant de l’existence d’un jugement américain fixant définitivement la mesure de la peine.» Elle s’interroge: y a-t-il eu un deal entre les autorités judiciaires et le cinéaste, a-t-il été finalisé, et quelle serait sa valeur du point de vue suisse?
A l’OFJ, on ne commente pas. Formellement, rappelle Folco Galli, l’extradition relève de l’office seul, avec un recours possible de la personne concernée au Tribunal pénal fédéral puis, dans ces cas exceptionnels, au Tribunal fédéral. Mais un conseiller fédéral, souligne également le porte-parole en citant la loi, «a toujours qualité pour donner des instructions, procéder à des contrôles et intervenir personnellement dans une affaire» au sein de son département.
La marge de manœuvre d’Eveline Widmer-Schlumpf n’en demeure pas moins extrêmement étroite. Lorsque les conditions juridiques de l’extradition sont réunies, la convention entre la Suisse et les Etats-Unis ne laisse pas de place à une appréciation politique. En principe, Roman Polanski n’aurait donc pas la possibilité d’en appeler au Conseil fédéral en cas de décision positive de l’Office fédéral de la justice: ce recours de nature politique qui permet au Conseil fédéral de vérifier que les intérêts essentiels du pays ne sont pas compromis n’est en règle générale ouvert qu’en matière d’entraide judiciaire – la fourniture d’informations à un Etat étranger – mais pas pour l’extradition.
A l’inverse, si l’OFJ refuse l’extradition, les Etats-Unis, eux, n’ont aucune possibilité d’attaquer en justice un refus des autorités suisses de leur livrer Roman Polanski. Si un tel cas devait se produire, le cinéaste devrait être remis en liberté immédiatement.
Qu’attend donc Eveline Widmer-Schlumpf? De savoir si les procureurs américains chargés de l’affaire, et qui en ont fait un argument électoral, seront réélus? Elle risque de devoir attendre encore longtemps: le procureur du district de Los Angeles, Steve Cooley, a été retenu il y a quelques jours dans des primaires comme candidat républicain au poste de procureur général de l’Etat de Californie. L’élection n’aura lieu qu’en novembre. Quant à son adjoint, David Walgren, qui visait un poste de juge, il est toujours en fonction. Il est chargé notamment du procès du médecin de Michael Jackson, qui vient de reprendre.
Un fax est parti le 21 septembre 2009 de l’Office fédéral de la justice à Berne. Adressé à Washington. Cet envoi avait pour objet de demander aux Américains si le mandat d’arrêt international visant Roman Polanski était toujours valable. Sans ce message, qui a permis aux Etats-Unis de savoir que le cinéaste allait venir à Zurich, Roman Polanski n’aurait pas été arrêté. C’est bien ce qu’a reconnu Eveline Widmer-Schlumpf à deux reprises devant le Conseil national, en réponse à des questions de parlementaires UDC.
Dans une recommandation du préposé fédéral à la protection des données datée du 9 juin dernier, celui-ci s’est refusé à considérer le fax du 21 septembre comme un document administratif auquel le public peut avoir accès. Il a débouté un avocat qui réclamait de pouvoir en prendre connaissance. La décision ne dit pas si cet avocat était l’un de ceux de Roman Polanski. Mais elle montre que, de l’aveu même de l’OFJ, le réalisateur a été inscrit dans le registre suisse des personnes à arrêter «Ripol» au cours du premier semestre 2006 déjà. Dès cette date, il aurait donc dû être interpellé. Or on sait qu’il a pu se rendre à plusieurs reprises depuis dans son chalet de Gstaad sans être inquiété, et que les Etats-Unis n’ont jamais protesté à ce propos.
Les explications de la ministre de la Justice devant le Conseil national ont modifié l’appréciation que l’on peut porter sur l’affaire. Les autorités suisses sont loin en effet de ne pas avoir eu d’autre choix que d’arrêter Roman Polanski parce que les Américains le leur demandaient. Au contraire, c’est un fonctionnaire suisse qui, sans en référer à sa hiérarchie, le leur a en quelque sorte «offert».
Fait accompli
A la suite des événements, Eveline Widmer-Schlumpf a
fait modifier les directives internes de son département. Désormais,
les cas sensibles doivent remonter au directeur de l’Office fédéral
de la justice, voire à la cheffe du département. Celle-ci
a montré qu’elle ne voulait plus être placée devant
le fait accompli, et qu’à ses yeux le fonctionnement de ses services
était loin d’avoir été optimal. L’insistance qu’elle
a mise à le reconnaître et à fournir des détails
soulève toutefois des questions, car une telle attitude affaiblit
sa capacité à assumer politiquement, le cas échéant,
une extradition.
In der letzten Zeit mehren sich in der Schweiz Vorfälle, denen eines gemeinsam ist: die Verabschiedung der Rechtsstaatlichkeit am Altar des wirtschaftlichen und politischen Opportunismus. Es kommen Zweifel darüber auf, ob sich der Staat eigentlich noch an seine eigenen Gesetze hält.
In den vergangenen Jahren hat sich vieles und Grundsätzliches bewegt und verändert, leider nicht nur, was die Form betrifft, sondern vielmehr auch im Bereich der Substanz. Entscheide beruhen bekanntlich auf Meinungsbildungen, die sich ihrerseits wiederum ausschliesslich durch das Medium der Informationen formen. Ihr beeinflussender Charakter wie auch ihre Manipulationswirkung gründen auf Kenntnissen und Erkenntnissen, die weit in die Vergangenheit hinein reichen. Gewiss kann der Informationstransfer das Gute wie das Böse beabsichtigen. Jede Diskussionsrunde hat aber mit der Tatsache zu leben, dass jede noch so strenge Sprach- und Sprechkontrolle im Sumpf einer babylonischen Verwirrung individueller Verwendung von Begriffen und entsprechender Meinungsäusserungen untergeht. Es fehlen – ich denke dabei an Veranstaltungen in der Fernseh-«Arena» – der echte Dialog, das Sichauseinandersetzen mit den vorgebrachten Argumenten, deren Widerlegung, aber auch Befürwortung sowie Begründung der eigenen intonierten gedanklichen Auseinandersetzung mit der vorgegebenen Thematik.
Fehlentscheide
Leider hat dieser Trend auch vor der Classe politique nicht haltgemacht.
Hieraus resultieren auch die vielen Fehlentscheide, die das dereinst hohe
Ansehen unserer Rechtsstaatlichkeit im internationalen Umfeld in letzter
Zeit gründlich minderten. Durch Vermittlung der Medien wird man oft
auch mit den mahnenden, staatsmännischen Worten etwa von Bundesrätin
Widmer-Schlumpf konfrontiert; wörtlich: «Der Staat muss sich
an die eigenen Gesetze halten.» Diese Maxime weckt Vertrauen, aber
nur dann, wenn sie ernst gemeint ist und auch befolgt wird.
Dass dies nicht stets der Fall ist, belegen diverse Beispiele, die nur stichwortartig erwähnt seien: Anlässlich der Abwahl von Bundesrat Blocher wurde im Zusammenhang mit dem Vorwurf, den Grundsatz der Gewaltentrennung verletzt zu haben, die Staatskasse und damit der Steuerzahler unnötigerweise mit den finanziellen Kosten von Experten belastet, obwohl jeder Jurist weiss, dass auch das Prinzip der gegenseitigen Gewaltenhemmung zu beachten ist. Anlässlich des Swissair-Prozesses äusserte sich ein «Strafrechtsexperte» in der «Arena» über die Frage, weshalb den Angeklagten noch derart erhebliche Prozess- und Parteientschädigungen zugesprochen worden seien, dahingehend, dass jeder Freigesprochene Anspruch auf solche Wiedergutmachungsleistungen beanspruchen dürfe. Das Gegenteil ist aber richtig: Auf Basis des Veranlassungsprinzips werden die Kosten des Verfahrens auch dem Freigesprochenen auferlegt, wenn er die Durchführung der Untersuchungshandlungen durch «leichtfertiges» Verhalten verursacht hat.
Die juristische Fehlentscheidung hat auch im Fall Polanski Oberhand gewonnen: Es bestand und besteht auch mit Bezug auf das beantragte Auslieferungsbegehren rechtlich kein Zweifel, dass sich eine Ablehnung aus verschiedenen Gründen, u. a. vor allem gestützt auf den international anerkannten Grundsatz des Ordre public, aufdrängt, zumal nach über dreissig Jahren die verfassungsrechtlich jedem Angeschuldigten zustehenden Verteidigungsrechte nicht mehr gewährleistet werden können. Das Minarettproblem gab sodann ebenfalls unnötigerweise Anlass zu einer weit um sich greifenden, kontroversen Auseinandersetzung in der Politik und der Medienlandschaft. Man bemühte die Menschenrechte und übersah dabei, dass gerade die in einem Land historisch gewachsenen Sitten und Gebräuche wie auch die religiösen Einstellungen u. a. m. menschenrechtswürdig sind und vom Staat geschützt werden sollten. Schliesslich dürfen die Überlegungen zu international beanstandeten und von unseren Politikern weitgehend unterstützten Formulierungen im Steuergesetz mit der Unterscheidung zwischen «Steuerhinterziehung» und «Steuerbetrug» nicht fehlen: Unser Strafrecht beruht traditionell auf dem Verschuldensprinzip, und dies ist richtig. Die gesetzgeberische Unterscheidung nimmt zutreffenderweise darauf Rücksicht. Der Massstab der Differenzierung muss sich auf das subjektive Merkmal des Verschuldens beziehen und nicht – wie vom Bundesrat empfohlen – auf die betragsmässige Gewichtung!
Die Krönung der juristischen Fehltritte erleben wir hinsichtlich des UBS-Debakels im Zusammenhang mit dem verhängnisvollen Abschluss des damaligen «UBS-Abkommens», d. h. eines völkerrechtlich als «bilateraler Vertrag» zu qualifizierenden Abkommen zwischen zwei Staaten. Als das Bundesverwaltungsgericht diese Vereinbarung als widerrechtlich und damit ungültig erklärte, adelte man sie in einem politischen Umformungsprozess zu einem Staatsvertrag, um so das richterliche Verdikt dem Gültigkeitsanspruch zu entziehen. Nun war wiederum die Politik aufgerufen, um dem Staatsvertrag durch den Segen des Parlaments Leben einzuhauchen: Am 15. Juni 2010 gelang es den Räten schliesslich nach einem eigentlichen politischen Pokerspiel, dem «Staatsvertrag» doch noch den Stempel der «Rechtsstaatlichkeit» aufzudrücken. Schliesslich galt es auch noch eine letzte Hürde zur Beseitigung der Rechtsstaatlichkeit zu überwinden: das fakultative Referendum.
Vorbildfunktion
Warum – so wird man sich fragen – diese Enumeration von unterschiedlichen
«Vorfällen»? Dazu drängt die Überlegung, dass
allen diesen Beispielen das eine gemeinsam ist, nämlich die Verabschiedung
der Rechtsstaatlichkeit am Altar des wirtschaftlichen und/oder politischen
Opportunismus. Wie hat sich auch unsere Bundesrätin als Hüterin
von Recht und Ordnung oft geäussert? «Der Staat muss sich an
die eigenen Gesetze halten.» Das ist allerdings ein dringendes Anliegen
und für den Bürger wichtig, muss er sich doch an ein Vorbild
halten können.
Hans Giger ist Rechtsanwalt und emeritierter Professor für Schweizerisches Zivilgesetzbuch und Obligationenrecht inklusive Rechtsvergleichs an der Universität Zürich.
Polanskis
Freilassung stösst auf Kritik
Die Freilassung von Roman Polanski kommt bei US-Medien
gar nicht gut an.
BERN. Während in den Schweizer Tageszeitungen neben Kritik am «Sonderfall Polanski» auch Verständnis für die Freilassung des Regisseurs geäussert wird, hat der Entscheid in den US-Medien grossen Unmut hervorgerufen. So titelte das Nachrichtenmagazin «Time» auf seiner Webseite: «Schock: Die Schweizer lassen Polanski frei». Der Entscheid garantiere Polanski fast, dass er der Gefängnisstrafe für den Rest seines Lebens ausweichen könne.
Ein weiteres Mal werde der Regisseur durch «legalen Unsinn» gerettet, schrieb die «Los Angeles Times». Auch der Kolumnist der Tageszeitung «Washington Post» zeigte sich erbost. Er schlägt den Amerikanern vor, die Filme des polnisch-französischen Filmemachers von nun an zu boykottieren.
Im Fernsehsender CNN nahm Polanski als «flüchtiger Kinderschänder» am Montagabend den ersten Rang ein auf der «Liste, auf die man nie kommen will».
Die Kommentatoren der Schweizer Tageszeitungen ihrerseits bewerten die Freilassung von Star-Regisseur Roman Polanski mehrheitlich als einen politischen Akt. Kritisiert wird vor allem der «Sonderfall Polanski». «Es sind nicht alle gleich», titelt etwa die «Neue Luzerner Zeitung». «Wäre die Hauptperson in diesem Drama nicht Roman Polanski gewesen, sondern ein unbekannter Laienschauspieler - er würde jetzt vor einem US-Gericht stehen», glaubt der Kommentator.
Ähnlich tönt es bei der «Neue Zürcher Zeitung»: «Letztlich geht es um das Eingeständnis, dass bei übergeordnetem Interesse vor dem Recht nicht immer alle gleich sind. Einige sind etwas gleicher», heisst es in der Online-Ausgabe.
Von einem «juristisch wackeligen Urteil», schreibt der «Tagesanzeiger». Zu hoffen sei nun, dass die neue Praxis, Auslieferungsgesuche auch inhaltlich zu prüfen, in Zukunft auch Inhaftierten zugute komme, «die eine weniger gute Lobby haben als der weltberühmte Regisseur».
Viel Verständnis für die Freilassung Polanskis gibt es in der Westschweiz: Die Schweiz habe sich erhobenen Hauptes aus der Affäre gezogen - «dank der Unabhängigkeit von Eveline Widmer-Schlumpf», schreibt etwa «Le Matin». «24 heures» spricht von einer «doppelten Demonstration der Unabhängigkeitkeit», einmal durch die Verhaftung Polanskis und dann durch Nicht-Auslieferung.
Wie
sich Polanskis Fall auf die Rechtshilfe auswirkt
von Gerhard Fiolka
Gerhard
Fiolka ist Strafrechtsexperte. Er unterrichtet an der Universität
Freiburg unter anderem internationale Rechtshilfe in Strafsachen.
Bild: Quelle
Das Bundesamt für Justiz hat diese Woche mit einer innovativen und überraschenden Argumentation entschieden, Roman Polanski nicht an die USA auszuliefern. Das führt zu einer Stärkung der Position des Betroffenen, hat jedoch auch grundlegende Auswirkungen auf Auslieferungs- und Rechtshilfeverfahren.
Das Verfahren der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen war bislang primär durch seine dienende Rolle gegenüber dem Strafverfahren im ersuchenden Staat geprägt. Das Verfahren der Rechtshilfe ist selber gerade kein Strafverfahren.
Es zielt nicht darauf ab, Täterschaft und Schuld des Betroffenen zu klären, sondern einen Entscheid des Sachrichters im ersuchenden Staat zu ermöglichen. Der Beurteilung des Falles durch den Richter soll nicht vorgegriffen werden.
Der Betroffene wird es aber regelmässig darauf anlegen, auch im Rechtshilfeverfahren die Behörden von seiner Unschuld zu überzeugen und so etwa zu verhindern, dass er an den ersuchenden Staat ausgeliefert wird oder dass Gelder auf schweizerischen Konten für eine allfällige Einziehung beschlagnahmt werden.
Bislang wurden an die Schilderung des Sachverhalts in Auslieferungs- und Rechtshilfeersuchen keine hohen Anforderungen gestellt. Nach Auffassung des Bundesstrafgerichts reiche aus, «wenn die Angaben im Rechtshilfeersuchen den schweizerischen Behörden ermöglichen zu prüfen, ob ausreichend konkrete Verdachtsgründe für eine rechtshilfefähige Straftat vorliegen, ob Verweigerungsgründe gegeben sind bzw. in welchem Umfang dem Begehren allenfalls entsprochen werden muss. Es kann auch nicht verlangt werden, dass die ersuchende Behörde die Tatvorwürfe bereits abschliessend mit Beweisen belegt. Die ersuchte Behörde hat sich beim Entscheid über ein Rechtshilfeersuchen nicht dazu auszusprechen, ob die darin angeführten Tatsachen zutreffen oder nicht. Sie hat weder Tat- noch Schuldfragen zu prüfen und grundsätzlich auch keine Beweiswürdigung vorzunehmen, sondern ist vielmehr an die Sachdarstellung im Ersuchen gebunden, soweit sie nicht durch offensichtliche Fehler, Lücken oder Widersprüche sofort entkräftet wird».
Das machte es den Behörden leicht, Vorbringen der Betroffenen, wonach der im Rechtshilfeersuchen geschilderte Sachverhalt nicht der Wahrheit entspreche, als irrelevant abzutun und ungeachtet allfälliger Zweifel Rechtshilfe zu leisten. Mit dieser kursorischen Prüfung des Rechtshilfeersuchens wurde eine Vorwegnahme des richterlichen Urteils vermieden, dem Betroffenen aber eine extrem schwache Stellung bei der Abwehr u. U. existenzieller Bedrohungen gegeben.
Mit dem Vorgehen in Sachen Polanski hat das Bundesamt nun den Weg zu einer vertieften Prüfung zweifelhafter Rechtshilfeersuchen geöffnet. Inskünftig werden sich schweizerische Behörden nicht mehr hinter dem Argument verschanzen können, es sei allein darauf abzustellen, ob das Rechtshilfeersuchen in sich widerspruchsfrei sei und nicht näher zu prüfen, ob es denn auch den Tatsachen entspreche.
Es fragt sich allerdings, ob im konkreten Fall so fundamentale Zweifel am Ersuchen angezeigt waren. Das Bundesamt sah es für seinen Entscheid als wesentlich an, ob der Richter den Parteien zugesichert habe, keine längere Freiheitsstrafe zu verhängen als die 42 Tage, die Polanski damals ohnehin bereits in Haft verbracht hatte. Nach Art. 5 IRSG ist die Rechtshilfe zu verweigern, wenn der Richter den Verfolgten freigesprochen, das Verfahren eingestellt oder von einer Sanktion abgesehen hat oder wenn die Sanktion vollzogen wurde. Allerdings trifft bei Lichte besehen keiner dieser Fälle zu: Der US-Richter hat – selbst wenn er sich in einer Beratung mündlich informell in diesem Sinne geäussert hätte – offiziell das Verfahren weder eingestellt noch ein Urteil gefällt. Die Auffassung, der Richter habe möglicherweise heimlich das Verfahren eingestellt und die USA verheimlichten dies den schweizerischen Behörden, um ihnen einen fortbestehenden Strafanspruch – denn darauf scheinen sich die Zweifel des Bundesamtes ja zu beziehen – vorzugaukeln, mutet kühn an.
Sehr weit ging das Bundesamt auch bei der Anerkennung des Vertrauensschutzes aufgrund der langen Untätigkeit der schweizerischen Behörden. Es ist kaum vorstellbar, dass dieses Argument für sich genommen zur Verweigerung einer Auslieferung führen könnte.
Polanski gab dem Bundesstrafgericht die Gelegenheit, die sehr restriktive Praxis der Auslieferungshaft aufzubrechen: Bisher wurde die Auslieferungshaft immer als die Regel, der Verzicht darauf als die Ausnahme gewertet. Auf Auslieferungshaft kann nur verzichtet werden, wenn anderweitig sichergestellt ist, dass der Verfolgte nicht fliehen wird. Polanski gelang es im zweiten Anlauf, das Bundesstrafgericht davon zu überzeugen, dass dies mit einer beträchtlichen Kaution und elektronischer Überwachung gewährleistet sei.
Von dieser Lockerung des Vollzugs der Auslieferungshaft müssen
inskünftig auch Normalbürger profitieren, auch wenn bei ihnen
weniger imposante Kautionssummen zustande kommen. Auslieferungshaft sollte
letztlich nur angeordnet werden, wenn – ähnlich wie bei der Untersuchungshaft
– Haftgründe gegeben sind, und nicht als Regelfall: Die erhöhten
Anforderungen an Auslieferungsersuchen werden dazu führen, dass mehr
Ersuchen abgelehnt werden müssen, und dann muss die ungerechtfertigte
Haft entschädigt werden.