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Porta Alpina
Promotoren-Portal - BR-Bericht 31.10.2012


9.Feb 12   Doch noch eine Porta Alpina?, Tages-Anzeiger, Jürg Ackermann
8.Feb 12   Kommt jetzt die Porta Alpina light?, 20 Minuten, hag
30.Mär 09    MANIFEST für die Porta Alpina San Gottardo, Rudolf Mettler
 



MANIFEST für die Porta Alpina San Gottardo
Am Gotthard Basistunnel in Sedrun
von Rudolf Mettler, dipl.Ing ETH/SIA

Die Porta Alpina, die alpine und nationale Chance der Schweiz >der „NEAT Bypass Sedrun“ Die Porta Alpina ist eine grosse Chance für den Kanton Graubünden mit der Surselva aber vielmehr für die Schweiz und die Region Gotthard mit den Kantonen Graubünden, Uri, Wallis und Tessin.
Die Porta Alpina San Gottardo ist vor allem eine nationale Chance der Schweiz in der zentralen Gebirgsbastion des Gotthard, am historisch bedeutenden Verkehrsweg des San Gottardo im Herzen der Schweiz, rittlings auf dem Gotthard Basistunnel, dieser neuen Pioniertat der Schweiz in Europa.
Diese Chance darf nicht und nimmer preisgegeben werden sondern ist zielstrebig mit Initiative und Energie zu verfolgen und zur Realisierung zu bringen. (Volltext)




20 Minuten    8. Februar 2012 12:20

Kommt jetzt die Porta Alpina light?

Der Traum von der Porta Alpina ist bereits vor Jahren geplatzt, nun plant der Andermatt-Investor Samih Sawiris ein neues Projekt. Er will einen Touristenlift zum Neat-Basistunnel bauen.
Der unterirdische Bahnhof, die Porta Alpina, wurde bereits 2007 beerdigt. Samih Sawiris (rechts) plant dort jetzt ein neue Touristenattraktion. (Bild: Keystone)

hag   -   Samih Sawiris, der ägyptische Investor von Andermatt, hat ein neues Projekt im Kopf. Er will den Neat-Stollen in Sedrun nach der Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels im Jahr 2016 als Touristenattraktion nutzen, wie das «St. Galler Tagblatt» berichtet. Mit einem Lift sollen Besucher in einen 800 Meter tief gelegenen Ausstellungsraum gelangen.

Hinter dem Projekt stehen der Basler PR-Unternehmer Manfred Messmer und Pancrazi Berther, Gemeindepräsident von Tujetsch in der Surselva. Im Juni soll mit den SBB über die Durchführung einer Machbarkeitsstudie entschieden werden.

Ausstellungen in 800 Metern Tiefe
Kern des neuen Projekts sind der bestehende Stollen und vier Räume, die im Zuge des unterirdischen Haltestelle Porta Alpina erstellt wurden. Der Kanton Graubünden, die Gemeinde Tujetsch und der Bund hatten dort bereits 15 Millionen Franken investiert. Diese Investition wäre mit der Realisierung des neuen Bauvorhabens nicht ganz umsonst gewesen.

Es sei ein Erlebnis, wenn man sich in 800 Meter Tiefe traue, zeigt sich Gemeindepräsident Berther gegenüber dem Tagblatt begeistert. Es sei sinnvoller, bereits bestehende Räume für Ausstellungen zur Neat zu nutzen, als diese zuzuschütten. Die SBB könnten darin ihr Jahrhundertwerk präsentieren. Bei Messmer tönt es ähnlich. «Die Schweiz soll zeigen, was sie mit dem längsten Tunnel der Welt geschaffen hat. Jedes andere Land würde das auch machen», ist sich der PR-Unternehmer sicher.

Durchwegs positive Reaktionen
Die Verantwortlichen des Kantons Graubünden freuen sich über die neue Idee und erhoffen sich wirtschaftliche Impulse für die strukturschwache Region um Sedrun. «Graubünden hat ein erhebliches Interesse, die Vorinvestitionen in die Porta Alpina nutzen zu können. Wir stehen der Idee sehr positiv gegenüber», so der Churer Bau- und Verkehrsdirektor Mario Cavigelli.

Auch die SBB, die die Porta Alpina stets ablehnten, zeigen Interesse. Sollte das Projekt vom Bundesamt für Verkehr gutgeheissen werden, müssten Fragen der Sicherheit, des Betriebs und der Finanzierung geklärt werden, erklärt SBB-Sprecher Reto Kormann.

Die Porta Alpina wurde verworfen
Als Porta Alpina war ein Bahnhof 800 Meter unter Sedrun geplant. Von dort sollten Bahnpassagiere vom Gotthard-Basistunnel ins Bündner Oberland gelangen. Das auf 50 Millionen Franken veranschlagte Projekt wurde im September 2007 von der Bündner Regierung gestoppt.

Von der Vision Porta Alpina blieb der Ausbruch der Wartehallen, wofür 15 Millionen Franken investiert worden waren. Und es blieb die Hoffnung, spätere Generationen könnten das Projekt realisieren. Vielleicht wird dieses bereits in naher Zukunft schon Wirklichkeit.




Tages-Anzeiger    9. Februar 2012

Doch noch eine Porta Alpina?
Von Jürg Ackermann

Bund und SBB hatten an der Porta Alpina kein Interesse. Jetzt versuchen private Investoren, einen Teil der Idee zu retten. Mit viel Geld.
Als man noch zuversichtlich war: Medienvertreter und Arbeiter begutachten den Ausbruch nach der ersten Sprengung für die Porta Alpina unter Sedrun (Montag, 23. Oktober 2006). Bild: Keystone

Die Euphorie war gross in Graubünden. So gross, dass selbst gemässigte lokale Politiker nur noch im Superlativ redeten. In ihrer Einzigartigkeit sei die Idee eines unterirdischen Neat-Bahnhofs in Sedrun mit dem Eiffelturm in Paris oder der Golden Gate Bridge in San Francisco zu vergleichen, sagten sie. Der Begeisterung folgten Taten: Einstimmig sprach der Bündner Grosse Rat 2005 einen 20-Millionen-Verpflichtungskredit für den tiefsten Bahnhof im längsten Tunnel der Welt. Später sagte auch das Volk Ja.

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Die Bündner hatten ihre Rechnung jedoch ohne den Realitätssinn von Bund und SBB gemacht. Eine Station mitten im Tunnel in der dünn besiedelten Surselva sei wirtschaftlich wie betriebstechnisch ein Unsinn, hiess es schon zwei Jahre später aus Bern. Daraufhin strich auch die Bündner Regierung die Segel. Die geplanten Investitionskosten von bis zu 80 Millionen Franken für einen der wohl spektakulärsten Bahnhöfe Europas wollte sie nicht allein aufbringen. Jetzt kann sich eine private Investorengruppe offenbar vorstellen, eine ähnlich grosse Summe in Sedrun zu investieren – allerdings nicht in eine Porta, sondern in eine Galleria Alpina.

Kunst im Tunnel
Initiator ist der Basler PR-Unternehmer Manfred Messmer, der gestern einen entsprechenden Bericht des «St. Galler Tagblatts» bestätigte. Ihm schwebt vor, dass «irgendwann nach der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels» Zehntausende von Touristen jedes Jahr nach Sedrun pilgern, sich per Hightechlift 800 Meter in die Tiefe transportieren lassen und dort zeitgenössische Kunst oder die Highlights der Schweizer Ingenieurskunst bestaunen.

Im Juni will sich Messmer mit der SBB-Spitze treffen, die zusammen mit dem Bundesamt für Verkehr ihr Einverständnis geben muss. «Ich bin sehr optimistisch. Wir sind in den letzten Jahren immer einen Schritt weiter gekommen», sagt Messmer, der auf eine Kerngruppe von interessierten Investoren zählen kann. Der Liftbauer Schindler gehört ebenso dazu wie Holcim, Microsoft oder Samih Sawiris’ Orascom. Der ägyptische Unternehmer, der im grossen Stil im benachbarten Andermatt investiert, hatte stets betont, dass er es bedauern würde, wenn «dieses einzigartige Bauwerk nicht erlebbar» gemacht würde.

Kühne Visionen
Die Vorarbeiten für die Touristenattraktion sind bereits geleistet: Bund und Kanton Graubünden liessen im Zugangsstollen Sedrun schon vor Jahren vorsorglich Warteräume für eine mögliche Porta Alpina bauen. Kostenpunkt: 15 Millionen Franken. Die Bündner Regierung, welche die Hälfte dieser Summe bezahlte, verhandelt derzeit mit dem Bundesamt für Verkehr über die späteren Nutzungsrechte dieser «Löcher». «Wir haben daher ein grosses Interesse an privaten Ideen und Investitionen, die für die Surselva sehr wichtig wären», sagt der Bündner Regierungsrat und Baudirektor Mario Cavigelli.

Bis es so weit ist, dürfte es jedoch auch bei positivem Verlauf noch viele Jahre dauern. Messmer ist zusammen mit seinem Projektpartner, dem ehemaligen Expo02-Chef Martin Heller, derzeit daran, die Machbarkeit der zwölf in der Endauswahl stehenden Vorschläge eingehender zu prüfen. Architektur- und Ingenieurbüros aus halb Europa hatten Ideen eingereicht. Die Vorstellungen reichen von einer begehbaren Unterschweiz im Gotthard-Massiv über Ton- und Lichtinstallationen bis zu «fantastischen Reisen» durch das Gestein. Die Kosten dürften je nach Projekt zwischen 50 und 80 Millionen Franken liegen.

Nach dem Skifahren in den Berg
Messmer geht es mit seiner Vision einer Galleria Alpina gemäss eigenen Angaben weniger um wirtschaftliche Rentabilität, als vielmehr um Grundsätzliches. «Die Schweiz baut mit dem Basistunnel etwas Spektakuläres, und sie schafft es nicht, mit einem fantasievollen Projekt, Kapital daraus zu schlagen. Das kann nicht sein», sagt der PR-Unternehmer.

Die Initianten verhehlen nicht, dass eine Galleria Alpina auch die Möglichkeit offen lassen soll, dereinst doch noch einen unterirdischen Bahnhof in Sedrun zu bauen, sollte der politische Wille eines Tages vorhanden sein. Letzteres freut auch Pancrazi Berther, den Gemeindepräsidenten der Standortgemeinde Tujetsch, der die Hoffnung noch nicht aufgegeben hat, dereinst in 90 Minuten statt in drei Stunden mit dem Zug nach Zürich fahren zu können. «Mit der Galleria Alpina bliebe in Zukunft alles möglich.» Auch im Hinblick auf die geplante Skigebietsverbindung zwischen Sedrun und Andermatt sei ein solches Projekt sinnvoll. «Das wäre weltweit einzigartig: nach dem Skifahren noch kurz in den Berg.»