Motion Stamm

Errichtung einer beratenden Währungskommission*)

Der Bundesrat wird beauftragt, zur Analyse und Neutralisierung der Währungsunsicherheiten eine beratende Kommission von herausragenden in- und ausländischen Querdenkern, Visionären und Praktikern ins Leben zu rufen.

Begründung
Die Einführung "unabhängiger", privater Währungshüter, Reservebanken und moderner Geldschöpfungsmethoden erfolgte wesentlich zu Beginn des XX. Jahrhunderts im Rahmen des national und international disziplinierenden Goldkorsetts. Die erste Bank, welche über die Eigenkapitalbasis und die realen Ersparnis-Einlagen hinaus im Verhältnis 1:10 sich am Markt engagieren konnte (Giralkredite), die französische „Société générale de Crédit Mobilier“, wurde nach 15 Jahren verlustreicher Pioniertätigkeit 1867 aufgelöst, fand aber schon damals besonders in Deutschland mehrfach Nachahmer (Gregor Hochreiter, Banken, Institut für Wertewirtschaft, Wien, 2009).

Der Ersatz des britischen Pfunds durch den US Dollar als globale Leitwährung entsprach den eingetretenen Folgen der beiden Weltkriege ohne jedoch den Gold-Standard  in Frage zu stellen (Bretton Woods-Vereinbarungen). Die Unfähigkeit der U.S.A., ihren monetären Verpflichtungen insbesondere aus dem Vietnam-Krieg nachzukommen, führte 1971 zur Aufhebung der Gold-Konvertabilität des Dollars. Diese andauernde Entankerung des Dollar-Währungssystems bewirkte dessen orientierungsloses Driften ohne Leitplanken, und damit dessen undiszipliniertes, ja wildwucherndes Treibenlassen par défaut, d.h. ohne universal anerkannten Gegenwert. Als solches basiert dieses Rahmensystem seither wesentlich auf ephemeren Werten und ist daher jederzeit vom Einsturz bedroht. In diesem fundamental destabilisierten Währungsumfeld mutierte die Börse als Trägerin der in Wirklichkeit kaum mehr real kontrollierten privaten Geldschöpfung von einem bedeutenden Zudienerbetrieb für die reale Wirtschaft zu einem die letztere dominierenden, ja existenzgefährdenden weil prarasitären Krebsgeschwür (www.solami.com/capitalism.html). Dieser gemeinschädigenden Entwicklung wurde Vorschub geleistet, als der Bundesrat seine BVV2-Verordnungs-Anpassung im September 2008 vornahm, als ob nicht Tage zuvor in New York der Kollaps von Lehman Brothers stattgefunden hätte (.../caisses.htm | .../JeffreyFriedman.htm).

Diese Vorgänge sind unvoreingenommen und à fonds zu hinterfragen. Und  es sind für die Zukunftssicherung insbesondere der Schweiz als eigenständigem Staatswesen Ansätze aufzuzeigen und Empfehlungen zuhanden des verfassungsmässigen Gesetzgebers abzugeben, welche geeignet scheinen, ihre einschlägigen langfristigen Interessen mit Tiefgang, Rückgrat und Klarsicht zu wahren. Dies geht naturgemäss über Fragen hinaus, wie einer allfälligen Rückkehr zum Goldstandard, zum Primat der Politik über die Schweizer Goldpolitik, und zu entsprechenden Initiativen auf internationaler Ebene.

[url: www.solami.com/querdenker.htm]

*)    Zur Illustrierung der Qualitäten, welche die Kommissionsmitglieder auszeichnen sollten, hier einige Beispiele: Roland Baader, Hans Geiger, Seth Lipsky, Richard Rahn, Erich Reyhl, Carlo Schmid, Gian Trepp, Walter Wittmann, Martin Wolf, Mohammed Yunus)