Hinzu kommen system- und geräte-spezifische Hemmungen, die den Einzelnen auch vom Gebrauch von Videotex-Geräten abzuhalten vermögen. Solche Hemmungen finden sich z.T. sehr auspeprägt bei den Angehörigen all jener Generationen, die nicht mit der Elektronik und den neuen Medien aufgewachsen sind. Die Vorstellungen von Arbeitsplatz-Wegrationalisierungen, Verödung der Arbeitswelt, «Bildschirmkrankheiten» und ähnlichen Negativeindrücken sind in der Tat weitverbreitet. Unvertrautheit mit dem Neuen, Unsicherheit und Unwille, Neues überhaupt auch nur auf seine Nützlichkeit hin zu überprüfen, sind Elemente eines sich selbst erhaltenden Teufelskreises. Eine rein passive Benutzung eines Fernsehgerätes geht unter diesen Umständen gerade noch. Die Akzeptanz des Fernsehers beschränkt sich aber auf diese herkömmliche Einweg-Kommunikation. Das mit Videotex [Internet] vom Technischen her realisierbare Ziel liegt jedoch im Bereich der Zwei- und Mehrweg-Kommunikation.
Für eine solche aktive, zielgerichtete Benutzung des Mediums Fernsehen dürften sodann die Voraussetzungen im Regelfall noch weitgehend fehlen. Wie erwähnt, stellt sich nicht nur das Problem des mühelosen Zugangs zu den angebotenen Informationen. Vor allem ist es nicht jedermanns Sache, die hinter einem elektronischen Nadelöhr verborgenen Informationsschätze auszuloten. Für den Erfolg von Videotex scheint aber die entsprechende Bereitschaft vieler unverzichtbar zu sein. Diese Bereitschait mag z.B. bei Senioren und beruflich Interessierten vorliegen. In andern Kreisen dürfte es notwendig sein, sie speziell zu fördern. Z.B. durch Informationen, welche für den einzelnen Teilnehmer direkt relevant - und im Idealfall gar ausschliesslich - auf diesem Wege erhältlich sind. Damit würde dem Teilnehmer in der Tat Reiz und Gelegenheit geboten, die genannte elektronische Hemmschwelle innert nützlicher Frist wirksam abzubauen.
Die französische PTT ist auf dem besten Weg, der französischen Gesellschaft insgesamt innert verhältnismässig kurzer Zeit spielerisch zu diesem Durchbruch zu verhelfen. Statt alle paar Jahre neue Telephonbücher zu lielern, hat sie in der Bretagne begonnen, ihren dortigen Telephonabonnenten gratis und franko ein Videotex-Gerät ins Haus zu stellen, mit welchem die Telephonnummer anderer Abonnenten abgefragt, sowie weitere PTT-Dienstleistungen beansprucht werden können. Demgegenüber lässt man in Bern diese hervorragende Gelegenheit aus Kostengründen einstweilen unbenutzt. Vielleicht ist hier die Initiative von Parlamentariern erforderlich, um die entsprechenden zeitigen Weichenstellungen zu bewirken.
In diesem Sinne erscheint es angezeigt zu sein, die bereits vorliegenden einschlägigen Erfahrungen bei allen Videotex-Vorhaben zu berücksichtigen, und bestehende Schwellen aktiv abzubauen. In diesem Sinne sind weitergehende Bemühungen gefragt, um die Saturationseffekte der unablässig anschwellenden Informationsflut wirksam zu überwinden. Und in diesem Sinne sind neue Anwendungen, Technologieverfeinerungen und Methodenverbesserungen zu erarbeiten. Standardisierung und Zusammenzug der Funktionen Videotex (inkl. Edifon), Teletext, Scanner, Telex, Telefax, Agenda, Textverarbeitung, Adressverwaltung, Buchhaltung, Drucker, Bildschirmplatte, Archiv, u.ä.m. in anpassungsfähigen und sich selbst diagnostizierenden Geräten sind gefragt. Primäre Richtschnur sollte stets die sorgfältig auf die tatsächlichen Bedürfnisse ausgerichtete Konzeption sein; die ohnehin geradezu explodierenden Hardware-Entwicklungen können dann eher in die gewünschte Richtung gelenkt werden. Mit solchen Massnahmen und Geräten kann den sich abzeichnenden Hindernissen erfolgversprechend entgegengewirkt werden. Unter solchen Voraussetzungen bestehen u.E. reelle Chancen, die Relevanz und Akzeptanz dieses neuen Mediums entscheidend anzuheben - und damit einen Misserfolg zu vermeiden.
Dabei bezweifeln wir nicht, dass Videotex
für den einzelnen Konsumenten ebenso, wie für den einzelnen Gewerbetreibenden
und Unternehmer zu einem ausserordentlich interessanten, täglichen
Arbeitsinstrument entwickelt werden kann. Der freie Lauf der Dinge scheint
aber in absehbarer Zeit nicht dahin zu führen. Um zu diesem Ziel zu
gelangen, dürften daher dezidierte private Initiativen ebenso, wIe
flankierende politische Vorstösse, unverzichtbar sein.
....
....
Welche Lösungen
bieten sich an?
Die Mikroelektronik ermöglicht die Entmassung der Produktion, die wirtschaftliche Individualisierang der Produkte und Dienstleistungen. Videotex bietet sich als entsprechendes Kommunikationssystem an. Diese Kombination modernster Technologien erschliesst neue Möglichkeiten zur unternehmerischen Betätigung. Damit kann der weiteren Schwächung des Kerns der Marktwirtschaft entgegengewirkt werden. Darüber hinaus kann damit dem Markt seine ursprüngliche Funktion und Bedeutung weitgehend zurückgegeben werden. Das Telephonnetz tritt dabei an die Stelle des ortsgebundenen Marktplatzes. Für diesen elektronischen Marktplatz schlagen wir den Begriff Selex vor (für: selective electronic exchange). Denn Selex bringt eine nene Möglichkeit zum Aufbau und zur Abwicklung von Geschäftsbeziehungen, wie Waren-, Dienstleistungs- und Geldgeschäften.
Selex wird eine neue Bezugsgrösse für alle interessierten Produzenten von Hardware und Software darstellen. Dieser benutzer-orientierte Standard wird in Zusammenarbeit mit interessierten Unternehmern und Benutzerkreisen zu entwickeln sein; er wird deren Bedürfnisse gegenüber der Mikroelektronik und der Telekommunikation zum Ausdruck bringen. Damit soll auch die Kompatibilität aller anzuschliessenden Geräte, sowie der einzusetzenden Software gewährleistet werden können. Die Komposition einer Videotex-Seite soll demnach mit derselben Leichtigkeit erfolgen können, wie dies jetzt mit der Textverarbeitungs-Software zur Gestaltung eines Briefes möglich ist; derselbe Text soll z.B. auch ohne weiteres auf der Telex-Schiene an beliebige Adressaten gesandt werden können; graphische und schriftliche Mitteilungen, welche z.B. im elektronischen Briefkasten empfangen werden, sollen auf dem Bildschirm und/oder dem angeschlossenen Drucker abgerufen werden können; etc.
Zu den üblichen Dienstleistungen von Videotex [Internet] gehört der elektronische Briefkasten. Dieser lässt sich zu einem eigentlichen elektronischen Marktplatz ausgestalten. Die Demobox und die Promobox (für: demand, resp. production motivator box) bilden dabei das öffentliche Sammelbecken für Anregungen, Nachfragen und Angebote. Der private Selex-Briefkasten bleibt dabei den qualifizierten, d.h. auf die individuellen Bedürfnisse möglichst abgestimmten Meldungen vorbehalten.
All das wird jedem homo oeconomicus neue Enttaltungsmöglichkeiten öffnen - ungeachtet wie er sein Geld verdient, oder ob er derzeit gar arbeitslos ist. Jede Hausfrau und jeder Erwerbstätige werden von diesen Einrichtungen direkt Nutzen ziehen können. Denn damit werden sie einen Grossteil ihrer täglichen Versorgungs-, Tausch- und Geschäftsbedürfnisse gezielt und resonanzstark abdecken können. Die Einkäufe, beispielsweise, können so systematisch mit den Verkäufen gekoppelt, brachliegende Kapazitäten vermarktet, und dadurch Umsatz und Erträge gesteigert werden. Dies ohne in das Zeitalter des einfachen Tauschhandels zurückzukehren. D.h. niemand wird auf Bargeld verzichten müssen; ja die eigene Kaufkraft wird sogar erhöht. Und auch die eigenen Diskretionsinteressen, sowie diejenigen der angesprochenen Teilnehmer, können voll berücksichtigt werden.
Selex eröffnet damit neue Dimensionen der Geschäftskontakte und Markterfassung. Das ergibt sich wesentlich aus der Verbindung der folgenden Charakteristiken:
- Ein Zahnarzt erinnert systematisch seine Kunden, wann ihm die nächste Kontrollvisite angezeigt erscheint, und lädt sie zur Festlegung eines Termins ein. Die nicht via Videotex erreichbaren Kunden erhalten auf dem Postweg eine entsprechende Meldung, welche auf dem Selex-System des Zahnarztes ausgedruckt worden ist.
- Ein Garagist anerbietet seinen Kunden, die abgefahrenen Pneus ihres Wagens abzukaufen.
- Ein Bauunternehmer abonniert sich auf einen individualisierten Selex-Wirtschaftsbrief, der ihm vom Baumeisterverband, von einem Fachverlag oder einem spezialisierten Unternehmungsberater angeboten worden ist. Damit erhält er in seinem Selex-Briefkasten Informationen, welche auf seinen vorgegebenen Interessenbereich beschränkt sind (z.B. Hinweise auf Bauausschreibungen, Freikapazitäten, Auktionen, Mitarbeitersuche, Rahmenbedingungs-Änderungen, dringende Fach-, Berufs- oder Standesmitteilungen, etc.). Da die Mitteilungen nicht an einen Erscheinungsrhythmus gebunden sind, und die postalische Zustellungszeit eingespart werden kann, erhält der Abonnent so kostengünstig aktuellste und für seine Geschäftstätigkeit direkt relevante Informationen, welche er wahlwelse auf dem Bildschirm und/oder mittels Drucker abrufen kann.
- Ein Investor ist durch den Hinweis des Wall Street Journals (13. 9. 83) verunsichert worden, wonach unter amerikanischen Portfolio-Managern und Börsianern der Genuss von Kokain zunehme. Er möchte daher die Verwaltung seines Vermögens nicht mehr wesentlich unbeeinflussbar professionellen Vermögensverwaltern anvertrauen; er verfügt aber auch nicht über genügend Zeit und Sachkenntnis, um die vorhandenen Entscheidungsgrundlagen innert nützlicher Frist oder überhaupt sachgenügend zu verarbeiten und all die andern Vorgänge selbst vorzunehmen oder anzuordnen. Er entscheldet sich daher für die optionale Verrnögensverwaltung. Dies belässt ihm einen jederzeit beliebig variablen Entscheidungs- und Einflussfreiraum, ohne dass er auf die jeweils als notwendig und ausreichend empfundene zeitige Unterstützung durch die besten professionellen Portfolio-Manager verzichten müsste. Er erreicht dies dadurch, dass er sich bei eben diesen Experten auf Investitionsempfehlungen abonniert, welche auf seine vorgegebene Interessenlage zugeschnitten sind, und welche ihm zeitunverzüglich in seinen Selex-Briefkasten geschickt werden. Diese Empfehlungen entsprechen den Kaufs- und Verkaufsinstruktionen, welche der jeweilige Vermögensverwalter gemäss einem entsprechenden Mandat ohne Konsultation des Investors vornehmen könnte und würde.
Unter dem System der optionalen Vermögensverwaltung hat der Investor die Wahl unter fünf Optionen. Er kann die Empfehlung in eine entsprechende Kauf- oder Verkaufsinstruktion umwandeln. Er kann ihre aktive Prüfung melden und z.B. bei anderen Quellen umgehend vornehmen. Er kann auf eine Reaktion verzichten. Und er kann - z.B. bei Abwesenheit - seinen Terminal zeitlich und sachlich beschränkt auf Automatik stellen, womit die Empfehlung automatisch in eine autorisierte, entsprechende Instruktion umgewandelt wird und damit keine Investitionsgelegenheit verpasst werden mag. Hinzu kommt, dass er auf diesem Weg eine klare Trennung zwischen Analytik und Exekution vornehmen kann, d.h. die jeweiligen Experten werden auf ihre Funktion beschränkt und sind, da die Ausführung in andere Hände gelegt ist, nicht gleichzeitig auch noch an der Ausführung interessiert.
- Ein Steuerberater hat vom vertraulich gehaltenen Verhandlungsresultat zur Abänderung des schweizerisch-französischen Doppelbesteuerungs-Abkomrnens Vorauskenntnis erhalten. Die ausgehandelten einseitigen Souveränitätsabstriche, Geschenke an den französischen Fiskus, und Zusatzbelastungen für hiesige Steuerzahler veranlassen ihn, diesen neuesten Schadenfähigkeitsausweis der eigenen Unterhändler nach Kräften zu bekämpfen. Mittels elektronischem Briefkasten hat er dazu betroffene Kunden, interessierte Wirtschaftskreise und Parlamentarier über das noch vom Parlament zu genehmigende Zusatzabkommen informiert, die damit verbundenen individuellen Mehrbelastungen dargestellt, und einen Aktionsplan vorgeschlagen.
Die namentlich, sowie die nur zahlenmässig registrierten Informationsabnahmen einerseits, und die daraufhin erfolgten mündlichen und schriftlichen Reaktionen andererseits geben nun dem Steuerberater wesentliche Entscheidungshilfen für sein weiteres Vorgehen. Darunter Hinweise über:
Unsere immer arbeitsteiligere Welt hat es mit sich gebracht, dass ein attraktives, zu konkurrenzfähigen Bedingungen angebotenes Produkt bei entsprechender Werbung bisher meist auch seinen Käufer fand. Verkalkung und Trägheit der Markttaktoren ebenso wie politische Manipulation und Marktentfremdung des allgemeinen Tauschmittels - d.h. der offiziellen Währungen - beeinträchtigen nun aber zusehends die Entfaltung der im Markt innewohnenden Kräfte. Darunter leidet in zunehmendem Masse auch die Entfaltung und Abwicklung des Waren- und Dienstleistungsangebots. Tarifbestimmungen, Bürokratie, sowie die ihr meist zudienenden Handels- und Handlungs-Erschwernisse aller Art beeinflussen die konkrete Preisgestaltung bereits mehr, als die traditionellen Faktoren Arbeit, Kapital und Boden es tun. Der in Geld ausgedrückte Marktwert eines jeden Gutes, ja der Markt selbst, ist mithin von markt-fremden, und z.T. sogar markt-hemmenden Elementen durchsetzt. Dies trifft sowohl im innerstaatlichen, wie im aussen-wirtschaftlichen Bereich zu.
Um in diesem verbürokratisierten
Markt der Gegenwart und der Zukunft erfolgreich bestehen zu können,
wird der tatsächliche Unternehmer entsprechende Mittel und Auswege
finden und nutzen müssen. Gefragt sind besonders Hilfsmittel, welche
selbst resistent sind, oder gar immun machen gegenüber den vielschichtigen
politischen Pressionen und Verschlechterungen der Rahmenbedingungen.
Hierzu gehört der vermehrte Einsatz von realen eigenen und fremden
Tauschwerten, welche wie Warengutscheine sich durch eine möglichst
hohe Bindung an Güter und Dienstleistungen auszeichnen. Hierzu gehören
aber auch Tauschmöglichkeiten, welche die Prüfung eines Angebots
wahrscheinlicher machen, und welche einen starken Reiz zum Vertragsabschluss
mit sich führen. In dieser Kategorie finden sich traditionelle Gegengeschäftsangebote.
Und zu diesem Zweck dürften insbesondere leicht in Bargeld konvertierbare
Tauschwerte
erfolgreich eingesetzt werden können, wie Maple Leaves, Krüger-Rands,
ausländische Währungen, Hypotheken, Obligationen, Wechsel u.ä.m.
...
...
Selex im Hotelgewerbe
Nehmen wir beispielsweise einen Hotelier, der seine Küche neu einrichten will. Unter dem Stichwort Kücheneinrichtungen findet er in seinem Selex-Terminal mehrere in Frage kommende Anbieter, welche bereit sind ihre Güter und Dienstleistungen teilweise mit Gegengeschäften zu koppeln. Der Hotelier möchte bei dieser Gelegenheit ein besonderes Geschäftsinteresse berücksichtigen, nämlich eine bessere Auslastung seines Hauses in der Zwischensaison. Seine Offerte an den Küchenlieferanten lautet daher, belspielswelse:
In der Praxis dürfte sich der Selex-Verkehr im allgemeinen etwa so abwickeln: Wer ein Produkt oder eine Dienstleistung anzubieten hat, tut dies gegenüber allen Videotex-Teilnehmern in der wesentlich herkömmlichen Art. Neu ist dabei zunächst nur, dass er sich eines elektronischen Inserats bedient, welches interaktiv ausgestaltet sein mag, wesentlich jedoch passiv ist. D.h. ein Teilnehmer muss aus eigenem Ansporn nach ihm tätig suchen, um es abrufen und zur Kenntnis nehmen zu können.
Dasselbe Inserat kann aber auch aktiv
ausgestaltet
sein. D.h. mit Hilfe der Mikroelektronik und den Datenbanken wird der Anbieter
einem sorgfältig ausgewählten Teilnehmerkreis ein möglichst
individualisiertes Angebot in deren privaten elektronischen Briefkasten
<werfen>. Denn auch mit Videotex [Internet] und Selex gilt:
je näher
das Angebot an die tatsächliche Bedürfnis- und Interessenlage
des jeweiligen Adressaten herankommt, desto eher wird es Beachtung finden
und zu beidseitig nutzbringenden konkreteren Kontakten führen.
Denkbar sind - neben genannten Beispielen - aktive Angebote nach dem folgenden
Modell:
Angeboten wird das Produkt, die Dienstleistung,
die Freikapazität, oder das Forschungsresultat X, wobei der Käufer
den Betrag Y in Normalwährung, und den Rest in entsprechenden Tauschwerten
oder Gegenleistungen zu erlegen habe.
Zwei neue und einzigartige Fundgruben von Anregungen, Informationen und Geschäftsgelegenheiten bieten sich dem homo occonomicus mit der Demobox, sowie mit der sie ergänzenden Promobox. Zu den Benützern dieser öffentlichen Selex-Briefkasten werden beispielsweise gehören:
Wer schliesslich weiss, welches Produkt, welche freie Kapazität oder welche Dienstleistung er benötigt, kann sich in analoger Form derselben Selex-Kommunikation bedienen. Bestehende, sowie andere in Frage kommende Geschäftspartner werden dann via den privaten elektronischen Briefkasten [heute e-mail box] davon unterrichtet, dass für ihr Angebot zu den und den Bedingungen - inkl. besondere Gegengeschäftsmöglichkeiten - ein verhandlungsbereiter Interessent im Markt ist und dazu unmittelbar angesprochen werden kann.
In all diesen, das ganze Marktspektrum abdeckenden Fällen werden die so adressierten potentiellen Käufer, Verkäufer oder Interessenten dann das Angebot näher prüfen, und allenfalls mit dem Absender telephonisch oder schriftlich in Kontakt treten. Sie können dabei wählen, ob sie das Angebot verdeckt, also anonym, prüfen wollen, oder ob der Absender sie als Angebotsleser identifizieren mag.
Diese dem Datenschutzgebot entsprechende Möglichkeit gibt dem Absender ein hervorragendes neues Marketing-lnstrument in die Hand. Denn damit wird er jederzeit privatim eine sogenannte <Resonanzkontrolle> über sein elektronisches Inserat durchführen können. Dabei wird ihm dann zweierlei mitgeteilt: erstens welche Selex-Teilnehmer sein Angebot offen, und damit registrierbar, und zweitens wie viele es verdeckt konsultiert haben.
Die darüber hinaus tatsächlich
erfolgten Kontakte, resp. deren Ausbleiben, helfen ihm dann sein
Angebot näher an den Markt heranzubringen. So wird der Unternehmer
Gelegenheit haben, ohne Verzug ein verbessertes Angebot unterbreiten zu
können. Dies auch gegenüber jenem Teilnehmer, der sein - bedingtes
- Interesse zwar registrieren liess, sich dann aber dennoch nicht meldete.
...
...
Exemplarisches Home Banking
Im Falle der Benutzung der so ausgestalteten Videotex-Technologie durch Bankkunden ergibt sich eine Umkehr der Kontrollmöglichkeit zugunsten des Kunden. Wer immer ein Interesse an einer Auskunft bezüglich eines bestimmten Kunden oder seines Kontos bekundet, oder gar Transaktionen über sein Konto tätigt, wird dies nur unter gleichzeitiger Registrierung seiner eigenen Terminalnummer tun können. Jeder Kontoauszug wird sodann begleitet sein von einer Liste derjenigen Videotex-[Internet]Teilnehmer, welche Kontakt zum betreffenden Konto verlangten und allenfalls auch erhielten.
Der Bankkunde wird so erstmals in die Lage
versetzt werden zu wissen, wer sich wann und mit welchem Erfolg für
seine Finanzen interessierte. Dies dürfte dem tatsächlichen
Schutz seiner Privatsphäre förderlich sein. Und zwar in einem
Ausmass, von dem man im herkömmlichen Bankverkehr nur träumen
kann. Eine solche Erweiterung des Bankkundenschutzes bietet dem
Bankgewerbe auch eine bedeutende neue Marketing-Gelegenheit - und
eine mögliche Antwort anf die PTT-Pläne zur Einführung von
Kreditkarten als dem ungefähren Equivalent von PTT-Gipfeli.
Anton
Keller, Jahrgang 1940: entstammt einer Winterthurer Gewerbefamilie,
widmet sich dem Studium und der Verbesserung der Rahmenbedingungen - ursprünglich
als ETH-Architekturstudent bezogen auf die Familie, dann als Projektleiter
betreffend den Wasserhaushalt des Niltals, und nun als Industrie- und Parlamentarierberater
insbesondere zu Fragen des Aussenhandels, sowie der Wirtschafts- und der
Medienpolitik.
Prof.
Dr. dipl. phys. Thomas T. Ballmer, Jahrgang 1945: Schulen in Basel
(MNG), Studium an der Universität Basel (propädeutische Medizin,
theoretische Kernphysik: Diplom 1969), parallel dazu: Biologie, Chemie,
Kybernetik, Sprachen (Russisch, Sanskrit), Mathematik, Logik (im Zusatzstudium
und als Nebenfächer), 1970/71 Systemingenieur bei AEG-Telefunken,
danach Studium der Linguistik, (Sprach-) Philosophie und Informatik an
der TU und FU Berlin, Promotion in Linguistik (1975), Postdoc an der U.C.
Berkeley (USA, l975/76), Habilitation in allgemeiner Sprachwissenschaft
(1978 an der Ruhr Universität Bochum, RUB), Professor (seit l982)
an der RUB. Ein Ziel dieses Werdeganges war es, die Voraussetzungen für
eine in der
Praxis verankerbare biokybernetische
Wissenschaft menschlich-kultureller Produkte zu schaffen (wie sie etwa
die natürlichen und künstlichen Sprachen und die technisch-ökonomischen
Strukturen darstellen). Die Studienwahl bestimmte sich aus dem Wunsch,
die Bausteine für die Erforschung der GrundIagen der natürlichen,
der menschlichen und der künstlichen Intelligenz bereitzustellen.
...
...
Die noch zu lösenden Probleme sind dabei vorwiegend nicht-technischer Natur. Der in Frankreich bereits begonnene Ersatz der Telefonbücher durch frei Haus gelieferte Videotex-Geräte, beispielsweise, scheint hervorragend geeignet zu sein, individuelle psychologische Hemmschwellen abzubauen. Die am ersten Schweizer Videotex-Kongress gestellte Frage nach dem «Flop des Jahrhunderts» wird dann auch nicht vom System her vorgezeichnet, sondern dürfte allein durch unser Tun und Lassen, durch unsere Vorstellungskraft und Innovationsfähigkeit sowie durch unsere Risikobereitschaft zu beantworten sein.
Von Anfang an dabei sein und die Zukunft im Auge behalten, das bringt die Chance, vom anderen nicht überrollt zu werden, auch nicht der Kleine vom Grossen. Deswegen sollte man sich schon heute damit auseinandersetzen. Eine Hilfe, um heute schon an die zukünftigen Anschaffungen zu denken, ist der nachfolgende Standard, wenn es um die Anschaffung der Geräte geht.
Standard zur Evaluation
Der Selex-Standard bezweckt die Ausrichtung der Hardware und der Software auf die Bedürfnisse insbesondere derjenigen Unternehmer, welche auf dem elektronischen Marktplatz tätig sein möchten. Er stellt ein entsprechendes Bedürfnisprofil dar, welches eine vergleichende Begutachtung der angebotenen Geräte und Dienstleistungen erlauben soll, bezogen auf den Prüfungszeitpunkt und den relevanten Markt. Die folgenden l0 Prüfpositionen ergeben je 0-5, 0-l0, bzw. 0-15 Punkte, insgesamt also höchstens 100 Punkte.
Die Addition dieser Prüfergebnisse
wird sodann eine für das jeweilige Produkt charakteristische Prozentzahl,
den Selex-Grad, ergeben. Eine zweite, dem Selex-Grad beigefügte
Leitzahl stellt den zum Prüfungszeitpunkt gültigen jeweiligen
Durchschnittswert dar. Dieser ergibt sich aus der Gegenüberstellung
der im relevanten Markt erhältlichen, vergleichbaren Konkurrenzprodukte.
Die Laserkopiergeräte von Olivetti und Canon, belspielsweise, welche
auch Videotex-Seiten ausdrucken, könnten den relativ hohen.Selex-Grad
von 70% erreichen. Der Kaufinteressent erhält damit erstmals einen
generellen Massstab zur Prüfung der schon jetzt kaum mehr überblickbaren
Angebote. Die von neutraler, kompetenter und verlässlicher Seite stammende
Zehnpunktebewertung soll ihm zudem helfen, seine individuellen Bedürfnisse
optimal abzudecken.
....
....
Selex Marketing + Services AG
box 2580 - 1211 Geneva 2
swissbit@solami.com....
...
...