01.3412
- Interpellation
Amerikanische Regierung und Schweizer Banken
Eingereicht von Spielmann
Jean
Einreichungsdatum 22.06.2001
Eingereicht im Nationalrat
Stand der Beratung Erledigt
Eingereichter Text
Der
Bundesrat wird eingeladen, zu den oft unverhältnismässigen, schadenträchtigen
und über die Landesgrenzen hinaus als entweder unzulänglich oder
aber "päpstlicher als der Papst" empfundenen Geldwäschereipraktiken
und andern Praktiken gewisser hiesiger Finanzintermediäre Stellung
zu nehmen.
1.
Welche Schweizer Gesetze und Praktiken gehen wesentlich auf amerikanische
Rechtsvorstellungen zurück?
2.
Trifft es zu, dass auf Veranlassung hiesiger Fürsprecher amerikanischer
Druckquellen ein Schlüsselstein unseres Abwehrdispositivs gegen fremde
Eingriffe in unser Hoheitsgebiet, nämlich Artikel 271 des Schweizerischen
Strafgesetzbuches (StGB; Verbotene Handlungen für einen fremden Staat),
für die hiesigen Zuträger der amerikanischen Steuerbehörden
praktisch ausser Kraft gesetzt worden ist? Welches sind die Hintergründe,
Verhandlungsteilnehmer, Begünstigten usw. dieses Vorgangs, und wann
gedenkt der Bundesrat dem Parlament eine entsprechende Vorlage zu unterbreiten?
3.
Erachtet es der Bundesrat als im Interesse der Schweiz liegend, wenn sich
hier ansässige, aber hauptsächlich im Ausland tätige Institute
als Treibriemen zur Anpassung von hierzulande entwickelten und gepflegten,
bewährten Rechtsvorstellungen, Praktiken und Usanzen an ausländische
Strömungen verstehen, und sich de facto, unter Umgehung unserer demokratischen
Strukturen, zufolge ihres politisch-ökonomischen Gewichtes, nahezu
widerstandslos durchzusetzen wissen?
4.
Welche zum Zwecke der langfristigen Interessen eines gesunden und starken
Wirtschaftsplatzes Schweiz erlassenen Gesetze erscheinen im Lichte der
gemachten Erfahrungen, der dazu entwickelten Gerichtspraxis und/oder der
veränderten Umfeldbedingungen als unzweckmässig, unverhältnismässig
aufwendig, ungenügend oder als sonst überprüfungsbedürftig?
5.
Wie beurteilt der Bundesrat den vom verfassungsmässigen Gesetzgeber
weder beabsichtigten noch tolerierten willkürlichen Vermögensarrest?
Welche Massnahmen gedenkt er zu ergreifen, um diesen ausserordentlich schadenträchtigen
privaten und staatlichen Eingriff in die Privatsphäre verlässlich
auf die wirklich begründeten Verdachtsfälle zu begrenzen, um
die Behörden von unbegründeten Verdachtsmeldungen wirksam zu
entlasten und um die unrechtmässig geschädigten Kontoinhaber
unbürokratisch und angemessen zu entschädigen?
Begründung
In vorauseilendem Nachvollzug vermeintlicher amerikanischer Rechtsvorstellungen
hat eine Schweizer Grossbank einem unbescholtenen Schweizer Bürger
und langjährigen Kontoinhaber am 28. August 2000 das Geschäftskonto
blockiert, nachdem ihm eine Überweisung von 100 000 Franken seitens
einer anderen Schweizer Bank gutgeschrieben worden war. Der Zugang zum
gesamten Konto blieb während 16 Tagen gesperrt, was zu einem unwiederbringlich
grossen Schaden geführt haben soll. Die zuständigen Organe der
kontoführenden Bank kamen zwar schon vorher zum Schluss, dass die
Voraussetzungen für eine Kontosperre nach dem Bundesgesetz zur Bekämpfung
der Geldwäscherei im Finanzsektor vom 10. Oktober 1997 (GwG; SR 955.0)
zumindest fragwürdig gewesen sind und jedenfalls für eine Meldung
gemäss GwG kein Anlass bestand. Der auf dem Konto befindliche Betrag
wurde dem Kunden dennoch weiterhin vorenthalten und schliesslich ohne Entschuldigung
oder Entschädigung freigegeben, dies bei gleichzeitigem, einseitigem
Abbruch der Geschäftsbeziehungen (die Chronologie dieser Vorgänge
ist aufgezeichnet im Internet: http://www.solami.com/blocking.htm).
Der Einzelrichter in Strafsachen des Zürcher Bezirksgerichtes
hat im Prozess Nr. U2/GRO10007 mit Verfügung vom 30. April 2001 die
Bezirksanwaltschaft des Kantons Zürich angewiesen, das vom Betroffenen
angestrengte Verfahren wegen des Verdachts des Sachentzuges und der Nötigung
gegen die Verantwortlichen der betreffenden Bank, zumindest in letzterem
Punkt, an die Hand zu nehmen. Dies u. a. mit folgender Begründung:
"6.3.3 .... Aufgrund des Gesagten wäre es den Rekursgegnern 2
(d. h. der kontoführenden Bank) erlaubt gewesen, in Verbindung mit
einer Meldung an die zuständige Stelle für Geldwäscherei
eine Vermögenssperre zu verhängen und diese ab diesem Zeitpunkt
über fünf Werktage aufrechtzuerhalten. .... Ist nun, wie vom
Rekurrenten behauptet, keine Meldung an die Meldestelle für Geldwäscherei
ergangen, findet sich unter den genannten Gesetzesbestimmungen keine, welche
es den Finanzintermediären erlauben würde, trotzdem eine provisorische
Kontosperrung vorzunehmen und diese über einen Zeitraum von 16 Tagen
aufrechtzuerhalten. Weder das Strafgesetzbuch noch das Geldwäschereigesetz
enthalten eine entsprechende Bestimmung; das Gleiche gilt für die
Vereinbarung über die Standesregeln zur Sorgfaltspflicht der Banken
(VSB 98) und das Rundschreiben der Eidgenössischen Bankenkommission
(EBK-RS 98/1). Gemäss Artikel 10 Absatz 2 GwG ist die eigenmächtige
Sperrung der Vermögenswerte durch die Finanzintermediäre im Zusammenhang
mit einer Meldung über einen Zeitraum von längstens fünf
Werktagen erlaubt. Danach liegt die Aufrechterhaltung der Sperre nicht
mehr im Ermessen der Finanzintermediäre; vielmehr müssen die
zuständigen Strafverfolgungsbehörden darüber entscheiden.
6.4 Das Vorliegen illegaler Mittel, welche gegebenenfalls die Rechtswidrigkeit
der Nötigung im Sinne von Artikel 181 des Schweizerischen Strafgesetzbuches
(StGB) zu begründen vermöchten, kann daher nicht von vornherein
ausgeschlossen werden.
7. Ergänzend ist auf den von der Bezirksanwaltschaft geltend gemachten
Artikel 11 GwG einzugehen. Der darin gewährte Strafausschluss bezieht
sich lediglich auf Vermögenssperren, die mit einer Meldung nach Artikel
9 GwG zusammenhängen. Er gilt zudem ausschliesslich für Verletzungen
des Amts-, Berufs- oder Geschäftsgeheimnisses, was vorliegend nicht
zur Frage steht."
Die seit dem 20. Januar 2001 im Amt stehende amerikanische Regierung
hat neue Erkenntnisse und hat fundamentale Kehrtwendungen signalisiert,
insbesondere in Sachen Steuerwettbewerb, Fiskalhoheit und Schutz der auch
die finanziellen Verhältnisse abdeckenden Privatsphäre. Als Vertreter
des weltweit grössten Steuerparadieses mit unvergleichlicher Attraktivität
für ausländische Fluchtgeldanleger hat der amerikanische Wirtschaftsminister
Paul O'Neill gegenüber seinen G-7-Industriestaatenkollegen und der
Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD)
nachdrücklich zum Ausdruck gebracht, was er in einem Leitartikel in
der "Washington Times" vom 10. Mai 2001 vertrat, wo er die Mitwirkung der
USA in der OECD-Arbeitsgruppe betreffend "schädlichen Steuer-Wettbewerb"
infrage gestellt hat. Dies hauptsächlich mit der Begründung (Übersetzung):
"Die USA weigern sich, Bemühungen zu unterstützen, welche
auf ein Diktat der Steuersätze und des Besteuerungssystems anderer
Staaten hinauslaufen. Und sie werden an keiner Initiative zur Harmonisierung
der individuellen staatlichen Besteuerungssysteme teilnehmen. Die Vereinigten
Staaten haben ganz einfach kein Interesse daran, den Wettbewerb unter den
Staaten zu behindern, welcher sowohl Regierungen als auch Unternehmen zu
grösserer Wirksamkeit zwingt."
Antwort des Bundesrates vom 12.09.2001
Der Bundesrat nimmt zu den vom Interpellanten aufgeworfenen fünf
Fragen wie folgt Stellung:
1. Die Finanzbranche ist von hoher Dynamik geprägt: Grosse Anbieter
von Finanzdienstleistungen sind verstärkt grenzüberschreitend
oder sogar weltweit tätig. Im Weiteren ist eine vermehrte Kooperation
zwischen Finanzdienstleistern mit unterschiedlichen Kerngeschäften
festzustellen (Allfinanz). Schliesslich führen auch der technische
Fortschritt und die hohe Innovationsfähigkeit der Finanzbranche zu
immer neuen Herausforderungen für die Finanzmarktregulierung. Die
soeben aufgezeigten Entwicklungen, insbesondere der Trend zu grenzüberschreitenden
Finanzdienstleistungen, machen eine internationale Zusammenarbeit bei der
Finanzmarktüberwachung und eine gewisse materielle Harmonisierung
der Aufsichtsbestimmungen unentbehrlich. Die allgemein anerkannten Standards
werden durch verschiedene internationale Gremien in der Form von Empfehlungen
erlassen. Wichtige internationale Gremien sind beispielsweise der Basler
Ausschuss für Bankaufsicht, die Financial Action Task Force on Money
Laundering, die International Organization of Securities Commissions und
die International Association of Insurance Supervisors. Die Schweiz ist
in den vorerwähnten Gremien als Mitglied vertreten und an der Erarbeitung
der internationalen Standards aktiv beteiligt. Dass die USA aufgrund ihrer
starken wirtschaftlichen Stellung in den erwähnten internationalen
Gremien eine gewichtige Stimme haben, ist unbestreitbar.
2. Es ist nicht ganz klar, auf welchen Sachverhalt die zweite Frage
des Interpellanten Bezug nimmt. Der Bundesrat geht davon aus, dass der
Interpellant das von zahlreichen Schweizer Banken mit der amerikanischen
Steuerbehörde Internal Revenue Service (IRS) abgeschlossene Qualified
Intermediary Agreement anspricht. Dieses Abkommen verpflichtet die Banken
zu keinen Handlungen, die im Widerspruch zur Schweizer Rechtsordnung stehen.
Insbesondere verletzt das Abkommen das schweizerische Bankkundengeheimnis
nicht, da die betroffenen amerikanischen Steuerpflichtigen selber entscheiden,
ob ihre Identität dem IRS bekannt gegeben wird oder nicht. Die Schweizer
Banken haben somit keine Meldepflicht in Bezug auf amerikanische Steuerpflichtige,
die sich nicht freiwillig dem US-Fiskus stellen. Da das Abkommen das Bankkundengeheimnis
wahrt, hat der Vorsteher des Eidgenössischen Finanzdepartementes (EFD)
den Schweizer Banken im November 2000 eine Bewilligung zur Informationsweitergabe
an den IRS erteilt (Art. 271 Ziff. 1 StGB).
3. Es wird auf die Antwort unter Ziffer 1 verwiesen.
4. Zurzeit sind im Bereich Finanzmarktregulierung folgende grössere
Rechtsetzungsprojekte im Gang: Totalrevision des Nationalbankgesetzes (Stand:
Vernehmlassung abgeschlossen); Überprüfung der Vorschriften über
Bankensanierung, Bankenliquidation und Einlegerschutz (Stand: Vernehmlassung
abgeschlossen); Revision des Versicherungsaufsichtsgesetzes (Stand: Ämterkonsultation
abgeschlossen). Im Weiteren wird das EFD gemeinsam mit dem Eidgenössischen
Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) in Kürze eine Expertenkommission
einsetzen, welche die gesetzgeberische Umsetzung des Schlussberichtes der
Expertengruppe Finanzmarktaufsicht (Bericht Zufferey) vorbereitet.
5. Anlässlich der Fragestunde vom 2. Oktober 2000 nahm die Vorsteherin
des EJPD bereits zu einer ähnlichen Frage des Interpellanten Stellung.
In Ergänzung zu den damaligen Ausführungen der Vorsteherin des
EJPD hält der Bundesrat fest, dass die Finanzintermediäre entgegen
der Auffassung des Interpellanten von der Meldepflicht nach Artikel 9 Absatz
1 des Geldwäschereigesetzes bzw. dem Melderecht nach Artikel 305ter
Absatz 2 StGB keinen ungerechtfertigten Gebrauch machen. Wie der 3. Rechenschaftsbericht
der Meldestelle für Geldwäscherei zeigt, hat die Meldestelle
im Jahre 2000 insgesamt 77 Prozent der eingegangenen Meldungen an die kantonalen
Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet, da sich in diesen Fällen
die Verdachtsmomente nach einer ersten Analyse erhärtet hatten. Von
einer grossen Anzahl unbegründeter Verdachtsmeldungen kann somit nicht
die Rede sein. Zu dem vom Interpellanten konkret geschilderten Fall nimmt
der Bundesrat keine Stellung. Es ist Sache der Strafverfolgungsbehörden
des Kantons Zürich, die Zulässigkeit der Vermögenssperre
im konkreten Fall zu beurteilen.
01.3412
- Interpellation
Américanisation des pratiques bancaires suisses
Déposé par Spielmann
Jean
Date de dépôt 22.06.2001
Déposé au Conseil national
Etat des délibérations Liquidé
Texte déposé
Le
Conseil fédéral est invité à prendre position
sur les règles souvent disproportionnées et préjudiciables
- par ailleurs jugées soit insuffisantes soit excessives par les
autres Etats - appliquées par certains intermédiaires financiers
suisses en matière de blanchiment d'argent et dans d'autres domaines.
1.
Quelles sont les lois et les pratiques suisses qui sont principalement
d'inspiration américaine?
2.
Est-il vrai qu'à la suite de pressions américaines relayées
par des avocats locaux, une disposition clé de notre système
de défense contre les ingérences étrangères,
à savoir l'article 271 du Code pénal suisse (CP; Actes exécutés
sans droit pour un Etat étranger), n'est pratiquement plus applicable
aux délateurs qui renseignent les autorités fiscales américaines
et sont établis en Suisse? Quelles sont les raisons de ce changement,
quelles personnes y ont contribué, quels en sont les bénéficiaires,
et quand le Conseil fédéral pense-t-il soumettre un projet
au Parlement?
3.
Est-ce dans l'intérêt de la Suisse que des instituts établis
dans le pays, mais exerçant leurs activités principalement
à l'étranger, favorisent l'adaptation du droit, des pratiques
et des usages développés, cultivés et expérimentés
par la Suisse aux conceptions étrangères et arrivent, vu
leur poids politico-économique, à imposer leurs vues pratiquement
sans résistance en contournant nos institutions politiques?
4.
Quelles sont les lois édictées dans le but de maintenir une
place financière suisse forte et compétitive, qui paraissent
inutiles, génératrices de coûts disproportionnés,
insuffisantes, ou qui devraient être revues au vu de l'expérience
acquise, de la pratique judiciaire, ainsi que de l'évolution du
contexte?
5.
Que pense le Conseil fédéral du blocage arbitraire des valeurs
patrimoniales, qui n'est pas prévu, ni toléré par
la constitution, et quelles mesures envisage-t-il de prendre pour que cette
ingérence privée et publique, extrêmement préjudiciable,
dans la sphère privée soit limitée à des cas
réellement fondés? Que prévoit-il, en outre, pour
libérer les autorités de l'obligation de communiquer des
informations lorsqu'elles paraissent infondées et pour indemniser
sans formalités tatillonnes et de façon équitable
les propriétaires de comptes qui ont été pénalisés
à tort?
Développement
Se pliant avec un zèle tout particulier aux prétendues
conceptions juridiques américaines, une grande banque suisse a bloqué,
le 28 août 2000, le compte d'un citoyen suisse de réputation
irréprochable et détenteur d'un compte depuis de longues
années après le virement par une autre banque suisse d'une
somme de 100 000 francs. L'accès au compte lui a été
interdit durant 16 jours, ce qui lui aurait causé un préjudice
irréparable. Reconnaissant avant l'écoulement de ce délai
que les conditions requises pour le blocage d'un compte au sens de la loi
fédérale du 10 octobre 1997 concernant la lutte contre le
blanchiment d'argent dans le secteur financier (LBA; RS 955.0) étaient
discutables et qu'il n'y avait, en tout cas, pas matière à
communiquer des informations au sens de la LBA, les autorités de
la banque n'ont pas pour autant débloqué immédiatement
l'accès au compte. Elles l'ont fait finalement, sans excuses ni
indemnisation, ce qui amené le titulaire du compte à rompre
ses relations d'affaires avec la banque (on trouvera la chronologie de
cette affaire sur Internet: http://www.solami.com/blocking.htm).
Par arrêt du 30 avril 2001, le juge unique en matière
pénale du Tribunal de district de Zurich a saisi le Ministère
public de district du canton de Zurich, dans le procès No U2/GRO10007,
pour qu'il reconsidère, en tout cas sur le dernier point, la procédure
intentée par le client lésé contre la banque au motif
de confiscation de biens et de contrainte. Dans ses considérants,
le juge relève:
"6.3.3 .... D'après ce qui a été dit, la partie
défenderesse (soit la banque) était en droit d'ordonner le
blocage des valeurs patrimoniales incriminées, compte tenu qu'elles
avaient un lien avec les informations communiquées à l'autorité
compétente en matière de lutte contre le blanchiment d'argent,
et de le maintenir durant cinq jours ouvrables à compter du jour
de la communication des informations .... Selon les affirmations du plaignant,
aucune information n'aurait été communiquée au Bureau
de communication en matière de blanchiment d'argent. Or, il n'existe
aucune disposition légale, parmi celles qui ont été
citées, permettant à l'intermédiaire financier de
décider le blocage provisoire d'un compte et de le maintenir durant
une période de 16 jours. Ni le CP, ni la loi sur le blanchiment
d'argent, pas plus que la Convention relative à l'obligation de
diligence des banques (ASB 98) et la circulaire de la Commission fédérale
des banques (Circ-CFB 98/1) ne contiennent une disposition de cette nature.
Selon l'article 10 alinéa 2 LBA, l'intermédiaire financier
ne peut bloquer les avoirs ayant un lien avec les informations communiquées
que durant cinq jours ouvrables. Au-delà de ce délai, la
décision de maintenir le blocage appartient à l'autorité
pénale compétente.
6.4 On ne saurait donc exclure d'emblée dans cette affaire l'emploi
de moyens illégaux par voie de contrainte au sens de l'article 181
CP.
7. Enfin, il convient de se fonder sur l'article 11 LBA auquel s'est
référé le ministère public. L'exclusion de
la responsabilité pénale n'est garantie par cet article que
pour le blocage d'avoirs qui ont un lien avec les informations communiquées
selon l'article 9 LBA. En outre, l'article 11 ne couvre que les violations
du secret de fonction, du secret professionnel ou du secret d'affaires,
ce qui n'est en l'occurrence pas le cas." (traduction)
Or, l'administration Bush, qui a pris ses fonctions le 20 janvier 2001,
s'est manifestée par de nouvelles positions et un changement de
cap radical, notamment en matière de concurrence et de souveraineté
fiscales et dans le domaine de la protection de la sphère relative
aux biens privés. S'exprimant en tant que représentant du
plus grand paradis fiscal du monde susceptible d'offrir des conditions
d'accueil incomparables à tous les capitaux en fuite de la planète,
le secrétaire d'Etat américain à l'économie,
Paul O'Neill, a rappelé avec insistance à ses collègues
du G7 et devant l'Organisation de coopération et de développement
économiques (OCDE) ce qu'il avait déjà dit dans un
éditorial du "Washington Times" du 10 mai 2001, dans lequel il remettait
en question la participation des Etats-Unis au sein du groupe de travail
de l'OCDE chargé d'étudier les pratiques fiscales dommageables:
"Les Etats-Unis se refusent à soutenir des efforts qui se traduiraient
par une soumission à une fiscalité imposée par d'autres
Etats. Ils ne soutiendront aucune initiative tendant à une harmonisation
des systèmes d'imposition des personnes physiques. Les Etats-Unis
n'ont absolument aucun intérêt à restreindre la concurrence
entre les Etats tant il est vrai qu'elle oblige les gouvernements comme
les entreprises à tendre vers plus d'efficacité." (traduction)
Réponse du Conseil fédéral
du 12.09.2001
La position du Conseil fédéral au sujet des cinq questions
que soulève l'auteur de l'interpellation est la suivante:
1. Le secteur financier se caractérise par une forte dynamique.
Les grands fournisseurs de services financiers exercent, de plus en plus,
leurs activités au niveau international, voire mondial. On assiste
par ailleurs à un renforcement de la coopération entre fournisseurs
de services financiers menant de front plusieurs types d'activités
(allfinance). Enfin, les progrès techniques et la grande capacité
novatrice du secteur financier ne cessent de poser de nouveaux défis
en matière de réglementation des marchés financiers.
Toutes ces évolutions, et en particulier la tendance à l'internationalisation
des services financiers, rendent indispensables une collaboration internationale
en matière de surveillance des marchés financiers et une
certaine harmonisation des dispositions dans ce domaine. Diverses institutions
internationales définissent, sous forme de recommandations, des
standards généralement reconnus. Parmi ces institutions figurent
notamment le Comité de Bâle sur le contrôle bancaire,
le Groupe d'action financière internationale sur le blanchiment
de capitaux, l'Organisation internationale des commissions de valeurs et
l'Association internationale des contrôleurs d'assurance. En sa qualité
de membre de ces institutions, la Suisse participe activement à
l'élaboration des standards internationaux. Cela dit, il est incontestable
qu'en raison de leur forte position économique, les Etats-Unis disposent
dans ces enceintes d'un poids considérable.
2. L'objet auquel se réfère l'auteur de l'interpellation
n'est pas absolument clair. Le Conseil fédéral présume
que l'auteur vise le Qualified Intermediary Agreement que de nombreuses
banques suisses ont conclu avec l'autorité fiscale américaine
Internal Revenue Service (IRS). Cet accord n'oblige pas les banques à
agir de façon contraire à l'ordre juridique suisse. Il ne
porte notamment pas atteinte au secret bancaire suisse - en d'autres termes
à l'obligation de discrétion des banquiers -, car les contribuables
américains concernés décident eux-mêmes de communiquer
ou non leur identité à l'IRS. Les banques suisses n'ont donc
aucune obligation de fournir des informations concernant des contribuables
américains qui omettraient volontairement de s'annoncer au fisc
américain. Comme l'accord préserve l'obligation de discrétion
faite aux banquiers, le chef du Département fédéral
des finances (DFF) a, en novembre 2000, donné aux banques une autorisation
de communiquer des informations à l'IRS (art. 271 ch. 1 CP).
3. Prière de se référer sur ce point à
la réponse donnée sous chiffre 1.
4. Plusieurs grands projets législatifs sont actuellement en
cours dans le domaine de la réglementation des marchés financiers:
révision totale de la loi sur la Banque nationale (la consultation
est close); examen des dispositions relatives à l'assainissement
et à la liquidation de banques ainsi qu'à la protection des
déposants (la consultation est close); révision de la loi
sur la surveillance des assurances (la consultation des offices est close).
En outre, le DFF instituera prochainement avec le Département fédéral
de justice et police (DFJP) une commission d'experts chargée de
préparer la mise en oeuvre législative des recommandations
contenues dans le rapport final du groupe d'experts "Surveillance des marchés
financiers" (rapport Zufferey).
5. A l'occasion de l'heure des questions du 2 octobre 2000, la cheffe
du DFJP a déjà pris position sur une question similaire,
posée par l'auteur de la présente interpellation. En complément
de cette prise de position, le Conseil fédéral précise
que, contrairement à l'avis de l'auteur, les intermédiaires
financiers ne font aucun usage abusif de l'obligation de communiquer selon
l'article 9 alinéa 1er de la loi sur le blanchiment d'argent ou
du droit de communication selon l'article 305ter alinéa 2 CP. Ainsi
qu'en témoigne le 3e rapport de gestion du bureau de communication
en matière de blanchiment d'argent, le Bureau de communication a
transmis aux autorités de poursuite pénale cantonales 77
pour cent des communications qui lui sont parvenues en 2000, une analyse
préliminaire ayant, dans ces cas-là, aggravé les soupçons.
Il ne saurait dès lors être question d'un grand nombre d'avis
de suspicion infondés. Le Conseil fédéral ne prend
pas position sur le cas décrit par l'auteur. Il incombe en l'espèce
aux autorités de poursuite pénale du canton de Zurich de
juger de l'admissibilité du blocage des valeurs patrimoniales.