Redaktion: Anton
Keller
¦ URL: www.solami.com/wasser.htm
.../climate.htm
¦ .../wegweiser.htm#Wasserwirt
¦ .../nations.htm#SANTIAGO
¦ .../alzheimer.htm
tks 4
notification of errors, comments & suggestions: +4122-7400362
¦
swissbit@solami.com
Geschichte
des jurassischen Wassertröpfchens
20-23
sep 06 2ème
CONGRES INTERNATIONAL L’EAU EN MONTAGNE, MEGEVE
12.10.05 Wasser-
& Landwirtschaft: auf dem Weg zum Einklang? (Rundschreiben
an Ratsmitglieder)
Genesis einer Idee
8.10.05 Trinkwasser-Initiative
(4.Motionsentwurf)
31.3.05 Trinkwasser:
Wertschöpfungsquelle (Einfache Anfrage,
1.Entwurf)
Parlamentarische Vorstösse
05.5044 - Fragestunde. Euromarket.
Privatisierung der Wasserversorgung auch in der Schweiz?
05.5214 - Fragestunde. Dringliche
Massnahmen gegen Überschwemmungen und Lawinen?
05.5211 - Fragestunde. Unwetterschäden
2005
05.5210 - Fragestunde. Prävention
und Hochwasser
03.472 - Pa Iv Trinkwasser
ist keine Handelsware
Reportagen & Kommentare
13.Jul 08 Nestlé-Präsident
über die Verteufelung von Flaschenwasser, Sonntagszeitung,
Victor Weber
10 Feb 08 Drought
Has Georgia Revisiting Border Dispute, WP/AP, Greg Bluestein, comments
10 Feb 08 Errare
humanum est, WP, Iconoc
10 Dec 07 Western
States Agree to Water-Sharing Pact, NYT, Randal C. Archibold
15 Oct 07 Environmental
disaster at China's Three Gorges Dam, Washington Post, Editorial
28 Sep 07 Beneath
Booming Cities, China’s Future Is Drying Up, NYT, Jim Yardley
18 Sep 07 India-Sri
Lanka Isthmus Canal Projet Hits Religious Wall, Washington Post,
Rama Lakshmi
29 Aug 07 New
Risks Emerge At Giant Three Gorges Dam, Wall Street Journal, Shai
Oster
13 May 07 Snake
River: Change of Heart by Dam’s Natural Allies, NYT, FELICITY BARRINGER
4 April 07 No
Longer Waiting for Rain, an Arid West Takes Action, NYT, R.C. Archibold
et
al.
24 Mar 07 Dead
Sea plan to restore water raises doubts, Washington Times, Jay
Bushinsky
1 Jan 07 A
Century Later, Los Angeles Atones for Water Sins, NYT, RANDAL C.
ARCHIBOLD
19 Nov 06 A
Troubled River Mirrors China’s Path to Modernity, NYT, JIM YARDLEY
15 Nov 06 Water
Shortage in India, CNN
12 Nov 06 Hamilton,
Wash.: After More Than a Century of Soaking, NYT, WILLIAM YARDLEY
1 Nov 06 Britain
'planned to cut off Nile', BBC News
2 Oct 06 China's
Water Woes, TIME MAGAZINE, SUSAN JAKES
24
août 06 L'eau douce, une ressource
dangereusement mal gérée, Le Temps, Etienne Dubuis
23 Aug 06 Ancient
Persian waterworks found in Israel,
Reuters, Corinne Heller
22. Aug 06 Neue
Systemen, um Abwasser in heimischen Kreisläufen zu recyceln,
FTD, Nicola Kuhrt
22. Aug 06 Tummelplatz
für Krankheitskeime, FTD, Axel Bojanowski
20 août 06 Les
pesticides menacent les nappes d'eau, Le Monde, Gaëlle Dupont
10 Aug 06 Old
Feud Over Lebanese River Takes New Turn, Los Angeles Times, Kim
Murphy
7 July 06 Border
Fight Focuses on Water, Not Immigration, NYT, Randal C. Archibold
28 June 06 Alzheimer's
disease, aluminium & drinking water
12 March 06 Death
of the world's rivers, independent.co.uk, Geoffrey Lean
12 March 06 Rivers:
a drying shame, independent.co.uk, Geoffrey Lean
8 mars 06 «La
neige ne suffira pas», lematin.ch , Sébastien Jost
30. Jan 06 Armut,
Trinkwasser und Privatwirtschaft, Neue Zürcher Zeitung, C.W.
27.Dez. 05 Alarm
in der Arktis: Permafrost-Böden tauen auf, Focus, Michael
Odenwald
26 Nov 05 Chinese
Officials Sought to Hide Toxic Spill, Washington Post, Philip P.
Pan
24 Nov 05 Panic
as China's toxic city loses its water, The Independent, David Eimer
12 nov 05 Méditerranée:
La dégradation écologique et la fracture Nord-Sud,
Le
Monde, Hervé Kempf
The
Great Man-Made River Project of Libya, UNESCO
1996 L'Eau,
la Terre et le Feu (pétrol): res
in usu omnium en Droit Musulman et Arab, Sami
Aldeeb
8 Dec 92
After Thumbing EEA,
Europe's Water Castle Offers Alternatives, WSJ, Anton Keller
Parlamentarische Vorstösse
http://www.parlament.ch/afs/data/d/gesch/2003/d_gesch_20030472.htm
Eingereicht von Teuscher
Franziska
Einreichungsdatum 19.12.2003
Eingereicht im Nationalrat
Stand der Beratung Erledigt
Eingereichter Text
Gestützt auf Artikel 160 Absatz 1 der Bundesverfassung
und Artikel 107 des Parlamentsgesetzes reiche ich folgende parlamentarische
Initiative ein:
Das Parlament wird beauftragt, eine Vorlage auszuarbeiten,
mit welcher der Bund das Trinkwasser zum öffentlichen Gut erklärt
bzw. eine gewinnorientierte Trinkwasserversorgung untersagt. Der Bund garantiert
eine landesweite, sichere Versorgung mit sauberem Trinkwasser. Die Gewässerhoheit
bleibt wie bisher bei den Kantonen. Der Bund erlässt aber Rahmenbedingungen
und Leitplanken, wie diese Wasserhoheit ausgeübt werden muss. Die
Vorlage soll folgende Forderungen umfassen:
1. Der Bund erklärt das Trinkwasser zu einem
öffentlichen Gut.
2. Die Kantone üben die Gewässerhoheit
im Rahmen der vom Bund erlassenen Vorschriften aus.
3. Bund, Kantone und Gemeinden garantieren die Versorgungssicherheit
und den Unterhalt der Verteilnetze.
4. Der Bund erlässt Richtlinien zu den Wassertarifen.
Insbesondere müssen alle Wasserbezüger einer Trinkwasserversorgung
gleich behandelt werden. Das Erzielen eines über den für Unterhalt
und Erneuerung sowie für eine angemessene Verzinsung des investierten
Kapitals hinausgehenden Gewinns ist nicht zulässig.
5. Die Versorgung mit qualitativ einwandfreiem Trinkwasser
zu günstigen Preisen muss auch für die kommenden Generationen
vollumfänglich sichergestellt werden.
6. Trinkwasserversorgungen dürfen nicht durch
gewinnorientierte Unternehmungen betrieben werden.
7. Bei einer Ausgliederung von Wasserversorgungen
muss die jeweilige öffentliche Körperschaft (Gemeinde, Gemeindeverband,
Kanton) weiterhin die vollständige Kontrolle über die Wasserversorgungen
ausüben können.
8. Regionale Fusionen sind zulässig, sofern
sie eine effizientere Wasserversorgung erlauben oder der Versorgungssicherheit
dienen.
9. Beim Verkauf von privaten Quellen besitzen Gemeinden
oder Kantone ein Vorkaufsrecht.
Begründung
Das Interesse der Wasserkonzerne am Wassermarkt
ist sehr gross. Allein der europäische Wassermarkt wird auf 80 Milliarden
Euro geschätzt. Um diesen Markt streiten sich die grössten Konzerne
wie die französischen Multis Vivendi und Suez (gemeinsamer Weltmarktanteil
von 53 Prozent). Die Weltbank schätzt diesen Markt weltweit auf mehr
als 800 Milliarden Euro (etwa 1200 Milliarden Franken) pro Jahr. Die Europäische
Union (EU) gehört zu den treibenden Kräften, welche den Bereich
Wasserversorgung für private Unternehmen öffnen will. Die EU
macht in dieser Sache auch Druck auf die Schweiz. Es besteht das Risiko,
dass im Zuge von Sparmassnahmen viele Schweizer Gemeinden hohe Erneuerungsinvestitionen
mit einer Privatisierung und Liberalisierung umgehen wollen, denn der Unterhalt
der Versorgungsnetze ist teuer. Viele Gemeinden müssen ihre Wasserversorgung
in den kommenden Jahren erneuern. Die Schweiz muss deshalb rechtzeitig
Vorkehrungen treffen, damit Wasser nicht zu einer Handelsware wird.
Was bei einer Deregulierung des Wassermarktes passiert,
kann man in England sehen. So haben beispielsweise die britischen Versorger
nach der Privatisierung und Liberalisierung 20 000 Haushalten den Wasserhahn
abgedreht, weil diese die hohen Rechnungen nicht mehr bezahlen konnten.
In 128 Fällen wurden die Versorger wegen Vernachlässigung der
Infrastruktur verurteilt. Während die Zahl der Arbeitsplätze
im Wassersektor um 60 Prozent zurückging, stiegen die Vorstandsgehälter
um ein Vielfaches an. Die Unternehmensgewinne machten bis zu 40 Prozent
der Gebühren aus. Deshalb muss die Schweiz die Versorgung mit Trinkwasser
unter besonderen Schutz stellen.
Chronologie: 06.10.2005 NR Der Initiative
wird keine Folge gegeben.
Amtliches Bulletin - die Wortprotokolle
Behandelnde Kommission Kommission für Umwelt, Raumplanung
und Energie NR (UREK-NR)
Antrag: Keine Folge geben
Kommissionsberichte 27. April 2004
- Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie NR - Nationalrat
Deskriptoren Trinkwasser; öffentliche Infrastruktur; Eigentum;
Staatsorgane; Wasserversorgung; Wasserwirtschaft; service public; Vorkaufsrecht;
Gemeinde; Kanton; 52; freies Schlagwort: öffentliches Gut;
Bericht der Kommission für
Umwelt, Raumplanung und Energie vom 27. April 2004
03.472 n Pa.Iv. Teuscher. Trinkwasser ist keine Handelsware
*
Die Kommission hat an ihrer Sitzung vom 27. April
2004 die am 19. Dezember 2003 von Nationalrätin Franziska Teuscher
eingereichte parlamentarische Initiative in Anwesenheit der Initiantin
vorgeprüft.
Mit der Initiative wird das Parlament beauftragt,
eine Vorlage auszuarbeiten, mit welcher der Bund das Trinkwasser zum öffentlichen
Gut erklärt und gewinnorientierte Trinkwasserversorgungen untersagt.
Antrag der Kommission
Die Kommission beantragt mit 14 zu 9 Stimmen, der
Initiative keine Folge zu geben.
Eine Minderheit der Kommission (Schenker, Aeschbacher, Bäumle,
Maillard, Marty Kälin, Rechsteiner-Basel, Stump, Teuscher, Ursula
Wyss) beantragt, der Initiative Folge zu geben.
Im Namen der Kommission
Der Präsident: Lustenberger Ruedi
1. 1. Text 1. 2. Begründung 2. Erwägungen der Kommission
2. Erwägungen der Kommission
Die Initiantin hob in ihrem Eingangsvotum den vorsorglichen
Charakter der Initiative hervor, es gilt heute dafür zu sorgen, dass
die Wasserversorgung eine zentrale Aufgabe des Service public bleibt und
nicht liberalisiert wird.
Die Kommission diskutierte das heutige System der
Wasserversorgung in der Schweiz und nannte Szenarien einer Privatisierung,
wie sie in Frankreich und England bereits stattfanden. Hierzulande sind
die Gemeinden für die Wasserversorgung verantwortlich, und über
die Gemeindeversammlungen haben die Bürgerinnen und Bürger die
Möglichkeit, Einfluss zu nehmen. Das System funktioniert sehr gut,
und da kein Wassermangel herrscht, besteht auch kein Anreiz zum Handel
oder zu wirtschaftlicher Betätigung. Die Mehrheit der Kommission sah
es als übertrieben an, die Privatisierung generell zu verbieten, und
sah entsprechend keinen Handlungsbedarf, das aktuelle System zu ändern.
Eine Minderheit erachtete es als wichtig, frühzeitig
allfälligen Privatisierungsbegehren multinationaler Konzerne den Riegel
zu schieben. Unter Spardruck könnten die Gemeinden in Versuchung geraten,
die Wasserversorgung zu privatisieren. Die Initiative will, dass die Wasserversorgung
gemeinnützig bleibt. Sie möchte gleichzeitig verhindern, dass
aus einer Situation der Knappheit ein Mehrwert abgeschöpft wird, der
Bürger und Wirtschaft ungerechtfertigt belastet.
Die Verwaltung bestätigte, dass sich in England
negative Beispiele einer Privatisierung der Wasserversorgung zeigen und
dass in Frankreich die Wasserversorgung in der Hand internationaler Konzerne
liegt. Diese Verhältnisse haben dazu geführt, dass die Liberalisierung
der Wasserversorgung auf der Ebene der WTO traktandiert wurde.
Die Kommission sprach sich schliesslich dafür
aus, dass die Liberalisierung der Wasserversorgung auf Ebene der WTO für
die Schweiz im Status „nicht verhandelbar" verbleibt.
Nationalrat - Herbstsession
2005 - Sechzehnte Sitzung - 06.10.05-15h00
Conseil national - Session
d'automne 2005 - Seizième séance - 06.10.05-15h00
03.472 Parlamentarische Initiative
Teuscher Franziska. Trinkwasser ist keine Handelsware
Initiative parlementaire
Teuscher Franziska. L'eau potable n'est pas un bien
marchand
Vorprüfung - Examen préalable
Einreichungsdatum 19.12.03 Date de dépôt
19.12.03
Bericht UREK-NR 27.04.04 Rapport
CEATE-CN 27.04.04
Nationalrat/Conseil national 06.10.05 (Vorprüfung - Examen préalable)
Antrag der Mehrheit Der
Initiative keine Folge geben
Antrag der Minderheit (Schenker, Aeschbacher, Bäumle,
Maillard, Marty Kälin, Rechsteiner-Basel, Stump, Teuscher, Wyss) Der
Initiative Folge geben
Proposition de la majorité Ne
pas donner suite à l'initiative
Proposition de la minorité (Schenker, Aeschbacher,
Bäumle, Maillard, Marty Kälin, Rechsteiner-Basel, Stump, Teuscher,
Wyss) Donner suite à l'initiative
Teuscher Franziska (G, BE): Wasser ist das
kostbarste und wichtigste Lebensmittel; wir können es durch nichts
ersetzen. Es stellt ein natürliches Monopol dar, bei dem auch keine
Marktkräfte spielen können. Wenn wir anfangen, mit dem Wasser
umzugehen wie mit einer gewöhnlichen Handelsware, setzen wir den sozialen
Frieden aufs Spiel. Die Wasserversorgung muss eine zentrale Aufgabe des
Service public bleiben. Das sage ich hier ganz bewusst so. Denn es gibt
in diesem Parlament Leute, welche alles und jedes schnell privatisieren
wollen, ganz nach dem Motto: "Die Gewinne privat und die Verluste dem Staat".
Der Druck, die Wasserversorgung für private
Unternehmungen zu öffnen, ist gross. Die EU gehört in diesem
Markt zu den treibenden Kräften, welche die Wasserversorgung Privaten
zugänglich machen will. Überall wo solche Pläne bis anhin
umgesetzt wurden, gab es Probleme. So hat die Deregulierung des Trinkwassermarktes
in England auf der einen Seite zur Situation geführt, dass britische
Versorger nach der Privatisierung und Liberalisierung 20 000 Haushalten
den Wasserhahn abdrehten, weil diese Haushalte die hohen Rechnungen nicht
mehr bezahlen konnten. Die Versorger wurden auf der anderen Seite in 128
Fällen wegen Vernachlässigung der Infrastruktur verurteilt. Die
Zahl der Arbeitsplätze ging um 60 Prozent zurück, die Gehälter
der Verwaltungsratsmitglieder hingegen stiegen um ein Vielfaches an. Die
Unternehmensgewinne machen in England bis zu 40 Prozent der Gebühren
aus. So etwas darf in der Schweiz nicht passieren. Die Schweiz hat eine
sehr gute Wasserversorgung. Das soll in Zukunft auch so bleiben.
Ich verlange mit meiner parlamentarischen Initiative
sozusagen als vorbeugende Massnahme, dass wir eine Vorlage ausarbeiten,
welche zwei Hauptpunkte umfasst:
1. Das Trinkwasser wird zu einem öffentlichen
Gut erklärt. Der Bund garantiert die landesweite sichere Versorgung
mit Trinkwasser.
2. Die Gewässerhoheit bleibt - so wie bis heute
- weiterhin bei den Kantonen. Der Bund erlässt jedoch Vorschriften,
um eine gewinnorientierte Trinkwasserversorgung auszuschliessen.
Mit diesen Vorschriften soll erreicht werden, dass
Bund, Kantone und Gemeinden auch in Zukunft die Versorgungssicherheit und
den Unterhalt der Verteilnetze garantieren. Der Bund muss auch Richtlinien
für Wassertarife erlassen, damit alle Einwohnerinnen und Einwohner,
welche an Trinkwasserverteilnetze angeschlossen sind, gleich behandelt
werden. Gewinne dürfen nur realisiert werden, um den Unterhalt und
die Erneuerung des Netzes zu gewährleisten. Zudem sollen die Gemeinden
und Kantone ein Vorkaufsrecht haben, wenn Private Quellen verkaufen wollen.
Sie mögen jetzt vielleicht einwenden: Was soll
das? In der Schweiz sind solche Privatisierungspläne nicht umsetzbar.
Aber da könnten Sie sich ziemlich täuschen. Privatisierungsideen
bei der Wasserversorgung sind überhaupt nicht abwegig. Viele Schweizer
Gemeinden haben einen Erneuerungsbedarf bei ihrer Wasserversorgung. Das
Leitungsnetz stammt in vielen Fällen noch aus der Zeit von 1900. Jetzt
fehlt vielen Gemeinden ganz einfach das Geld, um die nötigen Investitionen
zu tätigen. Es ist also für eine Gemeinde verlockend, die Wasserversorgung
auszulagern und privaten Händlern zu übergeben.
Vielerorts sind Elektrizitäts-, Gas- und Wasserversorgung
in einer einzigen Gesellschaft zusammengefasst. Bei einer allfälligen
Auslagerung der Energieversorgung stellt sich automatisch die Frage, was
mit der Wasserversorgung geschehen soll. Viele hier kennen das Problem
aus ihrer eigenen Wohngemeinde.
Internationale Wasserkonzerne haben ein immenses
Interesse am Wassermarkt. Man schätzt den europäischen Wassermarkt
auf rund 80 Milliarden Euro, also über 120 Millionen Franken. Die
EU gehört wie schon gesagt zu den treibenden Kräften bei der
Öffnung des Marktes.
Die Forderung, die ich in dieser parlamentarischen
Initiative vorbringe, ist - gemessen an der heutigen Regelung - nicht völlig
neu. Ich bin aber überzeugt, dass wir im Sinne des Vorsorgeprinzipes
heute überlegen müssen, wie wir auch in Zukunft eine optimale
Wasserversorgung sichern können, denn alle, die keine eigene Quelle
haben, sind sozusagen Zwangskunden oder Zwangskundinnen. Ich bitte Sie
daher, meiner parlamentarischen Initiative Folge zu geben.
Schenker Silvia (S, BS): Entgegen der Mehrheit
der Kommission beantrage ich Ihnen im Namen der Minderheit, der parlamentarischen
Initiative Teuscher Folge zu geben. Wasser hat eine grosse politische Bedeutung.
Wer über Wasser spricht, muss demzufolge über Politik sprechen.
Wasserpolitik hat Konsequenzen für viele andere Politikbereiche: Boden-
und Landwirtschaftspolitik, Handels- und Wirtschaftspolitik, Umweltpolitik
und besonders auch Sozial- und Gesundheitspolitik. All diese Politikbereiche
sind miteinander verknüpft. Der Zugang zu Wasser, zu sauberem Wasser
hat eine hohe Bedeutung für Menschen, Tiere und Pflanzen, unter Umständen
existenzielle Bedeutung. Wer also das Recht hat, über die Verteilung
und Verwendung von Wasser zu entscheiden, hat grosse Macht. So weit sind
Sie vielleicht alle mit mir und der Minderheit noch einverstanden. Sie
alle wissen um die Bedeutung von sauberem Wasser und um die Konsequenzen,
wo dieses fehlt.
Aber - und nun zeigen sich die Unterschiede - was
hat das mit der aktuellen Politik in der Schweiz zu tun? Haben wir das
nicht im Griff? In der Tat zeigen sich im Moment keine grösseren Probleme.
Dennoch sieht die Minderheit der Kommission Handlungsbedarf. Denn der Druck
ist gross und steigt zusehends, das kostbare Gut zu vermarkten. Mit Wasser,
mit sauberem Wasser lässt sich viel Geld verdienen, und wo sich viel
Geld verdienen lässt, ist das Feld für Machtspiele und Korruption
offen.
Es ist nicht auszuschliessen, dass innerhalb der
WTO vermehrt Druck gemacht wird, diesen Bereich zu liberalisieren. Spätestens
in diesem Zeitpunkt ist es von Vorteil, wenn der Grundsatzentscheid in
der Wasserpolitik der Schweiz klar getroffen ist.
Die parlamentarische Initiative Teuscher will in
der Hauptsache, dass aus der Wassernutzung keine privaten Gewinne entstehen,
dass die Versorgung gemeinnützig ist und dass nicht aus einer Situation
der Knappheit Profit geschlagen werden kann. Gerade weil die Wasserverteilung
und -versorgung in der Schweiz im Moment in der Regel gut läuft, sollten
wir die Initiative unterstützen. Es geht darum, ein klares und deutliches
Signal zu geben. Es hätten sich in anderen Ländern grosse Probleme
vermeiden lassen, wenn dort der Grundsatz, dass das Wasser ein öffentliches
Gut zu sein hat, in der Gesetzgebung verankert wäre. Heute haben wir
die Chance, prophylaktisch tätig zu werden. Wir können dieser
Initiative heute Folge geben und damit einem sicher noch grösser werdenden
Druck etwas entgegensetzen. Lassen wir uns diese Chance nicht entgehen.
Ich bitte Sie namens der Minderheit, der Initiative Teuscher Folge zu geben.
Messmer Werner (RL, TG), für die Kommission:
Das Hauptziel der Initiative ist, dass aus der Wassernutzung keine privaten
Gewinne entstehen, dass die Versorgung gemeinnützig ist und dass nicht
aus einer Situation der Knappheit ein Mehrwert abgeschöpft wird, der
die Bürger und die Wirtschaft unnötig belastet. Darum verlangt
Frau Teuscher mit ihrer parlamentarischen Initiative unter anderem, dass
der Bund neue Vorschriften erlasse, speziell zu den Wassertarifen, dass
Richtlinien erlassen werden, gewinnorientierte Unternehmen keine Trinkwasserversorgung
betreiben dürfen usw.
Die Kommission lehnte diese Initiative mit 14 zu
9 Stimmen ab. Auch die Kommissionsminderheit räumt zwar ein, dass
unser heutiges System gut funktioniert. Sie meint aber, es gäbe Anzeichen,
dass es Kräfte gibt, welche dieses System zum Wanken bringen möchten.
Die Minderheit macht auch geltend, dass es in Zukunft auf dem Weltmarkt
grössere Probleme geben wird. Sie erwähnt in diesem Zusammenhang
Erfahrungen aus Indien und England und will damit belegen - ich zitiere
aus dem Protokoll der Kommissionssitzung -, "dass die Wasserversorgung
der Gewinnsucht von privaten Unternehmen zum Opfer falle".
Die Mehrheit der Kommission kommt dagegen zum Schluss,
dass absolut kein Handlungsbedarf ersichtlich ist. Die Initiantin reichte
bereits im Dezember 2000 einen Vorstoss mit ähnlichem Anliegen ein.
Die Ausgangslage hat sich seither nicht im Geringsten verändert. Somit
muss mit Bezug auf den vorliegenden Vorstoss eben auch von Zwängerei
gesprochen werden. Es ist unbestritten, dass wir in der Schweiz keinen
Wassermangel haben; man spricht ja nicht umsonst auch vom "Wasserschloss
Schweiz". Die Verteilung und Überwachung funktioniert. Es besteht
somit nicht nur kein Anreiz, sondern es ist auch keiner in Sicht, mit der
Wasserversorgung Handel zu betreiben und sich wirtschaftlich zu betätigen.
Ein Handel beginnt dort, wo tatsächlich Wassermangel herrscht; nur
dann ist er reizvoll.
Dies trifft bei uns absolut nicht zu. Nur schon
darum hält ein Vergleich mit Indien nicht stand. Zum Glück verfügen
wir über genügend und qualitativ hochwertiges Trinkwasser. Allein
schon diese Tatsache bietet Gewähr, dass es zu keiner Mangelsituation
kommt, welche Gewinne erlaubt, die in anderen Ländern vielleicht möglich
sind.
Etwas Weiteres, was die Initiative verlangt, ist
ebenfalls bereits geregelt. Artikel 76 Absatz 1 der Bundesverfassung lautet:
"Der Bund sorgt im Rahmen seiner Zuständigkeiten für die haushälterische
Nutzung und den Schutz der Wasservorkommen sowie für die Abwehr schädigender
Einwirkungen des Wassers." Absatz 2: "Er legt Grundsätze fest über
die Erhaltung und die Erschliessung der Wasservorkommen, über die
Nutzung der Gewässer zur Energieerzeugung und für Kühlzwecke
sowie über andere Eingriffe in den Wasserkreislauf." In Absatz 4 heisst
es: "Über die Wasservorkommen verfügen die Kantone. Sie können
für die Wassernutzung in den Schranken der Bundesgesetzgebung Abgaben
erheben." Absatz 6 lautet: "Der Bund berücksichtigt bei der Erfüllung
seiner Aufgaben die Anliegen der Kantone, aus denen das Wasser stammt."
Das heutige System funktioniert hervorragend; es
funktioniert gerade auch darum so gut, weil es auf die Gemeinden heruntergebrochen
wird. Sie sind letztlich für die Wasserversorgung verantwortlich.
Somit haben in unserem Land viele Bürgerinnen und Bürger die
Möglichkeit, direkt über Gemeindeversammlungen auf die Wasserversorgung
Einfluss zu nehmen. Auch die Rechnungen müssen transparent sein und
separat vorgelegt werden. Ein besseres System kann es also nicht geben,
da wäre jede Korrektur eine Verschlechterung. Darum: Belassen wir
unser bewährtes System so, wie es ist.
Ich bitte Sie im Namen der Kommissionsmehrheit,
dieser Initiative keine Folge zu geben.
Teuscher Franziska (G, BE): Herr Messmer,
Sie haben sich über meine parlamentarische Initiative ein bisschen
lustig gemacht, indem Sie gesagt haben, Indien könne man nicht mit
der Schweiz vergleichen. Ich denke, England und Frankreich kann man durchaus
mit der Schweiz vergleichen: Dort ist im Wassermarkt bereits eine grosse
Liberalisierungs- und Privatisierungswelle ausgebrochen.
Ich möchte Sie fragen: Können Sie mir
zum einen erklären, warum Vivendi, dieser internationale Wasserkonzern,
ein so grosses Interesse am europäischen Markt hat, und zum anderen,
wie gross der europäische Markt im Bereich Wasser geschätzt wird?
Messmer Werner (RL, TG), für die Kommission:
Ich habe erstens nicht den Eindruck, dass ich mich darüber lustig
machte, denn Sie brachten ja das Beispiel. Es war aber schon etwas amüsant
zu hören, wie Sie die Schweiz mit Indien verglichen. So wenigstens
war es in der Kommission.
Sie wissen zweitens viel besser als ich, wie sich
das mit der Firma verhält, die Sie erwähnt haben. Ich kann Ihnen
aber eines sagen: Hier in der Schweiz liegt absolut kein Interesse vor,
die Wasserwirtschaft zu privatisieren. Ich sage Ihnen nochmals: Für
die Wirtschaft entstehen dort interessante Geschäfte, wo Mangel auszumachen
ist und Konkurrenz entstehen kann. Dann sind Gewinne abzusehen. Aber im
Bereich der Wasserversorgung ist das absolut nicht der Fall. Darum bleiben
wir doch in der Schweiz, und seien wir froh darüber, dass wir keine
Kapriolen machen müssen, wie Sie sie vorschlagen.
Teuscher Franziska (G, BE): Sie haben meine Frage nicht beantwortet.
Abstimmung - Vote Für Folgegeben .... 75 Stimmen Dagegen .... 76 Stimmen
Eingereicht von Menétrey-Savary
Anne-Catherine
Einreichungsdatum 14.03.2005
Eingereicht im Nationalrat
Stand der Beratung Erledigt
Eingereichter Text
Der Bundesrat beteuert immer wieder, dass der Bund keinerlei Absicht
habe, die Wasserversorgung zu privatisieren. Im Bericht der UREK vom 28.
Mai 2001 über die parlamentarische Initiative der grünen Fraktion
kann z. B. nachgelesen werden, dass der Direktor des Bundesamtes für
Wasser "versicherte, dass der Bund keine Marktöffnung im Wasserversorgungsbereich
plant".
Allerdings weiss man heute, dass der Bund Forschungen der ETH Lausanne
über die Wasserversorgung finanziert und dass er das Projekt Euromarket,
das die "möglichen Auswirkungen einer Liberalisierung des Wassersektors
untersucht", unterstützt und subventioniert.
Wie soll dieses Engagement des Bundes verstanden werden?
Bereitet sich der Bundesrat darauf vor, dem Druck der WTO bezüglich
Gats nachzugeben?
Antwort des Bundesrates vom 14.03.2005
Leuenberger Moritz, Bundesrat: Das Projekt Euromarket
ist ein Forschungsprojekt der Europäischen Union, an welchem die ETH
Lausanne mitarbeitet. An dessen Finanzierung ist die Schweiz vereinbarungsgemäss
beteiligt. Nach Artikel 76 Absatz 4 der Bundesverfassung verfügen
die Kantone über die Wasservorkommen. Die Wasserversorgung und die
Wasserverteilung werden nach kantonalem Recht geregelt. Der
Bundesrat hat noch nie die Absicht gehabt, eine Änderung dieser Zuständigkeitsordnung
vorzuschlagen, und er hat noch nie damit geliebäugelt, das Wasser
zu privatisieren.
Er hat im Jahre 2003, am 14. Juni, ein Mitglied damit beauftragt, dies
öffentlich kundzutun, und der Vorsteher des UVEK hat in der berühmten
Geschichte über das jurassische Wassertröpfchen im Kanton Jura
dieses Anliegen unterstützt. Dieses Wassertröpfchen stammt ursprünglich
aus Poliez-le-Grand - das ist sein Bürgerort -, und es sagt zu den
jurassischen Kindern:
"Me vendre, moi? Jamais de la vie!", s'écria la goutte jurassienne.
"Je ne suis pas une marchandise, je suis une goutte d'eau; j'appartiens
à tout le monde. Me privatiser, ce serait priver les hommes et les
femmes de ce monde de leur droit de vivre d'amour et d'eau fraîche."
Dies gesagt habend, verdampfte das Wassertröpfchen und machte
noch eine Kurve über Aigle und Saint-Saphorin, bevor es ins Mittelmeer
gelangte und dort auch viele Geschichten erlebte.
Ich übergebe Ihnen hier die ganze Geschichte, die damals im Namen
des Bundesrates erzählt wurde.
Eingereicht von Marty
Kälin Barbara
Einreichungsdatum
03.10.2005
Eingereicht im
Nationalrat
Stand der Beratung
Erledigt
Eingereichter Text
Das Hochwasser in der Schweiz hat aufgezeigt, dass
vermehrt in Präventionsmassnahmen investiert werden muss. Mit guter
Prävention kann viel Leid verhindert, aber auch viel Geld gespart
werden. Von einer besseren Prävention profitieren wesentlich die Versicherungen.
Deshalb stellt sich die Frage, wie diese verbindlich für Präventionsmassnahmen
gewonnen werden können.
Sieht der Bundesrat eine Möglichkeit, für
die Finanzierung von Präventionsmassnahmen ein Projekt der Public-Private-Partnership
mit den Versicherungen einzugehen, z. B. in Form einer Präventionsagentur?
Müssen die neugeschaffenen Grundlagen im Versicherungsaufsichtsgesetz
allenfalls ergänzt bzw. präzisiert werden?
Wie ist gewährleistet, dass diese Grundlagen von den Kantonen
rasch umgesetzt werden?
Antwort des Bundesrates vom 03.10.2005
Mit Präventionsmassnahmen können, wie
die jüngsten Ereignisse erneut gezeigt haben, viel Schaden und Leid
verhindert und Kosten gespart werden. In Anbetracht der beschränkten
Mittel der öffentlichen Hand verdient die
Idee einer Public-Private-Partnership mit den Versicherungen und unter
Beteiligung des Bundes eine vertiefte Prüfung. Dabei werden
die gestellten Fragen geklärt. [red. Hervorhebung]
Eingereicht von Lustenberger
Ruedi
Einreichungsdatum
03.10.2005
Eingereicht im
Nationalrat
Stand der Beratung
Erledigt
Eingereichter Text
Grosse Teile der Schweiz sind von der Unwetterkatastrophe
von Ende August betroffen. Kantone und Gemeinden sind bei der Bewältigung
der entstandenen Schäden auf Bundeshilfe angewiesen.
1. Mit welchen Massnahmen gedenkt der Bundesrat
den Folgen des Unwetters zu begegnen?
2. Bestehen bereits ein Gesamtkonzept und ein entsprechender
Fahrplan?
Antwort des Bundesrates vom 03.10.2005
Wie bei vergangenen Unwettern wird der Bund Kantone
und Gemeinden bei der Bewältigung der entstandenen Schäden unterstützen.
Das
UVEK wird dem Bundesrat in Kürze ein entsprechendes Gesamtkonzept
mit Massnahmenkatalog
und Fahrplan unterbreiten. [red.
Hervorhebung]
Eingereicht von Leuenberger
Ueli
Einreichungsdatum
03.10.2005
Eingereicht im
Nationalrat
Stand der Beratung
Erledigt
Eingereichter Text
Im Rahmen des Entlastungsprogramms 2003 wurden die
Subventionen für Waldpflege und Schutzbauwerke um 10 Millionen Franken
gekürzt. Im Dezember 2004 hat das Parlament auf Wunsch der Kantone
seine Entscheidung revidiert und die Subventionen 2005 für Schutzwälder
um 2 Millionen Franken erhöht. Der vorgesehene Betrag reicht aber
immer noch nicht aus.
Angesichts der alarmierenden Vorhersagen, dass Naturkatastrophen
in Zukunft sehr viel häufiger auftreten werden, frage ich den Bundesrat:
Welche Massnahmen wird er ergreifen, um die verheerenden Auswirkungen von
Überschwemmungen und Lawinen einzudämmen?
Antwort des Bundesrates vom 03.10.2005
Eine ausgewogene und angemessene Sicherheit kann
nur durch ein integrales Risikomanagement garantiert werden, welches die
Prävention, die Vorsorge, den Einsatz im Ereignisfall und die Instandstellung
umfasst. Die darauf basierenden Massnahmen von Bund, Kantonen und Gemeinden
haben sich grundsätzlich bewährt. Sie zeigen, dass die gesetzlichen
Grundlagen für eine Schutzpolitik grundsätzlich ausreichend sind.
Engpässe bestehen vor allem bei den Finanzen,
und zwar auf allen Ebenen, also bei Bund, Kantonen und Gemeinden. Die wirksame
Abwehr von Naturgefahren setzt eine genügende und konstante Finanzierung
voraus.
Dringliche Massnahmen sind für die unmittelbare
Schadensbewältigung angezeigt. Die Investitionen in präventive
Massnahmen müssen jedoch über eine lange Dauer erfolgen, damit
sie wirken können. Bei diesen Massnahmen handelt es sich insbesondere
um den Gewässerunterhalt (einschliesslich
der Pflege des Schutzwaldes sowie der Verhinderung der Bodenerosion durch
Pflege des Kulturlandes), raumplanerische Massnahmen, Schutzbauten
sowie Massnahmen im Bereich der Notfall- und Einsatzplanung (Bevölkerungsschutz).
[red.
Hervorhebung]
1. Wie beurteilt der Bundesrat die Gegebenheiten,
Abhängigkeiten und Aussichten der Trinkwasserversorgung der Schweiz?
2. Welche Bedeutung misst der Bundesrat der dauerhaften,
eigenständigen und höchstwertigen Trinkwasserversorgung bei,
im Gegensatz zur Nahrungsmittelversorgung, welche traditionell einen tragenden
Teil der Schweizer Aussenhandelspolitik darstellt?
3. Teilt der Bundesrat die Auffassung, wonach das
abgegebene Wasser möglichst dem empfangenen entsprechen sollte und
dahingehend ein jeder Landbesitzer - insbesondere auch die Tierzucht, Land-,
Wald-, Wein- oder Obstbau betreibenden Familienbetriebe, Gutsbesitzer,
Körperschaften und Gemeinden - Verantwortung trägt für die
Qualität, Quantität und Zeitverteilung des Wassers, welches das
betreffende Grundstück durchfliesst, und wonach diese vorrangige wasserwirtschaftliche
Treuhandfunktion, welche auch der Biodiversität und andern landwirtschaftlichen
Anliegen dient, existenzsichernd abzugelten ist?
Stand: 8.10.05 Trinkwasser-Initiative
1. Der Bundesrat wird aufgefordert
Bericht zu erstatten über die Gegebenheiten, Abhängigkeiten und
Aussichten der Trinkwasserversorgung der Schweiz. Ziel ist die dauerhafte,
eigenständige und höchstwertige Trinkwasserversorgung bei gleichzeitigem
Schutz der Einzugsgebiete und Stabilisierung der Abhänge durch Rüfen-Entwässerungsmassnahmen.
2. Der Bericht soll die Voraussetzungen
und Konsequenzen aufzeigen bezüglich folgender Leitprinzipien:
a) das von einem Grundstück
abgegebene Wasser soll bezüglich Qualität, Quantität und
Zeitverteilung möglichst dem auf dem Grundstück auftretenden
Wasser entsprechen,
b) ein jeder Landbesitzer soll
- als Wasserwirt - Verantwortung tragen für das Wasser, welches
das betreffende Grundstück durchfliesst oder von ihm entnommen wird,
unabhängig davon ob darauf Tierzucht, Land-, Wald-, Wein- oder Obstbau
oder andere Nutzungsarten betrieben werden, unabhängig auch davon
ob es sich um einen Familienbetrieb, um einen Gutsbesitzer, um eine Gemeinde
oder um eine andere private oder öffentliche Körperschaft handelt,
und es soll im Einvernehmen mit den Unterrainern in der Regel aus einem
Einzugsgebiet per Quellzapfung oder anderswie nicht mehr Wasser exportiert
werden, als per Rüfen-Entwässerungsvorkehren gewonnen wird, jedenfalls
nicht mehr als dem ordentlichen Wasserhaushalt zuträglich ist, und
c) die unter b) aufgeführten
vorrangigen wasserwirtschaftlichen Treuhandfunktionen, welche auch der
Biodiversität und andern landwirtschaftlichen Anliegen und/oder dem
Abhang- und Rüfenschutz dienen, sollen existenzsichernd abgegolten
werden.
3. Der Bericht soll ferner die
rechtlichen und organisatorischen Massnahmen aufzeigen, welche zur Umsetzung
der unter 2 aufgeführten Leitlinien erforderlich sind.
Sehr geehrtes Ratsmitglied,
12.10.05 -
Die Unwetterschäden in der Zentralschweiz und anderswo haben bewährte
Lösungsansätze in Erinnerung gerufen, welche zwar in Vergessenheit
geraten sind, mit Ihrer Unterstützung jedoch allseits fruchtbringend
zu neuem Leben geweckt werden mögen. Dazu gehören nicht nur Renaturisierungen
der Flussläufe und Erhöhung der Abflussprofile, sondern auch
und besonders die systematische Entwässerung
der Rutschhänge und Rüfengebiete.
Alt-Ständerat Werner Jauslin, der sich
in den 80er Jahren auch um entsprechende Lösungen z.B. im Münstertal
bemühte, hat mich eben auf einschlägige Massnahmen in der Umgebung
von Interlaken, sowie auf analoge Wasserbewirtschaftungs-Vorkehren
in Oman und Iran aufmerksam gemacht. In den letzteren Fällen handelt
es sich gewissermassen um umgekehrte Sammel- und Verteilsysteme in niederschlagsarmen
Gegenden, welche ähnlich wie die Bisses im Wallis funktionieren.
In einen weiteren Zusammhang gesetzt, anerbietet
sich damit die Möglichkeit, die besonderen Gegebenheiten der Schweiz
positiv
umzusetzen. Dahingehend darf ich Sie auf einige Leitgedanken hinweisen,
welche ich - wie nachfolgend wiedergegeben - in einem Perspektiv-Memorandum
zusammengefasst habe. Und welche ich auf dem Hintergrund aktueller Ratsgeschäfte
zu Trinkwasser-, Rutschhang-Stabilisierungs-, und Landwirtschafts-Fragen
in einen ersten Motionsentwurf gekleidet habe (http://www.solami.com/wasser.htm#Trinkwasser).
Für Ihre gelegentliche Rückäusserung
wäre ich Ihnen verbunden. Inzwischen wünsche ich Ihnen alles
Gute und verbleibe mit freundlichen Grüssen
Anton Keller, Genf 022-7400362 079-6047707 swissbit@solami.com
* * *
Antwort vom 17.10.05 auf einen Kommentar
vom 12.10.05 von Mitarbeitern des Bundesamtes für Wasser und Geologie
(BWG)
Sehr geehrter Herr Kollega,
Ich danke Ihnen für Ihren Kurzkommentar von
dem ich mit Interesse Kenntnis nahm. Vergangenheit und Zukunft der einschlägigen
Ideen gedenke ich auf dem Netz aktualisiert zu halten (http://www.solami.com/wasser.htm)-
Analog zur Laffer-Kurve, welche die maximal erreichbaren
Steuereinkünfte in Abhängigkeit verschiedener Steuersätze
aufzeigt, gibt es offenbar auch einen höchsten Kommunikationspunkt,
der sowohl mit zuviel wie auch mit zuwenig Worten verpasst wird. Wie schon
Franz von Assisi gesagt haben soll: I struggle
to be brief but end up to be confusing. Ähnlich erging
es mir offenbar wieder einmal bei der Redaktion des 4.Motionsentwurfs zur
"Trinkwasser-Initiative"
Bei der in den Motionstext integrierten vorgeschlagenen
systematischen
Entwässerung der unstabilen Hänge geht es natürlich
überhaupt um nichts anderes als um Hangstabilisierung. Bezeichnenderweise
ist dies verbunden mit der einhergehenden beschränkten Entlastung
des natürlichen lokalen Wasserlaufs, und mit dem entsprechend
verminderten Bedarf an Wildwasserverbauungen in der Bachrinne selbst. Da
das so aus den Rutschhängen gezogene Wasser - analog zum System der
Walliser Bisses - auf verschiedenen Talebenen mit minimalstem Gefälle
in offenen oder geschlossenen Kanälen gesammelt und den Hängen
entlang zum geeignetsten Abzugspunkt im Tal geführt werden soll, anerbietet
sich von dort ab die Möglichkeit, die so anfallende Wasserkraft in
der Talsohle zu nutzen. Sowohl die auf diesem Weg erzielbare Verminderung
der Wildwasserverbauungen, als auch die Nutzung der anfallenden Wasserkraft,
dürften zwar die Systemkosten entlasten, sind aber vollends
nachrrangig.
Trinkwasser soll hingegen weiterhin aus den
bewährten traditionellen Medien (Quellen, Grundwasser, Seewasser,
etc.) gewonnen und auch exportiert werden können; demgegenüber
ist Hangentwässerungs-Wasser grundsätzlich ohne weiteres in den
normalen Wasserhaushalt desselben Einzugsgebiets zurückzuführen.
Der im Motionsentwurf gemachte - und offenbar missverständliche
- Link zum Trinkwasser ist rechtlicher und politischer Art. Es geht darum,
für Konzeption, Bau und Unterhalt der oben umschriebenen und in verschiedenen
Zonen voraussichtlich recht aufwendigen Hangentwässerungs-Systeme
neben der öffentlichen Hand verlässliche Markt-Partner
von Anfang an organisch einzubinden. Damit soll auch die bereits angerissene
Debatte über die Rolle der Privatwirtschaft in der zukünftigen
Trinkwasserversorgung von der z.T. idelogisierten auf die sachliche Ebene
zurückgebunden werden. Denn seit dem Fall der Berliner Mauer
sollten Eigentumsfragen eigentlich wieder nüchterner und sachdienlicher
diskutiert werden können - auf dass möglichst alle Diskussions-Komponenten
sich als Teil der Lösung und nicht des Problems präsentieren.
Ich hoffe, Sie mit diesen Entgegnungen, Hinweisen
und Erwägungen zur Fortführung des Dialogs - auch unter Ihren
Kollegen, inkl. im Bundesamt für Landwirtschaft - anzuregen, und sehe
Ihren weiteren Beiträgen mit Interesse entgegen.
Mit freundlichen Grüssen
Anton Keller, Genf
022-7400362 079-6047707
swissbit@solami.com
Aujourd'hui déjà, 30 millions de Méditerranéens n'ont pas un accès permanent à l'eau potable
La dégradation écologique autour de la
Méditerranée
risque d'aggraver la fracture Nord-Sud
Fragilisation des sols et de l'agriculture, tensions
sur l'eau,
impact négatif du changement climatique:
la plupart des indicateurs environnementaux évoluent
vers le rouge
HERVE KEMPF
«Le risque pour la Méditerranée de 2025 est la perspective
d'une fracture sociale, économique et environnementale entre les
deux rives.» Rarement un rapport officiel sur l'environnement
n'avait si nettement articulé les questions écologiques et
politiques. L'étude menée par le Plan Bleu, organe des Nations
unies pour la Méditerranée, affiche clairement ce lien. Elle
est publiée (Méditerranée, éditions
de l'Aube) alors que se termine, vendredi 11 novembre, à Portoroz
(Slovénie), la réunion des Etats membres de la Convention
de Barcelone pour la protection de la Méditerranée.
Le bilan environnemental des pays riverains est
négatif: presque tous les indicateurs évoluent vers un rouge
toujours plus vif. Dans les années à venir, la pression démographique
s'accroîtra inexorablement, même si les pays du Sud manifestent
une
«chute spectaculaire des indices de fécondité».
L'inertie des mouvements démographiques entraînera ainsi une
augmentation de 40 % en 2025 du nombre d'habitants dans les pays du sud
et de l'est du bassin. Si les tendances se poursuivent, l'activité
économique ne permettra pas de fournir suffisamment d'emplois aux
jeunes générations, ce qui maintiendra «une forte
insatisfaction sociale et une pression élevée à l'immigration»,
ces évolutions pouvant conduire «à des risques d'instabilité,
sources de conflits potentiels». Le raidissement des tensions
environnementales jouera un grand rôle dans cette évolution.
La marginalisation des arrière-pays appauvrirait l'agriculture,
affaiblie de surcroît par une urbanisation non maîtrisée
qui mangera les sols.
Or l'agriculture n'est que rarement soutenue, notamment
«en
raison d'un manque de considération pour les populations rurales
de la part des élites urbaines dominantes». Cela conduit
à la pauvreté et à un exode rural engorgeant des villes
qui peinent à maîtriser leur croissance. Les politiques nationales
ne sont pas seules en cause: le rapport souligne qu'une «libéralisation
non régulée du commerce international des produits agricoles»
pourrait avoir «des effets très négatifs pour les
régions rurales fragiles». Par ailleurs, le recul de l'agriculture,
l'artificialisation des sols, la réduction des zones d'expansion
des crues «sont autant de facteurs qui accroissent considérablement
la vulnérabilité» aux accidents, au premier rang
desquels se trouvent les inondations.
La croissance incontrôlée de la consommation
d'eau - plus 25 % attendue d'ici à 2025 - risque aussi de conduire
à des véri-tables crises d'approvisionnement. Aujourd'hui
déjà, on estime que 30 mil-lions d'habitants des pays riverains
n'ont pas un accès permanent à l'eau potable. Ce chiffre
devrait augmenter à l'avenir: selon un autre instrument de mesure,
le nombre d'habitants en situation de pénurie (moins de 500 m' par
individu et par an) passerait de 45 millions en 2000 à 63 millions
en 2025 La situation sera particulièrement tendue pour les pays
qui prélèvent plus de 75 % des ressources annuellement disponibles
(Egypte, Libye, Israël, Palestine, Espagne). Les experts déplorent
que les politiques adoptées visent à augmenter l'offre d'eau
par des grands travaux (barrages, aménagements, transferts, dessalements)
dont le coût et les effets sur les écosystèmes sont
négatifs. Mieux vaudrait, proposent-ils, viser à maîtriser
les consommations, voire à les diminuer par des programmes d'économie.
Le changement climatique exerce lui aussi des pressions
sur l'environnement méditerranéen. Son impact, encore mal
appréciable, jouera dans le mauvais sens, aggravant notamment un
phénomène de désertification provoqué par de
mauvaises pratiques agricoles. De même, la demande d'énergie,
si elle n'est pas contrôlée, pourrait augmenter de moitié
d'ici vingt ans, alors qu'elle a déjù doublé dans
les trente dernières années.
Le Plan Bleu appelle à des changements de
politiques, tournés notamment vers la maîtrise des sols, une
plus grande attention accordée à l'agriculture, le contrôle
des demandes d'eau et d'énergie. Des réussites ponctuelles
montrent que cela n'est pas impossible: la Tunisie suit une stratégie
d'économie de l'eau efficace; le Maroc mène une politique
rurale basée sur la participation des populations pour lutter contre
la désertification; l'Italie est en pointe dans l'agriculture biologique.
Mais, globalement, «les questions écologiques ne sont pas
encore prioritaires pour les Etats», note Lucien Chabason, président
du Plan Bleu. Un exemple est celui de l'Espagne, qui ne remet pas en cause
l'agriculture irriguée dans le Sud, malgré le manque d'eau,
et qui a vu ses émissions de gaz à effet de serre croître
de 40 % depuis 1990, alors qu'elle est engagée par le protocole
de Kyoto à limiter sa hausse à 15 %.
Les discussions de Portoroz, qui s'achèvent
le 11 novembre, sont un bon test pour mesurer l'évolution des esprits
des gouvernements. Ils ont notamment accepté d'entamer des discussions
pour un éventuel protocole sur la protection des zones côtières.
Inspiré par la loi Littoral français, le texte de travail
vise à maîtriser l'urbanisation et à maintenir des
zones non construites, alors que la pression touristique ne cesse d'augmenter.
Le projet sera discuté à Barcelone dans deux ans. Mais ce
n'est là qu'une solution partielle aux multiples défis environnementaux
qu'affrontent les pays méditerranéens.
Panic
as China's toxic city loses its water
By David Eimer in Beijing
Harbin, the largest city in north-eastern China,
was in chaos last night as its panic-stricken residents attempted to flee
the city after the local government cut off all water supplies and rumours
of an imminent earthquake spread. Flights and trains out of Harbin, which
has a population of more than nine million, were fully booked, while roads
out of the city were jammed.
A discharge of toxic benzene, a solvent and
component of petrol, leaking into the Songhua river, the source of Harbin's
drinking water, forced local authorities to shut off the water supply to
the city at midnight on Tuesday for at least the next four days. Residents
were told to fill all available containers, including bathtubs, basins
and buckets, with water and not to wash until the water supply came back
on, while schools were shut until Monday and 15 hospitals in the city were
put on standby.
"I have filled all the utensils at home: six
basins, two Thermos flasks and an urn," Zhao Yunpeng, a salesman, told
Chinese media. "We have never experienced something like this, so it's
better to be well-prepared and who knows when the supply will be resumed?"
The price of bottled water soared on Monday, as panic buyers stripped supermarkets
and shops of supplies after the news that the water would be shut off.
Having initially claimed that the water was
being cut off for a check of the supply system, Harbin's city government
admitted yesterday that water contamination was behind the supply cut.
China's State Environmental Protection Administration (Sepa) confirmed
that a "major pollution incident" had occurred, following an explosion
on 13 November at a petrochemical plant in Jilin City, 120 miles south
of Harbin. "Pollutants containing benzene have flowed into the Songhua
river and created water pollution," said a Sepa official. A 50-mile stretch
of the Songhua was affected, with the level of nitrobenzene in that part
of the river reported to be 29.1 times the standard level. Dead fish were
found floating near the discharge pipe of the chemical plant, which is
owned and operated by the state-run PetroChina. Local fishermen claimed
their catch had shrunk to nothing since the explosion, which killed five
people and was caused by workers failing to turn off a gas valve.
The delay in informing residents of the danger
to the water supply was causing anger in Harbin yesterday. Some residents
claimed that water supplies in parts of the city had been cut off on Monday
and that bottled water companies in the area had been told to increase
production over the weekend. The authorities were silent over the fate
of other cities along the Songhua which the contaminated water would have
flowed past.
Harbin was in turmoil even before the pollution
scare. Rumours of an earthquake measuring 5 to 6.5 on the Richter scale
had sparked panic over the weekend, leading some people to sleep outside
in tents despite the fact that it is the coldest city in China. Temperatures
were expected to drop to -12C last night. Heilongjiang province, of which
Harbin is the capital, is known for earthquakes. A quake in Daqing, 100
miles north-west of Harbin, in July injured a dozen people.
Northern China has long faced an acute water
shortage, caused by widespread drought, pollution and rapid economic growth.
Some 400 out of 660 Chinese cities suffer water shortages and the situation
in 100 of those, including Beijing, is regarded as severe. A shortage of
sewage treatment plants means the north of the country is reliant on diverting
water from the south.
On Wednesday, Chen Bangzhu, the director of
China's population, resources and environment committee, told a conference
in Nanchang in Jiangxi province that 70 per cent of China's rivers and
lakes were polluted. Mr Chen blamed the situation on the illegal discharge
of waste and the overuse of fertilisers.
Authorities in Harbin said yesterday a decision
on when to resume the water supply would be made after four days. Thousands
of tons of bottled water were being sent into the city. "There is sufficient
water," claimed a government spokesman. "Residents have all stored a lot
and we have been rushing in water from other places. We also have safe
water from underground wells."
The Great Man-Made River Project
Libya consists mostly of desert terrain. The Libyan Sahara desert is one of the last real wildernesses on the planet earth. Only the narrow coastal strip receives sufficient rainfall to make it suitable for agriculture and it is where 90 % of the population resides and where the capital, Tripoli, is situated. Rapid development of coastal areas and increased population have placed a severe strain on the coastal water supply. The existence of vast fossil aquifers in the south and south-east areas of the country has prompted the building of a huge pipeline to convey water to the coastal areas.
Started in 1980 the Great Man-Made River project is the largest engineering
scheme currently being carried out in the world. The Great Man-Made River
Authority (GMRA) was invested with the responsibility of extracting water
from the aquifers in the South and conveying it for use in the Libyan coastal
belt. The 4-meter diameter conduit is about 1.600 km long. This huge
pipeline supplies water to the cities of Tripoli, Benghazi, Sirt and other
settlements. The amount of water transfered daily is 6.5 million m3.
Since 1990, UNESCO has been contributing to the training of engineers and technicians, the setting up of a training center and the establishment of a technical documentation centre.
Alarm in der Arktis
Permafrost-Böden tauen auf
Bis 2100 könnten die Permafrost-Böden in der
Arktis aufgetaut sein.
Die ökologischen und wirtschaftlichen Folgen wären
immens.
Von Michael Odenwald
Die Combo der Satellitenaufnahmen von September (1979, oben) und September
2005 zeigt das Schmelzen der Eisfläche am Nordpol
Die Permafrost-Gebiete im hohen Norden von Alaska, Kanada und Sibirien umfassen ein Viertel der Landfläche der Nordhalbkugel der Erde. Die Böden dort sind in der Regel ganzjährig gefroren, allenfalls die oberste Schicht bis in maximal drei Meter Tiefe kann jeweils im Sommer kurzzeitig auftauen. Bis zur Mitte des Jahrhunderts, so ergab jetzt eine Modellrechnung des US-amerikanischen National Center for Atmospheric Research (NCAR), könnte diese Bodenschicht zur Hälfte getaut sein. Im Jahr 2100 ist sie laut der NCAR-Prognose dann fast vollständig verschwunden.
Highways werden zu Buckelpisten
Dieser Prozess setzte bereits in den vergangenen
Jahren ein, und vielerorts sind die Folgen des großen Tauens schon
heute spürbar. In Alaska etwa verwandelten sich die Highways über
weite Strecken in Buckelpisten. Die Bodenwellen entstehen, wenn Erde mit
einem relativ hohen Eisanteil auftaut. Das Schmelzwasser versickert, so
dass sich im Boden Hohlräume bilden, in die sich der Straßenbelag
absenkt.
Häuser, die auf einem solcherart durchlöcherten
Untergrund stehen, sind vom Einsturz bedroht. Er erzeugt auch „betrunkene
Wälder“: Bäume rutschen in die Erdtaschen, ihre Stämme stehen
dann kreuz und quer durcheinander. Aus Sibirien melden Behörden bereits
wirtschaftliche Einbußen durch beschädigte Fabrikgebäude.
Verstärkter Treibhauseffekt
Neben wirtschaftlichen Verlusten drohen auch gravierende
ökologische Konsequenzen. So speichern die Permafrost-Böden knapp
ein Drittel des weltweit in der Erde enthaltenen Kohlenstoffs. Unter eisfreien
Bedingungen können Bodenbakterien die kohlenstoffhaltige organische
Materie abbauen. Dabei werden größere Mengen der Treibhausgase
Methan und CO2 freigesetzt als global durch die Verbrennung fossiler Treibstoffe
entstehen. "Wenn die Böden in der Weise auftauen, die unser Modell
vorhersagt, beeinflusst dies das Klima enorm“, erklärt der NCAR-Klimaforscher
David Lawrence. Es entsteht eine „positive Rückkopplung“, die den
Treibhauseffekt weiter verstärkt.
Süßwasser fließt in die Ozeane
Durch die tauenden Böden fließt auch
vermehrt Süßwasser in die Ozeane. Seit den 30er-Jahren des vergangenen
Jahrhunderts verstärkten sich die Schmelzwasserströme bereits
um sieben Prozent. Bis 2100 könnten sie durch den zunehmenden Treibhauseffekt
laut der NCAR-Studie um weitere 28 Prozent zunehmen. Dies trägt nicht
nur zum Anstieg des Meeresspiegels bei, der zahlreiche Küstenregionen
gefährdet, sondern könnte auch die ozeanischen Strömungssysteme
stören. Der vom Golfstrom abzweigende Nordatlantikstrom etwa, der
warmes Wasser aus dem tropischen Atlantik bis in hohe nördliche Breiten
transportiert, wird von so genannten Tiefenwasserpumpen angetrieben.
Ein Teil des warmen Wassers verdampft auf dem Weg
nach Norden, und in den Polarmeeren angekommen, kühlt es beträchtlich
ab. Infolgedessen steigt sein Salzgehalt, und es wird dichter als die umgebenden
Wassermassen. Deshalb sinkt es in bestimmten Gebieten in die Tiefe und
fließt am Meeresboden als kalte Strömung zurück nach Süden.
Meeresströmung schwächt sich ab
Der Zufluss großer Süßwassermengen
verdünnt indes das dichte Wasser, so dass es nicht mehr absinken kann.
Die Tiefenwasserpumpen kommen zum Erliegen – die Meeresströmung schwächt
sich ab oder versiegt ganz, und damit der Transport von Wärme in den
Norden, wo sich das Klima entsprechend abkühlt.
Schließlich verändert sich auf den tauenden
Böden auch der Pflanzenbewuchs. Als Folge fehlt vielen Tieren des
Nordens die Nahrungsgrundlage, so dass sie abwandern müssen. Betroffen
wären vor allem Arten wie Karibus oder Rentiere, deren Wanderungszüge
sich stark ändern würden. Andere Arten aber, die keine Ausweichmöglichkeit
finden, sterben aus. Die Permafrost-Böden blieben seit Ende der letzten
Eiszeit vor 10 000 Jahren unverändert gefroren.
Diskussion am Open Forum Davos
Armut, Trinkwasser und Privatwirtschaft
Eine der öffentlichen Begleitveranstaltungen zum WEF in Davos galt der krass mangelhaften Trinkwasserversorgung in armen Ländern. Die Privatisierungsfrage wurde teilweise relativiert.C. W. Der Zugang zu sauberem Wasser auch in trockenen Regionen und für arme Bevölkerungskreise ist gewiss eines der existenziellen globalen Probleme. Ein Zusammenhang mit der Globalisierung oder speziell der weltweiten Tendenz zur Liberalisierung entsteht, wenn internationale Unternehmen öffentliche Funktionen, zum Beispiel die ganze Bewirtschaftung von Netzen, erfüllen. Wird ein «öffentliches Gut» dadurch für die Bevölkerung besser oder schlechter verfügbar?
Keine Lösung ohne fähigen Staat
Der Streitpunkt kam auch an einer Veranstaltung
des Open Forum Davos zur Sprache. Christoph Stückelberger, Sozialethiker
und früherer Zentralsekretär von «Brot für alle»,
bezeichnete die öffentlich-privaten Partnerschaften als grösstenteils
gescheitert. Viele Investoren hätten ihre Zusagen, etwa in Bezug auf
die Versorgung peripherer Zonen, nicht eingehalten. Die Gegenposition vertrat
Nancy Birdsall, Leiterin des Center of global development, eines amerikanischen
Think- Tank. Öffentliche Wasserwerke in Entwicklungsländern könnten
bedeuten, dass Reiche gratis Wasser erhielten, Arme sich aber mangels Anschluss
teuer an Tankwagen eindecken müssten. Privatisierungen hätten
hingegen bewirkt, dass die Versorgung überhaupt funktioniere, und
für Arme seien Subventionen möglich.
Gerade Ulrike Ebert, die Thames Water, die
betreffende Sparte des RWE-Konzerns, vertrat, äusserte sich nüchterner.
Jeder Vertrag sei für sich zu beurteilen. Generell habe man gelernt,
dass ein privatwirtschaftliches Engagement einen regulatorischen Rahmen
brauche und entsprechende Kapazitäten bei der öffentlichen Hand
voraussetze. Daher expandiere der Privatsektor bei der Wasserversorgung
im Süden gegenwärtig nicht weiter. Damit ist allerdings noch
nicht gesagt, wie das Grundproblem zu lösen wäre.
Schwieriger Dialog
Der Nestlé-Konzern ist in diesem Infrastrukturbereich
nicht tätig. Ein Rechtsstreit um eine von Nestlé genutzte Quelle
in Brasilien, an dem ein ursprünglich als Podiumsteilnehmer vorgesehener
Kirchenvertreter beteiligt ist, war indessen für Stückelberger
Anlass, das Unternehmen zu einer mehr auf Dialog statt auf Macht bauenden
Auseinandersetzung mit der jeweiligen Zivilgesellschaft aufzufordern. Präsident
und CEO Peter Brabeck verwies etwas gereizt darauf, dass er nun zum vierten
Mal am Open Forum teilnehme und Nestlé auch schon mit dem Hilfswerk
Oxfam zusammengearbeitet habe. Birdsall fand die Kritik gar deprimierend.
Auch dank einer thematisch unklaren Moderation
konnte Brabeck einzelnen Fragen mühelos ausweichen, indem er das Wassergeschäft
seines Unternehmens in Relation zum Gesamtverbrauch, einschliesslich Landwirtschaft,
setzte und quantitativ bagatellisierte. Auch wenn die Verantwortung von
Unternehmen begrenzt ist, kann die Frage aufkommen, ob Flaschenwasser ein
guter Weg sein könne, ein «Menschenrecht» (Brabeck) zu
erfüllen.
Aus verschiedenen Gründen hatten drei
Referenten kurzfristig einspringen müssen, so auch Firmino Mucavele,
CEO der Neuen Partnerschaft für Afrikas Entwicklung (Nepad), der für
ein Gleichgewicht von Wirtschaft und Sozialrechten plädierte. Andere
Podien des Open Forum mögen besser geglückt sein. Hier hatte
man den Eindruck, eine prominente Besetzung gewährleiste noch keine
prominent gute Diskussion.
«Erfolgreiche Kontroverse»
Das World Economic Forum und der Schweizerische
Evangelische Kirchenbund - gemeinsam für das Open Forum verantwortlich
- bilanzieren in einem Communiqué, an acht Veranstaltungen mit insgesamt
2400 Zuhörern habe ein «erfolgreicher kontroverser Dialog»
stattgefunden. WEF-Teilnehmer seien in Kontakt mit der Bevölkerung
gebracht worden, die sich an den Debatten beteiligen konnte. Ob dafür
die Kirche weiterhin notwendig ist? Der Entscheid für die Fortsetzung
im Jahr 2007 ist bereits gefallen.
Reservoir Dam Bursts in Hawaii; One Is Killed and 7
Are Missing
By JANIS L. MAGIN
HONOLULU, March 14 — One person was killed and as many as seven were missing on Tuesday morning after an earthen dam burst on the North Shore of Kauai, sending a wall of water from the mountains toward the ocean, ripping up a highway and lifting several houses off their foundations.
State Representative Hermina M. Morita said the body of a man was found after the dam, which held back the Kaloko Reservoir, burst in the early morning.
Ms. Morita, a Democrat whose district includes the dam, near Kilauea, said the victims were asleep in their homes when the dam burst. It was about 40 feet high and 800 feet along and captured runoff from several small streams.
The water raced down a stream, ripping up asphalt and closing Kuhio Highway. "It took two houses completely off their foundations, leaving just the concrete slabs," said Dave Curtis, a spokesman for the Hawaii Department of Civil Defense.
Kuhio Highway, the only road to two North Shore communities, Princeville and Hanalei, will remain closed until state transportation officials can inspect the stability of a second dam downstream from the reservoir.
Ray Lovell, a spokesman for the State Department of Civil Defense, said: "It's a small island, and this is a pretty big disaster."
The Coast Guard used a C-130 plane and two H-65 helicopters to search about 9,200 square miles of coastline and ocean for the missing people, said Chief Petty Officer Marsha Delaney.
Kauai and the other Hawaiian Islands to the south have had heavy rain and flooding for several weeks.
«La neige ne suffira pas»
PÉNURIE D'EAU Le manque d'eau en Suisse est toujours d'actualité.
Pour Walter Wildi,
professeur de géologie environnementale, les dernières
giboulées n'y changeront pas grand-chose
SÉBASTIEN JOST
Elle ne ferait certainement pas plaisir à
tout le monde, mais elle serait la bienvenue. Eh oui, la pluie se fait
attendre. Et la sécheresse persiste. Ce ne sont pas les flocons
tombés et à venir qui risquent d'y changer grand-chose. «Les
chutes de neige ne suffiront pas à compenser le manque d'eau, assure
Walter Wildi, professeur de géologie environnementale et directeur
de l'Institut Forel de l'Université de Genève. En tout cas
sur le Plateau.» Car même s'il en est descendu pas mal la semaine
dernière et qu'il y en aura encore, la neige n'est pas tombée
en quantité suffisante pour remédier à ce problème.
L'Office fédéral de l'environnement
(OFEV) juge actuellement le niveau d'eau anormalement bas dans le lac de
Constance, dans le Rhin en aval de ce lac jusqu'au confluent de la Thur
et au Tessin. Quant au niveau des eaux souterraines, il est qualifié
de spécialement bas cette année en raison du manque de pluies
des derniers mois. L'OFEV explique qu'il faudrait un temps humide durant
des jours, voire des semaines, en cette fin d'hiver, pour remplir les réserves
d'eaux souterraines. «Les dernières grosses précipitations
remontent à août dernier», rappelle Walter Wildi, qui
précise: «La neige fraîche est composée de 10%
d'eau et de 90% d'air.» En clair, s'il tombe 10 cm de poudreuse,
cela ne correspond qu'à 1 cm de pluie.
Un autre phénomène limite l'efficacité
de la neige pour remplir les nappes phréatiques, qui fournissent
80% de l'eau consommée en Suisse: l'évaporation. «Lorsque
le temps se réchauffe, une partie de la neige fond et va dans le
sol, mais une autre passe directement de l'état solide à
la vapeur d'eau. Dans des quantités qui peuvent être assez
importantes.»
Walter Wildi insiste donc sur un usage raisonnable
de la précieuse ressource. «La consommation d'eau moyenne
d'un Suisse, 162 litres, est élevée», affirme l'expert.
Exemple à suivre pour éviter le gaspillage: fermer le robinet
quand on se lave les dents ou installer des chasses d'eau économiques.
«Trente pour cent de l'eau que nous utilisons finit dans les toilettes.
Ça fait beaucoup pour quelques décilitres d'urine.»
© Le Matin Online
Death of the world's rivers
Disaster warning from UN as investigation reveals half of the planet's
500 biggest rivers are seriously depleted or polluted
By Geoffrey Lean, Environment Editor
The world's great rivers are drying up at an alarming
rate, with devastating consequences for humanity, animals and the future
of the planet. The Independent on Sunday can today reveal that more than
half the world's 500 mightiest rivers have been seriously depleted. Some
have been reduced to a trickle in what the United Nations will this week
warn is a "disaster in the making".
From the Nile to China's Yellow River, some of the
world's great water systems are now under such pressure that they often
fail to deposit their water in the ocean or are interrupted in the course
to the sea, with grave consequences for the planet. Adding to the disaster,
all of the 20 longer rivers are being disrupted by big dams. One-fifth
of all freshwater fish species either face extinction or are already extinct.
The Nile and Pakistan's Indus are greatly reduced
by the time they reach the sea. Some, such as the Colorado and China's
Yellow River, now rarely reach the ocean at all. Others, such as the Jordan
and the Rio Grande on the US-Mexico border, are dry for much of their length.
Even in Britain, a quarter of the country's 160
chalk rivers and steams - such as the Kennet in Wiltshire, the Darent in
Kent, and the Wylye in Wiltshire - are running out of water because too
much is being abstracted for homes, industry and agriculture.
This week an influential UN report will officially
warn the world's governments of an "alarming deterioration" in the planet's
rivers, lakes and other freshwater systems. Klaus Toepfer, the executive
director of the United Nations Environment Programme, told the IoS yesterday
that the state of the world's rivers is "a disaster in the making".
The UN's triennial World Water Development Report,
compiled for an international conference in Mexico City which opens on
Thursday, warns that "we have hugely changed the natural order of rivers
worldwide", mainly through giant dams and global warming. Some 45,000 big
dams now block the world's rivers, trapping 15 per cent of all the water
that used to flow from the land to the sea. Reservoirs now cover almost
1 per cent of land surface. The UN report says that demand for them "will
continue to increase", but recommends that they should be barred from the
world's remaining, undammed "free-flowing" rivers.
The United States has dismantled 465 dams in recent
years, mainly for environmental reasons. But last week, in an abrupt U-turn,
it signalled that it was about to embark on its biggest dam-building campaign
in decades, when the Washington State legislature passed a bill to allow
the federal government to build a series of dams on the Columbia, the West's
largest river.
Global warming is endangering even the rivers that
have largely escaped damming. The relatively untamed Amazon was hit by
its most serious drought on record last autumn. And salmon are dying in
Alaska's Yukon River - the world's longest undammed watercourse - because
its waters are getting too hot. On Tuesday an international day of action
will see demonstrations across the globe to draw attention to rivers' plight.
We have used our engineering skills to harness
the Earth's water systems.
Now we are paying the price.
Rivers: a drying shame
By Geoffrey Lean
The delta of the great Colorado River - where
once it swept into the Gulf of California - used to be the most wonder-filled
wetland in the whole North American continent.
Some 400 species of plants and animals - including
jaguars, beaver and the world's smallest dolphin- thronged its 3,000 square
miles of wetlands, lagoons and tidal pools. The local people made a good
living fishing its teeming waters. Now it has become a forbidding desert
of salt flats and giant heaps of dead clamshells. The fishing boats have
been long since beached; the destitute people have to seek what work they
can in wheat fields and tortilla factories far away.
The reason for the transformation is not hard
to find. Not a drop of the mighty river which once carved the Grand Canyon
now flows through the delta to the sea. It has all been used upstream -
to slake the thirst of cities such as Tucson, Arizona, feed fountains in
Las Vegas, green golf courses and irrigate farmland. Such water as remains
in the delta has flowed in from the sea.
It is much the same story in that other great
river of the American south-west, the Rio Grande. This does not merely
fail to reach the sea: it disappears for much of its length. The atlases
tell us it is one of the 20 longest rivers in the world, but in reality
it stops some 800 miles inland at El Paso, Texas, which takes all its water.
For the next 200 miles or so there is just a dribble of sewage in its old
river bed, and even this often dries up in summer. Local people call it
"the forgotten river". The dry channel does not come alive again until
a relatively healthy tributary, the River Conchos, joins it from Mexico.
For the rest of its
length, as it forms the boundary between the two nations, it should,
in justice, be called the Conchos, not the Rio Grande. But even this is
quickly used up, mainly to irrigate farmland, and often fails to make it
through to the Gulf of Mexico.
It is much the same story right across the
world. China's Yellow River, the fifth longest in the world is in trouble
at both ends. Its source in the Tibetan plateau is drying up - and for
most of the past 35 years it has failed to reach the sea all year round.
Similarly, despite the words of the spiritual,
the River Jordan is far from "deep and wide". In practice it ends at the
Sea of Galilee, where Israeli engineers have blocked the outflow and piped
the water to irrigate fields and supply Jerusalem and Tel Aviv.
Such water as flows down the Jordan valley
again comes from a tributary, the River Yarmuk. But it cannot really do
the job. In biblical times the valley carried a billion cubic metres of
water every year; now it has to make do with less than a tenth of that.
The ugly truth is that the river - sacred to Christians, Jews and Muslims
- is now mainly made up of diluted sewage.
It is the same for river after famous river.
The lower reaches of the Nile used to carry 32 billion cubic metres of
water a year; now they are down to two billion. The Indus in Pakistan -
"Asia's Nile" - similarly has lost 90 per cent of its water in the last
60 years. Australia's Murray River fails to reach the sea every other year.
Even in Europe, Germany's River Elbe has run
so dry that it frequently becomes impassable to barge traffic for months
at a time - and three years ago river traffic almost completely stopped
on the Rhine. In Britain the Environment Agency regularly sounds the alarm
about our chalk rivers and streams - which gave birth to the sport of fly-fishing.
Dozens of them dry up every summer, and 40 of the 160 in the country are
officially under threat.
The writer Fred Pearce, who has published
a groundbreaking book on the crisis of the world's rivers, says: "The maps
in an atlas no longer accord with reality. The old geography lessons about
how rivers emerged from mountains, gathered water from tributaries and
finally disgorged their bloated flows into the oceans are now fiction."
The UN-backed World Commission on Water for
the 21st Century reported: "More than one half of the world's major rivers
are being seriously depleted and polluted".
There are two main culprits; abstraction of water for rivers
- usually after damming them - and global warming. The world has, on average,
built two giant dams a day, every day, for the past 50 years. Now 45,000
of them span the world's rivers. Every one of the world's 20 longest rivers
is encumbered by them.
In many ways it all began on the Colorado,
70 years ago, with the Hoover Dam, the great symbol of Franklin Roosevelt's
New Deal. Today, the dams intercept more than a third of the world's freshwater
as it flows towards the sea and at any one time are holding back 15 per
cent of it.
The UN's triennial World Water Development
Report, published for a international conference in Mexico City this week,
cautions that damming has "hugely changed the natural order of rivers worldwide."
It goes on: "Humanity has embarked on a huge ecological engineering project
with little or no preconception - or indeed full present knowledge - of
the consequences. We have sought to redesign and impose a new order on
natural planetary systems, built over aeons of time."
Dams waste massive amounts of water. In hot,
dry regions, they lose about 10 per cent of their reservoirs to evaporation
every year: much more is lost in irrigation. Global warming is making things
even worse. The source of the Yellow River is drying out as glaciers retreat.
And a great drought in the southwestern United States - so intense that
even cacti are wilting - is exacerbating the crisis of the Colorado and
the Rio Grande.
It is even endangering relatively healthy
rivers. The Amazon, relatively unencumbered by great dams, was hit by the
worst drought on record last year: water levels fell by 10 metres and boats
were stranded. And salmon are endangered in Alaska's Yukon River because
its waters are too warm.
This will only get worse as the world goes
on heating up, making the desert delta of the Colorado just a foretaste
of the rivers of the future.
RIVER REPORT
Amazon
Length: 4,000 miles
Famous as: Source of some of world's richest habitats
Problems: Depleted by a record drought last year. Widespread
deforestation
Verdict: Largely undammed and rescuable
Yellow River
Length: 2,900 miles
Famous as: Carries most silt
Problems: Source is drying out and river now usually fails to
reach the sea
Verdict: Attempts at rescue. Task immense
Jordan
Length: 104 miles
Famous as: Holy river
Problems: Effectively ends below the Sea of Galilee. Site where
Jesus was baptised now a pool of sewage
Verdict: Hardly exists, damage seems terminal
Rio Grande
Length: 1,900 miles
Famous as: Border river
Problems: Now two rivers, split by 250-mile dry section
Verdict: Over-exploited
Border Fight Focuses on Water, Not Immigration
By RANDAL C. ARCHIBOLD
CALEXICO, Calif. — For more than 100 years, as their names imply, Calexico and its much larger sister city, Mexicali, south of the border, have embraced each other with a bonhomie born of mutual need and satisfaction in the infernal desert.
The pedestrian gate into Mexico clangs ceaselessly as Mexicans lug back bulging bags from Wal-Mart and 99 Cent Stores in Calexico. The line into the United States slogs along, steady but slower, through an air-conditioned foyer as men and women trudge off to work and, during the school year, children wear the universal face that greets the coming day.
Now, the ties that bind Calexico and Mexicali are being tested as a 20-year dispute over the rights to water leaking into Mexico from a canal on the American side is reaching a peak. Though the raging debate over illegal immigration in the United States has not upset border relations here, some say the fight over water could affect the number of Mexicans who try to cross here illegally.
To slake the ever-growing thirst of San Diego, 100 miles to the west, the United States has a plan to replace a 23-mile segment of the earthen All-American Canal, which the federal government owns and the Colorado River feeds, with a concrete-lined parallel trough.
The $225 million project would send more water to San Diego, by cutting off billions of leaked gallons — enough for 112,000 households a year — that have helped irrigate Mexican farms since the 1940's.
But Mexican farmers and their advocates say the lined canal would effectively turn off the spigot for 25,000 people, including 400 farmers whose wells rely on the seepage that has helped turn the powdery fields east of Mexicali, an industrial city, into one of the biggest Mexican producers of onions, alfalfa, asparagus, squash and other crops.
The farmers and their families ask what will they do if they cannot till the fields and answer that they will cross the border, illegally if they have to, in droves.
"They can't build a fence high enough to stop us," said Gerónimo Hernández, a Mexicali farmer whose family has worked the fields for generations.
Juan Ignácio Guajardo, a lawyer in Mexicali who is helping a civic group there and two environmental groups in Southern California fight the canal, said, "You can't have it both ways," adding, "You can't take our water away and then say, 'We don't want immigration, either.' "
The dispute over the project was among the topics President Bush and President Vicente Fox of Mexico discussed in an April meeting in Mexico.
[A federal judge ruled against environmental groups in the United States and a Mexicali civic association in a lawsuit against the project, dismissing some claims on June 26 on technicalities and deciding on July 3 that many of the predicted effects on Mexico were "highly speculative" and that the federal environmental law at issue did not apply beyond the border. The groups said they were preparing an appeal. In addition, a separate lawsuit is pending in state court.]
On the American side, managers of the Imperial Irrigation District, which controls the canal and a vast water system that has turned swaths of the California desert in the Imperial and Coachella Valleys into some of the most fertile farmland anywhere, defend the plan.
They say the 1944 international treaty on the distribution of water from the Colorado River, which feeds the canal, does not prohibit the concrete lining. New agreements among the states and water utilities along the Colorado have imposed limits on how much water can be tapped from the river, making every drop count that much more.
"There is more need than water available," said the general manager of the irrigation district, Charles Hosken. "When you find a point to access water, I think it is our duty to go after it."
Mr. Hosken acknowledged that the project, which has been mired in legal challenges and planning since the 1980's, "will have impact" on Mexico, but said, "The fact is, the water belongs to the United States, and we have never been compensated for it."
He said he was particularly angry at opponents of the project who invoke the immigration debate, which while discussed here, has not set off the fiery passions found elsewhere.
The notion that cutting off the leakage would drive up illegal immigration, he said, was "quite a stretch" and a "scare tactic" intended to take advantage of the charged atmosphere surrounding the debate.
But opponents said the project was moving forward without enough consideration of its potential effects.
The federal lawsuit contended that a study in 1994 of the project's environmental consequences was outdated and should be revised to take into account changes of the last 12 years.
The groups argued in the suit that the original study did not fully take into account a projected increase in air pollution if the fields were returned to dust or the deterioration of Mexican wetlands if the leaking water were to dry up and remove the habitat of endangered birds and lizards.
In the state lawsuit, filed in April, another environmental group contends that the concrete lining and the shape of the new canal would produce swifter currents that would endanger people and animals. That group says it plans to seek a temporary restraining order against the project.
California has agreed to pay for 60 percent of the project, with the San Diego County Water Authority financing the rest. Malissa Hathaway McKeith, president of Citizens United for Resources and the Environment, a group in the federal lawsuit, said Gov. Arnold Schwarzenegger could halt the project by withholding the state money until the environmental effects were studied more closely.
A spokeswoman for Mr. Schwarzenegger, Margita Thompson, said such a move was far from likely because the governor thought that the water recovered from the lining would lessen the need to tap the Colorado.
"This will help provide long-term stability in water management," Ms. Thompson said.
The dispute has touched a nerve in Calexico, which, with a population of 33,000, mostly Spanish speakers of Mexican descent, functions as a virtual suburb of Mexicali, which has nearly one million residents.
The mayor and Council of Calexico have sided with the Mexicali farmers, taking pains to make clear that Mexicans are welcome here in part because they fear that economic distress in the region could damage their economy, which is buoyed by Mexican wallets.
"If we didn't have Mexico," said Mayor Alex Perrone, who like many other city residents was born in Mexicali and reared in Calexico, "we could not survive."
So intertwined are the towns that Calexico fire trucks race across the border for emergencies. Mexicali children fill private schools in Calexico. Special border-crossing cards known as laser visas make it easy for many Mexicans to go back and forth, though some sneak in, too, hiding in cars or scaling the steel-plate fence.
Ire against the new canal has grown in Mexicali, where bumper stickers opposing it are turning up.
"How can they take away the farmers' water after all these years?" asked Juan Rodolfo Rodríguez, a Mexicali shopkeeper who was buying a caffè latte at the Starbucks shop here. "Americans always want more, but we are used to this."
Farmers like the Hernández family fear they would not have the resources to find alternate water sources, like digging deeper wells to tap an underground aquifer.
"It would be costly to maintain," said Luis Hernández, Gerónimo Hernández's brother. "And who knows if it would give us the same amount of water?"
WARFARE IN THE MIDDLE EAST
Old Feud Over Lebanese River Takes New Turn
Israel's airstrikes on canals renew enduring suspicions that it covets
water from the Litani.
The Jewish state denies having any such designs.
By Kim Murphy, Times Staff Writer
QASMIYA, Lebanon — Israeli bombing has knocked out irrigation canals supplying Litani River water to more than 10,000 acres of farmland and 23 villages in southern Lebanon and the Bekaa Valley, prompting accusations here that Israel is using its war against Hezbollah to lay claim to Lebanon's prime watersheds.
Heavy fighting and a series of targeted strikes on open water channels and underground water diversion pipes have suspended much of Lebanon's agricultural use of the Litani River along the coastal plain and in parts of the Bekaa Valley near Qaraoun Dam, said water engineers who have surveyed the south.
ADVERTISEMENT
The damaged or broken facilities include a pumping station on
the Wazzani River, whose inauguration by Lebanon in 2002 prompted Israel
to threaten military action because it diverted water a few hundred yards
from the Israeli border, in a watershed that feeds the Jordan River, Lebanese
officials said. At the time, Hezbollah promised to defend the facility.
The strikes went largely unnoticed by the outside world in the nearly monthlong air assault targeting Hezbollah guerrilla strongholds in southern Lebanon. But Lebanese point to the extensive damage to their irrigation and drinking water system as evidence that border security and water issues remain intertwined in a region short on both.
"Whenever Israel throughout history has thought of its northern border, they don't talk, for example, of the mountains as a border. They always think of the valley of the Litani," said Mohammed Shaya, dean of the college of social sciences at Lebanese University in Beirut.
Israel has said repeatedly that it has no designs on Lebanon's water.
"There's a policy decision at the highest level not to target those water pumping stations," said Mark Regev, a spokesman for the Israeli Foreign Ministry. "We don't claim an inch of Lebanese sovereign territory. We don't claim a gallon of Lebanese water. We have no hostile intentions whatever towards Lebanon as a country, towards the Lebanese people or towards Lebanese natural resources."
But the enduring suspicion in Lebanon that Israel regards the water of the Litani as its own and the lands to its south as a security perimeter help explain Beirut's reluctance to accept any U.N. cease-fire resolution that does not call for an immediate Israeli withdrawal from the region.
At a minimum, Lebanese officials fear that the repeated attacks on water facilities — as well as bridges, highways, power plants and roads — signal an intention to debilitate Hezbollah-dominated southern Lebanon and enable a long-term Israeli presence there.
"They started [bombing] with the Litani water reservoir, the Litani dam. And we all know that the Litani has a special place in this country," said Fadl Shalaq, president of the Lebanese Council for Reconstruction and Development. "It's a big reservoir of water, and the Israelis don't hide it that there are several parts of the Litani that they would like to take for themselves."
Officials in southern Lebanon said the attacks hit not only bridges, but open water canals, crippling irrigation to thousands of acres here in the Tyre region and in the Bekaa Valley.
During fighting near the Wazzani springs, a guard at the pumping station was killed, the pump was knocked out of service and the underground pipes through which water is transported were heavily damaged, said Hussein Ramal, an engineer for the Litani Water Authority, which operates irrigation systems in the region. "Now every one of these villages is without water."
The Litani flows 102 miles, entirely within Lebanon. It courses south through eastern Lebanon's Bekaa Valley, before turning sharply westward just 2 1/2 miles from the Israeli border, then heading through the coastal plain, past the town of Qasmiya to the Mediterranean, north of Tyre.
Zionist leader Chaim Weizmann, who would become the first president of Israel, in 1919 included the Litani valley among the "minimum requirements essential to the realization of the Jewish National Home." David Ben-Gurion, Israel's first prime minister, proposed including the Litani again in the 1940s on the eve of the creation of the Jewish state. In the 1950s, historical records show, Moshe Dayan, then chief of staff of the Israel Defense Forces, and others favored occupying and ultimately annexing southern Lebanon up to the Litani River.
Occupation of the West Bank and Golan Heights, though motivated by security concerns, has provided Israel with an important source of water. Experts note that the small slice of land known as the Shebaa Farms, one of the issues in the current conflict, is graced with abundant groundwater flowing from the slopes of Mt. Hermon.
Israel also sees Shebaa Farms as a strategic asset because of its proximity to the Israeli, Syrian and Lebanese borders.
Israel has always argued that much of the Litani's water flows to the sea, wasted.
A large portion of the river's flow is diverted to a series of hydropower dams, leaving relatively little for irrigation in southern Lebanon. But the Lebanese government had planned to offer a $200-million contract this summer to irrigate major new sections of the region.
Both states would benefit if Israel sold Lebanon power and Lebanon sold Israel water, said Haim Gvirtzman, hydrology professor at Hebrew University.
"Should there be peace between Israel and Lebanon, then it will be possible to use the Litani's water as a trigger for a fruitful cooperation between the two countries," Gvirtzman said.
But the Lebanese fear that a prolonged Israeli occupation would give the Jewish state ample time to develop its own international "projects" for sharing the Litani's water.
"In this war, the whole symbol of water has come back with the insurgency now. Because Israel's declared war is to push out the Katyushas" — the rockets being fired by Hezbollah militants — "but the long-range aim, I believe, is to again enter the water issue and push it on the Lebanese," said Mahmoud Haidar, head of the Delta Center for Research and the Press in Beirut.
ADVERTISEMENT
"If Israel is the winner in this war, in any settlement," he
said, "water will become an issue. It will become part of the Israeli demands."
A report on Debka File, a website often described as reflecting the thinking of Israeli intelligence, described "Israel's recovery of control over its main sources of water" at Wazzani as "the most important gain from the crisis" in Lebanon.
"Israel will not cede this asset in a hurry," the website predicted. "Worth citing in this regard is Defense Minister Amir Peretz's statement after U.S. Secretary of State Condoleezza Rice left the Middle East, that Israel would retain control of a security belt in southern Lebanon until a multinational force takes over."
Israeli officials say any damage to water facilities is collateral to strikes on bridges and roads used by Hezbollah to transport weapons.
"The whole idea that we are trying somehow — and this is going back to conspiracy theories — that we are trying to steal Litani water is ridiculous," said Regev, the Foreign Ministry spokesman.
Here on the Litani, in the empty banana fields and citrus groves that stretch for miles, there is a sense among residents that the battle already has been lost.
The airstrikes on the main irrigation canal, the trunk of a system that waters 9,800 acres, has doomed this year's banana crop. No one knows when the canal system might be repaired. The farmers have fled, and the banana plants stand drying under the hot summer sun.
"All the farmers depend on this water. It's drying up. There's nothing left here. It's collapsing," said Mohammed Saghir, a Qasmiya shop owner who stayed behind because he had nowhere to run. "In 1948, the British hit the irrigation canal, and now the Israelis want to hit it. They know all our families depend on this water," he said.
Special correspondent Vita Bekker in Tel Aviv and Times staff writer Henry Chu in Jerusalem contributed to this report.
Les pesticides sont largement présents
dans les rivières et les nappes d'eau
Gaëlle Dupont
Le bilan de la qualité de l'eau publié jeudi 17 août par l'Institut français de l'environnement (IFEN) ne fait apparaître aucune amélioration. Les eaux brutes superficielles et souterraines restent largement contaminées par les pesticides, utilisés principalement pour améliorer les rendements agricoles.
En 2004, sur les 607 points de mesure de la qualité des rivières, la présence de pesticides a été relevée dans 96 % des cas. La qualité de l'eau est jugée "moyenne à mauvaise" dans 49 % des cas, ce qui signifie que la vie des organismes aquatiques et la production d'eau potable sans traitement spécifique sont compromis. Pour les eaux souterraines, dont le renouvellement peut prendre des centaines d'années, des concentrations de pesticides sont relevées dans 61 % des échantillons. Dans 27 % des cas, la qualité est médiocre ou mauvaise.
Le nombre de molécules chimiques repérées augmente : dans les eaux superficielles, 229 substances différentes ont été quantifiées au moins une fois en 2004, contre 201 en 2002. Dans les nappes, 166 substances ont été quantifiées en 2004, contre 123 en 2002. Les substances les plus souvent décelées sont le glyphosate et l'atrazine, qui persiste dans l'environnement malgré son interdiction en 2001.
L'IFEN reste toutefois très prudent sur l'interprétation de cette évolution. "Nous cherchons plus de molécules, dans davantage d'endroits, et nos capacités d'analyse s'améliorent dans certains cas", explique François Moreau, chef du département de la connaissance environnementale à l'IFEN. Les chercheurs espèrent à l'avenir pouvoir gommer ces biais, mais c'est un travail "très lourd", commente M. Moreau.
Ces chiffres renforcent l'hypothèse selon laquelle l'évolution des tonnages de produits pesticides vendus n'est pas un indicateur significatif. Après avoir connu un pic en 1999, ces quantités ont baissé pendant plusieurs années, avant de remonter en 2005. Cependant, "les différentes substances présentent des niveaux de danger très hétérogènes et les substances nouvelles sont en général plus toxiques à faibles doses", notent les auteurs du rapport.
La France est le troisième consommateur au monde d'insecticides, d'herbicides et de fongicides.
Tummelplatz für Krankheitskeime
Schlechte Trinkwasserqualität bedroht in vielen Ländern die
menschliche Gesundheit -
Geologen setzen jetzt auf Minerale als Filter.
von Axel Bojanowski
Auch wenn die Jahrhundertflut für ungewohnte hygienische Mängel gesorgt hat - in Deutschland ist die Qualität von Trinkwasser in der Regel kein Thema. Selten belasten lecke Abwasserleitungen und Kläranlagen das hiesige Nass. In anderen Ländern stellt die Verseuchung der lebenswichtigen Ressource durch Viren und Bakterien jedoch ein großes Problem dar - insbesondere dort, wo das Grundwasser knapp ist. Viele Entwicklungsländer, aber auch Teile der USA beziehen ihr Trinkwasser aus belasteten Flüssen oder Seen und bereiten es, wenn überhaupt, mit Chlor oder UV-Strahlung auf. Dabei werden jedoch nicht immer alle Keime abgetötet.
Bei der Suche nach neuen Möglichkeiten zur Abwasserreinigung haben Geologen jetzt künstlich beschichtete Minerale entwickelt, die das Trinkwasser kostengünstig vor einer Verseuchung schützen könnten. Die Forschergruppe um den Geologen Dirk Schulze-Makuch von der Universität Texas in El Paso griff dabei auf die speziellen Eigenschaften von Zeolithen zurück. Diese Minerale "brodeln", sobald sie erhitzt werden, weil sie von zahlreichen wassergefüllten Kanälen durchzogen und mithin durchlässig sind. Wie die Forscher im geologischen Fachmagazin "EOS" schreiben, könnten Zeolithe als Filter dienen, durch die auf Grund der großen Porosität große Mengen Flüssigkeit strömen. Die Minerale halten Partikel durch elektromagnetische Wechselwirkungen zurück - Teilchen mit einer gegensätzlichen Ladung zur Mineraloberfläche werden angezogen und bleiben haften.
Natürliche Zeolithe haben eine überwiegend negativ geladene Oberfläche und stoßen Viren und Bakterien ab, die gewöhnlich ebenfalls negativ geladen sind. Die Forscher behandelten die Minerale deshalb mit einer chemischen Substanz, die normalerweise antibakterieller Bestandteil von Mundwassern ist. Die Moleküle der Lösung sind auf zwei Seiten positiv geladen, verbinden sich mit der Zeolithen-Oberfläche und geben der Gesamtverbindung eine positive Ladung, die künstlich erzeugten Zeolithe ziehen Viren und Bakterien deshalb an.
Ideale Reinigung
Sowohl in Labor- als auch in Feldexperimenten spülten die Geologen
verkeimtes Wasser durch die neuartigen Minerale; 99 Prozent der enthaltenen
Bakterien und Viren blieben an den Zeolithen hängen. Nach Meinung
der Forscher bieten sich die Minerale damit als ideale Füllung anstelle
von Kies für Trinkwasserbrunnen an. Für die größte
Effektivität soll die Pumprate im Brunnen so eingestellt sein, dass
das Wasser zehn Sekunden Kontakt mit dem Zeolith hat.
Um diese Technik anwenden zu können, ist eine entsprechende Infrastruktur notwendig, nämlich überhaupt Brunnen mit Pumpen für die Wasserversorgung zu haben. In vielen Entwicklungsländern ist sie jedoch gar nicht vorhanden.
Grosse und kleine Geschäfte
Forscher tüfteln an neuen Systemen, um Abwasser in heimischen
Kreisläufen zu recyceln. Nach
Meinung von Experten steckt in der Abwassertrennung eine Zukunftsindustrie.
Nicola Kuhrt
Ein Tastendruck genügt. Mit einem Schwall
spült die Toilette die menschliche Hinterlassenschaft aus der Kloschüssel.
Eine unglaubliche Verschwendung. In der Kanalisation verschwinden nicht
nur sechs Liter Trinkwasser, für immer verloren ist auch ein wertvoller
Rohstoff: Urin. Er enthält viel Phosphor - ein für
Lebewesen unverzichtbarer Zellbaustoff und ausserdem der wichtigste Pflanzendünger.
Die wenigen Phosphor-Abbaustätten in
den USA und Afrika sind in einigen Jahrzehnten erschöpft, deshalb
müssen Alternativen her. "Wir müssten keinen Mangel
fürchten, wenn unsere Sanitärsysteme entsprechend ausgelegt wären",
sagt Ralf Otterpohl, Leiter des Instituts für Abwasserwirtschaft an
der Technischen Universität (TU) Hamburg-Harburg. Sind sie aber nicht.
Stattdessen wird der Urin zusammen mit anderen Abwässern in die Kläranlage
gespült, wo er dann so stark verdünnt ist, dass Nährstoffe
nicht mehr herausgefiltert werden können.
Daher arbeiten immer mehr Forscher an Sanitärkonzepten
für das 21. Jahrhundert. Urin-Dünger-Fabriken, Wasserrecyclinganlagen
und Separations-Sets für den heimischen Lokus sollen die knapper werdenden
Ressourcen recyceln. Experten sind überzeugt: Im Zukunftsmarkt Abwasser-Trennung
haben die dafür nötigen Anlagen und das Know-how aus Deutschland
gute Exportchancen.
Der Ingenieur spricht von Gelbwasser
Am Anfang aller innovativen Techniken steht die
Separationstoilette. Nur so kann Urin - der Ingenieur spricht lieber vom
Gelbwasser - von den Feststoffen des Braunwassers getrennt werden. Von
außen gleichen die Hightech-Töpfchen herkömmlichen Klos.
Wer hineinschaut, erblickt allerdings zwei Öffnungen: Der Urin versickert
vorne durch eine Art Sieb, lange bevor das Spülwasser die Fäkalien
hinwegschwemmt.
Gerade hat das Hanauer Unternehmen Roediger den
Prototyp einer Vakuum-Trenntoilette vorgestellt, die nur einen Liter Wasser
pro Spülung verbraucht. Erfolgreich laufen auch Pilotprojekte
wie in Lübeck, hier ermöglichen Trenntoiletten und
Biogasreaktoren eine dezentrale Abwasserentsorgung. Weitere Städte
sollen folgen. Auch die Industrie investiert in die biologischen Techniken.
Das Unternehmen Huber Technology im bayerischen Berching separiert im firmeneigenen
"ReUse-Park" aus dem Urin der Firmenmitarbeiter Nährstoffe für
die Düngerproduktion. Die Feststoffe aus dem
Braunwasser landen in einem Biogasreaktor. Das Grauwasser, das aus
allen anderen Waschvorgängen des Hauses stammt, wird gefiltert und
kommt in den Fischteich.
Interesse in den USA und China
Derartige Anlagen sind vor allem für Städte
interessant, die mit Wasserknappheit zu kämpfen haben. In den USA
oder in China ist man auf die deutschen Entwicklungen aufmerksam geworden.
Die Hamburger Stadtentwässerung (HSE) testet ihr ökologisches
Abwasserkonzept auf der zu Shanghai gehörenden Insel Chongming. Huber
Technology hat erste Anlagen bereits nach Vietnam geliefert, die nächste
geht nach Indonesien.
Auch Ulrich Braun hat große Pläne. In
Zusammenarbeit mit der TU Hamburg-Harburg hat sein Unternehmen Intaqua
ein Verfahren zum Wasserrecycling entwickelt. "Mit der Anlage lässt
sich der Wasserverbrauch eines Deutschen um bis zu 90 Prozent senken",
sagt er. Sein Verfahren: Die anfallenden Flüssigkeiten eines Hauses
werden in zwei Kreisläufe getrennt. Bakterien zersetzen in Abwässern
aus Dusche, Spüle oder Waschmaschine alles, was schädlich ist.
Nach Filterung und Entsalzung kann es wieder als trinkbares Leitungswasser
verwendet werden. In einem zweiten Kreislauf wird das
Toilettenspülwasser so behandelt, dass es wieder zum Spülen
des Klos genutzt werden kann. Die Feststoffe werden kompostiert und zur
Biogasproduktion genutzt. Die Nährstoffe des Urins werden gefiltert
und getrocknet zu Dünger verarbeitet.
Erste Hotels sollen beliefert werden
Brauns erste kommerzielle Demonstrationsanlage entsteht
im Zentrum für nachhaltige Technologien in Ahlen. 2007 will Braun
erste Hotels mit den Wasser-Waschmaschinen beliefern, er rechnet mit einem
Umsatz von 1,5 Mio. Euro "danach wird der Markt explodieren."
Wie es in Zukunft in den Großstädten
aussehen müsste, wenn alle Verbraucher ihren Urin in Tanks sammeln,
darüber hat sich Ralf Otterpohl Gedanken gemacht. Mit seinem Team
arbeitet er an einer Mikro-Düngerfabrik. Statt die Unmengen an Harn
erst umständlich aus den Siedlungen abzufahren, könnte der Rohstoff
direkt vor Ort zu T