AQUA VITA
in gemeinsamer Sorge um ein köstliches Gut

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Geschichte des jurassischen Wassertröpfchens
20-23 sep 06    2ème CONGRES INTERNATIONAL L’EAU EN MONTAGNE, MEGEVE
12.10.05   Wasser- & Landwirtschaft: auf dem Weg zum Einklang? (Rundschreiben an Ratsmitglieder)

Genesis einer Idee
    8.10.05    Trinkwasser-Initiative    (4.Motionsentwurf)
    31.3.05    Trinkwasser: Wertschöpfungsquelle   (Einfache Anfrage, 1.Entwurf)

Parlamentarische Vorstösse
    05.5044 - Fragestunde. Euromarket. Privatisierung der Wasserversorgung auch in der Schweiz?
    05.5214 - Fragestunde. Dringliche Massnahmen gegen Überschwemmungen und Lawinen?
    05.5211 - Fragestunde. Unwetterschäden 2005
    05.5210 - Fragestunde. Prävention und Hochwasser
    03.472 - Pa Iv  Trinkwasser ist keine Handelsware

Reportagen & Kommentare

13.Jul 08   Nestlé-Präsident über die Verteufelung von Flaschenwasser, Sonntagszeitung, Victor Weber
10 Feb 08   Drought Has Georgia Revisiting Border Dispute, WP/AP, Greg Bluestein, comments
10 Feb 08   Errare humanum est, WP, Iconoc
10 Dec 07   Western States Agree to Water-Sharing Pact, NYT, Randal C. Archibold
15 Oct 07   Environmental disaster at China's Three Gorges Dam, Washington Post, Editorial
28 Sep 07   Beneath Booming Cities, China’s Future Is Drying Up, NYT, Jim Yardley
18 Sep 07   India-Sri Lanka Isthmus Canal Projet Hits Religious Wall, Washington Post, Rama Lakshmi
29 Aug 07   New Risks Emerge At Giant Three Gorges Dam, Wall Street Journal, Shai Oster
13 May 07   Snake River: Change of Heart by Dam’s Natural Allies, NYT, FELICITY BARRINGER
4 April 07   No Longer Waiting for Rain, an Arid West Takes Action, NYT, R.C. Archibold et al.
24 Mar 07   Dead Sea plan to restore water raises doubts, Washington Times, Jay Bushinsky
1 Jan 07   A Century Later, Los Angeles Atones for Water Sins, NYT, RANDAL C. ARCHIBOLD
19 Nov 06   A Troubled River Mirrors China’s Path to Modernity, NYT, JIM YARDLEY
15 Nov 06   Water Shortage in India, CNN
12 Nov 06   Hamilton, Wash.: After More Than a Century of Soaking, NYT, WILLIAM YARDLEY
1 Nov 06   Britain 'planned to cut off Nile', BBC News
2 Oct 06   China's Water Woes, TIME MAGAZINE, SUSAN JAKES
24 août 06    L'eau douce, une ressource dangereusement mal gérée, Le Temps, Etienne Dubuis
23 Aug 06   Ancient Persian waterworks found in Israel, Reuters, Corinne Heller
22. Aug 06   Neue Systemen, um Abwasser in heimischen Kreisläufen zu recyceln, FTD, Nicola Kuhrt
22. Aug 06   Tummelplatz für Krankheitskeime, FTD, Axel Bojanowski
20 août 06  Les pesticides menacent les nappes d'eau, Le Monde, Gaëlle Dupont
10 Aug 06   Old Feud Over Lebanese River Takes New Turn, Los Angeles Times, Kim Murphy
7 July 06   Border Fight Focuses on Water, Not Immigration, NYT, Randal C. Archibold
28 June 06   Alzheimer's disease, aluminium & drinking water
12 March 06  Death of the world's rivers, independent.co.uk, Geoffrey Lean
12 March 06  Rivers: a drying shame, independent.co.uk, Geoffrey Lean
8 mars 06   «La neige ne suffira pas», lematin.ch , Sébastien Jost
30. Jan 06   Armut, Trinkwasser und Privatwirtschaft, Neue Zürcher Zeitung, C.W.
27.Dez. 05   Alarm in der Arktis: Permafrost-Böden tauen auf, Focus, Michael Odenwald
26 Nov 05   Chinese Officials Sought to Hide Toxic Spill, Washington Post, Philip P. Pan
24 Nov 05   Panic as China's toxic city loses its water, The Independent, David Eimer
12 nov 05   Méditerranée: La dégradation écologique et la fracture Nord-Sud, Le Monde, Hervé Kempf
The Great Man-Made River Project of Libya, UNESCO
1996    L'Eau, la Terre et le Feu (pétrol): res in usu omnium en Droit Musulman et Arab, Sami Aldeeb
8 Dec 92    After Thumbing EEA, Europe's Water Castle Offers Alternatives, WSJ, Anton Keller


Parlamentarische Vorstösse
http://www.parlament.ch/afs/data/d/gesch/2003/d_gesch_20030472.htm

 Texte français
03.472 - Parlamentarische Initiative.
Trinkwasser ist keine Handelsware *

Eingereicht von  Teuscher Franziska
Einreichungsdatum  19.12.2003
Eingereicht im  Nationalrat
Stand der Beratung  Erledigt

Eingereichter Text
    Gestützt auf Artikel 160 Absatz 1 der Bundesverfassung und Artikel 107 des Parlamentsgesetzes reiche ich folgende parlamentarische Initiative ein:
    Das Parlament wird beauftragt, eine Vorlage auszuarbeiten, mit welcher der Bund das Trinkwasser zum öffentlichen Gut erklärt bzw. eine gewinnorientierte Trinkwasserversorgung untersagt. Der Bund garantiert eine landesweite, sichere Versorgung mit sauberem Trinkwasser. Die Gewässerhoheit bleibt wie bisher bei den Kantonen. Der Bund erlässt aber Rahmenbedingungen und Leitplanken, wie diese Wasserhoheit ausgeübt werden muss. Die Vorlage soll folgende Forderungen umfassen:
    1. Der Bund erklärt das Trinkwasser zu einem öffentlichen Gut.
    2. Die Kantone üben die Gewässerhoheit im Rahmen der vom Bund erlassenen Vorschriften aus.
    3. Bund, Kantone und Gemeinden garantieren die Versorgungssicherheit und den Unterhalt der Verteilnetze.
    4. Der Bund erlässt Richtlinien zu den Wassertarifen. Insbesondere müssen alle Wasserbezüger einer Trinkwasserversorgung gleich behandelt werden. Das Erzielen eines über den für Unterhalt und Erneuerung sowie für eine angemessene Verzinsung des investierten Kapitals hinausgehenden Gewinns ist nicht zulässig.
    5. Die Versorgung mit qualitativ einwandfreiem Trinkwasser zu günstigen Preisen muss auch für die kommenden Generationen vollumfänglich sichergestellt werden.
    6. Trinkwasserversorgungen dürfen nicht durch gewinnorientierte Unternehmungen betrieben werden.
    7. Bei einer Ausgliederung von Wasserversorgungen muss die jeweilige öffentliche Körperschaft (Gemeinde, Gemeindeverband, Kanton) weiterhin die vollständige Kontrolle über die Wasserversorgungen ausüben können.
    8. Regionale Fusionen sind zulässig, sofern sie eine effizientere Wasserversorgung erlauben oder der Versorgungssicherheit dienen.
    9. Beim Verkauf von privaten Quellen besitzen Gemeinden oder Kantone ein Vorkaufsrecht.

Begründung
    Das Interesse der Wasserkonzerne am Wassermarkt ist sehr gross. Allein der europäische Wassermarkt wird auf 80 Milliarden Euro geschätzt. Um diesen Markt streiten sich die grössten Konzerne wie die französischen Multis Vivendi und Suez (gemeinsamer Weltmarktanteil von 53 Prozent). Die Weltbank schätzt diesen Markt weltweit auf mehr als 800 Milliarden Euro (etwa 1200 Milliarden Franken) pro Jahr. Die Europäische Union (EU) gehört zu den treibenden Kräften, welche den Bereich Wasserversorgung für private Unternehmen öffnen will. Die EU macht in dieser Sache auch Druck auf die Schweiz. Es besteht das Risiko, dass im Zuge von Sparmassnahmen viele Schweizer Gemeinden hohe Erneuerungsinvestitionen mit einer Privatisierung und Liberalisierung umgehen wollen, denn der Unterhalt der Versorgungsnetze ist teuer. Viele Gemeinden müssen ihre Wasserversorgung in den kommenden Jahren erneuern. Die Schweiz muss deshalb rechtzeitig Vorkehrungen treffen, damit Wasser nicht zu einer Handelsware wird.
    Was bei einer Deregulierung des Wassermarktes passiert, kann man in England sehen. So haben beispielsweise die britischen Versorger nach der Privatisierung und Liberalisierung 20 000 Haushalten den Wasserhahn abgedreht, weil diese die hohen Rechnungen nicht mehr bezahlen konnten. In 128 Fällen wurden die Versorger wegen Vernachlässigung der Infrastruktur verurteilt. Während die Zahl der Arbeitsplätze im Wassersektor um 60 Prozent zurückging, stiegen die Vorstandsgehälter um ein Vielfaches an. Die Unternehmensgewinne machten bis zu 40 Prozent der Gebühren aus. Deshalb muss die Schweiz die Versorgung mit Trinkwasser unter besonderen Schutz stellen.

Chronologie:     06.10.2005 NR  Der Initiative wird keine Folge gegeben.
Amtliches Bulletin - die Wortprotokolle
Behandelnde Kommission  Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie NR (UREK-NR)
Antrag: Keine Folge geben
Kommissionsberichte   27. April 2004 - Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie NR - Nationalrat
Deskriptoren  Trinkwasser; öffentliche Infrastruktur; Eigentum; Staatsorgane; Wasserversorgung; Wasserwirtschaft; service public; Vorkaufsrecht; Gemeinde; Kanton; 52; freies Schlagwort: öffentliches Gut;



http://www.parlament.ch/afs/data/d/bericht/2003/d_bericht_n_k7_0_20030472_0_20040427.htm
français
Nationalrat    Conseil national    Consiglio nazionale    Cussegl naziunal

Bericht der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie vom 27. April 2004
03.472 n  Pa.Iv. Teuscher. Trinkwasser ist keine Handelsware *

    Die Kommission hat an ihrer Sitzung vom 27. April 2004 die am 19. Dezember 2003 von Nationalrätin Franziska Teuscher eingereichte parlamentarische Initiative in Anwesenheit der Initiantin vorgeprüft.
    Mit der Initiative wird das Parlament beauftragt, eine Vorlage auszuarbeiten, mit welcher der Bund das Trinkwasser zum öffentlichen Gut erklärt und gewinnorientierte Trinkwasserversorgungen untersagt.

Antrag der Kommission
    Die Kommission beantragt mit 14 zu 9 Stimmen, der Initiative keine Folge zu geben.
Eine Minderheit der Kommission (Schenker, Aeschbacher, Bäumle, Maillard, Marty Kälin, Rechsteiner-Basel, Stump, Teuscher, Ursula Wyss) beantragt, der Initiative Folge zu geben.

Im Namen der Kommission
Der Präsident: Lustenberger Ruedi

1. 1. Text     1. 2. Begründung    2. Erwägungen der Kommission

2. Erwägungen der Kommission
    Die Initiantin hob in ihrem Eingangsvotum den vorsorglichen Charakter der Initiative hervor, es gilt heute dafür zu sorgen, dass die Wasserversorgung eine zentrale Aufgabe des Service public bleibt und nicht liberalisiert wird.
    Die Kommission diskutierte das heutige System der Wasserversorgung in der Schweiz und nannte Szenarien einer Privatisierung, wie sie in Frankreich und England bereits stattfanden. Hierzulande sind die Gemeinden für die Wasserversorgung verantwortlich, und über die Gemeindeversammlungen haben die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, Einfluss zu nehmen. Das System funktioniert sehr gut, und da kein Wassermangel herrscht, besteht auch kein Anreiz zum Handel oder zu wirtschaftlicher Betätigung. Die Mehrheit der Kommission sah es als übertrieben an, die Privatisierung generell zu verbieten, und sah entsprechend keinen Handlungsbedarf, das aktuelle System zu ändern.
    Eine Minderheit erachtete es als wichtig, frühzeitig allfälligen Privatisierungsbegehren multinationaler Konzerne den Riegel zu schieben. Unter Spardruck könnten die Gemeinden in Versuchung geraten, die Wasserversorgung zu privatisieren. Die Initiative will, dass die Wasserversorgung gemeinnützig bleibt. Sie möchte gleichzeitig verhindern, dass aus einer Situation der Knappheit ein Mehrwert abgeschöpft wird, der Bürger und Wirtschaft ungerechtfertigt belastet.
    Die Verwaltung bestätigte, dass sich in England negative Beispiele einer Privatisierung der Wasserversorgung zeigen und dass in Frankreich die Wasserversorgung in der Hand internationaler Konzerne liegt. Diese Verhältnisse haben dazu geführt, dass die Liberalisierung der Wasserversorgung auf der Ebene der WTO traktandiert wurde.
    Die Kommission sprach sich schliesslich dafür aus, dass die Liberalisierung der Wasserversorgung auf Ebene der WTO für die Schweiz im Status „nicht verhandelbar" verbleibt.



http://www.parlament.ch/ab/frameset/d/n/4709/208488/d_n_4709_208488_208637.htm?DisplayTextOid=208638

NationalratHerbstsession 2005 - Sechzehnte Sitzung - 06.10.05-15h00
Conseil national - Session d'automne 2005 - Seizième séance - 06.10.05-15h00

03.472 Parlamentarische Initiative
Teuscher Franziska. Trinkwasser ist keine Handelsware
 Initiative parlementaire
Teuscher Franziska. L'eau potable n'est pas un bien marchand

Vorprüfung - Examen préalable
 Einreichungsdatum 19.12.03     Date de dépôt 19.12.03
Bericht UREK-NR 27.04.04    Rapport CEATE-CN 27.04.04

Nationalrat/Conseil national 06.10.05 (Vorprüfung - Examen préalable)

    Antrag der Mehrheit     Der Initiative keine Folge geben
    Antrag der Minderheit (Schenker, Aeschbacher, Bäumle, Maillard, Marty Kälin, Rechsteiner-Basel, Stump, Teuscher, Wyss) Der Initiative Folge geben
    Proposition de la majorité   Ne pas donner suite à l'initiative
    Proposition de la minorité (Schenker, Aeschbacher, Bäumle, Maillard, Marty Kälin, Rechsteiner-Basel, Stump, Teuscher, Wyss)    Donner suite à l'initiative

    Teuscher Franziska (G, BE): Wasser ist das kostbarste und wichtigste Lebensmittel; wir können es durch nichts ersetzen. Es stellt ein natürliches Monopol dar, bei dem auch keine Marktkräfte spielen können. Wenn wir anfangen, mit dem Wasser umzugehen wie mit einer gewöhnlichen Handelsware, setzen wir den sozialen Frieden aufs Spiel. Die Wasserversorgung muss eine zentrale Aufgabe des Service public bleiben. Das sage ich hier ganz bewusst so. Denn es gibt in diesem Parlament Leute, welche alles und jedes schnell privatisieren wollen, ganz nach dem Motto: "Die Gewinne privat und die Verluste dem Staat".
    Der Druck, die Wasserversorgung für private Unternehmungen zu öffnen, ist gross. Die EU gehört in diesem Markt zu den treibenden Kräften, welche die Wasserversorgung Privaten zugänglich machen will. Überall wo solche Pläne bis anhin umgesetzt wurden, gab es Probleme. So hat die Deregulierung des Trinkwassermarktes in England auf der einen Seite zur Situation geführt, dass britische Versorger nach der Privatisierung und Liberalisierung 20 000 Haushalten den Wasserhahn abdrehten, weil diese Haushalte die hohen Rechnungen nicht mehr bezahlen konnten. Die Versorger wurden auf der anderen Seite in 128 Fällen wegen Vernachlässigung der Infrastruktur verurteilt. Die Zahl der Arbeitsplätze ging um 60 Prozent zurück, die Gehälter der Verwaltungsratsmitglieder hingegen stiegen um ein Vielfaches an. Die Unternehmensgewinne machen in England bis zu 40 Prozent der Gebühren aus. So etwas darf in der Schweiz nicht passieren. Die Schweiz hat eine sehr gute Wasserversorgung. Das soll in Zukunft auch so bleiben.
    Ich verlange mit meiner parlamentarischen Initiative sozusagen als vorbeugende Massnahme, dass wir eine Vorlage ausarbeiten, welche zwei Hauptpunkte umfasst:
    1. Das Trinkwasser wird zu einem öffentlichen Gut erklärt. Der Bund garantiert die landesweite sichere Versorgung mit Trinkwasser.
    2. Die Gewässerhoheit bleibt - so wie bis heute - weiterhin bei den Kantonen. Der Bund erlässt jedoch Vorschriften, um eine gewinnorientierte Trinkwasserversorgung auszuschliessen.
    Mit diesen Vorschriften soll erreicht werden, dass Bund, Kantone und Gemeinden auch in Zukunft die Versorgungssicherheit und den Unterhalt der Verteilnetze garantieren. Der Bund muss auch Richtlinien für Wassertarife erlassen, damit alle Einwohnerinnen und Einwohner, welche an Trinkwasserverteilnetze angeschlossen sind, gleich behandelt werden. Gewinne dürfen nur realisiert werden, um den Unterhalt und die Erneuerung des Netzes zu gewährleisten. Zudem sollen die Gemeinden und Kantone ein Vorkaufsrecht haben, wenn Private Quellen verkaufen wollen.
    Sie mögen jetzt vielleicht einwenden: Was soll das? In der Schweiz sind solche Privatisierungspläne nicht umsetzbar. Aber da könnten Sie sich ziemlich täuschen. Privatisierungsideen bei der Wasserversorgung sind überhaupt nicht abwegig. Viele Schweizer Gemeinden haben einen Erneuerungsbedarf bei ihrer Wasserversorgung. Das Leitungsnetz stammt in vielen Fällen noch aus der Zeit von 1900. Jetzt fehlt vielen Gemeinden ganz einfach das Geld, um die nötigen Investitionen zu tätigen. Es ist also für eine Gemeinde verlockend, die Wasserversorgung auszulagern und privaten Händlern zu übergeben.
    Vielerorts sind Elektrizitäts-, Gas- und Wasserversorgung in einer einzigen Gesellschaft zusammengefasst. Bei einer allfälligen Auslagerung der Energieversorgung stellt sich automatisch die Frage, was mit der Wasserversorgung geschehen soll. Viele hier kennen das Problem aus ihrer eigenen Wohngemeinde.
    Internationale Wasserkonzerne haben ein immenses Interesse am Wassermarkt. Man schätzt den europäischen Wassermarkt auf rund 80 Milliarden Euro, also über 120 Millionen Franken. Die EU gehört wie schon gesagt zu den treibenden Kräften bei der Öffnung des Marktes.
    Die Forderung, die ich in dieser parlamentarischen Initiative vorbringe, ist - gemessen an der heutigen Regelung - nicht völlig neu. Ich bin aber überzeugt, dass wir im Sinne des Vorsorgeprinzipes heute überlegen müssen, wie wir auch in Zukunft eine optimale Wasserversorgung sichern können, denn alle, die keine eigene Quelle haben, sind sozusagen Zwangskunden oder Zwangskundinnen. Ich bitte Sie daher, meiner parlamentarischen Initiative Folge zu geben.

    Schenker Silvia (S, BS): Entgegen der Mehrheit der Kommission beantrage ich Ihnen im Namen der Minderheit, der parlamentarischen Initiative Teuscher Folge zu geben. Wasser hat eine grosse politische Bedeutung. Wer über Wasser spricht, muss demzufolge über Politik sprechen. Wasserpolitik hat Konsequenzen für viele andere Politikbereiche: Boden- und Landwirtschaftspolitik, Handels- und Wirtschaftspolitik, Umweltpolitik und besonders auch Sozial- und Gesundheitspolitik. All diese Politikbereiche sind miteinander verknüpft. Der Zugang zu Wasser, zu sauberem Wasser hat eine hohe Bedeutung für Menschen, Tiere und Pflanzen, unter Umständen existenzielle Bedeutung. Wer also das Recht hat, über die Verteilung und Verwendung von Wasser zu entscheiden, hat grosse Macht. So weit sind Sie vielleicht alle mit mir und der Minderheit noch einverstanden. Sie alle wissen um die Bedeutung von sauberem Wasser und um die Konsequenzen, wo dieses fehlt.
    Aber - und nun zeigen sich die Unterschiede - was hat das mit der aktuellen Politik in der Schweiz zu tun? Haben wir das nicht im Griff? In der Tat zeigen sich im Moment keine grösseren Probleme. Dennoch sieht die Minderheit der Kommission Handlungsbedarf. Denn der Druck ist gross und steigt zusehends, das kostbare Gut zu vermarkten. Mit Wasser, mit sauberem Wasser lässt sich viel Geld verdienen, und wo sich viel Geld verdienen lässt, ist das Feld für Machtspiele und Korruption offen.
    Es ist nicht auszuschliessen, dass innerhalb der WTO vermehrt Druck gemacht wird, diesen Bereich zu liberalisieren. Spätestens in diesem Zeitpunkt ist es von Vorteil, wenn der Grundsatzentscheid in der Wasserpolitik der Schweiz klar getroffen ist.
    Die parlamentarische Initiative Teuscher will in der Hauptsache, dass aus der Wassernutzung keine privaten Gewinne entstehen, dass die Versorgung gemeinnützig ist und dass nicht aus einer Situation der Knappheit Profit geschlagen werden kann. Gerade weil die Wasserverteilung und -versorgung in der Schweiz im Moment in der Regel gut läuft, sollten wir die Initiative unterstützen. Es geht darum, ein klares und deutliches Signal zu geben. Es hätten sich in anderen Ländern grosse Probleme vermeiden lassen, wenn dort der Grundsatz, dass das Wasser ein öffentliches Gut zu sein hat, in der Gesetzgebung verankert wäre. Heute haben wir die Chance, prophylaktisch tätig zu werden. Wir können dieser Initiative heute Folge geben und damit einem sicher noch grösser werdenden Druck etwas entgegensetzen. Lassen wir uns diese Chance nicht entgehen. Ich bitte Sie namens der Minderheit, der Initiative Teuscher Folge zu geben.

    Messmer Werner (RL, TG), für die Kommission: Das Hauptziel der Initiative ist, dass aus der Wassernutzung keine privaten Gewinne entstehen, dass die Versorgung gemeinnützig ist und dass nicht aus einer Situation der Knappheit ein Mehrwert abgeschöpft wird, der die Bürger und die Wirtschaft unnötig belastet. Darum verlangt Frau Teuscher mit ihrer parlamentarischen Initiative unter anderem, dass der Bund neue Vorschriften erlasse, speziell zu den Wassertarifen, dass Richtlinien erlassen werden, gewinnorientierte Unternehmen keine Trinkwasserversorgung betreiben dürfen usw.
    Die Kommission lehnte diese Initiative mit 14 zu 9 Stimmen ab. Auch die Kommissionsminderheit räumt zwar ein, dass unser heutiges System gut funktioniert. Sie meint aber, es gäbe Anzeichen, dass es Kräfte gibt, welche dieses System zum Wanken bringen möchten. Die Minderheit macht auch geltend, dass es in Zukunft auf dem Weltmarkt grössere Probleme geben wird. Sie erwähnt in diesem Zusammenhang Erfahrungen aus Indien und England und will damit belegen - ich zitiere aus dem Protokoll der Kommissionssitzung -, "dass die Wasserversorgung der Gewinnsucht von privaten Unternehmen zum Opfer falle".
    Die Mehrheit der Kommission kommt dagegen zum Schluss, dass absolut kein Handlungsbedarf ersichtlich ist. Die Initiantin reichte bereits im Dezember 2000 einen Vorstoss mit ähnlichem Anliegen ein. Die Ausgangslage hat sich seither nicht im Geringsten verändert. Somit muss mit Bezug auf den vorliegenden Vorstoss eben auch von Zwängerei gesprochen werden. Es ist unbestritten, dass wir in der Schweiz keinen Wassermangel haben; man spricht ja nicht umsonst auch vom "Wasserschloss Schweiz". Die Verteilung und Überwachung funktioniert. Es besteht somit nicht nur kein Anreiz, sondern es ist auch keiner in Sicht, mit der Wasserversorgung Handel zu betreiben und sich wirtschaftlich zu betätigen. Ein Handel beginnt dort, wo tatsächlich Wassermangel herrscht; nur dann ist er reizvoll.
    Dies trifft bei uns absolut nicht zu. Nur schon darum hält ein Vergleich mit Indien nicht stand. Zum Glück verfügen wir über genügend und qualitativ hochwertiges Trinkwasser. Allein schon diese Tatsache bietet Gewähr, dass es zu keiner Mangelsituation kommt, welche Gewinne erlaubt, die in anderen Ländern vielleicht möglich sind.
    Etwas Weiteres, was die Initiative verlangt, ist ebenfalls bereits geregelt. Artikel 76 Absatz 1 der Bundesverfassung lautet: "Der Bund sorgt im Rahmen seiner Zuständigkeiten für die haushälterische Nutzung und den Schutz der Wasservorkommen sowie für die Abwehr schädigender Einwirkungen des Wassers." Absatz 2: "Er legt Grundsätze fest über die Erhaltung und die Erschliessung der Wasservorkommen, über die Nutzung der Gewässer zur Energieerzeugung und für Kühlzwecke sowie über andere Eingriffe in den Wasserkreislauf." In Absatz 4 heisst es: "Über die Wasservorkommen verfügen die Kantone. Sie können für die Wassernutzung in den Schranken der Bundesgesetzgebung Abgaben erheben." Absatz 6 lautet: "Der Bund berücksichtigt bei der Erfüllung seiner Aufgaben die Anliegen der Kantone, aus denen das Wasser stammt."
    Das heutige System funktioniert hervorragend; es funktioniert gerade auch darum so gut, weil es auf die Gemeinden heruntergebrochen wird. Sie sind letztlich für die Wasserversorgung verantwortlich. Somit haben in unserem Land viele Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, direkt über Gemeindeversammlungen auf die Wasserversorgung Einfluss zu nehmen. Auch die Rechnungen müssen transparent sein und separat vorgelegt werden. Ein besseres System kann es also nicht geben, da wäre jede Korrektur eine Verschlechterung. Darum: Belassen wir unser bewährtes System so, wie es ist.
    Ich bitte Sie im Namen der Kommissionsmehrheit, dieser Initiative keine Folge zu geben.

    Teuscher Franziska (G, BE): Herr Messmer, Sie haben sich über meine parlamentarische Initiative ein bisschen lustig gemacht, indem Sie gesagt haben, Indien könne man nicht mit der Schweiz vergleichen. Ich denke, England und Frankreich kann man durchaus mit der Schweiz vergleichen: Dort ist im Wassermarkt bereits eine grosse Liberalisierungs- und Privatisierungswelle ausgebrochen.
    Ich möchte Sie fragen: Können Sie mir zum einen erklären, warum Vivendi, dieser internationale Wasserkonzern, ein so grosses Interesse am europäischen Markt hat, und zum anderen, wie gross der europäische Markt im Bereich Wasser geschätzt wird?

    Messmer Werner (RL, TG), für die Kommission: Ich habe erstens nicht den Eindruck, dass ich mich darüber lustig machte, denn Sie brachten ja das Beispiel. Es war aber schon etwas amüsant zu hören, wie Sie die Schweiz mit Indien verglichen. So wenigstens war es in der Kommission.
    Sie wissen zweitens viel besser als ich, wie sich das mit der Firma verhält, die Sie erwähnt haben. Ich kann Ihnen aber eines sagen: Hier in der Schweiz liegt absolut kein Interesse vor, die Wasserwirtschaft zu privatisieren. Ich sage Ihnen nochmals: Für die Wirtschaft entstehen dort interessante Geschäfte, wo Mangel auszumachen ist und Konkurrenz entstehen kann. Dann sind Gewinne abzusehen. Aber im Bereich der Wasserversorgung ist das absolut nicht der Fall. Darum bleiben wir doch in der Schweiz, und seien wir froh darüber, dass wir keine Kapriolen machen müssen, wie Sie sie vorschlagen.

    Teuscher Franziska (G, BE): Sie haben meine Frage nicht beantwortet.

Abstimmung - Vote     Für Folgegeben .... 75 Stimmen     Dagegen .... 76 Stimmen



http://search.parlament.ch/cv-geschaefte?gesch_id=20055044
Texte français
05.5044 - Fragestunde. Frage
Euromarket. Bereitet die Schweiz die Privatisierung der Wasserversorgung vor?

 Eingereicht von  Menétrey-Savary Anne-Catherine
 Einreichungsdatum 14.03.2005
 Eingereicht im Nationalrat
 Stand der Beratung Erledigt

 Eingereichter Text
Der Bundesrat beteuert immer wieder, dass der Bund keinerlei Absicht habe, die Wasserversorgung zu privatisieren. Im Bericht der UREK vom 28. Mai 2001 über die parlamentarische Initiative der grünen Fraktion kann z. B. nachgelesen werden, dass der Direktor des Bundesamtes für Wasser "versicherte, dass der Bund keine Marktöffnung im Wasserversorgungsbereich plant".
Allerdings weiss man heute, dass der Bund Forschungen der ETH Lausanne über die Wasserversorgung finanziert und dass er das Projekt Euromarket, das die "möglichen Auswirkungen einer Liberalisierung des Wassersektors untersucht", unterstützt und subventioniert.
Wie soll dieses Engagement des Bundes verstanden werden?
Bereitet sich der Bundesrat darauf vor, dem Druck der WTO bezüglich Gats nachzugeben?

Antwort des Bundesrates vom 14.03.2005
Leuenberger Moritz, Bundesrat: Das Projekt Euromarket ist ein Forschungsprojekt der Europäischen Union, an welchem die ETH Lausanne mitarbeitet. An dessen Finanzierung ist die Schweiz vereinbarungsgemäss beteiligt. Nach Artikel 76 Absatz 4 der Bundesverfassung verfügen die Kantone über die Wasservorkommen. Die Wasserversorgung und die Wasserverteilung werden nach kantonalem Recht geregelt. Der Bundesrat hat noch nie die Absicht gehabt, eine Änderung dieser Zuständigkeitsordnung vorzuschlagen, und er hat noch nie damit geliebäugelt, das Wasser zu privatisieren.
Er hat im Jahre 2003, am 14. Juni, ein Mitglied damit beauftragt, dies öffentlich kundzutun, und der Vorsteher des UVEK hat in der berühmten Geschichte über das jurassische Wassertröpfchen im Kanton Jura dieses Anliegen unterstützt. Dieses Wassertröpfchen stammt ursprünglich aus Poliez-le-Grand - das ist sein Bürgerort -, und es sagt zu den jurassischen Kindern:
"Me vendre, moi? Jamais de la vie!", s'écria la goutte jurassienne. "Je ne suis pas une marchandise, je suis une goutte d'eau; j'appartiens à tout le monde. Me privatiser, ce serait priver les hommes et les femmes de ce monde de leur droit de vivre d'amour et d'eau fraîche."
Dies gesagt habend, verdampfte das Wassertröpfchen und machte noch eine Kurve über Aigle und Saint-Saphorin, bevor es ins Mittelmeer gelangte und dort auch viele Geschichten erlebte.
Ich übergebe Ihnen hier die ganze Geschichte, die damals im Namen des Bundesrates erzählt wurde.



http://www.parlament.ch/afs/data/d/gesch/2005/d_gesch_20055210.htm
Texte français
05.5210 - Fragestunde. Frage.
Prävention und Hochwasser

Eingereicht von         Marty Kälin Barbara
Einreichungsdatum           03.10.2005
Eingereicht im                  Nationalrat
Stand der Beratung          Erledigt

Eingereichter Text
    Das Hochwasser in der Schweiz hat aufgezeigt, dass vermehrt in Präventionsmassnahmen investiert werden muss. Mit guter Prävention kann viel Leid verhindert, aber auch viel Geld gespart werden. Von einer besseren Prävention profitieren wesentlich die Versicherungen. Deshalb stellt sich die Frage, wie diese verbindlich für Präventionsmassnahmen gewonnen werden können.
    Sieht der Bundesrat eine Möglichkeit, für die Finanzierung von Präventionsmassnahmen ein Projekt der Public-Private-Partnership mit den Versicherungen einzugehen, z. B. in Form einer Präventionsagentur? Müssen die neugeschaffenen Grundlagen im Versicherungsaufsichtsgesetz allenfalls ergänzt bzw. präzisiert werden?
Wie ist gewährleistet, dass diese Grundlagen von den Kantonen rasch umgesetzt werden?

Antwort des Bundesrates vom 03.10.2005
    Mit Präventionsmassnahmen können, wie die jüngsten Ereignisse erneut gezeigt haben, viel Schaden und Leid verhindert und Kosten gespart werden. In Anbetracht der beschränkten Mittel der öffentlichen Hand verdient die Idee einer Public-Private-Partnership mit den Versicherungen und unter Beteiligung des Bundes eine vertiefte Prüfung. Dabei werden die gestellten Fragen geklärt.  [red. Hervorhebung]



http://www.parlament.ch/afs/data/d/gesch/2005/d_gesch_20055211.htm
Texte français
05.5211 - Fragestunde. Frage.
Unwetterschäden 2005

Eingereicht von         Lustenberger Ruedi
Einreichungsdatum           03.10.2005
Eingereicht im                  Nationalrat
Stand der Beratung          Erledigt

Eingereichter Text
    Grosse Teile der Schweiz sind von der Unwetterkatastrophe von Ende August betroffen. Kantone und Gemeinden sind bei der Bewältigung der entstandenen Schäden auf Bundeshilfe angewiesen.
    1. Mit welchen Massnahmen gedenkt der Bundesrat den Folgen des Unwetters zu begegnen?
    2. Bestehen bereits ein Gesamtkonzept und ein entsprechender Fahrplan?

Antwort des Bundesrates vom 03.10.2005
    Wie bei vergangenen Unwettern wird der Bund Kantone und Gemeinden bei der Bewältigung der entstandenen Schäden unterstützen. Das UVEK wird dem Bundesrat in Kürze ein entsprechendes Gesamtkonzept mit Massnahmenkatalog
und Fahrplan unterbreiten. [red. Hervorhebung]



http://www.parlament.ch/afs/data/d/gesch/2005/d_gesch_20055214.htm
Texte français
05.5214 - Fragestunde. Frage.
Dringliche Massnahmen gegen Überschwemmungen und Lawinen?

Eingereicht von         Leuenberger Ueli
Einreichungsdatum           03.10.2005
Eingereicht im                  Nationalrat
Stand der Beratung          Erledigt

Eingereichter Text
    Im Rahmen des Entlastungsprogramms 2003 wurden die Subventionen für Waldpflege und Schutzbauwerke um 10 Millionen Franken gekürzt. Im Dezember 2004 hat das Parlament auf Wunsch der Kantone seine Entscheidung revidiert und die Subventionen 2005 für Schutzwälder um 2 Millionen Franken erhöht. Der vorgesehene Betrag reicht aber immer noch nicht aus.
    Angesichts der alarmierenden Vorhersagen, dass Naturkatastrophen in Zukunft sehr viel häufiger auftreten werden, frage ich den Bundesrat: Welche Massnahmen wird er ergreifen, um die verheerenden Auswirkungen von Überschwemmungen und Lawinen einzudämmen?

Antwort des Bundesrates vom 03.10.2005
    Eine ausgewogene und angemessene Sicherheit kann nur durch ein integrales Risikomanagement garantiert werden, welches die Prävention, die Vorsorge, den Einsatz im Ereignisfall und die Instandstellung umfasst. Die darauf basierenden Massnahmen von Bund, Kantonen und Gemeinden haben sich grundsätzlich bewährt. Sie zeigen, dass die gesetzlichen Grundlagen für eine Schutzpolitik grundsätzlich ausreichend sind.
    Engpässe bestehen vor allem bei den Finanzen, und zwar auf allen Ebenen, also bei Bund, Kantonen und Gemeinden. Die wirksame Abwehr von Naturgefahren setzt eine genügende und konstante Finanzierung voraus.
    Dringliche Massnahmen sind für die unmittelbare Schadensbewältigung angezeigt. Die Investitionen in präventive Massnahmen müssen jedoch über eine lange Dauer erfolgen, damit sie wirken können. Bei diesen Massnahmen handelt es sich insbesondere um den Gewässerunterhalt (einschliesslich der Pflege des Schutzwaldes sowie der Verhinderung der Bodenerosion durch Pflege des Kulturlandes), raumplanerische Massnahmen, Schutzbauten sowie Massnahmen im Bereich der Notfall- und Einsatzplanung (Bevölkerungsschutz). [red. Hervorhebung]


Genesis einer Idee
Stand: 31.3.05 Trinkwasser: Wertschöpfungsquelle

    1. Wie beurteilt der Bundesrat die Gegebenheiten, Abhängigkeiten und Aussichten der Trinkwasserversorgung der Schweiz?
    2. Welche Bedeutung misst der Bundesrat der dauerhaften, eigenständigen und höchstwertigen Trinkwasserversorgung bei, im Gegensatz zur Nahrungsmittelversorgung, welche traditionell einen tragenden Teil der Schweizer Aussenhandelspolitik darstellt?
    3. Teilt der Bundesrat die Auffassung, wonach das abgegebene Wasser möglichst dem empfangenen entsprechen sollte und dahingehend ein jeder Landbesitzer - insbesondere auch die Tierzucht, Land-, Wald-, Wein- oder Obstbau betreibenden Familienbetriebe, Gutsbesitzer, Körperschaften und Gemeinden - Verantwortung trägt für die Qualität, Quantität und Zeitverteilung des Wassers, welches das betreffende Grundstück durchfliesst, und wonach diese vorrangige wasserwirtschaftliche Treuhandfunktion, welche auch der Biodiversität und andern landwirtschaftlichen Anliegen dient, existenzsichernd abzugelten ist?

Stand: 8.10.05 Trinkwasser-Initiative

    1.    Der Bundesrat wird aufgefordert Bericht zu erstatten über die Gegebenheiten, Abhängigkeiten und Aussichten der Trinkwasserversorgung der Schweiz. Ziel ist die dauerhafte, eigenständige und höchstwertige Trinkwasserversorgung bei gleichzeitigem Schutz der Einzugsgebiete und Stabilisierung der Abhänge durch Rüfen-Entwässerungsmassnahmen.
    2.    Der Bericht soll die Voraussetzungen und Konsequenzen aufzeigen bezüglich folgender Leitprinzipien:
    a)    das von einem Grundstück abgegebene Wasser soll bezüglich Qualität, Quantität und Zeitverteilung möglichst dem auf dem Grundstück auftretenden Wasser entsprechen,
    b)    ein jeder Landbesitzer soll - als Wasserwirt - Verantwortung tragen für das Wasser, welches das betreffende Grundstück durchfliesst oder von ihm entnommen wird, unabhängig davon ob darauf Tierzucht, Land-, Wald-, Wein- oder Obstbau oder andere Nutzungsarten betrieben werden, unabhängig auch davon ob es sich um einen Familienbetrieb, um einen Gutsbesitzer, um eine Gemeinde oder um eine andere private oder öffentliche Körperschaft handelt, und es soll im Einvernehmen mit den Unterrainern in der Regel aus einem Einzugsgebiet per Quellzapfung oder anderswie nicht mehr Wasser exportiert werden, als per Rüfen-Entwässerungsvorkehren gewonnen wird, jedenfalls nicht mehr als dem ordentlichen Wasserhaushalt zuträglich ist, und
    c)    die unter b) aufgeführten vorrangigen wasserwirtschaftlichen Treuhandfunktionen, welche auch der Biodiversität und andern landwirtschaftlichen Anliegen und/oder dem Abhang- und Rüfenschutz dienen, sollen existenzsichernd abgegolten werden.
    3.    Der Bericht soll ferner die rechtlichen und organisatorischen Massnahmen aufzeigen, welche zur Umsetzung der unter 2 aufgeführten Leitlinien erforderlich sind.




Wasser- & Landwirtschaft: auf dem Weg zum Einklang?

Sehr geehrtes Ratsmitglied,

12.10.05    -    Die Unwetterschäden in der Zentralschweiz und anderswo haben bewährte Lösungsansätze in Erinnerung gerufen, welche zwar in Vergessenheit geraten sind, mit Ihrer Unterstützung jedoch allseits fruchtbringend zu neuem Leben geweckt werden mögen. Dazu gehören nicht nur Renaturisierungen der Flussläufe und Erhöhung der Abflussprofile, sondern auch und besonders die systematische Entwässerung der Rutschhänge und Rüfengebiete.
    Alt-Ständerat Werner Jauslin, der sich in den 80er Jahren auch um entsprechende Lösungen z.B. im Münstertal bemühte, hat mich eben auf einschlägige Massnahmen in der Umgebung von Interlaken, sowie auf analoge Wasserbewirtschaftungs-Vorkehren in Oman und Iran aufmerksam gemacht. In den letzteren Fällen handelt es sich gewissermassen um umgekehrte Sammel- und Verteilsysteme in niederschlagsarmen Gegenden, welche ähnlich wie die Bisses im Wallis funktionieren.
    In einen weiteren Zusammhang gesetzt, anerbietet sich damit die Möglichkeit, die besonderen Gegebenheiten der Schweiz positiv umzusetzen. Dahingehend darf ich Sie auf einige Leitgedanken hinweisen, welche ich - wie nachfolgend wiedergegeben - in einem Perspektiv-Memorandum zusammengefasst habe. Und welche ich auf dem Hintergrund aktueller Ratsgeschäfte zu Trinkwasser-, Rutschhang-Stabilisierungs-, und Landwirtschafts-Fragen in einen ersten Motionsentwurf gekleidet habe (http://www.solami.com/wasser.htm#Trinkwasser).
    Für Ihre gelegentliche Rückäusserung wäre ich Ihnen verbunden. Inzwischen wünsche ich Ihnen alles Gute und verbleibe mit freundlichen Grüssen

Anton Keller, Genf    022-7400362  079-6047707    swissbit@solami.com

*       *       *

aus: http://www.solami.com/wegweiser.htm#Wasserwirt
 
  • Im Verhältnis zur Europäischen Union ist die Schweiz als Wasserschloss Europas vermehrt ins Gespräch zu bringen. Auf dem Hintergrund des zunehmenden Politikums Trinkwasser (.../wasser.htm) anerbietet sich die Gelegenheit auch politisch relevante Grundsätze mit bedeutender und beidseitig interessierender Tragweite zu entwickeln und zu vertreten; z.B.:
  • Die hiesige Nutzung landwirtschaftlichen Bodens und die Nahrungsmittelproduktion insgesamt ist der hauptberuflichen Trinkwasserpflege unterzuordnen, wobei die wirtschaftliche Sicherstellung des damit ausdrücklich mit dieser gemeinnützigen Aufgabe betrauten Bauernstandes zu gewährleisten ist (.../a2.htm#Perspectives).  Der Versorgung der Anwohner mit Nahrungsmitteln in Krisen und Kriegszeiten ist ebenfalls die ihr zukommende Bedeutung beizumessen.  Die Anpassung des Berufsbilds vom Landwirt zum Wasserwächter und Wasserwirt ist von der Gesellschaft mitzutragen.


    Antwort vom 17.10.05 auf einen Kommentar vom 12.10.05 von Mitarbeitern des Bundesamtes für Wasser und Geologie (BWG)
     

    Ihr Kommentar:"Die vorgeschlagene Kombination ist eine teure Angelegenheit,
    Trinkwasser von höchster Qualität zu produzieren.
    (Meine Einschätzung: Das durch Entwässerung gewonnene Wasser
    wird nicht in jedem Fall, eher im Ausnahmefall
    die Qualitätskriterien für Trinkwasser erfüllen.
    Das heisst die Synergien werden nur in Ausnahmefällen gegeben sein.) "


    Sehr geehrter Herr Kollega,

        Ich danke Ihnen für Ihren Kurzkommentar von dem ich mit Interesse Kenntnis nahm. Vergangenheit und Zukunft der einschlägigen Ideen gedenke ich auf dem Netz aktualisiert zu halten (http://www.solami.com/wasser.htm)-
        Analog zur Laffer-Kurve, welche die maximal erreichbaren Steuereinkünfte in Abhängigkeit verschiedener Steuersätze aufzeigt, gibt es offenbar auch einen höchsten Kommunikationspunkt, der sowohl mit zuviel wie auch mit zuwenig Worten verpasst wird. Wie schon Franz von Assisi gesagt haben soll: I struggle to be brief but end up to be confusing. Ähnlich erging es mir offenbar wieder einmal bei der Redaktion des 4.Motionsentwurfs zur "Trinkwasser-Initiative"
        Bei der in den Motionstext integrierten vorgeschlagenen systematischen Entwässerung der unstabilen Hänge geht es natürlich überhaupt um nichts anderes als um Hangstabilisierung. Bezeichnenderweise ist dies verbunden mit der einhergehenden beschränkten Entlastung des natürlichen lokalen Wasserlaufs, und mit dem entsprechend verminderten Bedarf an Wildwasserverbauungen in der Bachrinne selbst. Da das so aus den Rutschhängen gezogene Wasser - analog zum System der Walliser Bisses - auf verschiedenen Talebenen mit minimalstem Gefälle in offenen oder geschlossenen Kanälen gesammelt und den Hängen entlang zum geeignetsten Abzugspunkt im Tal geführt werden soll, anerbietet sich von dort ab die Möglichkeit, die so anfallende Wasserkraft in der Talsohle zu nutzen. Sowohl die auf diesem Weg erzielbare Verminderung der Wildwasserverbauungen, als auch die Nutzung der anfallenden Wasserkraft, dürften zwar die Systemkosten entlasten, sind aber vollends nachrrangig.
        Trinkwasser soll hingegen weiterhin aus den bewährten traditionellen Medien (Quellen, Grundwasser, Seewasser, etc.) gewonnen und auch exportiert werden können; demgegenüber ist Hangentwässerungs-Wasser grundsätzlich ohne weiteres in den normalen Wasserhaushalt desselben Einzugsgebiets zurückzuführen.
        Der im Motionsentwurf gemachte - und offenbar missverständliche - Link zum Trinkwasser ist rechtlicher und politischer Art. Es geht darum, für Konzeption, Bau und Unterhalt der oben umschriebenen und in verschiedenen Zonen voraussichtlich recht aufwendigen Hangentwässerungs-Systeme neben der öffentlichen Hand verlässliche Markt-Partner von Anfang an organisch einzubinden. Damit soll auch die bereits angerissene Debatte über die Rolle der Privatwirtschaft in der zukünftigen Trinkwasserversorgung von der z.T. idelogisierten auf die sachliche Ebene zurückgebunden werden. Denn seit dem Fall der Berliner Mauer sollten Eigentumsfragen eigentlich wieder nüchterner und sachdienlicher diskutiert werden können - auf dass möglichst alle Diskussions-Komponenten sich als Teil der Lösung und nicht des Problems präsentieren.
        Ich hoffe, Sie mit diesen Entgegnungen, Hinweisen und Erwägungen zur Fortführung des Dialogs - auch unter Ihren Kollegen, inkl. im Bundesamt für Landwirtschaft - anzuregen, und sehe Ihren weiteren Beiträgen mit Interesse entgegen.

    Mit freundlichen Grüssen

    Anton Keller, Genf
    022-7400362  079-6047707
    swissbit@solami.com




    Le Monde    12 novembre 2005

    Aujourd'hui déjà, 30 millions de Méditerranéens n'ont pas un accès permanent à l'eau potable

    La dégradation écologique autour de la Méditerranée
    risque d'aggraver la fracture Nord-Sud
    Fragilisation des sols et de l'agriculture, tensions sur l'eau,
    impact négatif du changement climatique:
    la plupart des indicateurs environnementaux évoluent vers le rouge
    HERVE KEMPF

        «Le risque pour la Méditerranée de 2025 est la perspective d'une fracture sociale, économique et environnementale entre les deux rives.» Rarement un rapport officiel sur l'environnement n'avait si nettement articulé les questions écologiques et politiques. L'étude menée par le Plan Bleu, organe des Nations unies pour la Méditerranée, affiche clairement ce lien. Elle est publiée (Méditerranée, éditions de l'Aube) alors que se termine, vendredi 11 novembre, à Portoroz (Slovénie), la réunion des Etats membres de la Convention de Barcelone pour la protection de la Méditerranée.
        Le bilan environnemental des pays riverains est négatif: presque tous les indicateurs évoluent vers un rouge toujours plus vif. Dans les années à venir, la pression démographique s'accroîtra inexorablement, même si les pays du Sud manifestent une «chute spectaculaire des indices de fécondité». L'inertie des mouvements démographiques entraînera ainsi une augmentation de 40 % en 2025 du nombre d'habitants dans les pays du sud et de l'est du bassin. Si les tendances se poursuivent, l'activité économique ne permettra pas de fournir suffisamment d'emplois aux jeunes générations, ce qui maintiendra «une forte insatisfaction sociale et une pression élevée à l'immigration», ces évolutions pouvant conduire «à des risques d'instabilité, sources de conflits potentiels». Le raidissement des tensions environnementales jouera un grand rôle dans cette évolution. La marginalisation des arrière-pays appauvrirait l'agriculture, affaiblie de surcroît par une urbanisation non maîtrisée qui mangera les sols.
        Or l'agriculture n'est que rarement soutenue, notamment «en raison d'un manque de considération pour les populations rurales de la part des élites urbaines dominantes». Cela conduit à la pauvreté et à un exode rural engorgeant des villes qui peinent à maîtriser leur croissance. Les politiques nationales ne sont pas seules en cause: le rapport souligne qu'une «libéralisation non régulée du commerce international des produits agricoles» pourrait avoir «des effets très négatifs pour les régions rurales fragiles». Par ailleurs, le recul de l'agriculture, l'artificialisation des sols, la réduction des zones d'expansion des crues «sont autant de facteurs qui accroissent considérablement la vulnérabilité» aux accidents, au premier rang desquels se trouvent les inondations.
        La croissance incontrôlée de la consommation d'eau - plus 25 % attendue d'ici à 2025 - risque aussi de conduire à des véri-tables crises d'approvisionnement. Aujourd'hui déjà, on estime que 30 mil-lions d'habitants des pays riverains n'ont pas un accès permanent à l'eau potable. Ce chiffre devrait augmenter à l'avenir: selon un autre instrument de mesure, le nombre d'habitants en situation de pénurie (moins de 500 m' par individu et par an) passerait de 45 millions en 2000 à 63 millions en 2025 La situation sera particulièrement tendue pour les pays qui prélèvent plus de 75 % des ressources annuellement disponibles (Egypte, Libye, Israël, Palestine, Espagne). Les experts déplorent que les politiques adoptées visent à augmenter l'offre d'eau par des grands travaux (barrages, aménagements, transferts, dessalements) dont le coût et les effets sur les écosystèmes sont négatifs. Mieux vaudrait, proposent-ils, viser à maîtriser les consommations, voire à les diminuer par des programmes d'économie.
        Le changement climatique exerce lui aussi des pressions sur l'environnement méditerranéen. Son impact, encore mal appréciable, jouera dans le mauvais sens, aggravant notamment un phénomène de désertification provoqué par de mauvaises pratiques agricoles. De même, la demande d'énergie, si elle n'est pas contrôlée, pourrait augmenter de moitié d'ici vingt ans, alors qu'elle a déjù doublé dans les trente dernières années.
        Le Plan Bleu appelle à des changements de politiques, tournés notamment vers la maîtrise des sols, une plus grande attention accordée à l'agriculture, le contrôle des demandes d'eau et d'énergie. Des réussites ponctuelles montrent que cela n'est pas impossible: la Tunisie suit une stratégie d'économie de l'eau efficace; le Maroc mène une politique rurale basée sur la participation des populations pour lutter contre la désertification; l'Italie est en pointe dans l'agriculture biologique. Mais, globalement, «les questions écologiques ne sont pas encore prioritaires pour les Etats», note Lucien Chabason, président du Plan Bleu. Un exemple est celui de l'Espagne, qui ne remet pas en cause l'agriculture irriguée dans le Sud, malgré le manque d'eau, et qui a vu ses émissions de gaz à effet de serre croître de 40 % depuis 1990, alors qu'elle est engagée par le protocole de Kyoto à limiter sa hausse à 15 %.
        Les discussions de Portoroz, qui s'achèvent le 11 novembre, sont un bon test pour mesurer l'évolution des esprits des gouvernements. Ils ont notamment accepté d'entamer des discussions pour un éventuel protocole sur la protection des zones côtières. Inspiré par la loi Littoral français, le texte de travail vise à maîtriser l'urbanisation et à maintenir des zones non construites, alors que la pression touristique ne cesse d'augmenter. Le projet sera discuté à Barcelone dans deux ans. Mais ce n'est là qu'une solution partielle aux multiples défis environnementaux qu'affrontent les pays méditerranéens.




    The Independent    24 November 2005
    http://news.independent.co.uk/world/asia/article328955.ece

    Panic as China's toxic city loses its water
    By  David Eimer in Beijing

        Harbin, the largest city in north-eastern China, was in chaos last night as its panic-stricken residents attempted to flee the city after the local government cut off all water supplies and rumours of an imminent earthquake spread. Flights and trains out of Harbin, which has a population of more than nine million, were fully booked, while roads out of the city were jammed.
         A discharge of toxic benzene, a solvent and component of petrol, leaking into the Songhua river, the source of Harbin's drinking water, forced local authorities to shut off the water supply to the city at midnight on Tuesday for at least the next four days. Residents were told to fill all available containers, including bathtubs, basins and buckets, with water and not to wash until the water supply came back on, while schools were shut until Monday and 15 hospitals in the city were put on standby.
         "I have filled all the utensils at home: six basins, two Thermos flasks and an urn," Zhao Yunpeng, a salesman, told Chinese media. "We have never experienced something like this, so it's better to be well-prepared and who knows when the supply will be resumed?" The price of bottled water soared on Monday, as panic buyers stripped supermarkets and shops of supplies after the news that the water would be shut off.
         Having initially claimed that the water was being cut off for a check of the supply system, Harbin's city government admitted yesterday that water contamination was behind the supply cut. China's State Environmental Protection Administration (Sepa) confirmed that a "major pollution incident" had occurred, following an explosion on 13 November at a petrochemical plant in Jilin City, 120 miles south of Harbin. "Pollutants containing benzene have flowed into the Songhua river and created water pollution," said a Sepa official. A 50-mile stretch of the Songhua was affected, with the level of nitrobenzene in that part of the river reported to be 29.1 times the standard level. Dead fish were found floating near the discharge pipe of the chemical plant, which is owned and operated by the state-run PetroChina. Local fishermen claimed their catch had shrunk to nothing since the explosion, which killed five people and was caused by workers failing to turn off a gas valve.
         The delay in informing residents of the danger to the water supply was causing anger in Harbin yesterday. Some residents claimed that water supplies in parts of the city had been cut off on Monday and that bottled water companies in the area had been told to increase production over the weekend. The authorities were silent over the fate of other cities along the Songhua which the contaminated water would have flowed past.
         Harbin was in turmoil even before the pollution scare. Rumours of an earthquake measuring 5 to 6.5 on the Richter scale had sparked panic over the weekend, leading some people to sleep outside in tents despite the fact that it is the coldest city in China. Temperatures were expected to drop to -12C last night. Heilongjiang province, of which Harbin is the capital, is known for earthquakes. A quake in Daqing, 100 miles north-west of Harbin, in July injured a dozen people.
         Northern China has long faced an acute water shortage, caused by widespread drought, pollution and rapid economic growth. Some 400 out of 660 Chinese cities suffer water shortages and the situation in 100 of those, including Beijing, is regarded as severe. A shortage of sewage treatment plants means the north of the country is reliant on diverting water from the south.
         On Wednesday, Chen Bangzhu, the director of China's population, resources and environment committee, told a conference in Nanchang in Jiangxi province that 70 per cent of China's rivers and lakes were polluted. Mr Chen blamed the situation on the illegal discharge of waste and the overuse of fertilisers.
         Authorities in Harbin said yesterday a decision on when to resume the water supply would be made after four days. Thousands of tons of bottled water were being sent into the city. "There is sufficient water," claimed a government spokesman. "Residents have all stored a lot and we have been rushing in water from other places. We also have safe water from underground wells."



    UNESCO

    The Great Man-Made River Project


     

         Libya consists mostly of desert terrain. The Libyan Sahara desert is one of the last real wildernesses on the planet earth. Only the narrow coastal strip receives sufficient rainfall to make it suitable for agriculture and it is where 90 % of the population resides and where the capital, Tripoli, is situated. Rapid development of coastal areas and increased population have placed a severe strain on the coastal water supply.  The existence of vast fossil aquifers in the south and south-east areas of the country has prompted the building of a huge pipeline to convey water to the coastal areas.

        Started in 1980 the Great Man-Made River project is the largest engineering scheme currently being carried out in the world. The Great Man-Made River Authority (GMRA) was invested with the responsibility of extracting water from the aquifers in the South and conveying it for use in the Libyan coastal belt.  The 4-meter diameter conduit is about 1.600 km long. This huge pipeline supplies water to the cities of Tripoli, Benghazi, Sirt and other settlements. The amount of water transfered daily is 6.5 million m3.

        Since 1990, UNESCO has been contributing to the training of engineers and technicians, the setting up of a training center and the establishment of a technical documentation centre.




    focus.de    27.12.05

    Alarm in der Arktis
    Permafrost-Böden tauen auf
    Bis 2100 könnten die Permafrost-Böden in der Arktis aufgetaut sein.
    Die ökologischen und wirtschaftlichen Folgen wären immens.

    Von Michael Odenwald

         Die Combo der Satellitenaufnahmen von September (1979, oben) und September 2005 zeigt das Schmelzen der Eisfläche am Nordpol

        Die Permafrost-Gebiete im hohen Norden von Alaska, Kanada und Sibirien umfassen ein Viertel der Landfläche der Nordhalbkugel der Erde. Die Böden dort sind in der Regel ganzjährig gefroren, allenfalls die oberste Schicht bis in maximal drei Meter Tiefe kann jeweils im Sommer kurzzeitig auftauen. Bis zur Mitte des Jahrhunderts, so ergab jetzt eine Modellrechnung des US-amerikanischen National Center for Atmospheric Research (NCAR), könnte diese Bodenschicht zur Hälfte getaut sein. Im Jahr 2100 ist sie laut der NCAR-Prognose dann fast vollständig verschwunden.

    Highways werden zu Buckelpisten
        Dieser Prozess setzte bereits in den vergangenen Jahren ein, und vielerorts sind die Folgen des großen Tauens schon heute spürbar. In Alaska etwa verwandelten sich die Highways über weite Strecken in Buckelpisten. Die Bodenwellen entstehen, wenn Erde mit einem relativ hohen Eisanteil auftaut. Das Schmelzwasser versickert, so dass sich im Boden Hohlräume bilden, in die sich der Straßenbelag absenkt.
        Häuser, die auf einem solcherart durchlöcherten Untergrund stehen, sind vom Einsturz bedroht. Er erzeugt auch „betrunkene Wälder“: Bäume rutschen in die Erdtaschen, ihre Stämme stehen dann kreuz und quer durcheinander. Aus Sibirien melden Behörden bereits wirtschaftliche Einbußen durch beschädigte Fabrikgebäude.

    Verstärkter Treibhauseffekt
        Neben wirtschaftlichen Verlusten drohen auch gravierende ökologische Konsequenzen. So speichern die Permafrost-Böden knapp ein Drittel des weltweit in der Erde enthaltenen Kohlenstoffs. Unter eisfreien Bedingungen können Bodenbakterien die kohlenstoffhaltige organische Materie abbauen. Dabei werden größere Mengen der Treibhausgase Methan und CO2 freigesetzt als global durch die Verbrennung fossiler Treibstoffe entstehen. "Wenn die Böden in der Weise auftauen, die unser Modell vorhersagt, beeinflusst dies das Klima enorm“, erklärt der NCAR-Klimaforscher David Lawrence. Es entsteht eine „positive Rückkopplung“, die den Treibhauseffekt weiter verstärkt.

    Süßwasser fließt in die Ozeane
        Durch die tauenden Böden fließt auch vermehrt Süßwasser in die Ozeane. Seit den 30er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts verstärkten sich die Schmelzwasserströme bereits um sieben Prozent. Bis 2100 könnten sie durch den zunehmenden Treibhauseffekt laut der NCAR-Studie um weitere 28 Prozent zunehmen. Dies trägt nicht nur zum Anstieg des Meeresspiegels bei, der zahlreiche Küstenregionen gefährdet, sondern könnte auch die ozeanischen Strömungssysteme stören. Der vom Golfstrom abzweigende Nordatlantikstrom etwa, der warmes Wasser aus dem tropischen Atlantik bis in hohe nördliche Breiten transportiert, wird von so genannten Tiefenwasserpumpen angetrieben.
        Ein Teil des warmen Wassers verdampft auf dem Weg nach Norden, und in den Polarmeeren angekommen, kühlt es beträchtlich ab. Infolgedessen steigt sein Salzgehalt, und es wird dichter als die umgebenden Wassermassen. Deshalb sinkt es in bestimmten Gebieten in die Tiefe und fließt am Meeresboden als kalte Strömung zurück nach Süden.

    Meeresströmung schwächt sich ab
        Der Zufluss großer Süßwassermengen verdünnt indes das dichte Wasser, so dass es nicht mehr absinken kann. Die Tiefenwasserpumpen kommen zum Erliegen – die Meeresströmung schwächt sich ab oder versiegt ganz, und damit der Transport von Wärme in den Norden, wo sich das Klima entsprechend abkühlt.
        Schließlich verändert sich auf den tauenden Böden auch der Pflanzenbewuchs. Als Folge fehlt vielen Tieren des Nordens die Nahrungsgrundlage, so dass sie abwandern müssen. Betroffen wären vor allem Arten wie Karibus oder Rentiere, deren Wanderungszüge sich stark ändern würden. Andere Arten aber, die keine Ausweichmöglichkeit finden, sterben aus. Die Permafrost-Böden blieben seit Ende der letzten Eiszeit vor 10 000 Jahren unverändert gefroren.




    Neue Zürcher Zeitung     30. Januar 2006

    Diskussion am Open Forum Davos
    Armut, Trinkwasser und Privatwirtschaft

    Eine der öffentlichen Begleitveranstaltungen zum WEF in Davos galt der krass mangelhaften Trinkwasserversorgung in armen Ländern. Die Privatisierungsfrage wurde teilweise relativiert.
        C. W. Der Zugang zu sauberem Wasser auch in trockenen Regionen und für arme Bevölkerungskreise ist gewiss eines der existenziellen globalen Probleme. Ein Zusammenhang mit der Globalisierung oder speziell der weltweiten Tendenz zur Liberalisierung entsteht, wenn internationale Unternehmen öffentliche Funktionen, zum Beispiel die ganze Bewirtschaftung von Netzen, erfüllen. Wird ein «öffentliches Gut» dadurch für die Bevölkerung besser oder schlechter verfügbar?

    Keine Lösung ohne fähigen Staat
        Der Streitpunkt kam auch an einer Veranstaltung des Open Forum Davos zur Sprache. Christoph Stückelberger, Sozialethiker und früherer Zentralsekretär von «Brot für alle», bezeichnete die öffentlich-privaten Partnerschaften als grösstenteils gescheitert. Viele Investoren hätten ihre Zusagen, etwa in Bezug auf die Versorgung peripherer Zonen, nicht eingehalten. Die Gegenposition vertrat Nancy Birdsall, Leiterin des Center of global development, eines amerikanischen Think- Tank. Öffentliche Wasserwerke in Entwicklungsländern könnten bedeuten, dass Reiche gratis Wasser erhielten, Arme sich aber mangels Anschluss teuer an Tankwagen eindecken müssten. Privatisierungen hätten hingegen bewirkt, dass die Versorgung überhaupt funktioniere, und für Arme seien Subventionen möglich.
         Gerade Ulrike Ebert, die Thames Water, die betreffende Sparte des RWE-Konzerns, vertrat, äusserte sich nüchterner. Jeder Vertrag sei für sich zu beurteilen. Generell habe man gelernt, dass ein privatwirtschaftliches Engagement einen regulatorischen Rahmen brauche und entsprechende Kapazitäten bei der öffentlichen Hand voraussetze. Daher expandiere der Privatsektor bei der Wasserversorgung im Süden gegenwärtig nicht weiter. Damit ist allerdings noch nicht gesagt, wie das Grundproblem zu lösen wäre.

    Schwieriger Dialog
        Der Nestlé-Konzern ist in diesem Infrastrukturbereich nicht tätig. Ein Rechtsstreit um eine von Nestlé genutzte Quelle in Brasilien, an dem ein ursprünglich als Podiumsteilnehmer vorgesehener Kirchenvertreter beteiligt ist, war indessen für Stückelberger Anlass, das Unternehmen zu einer mehr auf Dialog statt auf Macht bauenden Auseinandersetzung mit der jeweiligen Zivilgesellschaft aufzufordern. Präsident und CEO Peter Brabeck verwies etwas gereizt darauf, dass er nun zum vierten Mal am Open Forum teilnehme und Nestlé auch schon mit dem Hilfswerk Oxfam zusammengearbeitet habe. Birdsall fand die Kritik gar deprimierend.
         Auch dank einer thematisch unklaren Moderation konnte Brabeck einzelnen Fragen mühelos ausweichen, indem er das Wassergeschäft seines Unternehmens in Relation zum Gesamtverbrauch, einschliesslich Landwirtschaft, setzte und quantitativ bagatellisierte. Auch wenn die Verantwortung von Unternehmen begrenzt ist, kann die Frage aufkommen, ob Flaschenwasser ein guter Weg sein könne, ein «Menschenrecht» (Brabeck) zu erfüllen.
         Aus verschiedenen Gründen hatten drei Referenten kurzfristig einspringen müssen, so auch Firmino Mucavele, CEO der Neuen Partnerschaft für Afrikas Entwicklung (Nepad), der für ein Gleichgewicht von Wirtschaft und Sozialrechten plädierte. Andere Podien des Open Forum mögen besser geglückt sein. Hier hatte man den Eindruck, eine prominente Besetzung gewährleiste noch keine prominent gute Diskussion.

    «Erfolgreiche Kontroverse»
        Das World Economic Forum und der Schweizerische Evangelische Kirchenbund - gemeinsam für das Open Forum verantwortlich - bilanzieren in einem Communiqué, an acht Veranstaltungen mit insgesamt 2400 Zuhörern habe ein «erfolgreicher kontroverser Dialog» stattgefunden. WEF-Teilnehmer seien in Kontakt mit der Bevölkerung gebracht worden, die sich an den Debatten beteiligen konnte. Ob dafür die Kirche weiterhin notwendig ist? Der Entscheid für die Fortsetzung im Jahr 2007 ist bereits gefallen.



    NYT    March 15, 2006

    Reservoir Dam Bursts in Hawaii; One Is Killed and 7 Are Missing
    By JANIS L. MAGIN

    HONOLULU, March 14 — One person was killed and as many as seven were missing on Tuesday morning after an earthen dam burst on the North Shore of Kauai, sending a wall of water from the mountains toward the ocean, ripping up a highway and lifting several houses off their foundations.

    State Representative Hermina M. Morita said the body of a man was found after the dam, which held back the Kaloko Reservoir, burst in the early morning.

    Ms. Morita, a Democrat whose district includes the dam, near Kilauea, said the victims were asleep in their homes when the dam burst. It was about 40 feet high and 800 feet along and captured runoff from several small streams.

    The water raced down a stream, ripping up asphalt and closing Kuhio Highway. "It took two houses completely off their foundations, leaving just the concrete slabs," said Dave Curtis, a spokesman for the Hawaii Department of Civil Defense.

    Kuhio Highway, the only road to two North Shore communities, Princeville and Hanalei, will remain closed until state transportation officials can inspect the stability of a second dam downstream from the reservoir.

    Ray Lovell, a spokesman for the State Department of Civil Defense, said: "It's a small island, and this is a pretty big disaster."

    The Coast Guard used a C-130 plane and two H-65 helicopters to search about 9,200 square miles of coastline and ocean for the missing people, said Chief Petty Officer Marsha Delaney.

    Kauai and the other Hawaiian Islands to the south have had heavy rain and flooding for several weeks.




    lematin.ch    8 mars 2006

    «La neige ne suffira pas»

    PÉNURIE D'EAU Le manque d'eau en Suisse est toujours d'actualité. Pour Walter Wildi,
    professeur de géologie environnementale, les dernières giboulées n'y changeront pas grand-chose

    SÉBASTIEN JOST

         Elle ne ferait certainement pas plaisir à tout le monde, mais elle serait la bienvenue. Eh oui, la pluie se fait attendre. Et la sécheresse persiste. Ce ne sont pas les flocons tombés et à venir qui risquent d'y changer grand-chose. «Les chutes de neige ne suffiront pas à compenser le manque d'eau, assure Walter Wildi, professeur de géologie environnementale et directeur de l'Institut Forel de l'Université de Genève. En tout cas sur le Plateau.» Car même s'il en est descendu pas mal la semaine dernière et qu'il y en aura encore, la neige n'est pas tombée en quantité suffisante pour remédier à ce problème.
         L'Office fédéral de l'environnement (OFEV) juge actuellement le niveau d'eau anormalement bas dans le lac de Constance, dans le Rhin en aval de ce lac jusqu'au confluent de la Thur et au Tessin. Quant au niveau des eaux souterraines, il est qualifié de spécialement bas cette année en raison du manque de pluies des derniers mois. L'OFEV explique qu'il faudrait un temps humide durant des jours, voire des semaines, en cette fin d'hiver, pour remplir les réserves d'eaux souterraines. «Les dernières grosses précipitations remontent à août dernier», rappelle Walter Wildi, qui précise: «La neige fraîche est composée de 10% d'eau et de 90% d'air.» En clair, s'il tombe 10 cm de poudreuse, cela ne correspond qu'à 1 cm de pluie.
         Un autre phénomène limite l'efficacité de la neige pour remplir les nappes phréatiques, qui fournissent 80% de l'eau consommée en Suisse: l'évaporation. «Lorsque le temps se réchauffe, une partie de la neige fond et va dans le sol, mais une autre passe directement de l'état solide à la vapeur d'eau. Dans des quantités qui peuvent être assez importantes.»
         Walter Wildi insiste donc sur un usage raisonnable de la précieuse ressource. «La consommation d'eau moyenne d'un Suisse, 162 litres, est élevée», affirme l'expert. Exemple à suivre pour éviter le gaspillage: fermer le robinet quand on se lave les dents ou installer des chasses d'eau économiques. «Trente pour cent de l'eau que nous utilisons finit dans les toilettes. Ça fait beaucoup pour quelques décilitres d'urine.»

    © Le Matin Online



    independent.co.uk    12 March 2006

    Death of the world's rivers
    Disaster warning from UN as investigation reveals half of the planet's
    500 biggest rivers are seriously depleted or polluted

    By Geoffrey Lean, Environment Editor

        The world's great rivers are drying up at an alarming rate, with devastating consequences for humanity, animals and the future of the planet. The Independent on Sunday can today reveal that more than half the world's 500 mightiest rivers have been seriously depleted. Some have been reduced to a trickle in what the United Nations will this week warn is a "disaster in the making".
        From the Nile to China's Yellow River, some of the world's great water systems are now under such pressure that they often fail to deposit their water in the ocean or are interrupted in the course to the sea, with grave consequences for the planet. Adding to the disaster, all of the 20 longer rivers are being disrupted by big dams. One-fifth of all freshwater fish species either face extinction or are already extinct.
        The Nile and Pakistan's Indus are greatly reduced by the time they reach the sea. Some, such as the Colorado and China's Yellow River, now rarely reach the ocean at all. Others, such as the Jordan and the Rio Grande on the US-Mexico border, are dry for much of their length.
        Even in Britain, a quarter of the country's 160 chalk rivers and steams - such as the Kennet in Wiltshire, the Darent in Kent, and the Wylye in Wiltshire - are running out of water because too much is being abstracted for homes, industry and agriculture.
        This week an influential UN report will officially warn the world's governments of an "alarming deterioration" in the planet's rivers, lakes and other freshwater systems. Klaus Toepfer, the executive director of the United Nations Environment Programme, told the IoS yesterday that the state of the world's rivers is "a disaster in the making".
        The UN's triennial World Water Development Report, compiled for an international conference in Mexico City which opens on Thursday, warns that "we have hugely changed the natural order of rivers worldwide", mainly through giant dams and global warming. Some 45,000 big dams now block the world's rivers, trapping 15 per cent of all the water that used to flow from the land to the sea. Reservoirs now cover almost 1 per cent of land surface. The UN report says that demand for them "will continue to increase", but recommends that they should be barred from the world's remaining, undammed "free-flowing" rivers.
        The United States has dismantled 465 dams in recent years, mainly for environmental reasons. But last week, in an abrupt U-turn, it signalled that it was about to embark on its biggest dam-building campaign in decades, when the Washington State legislature passed a bill to allow the federal government to build a series of dams on the Columbia, the West's largest river.
        Global warming is endangering even the rivers that have largely escaped damming. The relatively untamed Amazon was hit by its most serious drought on record last autumn. And salmon are dying in Alaska's Yukon River - the world's longest undammed watercourse - because its waters are getting too hot. On Tuesday an international day of action will see demonstrations across the globe to draw attention to rivers' plight.

    We have used our engineering skills to harness the Earth's water systems.
    Now we are paying the price.
    Rivers: a drying shame
     By Geoffrey Lean

         The delta of the great Colorado River - where once it swept into the Gulf of California - used to be the most wonder-filled wetland in the whole North American continent.
         Some 400 species of plants and animals - including jaguars, beaver and the world's smallest dolphin- thronged its 3,000 square miles of wetlands, lagoons and tidal pools. The local people made a good living fishing its teeming waters. Now it has become a forbidding desert of salt flats and giant heaps of dead clamshells. The fishing boats have been long since beached; the destitute people have to seek what work they can in wheat fields and tortilla factories far away.
         The reason for the transformation is not hard to find. Not a drop of the mighty river which once carved the Grand Canyon now flows through the delta to the sea. It has all been used upstream - to slake the thirst of cities such as Tucson, Arizona, feed fountains in Las Vegas, green golf courses and irrigate farmland. Such water as remains in the delta has flowed in from the sea.
         It is much the same story in that other great river of the American south-west, the Rio Grande. This does not merely fail to reach the sea: it disappears for much of its length. The atlases tell us it is one of the 20 longest rivers in the world, but in reality it stops some 800 miles inland at El Paso, Texas, which takes all its water. For the next 200 miles or so there is just a dribble of sewage in its old river bed, and even this often dries up in summer. Local people call it "the forgotten river". The dry channel does not come alive again until a relatively healthy tributary, the River Conchos, joins it from Mexico. For the rest of its
    length, as it forms the boundary between the two nations, it should, in justice, be called the Conchos, not the Rio Grande. But even this is quickly used up, mainly to irrigate farmland, and often fails to make it through to the Gulf of Mexico.
         It is much the same story right across the world. China's Yellow River, the fifth longest in the world is in trouble at both ends. Its source in the Tibetan plateau is drying up - and for most of the past 35 years it has failed to reach the sea all year round.
         Similarly, despite the words of the spiritual, the River Jordan is far from "deep and wide". In practice it ends at the Sea of Galilee, where Israeli engineers have blocked the outflow and piped the water to irrigate fields and supply Jerusalem and Tel Aviv.
         Such water as flows down the Jordan valley again comes from a tributary, the River Yarmuk. But it cannot really do the job. In biblical times the valley carried a billion cubic metres of water every year; now it has to make do with less than a tenth of that. The ugly truth is that the river - sacred to Christians, Jews and Muslims - is now mainly made up of diluted sewage.
         It is the same for river after famous river. The lower reaches of the Nile used to carry 32 billion cubic metres of water a year; now they are down to two billion. The Indus in Pakistan - "Asia's Nile" - similarly has lost 90 per cent of its water in the last 60 years. Australia's Murray River fails to reach the sea every other year.
         Even in Europe, Germany's River Elbe has run so dry that it frequently becomes impassable to barge traffic for months at a time - and three years ago river traffic almost completely stopped on the Rhine. In Britain the Environment Agency regularly sounds the alarm about our chalk rivers and streams - which gave birth to the sport of fly-fishing. Dozens of them dry up every summer, and 40 of the 160 in the country are officially under threat.
         The writer Fred Pearce, who has published a groundbreaking book on the crisis of the world's rivers, says: "The maps in an atlas no longer accord with reality. The old geography lessons about how rivers emerged from mountains, gathered water from tributaries and finally disgorged their bloated flows into the oceans are now fiction."
         The UN-backed World Commission on Water for the 21st Century reported: "More than one half of the world's major rivers are being seriously depleted and polluted".
     There are two main culprits; abstraction of water for rivers - usually after damming them - and global warming. The world has, on average, built two giant dams a day, every day, for the past 50 years. Now 45,000 of them span the world's rivers. Every one of the world's 20 longest rivers is encumbered by them.
         In many ways it all began on the Colorado, 70 years ago, with the Hoover Dam, the great symbol of Franklin Roosevelt's New Deal. Today, the dams intercept more than a third of the world's freshwater as it flows towards the sea and at any one time are holding back 15 per cent of it.
         The UN's triennial World Water Development Report, published for a international conference in Mexico City this week, cautions that damming has "hugely changed the natural order of rivers worldwide." It goes on: "Humanity has embarked on a huge ecological engineering project with little or no preconception - or indeed full present knowledge - of the consequences. We have sought to redesign and impose a new order on natural planetary systems, built over aeons of time."
         Dams waste massive amounts of water. In hot, dry regions, they lose about 10 per cent of their reservoirs to evaporation every year: much more is lost in irrigation. Global warming is making things even worse. The source of the Yellow River is drying out as glaciers retreat. And a great drought in the southwestern United States - so intense that even cacti are wilting - is exacerbating the crisis of the Colorado and the Rio Grande.
         It is even endangering relatively healthy rivers. The Amazon, relatively unencumbered by great dams, was hit by the worst drought on record last year: water levels fell by 10 metres and boats were stranded. And salmon are endangered in Alaska's Yukon River because its waters are too warm.
         This will only get worse as the world goes on heating up, making the desert delta of the Colorado just a foretaste of the rivers of the future.

    RIVER REPORT
    Amazon
     Length: 4,000 miles
     Famous as: Source of some of world's richest habitats
     Problems: Depleted by a record drought last year. Widespread deforestation
     Verdict: Largely undammed and rescuable

    Yellow River
     Length: 2,900 miles
     Famous as: Carries most silt
     Problems: Source is drying out and river now usually fails to reach the sea
     Verdict: Attempts at rescue. Task immense

    Jordan
     Length: 104 miles
     Famous as: Holy river
     Problems: Effectively ends below the Sea of Galilee. Site where Jesus was baptised now a pool of sewage
     Verdict: Hardly exists, damage seems terminal

    Rio Grande
     Length: 1,900 miles
     Famous as: Border river
     Problems: Now two rivers, split by 250-mile dry section
     Verdict: Over-exploited




        July 7, 2006

    Border Fight Focuses on Water, Not Immigration

    By RANDAL C. ARCHIBOLD

    CALEXICO, Calif. — For more than 100 years, as their names imply, Calexico and its much larger sister city, Mexicali, south of the border, have embraced each other with a bonhomie born of mutual need and satisfaction in the infernal desert.

    The pedestrian gate into Mexico clangs ceaselessly as Mexicans lug back bulging bags from Wal-Mart and 99 Cent Stores in Calexico. The line into the United States slogs along, steady but slower, through an air-conditioned foyer as men and women trudge off to work and, during the school year, children wear the universal face that greets the coming day.

    Now, the ties that bind Calexico and Mexicali are being tested as a 20-year dispute over the rights to water leaking into Mexico from a canal on the American side is reaching a peak. Though the raging debate over illegal immigration in the United States has not upset border relations here, some say the fight over water could affect the number of Mexicans who try to cross here illegally.

    To slake the ever-growing thirst of San Diego, 100 miles to the west, the United States has a plan to replace a 23-mile segment of the earthen All-American Canal, which the federal government owns and the Colorado River feeds, with a concrete-lined parallel trough.

    The $225 million project would send more water to San Diego, by cutting off billions of leaked gallons — enough for 112,000 households a year — that have helped irrigate Mexican farms since the 1940's.

    But Mexican farmers and their advocates say the lined canal would effectively turn off the spigot for 25,000 people, including 400 farmers whose wells rely on the seepage that has helped turn the powdery fields east of Mexicali, an industrial city, into one of the biggest Mexican producers of onions, alfalfa, asparagus, squash and other crops.

    The farmers and their families ask what will they do if they cannot till the fields and answer that they will cross the border, illegally if they have to, in droves.

    "They can't build a fence high enough to stop us," said Gerónimo Hernández, a Mexicali farmer whose family has worked the fields for generations.

    Juan Ignácio Guajardo, a lawyer in Mexicali who is helping a civic group there and two environmental groups in Southern California fight the canal, said, "You can't have it both ways," adding, "You can't take our water away and then say, 'We don't want immigration, either.' "

    The dispute over the project was among the topics President Bush and President Vicente Fox of Mexico discussed in an April meeting in Mexico.

    [A federal judge ruled against environmental groups in the United States and a Mexicali civic association in a lawsuit against the project, dismissing some claims on June 26 on technicalities and deciding on July 3 that many of the predicted effects on Mexico were "highly speculative" and that the federal environmental law at issue did not apply beyond the border. The groups said they were preparing an appeal. In addition, a separate lawsuit is pending in state court.]

    On the American side, managers of the Imperial Irrigation District, which controls the canal and a vast water system that has turned swaths of the California desert in the Imperial and Coachella Valleys into some of the most fertile farmland anywhere, defend the plan.

    They say the 1944 international treaty on the distribution of water from the Colorado River, which feeds the canal, does not prohibit the concrete lining. New agreements among the states and water utilities along the Colorado have imposed limits on how much water can be tapped from the river, making every drop count that much more.

    "There is more need than water available," said the general manager of the irrigation district, Charles Hosken. "When you find a point to access water, I think it is our duty to go after it."

    Mr. Hosken acknowledged that the project, which has been mired in legal challenges and planning since the 1980's, "will have impact" on Mexico, but said, "The fact is, the water belongs to the United States, and we have never been compensated for it."

    He said he was particularly angry at opponents of the project who invoke the immigration debate, which while discussed here, has not set off the fiery passions found elsewhere.

    The notion that cutting off the leakage would drive up illegal immigration, he said, was "quite a stretch" and a "scare tactic" intended to take advantage of the charged atmosphere surrounding the debate.

    But opponents said the project was moving forward without enough consideration of its potential effects.

    The federal lawsuit contended that a study in 1994 of the project's environmental consequences was outdated and should be revised to take into account changes of the last 12 years.

    The groups argued in the suit that the original study did not fully take into account a projected increase in air pollution if the fields were returned to dust or the deterioration of Mexican wetlands if the leaking water were to dry up and remove the habitat of endangered birds and lizards.

    In the state lawsuit, filed in April, another environmental group contends that the concrete lining and the shape of the new canal would produce swifter currents that would endanger people and animals. That group says it plans to seek a temporary restraining order against the project.

    California has agreed to pay for 60 percent of the project, with the San Diego County Water Authority financing the rest. Malissa Hathaway McKeith, president of Citizens United for Resources and the Environment, a group in the federal lawsuit, said Gov. Arnold Schwarzenegger could halt the project by withholding the state money until the environmental effects were studied more closely.

    A spokeswoman for Mr. Schwarzenegger, Margita Thompson, said such a move was far from likely because the governor thought that the water recovered from the lining would lessen the need to tap the Colorado.

    "This will help provide long-term stability in water management," Ms. Thompson said.

    The dispute has touched a nerve in Calexico, which, with a population of 33,000, mostly Spanish speakers of Mexican descent, functions as a virtual suburb of Mexicali, which has nearly one million residents.

    The mayor and Council of Calexico have sided with the Mexicali farmers, taking pains to make clear that Mexicans are welcome here in part because they fear that economic distress in the region could damage their economy, which is buoyed by Mexican wallets.

    "If we didn't have Mexico," said Mayor Alex Perrone, who like many other city residents was born in Mexicali and reared in Calexico, "we could not survive."

    So intertwined are the towns that Calexico fire trucks race across the border for emergencies. Mexicali children fill private schools in Calexico. Special border-crossing cards known as laser visas make it easy for many Mexicans to go back and forth, though some sneak in, too, hiding in cars or scaling the steel-plate fence.

    Ire against the new canal has grown in Mexicali, where bumper stickers opposing it are turning up.

    "How can they take away the farmers' water after all these years?" asked Juan Rodolfo Rodríguez, a Mexicali shopkeeper who was buying a caffè latte at the Starbucks shop here. "Americans always want more, but we are used to this."

    Farmers like the Hernández family fear they would not have the resources to find alternate water sources, like digging deeper wells to tap an underground aquifer.

    "It would be costly to maintain," said Luis Hernández, Gerónimo Hernández's brother. "And who knows if it would give us the same amount of water?"




    Los Angeles Times    August 10, 2006

    WARFARE IN THE MIDDLE EAST
    Old Feud Over Lebanese River Takes New Turn
    Israel's airstrikes on canals renew enduring suspicions that it covets water from the Litani.
    The Jewish state denies having any such designs.

    By Kim Murphy, Times Staff Writer

    QASMIYA, Lebanon — Israeli bombing has knocked out irrigation canals supplying Litani River water to more than 10,000 acres of farmland and 23 villages in southern Lebanon and the Bekaa Valley, prompting accusations here that Israel is using its war against Hezbollah to lay claim to Lebanon's prime watersheds.

    Heavy fighting and a series of targeted strikes on open water channels and underground water diversion pipes have suspended much of Lebanon's agricultural use of the Litani River along the coastal plain and in parts of the Bekaa Valley near Qaraoun Dam, said water engineers who have surveyed the south.

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     The damaged or broken facilities include a pumping station on the Wazzani River, whose inauguration by Lebanon in 2002 prompted Israel to threaten military action because it diverted water a few hundred yards from the Israeli border, in a watershed that feeds the Jordan River, Lebanese officials said. At the time, Hezbollah promised to defend the facility.

    The strikes went largely unnoticed by the outside world in the nearly monthlong air assault targeting Hezbollah guerrilla strongholds in southern Lebanon. But Lebanese point to the extensive damage to their irrigation and drinking water system as evidence that border security and water issues remain intertwined in a region short on both.

    "Whenever Israel throughout history has thought of its northern border, they don't talk, for example, of the mountains as a border. They always think of the valley of the Litani," said Mohammed Shaya, dean of the college of social sciences at Lebanese University in Beirut.

    Israel has said repeatedly that it has no designs on Lebanon's water.

    "There's a policy decision at the highest level not to target those water pumping stations," said Mark Regev, a spokesman for the Israeli Foreign Ministry. "We don't claim an inch of Lebanese sovereign territory. We don't claim a gallon of Lebanese water. We have no hostile intentions whatever towards Lebanon as a country, towards the Lebanese people or towards Lebanese natural resources."

    But the enduring suspicion in Lebanon that Israel regards the water of the Litani as its own and the lands to its south as a security perimeter help explain Beirut's reluctance to accept any U.N. cease-fire resolution that does not call for an immediate Israeli withdrawal from the region.

    At a minimum, Lebanese officials fear that the repeated attacks on water facilities — as well as bridges, highways, power plants and roads — signal an intention to debilitate Hezbollah-dominated southern Lebanon and enable a long-term Israeli presence there.

    "They started [bombing] with the Litani water reservoir, the Litani dam. And we all know that the Litani has a special place in this country," said Fadl Shalaq, president of the Lebanese Council for Reconstruction and Development. "It's a big reservoir of water, and the Israelis don't hide it that there are several parts of the Litani that they would like to take for themselves."

    Officials in southern Lebanon said the attacks hit not only bridges, but open water canals, crippling irrigation to thousands of acres here in the Tyre region and in the Bekaa Valley.

    During fighting near the Wazzani springs, a guard at the pumping station was killed, the pump was knocked out of service and the underground pipes through which water is transported were heavily damaged, said Hussein Ramal, an engineer for the Litani Water Authority, which operates irrigation systems in the region. "Now every one of these villages is without water."

    The Litani flows 102 miles, entirely within Lebanon. It courses south through eastern Lebanon's Bekaa Valley, before turning sharply westward just 2 1/2 miles from the Israeli border, then heading through the coastal plain, past the town of Qasmiya to the Mediterranean, north of Tyre.

    Zionist leader Chaim Weizmann, who would become the first president of Israel, in 1919 included the Litani valley among the "minimum requirements essential to the realization of the Jewish National Home." David Ben-Gurion, Israel's first prime minister, proposed including the Litani again in the 1940s on the eve of the creation of the Jewish state. In the 1950s, historical records show, Moshe Dayan, then chief of staff of the Israel Defense Forces, and others favored occupying and ultimately annexing southern Lebanon up to the Litani River.

    Occupation of the West Bank and Golan Heights, though motivated by security concerns, has provided Israel with an important source of water. Experts note that the small slice of land known as the Shebaa Farms, one of the issues in the current conflict, is graced with abundant groundwater flowing from the slopes of Mt. Hermon.

    Israel also sees Shebaa Farms as a strategic asset because of its proximity to the Israeli, Syrian and Lebanese borders.

    Israel has always argued that much of the Litani's water flows to the sea, wasted.

    A large portion of the river's flow is diverted to a series of hydropower dams, leaving relatively little for irrigation in southern Lebanon. But the Lebanese government had planned to offer a $200-million contract this summer to irrigate major new sections of the region.

    Both states would benefit if Israel sold Lebanon power and Lebanon sold Israel water, said Haim Gvirtzman, hydrology professor at Hebrew University.

    "Should there be peace between Israel and Lebanon, then it will be possible to use the Litani's water as a trigger for a fruitful cooperation between the two countries," Gvirtzman said.

    But the Lebanese fear that a prolonged Israeli occupation would give the Jewish state ample time to develop its own international "projects" for sharing the Litani's water.

    "In this war, the whole symbol of water has come back with the insurgency now. Because Israel's declared war is to push out the Katyushas" — the rockets being fired by Hezbollah militants — "but the long-range aim, I believe, is to again enter the water issue and push it on the Lebanese," said Mahmoud Haidar, head of the Delta Center for Research and the Press in Beirut.

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     "If Israel is the winner in this war, in any settlement," he said, "water will become an issue. It will become part of the Israeli demands."

    A report on Debka File, a website often described as reflecting the thinking of Israeli intelligence, described "Israel's recovery of control over its main sources of water" at Wazzani as "the most important gain from the crisis" in Lebanon.

    "Israel will not cede this asset in a hurry," the website predicted. "Worth citing in this regard is Defense Minister Amir Peretz's statement after U.S. Secretary of State Condoleezza Rice left the Middle East, that Israel would retain control of a security belt in southern Lebanon until a multinational force takes over."

    Israeli officials say any damage to water facilities is collateral to strikes on bridges and roads used by Hezbollah to transport weapons.

    "The whole idea that we are trying somehow — and this is going back to conspiracy theories — that we are trying to steal Litani water is ridiculous," said Regev, the Foreign Ministry spokesman.

    Here on the Litani, in the empty banana fields and citrus groves that stretch for miles, there is a sense among residents that the battle already has been lost.

    The airstrikes on the main irrigation canal, the trunk of a system that waters 9,800 acres, has doomed this year's banana crop. No one knows when the canal system might be repaired. The farmers have fled, and the banana plants stand drying under the hot summer sun.

    "All the farmers depend on this water. It's drying up. There's nothing left here. It's collapsing," said Mohammed Saghir, a Qasmiya shop owner who stayed behind because he had nowhere to run. "In 1948, the British hit the irrigation canal, and now the Israelis want to hit it. They know all our families depend on this water," he said.

    Special correspondent Vita Bekker in Tel Aviv and Times staff writer Henry Chu in Jerusalem contributed to this report.




    LE MONDE    20 août 2006

    Les pesticides sont largement présents
    dans les rivières et les nappes d'eau

    Gaëlle Dupont

     Le bilan de la qualité de l'eau publié jeudi 17 août par l'Institut français de l'environnement (IFEN) ne fait apparaître aucune amélioration. Les eaux brutes superficielles et souterraines restent largement contaminées par les pesticides, utilisés principalement pour améliorer les rendements agricoles.

    En 2004, sur les 607 points de mesure de la qualité des rivières, la présence de pesticides a été relevée dans 96 % des cas. La qualité de l'eau est jugée "moyenne à mauvaise" dans 49 % des cas, ce qui signifie que la vie des organismes aquatiques et la production d'eau potable sans traitement spécifique sont compromis. Pour les eaux souterraines, dont le renouvellement peut prendre des centaines d'années, des concentrations de pesticides sont relevées dans 61 % des échantillons. Dans 27 % des cas, la qualité est médiocre ou mauvaise.

    Le nombre de molécules chimiques repérées augmente : dans les eaux superficielles, 229 substances différentes ont été quantifiées au moins une fois en 2004, contre 201 en 2002. Dans les nappes, 166 substances ont été quantifiées en 2004, contre 123 en 2002. Les substances les plus souvent décelées sont le glyphosate et l'atrazine, qui persiste dans l'environnement malgré son interdiction en 2001.

    L'IFEN reste toutefois très prudent sur l'interprétation de cette évolution. "Nous cherchons plus de molécules, dans davantage d'endroits, et nos capacités d'analyse s'améliorent dans certains cas", explique François Moreau, chef du département de la connaissance environnementale à l'IFEN. Les chercheurs espèrent à l'avenir pouvoir gommer ces biais, mais c'est un travail "très lourd", commente M. Moreau.

    Ces chiffres renforcent l'hypothèse selon laquelle l'évolution des tonnages de produits pesticides vendus n'est pas un indicateur significatif. Après avoir connu un pic en 1999, ces quantités ont baissé pendant plusieurs années, avant de remonter en 2005. Cependant, "les différentes substances présentent des niveaux de danger très hétérogènes et les substances nouvelles sont en général plus toxiques à faibles doses", notent les auteurs du rapport.

    La France est le troisième consommateur au monde d'insecticides, d'herbicides et de fongicides.




    ftde.de    22. August 2006

    Tummelplatz für Krankheitskeime
    Schlechte Trinkwasserqualität bedroht in vielen Ländern die menschliche Gesundheit -
    Geologen setzen jetzt auf Minerale als Filter.

    von Axel Bojanowski

    Auch wenn die Jahrhundertflut für ungewohnte hygienische Mängel gesorgt hat - in Deutschland ist die Qualität von Trinkwasser in der Regel kein Thema. Selten belasten lecke Abwasserleitungen und Kläranlagen das hiesige Nass. In anderen Ländern stellt die Verseuchung der lebenswichtigen Ressource durch Viren und Bakterien jedoch ein großes Problem dar - insbesondere dort, wo das Grundwasser knapp ist. Viele Entwicklungsländer, aber auch Teile der USA beziehen ihr Trinkwasser aus belasteten Flüssen oder Seen und bereiten es, wenn überhaupt, mit Chlor oder UV-Strahlung auf. Dabei werden jedoch nicht immer alle Keime abgetötet.

    Bei der Suche nach neuen Möglichkeiten zur Abwasserreinigung haben Geologen jetzt künstlich beschichtete Minerale entwickelt, die das Trinkwasser kostengünstig vor einer Verseuchung schützen könnten. Die Forschergruppe um den Geologen Dirk Schulze-Makuch von der Universität Texas in El Paso griff dabei auf die speziellen Eigenschaften von Zeolithen zurück. Diese Minerale "brodeln", sobald sie erhitzt werden, weil sie von zahlreichen wassergefüllten Kanälen durchzogen und mithin durchlässig sind. Wie die Forscher im geologischen Fachmagazin "EOS" schreiben, könnten Zeolithe als Filter dienen, durch die auf Grund der großen Porosität große Mengen Flüssigkeit strömen. Die Minerale halten Partikel durch elektromagnetische Wechselwirkungen zurück - Teilchen mit einer gegensätzlichen Ladung zur Mineraloberfläche werden angezogen und bleiben haften.

    Natürliche Zeolithe haben eine überwiegend negativ geladene Oberfläche und stoßen Viren und Bakterien ab, die gewöhnlich ebenfalls negativ geladen sind. Die Forscher behandelten die Minerale deshalb mit einer chemischen Substanz, die normalerweise antibakterieller Bestandteil von Mundwassern ist. Die Moleküle der Lösung sind auf zwei Seiten positiv geladen, verbinden sich mit der Zeolithen-Oberfläche und geben der Gesamtverbindung eine positive Ladung, die künstlich erzeugten Zeolithe ziehen Viren und Bakterien deshalb an.

    Ideale Reinigung
    Sowohl in Labor- als auch in Feldexperimenten spülten die Geologen verkeimtes Wasser durch die neuartigen Minerale; 99 Prozent der enthaltenen Bakterien und Viren blieben an den Zeolithen hängen. Nach Meinung der Forscher bieten sich die Minerale damit als ideale Füllung anstelle von Kies für Trinkwasserbrunnen an. Für die größte Effektivität soll die Pumprate im Brunnen so eingestellt sein, dass das Wasser zehn Sekunden Kontakt mit dem Zeolith hat.

    Um diese Technik anwenden zu können, ist eine entsprechende Infrastruktur notwendig, nämlich überhaupt Brunnen mit Pumpen für die Wasserversorgung zu haben. In vielen Entwicklungsländern ist sie jedoch gar nicht vorhanden.




    Financial Times Deutschland     22.August 2006

    Grosse und kleine Geschäfte
    Forscher tüfteln an neuen Systemen, um Abwasser in heimischen Kreisläufen zu recyceln. Nach
    Meinung von Experten steckt in der Abwassertrennung eine Zukunftsindustrie.

    Nicola Kuhrt

         Ein Tastendruck genügt. Mit einem Schwall spült die Toilette die menschliche Hinterlassenschaft aus der Kloschüssel. Eine unglaubliche Verschwendung. In der Kanalisation verschwinden nicht nur sechs Liter Trinkwasser, für immer verloren ist auch ein wertvoller Rohstoff: Urin. Er enthält viel Phosphor - ein für Lebewesen unverzichtbarer Zellbaustoff und ausserdem der wichtigste Pflanzendünger.
         Die wenigen Phosphor-Abbaustätten in den USA und Afrika sind in einigen Jahrzehnten erschöpft, deshalb müssen Alternativen her. "Wir müssten keinen Mangel fürchten, wenn unsere Sanitärsysteme entsprechend ausgelegt wären", sagt Ralf Otterpohl, Leiter des Instituts für Abwasserwirtschaft an der Technischen Universität (TU) Hamburg-Harburg. Sind sie aber nicht. Stattdessen wird der Urin zusammen mit anderen Abwässern in die Kläranlage gespült, wo er dann so stark verdünnt ist, dass Nährstoffe nicht mehr herausgefiltert werden können.
        Daher arbeiten immer mehr Forscher an Sanitärkonzepten für das 21. Jahrhundert. Urin-Dünger-Fabriken, Wasserrecyclinganlagen und Separations-Sets für den heimischen Lokus sollen die knapper werdenden Ressourcen recyceln. Experten sind überzeugt: Im Zukunftsmarkt Abwasser-Trennung haben die dafür nötigen Anlagen und das Know-how aus Deutschland gute Exportchancen.

    Der Ingenieur spricht von Gelbwasser
        Am Anfang aller innovativen Techniken steht die Separationstoilette. Nur so kann Urin - der Ingenieur spricht lieber vom Gelbwasser - von den Feststoffen des Braunwassers getrennt werden. Von außen gleichen die Hightech-Töpfchen herkömmlichen Klos. Wer hineinschaut, erblickt allerdings zwei Öffnungen: Der Urin versickert vorne durch eine Art Sieb, lange bevor das Spülwasser die Fäkalien hinwegschwemmt.
        Gerade hat das Hanauer Unternehmen Roediger den Prototyp einer Vakuum-Trenntoilette vorgestellt, die nur einen Liter Wasser pro Spülung verbraucht.  Erfolgreich laufen auch Pilotprojekte wie in Lübeck, hier ermöglichen Trenntoiletten und
    Biogasreaktoren eine dezentrale Abwasserentsorgung. Weitere Städte sollen folgen. Auch die Industrie investiert in die biologischen Techniken. Das Unternehmen Huber Technology im bayerischen Berching separiert im firmeneigenen "ReUse-Park" aus dem Urin der Firmenmitarbeiter Nährstoffe für die Düngerproduktion. Die Feststoffe aus dem
    Braunwasser landen in einem Biogasreaktor. Das Grauwasser, das aus allen anderen Waschvorgängen des Hauses stammt, wird gefiltert und kommt in den Fischteich.

    Interesse in den USA und China
        Derartige Anlagen sind vor allem für Städte interessant, die mit Wasserknappheit zu kämpfen haben. In den USA oder in China ist man auf die deutschen Entwicklungen aufmerksam geworden. Die Hamburger Stadtentwässerung (HSE) testet ihr ökologisches Abwasserkonzept auf der zu Shanghai gehörenden Insel Chongming. Huber Technology hat erste Anlagen bereits nach Vietnam geliefert, die nächste geht nach Indonesien.
        Auch Ulrich Braun hat große Pläne. In Zusammenarbeit mit der TU Hamburg-Harburg hat sein Unternehmen Intaqua ein Verfahren zum Wasserrecycling entwickelt. "Mit der Anlage lässt sich der Wasserverbrauch eines Deutschen um bis zu 90 Prozent senken", sagt er. Sein Verfahren: Die anfallenden Flüssigkeiten eines Hauses werden in zwei Kreisläufe getrennt. Bakterien zersetzen in Abwässern aus Dusche, Spüle oder Waschmaschine alles, was schädlich ist. Nach Filterung und Entsalzung kann es wieder als trinkbares Leitungswasser verwendet werden. In einem zweiten Kreislauf wird das
    Toilettenspülwasser so behandelt, dass es wieder zum Spülen des Klos genutzt werden kann. Die Feststoffe werden kompostiert und zur Biogasproduktion genutzt. Die Nährstoffe des Urins werden gefiltert und getrocknet zu Dünger verarbeitet.

    Erste Hotels sollen beliefert werden
        Brauns erste kommerzielle Demonstrationsanlage entsteht im Zentrum für nachhaltige Technologien in Ahlen. 2007 will Braun erste Hotels mit den Wasser-Waschmaschinen beliefern, er rechnet mit einem Umsatz von 1,5 Mio. Euro "danach wird der Markt explodieren."
        Wie es in Zukunft in den Großstädten aussehen müsste, wenn alle Verbraucher ihren Urin in Tanks sammeln, darüber hat sich Ralf Otterpohl Gedanken gemacht. Mit seinem Team arbeitet er an einer Mikro-Düngerfabrik. Statt die Unmengen an Harn erst umständlich aus den Siedlungen abzufahren, könnte der Rohstoff direkt vor Ort zu T