Rückblick und Ausblick
von: Anton Keller,
Genf - 022-7400362 - www.solami.com/wegweiser
- swissbit@solami.com
- 1. Januar 2004
Es ist als würde die Eidgenossenschaft
neu gegründet - wie 1848. Die Wurzeln, die Topographie und die konstituierenden
Gemeinschaften sind zwar die gleichen wie zuvor, das Umfeld hingegen ist
in völligem Umbruch. Die Wahlen vom 19.Oktober und 10.Dezember gaben
diesen Entwicklungen konkreten Ausdruck – und die generelle Ausrichtung.
Auch und besonders bezüglich der Beziehungen der Schweiz gegenüber
der Europäischen Union und den USA.
Offen ist, ob und wieweit die Gelegenheiten,
welche mit dieser Neuverteilung der politischen Karten verbundenen sind,
zugunsten der Stärkung des Souveräns, d.h. des Bürgers
gegenüber dem Staat genutzt werden. Oder ob unter dem Vorwand
der Bekämpfung des Terrorismus und anderer Zeitübel der Entmündigung
des Bürgers und der hausgemachten Verschwendung, resp.
Überbelastung der produktiven Kräfte weiterhin Vorschub
geleistet wird. Dem zuwiderlaufende gesellschaftspolitische und wirtschaftliche
Weichenstellungen hier und dort werden allerdings solange kaum wachstumsfördernde
Wirkungen zeitigen, als es den Staatsdienern überlassen bleibt,
ihre faktische Vormacht wesentlich unbehindert auszuspielen. Statt
ihrer Dienstrolle gegenüber dem Souverän Bürger
wirklich nachkommen - analog zu Art.55 al.4 VVG und dem früheren
lèse-majesté Prinzip. Massgebend bleibt sodann,
wer wirklich das Sagen hat. Ob hiesige Liebediener fremder,
insb. von US-Rechtsvorstellungen und von diskreditierten Ideologien die
Entscheidungsprozesse weiter dominieren – seien es Sesselinhaber in den
belles étages der Bundesanwaltschaft (www.solami.com/nicati),
Staatsanwaltschaft, Parteizentralen, Gewerkschaften, Grossbanken oder Bankiervereinigung
(www.solami.com/warfare
: Begründung, Punkt 2). Ob die Entscheidungsträger über
genügend Rückgrat und Weitsicht für eigene Lösungen
verfügen. Und ob sie auch den Mut haben allfällige Fehleinschätzungen
einzugestehen, und nicht nur fremden Propheten Gehör zu schenken
(„It only takes a few good men to do nothing for evil to take over.").
Bereits niederdonnernde
oder anstehende Problemlawinen
-
In der Finanzbranche hat die Compliance-Abteilung oft die
grösste – einzige? – Zuwachsrate (www.solami.com/armscom
¦
www.solami.com/memo19feb03
¦ www.solami.com/lexus).
Statt der überhandnehmenden Compliance-Mentalität
trotz 9/11 mit wachstumsfördernden und auf Eigenständigkeit
bedachten Wegen und Massnahmen klarsichtig entgegenzuwirken (www.solami.com/morris21.htm#insurance),
wird gejammert, gespart und politische Korrektheit praktiziert. Mit
dem Ergebnis, dass die produktiven Kräfte zusehends gelähmt
werden, die Wirtschaft hier und dort massiv untertourig läuft,
und der Wettbewerb bereits auch im Industrie- und im Nahrungsmittelbereich
untergraben wird (www.solami.com/bioteranimals).
Der Finanzplatz, Industriestandort und Ausbildungsplatz Schweiz verliert
dabei zusehends an Attraktivität, und der Zerfall des Vertrauens
ausländischer Investoren in die amerikanische Wirtschaft und Währung
wird
immer deutlicher („Wo die
Ehrlichen die Dummen sind", NZZ am Sonntag, 30.11.03; China überholte
die USA in 2003 re: direkte Auslandinvestitionen!). Die scheinbar phänomenalen
US-Wachstumsraten (zunächst 7,2 dann sogar 8,2% p.a. BSP) sind dann
auch gefährliche Trugbilder und Produkte von ENRON-Praktiken
und Andersen-Buchhaltungs-Seiltricks. Der derzeitige Aufschwung
der US-Börsen ist begleitet von einem ominösen Zerfall der
US-Währung (www.solami.com/economy).
-
Die im Schweizer Pensionskassengesetz 1985 eingeführten Abweichungen
von bewährten Anlageprinzipien sind weltweit nachgeahmt worden
(könnte auch für Korrekturimpulse gelten!), mit dem Ergebnis
einer hausgemachten bedenklichen Schwächung der kleinen und
mittleren Unternehmungen als den Kernpfeilern unserer Wirtschaft:
Die eingetretenen Entwicklungen rechtfertigen den Hinweis auf die 1998
veröffentlichte Kurzanalyse (www.solami.com/caisses):
„Comment sommes-nous
arrivés là? Est-ce une fatalité inéluctable?
Est-ce qu'il y a encore un pilot dans l'avion? Et si non, où
est le "Fähnlein der Sieben Aufrechten" derrière lequel
nous pourrions nous rassembler pour arrêter ce train au désastre
avec les moyens du bord - avant qu’il emprunte le viaduc qui, visiblement,
n’est pas encore ou plus en place?
1. Avec l’introduction
de l'assurance obligatoire sur la prévoyance professionnelle
(LPP) en 1985, une masse des fonds toujours plus importante (1994 env.
275
milliards francs) chasse des titres de placement sûr qui par
leur nombre restreint deviennent de plus en plus chers. Avant 1985,
pour assurer la sécurité des fonds de pension, les dirigeants
étaient autorisés d’effectuer seulement des "placements
en père de famille" (obligations suisses, lettres de gages,
etc.). Déjà dans son message au Parlement sur le LPP
de 1975, le Conseil Fédéral a ouvert une brèche pour
des placements spéculatifs des fonds de pensions; s'il avait des
soucis sur les effets pervers que ces gigantesques fonds pouvaient avoir
sur la bourse et le marché des crédits, il les gardait
pour lui-même. Par contre, il se préoccupait du problème
de la capacité limité du marché suisse d’offrir des
placements adéquates (et rentables) pour ce flot d’argent.
A l’époque,
seulement quelques voix rarissimes, comme les parlementaires Brunner
et Jauslin
(qui finalement ont payé avec la perte de leurs sièges pour
avoir sonné l’alarme), ont questionné la sagesse de laisser
libre cours à de tels monstres financiers qui ne pouvaient pas manquer
de fausser les courses dans la bourse. Dans l’art.71 LPP on lit donc:
"Les institutions
de prévoyance administreront leur fortune de manière à
garantir la sécurité des placements, un rendement raisonnable,
une répartition appropriée des risques et la couverture des
besoins prévisibles de liquidités."
Et tandis que l’ordonnance au LPP fixe des pourcentages
plutôt conservatives (comparé à l’étranger)
des différents catégories de placements (art.54s), elle a
introduit des directives irréfléchies et qui, ici et là,
ont produit des effets non-prévus:
a) le
critère de la dimension d’une entreprise (art.50 al.2; ce qui,
en pratique, a amené les dirigeants des fonds à considérer
une entreprise comme sûr qu’à partir d’une certaine dimension,
éliminant ainsi la plupart des PMUs du champ de placement),
b) l'obligation
de poursuivre un rendement conforme au marché (art.51;
ce qui, en négligeant la sécurité, a encouragé
un cours au profit à court terme), et
c) l’autorisation
des placements dans des instruments dérivatifs (art.56a;
ce qui a davantage encore engendré une atmosphère de casino,
ces placements figurant parmi les plus risqués, comme le démontre
les cas récents: Barings, Rinderknecht, SBS, UBS).„
-
Unter dem Kürzel GRID steht eine Global Regulatory Information
Database im Aufbau, angeblich für Hintergrundchecks mittels
Überwachungs- und Polizeidaten aus aller Welt. Die unter Führung
der UBS im Schatten der „Wolfsberg-Gruppe" und im Zusammenhang mit der
globalen Bewältigung des Y2K-Problems entwickelten Kapazitäten
finden damit „positive" Anwendung. Beteiligt sind u.a. Citygroup, Deutsche
Bank, Dresdner Bank, Goldman Sachs, CSFB, Bank of America, JP Morgan Chase,
Lehman Brothers, Merill Lynch, Morgan Stanley. Befürworter eines wirksameren
Schutzes der Privatsphäre im Finanz- und Fiskalbereich sehen in dieser
Entwicklung ein weiteres wachstums- und vermögens-feindliches Eigentor
einer grundwert-entfremdeten Generation von Vermögenstreuhändern
(„Bank
database set up to run global checks", Financial Times, 27/11/03).
Lösungsansätze
-
Die Festnahme von Saddam Hussein gibt Anlass die aussenpolitischen
Interessen und Optionen der Schweiz gegenüber dem Iraq, der Besatzungsbehörde
und der UNO erneut zu überprüfen. Und zwar in Richtung Wiederaufbau
der Infrastrukturen, Versöhnung von Irak’s konstituierenden Gemeinschaften,
und Neubau der Staatsstrukturen, wobei allfällige Schweizer Beiträge
unseren Traditionen und Spezialitäten entsprechen, und nicht gemäss
amerikanischen Zumutungen erfolgen sollen. Unter allen wesentlichen Gesichtspunkten
erweist sich das mit der Frage von Nationalrat Jürg Stahl angeregte
Projekt
eines Schweizer Trainings irakischer Olympia-Athleten (www.solami.com/olymp)
auch gegenüber unseren amerikanischen Freunden als ausserordentliche
Gelegenheit zur Darstellung unserer Guten Dienste (www.solami.com/PLATO)
und zur Image-Förderung interessierter privater Firmen.
-
Die unablässigen Pressionen fremder Behörden (insb.
USA) und internationaler Organisationen (EU, OECD, UNO) i.S. Bankgeheimnis,
Steuerdatenaustausch, Terrorismus- und Verbrechens-Bekämpfung, Nahrungsmittel-
und Technologieexporte, etc. bedürfen der Mobilisierung und Nutzung
aller verfügbaren rechtlichen, politischen und personellen Mittel.
Dazu
gehört auch das brach liegende Goodwill- und Netzwerk-Potential
der in der Schweiz ansässigen ex-Botschafter fremder Staaten, Künstler
und Vordenker (www.solami.com/HORACE),
welches in Anlehnung an das Mäzenen-Modell der Renaissance
in geeigneter wirksamer Form mit den Entscheidungsträgern in Kontakt
zu bringen ist. Dazu gehören aber auch die in ihre Herkunftsländer
zurückgekehrten über 200'000 Absolventen von Schweizer Ausbildungsstätten,
zu denen der Kontakt nur in wenigen Fällen in Alumni-Vereinigungen
systematisch gepflegt, und deren Goodwill-Potential damit ebenfalls kaum
wahrgenommen, geschweige denn genutzt wird (www.solami.com/SWISS).
Und es ist zur Förderung der Eigenverantwortung das Grundrecht
auf Irrtum, verbunden mit der Pflicht Fehler einzugestehen,
neu zu verankern (www.solami.com/irrtum).
Im Verhältnis zu den USA gilt es den persönlichen Direktkontakt
zwischen Parlamentariern geschichtsbewusst und zielstrebig zu fördern
(www.solami.com/billiard).
Es besteht aber auch dringender Anlass grundlegende Prinzipien wie Souveränität,
Nicht-Diskriminierung und Inländerbehandlung nachdrücklicher
als bisher zu vertreten – nicht nur im Rahmen internationaler Organisationen,
sondern auch in bilateralen Bereichen (z.B. Visum, Flugpassagierdaten,
Nahrungsmittel- und Chemie-Exporte: www.solami.com/memo19feb03
¦ www.solami.com/memo20feb03
¦ www.solami.com/warfare).
Hierzu anerbietet sich insbesondere das zwar in Vergessenheit geratene
aber immer noch voll rechtskräftige Instrument des CH/US Freundschaft-,
Niederlassungs- & Handelsvertrags (NV) von 1850 (SR
0.142.113.361
¦ www.solami.com/mar19
¦ www.solami.com/commercetreaties).
Voraussetzung dazu ist allerding eine entschiedene Änderung
der NV-Verwaltungspraxis gegenüber Vertragsbürgern, zunächst
vielleicht beschränkt auf die bereits Ansässigen (und nicht nur
auf die hier Niedergelassenen). Die beim Bunderat hängige Beschwerde
i.S. Zuniga ca. Genfer Einwohnerbehörde vom 9.September
2003 ist in diesem Lichte zu entscheiden (www.solami.com/mar20).
-
Die von orwellschen Entwicklungen in ihren Grundrechten bedrohten
Bürger hier und dort benötigen die Wiederherstellung
der Privatsphäre - auch im Interesse eines gegen aussen starken
Staates. Denn nur Nationen mit starken, unternehmerischen und verantwortungs-gewohnten
Bürgern haben auf Dauer Bestand. Glasnost strebte übrigens
nicht den transparenten Bürger an, sondern war Ausdruck der Bemühungen
der Führungselite den für den Bürger bislang verschlossenen
Staat zu öffnen, ihn transparent zu machen und in den Dienst des Bürgers
zu stellen: die Berliner Mauer fiel in unserer, nicht östlicher
Richtung! (www.solami.com/Berlinwall)
Aehnlich wie des Bürgers Priester, dessen Arzt und dessen Anwalt
darf
auch dessen Vermögensverwalter nicht als Träger privilegierter
Informationen missbraucht und gar zum Agenten des Staates degradiert werden;
diese unverzichtbaren Alliierten des Bürgers sind vielmehr
in ihrer Vertrauensrolle grundsätzlich allseits zu respektieren und
zu schützen. Dementsprechend legitim und gefragt sind auch
diskrete
Bankdienstleistungen, welche mehr denn je vor fremdem Zugriff verlässlich
zu schützen sind - trotz, und z.T. gerade wegen 9/11. Dies übrigens
auch zum Nutzen von
amerikanischen Grossfirmen wie General Electric,
Halliburton, Bechtel, etc. die weiterhin weltweit ihre Interessen durchzusetzen
wissen: mit allen Mitteln, mit Unterstützung einer nie durch Zimperlichkeit
aufgefallenen amerikanischen Exekutive, und erfahrungsgemäss mit mehr
Rücksicht auf die tatsächlichen lokalen Umstände und Usanzen
als auf missionarische US-Anti-Korruptionsgesetze und einschlägige
UNO-Konventionen. Und dasselbe gilt besonders auch für die politischen
Abteilungen der CIA und anderer ausländischer Geheimdienste, welche
sich mit oder ohne Auftrag weiterhin veranlasst sehen die weltpolitische
Landschaft insbesondere mit Geldmitteln zu beeinflussen zu suchen.
Die demgegenüber charakteristische schweizerische Musterknabenrolle,
welche oft ohne Gespür auf selbst-schädigende Wirkungen durch
einen vorauseilenden Gehorsam schweizerischer Behörden- und Wirtschaftsvertreter
vor scheinbar anders gesinnten Besetzern von US-Machtvacuum gekennzeichnet
ist, entspringt denn auch meist weniger den tatsächlichen Gegebenheiten
als einem mangelhaften Geschichtsbewusstsein, sowie dem eigenen Unverständnis
der Grundstrukturen und Machtusanzen der amerikanischen Gesellschaft.
Denn wer auf dem Marktplatz lautstark politische und wirtschaftliche Moral
predigt tut dies oft weniger aus innerer Ueberzeugung als aus taktischem
Kalkühl - z.B. um von eigenen Unzulänglichkeiten abzulenken.
Ergo,
und wie ich mir dazu eben einmal mehr, und eindringlicher denn je, sagen
liess: Eine radikale Abkehr von den vielfältigen hiesigen lex americana-Auswüchsen,
unter selbstbewusstem Hinweis auf die eigene Geschichte, Souveränität
und Interessenlage würde sodann von unseren massgebenden Freunden
ennet des Atlantiks keineswegs abgelehnt. Im Gegenteil, sie würde
nicht nur verstanden und begrüsst, sondern aktiv und nachhaltig unterstützt
und honoriert. Darüber hinaus sind die insgesamt positiven
Auswirkungen zu berücksichtigen, welche mit einer solchen eigenständigen
Kehrtwendung verbunden wäre bezüglich unseres Verhältnisses
zur übrigen ausländischen Kundschaft. Die auf diesem
Weg erzielbaren Mehrzuflüsse an Treuhandgeldern dürften
die Schweizer Position gegenüber unseren hardball-spielenden angelsächsischen
Freunden stärken. Damit verbunden sind auch
wesentliche Wachstumsimpulse.
Gewisse Sparprogramme dürften damit in neuem Licht erscheinen.
Und makrowirtschaftlich bedeutsame Vorhaben wie die NEAT könnten so
zur
Entlastung des Bundeshaushalts und der Steuerzahler – ebenso wie
das weiter in die Zukunft greifende Projekt einer EUROMETRO (www.solami.com/a2.htm#Gotthard)
– auf solide neue oder ergänzende Finanzschienen gestellt werden.
-
Die angestrebte Verankerung des Bankkundengeheimnisses in
der Verfassung ist eine Falle! Als solche wird sie jedenfalls
von gewissen Bankenvertretern gesehen und zur vermeintlichen Selbstentlastung
gar gefördert – und dies nicht zufällig mit verdächtiger,
religiös-geprägter Unterstützung des US-Justiz-Ministers.
Dieser fände damit nämlich, für sich und dannzumalige Eizenstats,
umso mehr Angriffsfläche gegen das „Schweizer Schlupfloch für
Insider, Steuerflüchtlinge, Geldwäscher, Tyrannen und Terroristen".
Allerdings
– nota bene – ohne damit für die andauernden und wirklichen
US-Machtinhaber zu sprechen. Die wohl auch von sozialdemokratischer
Seite her unterstützbare Lösung findet sich vielmehr in der Formulierung,
internationalen Verankerung und rechtlichen Einbettung des alt-neuen
Menschenrechts des Bürgers auf anonymes, nicht-deklarations-pflichtiges
Privateigentum. In der Praxis geht es zunächst darum, die
wenn auch ohne klare Zielangabe dahingehend bereits im Steuerrecht festgeschriebenen
Freibeträge
anzuheben.
-
Die mit dem Lohnausweis verbundene Entmündigung des
Bürgers gegenüber dem Staat muss als solche erkannt und rückgängig
gemacht werden. Die im Strafrecht verankerte und allgemein
als zivilisatorische Errungenschaft anerkannte und gepriesene Unschuldsvermutung
gilt es endlich auch im Fiskalbereich zu verwirlichen; dementsprechend
ist die Beweislast für die Existenz von nicht-deklariertem
Einkommen und Vermögen umzukehren - analog zu Art.8 des Zivilgesetzbuches.
Mit der in diesem Sinne auch von der politischen Linken mittragbaren Abschaffung
des Lohnausweises als einem gemeinschädlichen staatlichen Gängelband
erhalten Arbeiter und Angestellte ebenfalls Gelegenheit, sich als homo
oeconomicus zu entdecken, und sich auf diesem Weg
vermehrt zu
ihrem eigenen und zum Gemeinwohl zu entfalten.
-
Im Verhältnis zur Europäischen Union ist die Schweiz
als Wasserschloss Europas vermehrt ins Gespräch zu bringen.
Auf dem Hintergrund des zunehmenden Politikums Trinkwasser
anerbietet sich die Gelegenheit auch politisch relevante Grundsätze
mit bedeutender und beidseitig interessierender Tragweite zu entwickeln
und zu vertreten; z.B.:
-
Dem Schutz und der Erhaltung des Trinkwassers kommt vorrangige Bedeutung
zu.
-
Das Wasser, das auf eigenem Territorium anfällt, soll so weit als
möglich und zumutbar in natürlicher Quantität und in unverminderter
Qualität den Unterreinern überlassen werden, abweichende Vereinbarungen
vorbehalten.
-
Alle Gefährdungen des Trinkwassers sind grundsätzlich zu vermeiden,
auch i.S. Transitverkehr; wo unumgänglich sind sie zu minimalisieren,
ins Kalkül zu ziehen, und angemessen abzugelten.
-
Die damit jedem Oberreiner zustehende Rolle des Wasserwächters
erfordert eine entsprechende Honorierung (dies im Gegensatz etwa zum
damaligen Zürcher Regengesetz, welches eine an der Grösse des
Grundeigentums gemessene Steuer vorsah).
-
Die hiesige Nutzung landwirtschaftlichen Bodens und die Nahrungsmittelproduktion
insgesamt ist der hauptberuflichen Trinkwasserpflege unterzuordnen,
wobei die wirtschaftliche Sicherstellung des damit ausdrücklich mit
dieser gemeinnützigen Aufgabe betrauten Bauernstandes zu gewährleisten
ist (www.solami.com/a2.htm#Perspectives).
Der Versorgung der Anwohner mit Nahrungsmitteln in Krisen und Kriegszeiten
ist ebenfalls die ihr zukommende Bedeutung beizumessen. Die Anpassung
des Berufsbilds vom Landwirt zum Wasserwächter und Wasserwirt ist
von der Gesellschaft mitzutragen.